Begriff
| Erläuterung
|
adäquat | angepasst, entsprechend |
adult | ausgewachsen, erwachsen |
akzessorisch | hinzutretend, zusätzlich |
Alveole | Lungenblässchen |
anaphylaktoid | Anaphylaxie ähnlich, mit anaphylaxieähnlichen Erscheinungen einhergehend |
Anatomie, anatomisch | Lehre über den strukturellen Aufbau eines Organismus und über die Zerlegung des Organismus in seine Bestandteile. |
Antibiose | Von Stoffwechselprodukten von Mikroorganismen ausgehende wachstumshemmende oder abtötende Wirkung auf andere Bakterien, Pilze oder auch zum Teil Pflanzen höherer Ordnung. Umgangssprachlich wird darunter die Behandlung mit Antibiotika verstanden. |
Antibiogramm | Verschiedene Testverfahren zur Bestimmung der Empfindlichkeit von Mikroorganismen gegenüber Chemotherapeutika. |
Antibiotikum | Sammelbegriff für bestimmte Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, Streptomyzeten oder Bakterien und deren (semi)synthetischer Derivate mit bakteriostatischer oder bakterizider Wirkung. |
Antikörper | Serumproteine, die aufgrund ihrer elektrophoretischen Eigenschaften zu den Gamma-Globulinen (Ig) gezählt werden. Häufig als Immunglobuline bezeichnet. Es gibt fünf Hauptarten: IgG, IgM, IgA, IgD, IgE und speziesspezifische Unterklassen (z.B. IgG1). Sie werden auf einen immunogenen Reiz hin gebildet und reagieren spezifisch mit dem Antigen, das ihre Bildung indiziert hat. |
Applikation | Verabreichung von Arzneimitteln. Dies kann u.a. oral intravenös, intramuskulär, subkutan, intramammär und intrauterin erfolgen. |
Ätiologie | Die Lehre von der Krankheitsursache. Der Begriff wird aber im weitesten Sinne auch für die Ursache selbst gebraucht. |
bakterizid | Bakterien tötend |
Bronchopneumonie | Akute oder chronische Entzündung des Epithels der Bronchien und Alveolen. Die Ursache sind meist Viren oder Bakterien, seltener handelt es sich um physikalische Einwirkungen. Die Bronchopneumonie entwickelt sich häufig im Anschluss an eine Bronchitis oder Bronchiolitis. Bei der Bronchopneumonie ist meist keine klare Begrenzung auf einzelne Lungenlappen gewährleistet. |
Bronchus | Luftleitender Weg in der Lunge, der aus der Aufzweigung der Trachea entspringt. Ein Bronchus ist ein Teil der Bronchien. |
BRSV | Bovine Respiratory Syncytial Virus |
BVD | Bovine Virusdiarrhoe |
Cefquionom | Neueres, nur in der Veterinärmedizin zugelassenes Cephalosporin-Derivat der 4. Generation zur Behandlung von Infektionen mit grampositiven sowie gramnegativen Keimen. Zeichnet sich durch eine erhöhte Beta-Lactamasestabilität aus. Für verschiedene Tierarten und Indikationen zugelassen. |
Cephalosporine | Antibiotika-Gruppe, gebildet von Cephalosporium acremonium. Das Wirkungsspektrum umfasst grampositive und gramnegative Bakterien sowie Treponemen. Wirkungsweise entspricht der von Beta-Lactam-Antibiotika. Diese hemmen die Transpeptidase im Mureinaufbau der Zellwand. |
Chemotherapeutikum | Einsatz von Chemotherapeutika zur spezifischen Hemmung von Infektionserregern und Tumorzellen im Organismus.
Der Sammelbegriff „Chemotherapeutika" steht für natürliche oder synthetische niedermolekulare Substanzen mit (weitgehend) selektiv schädigender Wirkung auf Krankheitserreger und Tumorzellen durch Blockade des Stoffwechsels. Zu dieser Gruppe gehören Antibiotika, Antimykotika, Antituberkulotika, Antiparasitika und Zytostatika. |
Chlamydien | Gram negative, nur intrazellulär lebende Bakterien. Sie kommen bei Säugern, Vögeln und Avertebraten vor. Sie haben eine besondere Affinität zu Epithelzellen. |
Coliseptikämie/Kolisepsis | Durch virulente E. coli-Stämme verursachte Allgemeinerkrankung, die i.d.R. bei Neugeborenen auftritt. Sie ist durch Einbruch der Bakterien in die Blutbahn gekennzeichnet. Die Erreger dringen entweder über den Nasen-Rachen-Raum oder über den Magen-Darm-Trakt in die Blutbahn ein. Der Krankheit verläuft meist akut oder perakut und verursacht große Verluste. |
Dermatitis digitalis (DD) | Mortellaro Krankheit Umschriebene epidermale Läsionen von wenigen Millimetern Durchmesser, häufig mit graugelbem faulig-süßlich riechendem Detritus überdeckt. Diese Entzündung tritt beim Rind vorwiegend an den Hinterbeinen in der Fesselbeuge am Übergang der Haut zum Ballenhorn auf. Durch Granulationsgewebe kann die Läsion rot und erdbeerartig wirken. Ihr Rand ist meist von einem weißlichen Epithelsaum umgeben. Die betroffenen Hautbezirke sind druckempfindlich, Lahmheiten können auftreten. An dem Geschehen sind verschiedene Mikroorganismen beteiligt. |
Disposition | Krankheitsbereitschaft;
Verfassung des Körpers, bei einer entsprechenden Exposition mit schädigenden oder krankmachenden Einflüssen durch Ausbildung einer Krankheit zu reagieren. Man unterscheidet zwischen ererbter, angeborener und erworbener Disposition. |
Enzootische Bronchopneumonie | Bestandsweise gehäuftes Auftreten von Bronchopneumonien vorwiegend bei Jungtieren. Es handelt sich um ein multifaktorielles Geschehen, an dem sowohl abiogene Faktoren sowie Viren (PI-3, Adeno, BRSV) und Bakterien (Mischinfektion) beteiligt sind. Histopathologisch findet sich eine katharrhalisch-eitrige oder fibrinöse Bronchpneumonie. Die Lungenspitzenlappen sind dabei am meisten betroffen. |
Ferkelruss | Beim Ferkel auftretende kontagiöse Dermatitis, die durch Staphylococcus hyicus verursacht wird. Sie geht mit vermehrtem Schwitzen, übermäßiger Talgsekretion, Exfoliation und Exsudation einher. Juckreiz fehlt. Es sind vor allem Ferkel bis zur 5. Lebenswoche betroffen. |
fibrinös | Bezeichnung für fibrinhaltige Ausschwitzungen oder Ausscheidungen, die gerinnen können. |
Formulierung | Darreichungsform einer Arznei |
gramnegativ | In der Gram-Färbung rot gefärbte Bakterien. |
grampositiv | In der Gram-Färbung blau gefärbte Bakterien. |
Gram-Färbung | Differenzierungsfärbung mit hohem taxonomischen Wert. Wichtigste Färbung der Routinediagnostik zur Unterscheidung von gramnegativen und grampositiven Bakterien. Die Färbung erfolgt mit Gentiana- oder Methylviolett und die Beizung mit Lugol’ Lösung. Dadurch entsteht in der Zelle ein Farbe-Iod-Komplex (Gramkomplex). Hierfür sind die Zellwandkomponenten wie Murein, Teichonsäure und Polysaccharide von Bedeutung. Während sich gramnegative Bakterien durch Alkohol wieder entfärben lassen, hält die Mureinschicht der grampositve Bakterien den Gramkomplex fest. Nur die entfärbten, gramnegativen Bakterien nehmen anschließend den roten Farbstoff der Gegenfärbung (Carbolfuchsin) an. |
Halbwertszeit (HWZ), biologische | Eliminationszeit Zeit, in der die Hälfte einer bestimmten Substanz aus biologischen Systemen unter der Annahme ausgeschieden wird, dass die Ausscheidung exponentiell mit der Zeit verläuft. |
In vitro | Außerhalb eines lebenden Organismus ablaufende biologische Vorgänge oder durchgeführte wissenschaftliche Experimente. |
Indikation | Grund für die Durchführung gezielter diagnostischer, therapeutischer und prophylaktischer Maßnahmen und Verfahren bei einer Erkrankung. |
Infektion | Eindringen, Haften und Vermehren eines infektiösen Agens in einen Wirtsorganismus unter Auslösung einer Reaktion. |
intramammär | In der Milchdrüse |
IRP-Technologie | Iron Restricted Protein (IRP) sind Eiweißprodukte, die unter Eisenmangel gebildet werden. Die IRP-Technologie ist ein innovatives, international patentiertes Verfahren, bei dem unter eisenrestriktiven Bedingungen der Keim angezüchtet und vermehrt wird. Die durch diesen Impfstamm erzeugte Immunität ist qualitativ vergleichbar mit dem Schutz, der nach einer überstandenen Infektion induziert wird. |
Kapillaren | Haargefäße Kleinste Blutgefäße mit einem Durchmesser von 7-8 μm, die den Stoffaustausch in den Geweben ermöglichen. |
Kombinationsvakzine | Impfstoffe, die aus den Antigenen verschiedener Erreger zusammengesetzt sind und nicht miteinander konkurrieren. |
laktierend | milchgebend |
Langzeitantibiotikum | Antibiotikum mit einer langanhaltenden Wirkung, hervorgerufen durch eine langsame Elimination. |
Leukotoxin | Stoffe, die eine schädigende Wirkung auf Leukozyten besitzen. |
Liquor | Cerebrospinalflüssigkeit, Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit, Cerebrospinalflüssigkeit
Wird vom Plexus chorioidei gebildet und füllt das Hohlraumsystem des Gehirns, den Zentralkanal des Rückenmarkes sowie die Subarachnoidalräume der Meningen aus. Dabei handelt es sich um eine klare, wässrige, eiweiß- und zellarme Flüssigkeit, die dem Stoffwechsel sowie dem mechanischen Schutz des Gehirns und des Rückenmarkes dient. |
Makrophage | Amöboid bewegliche mononukleäre Zelle des Monozyten-Makrophagen-Systems.
Sie sind zur Phago- und Pinozytose befähigt und gelten als wichtige regulatorische Zellen in der zellvermittelten Immunität. Auch im Entzündungsgeschehen und bei der Blutgerinnung übernehmen sie wichtige Funktionen. Abstammung von myeloischen Stammzellen (Monoblast). Sie zirkulieren 1-2 Tage als Monozyten im Blut bis sie als Makrophagen in die verschiedenen Gewebe einwandern. |
Mastitis | Entzündung der Milchdrüse |
metabolisch | Im Stoffwechsel entstanden; auf den Stoffwechsel beziehend. |
Metaphylaxe | Therapie, die auf Grund einer akuten Gefährdung der Gesundheit durchgeführt wird, ohne dass bei dem betroffenen Tier bereits klinische Symptome erkennbar sind. |
MMA | Metristis-Mastitis-Agalaktiae |
monovalent | Nur gegen einen spezifischen Serotyp gerichtet |
Mykoplasmen | Unbewegliche kokkoide Bakterien, die zur Familie der Mykoplasmataceae gehören, keine feste Zellwand besitzen und pathogen für Mensch und Tier sind. |
Panaritium | Phlegmone im Bereich des Hornsaums mit starker Tendenz zur Ausbreitung in die Tiefe. Als Erreger kommen alle pyogenen und putriden Keime in Betracht. Meistens handelt es sich um Mischinfektionen. Fusobacterium necrophorum kommt ätiologisch eine große Bedeutung zu. |
parenteral | Zufuhr von Arzneimitteln oder Nährlösungen unter Umgehung des Verdauungstraktes. |
Pathogenese | Entstehung und Entwicklung einer Krankheit. |
Pathogenität | Fähigkeit äußerer oder innerer Einflüsse, eine Krankheit zu verursachen oder Krankheitsprozesse auszulösen. Gesamtheit der krankmachenden Potenzen eines Erregers. Sie stellt für eine Erregerart ein qualitatives Merkmal dar. |
Pathomechanismus | Krankmachender Mechanismus |
Penicillinase | Zur Gruppe der Beta-Lactamasen gehörende Enzyme, die durch hydrolytische Spaltung des ß-Lactamringes der Penicilline oder der Cephalosporine die antimikrobielle Wirkung verhindern. |
Phagozytose | Mit amöboider Bewegung einhergehende Aufnahme fester Partikel in das Zellinnere von Phagozyten (Monozyten/Makrophagen, Granulozyten) mit anschließendem intrazelllulärem Abbau. Unverdauliche Substanzen können im Zytoplasma der Phagozyten gespeichert bzw. auf dem Weg der Exozytose wieder ausgeschleust werden. |
Physiologie, physiologisch | Lehre bzw. Wissenschaft von den normalen Lebensvorgängen, insbesondere von den physikalischen Funktionen des Organismus. |
Plasmaproteine | Bluteiweißstoffe |
Pleura | Brustfell (Tunica serosa). Es wird eine Pars visceralis (Lungenfell) und eine P. parietalis (Rippenfell) unterschieden. |
Polyarthiritis | Entzündung mehrerer Gelenke |
Polysaccharid-Kapsel | Polysaccharid-Kapseln kommen auf der Zelloberfläche einer Vielzahl bakterieller Spezies vor. Als äußerste Zellschicht eines Mikroorganismus initiieren sie zahlreiche biologische Prozesse innerhalb der Mikroorganismus-Wirts-Beziehung und können den Verlauf einer Infektion maßgeblich beeinflussen. |
Prävalenz | Häufigkeit, mit dem eine bestimmte Krankheit (oder ein bestimmtes Merkmal) in einer bestimmten Bevölkerung (Population) zu einem definierten Zeitpunkt vorkommt. |
Prophylaxe, prophylaktisch | Vorbeuge, Vorbeugung ; vorbeugend |
Resistenz | Unempfindlichkeit
Bezogen auf Mikroorganismen, bedeutet R. die Eigenschaft gegen eine am Infektionsort erreichbare Konzentration der Chemotherapeutika unempfindlich zu sein und ungestört ihren Stoffwechsel fortzusetzen. Eine Resistenz kann primär oder sekundär (erworben) sein. |
Resistogramm | Umfangreicheres Antibiogramm. Außer der Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika wird auch die Empfindlichkeit gegenüber synthetisch hergestellten Chemotherapeutika überprüft. |
Respirationstrakt | Atmungssystem |
Sekretolytikum | Mittel, das die vermehrte Bildung eines serösen Bronchialsekret zur Verringerung der Viskosität zum erleichterten Abhusten induziert. |
Sepsis | Blutvergiftung;
Schwere Allgemeinerkrankung durch konstante oder periodische Anwesenheit von Mikroorganismen (Bakterien, Toxine, Viren) im Blut. Häufig ausgehend von einem Sepsis-Herd. Unbehandelt führt sie in der Regel zum Exitus.
Mögliche Symptome: Fieber, Tachykardie, Leukozytose mit Linksverschiebung, erhöhte Blutsenkungsreaktion und Gerinnungsstörungen.
Pathologisch-anatomische Anzeichen: Gewebeblutungen, Schwellung von Milz, Lymphknoten, Leber, Niere und Herz. |
Serovar | Taxonomische Stellung unterhalb der Spezies, die Unterschiede berücksichtigt, die mittels immunologischer Methoden erfasst werden können,. |
ß-Lactamase | Enzyme, die bei fast allen Bakterien oder Pilzen gefunden werden und die Wirkung der ß-Laktam-Antibiotika inaktivieren können. |
subklinisch | Mit klinischen Untersuchungsmethoden nicht erfassbare Erkrankungen. |
subkutan | unter der Haut befindlich; unter die Haut verabreicht |
Synovia | Dialysat des Blutes, das aufgrund seines Mucingehaltes eine schleimige, visköse Flüssigkeit mit ausgeprägter Gleit- und Schmierfähigkeit für Gelenkknorpelflächen und Sehnen darstellt. |
Trockenstehperiode | Zeitraum, in der sich die Milchdrüse nicht in Laktation befindet. Dieser dauert beim Rind i.d.R. 40-60 Tage. |
Trockenstellen | Maßnahme zur Unterbrechung der Laktation vor der Geburt.
... unter antibiotischem Schutz beinhaltet die intrazisternale Verabreichung eines Antibiotikums mit Langzeitwirkung am Tage des Trockenstellens zur Behandlung subklinischer Infektionen und/oder zur Vorbeuge gegen Neuinfektionen. |
Tropismus | Spezies- oder Organspezifität eines Erregers und die damit zusammenhängenden Mechanismen einer Infektion - somit die Fähigkeit eines Virus, in ein bestimmtes Gewebe einzudringen und sich dort zu vermehren. |
Vakzine | Impfstoff zur Erzeugung einer aktiven Immunität. Unterscheidung in Tod- und Lebendvakzine
Sie werden hergestellt aus lebenden, attenuierten (d. h. in ihrer Virulenz abgeschwächten) bzw. inaktivierten Krankheitserregern oder aus inaktivierten (entgifteten) Toxinen oder aus Teilstücken der Oberflächenstruktur von Erregern. |
Virulenzfaktor | Krankheitsauslösender Faktor eines bestimmten Mikroorganismus einer pathogenen Spezies. |
Waldeyerscher Rachenring | Gesamtheit der im Rachengebiet vorhandenen Tonsillen (lymphatischer Rachenring). |