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Infektionswege und Klinik

Die Infektion erfolgt entweder vor, während oder nach der Geburt. Der Zeitpunkt der Infektion und des Erregereintrittes entscheidet, wann es zur Ausbildung des vollen Krankheitsbildes der Septikämie kommt. Entweder unmittelbar nach der Geburt (24-72 Stunden p.n.) oder auch erst einige Tage bis zu 4 Wochen danach (Bostedt 2005).

Die präpartale Infektion erfolgt über die Plazenta und die Nabelgefäße oder über die Zervix und Membranen. Der Ausbruch einer akuten Septikämie/Toxämie ist um die 12. bis 36. Lebensstunde gegeben, insbesondere dann, wenn immunsuppressive Faktoren wie die neonatale Atemdepression, verspätete Kolostrumaufnahme oder eine nass-kalte Witterung hinzukommen. Diese Fohlen fallen bereits wenige Stunden nach der Geburt durch verzögerte frühpostnatale Reaktionen sowie mangelhafte Milchaufnahme und geringen Saugreflex auf. Die Fohlen wirken lebensschwach, lethargisch und depressiv und können nicht mehr stehen. Die Herz- und Atemfrequenz ist erhöht, die Skleren sind injiziert. Außerdem können petechiale Blutungen der Schleimhäute (Zahnfleisch und Konjunktiven) zu beobachten sein. Wenig später kommen Durchfall, Bronchopneumonie und teilweise auch neurologische Ausfallerscheinungen in Folge meningealer Reizzustände hinzu. Polyarthritis und/oder Osteomyelitis können folgen (Bostedt 2005). Häufig sind die klinischen Symptome anfänglich nur schwach ausgeprägt und unspezifisch, wodurch eine frühe Diagnose häufig erschwert wird (Ozgur 2002). Perakute Todesfälle sind ebenfalls häufig.

Bei Fohlen, die sich während der Geburt über die stark keimbelasteten Geburtswege infiziert haben, kommt es meist innerhalb von 24-48 Stunden nach der Geburt zu septikämischen Erscheinungen (Bostedt 2005). Als postpartale Eintrittspforten kommen das Intestinum, der Nabelstumpf, die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums sowie die Schleimhäute des Auges und offene Wunden in Frage (Rohdich et al. 2006). Die Intensität der postpartalen Infektion hängt von exogenen Faktoren ab. Dazu gehören mangelhafte Geburtshygiene, Geburtsdauer, Komplikationen, ungenügende Kolostrumversorgung, zu geringe Konzentration maternaler Antikörper im Kolostrum, mangelhafte Nabelversorgung und ein pathogenes Keimmilieu der Umgebung (Bostedt 2005, Rohdich et al. 2006). Die Neugeborenen sind in den ersten Lebenstagen meist unauffällig. Während der zweiten Adaptationsphase (2.-14.Tag p.p.) verlieren diese Fohlen dann an Vitalität und zeigen die ersten Anzeichen einer Bronchopneumonie, Diarrhoe oder Nabelentzündung. Es können auch schon Anzeichen für eine Polyarthritis zu erkennen sein. Bei manchen Fohlen kann die Latenzperiode aber auch so unauffällig verlaufen, dass die Fohlen bereits bei der Erstvorstellung eine ausgeprägte Polyarthritis und Polyserositis aufweisen (Bostedt 2005).