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Verordnung (EG) Nr. 1168/2006

Die Verordnung (EG) Nr. 1168/2006 [Verordnung (EG) Nr. 1168/2006 der Kommission zur Durchführung der Verordnung Nr. 2160/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich eines Gemeinschaftsziels zur Eindämmung der Prävalenz bestimmter Salmonellen-Serotypen bei Legehennen der Spezies Gallus gallus und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1003/2005] legt dafür die so genannten Gemeinschaftsziele fest, d.h. in welchem Umfang der jährliche Anteil positiver Herden, für einen Übergangszeitraum von drei Jahren nur bezogen auf S. enteritidis und S. typhimurium zu senken ist. Maßgeblich ist die in dem jeweiligen Mitgliedsstaat festgestellte Prävalenz bei Zuchttierbeständen von Gallus gallus, Legehennen, Mastgeflügel, Puten und Schlachtschweine sowie in den Folgejahren der jeweilige Wert aus dem Vorjahr.

Die Verordnung (EG) Nr. 1168/2006 legt für die jährliche prozentuale Verringerung positiver Herden erwachsener Legehennen folgende Gemeinschaftsziele fest:

10 % bei einer Prävalenz von weniger als 10 % im Vorjahr

20 % im Falle einer Prävalenz von mindestens 10 % und höchstens 19 % im Vorjahr

30 % im Falle einer Prävalenz von mindestens 20 % und höchstens 39 % im Vorjahr

40 % im Falle einer Prävalenz von mindestens 40 % im Vorjahr

Für Deutschland wurde im Rahmen der Prävalenzerhebung ein Wert von 24,3 % für Salmonella enteritidis und/oder Salmonella typhimurium-positiver Legehennenherden ermittelt (s. o.). Nach der Verordnung (EG) Nr. 1168/2006 muss Deutschland also die Prävalenz in einem ersten Schritt um 30 % senken (Zielwert Ende Januar 2009: 17 %).

Die Verordnung EG 1003/2005 [Verordnung zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 2160/2003 hinsichtlich eines Gemeinschaftsziels zur Senkung der Prävalenz bestimmter Salmonella-Serotypen bei Zuchtherden von Gallus gallus und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2160/2003] legt als Gemeinschaftsziel die Verringerung der Salmonellen-Prävalenz in den EU-Mitgliedsstaaten auf höchstens 1 Prozent fest.
Den Bekämpfungsvorgaben nach Verordnung (EG) Nr. 2160/2003 unterliegen in Deutschland Zucht- und Aufzuchtbestände mit mehr als 250 Tieren sowie Legehennenbestände mit mehr als 1.000 Hennen. Seit dem 01.02.2008 hat für diese Legehennenbestände eine fortlaufende Untersuchungspflicht begonnen, die alle 15 Wochen Sockentupfer oder Kot- und Staubproben zur Untersuchung auf Salmonella enteritidis und typhimurium vorschreibt. Ab 01.01.2009 dürfen diese Bestände bei positivem Salmonellenbefund Konsumeier nicht mehr in den Verkehr bringen. Daraus ergibt sich künftig also eine veränderte Situation, die die Vermarktung und damit den betriebswirtschaftlichen Wert von Legehennenherden gravierend beeinträchtigen wird (LSK Niedersachsen 2008). Details sind auch der Verordnung EG Nr.1237/2007 [Verordnung zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2160/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Entscheidung 2006/696/EG hinsichtlich des Inverkehrbringens von Eiern aus mit Salmonellen infizierten Legehennenherden] zu entnehmen.

Das entsprechende Nationale Bekämpfungsprogramm und seine Durchführung regelt in Deutschland rechtsverbindlich die so genannte „Hühner-Salmonellen-Verordnung“ (Verordnung zum Schutz gegen bestimmte Salmonelleninfektionen beim Haushuhn --> Link Vetion Gesetze). Diese schreibt u.a. eine regelmäßige Impfung von Junghennen in Betrieben mit mehr als 250 Tieren gegen S. enteritidis sowie regelmäßige Untersuchungen auf Salmonellen vor. Alle acht Wochen führt die zuständige Behörde oder eine von dieser beauftragte Stelle eine amtliche Untersuchung auf Salmonellen durch. Ergeben die betriebseigenen Untersuchungen einen Salmonellenverdacht, ist dieser Verdacht unverzüglich der zuständigen Behörde mitzuteilen. Bestätigt sich der Verdacht einer Salmonelleninfektion, wird der Betrieb gesperrt. Die zuständige Behörde kann, wenn Belange der Seuchenbekämpfung dies erfordern, die Tötung und unschädliche Beseitigung aller Hühner der betroffenen Betriebsabteilungen eines Zuchtbetriebes anordnen.

Die Verordnung 1177/2006 [Verordnung (EG) Nr. 1177/2006 der Kommission zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 2160/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Bestimmungen über die Anwendung von spezifischen Bekämpfungsmethoden im Rahmen der nationalen Programme zur Bekämpfung von Salmonellen bei Geflügel] schreibt die Anwendung von spezifischen Bekämpfungsmethoden im Rahmen der nationalen Programme zur Bekämpfung von Salmonellen bei Geflügel vor. So dürfen z.B. antimikrobielle Mittel wegen der Gefahr der Entwicklung und Ausbreitung von Resistenzen ab 1.1.2008 nicht mehr in Legehennenherden verwendet werden. Ausnahmefallgenehmigungen der zuständigen Behörde sind möglich. Außerdem schreibt die Verordnung EG 1177/2006 die generelle Impfung von Legehennen gegen S. Enteritidis in Mitgliedsländern mit einer Salmonellen-Prävalenz > 10 Prozent vor.