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Grundimmunisierung und Wiederholungsimpfungen

Der erste Antigenkontakt bzw. die erste Impfung führt vor allem zur Bildung von Antikörpern, dem so genannten Immunglobulin G (lgG) sowie nach zeitlicher Verzögerung auch zur Ausbildung erster langlebiger Gedächtniszellen. Diese können sich bei erneutem Antigenkontakt schnell zu leistungsfähigen Effektorzellen umwandeln und gegen das Antigen vorgehen. Die deutlich schnellere Sekundärantwort und der höhere IgG-Spiegel bilden zusammen eine belastbare Immunität (Moos 2006).

Die Ausbildung einer belastbaren spezifischen Immunität wird durch die so genannte Grundimmunisierung gegen eine bestimmte Infektionskrankheit bewirkt. Sie muss durch regelmäßige Auffrischimpfungen (Booster-Impfung) erhalten werden. Die Grundimmunisierung besteht je nach Infektionskrankheit aus einer zwei- bis dreimaligen Impfung im Abstand von jeweils etwa vier Wochen. Die StIKo-Vet empfiehlt in den Leitlinien zur Impfung von Kleintieren bei einigen Erkrankungen noch eine weitere Impfung nach einem Jahr (StIKo-Vet 2009).

Die zweite sowie jede weitere Impfung führt dabei zu einer Selektion derjenigen B-Lymphozyten, die Antikörper mit höherer Affinität bilden (Affinitätsreifung). Dies trägt zusammen mit dem schnelleren und höheren Antikörperanstieg zu einer gesteigerten Effektivität und damit zum wirksamen Schutz vor Infektionen bei. Die erste Booster-Impfung sollte etwa vier Wochen nach der Erstimpfung erfolgen.

Für einen weiter anhaltenden Schutz sind dann in regelmäßigen Intervallen Wiederholungs- oder Auffrischimpfungen erforderlich. Das notwendige Impfintervall richtet sich zum einen nach dem verwendeten Impfstoff und der jeweiligen Infektionskrankheit. Zum anderen müssen die epidemiologischen Gegebenheiten sowie die individuellen Risiken des Impflings durch Umwelt- und Haltungsbedingungen berücksichtigt werden (Suter und Hartmann 2006, VAFSTF, StlKo-Vet 2009).

In der Vergangenheit wurden fast alle Impfungen routinemäßig im Einjahresrhythmus aufgefrischt. Inzwischen stellen die modernen Impfstoffe der Firma Intervet bei mehreren Erkrankungen einen für drei Jahre anhaltenden Impfschutz sicher. Gegen einige Krankheiten, die auch auf den Menschen übertragen werden können, muss weiterhin jährlich geimpft werden. (Details siehe Kapitel Impfempfehlungen).

Nach Möglichkeit sollte die Grundimmunisierung bereits im Welpenalter erfolgen. Die meisten Impfungen können bereits in der 8. Lebenswoche erstmalig verabreicht werden. Je nachdem, ob die Grundimmunisierung aus zwei oder drei Impfungen besteht, ist sie dann entsprechend der Arzneimittelzulassung bereits nach 12 oder spätestens nach 16 Wochen abgeschlossen. Die Leitlinien zur Impfung von Kleintieren der StIKo-Vet empfehlen die Grundimmunisierung erst mit einer weiteren Impfung nach einem Jahr vollständig abzuschließen.

Achtung! Vergeht nach der Grundimmunisierung ein längerer als der empfohlene Zeitraum, muss anstelle der Auffrischimpfung eine neue Grundimmunisierung erfolgen, die dann ebenfalls in den empfohlenen regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden muss. Das notwendige Impfintervall ist zum einen vom jeweiligen Immunstatus des Tieres abhängig, richtet sich aber auch nach dem Infektionsdruck und dem Infektionsrisiko, dem das Tier ausgesetzt ist sowie den Herstellerangaben des verwendeten Impfstoffes. So ist zum Beispiel die Impfung gegen Leptospirose (Details siehe Kapitel Leptospirose) bei Hunden, die sich in einem Endemiegebiet aufhalten, häufiger als einmal jährlich zu wiederholen, während eine jährliche Auffrischimpfung bei Tieren mit wenig Kontakt zu Wasser und Nagetieren ausreichend ist.