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Rosseinduktion während der Lutealphase (Diöstrus)

Etwa 14 Tage nach der Ovulation kommt es bei nichttragenden Stuten zur Rückbildung (Luteolyse) des sekretorisch aktiven Gelbkörpers, dessen Aufgabe die Produktion von Progesteron ist. Folglich wird kein weiteres Progesteron produziert. Bewirkt wird dieser Vorgang durch die Freisetzung von Prostaglandin F2α (PGF2α). Durch die Verabreichung von PGF2α oder seiner Analoga zwischen dem 6. bis zum 14. Tag der Gelbkörperphase kann daher eine Zyklusbeeinflussung durch Einleiten der Luteolyse durchgeführt werden (Aurich C. 2005). Dadurch wird der so genannte Diöstrus verkürzt (Kölle 2003). Zu anderen Zeiten des Zyklus ist diese Behandlung für eine Rosseinduktion jedoch wirkungslos (Aurich 2005). Die Dauer von der Verabreichung von PGF2α bis zum Rossebeginn ist jedoch stark vom Funktionszustand der Ovarien zum Zeitpunkt der Applikation abhängig (Aurich 2005). Je nachdem, welchen „Reifegrad“ der oder die Follikel haben, können Rossesymptome bereits innerhalb von 48 Stunden auftreten. Vor der Verabreichung von PGF2α muss also unbedingt der aktuelle Zustand (Status präsens) der Eierstöcke sowie die Existenz eines Gelbkörpers durch eine gynäkologische Untersuchung festgestellt werden. Nur so kann der Zeitpunkt für das Auftreten von Rossesymptomen sowie den Zeitpunkt der Ovulation abgeschätzt werden (Aurich 2005).
PGF2α kann beim Pferd u.U. zu erheblichen Nebenwirkungen wie Schwitzen, verstärkter Atmung bis hin zu Koliksymptomen führen. In der Regel sind die Nebenwirkungen von Prostaglandin-Analoga geringer.
Ein Grund für die Verabreichung von PGF2α kann die Belegung zu einem bestimmten Zeitpunkt (Turniereinsatz, Vermeidung der Rosse am Wochenende) oder die Rossesynchronisation von mehreren Stuten sein. Desweiteren kann PGF2α auch bei Stuten mit stiller Rosse (Anöstrus) oder zur Beseitigung eines persistierenden Gelbkörpers angewendet werden. Außerdem können so Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut therapiert werden (Aurich 2005).