Bisherige Möglichkeiten der Therapie
Behandlungskonzept für bereits erkrankte Tiere
Beim Auftreten infektiöser Atemwegserkrankungen ist immer wegen hinzutretender bakterieller Infektionen der Einsatz eines Antibiotikums angebracht. Gegen die virale Infektion gibt es in der Rindermedizin bisher keine spezifischen Behandlungsmöglichkeiten.
Abhängig vom eingesetzten Medikament müssen die ausreichende Dosierung und die Anwendungsdauer berücksichtigt werden. Vorzugsweise sollten aus Verbraucherschutzgründen Präparate eingesetzt werden, die subkutan verabreicht werden können oder oral anwendbar sind.
Antibiotika
Wird ein Antibiotikum per Injektion verabreicht, sollte die Anwendungsdauer zunächst 3 Tage betragen. Sind deutlich positive Behandlungseffekte sichtbar, wird die Anwendung auf 5 Tage ausgedehnt. Bei unzureichendem Behandlungserfolg wird nach 3 Tagen mit einem neuen Präparat nach gleichem Behandlungsschema begonnen. Zur oralen Anwendung vorgesehene Präparate werden für 7 -10 Tage mit der Milch oder pelletiert eingesetzt. Der Einsatz eines Antibiotikums sollte laut Resistogramm erfolgen. Es sind außerdem Langzeitantibiotika erhältlich, die teilweise einen besonders hohen Wirkspiegel im Lungengewebe entfalten. Gleichzeitig besitzen sie auch eine verlängerte Wirkdauer. Dadurch ist eine Nachdosierung erst nach mehreren Tagen und/oder es sind nur 1-2 Injektionen erfordern.
Zusätzlich zur Behandlung sollten zum Zwecke der Unterbrechung der Infektketten adäquate Desinfektionsmaßnahmen erfolgen.
Sekretolytika
Bei Sekretolytika handelt es sich um Wirkungsstoffe, die eine vermehrte Bildung eines dünnflüssigen Sekretes in den Atemwegen auslösen und somit das Abhusten von ursprünglich zähem Schleim ermöglichen. Sie können gut mit einem Antibiotikum kombiniert werden, da sie den Zugang des Antibiotikums zu den bakteriellen Erregern auf der Schleimhaut erleichtern.
Nichtsteroidale Antiphlogistica, NSAID
Für die Anwendung beim Kalb sind mehrere Präparate verfügbar, die entzündungshemmend, fiebersenkend und schmerzlindernd wirken. Sie können in Kombination mit Antibiotikapräparaten eingesetzt werden, da sie vorwiegend die Symptome, weniger die Ursachen bekämpfen. So führen sie insbesondere zu einem verbesserten Allgemeinbefinden des erkrankten Tieres.