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Bei der Tollwut handelt es sich um eine anzeigepflichtige Infektion mit dem Lyssa-Virus, einem einsträngigen, behüllten RNA-Virus aus der Familie der Rhabdoviren. Es handelt sich dabei um ein auf Nervenzellen spezialisiertes Virus, das vor allem direkt durch Biss mit Kontakt zu infiziertem Speichel übertragen wird (Lutz 2006). Es gibt jedoch auch Fallberichte über aerogene Übertragungen bei Menschen, Hunden oder Füchsen nach Aufenthalt in von infizierten Fledermäusen bewohnten Höhlen. Auch orale Infektionen sind möglich, kommen aber selten vor (Suter und Hartmann 2006). Nahezu alle warmblütigen Spezies sind empfänglich, so auch alle Haus- und Nutztiere sowie der Mensch. In Europa ist der Hauptüberträger und der wichtigste Reservoirwirt der Rotfuchs.

Auf Grund der Bedeutung der Tollwut als Anthropozoonose werden in Deutschland und anderen Ländern Europas bereits seit vielen Jahren Tollwutimpfköder ausgelegt, um einen Rückgang der Wild-Tollwut zu erreichen. Seit Juni 2008 gilt Deutschland als tollwutfrei. Beim Menschen treten jährlich etwa 55.000 Tollwutfälle auf, davon 2/3 in Indien (AGES 2009).

Das Virus vermehrt sich zunächst an der Eintrittsstelle und tritt nach einer unterschiedlich langen Zeit (Tage - Monate) in die neuromuskulären Endplatten über. Von dort breitet sich das Virus entlang der Axone in Richtung ZNS und von dort in die Speicheldrüsen aus. Die natürliche Inkubationszeit ist abhängig vom Alter der Katze, der Eintrittsstelle, der Infektionsdosis und vom Virusstamm (Lutz 2006). Sie wird jedoch mit 10-15 Tagen angegeben (Lutz 2006). Der sich anschließende klassische Tollwutverlauf geht mit unterschiedlich stark ausgeprägten Verhaltensänderungen, Bewegungsstörungen und weiteren neurologischen Symptomen einher. Weiterhin charakteristisch ist starkes Speicheln, das auf Schluckstörungen zurückzuführen ist (Suter und Hartmann 2006). Am Ende setzen meist Lähmungen ein, die Aggressivität der Tiere lässt nach. Mit dem Einsetzen der klinischen Symptome ist der Verlauf stets tödlich. Behandlungsmöglichkeiten existieren nicht, zudem sind sie auf Grund der damit einhergehenden Gefährdung für den Menschen verboten.

Auch wenn die Tollwut vor allem durch Hunde auf den Menschen übertragen wird, sollte jedem Katzenhalter das von einer ungeimpften Katze ausgehende eigene Risiko einer Infektion stets bewusst sein. Darüber hinaus sollte jedem liebenden Tierhalter klar sein, dass die Tötung einer nicht Tollwut geimpften Katze nach Kontakt mit einem tollwütigen Tier getötet wird (Tollwutverordnung). Als Impfstoff sind jedoch aus Sicherheitsgründen nur Totvakzine zugelassen. Nach der Grundimmunisierung müssen regelmäßig Auffrischimpfungen durchgeführt werden, die sich nach den Hersteller Angaben richten. Der Tollwutimpfstoff von Intervet muss alle drei Jahre bei Hund und Katze nachgeimpft werden.

Merke:

Die Tollwut ist eine stets tödlich endende, anzeigepflichtige Infektionskrankheit für Mensch und Tier. Daher sollten Freigängerkatzen unbedingt regelmäßig geimpft werden. Mit dem Impfstoff von Intervet ist eine Auffrischimpfung nur alle drei Jahre notwendig!