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Infektion des Menschen

Bei dem neuen Grippevirus vom Typ A/H1N1 handel es sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) um ein neues Influenza-A Virus, das bisher weder bei Menschen noch beim Schwein festgestellt wurde. Demnach besitzt das neue Virus Teile der Erbinformationen von Influenzaviren des Typs A Subtyp H1N1 von Mensch, Schwein und Geflügel. Der Begriff "Schweinegrippevirus" und Schweinegrippe sind in diesem Zusammenhang also irreführend (BTK). Inzwischen wird anstelle des Begriffes "Schweinegrippe" auch vielfach der Begriff "Neue Grippe" verwendet.

Zahl der bestätigten Fälle

Die Anzahl der bislang weltweit bestätigten Infektionen mit dem neuen Virus finden Sie bei der WHO. Beim European Centre of Disease Prevention und Control (ECDC) wird die europäische Statistik geführt. Eine Auflistung der Fälle in Deutschland sowie ein regelmäßiges Update der aktuellen Situation finden Sie beim Robert-Koch-Institut (RKI).

Inkubationszeit, Virusausscheidung & Infektionsquellen

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch (Inkubationszeit) beträgt meist nur wenige Stunden bis zu drei Tage. Währenddessen aber bereits die Virusausscheidung über die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums beginnt. Die Virenausscheidung erfolgt durchschnittlich bis zu sieben Tage, Personen mit schwächerem Immunsystem scheiden Viren auch länger aus. Durch Niesen und Husten werden die Viren in der Umgebung verteilt und es kommt zu Tröpfcheninfektionen.

Als Infektionsquelle sind daher vor allem bereits infizierte Menschen anzusehen. Von dem Verzehr von Schweinefleisch geht jedoch keinerlei Infektionsrisiko aus, es kann ohne Sorge verzehrt werden. Bei Temperaturen von bereits 72°C wird das Virus vollkommen unschädlich gemacht.


Klinische Symptome

Die Krankheitssymptome sind ähnlich wie bei saisonaler Influenza. Das sind vor allem Fieber, Mattigkeit, Atemwegsbeschwerden und Gliederschmerzen. Einige Patienten litten außerdem an Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.


Behandlungsmöglichkeiten

Mit den Neuraminidasehemmern (antivirale Medikamente gegen Influenzaviren) Oseltamivir und Zanamivir scheinen Infektionen mit dem neuen Virus vom Typ A/H1N1 wirksam bekämpft werden zu können. Darauf lassen Wirksamkeitsprüfungen der amerikanischen Infektionsschutzbehörde CDC schließen.

Impfungen

Inzwischen ist in mehreren Ländern ein inaktivierter Impfstoff gegen A/H1N1 zugelassen (Pandemrix®). Dieser unterscheidet sich deutlich von dem Impfstoff gegen die saisonale Grippe. Die Mehrzahl der Experten rät insbesondere Personen, die Risikogruppen angehören, sich unbedingt gegen die Neue Grippe impfen zu lassen. Auch Landwirten wird empfohlen, von der Impfung schnellstmöglich Gebrauch zu machen, um das Risiko eines Viruseintrags in die Schweine- und Nutztierbestände zu reduzieren.

Risikoeinschätzung & Pandemiegefahr

Inzwischen sind aus nahezu allen Ländern der Welt Infektionen mit dem Virus vom Typ A/H1N1 gemeldet worden.
Nach dem die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen ein wenig gesunken war, Rechnen Experten im Herbst/Winter mit einer neuen Wellen. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Virus mutiert und dann nicht wie bisher meist leichte Symptome hervorruft, sondern zu schweren Erkrankungen mit vielen Todesfällen führt.

Entsprechend hat die WHO das Virus bereits am 25.4.2009 als gesundheitliches Risiko von internationaler Bedeutung eingestuft. Eine vergleichbare Einstufung gab es beim Auftreten von SARS 2003. Die pandemische Warnstufe 3 der WHO, die seit einigen Jahren auf Grund der Geflügelpest A/H5N1 galt, wurde am 27. April von 3 auf 4 heraufgesetzt und am 29.4.2009 wurde schließlich die Warnstufe 5 ausgerufen. Seit dem 11.6.2009 gilt nun Warnstufe 6, die mit dem Ausbruch einer Pandemie gleichzusetzen ist. Die Erkrankung ist entsprechend in mehreren Weltregionen ausgebrochen. Es wird mit einer Erkrankungs- und Sterberate gerechnet, die übliche - auch schwere - Influenzawellen übertreffen.

Informationen zu den einzelnen WHO-Influenza-Pandemie-Warnstufen finden Sie hier.

Von dem Verzehr von Schweinefleisch geht jedoch keinerlei Infektionsrisiko aus, es kann ohne Sorge verzehrt werden. Bei Temperaturen von bereits 72°C wird das Virus vollkommen unschädlich gemacht.