Schwankungen

Da jeder Herzschlag seinen eigenen Blutdruck generiert, ist der Blutdruck keine starre Größe. Schwankungen von 15-20 mmHg liegen im physiologischen Bereich.

Unter Umständen ist es sinnvoll, das erste Messergebnis zu ignorieren. Auszuwerten sind die 3-7 folgenden, übereinstimmenden Messungen. Ausgewertet wird der Durchschnitt aus allen Einzelmessungen (systolisch und diastolisch) jeweils eigenständig. Ist auch nur einer der beiden Werte erhöht, kann dies zu Schädigungen von Auge, Herz, Niere oder ZNS führen (Brown et al. 2007, Egner 2007 und 2006a).

Mindestens 5 Einzelmessungen werden empfohlen bei Schwankungen > 20 mmHg und wenn der Blutdruck über 160/100 mmHg liegt, auch wenn keine offensichtliche Schädigung der Endorgane vorliegt. Gegebenenfalls kann auch die Wiederholung der Messung am nächsten Tag oder vom Tierhalter zu Hause hilfreich sein. Auch bei hohen Blutdruckwerten und gleichzeitig hoher Herzfrequenz, sollte in jedem Fall eine längere Messreihe durchgeführt werden. Sind für diese Druckerhöhung Stress, Anstrengung oder der White Coat Effekt (Weiß-Kittel-Effekt) verantwortlich, sinken Pulsfrequenz und Blutdruck während der Messreihe wieder ab (Egner 2006b).