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Metaphylaxe

Ziel einer metaphylaktischen Behandlung ist es, noch gesunde Tiere, die aber zu erkranken drohen (es sind bereits Tiere im Bestand erkrankt, hohes Erkrankungsrisiko), vor einer Erkrankung zu schützen. Ist die Erkrankung in einem Bestand bereits ausgebrochen, werden entsprechend alle Tiere einer Herde/Bestand behandelt, also sowohl die kranken (therapeutisch) als auch die gesunden (metaphylaktisch). Eine metaphylaktische Behandlung kann auch dann erfolgen, wenn aufgrund von Managementmaßnahmen (Zukauf, Umstallung usw.) ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für die Tiere zu erwarten ist (Einstallungsprophylaxe).

Die metaphylaktische Behandlung zum Schutz vor Atemwegserkrankungen kann oral über das Futter oder unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts (parenteral) erfolgen.

Nachteile der oralen Verabreichung können sein:

• Ungleichmäßige Vermischung mit dem Futter
• Ungenaue Dosiermöglichkeit (Appetitlosigkeit, Verdrängen)
• u.U. geringe Akzeptanz aufgrund von Geschmacksabweichungen
• Gefahr der Unterdosierung
• Interaktion des Arzneimittels mit der Pansenfermentation

Bei der Behandlung des Einzeltieres durch eine Injektion ist zwar der Arbeitsaufwand höher. Das Arzneimittel kann aber exakt dosiert werden, wodurch seine optimale Wirksamkeit gewährleistet ist.

In Deutschland sind von der Firma Intervet zwei Bakterien abtötende (bakterizide) Präparate zur metaphylaktischen Behandlung von Atemwegsinfektionen beim Rind zugelassen.

Bislang konnten Studien die Befürchtungen, dass eine metaphylaktische Antibiotikagabe die Zahl bakteriellen Resistenzen erhöht und so die Behandlungsmöglichkeiten der Tiere bei späteren Infektionen verschlechtert, nicht bestätigen.