Neue Cefquinom-Langzeit-Formulierung



Seit kurzer Zeit steht eine Langzeit-Formulierung von Cefquinom als Injektionssuspension zur Verfügung. Sie ist in Deutschland zugelassen für die Behandlung von Atemwegserkrankungen beim Rind, hervorgerufen durch Mannheimia haemolytica, Pasteurella multocida und Histophilus somni. Trotz der Langzeitformulierung ist die Wartezeit auf essbare Gewebe kurz und wird mit 13 Tagen angegeben. Für die Anwendung bei laktierenden und trockenstehenden Kühen besteht keine Zulassung. Innerhalb der letzten 2 Monate vor dem Kalben darf diese Formulierung jedoch nicht bei Färsen angewendet werden, die zur Gewinnung von Milch für den menschlichen Verzehr verwendet werden sollen.

Die Applikation der Injektionssuspension erfolgt subkutan, wobei das Injektionsvolumen lediglich 1 ml (2,5 mg Cefquinom) pro 30 kg Körpergewicht beträgt. Die Anwendung erfolgt zweimal im Abstand von 48 Stunden. Bereits wenige Minuten nach Applikation werden im Plasma hohe Wirkspiegel gegen M. haemolytica und P. multocida erreicht. Im Lungengewebe werden ausreichend hohe Wirkspiegel gegen diese Erreger nach zweimaliger Anwendung über einen Zeitraum von mindestens 80 Stunden beobachtet. 

Bei parenteraler Verabreichung wird Cefquinom zum Großteil über die Nieren ausgeschieden. Lediglich 5 % des Wirkstoffs werden im Kot wieder gefunden. Der Wirkstoff wird im Körper des Rindes kaum metabolisiert

In verschiedenen Regionen Europas wurden in den letzten Jahren aus dem Respirationstrakt erkrankter Kälber eine Reihe unterschiedlicher Stämme von P. multocida, M. haemolytica und H. somni isoliert. Diese wurden im Hinblick auf ihr Resistenzverhalten gegenüber Cefquinom untersucht. Dabei konnte eine gute Wirksamkeit des Wirkstoffs gegen die genannten Erreger nachgewiesen werden. So zeigten in Studien, die in Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurden, alle 23 untersuchten Isolate von M. haemolytica eine 100 %ige Empfindlichkeit gegenüber Cefquinom. 

Ein weiterer Vorteil der neuen Cefquinom Formulierung ergibt sich dadurch, dass das Präparat auf Grund seiner Fließeigenschaften leicht zu injizieren ist. Diese Eigenschaften werden auch bei kalten Umgebungstemperaturen beibehalten.