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Sicher impfen – Verluste vermeiden

Sicher impfen – Verluste vermeiden

 

Diese möglichen Handelshemmnisse können durch eine Impfung vermieden werden, da geimpfte Tiere nach BVDV-VO § 5 weiterhin gehandelt werden dürfen.
Der viel größere Effekt der Impfung ist jedoch die Verhinderung der Entstehung  neuer Pi-Tiere in den Herden. Voraussetzung hierfür ist jedoch die Verwendung eines Impfstoffs, der einen sogenannten fetalen Schutz gewährleistet (§ 2 BVDV-VO). Dies bedeutet, dass im Falle einer Infektion des tragenden Muttertieres das Virus nicht auf das Kalb übertragen werden kann. 

Je nach verwendetem Impfstoff liegt die Dauer des fetalen Schutzes zwischen 3 und 12 Monaten.

Neben der Länge des fetalen Schutzes unterscheiden sich die in Deutschland zur Verfügung stehenden BVD-Impfstoffe auch in ihrer Art. So muss zwischen Lebend- und Inaktivatimpfstoffen („Totimpfstoffe“) unterschieden werden.
Inaktivatimpfstoffe bestehen aus nicht mehr vermehrungsfähigen Erregern, die Hilfsstoffe (Adjuvanzien) enthalten, die die Antikörperbildung verstärken.
Lebendimpfstoffe enthalten Erreger, die sich im Körper weiter vermehren können und auf diese Weise das Immunsystem stimulieren. Um das Ausbrechen der Erkrankung zu vermeiden, sind die Erreger im Labor abgeschwächt worden.

Obwohl bei den BVD-Lebendimpfstoffen die Erreger abgeschwächt sind, kann es auf Grund ihrer noch erhaltenen Fähigkeit zur Vermehrung auch zur Ausscheidung der Erreger kommen. Weiterhin konnte nachgewiesen werden, dass sich Impfvirus, wenn das Muttertier während der Trächtigkeit geimpft wurde, im Ohrgewebe der Feten einlagern kann. Die Untersuchung der Ohrstanze kann dann ein positives Ergebnis bringen und das Kalb gilt zunächst als Pi-Tier. Nur durch Nachuntersuchungen, die zeit- und kostenaufwändig sind, kann geklärt werden, ob es sich tatsächlich um einen Virämiker handelt. Aus diesem Grund wird auch von Seiten der Behörden (FLI, PEI) eine Verwendung von Lebendimpfstoffen während der Trächtigkeit nicht empfohlen.

Die Verwendung von Inaktivatimpfstoffen hingegen kann, da es sich um nicht vermehrungsfähige Viren handelt, zu jedem Zeitpunkt der Trächtigkeit unbedenklich durchgeführt werden. Eine Einlagerung von Impfvirus im Ohrgewebe kann nicht stattfinden und die Diagnostik wird nicht behindert.

Bei Verwendung eines Inaktivatimpfstoffs mit einem fetalen Schutz von 12 Monaten ist somit eine Bestandsimpfung einmal im Jahr möglich. Hierdurch wird die Herde vor einem möglichen Eintrag von BVD-Virus geschützt, die Entstehung neuer Pi-Tiere wird verhindert und ein Handel ist weiterhin jederzeit möglich.