Tierarzt

Für die Prävalenzerhebung wurden von der amtlichen Überwachung der Bundesländer bei insgesamt 563 ausgewählten Herden anhand intensiver Untersuchung von Kot- und Staubproben aus jeder Herde flächendeckend und repräsentativ Daten erhoben. Außerdem wurden Salmonellenfunde in der Tierumgebung in die Bewertung einbezogen. Positive Befunde wurden im nationalen Referenzlabor für Salmonellen des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) experimentell bestätigt. Sie zeigen, dass bei Legehennen der beim Menschen häufigste Salmonellentyp S. enteritidis vorherrscht, während die ebenfalls humanpathogene S. typhimurium-Variante nur in zwei Prozent der Herden nachgewiesen wurde.

Nach ersten Auswertungen scheint ein Zusammenhang zwischen Salmonellenbelastung, Betriebsgröße und Haltungsform zu bestehen: Größere Betriebe mit mehr als 3000 Legehennen und Tiere in Käfighaltung waren häufiger betroffen als kleinere Betriebe und als solche mit Boden-, Volieren- oder Freilandhaltung. Betriebe mit weniger als 1000 Tieren wurden nicht untersucht (BfR 2006b).

Differentialdiagnose

nfektionen mit

• S. pullorum /gallinarum
• E. Coli
• Klebsiella/Enterobacter
• Pasteurellen
• Kokzidien
• Mycoplasma synoviae
• Adenoviren
• Listerien
• Yersinien

Infektionsversuche

Infektionsversuche mit Eintagsküken von geimpften und nicht geimpften Hennen ergaben einen deutlichen Schutz der Küken durch maternale Antikörper.

Während bei allen (100 %) Küken nicht mit Nobilis Salenvac geimpfter Hennen nach Kontakt mit inoculärer infizierten Tieren Salmonellen nachweisbar waren (21. Tag), reduzierte sich dieser Prozentsatz bei Küken von Hennen auf 22 %, die mit 57 Wochen geimpft worden waren. Außerdem zeigten die geimpften Tiere signifikant seltener klinische Symptome, während nahezu alle Kontrolltiere klinische Symptome aufwiesen.

Kaufmann White Schema

Dabei werden alle Salmonellen mit ähnlichen somatischen Antigenen (O-Antigenen) in Gruppen zusammen gefasst. Die anschließende Einteilung in Serovare erfolgt anhand der Geißel-Antigene (H-Antigene).

Pathogenität

Die Pathogenität beruht auf der Bildung von Endo- und Enterotoxinen sowie auf der Bildung eines vaskulären Permeabilitätsfaktor (Leyk und Piontkowski 2006).

Pathologie

ExsikkoseEnteritisnekrotische Läsionen in der Darmschleimhaut, käseartige Pfröpfe in den Blinddärmen, Schwellungen von Nieren, Milz und Leber mit feinen herdförmigen Nekrosen, fibrinös – purulentePerihepatitisOmphalitisPerikarditis und Polyarthritis (Methner 2005). Bei infizierten adulten Hennen sind außerdem noch Eierstocksentzündungen mit degenerierten, gestielten und schlaffen Follikeln typisch. Bei Hähnen sind Hodenentzündungen zu beobachten.

Histologie

Interstitielle Entzündung mit nekrotischen Herden in Milz, Leber und Herz. Bildung von Granulomen mit heterophilen und plasmazellulären Infiltrationen. (Methner 2005)

Salmonellen-Familie

Salmonellen gehören zur Familie der gramnegativenEnterobacteriaceae. Es sind begeißelte 0,5 x 1-3 µm große Stäbchen. Sie lassen sich in festen und flüssigen Selektivmedien anzüchten und wachsen auf festen Nährmedien in S- oder R-Form. Die einzelnen Serovare werden serologisch durch den Nachweis von Gruppen-, O- und H-Antigenen unterschieden. Die O-Antigene sind Bestandteil der Lipopolysaccharide (LPS) der Zellwand und die H-Antigene sind Proteinbausteine der Geißeln (Flagellen), mit denen sich die Salmonellen fortbewegen können. Zusätzlich verfügen einige Arten über ein Kapselantigen (= K-Antigen).

  • O-Antigen (= somatisches Antigen), lokalisiert in der äußeren Membran, Lipopolysaccharide, thermostabil, Formaldehydunbeständig. Auch sog. Oberflächen-Antigene
  • H-Antigen (= Geißelantigen), thermolabil, formaldehydbeständig.
  • K-Antigen (= Kapselantigen), besteht aus drei Fraktionen mit unterschiedlicher Wärmeempfindlichkeit und wird der Zellwand zugerechnet.

Studie

Für die Studie haben Überwachungsbehörden zwischen dem 1. Oktober 2005 und dem 30. September 2006 insgesamt 1.892 Proben aus 408 Herden in allen Bundesländern untersucht, in denen Masthähnchen gehalten werden. Die Proben wurden von Herden mit 750 bis 234.000 Tieren über das Jahr verteilt nach den von der EU vorgeschriebenen Vorgaben genommen. Ausgewertet wurden die Daten von 378 Herden aus Betrieben mit mindestens 5000 Tieren.

Das Nationale Referenzlabor für Salmonellen des BfR hat die aus den positiven Proben isolierten Salmonellen serologisch differenziert. Es wurden 18 verschiedene Typen von Salmonellen (Serovare oder Serotypen) nachgewiesen. Unter den Serovaren waren auch die bei Salmonellosen des Menschen in Deutschland häufig nachgewiesenen Erregerstämme S. enteritidis und S. typhimurium vertreten, allerdings sehr viel seltener als bei den Legehennen. Das Spektrum der Erreger ist damit breiter als in Legehennenbeständen (siehe Kap. 2.3.1. LINK).

Vertikale Übertragung

Bei der vertikalen Übertragung unterscheidet man (nach Leyk und Piontkowski 2006):

Primär transovarielle Übertragung

  1. Haematogen
    Durch Keimbesiedlung des Eifollikels im Ovarium oder des Eiinneren über die Schleimhaut des Ovidukts.
  2. Durch Kontakt mit infiziertem Bauchfell oder Lungen.

Sekundäre Eiübertragung

  1. Durch fäkale Kontamination der Schale während der Passage der Kloake beim Legeakt.
  2. durch unsaubere, erregerhaltige Umgebung mit anschließender Keimpenetration.