Anmelden (Login) Registrierung

Notfall - akute Stauungsinsuffizienz...

...bei Hund und Katze


Folgende Faktoren können dazu führen, dass eine kompensierte Herzinsuffizienz in eine dekompensierte Herzinsuffizienz übergeht:

 

  • fehlende bzw. unzureichende Mitarbeit des Besitzers (häufig ein finanzielles Problem)
  • extrakardiale Erkrankungen (z.B. Hyperthyreose, Cushing, Bronchitis)
  • progredientverlaufende Herzinsuffizienz
  • Narkose, Aufregung, Hitze, Adipositas

 

Bereits eine dieser Situationen kann bei einem bisher kompensierten Herzfehler zu einer plötzlichen und schnell fortschreitenden Abnahme des Herz-Minutenvolumens und damit zu einer Abnahme der Gewebeperfusion führen. Eine akute Herzinsuffizienz entsteht durch das Auftreten einer myokardialen Hypoxie , einer systemischen venösen Stauung und eines akuten Lungenödems (Skrodzki 2003).

Eine akute Stauungsinsuffizienz äußert sich in Symptomen wie Schwäche, Apathie , Synkopen , Dyspnoe , Tachypnoe , Aszites und beim Hund mit Husten. Bei der Auskultation sind Herzgeräusche, Arrhythmie , abnorme Frequenz, gedämpfte Herztöne sowie Atemgeräusche festzustellen. Bei der Katze ist häufig ein Galopprhythmus während der Auskultation hörbar (Bohn 1989).

Während der weiteren klinischen Untersuchung können folgende Symptome festgestellt werden: Hepato - und Splenomegalie , Aszites (Undulationsprobe positiv), gestaute und pulsierende Vena jugularis (rechts), hypo- bzw. hyperkinetische Arteria femoralis und blasse bis zyanotische Schleimhäute (Skrodzki 2003).

 

Details zum kardialen Lungenödem finden Sie hier

 

Grundsätze der Therapie bei akuter Herzinsuffizienz

Erstes und wichtigstes Ziel bei der Therapie einer akuten Herzinsuffizienz ist die Normalisierung des erhöhten hydrostatischen Drucks (Lungenödem) und damit die Senkung des Venendrucks und die Erhöhung des Herz-Minutenvolumens .

 

Der Besitzer sollte darüber aufgeklärt werden, dass akute Stauungsinsuffizienzen jederzeit, besonders bei Rezidiven , letal enden können. Wenn sich der Patient nach 30-40 Minuten deutlich erholt, ist die Prognose günstig (Skrodzki 2003).

Bei Aszites, Hydrothorax oder Perikarderguss kann eine Abdomen-, Thorax- bzw. Perikardpunktion notwendig sein, da eine medikamentelle Therapie nicht ausreicht. Allerdings ist die Rezidivgefahr in einem solch fortgeschrittenen Stadium hoch (Kersten und Morisse 2001).

  • Abdomenpunktion: Am liegenden Hund in der Medianlinie kaudal des Nabels mit Trokar unter Kreislaufkontrolle (vorher Blasenentleerung!).
  • Pleurapunktion : Am stehenden Hund rechts oder links im 6.-7. Interkostalraum dicht unterhalb der Rippen-Rippenknorpelgrenze mit weitlumiger, kurz angeschliffener Punktionskanüle. Luftaspiration in den Thorax vermeiden! (s.u.)
  • Perikardiozentese: Am stehenden Hund rechts im 4. Interkostalraum unterhalb der Rippen-Rippenknorpelgrenze mit aufgesetzter Spritze (50 ml, Kanüle s. o.) mit Dreiwegehahn oder abklemmbarem Schlauch und angezogenem Spritzenstempel.