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Fokusthema "Porcine Circoviren"

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Das weltweit in fast allen Betrieben verbreitete porcine Circovirus vom Typ 2 (PCV2) verursacht zum Teil hohe ökonomische Verluste, da es an verschiedenen Krankheitsbildern beim Schwein beteiligt ist. Alleine in der EU werden die durch PCV2 verursachten direkten und indirekten Kosten mit rund 600 Millionen Euro pro Jahr angegeben (Stein 2007), wobei Kümmern, schlechte Futterverwertung, höhere Futterkosten und erhöhte Mortalitätsraten die entscheidenden Einflussfaktoren darstellen. Für das Einzeltier werden je nach Herdeninzidenz der PCV2-Infektion die Mindereinnahmen pro Schwein auf 2,3-16 Euro geschätzt.

Die mit PCV2 in Verbindung stehenden Krankheitsbilder werden unter den englischen Begriffen Porcine Circo Virus Disease (Porcine Circoviren Krankheiten) oder Porcine Circovirus associated Diseases – PCVAD (mit PCV2 zusammenhängende Erkrankungen) zusammengefasst. Sie werden in diesem Fokusthema fortan als PCVD/PCVAD bezeichnet. Zu dem Komplex der PCVD/PCVAD gehören u.a. das Postweaning Multisystemic Wasting Syndrome (PMWS) und das gerade in jüngster Zeit vermehrt in Deutschland und den Ländern der EU auftretende Porcine Dermatitis Nephropathie Syndrome (PDNS).

Neben akuten Erkrankungen mit deutlich erkennbaren Symptomen kommen besonders auch chronische Erkrankungen vor, die unbemerkt verlaufen können. Häufig verursachen sie durch Verluste von etwa 3-4 % in der Mast oder durch geringfügige, aber kontinuierlich schlechtere Tageszunahmen große wirtschaftliche Schäden.


Bei all diesen Krankheitsbildern handelt es sich um so genannte Faktorenkrankheiten, d.h. außer einer Infektion mit dem PCV2 kommen noch andere Faktoren hinzu, um eines der genannten Krankheitsbilder auszulösen. In einer Gleichung könnte dies wie folgt dargestellt werden:

PCV2 + FaktorX = Krankheit

Solche Faktoren können zum einen Koinfektionen mit anderen Erregern sein wie z.B. dem Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome Virus (PRRSV), dem Porcinen Parvovirus (PPV) und Mycoplasma hyopneumoniae. Zum anderen sind in diesem Zusammenhang auch alle anderen Faktoren zu nennen, die den Stress für die Tiere erhöhen und/oder das Immunsystem der Tiere beanspruchen wie zu hohe Belegungsdichte, mangelnde Hygiene, Zurückstallen und Mischen von Tiergruppen.

Die Ausprägung der PCVD/PCVAD scheint dabei sowohl von einer Mindestmenge an PCV2 abhängig zu sein, als auch von der Intensität und der Menge der X-Faktoren.