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Kombination mit anderen zentral wirksamen Pharmaka

Butorphanol ist in Kombination mit einem Neuroleptikum (α2-Agonisten, Phenothiazinen) gut geeignet für Operationen am stehenden Pferd (Neuroleptanalgesie) und zur Narkoseprämedikation (Levionnois 2007). In Kombination mit anderen Sedativa hat es eine starke analgetische und sedative Wirkung. Weiterhin wird so die Immobilisation verbessert, ggf. die Narkose stabilisiert und eine ruhigere Aufstehphase ermöglicht. Durch die Kombination können darüber hinaus die Dosis beider Komponenten erheblich reduziert und unerwünschte Nebenwirkungen auf diese Weise optimal vermieden werden (Ionita et al. 2007, Levionnois 2007, Mosing 2007). Die Kombination von Butorphanol und einem α2-Agonisten ist außerdem bei heftigen Kolikschmerzen auf Grund von Ileuszuständen indiziert, um eine Schmerzfreiheit bis zum Operationsbeginn zu gewährleisten (Grabner et al. 2004).

Durch eine auf diese Weise durchgeführte Neuroleptanalgesie kann eine Vollnarkose bei vielen chirurgischen Eingriffen ersetzt und eine Vielzahl von Behandlungen wie Kastrationen, Zahnbehandlungen und endoskopische Untersuchungen, Laparoskopien und Tracheo-Bronchoskopien am stehenden Pferd durchgeführt werden (Levionnois 2007). Insbesondere für Manipulationen der Luftröhre kommen Butorphanol seine zusätzlich antitussiven Eigenschaften zu Gute. Auf Grund der antitussiven Wirkung muss bei Patienten mit respiratorischen Erkrankungen mit erhöhter Schleimproduktion mit dem Risiko einer Schleimansammlung in den Atemwegen gerechnet werden. Hier muss das Nutzen-Risiko-Verhältnis abgewogen werden (Intervet).

Die Kombination von Butorphanol und Detomidin bewirkt eine verminderte gastrointestinale Motilität und sollte daher nicht bei Koliken mit Kotverhaltung eingesetzt werden (Intervet), obgleich Butorphanol im Vergleich zu reinen Agonisten wenig negative Effekte auf die Peristaltik hat (Sellon et al. 2001). Die Kombination von Butorphanol und Detomidin wird außerdem vom Hersteller nicht für den Einsatz bei Pferden mit bestehenden kardialen Rhythmusstörungen empfohlen. Bei Tieren mit kardiovaskulären Erkrankungen sollte bei der Kombination von Butorphanol mit einem α2-Agonisten die gleichzeitige Verwendung anticholinerger Arzneimittel wie z.B. Atropin in Betracht gezogen werden (Intervet).

Für Operationen, die unter Vollnarkose mit Isofluran durchgeführt werden, bietet sich die Kombination Butorphanol und Lidocain als prä-, intra- und postoperative Dauertropfinfusion an. Damit können die schwach analgetische Wirkung von Isofluran verbessert und gleichzeitig Probleme durch kreislauf- und atemdepressive Nebenwirkungen reduziert werden (Levionnois 2007). Eine Studie von Sellon et al. (2002) weist eine verbesserte Erholung von operierten Kolik-Patienten nach, die nach der OP noch eine 24 Stunden-Infusion mit Butorphanol erhielten, verglichen mit Patienten, die einmalig nach der OP mit Flunixin-Meglumin behandelt wurden.

Auf der anderen Seite sei hier angemerkt, dass Butorphanol bei gesunden, schmerzfreien Pferden grundsätzlich erregend wirkt (Levionnois 2007) und die lokomotorischen Aktivität steigert (Nolan et al. 1994). Der sedative Effekt scheint an den Schmerzzustand gekoppelt zu sein. Bei prophylaktischer Anwendung vor schmerzhaften Eingriffen sollte es deswegen stets mit einem Sedativum (α2-Agonisten, Phenothiazinen) gekoppelt werden (Levionnois 2007, Mosing 2007). Entsprechend lautet auch die Indikation: Zur Sedation in Kombination mit bestimmten α2-Agonisten.

Butorphanol sollte nicht in Kombination mit einem anderen Opiod-Analgetikum angewendet werden, da es als Partialagonist deren agonistische Wirkung aufheben kann. Daraus ergibt sich jedoch die Möglichkeit, Butorphanol bei z.B. unerwünschten Nebenwirkungen einer Morphinbehandlung als Antagonist einzusetzen (Levionnois 2007).