Aktuelle Meldungen zur Blauzungenkrankheit
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23.03.2012Erste Risikoeinschätzung des FLI zum Wiederauftreten der Blauzungenkrankheit
Nachdem Deutschland seit dem 15. Februar 2012 offiziell frei von der Blauzungenkrankheit ist, hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems eine erste Risikoabschätzung zum Wiederauftreten der Krankheit in Deutschland veröffentlicht. Daraus, dass Deutschland frei von der Blauzungenkrankheit ist, ergibt sich die Konsequenz, dass die Impfung gegen das Virus verboten ist. Dies wiederum hat direkte Auswirkungen auf die Risikoabschätzung des FLI. Dennn dadurch, dass die Impfung nicht mehr vorgenommen wird, wird sich der Anteil geschützter Tiere in den nächsten Jahre nahe Null bewegen. Deshalb wird das Risiko des Wiederauftretens als hoch eingeschätzt. Allerdings verweist das FLI darauf, dass auch eine Impfung nur dann das Wiederauftreten wirksam verhindern könnte, wenn gegen alle Serotypen und verpflichtend geimpft werden würde.
FLI
02.03.2012Schweiz ist frei von der Blauzungenkrankheit
Nachdem Deutschland im Februar 2012 erklärt hatte, frei von der Blauzungenkrankheit zu sein, hat die Schweiz jetzt auch diesen Status erreicht, wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) mitteilt. Die Blauzungenkrankheit war in der Schweiz im Jahr 2007 erstmals nachgewiesen worden. In den Jahren 2008 bis 2010 wurden verpflichtende Impfungen gegen das Virus durchgeführt. Im Jahr 2011 wurde die Impfung dann nur noch auf freiwilliger Impfung fortgeführt. Der letzte Nachweis gelang hier bei einem Tier im Winter 2010. Allerdings hatte sich das Tier vermutlich bereits im Herbst 2009 mit dem Virus infiziert.
BVET
16.02.2012Deutschland ist frei von der Blauzungenkrankheit
Deutschland hat sich mit Wirkung vom 15. Februar für frei von der Blauzungenkrankheit erklärt. Dies teilt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (STMUG) mit. Damit wird der Handel mit Ländern, die ebenfalls frei von der Erkrankung sind, deutlich vereinfacht. Die Blauzungenkranheit war in Deutschland im Jahr 2006 erstmals aufgetreten. Mit verpflichtenden Impfaktionen gegen das Blauzungenvirus vom Typ 8 gelang es, die Krankheit soweit zurückzudrängen, dass die Impfung ab 2010 auf freiwillige Basis umgestellt wurde. Die letzten Fälle der Erkrankung wurden im Jahr 2009 in Deutschland nachgewiesen.
STMUG Bayern
28.10.2011Erste Fälle der Blauzungenkrankheit in Spanien
Das spanische staatliche Schnellwarnnetz für Tiergesundheit (RASVE) hat vergangene Woche den ersten Ausbruch der Blauzungenkrankheit in diesem Jahr gemeldet. Demnach ist ein Gemischtbetrieb in der Provinz Cáceres der Autonomen Region Extremadura im Westen des Landes betroffen, wie Agrarheute.com berichtet. Dort wurde den Behörden zufolge bei zehn nicht geimpften Tieren der Serotyp 1 nachgewiesen. Im Vorjahr wurden in Spanien offiziell 80 Infektionen mit dem Serotyp 1 und zehn Ausbrüche mit dem Erreger BTV-4 sowie ein Fall mit dem Serotyp 7 registriert.
Agrarheute.com
18.10.20111. Blauzungenfall in Spanien in 2011
Die Blauzungenkrankheit verschwindet langsam aus dem öffentlichen Bewusstsein. Aber sie ist noch vorhanden. So wurde in Spanien aktuell der erste Nachweis des Virus im Jahr 2011 geführt. Nachgewiesen wurde das Blauzungenvirus vom Typ 1. Dies ist nicht mit dem in den vergangenen Jahren in Deutschland vorkommenden Virus zu verwechseln. Hier war damals das Virus vom Typ 8 aktiv, gegen das sich auch die Impfkampagnen richteten. Nachgewiesen wurden das Virus bei 10 Tieren im Westen Spaniens. Auch im Vorjahr war die Blauzungenkrankheit in Spanien aktiv. So wurden im Jahr 2010 das BTV-1 in 80 Fällen, das BTV-4 in 10 Fällen und das BTV-8 in einem Fall nachgewiesen.
Promedmail
17.06.2011Großbritannien wird wieder offiziell frei von der Blauzungenkrankheit
Großbritannien wird am 5. Juli 2011 den Status "frei von der Blauzungenkrankheit" wiedererlangen, wie das britische Landwirtschaftsministerium (DEFRA) mitteilt. Dies ist möglich, da dann seit zwei Jahren kein neuer Fall der Erkrankung bei Wiederkäuern in Großbritannien nachgewiesen wurde. Der erste Fall der Erkrankung wurde in Großbritannien im Jahr 2007 nachgewiesen. Der Status, dass Großbritannien frei von der Erkrankung ist, ist vor allem bedeutsam für den Handel mit Ländern, die ebenfalls frei von der Blauzungenkrankheit sind. Tiere, die in diese Länder geliefert werden, müssen dann z.B. nicht mehr gegen die Erkrankung geimpft werden. Im Falle Großbritanniens ist dies vor allem für den Handel mit Irland von Bedeutung. In Deutschland sind die letzten Fälle der Erkrankung Ende 2009 aufgetreten.
DEFRA
19.05.2011Sachsen-Anhalt rät zu freiwilliger Impfung gegen Blauzungenkrankheit
Auch wenn die Blauzungenkrankheit in Deutschland eingedämmt ist, muss die Wachsamkeit gegenüber der Erkrankung hoch bleiben. Nachdem zuletzt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) einen Situationsbericht vorgelegt hatte und weiterhin zur freiwilligen Impfung rät, hat auch Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens (CDU) die Tierhalter aufgefordert, ihre Tiere weiterhin freiwillig gegen das Virus impfen zu lassen. Aeikens weist besonders auf die mögliche Aufhebung von Handelsbeschränkungen im nächsten Jahr hin. Dazu muss die Erregerfreiheit gegenüber der Europäischen Kommission nachgewiesen werden. Dies sei aber nur möglich, wenn keine neue Fälle der Erkrankung auftreten.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt
06.05.2011FLI empfiehlt freiwillige Impfung gegen die Blauzungenkrankheit auch im Jahr 2011
Durch die in den Jahren 2008 und 2009 durchgeführte Pflichtimpfung gegen das Virus der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 konnte die Erkrankung in Deutschland erfolgreich zurückgedrängt werden. Im Jahr 2010 trat in Deutschland kein einziger Fall auf. Auf Grund der guten Entwicklung wurde die Pflichtimpfung bereits im vergangenen Jahr in eine freiwillige Impfung umgewandelt. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) empfiehlt Landwirten dringend, auch in diesem Jahr nicht auf die freiwillige Impfung ihrer Tiere zu verzichten, um ein mögliches Wiederaufflackern der Erkrankung zu verhindern. Sollten nur Teilpopulationen geimpft werden können, sollten vor allem bisher nicht gegen das Virus immunisierte Jungtiere geimpft werden. Da besonders Schafe für das Virus empfänglich sind und es hier zu höheren Verlustraten kommt, empfiehlt das FLI insbesondere die Impfung von Schafen.
FLI
08.04.2011EU-Parlament gestattet Blauzungen-Impfung mit inaktivierten Impfstoffen
Das EU-Parlament hat die Vorschläge der EU-Kommission akzeptiert, mit denen Veränderungen bei der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit eintreten sollen. Bisher wurde nur der Einsatz von Lebendimpfstoffen gestattet. Die EU will zukünftig auch den Einsatz von inaktivierten Impfstoffen erlauben. Dabei kommen keine lebenden Erreger mehr zum Einsatz, so dass die Sicherheit der Impfung erhöht wird, da die Übertragung von lebenden Impfviren von einem Tier auf ein anderes nicht mehr möglich ist. Das EU-Parlament hat dem Vorschlag der Kommission mit breiter Mehrheit zugestimmt.
EU-Parlament
24.03.2011Österreich ist "blauzungenfrei"
Die EU hat Österreich im März offiziell für "blauzungenfrei" erklärt. Der letzte nachgewiesene Fall der Blauzungenkrankheit liegt zwei Jahre zurück, hieß es in der Erklärung des ständigen Veterinärausschusses der Europischen Kommission. Entsprechend muss in Österreich nicht mehr gegen die Blauzungenkrankheit geimpft werden. Wie die Landwirtschaftskammer (LK) Niederösterreichs berichtet, mahnte der LK-Präsident Hermann Schultes aber an, weiter Vorsicht walten zu lassen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. "Es muss mit allen Mitteln verhindert werden, dass die durch die europaweite Impfstrategie zurückgedrängte Blauzungenkrankheit in Mitteleuropa wieder Fuß fassen kann", so der LK-Präsident. Das Erreichen der Seuchenfreiheit wird auf die österreichische Impfstrategie und die gute Kooperation mit den Nutztierhaltern zurückgeführt.
LK Niederösterreich
LK Österreich
20.01.2011Kein Fall der Blauzungenkrankheit im Jahr 2010
Für das Jahr 2010 wurde in Deutschland bisher kein Fall der Blauzungenkrankheit gemeldet. Damit würde sich die Entwicklung aus den letzten Jahren fortsetzen. Im Jahr 2006 wurde das Virus erstmals in Deutschland festgestellt. 2007 erreichte der Seuchenzug dann mit mehr als 20.000 Fällen seinen Höhepunkt. Die Zahl der Fälle sank dann im Jahr 2008 auf gut 5.000 und in 2009 auf noch rund 140 Fälle. Dieser Erfolg wird auf die bis Ende 2009 verpflichtend durchgeführte Impfung zurückgeführt. Seit dem Jahr 2010 erfolgt die Impfung auf freiwilliger Basis. Es ist nicht auszuschliessen, dass noch Fälle für das Jahr 2010 gemeldet werden. Sollten jetzt noch Fälle nachgewiesen werden, würden diese auf Grund der Inaktivität der Gnitzen im Winter dem Jahr 2010 zugerechnet.
BMELV
07.12.20102011 keine staatliche Impfkampagne gegen Blauzungenkrankheit in der Schweiz
In der Schweiz wird es im Jahr 2011 keine staatliche Impfkampagne gegen die Blauzungenkrankheit mehr geben, wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) mitteilte. Das BVET und die Kantonstierärzte haben diese Entscheidung gemeinsam getroffen. Auf Grund der massiven Impfkampagnen in der Schweiz und den benachbarten Ländern der EU, ist die Erkrankung in der Schweiz mittlerweile weitgehend getilgt. In diesem Jahr konnte in der Schweiz - wie auch in Deutschland - noch kein Fall nachgewiesen werden. Auf Grund der guten Seuchenlage sei für 2011 daher keine Impfkampagne mehr notwendig, auch wenn ein erneutes Aufflackern der Erkrankung nicht ausgeschlossen werden könne. Landwirte können ihre Tiere aber auch 2011 von ihrem Hoftierarzt impfen lassen. Sollten Tiere in den Export gehen, wird die Impfung empfohlen.
BVET
29.11.2010Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 in Spanien
Erstmals in diesem Jahr wurde das Virus der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8, der auch für den Seuchenzug in Deutschland verantwortlich war, in Spanien nachgewiesen. Dieser Virustyp wurde in Spanien zuletzt im Jahr 2009 festgestellt. Damals wurde ein Fall identifiziert. Im Jahr 2008 waren es 30 Fälle. Dagegen wurden die Serotypen 1 und 4 auch in diesem Jahr bereits Fälle nachgewiesen.
Promedmail
04.11.2010Blauzungenkrankheit scheint europaweit im Griff zu sein
Die Blauzungenkrankheit scheint auf dem Festland Europas weitgehend unter Kontrolle zu sein. Dies berichtet der "Farmers Guardian" unter Berufung auf die EU-Kommission. Demnach hätte es in diesem Jahr nur in Italien zwei Fälle der Erkrankung mit den Virus vom Typ 8 (BTV-8), dass auch für den Seuchenzug in Deutschland verantwortlich war, gegeben. Aus Deutschland wurde in diesem Jahr noch kein Fall gemeldet. Auch für andere Virustypen wurden nur wenig Fälle gemeldet. Da mit dem Beginn der kalten Jahreszeit auch die Aktivität der übertragenden Gnitzen abnimmt, dürften in diesem Jahr kaum noch neue Fälle zu erwarten sein.
Farmers Guardian
19.10.2010Blauzungenkrankheit nach 10 Jahren wieder in der Türkei
In der Türkei ist erstmals seit dem Jahr 2000 wieder die Blauzungenkrankheit nachgewiesen worden, wie das Internationale Tierseuchenamt (OIE) mitteilt. Die Krankheit trat bereits im Mai bei Schafen in der Provinz Antalya auf. Im Juni fiel ein erster Test positiv aus, der im Oktober vom zuständigen Referenzlabor der Türkei bestätigt wurde. Bei dem nachgewiesen Virus handelt es sich um ein Virus vom Typ 16 (BTV-16). Um eine weitere Ausbreitung des Erregers einzudämmen, wurden rund 1.000 Schafe gegen das Virus geimpft.
OIE
05.08.20102010: Bislang noch kein Fall der Blauzungenkrankheit in Deutschland aufgetreten
Im laufenden Jahr ist noch kein einziger Fall der Blauzungenkrankheit in Deutschland bei Wiederkäuern aufgetreten. Das gab das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Ostseeinsel Riems am Mittwoch vergangener Woche bekannt. Im Jahr 2009 wurden bereits nur noch 12 Neuinfektionen registriert, was einer Reduktion mit Einführung der flächendeckenden Impfpflicht Mitte Mai 2008 um 99% entspricht. Nun bleibe es abzuwarten, ob Deutschland trotz der seit Januar 2010 aufgehobenen Impfpflicht auch in Zukunft frei von BTV-8 bleiben wird und wann die seit 2006 bestehenden Restriktionszonen aufgehoben werden können.
FLI
12.02.2010Bauernverband rät zur Planung der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit
Der Deutsche Bauernverband (DBV) rät den Landwirten, sich für eine Impfung der Tierbestände gegen die Blauzungenkrankheit zu entscheiden und dies bereits jetzt zu planen. Da die Impfung allein in der Verantwortung der Landwirte liege, sollte man sich baldmöglichst mit seinem Tierarzt beraten. Auch sollte man sich nicht durch die wenigen Fälle im vergangenen Jahr blenden lassen. Der DBV nennt drei Hauptgründe, die Impfung auch in diesem Jahr auf freiwilliger Basis durchzuführen. Zunächst sei die Impfung die einzige wirksame Maßnahme zum Schutz der Tiere vor der Erkrankung. Zudem sei sie unbedingte Voraussetzung für den freien Handel und drittens werde es in diesem Jahr keine Entschädigung durch die Tierseuchenkassen mehr geben.
DBV
08.02.2010Hessen übernimmt Kosten für Blauzungen-Impfstoff
Hessen will, dass auch in diesem Jahr möglichst viele Landwirte ihre Tiere gegen die Blauzungenkrankheit impfen lassen. Um dies zu erreichen, werden die Kosten für den Impfstoff für Schafe und Ziegen im ersten Quartal 2010 von der Tierseuchenkasse übernommen. Hessens Landwirtschaftsministerin Silke Lautenschläger will damit einen Anreiz setzen, die für die Infektion mit dem Virus besonders empfänglichen Schafe und Ziegen auch in diesem Jahr zu impfen. Hintergrund für die Kostenübernahme ist, dass der Bundesrat beschlossen hatte, die Impfgung gegen die Erkrankung im Jahr 2010 nicht mehr verpflichtend sondern auf freiwilliger Basis fortzuführen.
HMUELV
01.02.2010Impfung gegen die Blauzungenkrankheit hat verschiedene Vorteile
Das Landvolk Niedersachsen empfiehlt allen Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltern ihr Tiere auch weiterhin gegen die Blauzungenkrankheit impfen zu lassen. "Da sich die Impfung als sehr effektiv erwiesen hat, wird den Haltern von Rindern, Schafen und Ziegen dringend empfohlen, ihre Tiere gegen das Blauzungenvirus zu schützen", betont Norbert Meyer, Vorsitzender im Landvolk-Ausschuss für Tierseuchen und Verwaltungsratsvorsitzender bei der Niedersächsischen Tierseuchenkasse. Gemeinsam mit dem Land Niedersachsen unterstütze die Tierseuchenkasse die Tierhalter finanziell bei der Impfung ihrer Tiere gegen die Blauzungenkrankheit. Jede erfolgte Impfung muss dafür aber innerhalb von sieben Tagen vom Tierarzt in der HIT-Datenbank dokumentiert sein. Niedersächsische Zuchtverbände weisen überdies darauf hin, dass geimpfte Tiere auch bessere Vermarktungschancen haben und die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit für den Export in BTV8-freie Länder zwingend erforderlich sei. Ein weiteres Argument für die Impfung sei, dass bei Auftreten der Krankheit in ungeimpften Beständen keine Entschädigung mehr gezahlt werde. Deshalb sollten Tierhalter ihre Rinder, Schafe und Ziegen rechtzeitig vor Beginn der Weideperiode impfen lassen.
Landvolk Niedersachsen
27.01.2010Blauzungenkrankheit noch lange nicht überwunden
Der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Prof. Thomas Mettenleiter, hat in der vergangenen Woche bei einer Podiumsdiskussion des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) auf der Grünen Woche die Entscheidung des Bundesrates, die Pflichtimpfung gegen die Blauzungenkrankheit abzuschaffen, erneut kritisiert. Während der Zeit der Pflichtimpfung seien nur noch sieben Neuinfektionen mit dem Virus festgestellt worden. Ohne die Impfung waren es im Jahr 2007 mehr als 23.000 Fälle. Ohne eine Durchimpfung, könne sich das Krankheitsgeschehen bereits 2012 wiederholen, warnte Mettenleitner. Bei einer Remontierungsrate von rund 30 Prozent sei es absehbar, dass in wenigen Jahren die Tierbestände dem Virus wieder ohne jeglichen Schutz ausgeliefert seien. Auch für den agrarpolitischen Sprecher der SPD im Bundestag, Wilhelm Priesmeier, ist die Entscheidung des Bundesrates nicht nachvollziehbar, da die wissenschaftliche Risikobewertung eindeutig sei. Die Tierärzteschaft hat bereits deutlich ihr Unverständnis zu dieser Entscheidung geäußert und appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Tierhalter, die Tiere trotzdem impfen zu lassen. Auch mehrere Bundesländer sehen die Notwendigkeit eines Fortbestehens der Impfung und beteiligen sich deshalb auch in diesem Jahr an den Impfkosten. Das berichtet Agrarheute.com unter Berufung auf AgE.
Agrarheute.com
bpt
FLI
18.01.2010Rheinland-Pfalz fördert weiterhin Impfung gegen Blauzungenkrankheit
Die Entscheidung des Bundesrats, die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit in diesem Jahr nur noch auf freiwilliger Basis durchführen zu lassen, wird von Margit Conrad, Ministerin für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz, weiterhin kritisiert. Ihrer Ansicht nach sei damit die Chance verspielt, die Erkrankung in absehbarer Zeit in Deutschland zu tilgen. Als Anreiz zur weiteren Durchführung der Impfung fördert Rheinland-Pfalz diese Maßnahme weiterhin, sofern der durchführende Tierarzt die Impfungen in der zentralen Datenbank für Tiere dokumentiert. In diesem Fall wird die Impfung je Schaf und Ziege mit 75 Cent und je Rind mit 2 Euro bezuschusst. Die Kosten teilen sich die Tierseuchenkasse und das Ministerium. Allerdings wird in diesem Jahr keine zentrale Impfstoffbestellung mehr erfolgen, da der Impfstoffbedarf auf Grund der Freiwilligkeit der Impfung nicht absehbar ist. Da aber mehrere Impfstoffe in Deutschland zugelassen sind, können die Impfstoffe durch den Tierarzt direkt beim Hersteller bezogen werden.
MUFV Rheinland-Pfalz
21.12.2009Thüringen fordert Landwirte zu Impfung gegen Blauzungenkrankheit auf
Nachdem der Bundesrat entschieden hat, dass die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ab 2010 auf freiwilliger Basis vorgenommen wird, fordert die thüringische Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert, die Landwirte dazu auf, die Impfung auch im Jahr 2010 fortzuführen. Würden die für die Erkrankung empfänglichen Tiere nicht mehr geimpft, würde dies auf Grund des Nachwuchses ungeimpfter Tiere zu einem erheblichen Anstieg von Neuerkrankungen führen. Dadurch könnten erhebliche wirtschaftliche Schäden sowie Leiden bei den Tiere entstehen. Thüringen hatte gegen die Aufhebung der verpflichtenden Impfung gestimmt.
Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit
Bundesrat: Impfung gegen Blauzungenkrankheit wird freiwillig
Der Bundesrat hat am Freitag beschlossen, dass die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit nicht mehr verpflichtend durchgeführt werden muss. Stattdessen wird die Entscheidung, ob geimpft wird oder nicht, in das Ermessen des Tierhalters gelegt. Begründet wird dies u. a. damit, dass durch die Pflichtimpfung in den Jahren 2008 und 2009 die Blauzungenkrankheit weitgehend zurückgedrängt wurde. Da mittlerweile auch zugelassene Impfstoffe zur Verfügung stehen würden, erlaube es die gegenwärtige Situation, die Impfung auf eine freiwillige Basis zu stellen. Die Bundestierärztekammer (BTK) zeigte sich entsetzt über diesen Beschluß. Die Entscheidung wurde gegen den wissenschaftlichen Sachverstand, die Empfehlungen der Landwirtschaftsorganisationen sowie gegen die einhellige Position der Tierärzte und des bundeseigenen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) getroffen. Nach Ansicht der BTK nimmt der Bundesrat damit vielfaches Tierleid in Kauf. Zudem wird darauf hingewiesen, dass in Zeiten der allgemeinen Wirtschaftskrise andere Branchen mit Steuergeldern gefördert werden und die Frage gestellt, ob die öffentliche Hand Tierschutz, Tiergesundheit und die Landwirtschaft nicht fördern will. Bei einer Pflichtimpfung tragen der Staat und die EU weitgehend die anfallenden Kosten. Bei einer freiwilligen Impfung müssend die Landwirte die meisten Kosten selbst tragen. Die Blauzungenkrankheit führe bei Schafen zu schmerzhaften Veränderungen u. a. am Maul und viele Schafe würden qualvoll verenden. Die BTK weist nochmals darauf hin, dass nur die Impfung die Erkrankung verhindern kann und fordert, dass die Pflichtimpfung weiter geführt wird.
BTK
Deutscher Bundesrat
15.12.2009Transplazentare Übertragung des Blauzungenvirus
Nachdem in Nordeuropa im Jahr 2006 die Blauzungenkrankheit mit einem Virus vom Serotyp 8 (BTV-8) aufgetreten war, stellte sich die Frage, wie das Virus den Winter in Europa überdauern konnte. Denn eigentlich sind die Gnitzen, die das Virus im Winter übertragen nicht aktiv. Als möglicher Weg war die Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kalb genannt worden. Britische Wissenschaftler sind diese Frage genauer nachgegangen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass diese transplazentare Übertragung möglich ist, wie sie in "Emerging Infectious Diseases" berichten. Dazu hatten die Wissenschaftler Kälber untersucht, die in der Gnitzen-freien Zeit zwischen Ende Dezember 2007 und Mitte März 2008 geboren worden waren. Von den Muttertieren war bekannt, dass sie mit BTV-8 infiziert waren. Bei 21 (33 Prozent) der insgesamt 61 untersuchten Kälber konnten Virusbestandteile im Blut nachgewiesen werden.
Emerging Infectious Diseases
02.12.2009Niedersachsen für Impfung gegen Blauzungenkrankheit im Jahr 2010
Eine Mehrheit der Bundesländer hat sich dafür ausgesprochen, die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit im Jahr 2010 von einer verpflichtenden auf eine freiwiliige Basis umzustellen. Wie das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung mitteilt, hat die Tierseuchenkasse Niedersachsen beschlossen, die Kosten für den Impfstoff auch im kommenden Jahr zu übernehmen. Minister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) empfiehlt den Landwirten auch vor dem Hintergrund der hohen Efektivität des Impfstoffes dringend, ihre Tiere auch im kommenden Jahr gegen die Erkrankung impfen zu lassen. Als einen Grund für die Umstellung auf die freiwillige Impfung führt das Ministerium die Situation in einigen Nachbarländern an. So haben die Niederlande die Impfung bereits im vergangenen Jahr auf eine freiwillige Basis umgestellt. Allein dadurch sei auch durch eine weiterhin verpflichtende Impfung in Deutschland die Eradikation des Erregers nicht zu erreichen.
ML Niedersachsen
25.11.2009Schweiz will Blauzungenimpfung mit Ausnahmen fortführen
Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) der Schweiz will die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit auch im Jahr 2010 obligatorisch fortführen. Gestern hat dazu die Anhörung begonnen, die bis zum 7. Dezember andauert. Um den erreichten Erfolg der Impfung - in diesem Jahr gab es noch keinen Fall der Ansteckung in der Schweiz - nicht zu gefährden, soll die Impfung auch 2010 als Pflichtimpfung fortgesetzt werden. Dafür hätten sich auch die Mehrzahl der landwirtschaftlichen Organisationen sowie die Tierärzteschaft ausgesprochen. Auf Grund der guten Seuchenlage sollen jedoch Ausnahmen ermöglicht werden. So sollen Landwirte beim zuständigen Veterinäramt gegen eine Gebühr eine Ausnahme beantragen können. Sie verzichten damit dann allerdings auch auf Entschädigungen im Krankheitsfall.
BVET
24.11.2009Kaum neue Fälle der Blauzungenkrankheit
Im zweiten Halbjahr diesen Jahres wurden bisher nur fünf neue Fälle der Blauzungenkrankheit in Deutschland nachgewiesen, wie das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) mitteilt. Im ersten Halbjahr waren es 137 Fälle, so dass die derzeitige Bilanz für 2009 bei bundesweit 142 Fällen liegt. Im Jahr 2008 wurden bundesweit dagegen mehr als 5.100 Fälle festgestellt. Damals lag der Schwerpunkt mit rund 3.500 Fällen in Niedersachsen. Im Jahr 2009 ist Schleswig-Holstein besonders betroffen. Dort wurden 98 der 142 Fälle nachgewiesen.
BMELV
12.11.2009Weiteres Virus der Blauzungenkrankheit in Israel
In Israel ist ein weiterer Serotyp des Virus der Blauzungenkrankheit nachgewiesen worden. Es handelt sich um den Serotyp 5. Bisher waren in Israel bereits die Serotypen 2, 4, 6, 10 und 16 nachgewiesen worden, wobei über die letzten Jahre der Serotyp 4 am häufigsten nachgewiesen wurde. Der Serotyp 5 wurde jetzt in einer Schafherde bei acht Tieren festgestellt. Sechs der Tiere sind an der Infektion verendet. In Israel wird nicht gegen die Erkrankung geimpft.
OIE
04.11.2009bpt entsetzt über Abschaffung der Impfpflicht gegen die Blauzungenkrankheit
Entgegen allen fachlichen Empfehlungen haben sich Ende vergangener Woche mehrheitlich zehn Bundesländer für die Abschaffung der flächendeckenden Pflichtimpfung gegen die Blauzungenerkrankung vom Serotyp 8 bei Wiederkäuern im Jahr 2010 ausgesprochen. Ein entsprechender Antrag wurde dem Bundesrat bereits vorgelegt. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) kritisierte diese Entscheidung auf das Schärfste. Der Präsident des bpt, Dr. Hans-Joachim Götz, sagte: "Die Seuche ist durch zwei Jahre flächendeckende Impfung keineswegs ausgerottet. Wird die Impfpflicht abgeschafft, ist zu erwarten, dass die Populationsimmunität deutlich unter die notwendigen 70 bis 80 Prozentsinkt und erneute Seuchenzüge mit den bekannten wirtschaftlichen Schäden und Tierschutz relevanten Leiden und Schmerzen zu erwarten sind. Mit der Entscheidung der Bundesländer wird dem Prinzip "Impfen statt Keulen" als Instrument der Tierseuchenbekämpfung, wie es auch in der EU-Tiergesundheitsstrategie vorgesehen ist, bei erst bester Möglichkeit ein Bärendienst erwiesen, und die Erfolge der beiden vergangenen Jahre werden zunichte gemacht." Das hätten die Beispiele aus Ländern, die die Impfung auf freiwilliger Basis durchgeführt haben, wie Frankreich, Großbritannien und die Niederlande im Jahr 2008 gezeigt. Die für den Schutz der empfänglichen Tierpopulation erforderliche Impfdichte wurde nicht erreicht. Die Abschaffung der Impfpflicht sei um so unverständlicher als damit gleichzeitig die geplante finanzielle Unterstützung der EU-Kommission für 2010 ins Wanken gerate, so Götz weiter. "Impfen auf Gutdünken ist kein strategisches Gesundheitskonzept, und ohne Konzept gibt es kein Geld."
bpt
02.11.2009Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ab 2010 freiwillig
Ab 2010 wird die generelle Impfpflicht für Rinder, Schafe und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit aufgehoben. Die Landwirte können dann selbst entscheiden, ob sie ihre Tiere gegen die Tierseuche impfen lassen oder nicht. Das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg empfiehlt den Tierhaltern jedoch dringend, an der Impfung festzuhalten. "Durch die verpflichtende Impfung in den vergangenen zwei Jahren ist es gelungen, die Anzahl der Ausbrüche der Blauzungenkrankheit bundesweit von rund 21.000 im Jahr 2007 auf acht Fälle im Jahr 2009 zu reduzieren", sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk, am vergangenen Freitag in Stuttgart. Im Jahr 2009 sei in Baden-Württemberg gar kein Fall der Blauzungenkrankheit aufgetreten. Auch dieser Umstand sei wesentlich auf die Impfung zurückzuführen. Im Gegensatz zur Mehrheit der Bundesländer habe sich Baden-Württemberg nicht für eine künftig freiwillige Impfung ausgesprochen, denn mit einer möglicherweise eintretenden Impfmüdigkeit werden die Fälle von Blauzungenkrankheit bei den Wiederkäuern wieder ansteigen, so Hauk.
MLR Baden-Württemberg