• Was bringt die BHV1 Sanierung?
    • Es gibt zwei wichtige Gründe für eine BHV1 Sanierung. Zum einen geht es darum, den Status „BHV1-frei“ zu erreichen. Damit entfallen die empfindlichen Handelsbeschränkungen, die für „Sanierungsbestände“ oder „Sonstige Bestände“ gelten. Zum anderen verursachen die durch BHV1 hervorgerufenen Erkrankungen grosse wirtschaftiche Verluste in der Milch- und Fleischproduktion. Dazu gehören Atemwegserkrankungen, Leistungsminderungen, Störungen der Fruchtbarkeit (Aborte, Umrindern) sowie Todesfälle. Gerade in Zeiten niedriger Milchpreise müssen die Milcherzeuger alle ertragsmindernden Faktoren konsequent ausschließen. Dazu gehört eine konsequente BHV1 Sanierung. Langfristiges Ziel ist es, den Status „BHV1-frei“ für ganz Deutschland zu erreichen.
  • Was bedeutet Lebend- und Totimpfstoff?
    • Lebendimpfstoffe enthalten einen infektiösen aber abgeschwächten (attenuierten) BHV1 Stamm. Dieser kann sich im Wirtstier vermehren, ist aber avirulent. Da das Virus in Lebendimpfstoffen vermehrungsfähig ist, können diese nicht nur systemisch sondern auch intranasal eingesetzt werden. Bei intranasaler Verabreichung tritt bereits innerhalb von einigen Stunden eine lokale Immunität ein. Auch können junge Kälber mit noch vorhandenen maternalen Antikörpern wirksam geimpft werden. Lebendimpfstoffe sind für die Notimpfung geeignet. Totimpfstoffe sind dagegen nicht replikationsfähig und nicht infektiös. Die Applikation erfolgt subkutan um unerwünschte lokale Reaktionen zu vermeiden. Impfstoffe aus inaktivierten Erregern schützen vor klinischen Erkrankungen. Totimpfstoffe werden bevorzugt bei Reagenten (stabile Seuchenlage) eingesetzt.
  • Wann muss ich Lebend- und wann Totimpfstoff einsetzen?

    • Ein allgemein gültiges Impfschema kann nicht empfohlen werden. Zum einen spielen der Durchseuchungsgrad und die Haltungsbedingungen eine Rolle und zum anderen müssen die jeweiligen Leitlinien der Bundesländer berücksichtigt werden. Eine Absprache mit den Veterinärbehörden ist erforderlich. Eine Grundimmunisierung sollte im infizierten Bestand mit Lebendvakzine (zweimalige Impfung im Abstand von 4 – 6 Wochen vor dem 3. Lebensmonat) erfolgen. Beim Impfstoff mit dem Impfstamm GK/D ist eine Einmalimpfung als Basisschutz ausreichend! Bei weiterführenden Impfungen kann dann auch inaktivierte Vakzine eingesetzt werden. Lebendimpstoffe haben den Vorteil, dass sie auch zur Notimpfung dienen können, um eine weitere Ausbreitung im Bestand zu verhindern.
  • Was ist eigentlich eine Markervakzine?
    • Ziel einer Impfung ist es, Abwehrkräfte (humoral, zellulär) gegen einen Erreger auszubilden und damit einen Infektionsschutz aufzubauen. Bei herkömmlichen (konventionellen) Impfstoffen ist keine Unterscheidung zwischen den vom Impfvirus hervorgerufenen Antikörpern und den vom Feldvirus induzierten Antikörpern gegeben. Deshalb ist eine effektive BHV1 Sanierung mit konventionellen Impfstoffen nicht erfolgreich.
      Markierte Impfstoffe (Markervakzine) sind Impfstoffe, die auf strukturell veränderten Vakzinestämmen basieren. Dadurch ist es möglich, impfstoffbedingte und vom Feldvirus induzierte Antikörper zu unterscheiden. Für die Diagnostik ist wesentlich, dass Markerimpfstoffe ein Antikörperprofil induzieren, welches sich von dem einer Feldinfektion unterscheidet. Markerimpfstoffe bieten klare Vorteile bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten, die über serologische Untersuchungen diagnostiziert werden.
  • Wie sicher sind die Impfstoffe?

    • Für die Zulassung werden an die Sicherheit von Impfstoffen vielfältige Anforderungen gestellt. Diese sollen eine Gesundheitsgefährdung der vakzinierten Tiere durch die Impfstoffe ausschliessen. Grundsätzlich gehören dazu die Verträglichkeit bei Überdosierung, mögliche Auswirkungen auf Reproduktions- und Milchleistung, Kontaminationen des Impfstoffes sowie eine mögliche Reaktivierung des Impfstammes.
      Kontrollierte Untersuchungen mit dem GK/D Impfstamm haben ergeben, dass selbst bei mehrfacher Überdosierung keine klinischen Symptome, keine Aborte und keine negativen Einflüsse auf die Milchleistung auftraten. Auch waren alle neugeborenen Kälber BHV1-frei. Eine serumfreie Produktion schließt Risiken in Form von Kontaminationen mit anderen Viren aus. In Praxi hat die theoretisch mögliche Reaktivierung von Impfvirus durch Transport oder die Verabreichung von Kortikosteroiden keine Bedeutung.
  • Kann ich eine Notimpfung machen ?

    • Ein Lebendimpfstoff wie Bovilis® IBR Marker kann intranasal und auch in Gegenwart maternaler Antikörper verabreicht werden. Dies ist bei akuter Infektionsgefahr wichtig und bei jungen Kälbern wenn respiratorische Probleme auftreten. So wurde in einer Untersuchung gezeigt, dass eine intranasale Impfung drei bzw. vier Tage vor einer Belastung die klinischen Symptome (Fieber, Virusausscheidung) deutlich reduzierte. Weiterhin wurde demonstriert, dass eine intranasale Applikation bei Kälbern in einem Alter von zwei Wochen einen signifikanten Schutz gegen eine Belastungsinfektion gewährt.
  • Können geimpfte Tiere BHV1 ausscheiden ?

    • Durch eine Impfung mit einem Lebendimpstoff werden die Dauer und die Höhe der Ausscheidung von Feldvirus deutlich reduziert aber nicht hundertprozentig verhindert. Deshalb kann bei geimpften feldviruspositiven Tieren in Einzelfällen Feldvirus im Nasenschleimtupfer nachgewiesern werden.
      Hinsichtlich der Ausscheidung von Impfvirus besteht bei Lebendimpfstoffen die Möglichkeit einer Reaktivierung, wenn der Impfstamm latent persistiert.
      So wurde nach Transport oder Verabreichung von Kortikosteroiden bei konventionellen Impfstoffen eine Provokation der Reaktivierung von Impfvirus beschrieben. Berichte über eine Reaktivierbarkeit der Markerimpfstoffe sind unterschiedlich. In einer Untersuchung konnte der intranasal und intramuskulär verabreichte Markerimpfstoff (Stamm GK/D) nach Applikation von Dexamethason 7 Monate post vaccinationem nicht reaktiviert und isoliert werden.
<font size=3>The field "sectionname" could not be found in component.</font>
&lt;font size=3&gt;The field "sectiondescription" could not be found in component.&lt;/font&gt; <font size=3>The field "typeofcontent" could not be found in component.</font>