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Ätiologie

Atemwegserkrankungen haben bei Pferden in der Regel multikausale Ursachen (Thein 2005). Es sind sowohl infektiöse als auch nicht infektiöse Faktoren beteiligt. Als Faktoren kommen Viren (Herpes-, Adeno-, Rhino-, Reo-, Parainfluenza- und Influenzaviren) (Thein 2005), Bakterien, Pilze, Parasiten, Allergene sowie verschiedene Umweltfaktoren wie Staub, reizende oder giftige Gase bzw. ungünstige klimatische Bedingungen in Verbindung mit ohnehin schon geschwächten Abwehrkräften in Betracht. Da Pferde stressanfällige Tiere sind, wirken endo- und/oder exogene Stressfaktoren ebenfalls prädisponierend. Unter Stress versteht man die Summe der nicht spezifischen biologischen Phänomene, die durch widrige äußere Einflüsse ausgelöst werden (Thein 2005). Dazu gehören u.a. auch lange Transporte und hohe sportliche Belastungen (Fey 2005). Stress kann die lokalen wie auch die systemischen Abwehrfunktionen des Pferdes reduzieren oder sogar aufheben. Dadurch können auch persistente Infektionen wieder reaktiviert werden. Besonders gefährdet sind die Stressorgane Respirationstrakt und Intestinalsystem (Thein 2005).

Hohe Keimbelastungen können das Immunsystem aber auch einfach überfordern (Fey 2005). Ohnehin spielen Mischinfektionen verschiedener Stallkeime fast immer eine übergeordnete Rolle und sind maßgeblich für den Verlauf von Atemwegserkrankungen verantwortlich. Überwiegend handelt es sich um Sekundär - oder Superinfektionen mit opportunistischen oder fakultativ pferdepathogenen Stallkeimen (Fey 2005). Diesen voran geht eine Vorschädigung der Zellen des Respirationstraktes, insbesondere der der unteren Atemwege. Diese kann durch Viren, Parasiten, Pilze, Schadstoffe oder mechanische Reizung, z.B. durch Stallstaub, verursacht werden. Bakterielle Sekundärinfektionen der Atemwege leiten meist den chronischen Verlauf einer Erkrankung ein (Thein 2005).