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Herzerkrankungen allgemein

Erkrankungen des Herzen sind ein häufiges Problem in der Kleintierpraxis. Häufig bestehen diese zunächst symptomlos und können nur mit entsprechenden Kenntnissen über die Ursachen und die pathophysiologischen Abläufe erkannt werden.

 

Grundsätzlich wird zwischen Herzkrankheit und Herzinsuffizienz unterschieden. Als Herzkrankheit wird das Vorliegen eines Befundes am Herzen (z.B. Herzgeräusch) bezeichnet. Die Herzinsuffizienz dagegen ist ein Syndrom (Lombard 2003), dem ätiologisch eine Herzkrankheit zugrunde liegt.

Bei den Herzkrankheiten kann zwischen angeboren oder erworben unterschieden werden.

Angeborene Herzerkrankungen
Angeborene Herzerkrankungen sind toxisch-infektiöser oder erblicher Genese. Angeborene Missbildungen treten mit einer zunehmenden Häufigkeit auf. Bei einigen Rassen (z. B. Boxer, Cavalier King Charles Spaniel) ist ein kardiologisches Screening vor dem Zuchteinsatz bereits zur Routine geworden. Eine besonders große Bedeutung hat daher die Untersuchung zum Zeitpunkt der ersten Impfung in der Tierarztpraxis. Sie ist die erste Gelegenheit, einen solchen angeborenen Defekt zu erkennen. Jedes Herzgeräusch sollte, über die Auskultation

hinausgehend, weiterführend diagnostisch abgeklärt werden. Gerade bei den angeborenen Herzfehlern sollte in prognostisch günstigen Fällen rasch eine Therapie eingeleitet werden. Anderenfalls kann es durch den Bewegungsdrang der jungen Tiere leicht zu plötzlichen Todesfällen kommen (Tobias 2003).

Erworbene Herzerkrankungen
Bei erworbenen Herzerkrankungen kommen, neben der unbekannten Genese, metabolische , neoplastische , toxische, infektiöse oder genetisch bedingte Ursachen in Frage.
Die erworbenen Herzerkrankungen nehmen beim Hund mit 85% den Hauptanteil der Kardiomyopathien

ein (Kersten und Morisse 2001). Davon stellen die AV-Klappeninsuffizienz infolge Klappenendokardiose (33%)

und die dilatative Kardiomyopathie (0,5-1%) die am häufigsten vorkommenden Formen dar. Für die AV-Klappeninsuffizienz besteht eine Prädispositionbei kleineren, älteren Hunden, für die dilatative Kardiomyopathie sind jüngere, größere Hunde prädisponiert (Sent et al. 2000). Das Risiko eine Erkrankung des Herzens zu bekommen steigt mit höherem Alter und Übergewicht.