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Sedativa / Neuroleptika

Zur Ruhigstellung von Patienten beispielsweise für Untersuchungen oder Transporte sind Sedativa oder Hypnotika jedoch besser geeignet, da sie auch mit steigender Dosis nicht zu einer Narkose führen. Es besteht also nicht die Gefahr eines Atemstillstandes. Sedativa und Hypnotika wirken in Abhängigkeit von der Dosis erst sedativ, dann hypnotisch auf das Aktivierungszentrum (Wach-System) in der Formatio reticularis des Gehirns.

Während Hypnotika (Schlafmittel) in der Veterinärmedizin so gut wie keine Bedeutung besitzen, werden Sedativa, insbesondere Neuroleptika (major tranquilizer) häufig zur Ruhigstellung für Untersuchungen oder für Transporte verwendet. Neuroleptika (Phenothiazine, Butyrophenone, Thioxanthene) werden auch vielfach zur Narkoseprämedikation eingesetzt oder in Kombination mit einem starken, morphinähnlichen Analgetikum (z. B. Levomethadon) zur Neuroleptanalgesie. Vorteile der Kombination sind Verstärkung der analgetischen und sedativen Wirkung bei gleichzeitiger Abschwächung der emetischen und vagusstimulierenden Wirkung des Analgetikums (Löscher 2006). Darüber hinaus senken Neuroleptika den Sauerstoffverbrauch der Gewebe und damit die Gefahr einer Gewebshypoxie als Folge der atemdepressiven Wirkung des Analgetikums. Insbesondere bei kreislauflabilen Patienten ist zu berücksichtigen, dass Neuroleptika bereits in subtherapeutischen Dosen eine starke α-adrenolytische Wirkung in der Peripherie besitzen, so dass es durch das Ausschalten der Gegenregulation zu einem starken Blutdruckabfall kommen kann. In höheren therapeutischen Dosen besitzen Neuroleptika außerdem eine parasympatholytische Wirkung, so dass das vegetative Nervensystem praktisch ausgeschaltet wird (Löscher 2006).

Die Wirkung der zentral dämpfend wirkenden Arzneimittel ist jedoch letztlich auch von der Tierart sowie vom Erregungszustand des Patienten zum Zeitpunkt der Verabreichung abhängig. So sind unter Umständen bei sehr erregten Tieren hohe Dosen zur Ruhigstellung notwendig. Außerdem ist bei erregten Patienten bei i.v.-Injektion mit paradoxen Reaktionen zu rechnen.