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Narkoseprämedikation

Sie dient der Vorbereitung und Unterstützung der Narkose und soll das Tier beruhigen, die Analgesie und die Muskelrelaxierung unterstützen, vegetative Reflexe unterdrücken und Nebenwirkungen abschwächen bzw. verhindern (Löscher 2006).

  1. Beruhigung
    Die Beruhigung des Patienten vor der Narkose erfolgt durch die Verabreichung eines Sedativums oder Hypnotikums. Gleichzeitig kann die Menge des Narkotikums dadurch in der Regel gesenkt und die Gefahr von prä- und postnarkotischen Exzitationen verringert werden.

  2. Unterstützung der Analgesie
    Durch die Verabreichung eines starken Analgetikums (z. B. eines Opioids) wird die Analgesie unterstützt und ebenfalls die benötigte Menge des Narkotikums reduziert sowie prä- und postnarkotische Exzitationen verhindert.

  3. Muskelrelaxierung
    Durch die Gabe von peripheren Muskelrelaxanzien kann auch bei relativ flacher Narkose (III/1 oder III/2) operiert werden.

  4. Vegetative Stabilisierung und Verhinderung von Nebenwirkungen
    Durch die Verabreichung von Atropin erfolgt die Hemmung parasympatischer Nebenwirkungen des Narkotikums. Außerdem kann ein reflektorisch bedingter neurogener Schock verhindert werden.

Bei der Auswahl von Prämedikation und Narkotikum sind stets mögliche unerwünschte Wechselwirkungen zwischen den Wirkstoffen zu bedenken. Entscheidende Auswahlkriterien für das Narkotikum und die Prämedikation sind die Tierart und die mit ihr einhergehenden Spezieseigenarten sowie die voraussichtliche Dauer des Eingriffs. Auch der Gesundheitszustand und das Alter des Tieres müssen dabei berücksichtigt werden. Bei alten, kreislaufschwachen Tieren, bei Infektionskrankheiten oder nach größeren Blutverlusten sowie bei beeinträchtigter Lungen-, Leber- oder Nierenfunktion besteht ein höheres Narkoserisiko. Bei Jungtieren ist die Eliminationsfähigkeit in den ersten Wochen nur schwach ausgebildet (Löscher 2006).

Alle Injektionsnarkotika wirken mit steigender Dosis zunächst sedativ, dann hypnotisch und schließlich narkotisch. Deshalb können Injektionsnarkotika im Grunde auch zur Ruhigstellung von Patienten (z. B. in der Narkoseprämedikation oder für Untersuchungen) verwendet werden. Überdosierungen führen zum Stadium der Asphyxie mit der Gefahr eines Atemstillstandes. Daher sollte immer die Möglichkeit der Beatmung bestehen, wenn Injektionsnarkotika eingesetzt werden.