Lexikon

Abort
Abgang einer nicht lebensfähigen Frucht vor Erreichen der unteren Grenze der physiologischen Tragezeit.

Blauzungenkrankheit
Blue Tongue Disease
Eine durch Stechmücken der Gattung Culicoides übertragene Viruserkrankung (Reovirus) bei Wiederkäuern in warmen Ländern. Vor allem bei Schafen kommt es nach einer Inkubationszeit von 3-7 Tagen zu einem akuten Krankheitsverlauf. Charakteristisch sind Fieber, allgemeine Schwäche, Hyperämie und Katarrh der oralen und nasalen Schleimhäute, Salivation, Nasenausfluss, Gingivitis, Ulzerationen im und um das Maul (Zahnfleisch, Backen und Zunge), Kopfödeme und Gangräne. Typisch und damit namengebend für die Krankheit ist die intensive Hyperämie und Schwellung der Zunge wegen des Austritts intravasaler Flüssigkeit infolge der Gefäßwandzerstörungen durch das Virus. Auch treten häufig Rötungen und Blutungen des oberen Klauenrandes auf. Tragende Tiere können abortieren oder es treten kongenitale Missbildungen auf.

Epidemiologie (Epizootiologie)
Wissenschaftszweig, der sich mit der Verbreitung von Krankheiten befasst. Hierbei werden besonders die Verteilung und die Häufigkeit der Erkrankung, Ursache, Risikofaktoren, Pathogenese und die Übertragungswege berücksichtigt.

Gangrän, Gangraena
Brand;
Sekundäre physikalische oder bakterielle Veränderung von abgestorbenem Gewebe.

Gingivitis
Zahnfleischentzündung

Hyperämie
Blutreichtum, Blutandrang
Gesteigerter Blutgehalt, vermehrte Blutfülle eines Kreislaufabschnitts oder eines Organs. Die Ursache kann arterieller oder venöser Art sein.

iatrogen 
Durch den (Tier)Arzt verursacht.

Inappetenz
Appetitlosigkeit

Inkubationszeit 
Zeitspanne zwischen der Ansteckung (Infektion) des Wirts mit dem Erreger und dem Auftreten der ersten klinischen Krankheitserscheinungen. Bei den verschiedenen Infektionskrankheiten unterschiedlich lang (zwischen wenigen Stunden bis mehrere Wochen, in Ausnahmefällen Monate bis Jahre). Sie ist abhängig vom Wirt und seiner Disposition, der spezifischen und unspezifischen Abwehr, Art und Virulenz des Erregers und der Befallsstärke.

intermittierend 
unterbrochen, zeitweilig aussetzend bzw. nachlassend

Katarrh
Oberflächliche Entzündung der Schleimhaut, geht mit einer Flüssigkeitsabsonderung einher.

kongenital
angeboren, konnatal;
Bezeichnet Merkmale oder Anlagen, die zum Zeitpunkt der Geburt bzw. des Schlupfes bereits vorhanden sind. Der Begriff beinhaltet keine Aussage über die kausale Genese.

Morbidität
Erkrankungsziffer, Erkrankungshäufigkeit
Anzahl an Individuen einer Ausgangspopulation bestimmter Größe, die innerhalb einer bestimmten Periode von einer bestimmten Erkrankung betroffen ist.

Mortalität
Sterblichkeit

Mortalitätsrate
Maß(zahl) für die auftretenden Todesfälle, bezogen auf eine festgelegte Gesamtzahl (z.B. Wurfgröße, Bestandsgröße, Zahl erkrankter Tiere).

p. i.
post infectionem
nach der Infektion

Persistenz
Fortbestehen, Bestehenbleiben
Charakteristische Merkmale durchschnittlich empfindlicher Keime, sich durch bestimmte Eigenschaften der für sie schädlichen Wirkung der Desinfektion zu entziehen.

Salivation
Speicheln, vermehrter Speichelfluss.

Serotyp 
Serovar
Antigenetisch unterschiedlicher Vertreter innerhalb einer Spezies von Mikroorganismen.

transdermal
über, durch die Haut

Virämie
Vorkommen von Viren im Blut (Virusseptikämie). Stadium in der Pathogenese generalisierter Virusinfektionen. Nach einer lokalen Virusvermehrung in primäraffinen Organen und regionalmen Lymphknoten verbreitet sich das Virus unter anderem hämatogen (primäre Virämie), in Parenchyme und andere Prädilektionsstellen. Auf die dortige Organmanifestation folgt häufig eine sekundäre Virämie. Das Virus wird dabei entweder frei im Plasma transportiert oder ist mit Blutzellen assoziiert.

Virulenz, virulent 
Quantitativer Ausdruck für die Menge krankheitsauslösender Faktoren eines bestimmten Mikroorganismus aus einer pathogenen Spezies. Die Virulenz hängt jeweils vom Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie Infektionsdosis, Infektionsweg, Kontagiosität, Infektiosität und Toxizität ab. 
Anmerkung: Im Sprachgebrauch wird die Virulenz häufig mit der Pathogenität gleichgesetzt.

Virusreservoir
Spezies, in der sich der Erreger vermehrt und von dem er ausgeschieden wird, bei der er in der Regel aber keine Symptome hervorruft. Diese Tiere stellen eine Infektionsquelle für andere, empfängliche Spezies dar.