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Jede Narkose durchläuft bei ihrer Entstehung hintereinander drei Stadien, die je nach verwendeter Substanz oder Kombination einschließlich Prämedikation unterschiedlich deutlich ausgeprägt und lang sein können. Unerwünscht ist ein viertes Stadium, welches durch Überdosierung oder Fehleinschätzung der Patientenkondition entstehen kann.

Stadium I: Analgesie
Abschwächung bis Aufhebung des Schmerzempfindens und leichte Dämpfung der Umweltwahrnehmung bei erhaltener Wahrnehmung von Berührungsreizen. Die Reflexerregbarkeit steigt, Herz- und Atemfrequenz sind erhöht. In diesem Stadium sind bereits kleinere Eingriffe wie Zahnextraktionen möglich. Jedoch besitzen nicht alle Narkotika eine analgetische Eigenwirkung. Oft wird die Schmerzlosigkeit daher erst durch den Eintritt der Bewusstlosigkeit (Stadium III) erreicht.

Stadium II: Exzitation
Dieses Stadium ist durch eine erhöhte Reaktion auf äußere Reize trotz eingetretener Bewusstlosigkeit charakterisiert. Es sollte so schnell wie möglich durchschritten werden. Durch eine genügend große Menge des Narkotikums sowie durch geeignete Prämedikationen (s.u.) lässt sich das Risiko von Exzitationserscheinungen vermindern.

Stadium III: Toleranzstadium
Es ist das eigentlich erwünschte Stadium und schließt sich an das Exzitationsstadium an. Es wird in vier Unterstadien unterteilt. Operationen erfolgen vorwiegend in III/2 und III/3. Bei zu tiefer Narkose in III/4 wird die Atmung bereits zunehmend flacher.

Stadium IV: Asphyxie
Grenzt an das Stadium III/4 und ist durch das Aussetzen der Atmung bedingt durch die Hemmung des Atem- und Kreislaufzentrums in der Medulla oblangata charakterisiert.

Nimmt die Wirkung des/der verabreichten Narkotika durch Elimination wieder ab, werden die verschiedenen Narkosestadien in umgekehrter Reihenfolge durchlaufen, wobei es zu unerwünschten postnarkotischen Exzitationserscheinungen kommen kann.

In Abhängigkeit von Tierart und verwendetem Narkotikum kommt es im Anschluss an die Narkose zu einem unterschiedlich langen Nachschlaf.