Ziele Möglichkeiten und Grenzen der Selektions- und Markerkonzept bei der BHV1 Sanierung

 

Selektionskonzept

Markerkonzept

Ziel

BHV1-freie Tiere, Bestände, Regionen

 

BHV1-gE-Antikörper negative Tiere, Bestände, Regionen

Möglichkeiten

Verschiedenste, sehr sensitive und spezifische serologische Tests (Neutralisationstest, indirekter ELISA, gB-ELISA)

Serologische Untersuchung auf Antikörper in Einzelblutproben und Poolmilch

Günstige und einfache Überwachung des Bestandsstatus über Poolmilch

Neutralisationstest steht als Goldstandard zur Verfügung

Keine Vakzinierung (Ausnahmen möglich in Mastbeständen und bei Reagenten)

Keine Handelsbeschränkungen für freie Bestände und Regionen

Schnelle epidemiologische Analyse durch serologisches Screening

 

Schutz vor klinischer Erkrankung durch Impfung

Reduktion bzw. Prävention der Feldvirusausscheidung

Ev. Verdrängung von Feldvirus durch Impfvirus

Serologische Differenzierung von geimpften und Feldvirus-infizierten Tieren durch Markerdiagnostik

Einsatz in Beständen und Regionen mit hoher Prävalenz

Einsatz im Mastbereich in Mischbetrieben

Grenzen

Probleme in Beständen und Regionen mit hoher BHV1 Prävalenz

Hohe Kosten für das Abschaffen BHV1-positiver Tiere

Ungeschützte Population ist bis zur endgültigen Tilgung der latenten Virusträger gefährdet

Reinfektionen freier Bestände verursachen hohe wirtschaftliche Verluste

Strenge Anforderungen an das Betriebsmanagement erforderlich (Hygienevorschriften)

 

Nur ein Testprinzip (gE-blocking-ELISA)

gE-Antikörpertests weniger sensitiv und spezifisch (latent infizierte Tiere werden ggf. übersehen)

nur Einzelproben für den gE-Antikörpernachweis geeignet

Serokonversiongegen gE kann insbesondere bei der BHV1 Infektion geimpfter Tiere erst spät oder gar nicht erfolgen

Impfung BHV1-negativer Tiere erschwert Diagnostik (nur noch gE-ELISA)

BHV1 Reaktivierung und (latente) BHV1 Infektion werden durch die Impfung nicht vollständig verhindert

Handelsbeschränkungen für geimpfte Tiere bei Export in freie Regionen