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Herzinsuffizienz

Während unter einer Herzkrankheit das Vorliegen eines Befundes am Herzen (z.B. Herzgeräusch) verstanden wird, ist die Herzinsuffizienz

dagegen ein Syndrom (Lombard 2003).Unter einer Herzinsuffizienz wird das fortschreitendeUnvermögen des Herzens verstanden, das zur Versorgung des Körpersim Ruhezustand (Ruheinsuffizienz) oder unter Belastung (Belastungsinsuffizienz)erforderliche Blutvolumen zu fördern.Dadurch werden die peripheren Organe nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. 

Klinisch liegt eine Herzinsuffizienz dann vor, wenn typische, durch eine Flüssigkeitsretention im kleinen und großen Kreislauf oder Minderperfusion hervorgerufene Symptome auftreten (Abraham und Ungemach 2006). Schneider (2008) geht bei der Definition der Herzinsuffizienz noch weiter und setzt folgendes voraus:
 

  • Klinisches Syndrom

  • Zugrunde liegende funktionelle oder strukturelle Herzerkrankung

  • Gestörte Herzleistung im Hinblick auf
    - Auswurf
    - Füllung (diastolische Insuffizienz)

  • Besteht trotz Aktivierung der kardiovaskulären Gegenregulationsmechanismen

 

Bei einem gestörten oder geschwächten Blutsauswurf in den arteriellen Kreislauf wird von einem Vorwärtsversagen gesprochen. Ein so genanntesRückwärtsversagen mit Stauung und Ödemneigung  (Kongestionsinsuffizienz) liegt dann vor, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, den venösen Rückfluss aufzunehmen.

 

Ursachen

Der Herzinsuffizienzkönnen verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Nach Schneider (2008) sind das:

Systolische Funktionsstörungen
In diesem Falle ist die Kontraktilität gestört und die Ventrikelmuskulatur
ist nicht mehr in der Lage, das Schlagvolumen aufrecht zu erhalten. Typische Erkrankungen, die zu systolischenFunktionsstörungen führen, sind die dilatative Kardiomyopathie (DKM) sowie andere Myokarderkrankungenwie die infektiöse Myokarditis, Schäden durch toxische Substanzen, Mangelerkrankungen und Überbelastungs-Kardiomyopathie.

Diastolische Funktionsstörungen
Hier ist die Füllung der Ventrikel gestört. Das Blut staut sich in der jeweiligen Vorkammer. Ursachen können restriktive Perikarderkrankungenund ein Perikardergusssein. Aber auch eine hypertropheKardiomyopathie (HKM) bzw. restriktive Kardiomyopathie (RKM).

Drucküberlastung
Hierbei kommt es durch eine Erhöhung der Nachlastzu einer reduzierten Herzleistung und infolge von Kompensationsversuchen zu einer konzentrischen Hypertrophie.
Beispiele sind Pulmonal- und Subaortensystole , Lungenembolie
und Aortenthrombose sowie eine arterielle bzw. pulmonale Hypertension.

Volumenüberlastung 
Aufgrund von Klappeninsuffizienzen, Shunt
-Verbindungen, Thyreotoxikose, chronische Anämieoder Infusionstherapien kommt es zu einer erhöhten Volumenbelastung der Ventrikel (Vorlast), die durch eine exentrische Ventrikelhypertrophie kompensiert werden soll.

Die hämodynamischen Folgen und klinischen Symptome sind abhängig von der Art der Insuffizienz und der betroffenen Herzseite.

 

Man unterscheidet zwischen einer Links- und Rechtsherzinsuffizienz sowie einer Perfusionsinsuffizienz.