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Therapie

Eine Behandlung der Septikämie muss schnell und energisch mit einem Breitspektrum-Antibiotikum erfolgen, anderenfalls verläuft die Infektion fast immer tödlich. Als wirksam und gut verträglich stellte sich die Behandlung septikämischer Fohlen mit dem halbsynthetischen Cephalosporin Cefquinom heraus (Rohdich et al. 2006).

In einer klinischen Feldstudie haben Rohdich et al. (2006) die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Cefquinom-Formulierung zur Behandlung natürlich vorkommender schwerer bakterieller Infektionen und Septikämie bei Fohlen überprüft. In der Studie wurden 39 Fohlen im Alter zwischen 0 und 30 Tagen mit Verdacht auf eine akute Mischinfektion oder Anzeichen einer Septikämie in den ersten 3 Tagen alle 12 Stunden mit 1 ml/kg/KG Cefquinom i.v. behandelt. Dadurch wurde ein sofortiger Wirkungseintritt gewährleistet. Anschließend wurde die Behandlung intramuskulär in gleicher Dosierung und in gleichem Dosierungsintervall fortgesetzt. Die Fohlen wurden je nach Therapieerfolg mindestens 6 und höchstens 14 Tage jeweils zweimal täglich behandelt und täglich untersucht.

Bei 32 der 39 Fohlen normalisierten sich systemische klinische Parameter wie Allgemeinbefinden, Saugreflex und Schleimhäute innerhalb von nur drei Behandlungstagen. Lokale Befunde wie geschwollene Gelenke und Nabel waren zu dieser Zeit zwar noch vorhanden, aber am Abheilen.
Die Behandlungserfolgsquote betrug 87,2% (34 von 39 Fohlen). Es wurden keine Rückfälle beobachtet. Die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug 7,5 Tage. Von dem am Einschlusstag genommenen Blutkulturen waren 40,5% (15 von 37) bakteriologisch positiv. Escherichia coli, Clostridium perfringens and Staphylococcus spp. waren die häufigsten Isolate und alle waren gegen Cefquinom empfindlich. In den Abstrichen von Nabel, Rektum und offenen Wunden war E. coli ebenfalls vorherrschend (Rohdich 2006). Die minimale Hemmkonzentration der Isolate für Cefquinom bewegte sich zwischen 0.063 und 0.5 µg/ml, wodurch sich auch die hohe Überlebensrate und der große Behandlungserfolg in dieser Studie gegenüber vielen anderen erklärt (Rohdich 2006).