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Dauerausscheider finden

Dauerausscheider finden

Dreh- und Angelpunkt der Infektion ist das persistent infizierte Tier (Pi-Tier), also der Dauerausscheider. Diese Tiere scheiden ihr ganzes Leben lang sehr große Mengen an Virus aus und können es so innerhalb der Herde verbreiten. Dauerausscheider entstehen durch die Infektion der tragenden Kuh oder Färse mit einer Übertragung des Virus auf das Kalb im Mutterleib.  Das Muttertier selber zeigt hierbei in der Regel keine oder nur sehr milde Krankheitsanzeichen. Hierzu zählt Fieber, eine verminderte Milchleistung oder Durchfall. Für das Kalb jedoch hat die Infektion je nach Stadium der Trächtigkeit schwerwiegende Auswirkungen. 

 

image: Grafik

 

 

 

Infiziert sich das Muttertier zwischen dem 40. und 120. Tag der Trächtigkeit, ist das Immunsystem des Kalbes noch nicht so weit ausgereift, um das Virus als Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen. In dieser Phase der Entwicklung kommt es vielmehr dazu, dass das Virus in den Körper des Kalbes „eingebaut“ wird und das Kalb nach der Geburt sein ganzes Leben immense Mengen an Virus ausscheidet. 1 g Nasensekret kann so viel Virus enthalten, dass 200 000 andere Tiere angesteckt werden können. In ungeschützten, weitgehend antikörperfreien Herden kommt es durch die Geburt eines Dauerausscheiders zum Domino-Effekt, da immer wieder tragende Tiere im frühen Stadium der Trächtigkeit angesteckt werden und wiederum nach 5 -7 Monaten weitere Dauerausscheider zur Welt bringen.

 

image: Dauerausscheider Bild 2

Abb: Kümmerndes Tier, das BVD-positiv getestet wurde. Das Tier im Vordergrund ist etwa zehn Wochen älter als alle anderen in der Gruppe.

 

Obwohl Dauerausscheider (Pi-Tiere) das BVD-Virus in  sich tragen und ausscheiden, ist es für den Landwirt schwierig, diese Tiere zu erkennen, da mehr als 50% der Dauerausscheider völlig unauffällig geboren werden. Die einzige Möglichkeit, diese Tiere sicher ausfindig zu machen, besteht darin, Proben auf das Virus untersuchen zu lassen.

 

image: Dauerausscheider Bild 3

Abb: Kalb mit Missbildungen nach BVD-Infektion im Mutterleib

Hierzu bietet sich die Ohrstanzmethode an. Beim Einziehen der Ohrmarken wird ein kleines Stück Ohrgewebe entnommen, in dem das Virus nachgewiesen werden kann. Vorteil dieser Methode ist die sehr frühzeitige Untersuchung der Tiere.  Fällt der Befund positiv aus, ist also Virus im Ohrgewebe nachgewiesen worden, so ist das Kalb unverzüglich zu merzen um ein weiteres Streuen des Virus im Bestand so gering wie möglich zu halten.
Nach der seit 1. Januar 2011 in Kraft getretenen und im Juni 2016 verschärften BVDV-Verordnung müssen alle neugeborenen Kälber bis zur Vollendung des ersten Lebensmonats auf BVD untersucht werden. Das Auftreten von Dauerausscheidern ist anzeigepflichtig und sie müssen gemerzt werden.
Auf Grund dieser Maßnahmen ist die Zahl der Pi-Tiere in den Herden in den letzten Jahren deutlich reduziert worden.