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Diagnostik

Entscheidend für die Prognose einer Otitis externa ist eine exakte Diagnosestellung und die Aufarbeitung und Behandlung der zu Grunde liegenden Primärerkrankung (August 1986; Angus 2004; Rosser 2004; Lehner 2009).
Folgende Schritte sind bei der klinischen Untersuchung der O. e. nach Noli und Scarampella (2005) zu beachten:

  1. Erheben einer ausführlichen Anamnese

  2. Beurteilung des Allgemeinverhaltens des Tieres

  3. Beurteilung der Effloreszenzen an der Ohrmuschel und anderen Körperstellen

  4. Beurteilung von Art und Menge des Zerumens/Exudats

  5. Palpation des Gehörgangs

  6. Otoskopische Untersuchung

  7. Probenentnahme für zytologische und bakteriologische Untersuchung


Besteht der Verdacht auf eine einseitige Otitis, sollte zuerst das vermeintlich gesunde Ohr untersucht werden. Zum einen kann so eine Verschleppung von Keimen reduziert werden, zum anderen sind die Tiere nach einer eventuell schmerzhaften Untersuchung meistens weniger kooperativ. In jedem Fall sollten beide Ohren untersucht werden. Bei Effloreszenzen, Krusten oder Schuppen an der Ohrmuschel ist es sinnvoll, die Haut am ganzen Körper genauer zu untersuchen (Hirsch 2007).
Das Epithel des äußeren Gehörganges stellt sich bei einem gesunden Ohr bei der Otoskopie blassrosa dar. Das Trommelfell stellt sich als dünne, glänzende Membran dar. Neben der Schleimhaut ist auch das Zerumen / Exsudat qualitativ wie quantitativ zu beurteilen.

image: Otoskopie

Zytologie
Zytologische sowie mikrobiologisch zu untersuchende Proben sollten stets vor dem Beginn einer Behandlung aus beiden Ohren entnommen werden. Für die Zytologie sollten direkt nach der Entnahme Ausstriche (Ausrollen des Tupfers auf dem Objektträger) angefertigt werden. Diese können luftgetrocknet verschickt oder in der Praxis direkt fixiert (bei Proben mit hohem Fettgehalt mit 100%-igem Azeton, ansonsten mit Hitze), gefärbt und mikroskopisch gleich in der Praxis untersucht werden.
Die mikroskopische Untersuchung einer Probe bei akuter O. e. zeigt ein Entzündungsgeschehen, charakterisiert durch neutrophile und basophile sowie je nach Erkrankung durch eosinophile Granulozyten, Keratinozyten oder akantholytische Zellen (Pemphigus foliaceus). Bei chronischen Entzündungen finden sich vor allem auch Lymphozyten und Plasmazellen (Osthold und Wagner 2008). Außerdem können häufig auch verschiedene Bakterien und Hefen gefunden werden. Phagozytierte Bakterien sind ein Zeichen für ein akutes Infektionsgeschehen.
In Hinblick auf die aufrechterhaltende mikrobielle Situation lassen sich vier Faktoren ermitteln (Osthold und Wagner 2008):

  1. O. e. ohne Keimbesiedlung

  2. O. e. mit bakterieller Beteiligung

  3. O. e. mit Hefenbeteiligung

  4. O. e. mit Beteiligung von Bakterien und Hefen