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Therapie

Werden Erkrankungen der Atemwege nicht frühzeitig und konsequent behandelt, können sich schwerwiegende Bronchopneumonien und Pleuropneumonien oder ein chronisches Leiden entwickeln. Daraus ergeben sich temporär oder bis zum Lebensende erhebliche Leistungs- und Nutzungseinschränkungen. Pferde mit chronischen Atemwegserkrankungen sind im Sport nicht mehr einsetzbar.

Infektionen der Atemwege sollten umgehend behandelt werden, da sie bei Pferden in kurzer Zeit chronisch werden können. Akut erkrankte Tiere, die Fieber, Mattigkeit, Husten und Nasenausfluss sowie eine Beteiligung der Lunge (Bronchopneumonien und Pleuropneumonien) zeigen, sollten außer mit Mukolytika, Bronchodilatatoren, Expektorantien und ggf. Kortikosteroiden auch mit einem Antibiotikum behandelt werden. Da es sich in der Regel um Mischinfektionen von grampositiven wie -negativen Keimen handelt, sollte zunächst ein zuverlässig und schnell wirkendes Breitband-Antibiotikum ausgewählt werden. Parallel dazu sollten eine Erregerbestimmung sowie die Erstellung eines Antibiogramms erfolgen. Nur so kann z.B. bei ausbleibendem Therapieerfolg das verwendete Antibiotikum gegen ein wirksames ausgetauscht werden.

Wie eine Studie an 75 Pferden mit akuten Atemwegsinfektionen zeigt, lassen sich durch die Behandlung mit Cefquinom (Cephalosporin der 4. Generation) gute Erfolge bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen erzielen. 41 Pferde mit akuten Atemwegsinfektionen wurden zwischen 5 und 10 Tagen einmal täglich mit 1mg/kg KGW Cefquinom i.m. behandelt. Eine gleich große Gruppe erkrankter Pferde wurde als Positivkontrolle in gleicher Weise mit Ceftiofur (2mg/kg KGW) behandelt. Behandlungserfolg und Rückfälle wurden anhand eines Beurteilungsschemas (clinical score) bestimmt. Erster Wirksamkeitsparameter war die Anzahl der Behandlungserfolge am Ende der Behandlungsperiode. Alle 41 mit Cefquinom behandelten Pferde (100 %) wurden als Behandlungserfolg bewertet, während nur 32 der 34 mit Ceftiofur behandelten Pferde (94,1%) geheilt werden konnten. Nach dem Behandlungsende traten keine Rückfälle auf. Die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug mit Cefquinom 6,6 Tage, während sie mit Ceftiofur 7,2 Tage dauerte. Lokale Reizungen am Ort der intramuskulären Applikation oder andere Nebenwirkungen wie Durchfall wurden in der Studie nicht beobachtet (interne Intervetstudie).
Die maximale Plasmakonzentration (Cmax) beträgt 98 % und wird nach intravenöser Injektion von Cefquinom sofort und nach intramuskulärer Injektion bereits nach 45–60 Minuten erreicht. Die Cmax liegt deutlich über der für S. equi subsp. zooepidemicus ermittelten MIC90. Dieser Erreger spielt bei Atemwegsinfektionen bei Pferden die größte Rolle. Darüber hinaus zeichnet sich Cefquinom durch eine lang andauernde antibakterielle Aktivität gegenüber den wichtigsten equinen Pathogenen aus. Dies liegt zum einen an den niedrigen MIC-Werten von Cefquinom, zum anderen an dem durch Cefquinom hervorgerufenen, über Stunden anhaltenden PAE bzw. PA SME (Thomas et al. 2006).