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Klinische Symptome

Die Ausprägung der klinischen Symptome hängt von verschiedenen Faktoren, wie dem Serotyp des Virus, der betroffenen Tierart, der Rasse, dem Alter und der Konstitution des Tieres ab. Im Allgemeinen gilt das Rind als weniger empfindlich als das Schaf und zeigt meist keine oder nur milde Symptome [23]. Im Verlauf der BTV 8-Infektionen in den Jahren 2006 – 2009 in Nordwest-Europa waren jedoch auch viele Rinder klinisch erkrankt [24, 25]. Es wird über Erkrankungsraten in Deutschland von rund 2 % berichtet, die Mortalitätsrate betrug rund 0,15 – 0,27 %, die Letalitätsrate bis zu 13 % [26, 7].


Hierbei wurden im frühen Krankheitsverlauf Fieber, respiratorische Symptome, Speicheln und Veränderungen an den Schleimhäuten von Nase und Flotzmaul beobachtet. Bei Milchkühen kam es zu Milchleistungsrückgang und rötlichen Verfärbungen im Bereich der Zitzenkuppen. Weiterhin wurde über Aborte und kongenitale Missbildungen berichtet [16, 24, 25].

image: Blauzunge 5268

Bei Schafen treten nach einer Inkubationszeit von 4 – 8 Tagen Fieber, Apathie, Tachypnoe, Hyperämie der Schleimhäute an Maul und Nase sowie verstärktes Speicheln und Nasenausfluss auf. Durch Schäden der Gefäßwände in Folge der Infektion mit BT-Virus kommt es zur Bildung von Ödemen im Kopfbereich sowie punktförmigen Blutungen an den Schleimhäuten (Petechien). Weiterhin können im Krankheitsverlauf Rötungen und Einblutungen im Kronsaumbereich mit Lahmheit auftreten [23, 24]. Die für die Erkrankung namensgebende Blaufärbung der Zunge durch Hyperämie und Ödembildung wird hingegen recht selten gesehen [2, 16]. Bei tragenden Tieren kann es durch fetale Infektion zu Aborten oder Missbildungen kommen [2].

 

image: Blauzunge 5285

Infizierte Schafe sterben oftmals nach kurzem Krankheitsverlauf. Je nach Schafrasse und Serotyp werden unterschiedliche Mortalitätsraten angegeben. Für den derzeit in Südosteuropa auftretenden Serotyp 4 variieren die Angaben zwischen und 0,2 und 4,6 % [13], beim Typ-8-Geschehen 2006-2009 in Deutschland erkrankten etwa 6 % der Schafe. Die Letalität war hierbei bei den Schafen etwa 3 x höher als bei den Rindern [26].

 

Eine spezifische Therapie ist nicht möglich, so dass erkrankte Tiere symptomatisch behandelt werden (Entzündungshemmung, Schmerzlinderung, Antibiose) [9, 2].

 

Auf Grund der Vielzahl an unspezifischen Symptomen kann nach klinischer Untersuchung meist nur der Verdacht auf Blauzungenerkrankung ausgesprochen werden und sollte mittels labordiagnostischer Maßnahmen abgeklärt werden [27, 2, 18]. Da das Virus vor allem in den Erythrozyten vorhanden ist, sollte bei Einsendung von Blutproben EDTA-Blut zur Untersuchung gelangen. Weiterhin besteht auch die Möglichkeit hierin Antikörper nachzuweisen [28], wobei bei der Untersuchung nicht unterschieden werden kann, ob diese durch Feldinfektion oder Impfung hervorgerufen wurden. Gleiches gilt auch für den Nachweis von Antikörpern in Milch.

 
Die in Deutschland zur Abklärung der Blauzungenerkrankung zugelassenen Methoden sind in der Methodensammlung vom FLI aufgeführt [28].