Prophylaxemaßnahmen
In der Vergangenheit wurden sowohl kommerzielle als auch stallspezifische Impfstoffe mit wechselndem Erfolg in landwirtschaftlichen Betrieben zur Bekämpfung der Pasteurelleninfektion eingesetzt. Insbesondere kam es nach der Anwendung bei manchen Impflingen zu anaphylaktoiden Reaktionen. Inzwischen sind mehrere gut wirksame sowohl monovalente Impfstoffe als auch ein Kombinationsimpfstoff im Handel verfügbar. Ihre Antigenstrukturen sind jedoch je nach Impfstoff und Hersteller sehr unterschiedlich (Kapselantigen und/oder Leukotoxin).
Der Kombinationsimpfstoff ist sowohl gegen virale Infektionen (BRSV, PI3) als auch gegen Mannheimia haemolytica wirksam. Hierbei werden durch spezielle Anzuchtbedingungen der Mannheimia-Impfsstämme Antikörper gegen bestimmte Oberflächenproteine der Bakterien gebildet (IRP-Technologie). Diese Antikörper verhindern bei einer Infektion mit Mannheimia haemolytica die Vermehrung der Bakterien und damit auch die Leukotoxinbildung. Durch die Anwendung der Vakzine wird ein serovarübergreifender Schutz gegen Mannheimia haemolytica Serotyp A1 und A6 entwickelt.
Wegen der frühen Besiedlung der Schleimhäute mit Pasteurellen ist eine wirksame Vakzination an die frühzeitige Anwendung bei jungen Kälbern gebunden. Der Kombinationsimpfstoff ist für die Frühimpfung ab der 2. Lebenswoche zugelassen, wobei eine Zweitimpfung nach vier Wochen erfolgen soll.