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Der Durchbruch in der Milbenkontrolle


 

Bekämpfung der Vogelmilbe

Seit August 2017 ist jetzt jedoch der bereits bei anderen Tierarten für die Bekämpfung von Ektoparasiten bewährte Wirkstoff Fluralaner auch für die Bekämpfung der Roten Vogelmilbe bei Hühnern (Junghennen, Legehennen und Elterntieren) zugelassen. Das Produkt der MSD Tiergesundheit ist ein verschreibungspflichtiges Tierarzneimittel. Es wird über das Trinkwasser an alle Tiere des Betriebes verabreicht, 2x im Abstand von sieben Tagen. Dadurch werden alle vorhandenen Stadien abgetötet, auch solche, die zum Zeitpunkt der ersten Behandlung noch kein Blut am Tier gesaugt haben. Es kommt zu einer Unterbrechung des Milbenlebenszyklus, wodurch der Stall nach ca. 15 Tagen nahezu milbenfrei ist. Allerdings ist es für den Erfolg zwingend notwendig, dass alle Tiere des Betriebes gleichzeitig behandelt werden.

Gleichzeitig sollten geeignete Biosicherheitsmaßnahmen eingeführt und durchgeführt werden, um die durch Fluralaner erreichte Milbenfreiheit über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten zu können.

Der Wirkstoff ist gut verträglich, das haben Studien mit Küken als auch mit adulten Hennen gezeigt, selbst bei einer deutlich höheren Dosierung als der Empfohlenen. Eine Reproduktionsstudie mit Elterntieren zeigte eine gute Verträglichkeit noch bei einer sechsfach höheren Dosierung. Fruchtbarkeit, Schlupfrate, Lebensfähigkeit von Küken oder die Reproduktionsleistung insgesamt wurden durch die Behandlung mit Fluralaner nicht negativ beeinflusst.

Ein weiterer Vorteil des neuen Produktes der MSD Tiergesundheit ist die Wartezeit von 0 Tagen für Eier und 14 Tage für Fleisch und Innereien sowie eine unbedenkliche und einfache Handhabung für Tiere und Anwender bei sachgemäßem Gebrauch. Die Verabreichung über das Trinkwasser mindert zudem die Belastung durch konventionelle chemische Sprays und das potenzielle Risiko der chemischen Belastung für das Personal. Das Präparat der MSD Tiergesundheit ist gebrauchsfertig zur einfachen Weiterverdünnung und bildet weder Ablagerungen, noch setzt es Wasserleitungen zu.

Fluralaner (Carbamoyl-benzamid-phenyl-isoxazolin) gehört zur Klasse der neuen, antiparasitären Isoxazolin-substituierten Benzamidderivate. Nach der oralen Aufnahme des Wirkstoffs tritt dieser in das Blut und den Magen-Darm-Trakt über. Innerhalb von 36 Stunden werden maximale Plasmakonzentrationen erreicht. Die Bioverfügbarkeit liegt bei etwa 90 %. Saugen die Milben dann Blut, hemmt der Wirkstoff Teile des Arthropoden-Nervensystems und sie sterben ab, der Vermehrungszyklus wird unterbrochen.