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30.10.2018

Schleswig-Holstein fördert Betrieb und Sanierung von Tierheimen

Am vergangenen Sonntag hat Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht im Rahmen der Einweihung einer neuen Wildtierstation des Kieler Tierheims Uhlenkrog einen Förderbescheid in Höhe von 25.000 Euro an Sabine Petersen, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins Kiel und Umgebung, überreicht. „Mit der Unterbringung herrenloser Tiere und Fundtiere leisten ehrenamtliche Tierschutzvereine im Land eine wertvolle Arbeit. Dafür möchte ich mich bedanken. In vielen Tierheimen besteht allerdings großer Sanierungsbedarf, um eine tiergerechte Unterbringung weiter zu gewährleisten. Es ist daher gut, dass wir hier von Landesseite unterstützen können“, sagte der Minister. Mit einer Gesamtfläche von 15.000 Quadratmetern ist das Tierheim Kiel das größte Tierheim des Landes. Wegen der steigenden Zahlen der gefundenen Wildvögel musste eine neue Wildtierstation mit Wildtier-Pflegeräumen und vier großen Volieren für Wildvögel gebaut werden. Vor 24 Jahren waren es 154 Wildvögel und 87 sonstige Wildtiere wie beispielsweise Igel, Fledermäuse, Eichhörnchen und Wildkaninchen, die betreut werden mussten – im letzten Jahr waren es schon 588 Wildvögel und 145 sonstige Wildtiere. Zu den Wildvögeln zählen vor allem verletzte Habichte, Uhus und andere Wildvögel.Das Land fördert den Betrieb und die Sanierung von Tierheimen in Schleswig-Holstein, denn schließlich seien Projekte wie die neue Wildtierstation von besonderer Bedeutung für den Tierschutz in unserem Land, so Albrecht. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) erließ am 10. Juli 2018 eine neue Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für verschiedene Maßnahmen des Tierschutzes. Diese regelt die Verteilung der in diesem Jahr zur Verfügung stehenden Fördermittel für Tierheime und tierheimähnliche Einrichtungen in Schleswig-Holstein. Für das Haushaltsjahr 2018 stehen insgesamt 350.000 Euro zur Verfügung, gesplittet in Zuwendungen für den Betrieb der Tierheime (100.000 Euro) und Zuschüsse für investive Maßnahmen in Tierheimen (250.000 Euro). Die Förderung soll auch 2019 fortgeführt werden.
Landesregierung Schleswig-Holstein


Klöckner stellt deutsche Antibiotikastrategie auf OIE-Tagung vor

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner stellte die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie auf einer internationalen Tagung der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) in Marokko vor. Nachdem Klöckner bereits auf dem G-20-Agrarministertreffen im Juli in Berlin für ein gemeinsames globales Vorgehen sowie eine deutliche Reduktion des Antibiotikaeinsatzes bei Nutztieren geworben hatte, war sie jetzt auf der zweiten internationalen Konferenz der OIE zu Antibiotikaresistenzen aktiv. Klöckner erklärte dazu, dass Antibiotikaresistenzen ein globales sektorübergreifendes Problem darstellen, dem aktiv begegnet werden müsse. Dabei müsse jeder Sektor je nach spezifischen lokalen und nationalen Gegebenheiten passende Maßnahmen ergreifen. Die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie fuße dabei auf vier Säulen: Resistenzentwicklung beobachten, Antibiotikamengen erfassen, Antibiotikaeinsatz minimieren, strenge Vorschriften zum Einsatz kritischer Antibiotika bei Tieren. Klöckner verwies darauf, dass man hier bereits deutliche Erfolge verzeichnen konnte und den Antibiotikaeinsatz im "grünen" Sektor bereits um 57 Prozent senken konnte und auch die Resistenzraten zum Teil rückläufig sein. Das deutsche Beispiel solle international Mut machen.
BMEL


Tierärztin wegen illegalen Welpenhandels zu Haftstrafe verurteilt

Eine Tierärztin aus der Südpfalz ist am Montag vom Amtsgericht Landau wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie Betrugs zu einer Haftstrafe von 2 Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Der Grund: illegaler Welpenhandel. Außerdem verhängte das Gericht ein dreijähriges Berufsverbot sowie ein fünfjähriges Tierhalteverbot gegen die Tierärztin, wie die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN mitteilte, die das Urteil begrüßte. Gleichzeitig forderte sie die Online-Plattform eBay Kleinanzeigen auf, eine Registrierungspflicht für Verkäufer in der Tierkategorie einzuführen. Bei einer Polizei-Razzia wurden im April 2017 bei der Tierärztin 44 Hunde beschlagnahmt und in umliegenden Tierheimen untergebracht.


29.10.2018

Baden-Württemberg fördert Mobile Schlachtung und Weideschlachtung

Neben einer artgerechten Tierhaltung gewinnt auch ein schonender und stressarmer Schlachtvorgang für die Verbraucher immer mehr an Bedeutung und wird eingefordert. Das Problem ist hier das EU-Fleischhygienerecht, das vorschreibt, dass Schlachttiere lebend in den Schlachtbetrieb gelangen müssen. Um das Problem zu lösen, hat Baden-Württemberg die Entwicklung hygienerechtlich einwandfreier und gleichzeitig praktikabler und wirtschaftlicher Verfahren gefördert. Die nun vorliegenden Konzepte schaffen den Spagat zwischen dem EU-Hygienerecht und dem Verzicht auf Transporte zu den Schlachtbetrieben. Am vergangenen Freitag hat Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk die mobile Schlachtung vorgestellt. „Die mobile Schlachteinheit ist Teil eines zugelassenen Schlachthofs. Die Tiere werden vor Ort betäubt und hygienisch entblutet, um dann für den weiteren Schlachtprozess in einen nahegelegenen Schlachtbetrieb befördert zu werden. Die Zusammenarbeit von Tierhaltern mit handwerklichen Metzgereien oder kleineren Schlachthöfen bietet sich für die regionale Versorgung an. Damit wird die Attraktivität regional erzeugten Fleisches verbessert und ein Beitrag für den Erhalt der noch vorhanden kleinteiligen Strukturen in der bäuerlichen Tierhaltung und der handwerklichen Fleischverarbeitung geleistet“, betonte der Minister. „Die nun in Baden-Württemberg erarbeiteten und auch bereits im pilothaften Einsatz befindlichen Modelle mobiler Schlachteinheiten sind Schritte in die richtige Richtung zu einem Höchstmaß an Tierschonung und Transparenz bei der Fleischgewinnung. Ob sich das mobile Schlachtverfahren als Erfolgsmodell durchsetzen kann, wird auch von der Bereitschaft der Verbraucher abhängen, dies beim Einkauf über einen höheren Preis zu honorieren“, fuhr er fort. Da die Schlachtung von Tieren grundsätzlich nur in einem EU-zugelassenen Betrieb möglich ist, muss auch der mobile Schlachtraum von der zuständigen Behörde als Teil des stationären Betriebes für diesen Zweck zugelassen werden. Eine andere gewünschte Alternative ist die Weideschlachtung. Diese ist eine genehmigungspflichtige Ausnahmeregelung vom EU-Recht und darf ausschließlich nur für vereinzelte Rinder angewendet werden, die ganzjährig im Freiland gehalten werden. Der Betrieb muss über geeignete Einrichtungen für das Schlachten und Entbluten verfügen. Die anschließende Beförderung zum Schlachthof darf maximal eine Stunde dauern. Sofern als Betäubungsmethode der Kugelschuss zum Einsatz kommen soll, sind darüber hinaus Erlaubnisse nach Tierschutz- und Waffenrecht erforderlich.
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg


Neue Milchviehanlage mit 280 Milchkühen in Mecklenburg-Vorpommern eingeweiht

Eine neue Milchviehanlage in Alt Sührkow mit 280 Milchkühen wurde am vergangenen Samstag am Teterower See eingeweiht. Der Betrieb, der für den Stallbau keine Fördermittel vom Landwirtschaftsministerium beantragt hatte, verbindet Ackerbau mit Milchvieh- und ökologischer Mutterkuhhaltung sowie mit Hofladen und Biogasproduktion. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, der der Einweihung beigewohnt hat, zeigte sich sehr erfreut: „Solche Investitionen in die Milchproduktion sind in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit.“ Besonders aufgrund der Tatsache, dass seit der Milchkrise vor 3 Jahren mehr als 3.300 Milchviehhalter ihre Produktion einstellen mussten. Backhaus weiter: „Fakt ist jedoch, der Milchmarkt wird auch zukünftig immer wieder deutlichen Schwankungen unterliegen. Auch wenn es im Moment so aussieht, als würde sich die positive Preisentwicklung der vergangenen Monate halten.“ Wie sich der Markt nach der Dürre des gerade zu Ende gegangenen Sommers entwickeln wird, ist noch nicht absehbar, da die anhaltende Trockenheit bei vielen Landwirten für finanzielle Einbußen gesorgt hat. „Ich kann nur immer wieder betonen, wie wichtig es ist, dass sich die Branche selbst zukünftig besser für Krisenzeiten wappnet. Dabei gehören für mich vor allem die Lieferbeziehungen zwischen Erzeugern und Molkerei auf den Prüfstand. Hier brauchen wir Lösungen, die ein Reagieren auf Marktentwicklungen möglich macht und das Risiko aus dem Marktgeschehen nicht allein bei den Erzeugern belässt“, erklärte Backhaus.
Regierung Mecklenburg-Vorpommern


Ergebnisse des Resistenzmonitoringprogramms für 2016 veröffentlicht

GERM-Vet ist ein Resistenzmonitoring von tierpathogenen Bakterien. Es wird bereits seit 2001 jährlich vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) durchgeführt. Dadurch können koordinierende Maßnahmen und Entscheidungshilfen zur kalkulierten Therapie formuliert werden. Außerdem gehen die Daten in die Zulassungsverfahren von Tierarzneimitteln ein.Für jedes Studienjahr werden ein dezidierter Stichprobenplan erstellt und die eingesendeten Bakterienisolate auf ihre Empfindlichkeit gegenüber 24 antibakteriellen Wirkstoffen untersucht. Die Empfindlichkeitsdaten werden getrennt nach Tierart und Indikation ausgewertet.Im Berichtszeitraum 2016 wurden insgesamt 2.427 Isolate untersucht. Das Resistenzniveau für Erreger von Atemwegsinfektionen bei Rindern und Kleintieren lag maximal bei 15 % resistenter Isolate. Dies ist als sehr positiv anzusehen. Ebenfalls erfreulich waren die Ergebnisse bei den Isolaten aus Mastitiden bei Milchkühen. Hier kann das Resistenzniveau als bislang günstig angesehen werden. Alle getesteten Wirkstoffe zeigten Resistenzraten von maximal 18 %. Ausnahmen waren Enterococcus faecalis und Streptococcus spp., bei denen die Resistenzrate für Tetracyclin bis zu 76 % betrug. Wie in den Studienjahren zuvor traten bei der Bakterienspezies Klebsiella spp. vereinzelt ESBL-Bildner auf, die gegen die für die Behandlung beim Menschen wichtige Wirkstoffklasse der neueren Cephalosporine Resistenzen ausbilden.Sehr viel höhere Resistenzraten fanden sich bei den Erregern von Enteritiden und Hautinfektionen. Betroffen sind hierbei in erster Linie die Bakterienspezies Escherichia coli und Staphylococcus aureus, isoliert von Nutztieren. Gegenüber vielen Antibiotika wiesen sie Resistenzraten von bis zu 64 % bzw. 87 % auf. Ebenso befinden sich die MHK90-Werte gegenüber den Cephalosporinen der neueren Generation und den Fluorchinolonen in stark erhöhten Bereichen. Ebenfalls hohe Resistenzraten wurden bei derIndikation Septikämie beim Geflügel, hervorgerufen durch Staphylococcus aureus, mit bis zu 66 % ermittelt. Die Häufigkeit, mit der MRSA nachgewiesen wurden, differierte von Tierart zu Tierart. Am häufigsten fanden sich diese im Berichtszeitraum beim Schwein (67 %). Beim Nutzgeflügel betrugt der Anteil 17 %. ESBL-Bildner bei E. coli hingegen werden am häufigsten bei Isolaten von Kälbern nachgewiesen (30 % der untersuchten E. coli-Isolate), gefolgt vom Mast- und Milchrind, Schwein, Hund und Geflügel. Im Kleintierbereich wurden hohe Resistenzraten bzw. MHK90-Werte für Ampicillin (ca. 37 %), Tetracyclin (27 %) und Enrofloxacin bzw. Marbofloxacin (21 %) ermittelt.
BVL


Niedersachsen unterstützt Katzenkastration mit 200.000 Euro

Am 1. November 2018 startet in Niedersachsen eine neue Aktion zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung herumstreunender Katzen. Das Land Niedersachsen unterstützt die Aktion, die bis zum 15. Dezember 2018 andauern soll, mit 200.000 Euro. Im Rahmen der Aktion sollen rund 2.600 Hauskater und Katzen kastriert, gekennzeichnet und registriert werden, wie das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mitteilt. Bereits zu Jahresbeginn wurde in Niedersachsen eine entsprechende Aktion durchgeführt. Dabei konnten gut 2.400 Fundkatzen kastriert werden. Das zur Verfügung gestellte Fördergeld reicht nur für gut zwei Wochen. Die Landesbeauftragte für Tierschutz, Michaela Dämmrich, übergab den Förderbescheid des Landes jetzt an Dr. Uwe Tiedemann, den Präsidenten der Bundestierärztekammer als Träger des Projektes. "Wir haben 478 Kommunen angeschrieben und nach ihren Erfahrungen mit Katzenschutzverordnungen befragt. Von den 253 Rückmeldungen hatten bereits 121 eine Verordnung, 20 Kommunen haben aktuell ein Verfahren zum Erlassen einer Katzenschutzverordnung laufen und 26 Städte und Gemeinden planen dies", berichtet Dämmrich. Dem Bündnis für Tierschutz, das dieses Projekt initiiert hat, gehört neben verschiedenen Tierschutzorganisationen auch die Landestierärztekammer Niedersachsen an. Die Kammer übernimmt im Rahmen des Projektes auch die Abrechnung mit den teilnehmenden Tierarztpraxen.
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


26.10.2018

Deutschland erhält von der EU 43 Mio. Euro für Natur- und Umweltschutzprojekte

Im Rahmen des EU-Programmes LIFE erhält Deutschland insgesamt 43 Mio. Euro zur Förderung von sechs Natur- und Umweltschutzprojekten im Land. Das Programm LIFE ist das Finanzierungsinstrument der EU für Umwelt- und Klimapolitik. Karmenu Vella, Kommissar für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei, beschreibt die Bedeutung LIFEs wie folgt: „Das LIFE-Programm investiert weiterhin in Projekte, durch die unsere Lebensqualität, unsere Umwelt und die Natur verbessert werden. Es bietet Lösungen für einige der größten Umweltprobleme von heute – Luftverschmutzung, Wasserknappheit, Kunststoffabfälle, Erhaltung der Biodiversität und Ressourcenverlust. Und es erzielt weiterhin ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis.“Eines der geförderten Projekte ist der „Fluss und Aue Emmericher Ward“. Mit der Förderung soll eine parallel zum Rhein verlaufende, durchströmte Nebenrinne in der Emmericher Ward geschaffen sowie ein größerer Auenwaldkomplex in der angrenzenden Aue entwickelt werden. Unter dem Ausbau des Rheins und dem damit einhergehenden gestiegenen Schiffsverkehr sowie der tiefer werdenden Fahrrinne haben sowohl die tierischen Bewohner als auch die Pflanzenvielfalt gelitten. Die Maßnahme soll dazu beitragen, der Tier- und Pflanzenwelt wieder ökologisch gerecht zu werden.
Europäische Kommission


Resistenzmechanismus von E. coli-Bakterien erforscht

Aufgrund der weltweit zunehmenden Resistenzen gegen Antibiotika ist es von großer Bedeutung, neue Wirkstoffe gegen Bakterien zu entwickeln. Dazu ist die Kenntnis molekularer Strukturen der Krankheitserreger wichtig. Wissenschaftlern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ist es jetzt gelungen, ein für die Antibiotikaresistenz relevantes Membranprotein aus E. coli-Bakterien zu isolieren. So konnten sie zeigen, wie es dem Bakterium gelingt, sich eines Antibiotikums zu entziehen: durch Ausschleusen des Wirkstoffs. Zwar wird das Antibiotikum zunächst von den Bakterien aufgenommen, in einem zweiten Schritt jedoch wieder herausgepumpt und somit unschädlich gemacht. "Wir gehen davon aus, dass der in dieser Arbeit aufgedeckte Mechanismus auch für viele andere Antibiotika gilt", erklärt Prof. Dr. Milton T. Stubbs, Direktor des Zentrums für Innovationskompetenz (ZIK).
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


Kampf gegen Kunststoffmüll: EU-Kommission erhält Unterstützung durch das Parlament

Immer mehr Kunststoffmüll verschmutzt die Ozeane. Zusammen mit verloren gegangenen und zurückgelassenen Fanggeräten macht Kunststoffmüll rund 70 Prozent der Abfälle in den Meeren aus. Dies möchte die EU-Kommission an der Quelle bekämpfen und erhielt jetzt Rückendeckung vom EU-Parlament. Karmenu Vella, EU-Kommissar für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei, begrüßte das Votum des Parlaments: „Heute sind wir der Abschaffung der problematischsten Einweg-Kunststofferzeugnisse in Europa einen Schritt nähergekommen. Die Kommission hat versprochen, in großen Fragen groß zu handeln – und die Umweltbelastung durch Kunststoffe und Meeresabfälle ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Deswegen haben wir uns für einen Legislativvorschlag zur Reduzierung von Einwegkunststoffartikeln und verlorenen oder zurückgelassenen Fanggeräten stark gemacht.“Demnach sollen die zehn am häufigsten in den Meeren gefundenen Einwegprodukte aus Kunststoff vom Markt genommen und durch Alternativprodukte ersetzt werden. Dazu zählen Plastikgeschirr, Strohhalme und Wattestäbchen. Der Verbrauch von Produkten, für die es noch keine echten Alternativen gibt, soll durch Maßnahmen der Mitgliedstaaten verringert werden. Dazu zählen Vorgaben für das Design und die Kennzeichnung sowie verpflichtende Abfallbewirtschaftung und -beseitigung durch die Hersteller. Die neuen Regeln würden zwei Jahre nach Verabschiedung durch Rat und Parlament in Kraft treten.
Europäische Kommission


EU-Parlament einigt sich auf strengeres Tierarzneimittelgesetz

Am gestrigen Donnerstag hat das EU-Parlament beschlossen, dass bestimmte antibiotische Wirkstoffe nicht mehr bei Tieren zum Einsatz kommen dürfen, sondern der Behandlung des Menschen vorbehalten sind. Der Einsatz von Antibiotika zur Krankheitsprävention von Tiergruppen darf nicht mehr erfolgen. Die Behandlung muss auf erkrankte Einzeltiere beschränkt werden. Zudem muss ein besonders hohes, vom Tierarzt festgestelltes Infektionsrisiko vorliegen. Auch werden künftig die Auflagen für einen metaphylaktischen Einsatz strenger. Zudem sollen künftig importierte Lebensmittel den EU-Normen entsprechen müssen. Das bedeutet, dass keine Antibiotika zur Förderung des Wachstums eingesetzt worden sein dürfen. Weiterhin soll es verschiedene Anreize für die Entwicklung neuer Wirkstoffe geben. Ziel aller dieser strengeren Vorschriften ist die Bekämpfung der steigenden Zahl von Antibiotikaresistenzen. Sollte der EU-Rat diesem Entwurf zustimmen, haben die Mitgliedsländer drei Jahre Zeit, die Bestimmungen umzusetzen.
Agrarheute.com


Verarbeitung von Lebens- und Futtermitteln steht im Fokus beim BfR-Workshop

Mehr als 100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden zu einem vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ausgerichteten Workshop erwartet, der am 25. und 26. Oktober in Berlin stattfindet. Zum Thema „Bewertung von Rückständen und Kontaminanten in verarbeiteten Lebens- und Futtermitteln“ werden Vertreter der Bundes- und Landesbehörden sowie der Lebens- und Futtermittel verarbeitenden Industrie ein einheitliches Vorgehen bei der Anwendung und Ableitung von Verarbeitungsfaktoren diskutieren. „Genaue Kenntnis darüber, ob und in welchem Umfang diese Veränderungen erfolgen, ist wichtig, um die Exposition gegenüber diesen Stoffen über die Nahrung und damit das gesundheitliche Risiko für Verbraucher oder Nutztiere realistisch einschätzen zu können“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.Nicht selten besteht Rechtsunsicherheit, wenn die Verkehrsfähigkeit von Produkten unter Verwendung von Verarbeitungsfaktoren beurteilt wird, denn Rückstände und Kontaminanten in Lebens- und Futtermitteln können sich unter den Bedingungen der Weiterverarbeitung verändern. Auch für verarbeitete Lebensmittel gilt die Verpflichtung der Lebensmittelunternehmer, die Einhaltung von Rückstandshöchstgehalten oder maximal tolerablen Konzentrationen in den Lebensmitteln zu gewährleisten.
idw


Akademien geben Empfehlungen zur Verbesserung der Biodiversität

In den letzten 25 Jahren ist die Artenvielfalt in Deutschland stark zurückgegangen. Gründe dafür sind unter anderem der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Überdüngung von immer mehr bewirtschafteten Ackerbauflächen sowie die zurückgehende Strukturvielfalt. Die Arbeitsgruppe „Biodiversität in der Agrarlandschaft“ der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften empfiehlt daher Sofortmaßnahmen, die durch die anstehende Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik finanziert werden könnten. Im Rahmen einer Veranstaltung am Mittwoch dieser Woche haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Vorschlag in einer Kurz-Stellungnahme vorgestellt. Außerdem wurden die Kennzeichnung von Produkten aus biodiversitätsfreundlicher Produktion durch den Handel als auch die Anregung von Kreisen und Kommunen zur Förderung des Artenreichtums auf ihren Flächen nahegelegt. Um die Datenlage zu verbessern, empfehlen die Akademien ein bundesweites und standardisiertes Monitoring der biologischen Vielfalt. Die Ergebnisse der Veranstaltung, an der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Forschung und Praxis teilnahmen, fließen in die weitere Arbeit der Akademien-Arbeitsgruppe ein. Diese arbeitet an einer umfangreicheren Stellungnahme über den Zustand der Agrarökosysteme, und wird Empfehlungen geben, wie Agrarlandschaften einen Lebensraum für eine große Artenvielfalt bieten können.
idw


25.10.2018

Heimische Wildtierpopulationen müssen bei der Tierseuchenbekämpfung miteinbezogen werden

Pestis des Petits Ruminants (PPR) ist eine im westlichen Raum kaum bekannte, virale und häufig tödlich endende Krankheit kleiner Huftiere, wie beispielsweise Ziegen. Neben ökonomischen Verlusten stellt sie im asiatischen und afrikanischen Raum auch eine Bedrohung für die Wildtierpopulation dar. WildtierbiologInnen des Royal Veterinary College, der Wildlife Conservation Society (WCS), der Food and Agricultural Organization der Vereinten Nationen (FAO) sowie der Vetmeduni Vienna haben nun in einem Scientific Letter im renommierten Fachjournal Science explizit diese Bedrohung am Beispiel der mongolischen Saigas, einer ursprünglichen Antilopenart, zum Thema gemacht. Eine Sterblichkeitsrate von über zwei Drittel der ohnehin bedrohten Saigas im Jahr 2017 sei ein mahnendes Beispiel für die Auswirkung des PPR-Virus auf die Wildtierpopulation. Die Situation bei den Saigas ist aber sogar noch dramatischer, da dies schon der zweite Fall in weniger als zwei Jahren ist, bei dem es zum Massensterben dieser Tiere durch eine virale Infektion kam. Für das bedrohliche Massensterben sind demnach der voranschreitende Klimawandel, dem Überschwappen von Pathogenen wie der PPR sowie der Ressourcenverringerung durch die Landwirtschaft verantwortlich. Die Autoren betonen daher das dringend notwendige Miteinbeziehen der heimischen Wildtierpopulationen in regionale Überwachungsprogramme. Nur so kann die weltweite Auslöschung des PPR-Virus richtig vorangetrieben werden. PPR besitzt eine große Bedeutung hinsichtlich der Lebensweise ländlicher Gemeinden, der Bewahrung der Biodiversität sowie der nationalen und letztlich auch globalen Wirtschaft. Wiederholtes Massensterben von wilden, kleinen Wiederkäuern in der Steppe und den Bergen im mittleren Osten und Ost-Asiens stellt ein Warnsignal hinsichtlich der Auswirkung des Virus auf die Bewahrung der dort lebenden Wildtierpopulationen dar.
Vetmeduni Wien


StIKo Vet empfiehlt Impfung von Pferden gegen das West-Nil-Virus

Nachdem Anfang September 2018 die ersten Fälle von West-Nil-Virus (WNV) bei Vögeln und nachfolgend auch bei zwei Pferden in östlichen Teilen Deutschlands nachgewiesen worden sind, hat die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) eine Stellungnahme zu WNV veröffentlicht. Da in den nächsten Jahren mit einer weiteren Ausbreitung in Deutschland zu rechnen ist, empfiehlt die StIKo Vet, Pferde in den bereits betroffenen Gebieten gegen WNV zu impfen. Eine flächendeckende Impfung von Pferden im gesamten Bundesgebiet hängt von der weiteren Seuchenentwicklung ab. Einen Impfstoff gegen WNV für den Menschen gibt es nicht, für die Anwendung beim Pferd sind jedoch in Europa derzeit drei WNV-Impfstoffe zugelassen. Für alle drei Impfstoffe gilt, dass sich Pferde trotz der Impfung mit dem Virus infizieren können, doch verhindern siedie klinischen Ausprägungen der Infektion weitestgehend und sie verkürzen die Dauer der Virämie deutlich. Dadurch reduziert die Impfung auch die Viruslast während dieser Phase.Die Einführung einer Pflichtimpfung ist aus Sicht der StIKo Vet jedoch nicht sinnvoll. Die Stellungnahme ist auf der Seite der StIKo Vet nachzulesen.
StIKo Vet


Die Katze im Fokus auf dem 23. ZZF-Symposium

Rund 90 Tierärzte, Zoofachhändler und andere Experten der Heimtierbranche haben am 23. Fachsymposium des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) e.V., einer gemeinsamen Veranstaltung des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte(BpT) e.V. , des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte (BbT)e.V. und des ZZF am vergangenen Wochenende teilgenommen. Zentrales Thema der Diskussionen war die Katze. Dr. Petra Kölle widmete sich in ihrem Eröffnungsvortrag der Züchtung neuer Rassen.„Gerade bei denen sich immer größer werdender Beliebtheit erfreuender Hybridkatzen kommt es häufig zu Totgeburten oder sie sind aufgrund des ererbten Verhaltens für die Wohnungshaltung ungeeignet“, erläuterte die Fachtierärztin die Problematik. Unter Hybridkatzen werden Nachkommen von Verpaarungen zwischen Haus- und Wildkatze verstanden. Weitere Vorträge hatten unter anderem Barfen und die bedarfsgerechte Fütterung von Katzen, das Jagd- und Fressverhalten der Stubentiger oder die katzengerechte Ausstattung im Fokus. In der abschließenden Podiumsdiskussion „Katzenhaltung ist ganz einfach?“ wurden einzelne Aspekte der Vorträge gemeinsam von Referenten und Teilnehmern noch einmal aufgegriffen und teilweise kritisch diskutiert.
ZZF


24.10.2018

Hundegipfel: ÖTK-Präsident fordert einheitlichen Ausbildungsstandard für HundehalterInnen

Gesundheitsministerin Mag. Beate Hartinger-Klein hat am vergangenen Montag VertreterInnen der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK), des Kynologenverbands, der Veterinärmedizinischen Universität Wien sowie die zuständigen ReferentInnen der Bundesländer und ExpertInnen der Sektion zu einem Runden Tisch eingeladen. Zentrales Thema war das Erwirken einer einheitlichen Gesetzgebung bei der Hundehaltung sowie einzelne Landesgesetze, Statistiken von Hundebissen und deren Risiken sowie weitere mögliche künftige Regelungen. „Derzeit gibt es bundesweit einen regelrechten Fleckerlteppich an Bestimmungen, vom Hundeführschein in Wien bis zur Kampfhunde-Liste in Vorarlberg. Die gesetzlichen Anforderungen an die Sachkunde des Hundehalters schwanken von verpflichtend bis freiwillig, mit unterschiedlichsten Ausbildungsstandards, die kaum miteinander verglichen werden können“, so Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer und praktizierender Tierarzt. Die ÖTK plädiere für einen bundesweiten einheitlichen zertifizierten Ausbildungsstandard für HundehalterInnen. Frühwirth zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis des Hundegipfels.
ÖTK


Arla: Landwirte der Genossenschaft werden bald nur noch GVO-frei füttern

Die Molkereigenossenschaft Arla Foods wird ihre Milchproduktion in der Region Zentraleuropa vollständig auf GVO-freie Fütterung umstellen. Diese Entscheidung gilt für alle Arla-Landwirte in Deutschland sowie in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg. Die Landwirte dürfen nur noch nicht gentechnisch veränderte Futtermittel an ihre Kühe verfüttern. „Mit der getroffenen Entscheidung, zukünftig nur noch GVO-frei zu füttern, zeigen unsere Landwirte einmal mehr, dass sie die Genossenschaft konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden ausrichten und auf entsprechende Marktveränderungen reagieren. In Deutschland wächst die Nachfrage nach diesen Milchprodukten kontinuierlich und Handel sowie Verbraucher sind bereit, mehr dafür zu bezahlen“, erklärt Markus Mühleisen, Deutschland-Chef von Arla Foods. Die vollständige Umstellung soll bis Ende des Jahres 2019 erfolgen und beginnt in Kürze. 


topagrar


TiHo Hannover lädt zum Tag der offenen Tür ein

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover wird am 3. November 2018 von 11 bis 16 Uhr im Rahmen des "Novembers der Wissenschaft" ihre Türen öffnen. Unter dem Motto „Wissensschatz – Wissen schafft Schätze“ sind interessierte Besucher eingeladen, sich zu aktuellen Themen wie zum Beispiel Ferkelkastration und Ebergeruch, Antibiotikaresistenzen, Tierernährung oder Parasiten bei Geflügel zu informieren. Weiterhin bieten die Organisatoren eine Wissensschatzsuche im Escape-Room und Führungen durch die Pferdeklinik an. Der Tag der offenen Tür an der TiHo findet im Bünteweg 2 bis 17 in Kirchrode statt.
idw


350.000 Tonnen Einwegmüll in Deutschland: Grüne fordern Bundesregierung zum Handeln auf

Der NABU hat erstmals in einer aktuellen Studie das Abfallaufkommen in Deutschland im Jahr 2017 analysieren lassen. Demnach haben die Abfallmengen in den letzten 23 Jahren insgesamt um 44 Prozent zugenommen. Auffällig angestiegen ist der Kunststoffmüll: dieser wuchs um 72 Prozent. Im ganzen Jahr 2017 fielen in Deutschland etwa 350.000 Tonnen Abfall für Einweg-Verpackungen an. Dazu forderte Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik (Bündnis 90/ Die Grünen), die Bundesregierung zum Handeln auf. Sie forderte die gesetzliche Verankerung eines Abfallreduktionsziels von minus 50 Prozent bis 2030, da Deutschland im europäischen Vergleich Schlusslicht bei der Vermeidung von Verpackungsmüll sei. „Wir wollen Wegwerfprodukte konsequent durch Mehrweglösungen ersetzen, denn Einwegalternativen aus beschichtetem Papier oder Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen sind häufig nicht umweltfreundlicher als das Plastik-Wegwerfprodukt“, so Hoffmann. Damit immer weniger Müll produziert werde, sei die Einführung einer Abgabe auf Wegwerfprodukte wie Coffee-To-Go-Becher und Take-Away-Essensverpackungen dringend notwendig.
Bndnis 90/ Die Grünen
NABU


BSE-Fall in Schottland

Auf einem Rinderhaltenden Betrieb in der Grafschaft Aberdeenshire in Schottland ist ein Fall von Boviner Spongiformer Enzephalopathie (BSE) im Rahmen der Untersuchungen des BSE-Monitoringprogramms festgestellt worden. Das Rind war zuvor verendet. Alle verendeten Rinder, die älter als vier Jahre sind, müssen demnach auf BSE untersucht werden. Da kein Fleisch in die Lebensmittelkette gelangte, besteht für die Verbraucher keine Gefahr.
DEFRA
BSE Guidance GB


23.10.2018

West-Nile bei einem Pferd in der Türkei

In der Türkei ist erstmals seit 2014 wieder eine Infektion mit dem West-Nile-Virus bei einem Pferd nachgewiesen worden, wie die Weltorganisation für Tiergesundheit mitteilt. Die genaue Infektionsquelle ist noch nicht bekannt. Da sich die Türkei allerdings innerhalb der Zugrouten von Wildvögeln befindet und das West-Nile-Virus auch auf dem Balkan aktiv ist, wird davon ausgegangen, dass das Virus über Wildvögel in die betroffene Region gelangt ist und dann durch Stechmücken auf das Tier übertragen wurde.
OIE


Vereinbarung für Dürrehilfsprogramm von allen Bundesländern unterzeichnet

Insgesamt 14 Bundesländer hatten sich entschieden, am Bund-Länder-Dürrehilfsprogramm teilzunehmen. Mittlerweile haben alle teilnehmenden Bundesländer die entsprechende Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet, wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mitteilt. Bund und Länder hatten sich entschieden, von der extremen Trockenheit dieses Sommers betroffenen Landwirten mit insgesamt 340 Millionen Euro unter die Arme zu greifen. Dabei werden Bund und Länder jeweils die Hälfte der Hilfen tragen. Voraussetzung für den Erhalt der Hilfen ist, dass die Betriebe Ernteeinbußen von mindestens 30 Prozent erlitten haben und dadurch in eine existenzgefährdende Situation geraten sind. Um diese Hilfen überhaupt auflegen zu können, hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die Trockenheit als außergewöhnliches Witterungsereignis von nationalem Ausmaß eingestuft. Die Umsetzung und die Auszahlung des Hilfsprogramms wird über die Länder erfolgen.
BMEL


22.10.2018

ASP: Änderung des Bundesjagdgesetzes beschlossen

Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu vermeiden, hat der Bundesrat am letzten Freitag dem Gesetz zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und des Bundesjagdgesetzes zugestimmt. „Noch nie war die Bedrohung durch die ASP in Deutschland so deutlich wahrnehmbar wie jetzt“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus, der eindringlich für die Zustimmung zu dem Gesetz plädiert hatte. Insgesamt wurden in Osteuropa und Belgien bereits 4217 Fälle von ASP bei Wild- und 1269 Fälle bei Hausschweinen nachgewiesen. Neben Regelungen zur Beschränkung des Personen- und Fahrzeugverkehrs wurden Maßnahmen zur Absperrung von Gebieten, in denen die ASP festgestellt wurde, und zur möglichen Beschränkung bzw. zu einem Verbot der Ernte auf landwirtschaftlichen Flächen in einem Ausbruchsgebiet gesetzlich geändert. Zudem sollen Infektionsmöglichkeiten gesunder Wildschweine durch eine vermehrte Fallwildsuche verringert werden. Andere Personen als den Jagdausübungsberechtigten sind demnach im Ernstfall auch zur Bejagung der Wildschweinbestände berechtigt. Mit der Änderung des Bundesjagdgesetzes (Artikel 2) erhalten die Länder die Möglichkeit, Ausnahmen für die Jagd in Setz- und Brutzeiten auch aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung bestimmen zu können.
Regierung Mecklenburg-Vorpommern


Neue Strahlenschutzverordnung und Strahlenschutzgesetz sollen Ende des Jahres in Kraft treten

In der vergangenen Woche hat der Bundesrat der von der Bundesregierung beschlossenen Verordnung zur weiteren Modernisierung des Strahlenschutzrechts mit Maßgaben zugestimmt. Dazu erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter: "Das Strahlenschutzrecht ist für viele Lebensbereiche relevant und hat weitreichende Bedeutung für die menschliche Gesundheit. Es ist wichtig, dass wir in diesen Bereichen gute Regelungen haben, die Bürgerinnen und Bürgern einen umfassenden Schutz vor schädlicher Strahlung gewähren." Im kommenden November wird das Bundeskabinett den Änderungsvorschlägen des Bundesrates voraussichtlich zustimmen. Die neue Strahlenschutzverordnung wird dann gleichzeitig mit dem Strahlenschutzgesetz Ende des Jahres in Kraft treten, die Regelungen zum Schutz vor der schädlichen Wirkung nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen Ende 2020. Die Regelungen zur ionisierenden Strahlung reichen vom beruflichen über den medizinischen Strahlenschutz bis hin zum Schutz der Bevölkerung.
BMU


Affenkinder werden ihren Eltern mit wachsendem Alter immer ähnlicher

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und der Universität Leipzig haben herausgefunden, dass die Gesichter von Affenkindern mit zunehmendem Alter denen der Eltern immer mehr ähneln. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, wurden Probanden (Forschende und Tierpfleger) vor die Aufgabe gestellt, digitale Bilder von jungen Rhesusaffen dem Gesicht eines Elternteils zuzuordnen. Die Gesichter sehr junger Tiere konnten die Teilnehmer voneinander unterscheiden, doch erst in einem Alter kurz vor Eintritt in die Pubertät war es ihnen möglich, diese korrekt einem Elternteil zuordnen.„Unsere Forschung zeigt, dass Hinweise auf Vaterschaft (und Mutterschaft) in den Gesichtern von Rhesusaffen vorhanden sind, und dass die Tiere diese Informationen unter natürlichen Bedingungen spontan wahrnehmen“, erklärt die leitende Autorin Anja Widdig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. „In zukünftigen Studien möchten wir herausfinden, ob diese visuellen Informationen von den Affen tatsächlich genutzt werden und welche Vorteile es ihnen ganz konkret bringt, verwandte und nicht verwandte Tiere in unterschiedlichen Lebensabschnitten als solche erkennen zu können.“ Denn bei freilebenden Tieren bestimmt eine Ähnlichkeit von Gesichtern, ob der Vater das mutmaßliche Kind fördert oder ob er dieses diskriminiert.Das Jungtier dann auch als Verwandten zu erkennen, kann evolutionäre Vorteile mit sich bringen, wie zum Beispiel eine bevorzugte Behandlung von Verwandten, die ja gemeinsame Gene teilen, oder eine optimale Partnerwahl, um Inzucht zu vermeiden. Die Ergebnisse der Studie belegen zum ersten Mal, dass körpereigene visuelle Hinweise auf Verwandtschaft bei Tieren verstärkt nachweisbar werden, wenn sie die Pubertät erreichen.
Max-Planck-Gesellschaft


19.10.2018

Empfehlungen zur Eindämmung und Eliminierung der Lumpy Skin Disease veröffentlicht

Ein von der European Food Safety Authority (EFSA) veröffentlichter Bericht zur Lumpy Skin Disease (LSD) enthält Empfehlungen zur idealen Dauer von Impfprogrammen zur Eliminierung der Krankheit und untersucht die Wahrscheinlichkeit ihres Wiederauftretens sowie mögliche Überwachungsmethoden. Die Ausbruchszahlen von Lumpy Skin in der Balkanregion sind um 95%, von 7.483 im Jahr 2016 auf 385 im Jahr 2017, zurückgegangen. Im Jahr 2018 wurden in Südosteuropa keine Ausbrüche gemeldet, während im europäischen Teil der Türkei ein Ausbruch gemeldet wurde. Die Dauer des Impfprogramms richtet sich nach der Wirksamkeit der Impfung, also wie ausgeprägt diese die Tiere vor der Krankheit schützt, und der Anzahl der geimpften Herden. Wenn beispielsweise die Impfung bei 80% der geimpften Tiere wirkt, ist ein zweijähriges Programm mit einer Abdeckung von 90% der Herden ausreichend. Ein erneutes Aufflammen der Erkrankung nach der Durchführung eines Impfprogramms hängt hauptsächlich davon ab, wie wahrscheinlich es ist, dass infizierte Tiere aus betroffenen benachbarten Gebieten eingeschleppt werden. Aber auch eine mögliche Persistenz des Virus in Vektoren wie Zecken und Insekten bzw. in der Umwelt muss an dieser Stelle berücksichtigt werden.
EFSA


Professor Blaha spricht sich für Videoüberwachung und Tiergesundheitsdatenbank aus

Der Ruf nach einer standardisierten Videoüberwachung von Schlachthöfen wird lauter. Anlässlich der jüngst bekannt gewordenen Tierschutzverstöße auf einem Schlachthof in Bad Iburg hat nun auch der Vorsitzende der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT), Prof. Dr. Thomas Blaha, die flächendeckende Einführung der Videoüberwachung gefordert. Er sagte zur Neuen Osnabrücker Zeitung: „Wir brauchen Videokameras auf den Schlachthöfen, um Tierschutzverstöße zu dokumentieren. Hier muss sich Deutschland ein Vorbild an England nehmen.“ In Großbritannien wird die Videoüberwachung von Schlachthöfen am 5. November 2018 verpflichtend eingeführt. Weiterhin sprach sich Blaha dafür aus, eine deutschlandweite Tiergesundheitsdatenbank aufzubauen. „Darin könnte festgehalten werden, wie viele Tiere auf einem Bauernhof sterben, welche Krankheiten im Schlachthof festgestellt werden und wie viele Kadaver in Tierkörperbeseitigungsanstalten angeliefert werden.“ Auf diese Weise wären effektivere Kontrollen möglich. Gleichzeitig kritisierte er den fehlenden politischen Willen für eine nachhaltige Abschaffung der Missstände.
NOZ


Zoonosenforscher fordern mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Bekämpfung

Erreger von Infektionskrankheiten lassen sich durch Ländergrenzen nicht stoppen und sie stellen die Weltgesundheit immer wieder vor große Herausforderungen. Aktuell beraten rund 350 Wissenschaftler sowie Human- und Veterinärmediziner aus dem In- und Ausland darüber, wie sie am besten erforscht, beobachtet und eingedämmt werden können. „Global Health ist ein großes Thema für Forschung und Politik, denn globale Gesundheitsrisiken durch Pandemien sind in Zeiten der Globalisierung hochaktuell“, sagte Prof. Dr. Christian Drosten von der Charité – Universitätsmedizin Berlin zur Eröffnung des Nationalen Symposiums für Zoonosenforschung am Mittwoch in Berlin. „Die Stärkung der Zoonosenforschung steht auch weiterhin im Fokus der Bundesregierung, was für die hohe Relevanz dieser Forschung spricht“, stellte Michael Engels vom Bundesministerium für Verteidigung (BMVg). Es ist wichtig, Interaktionen zwischen menschlichem Verhalten, Lebensräumen von Tieren, Krankheitsüberträgern und der Umwelt zu verstehen. Zu den weltweiten Risikofaktoren für Übertragungen zählten zum Beispiel enge Nutztierkontakte, die Zerstörung von Lebensräumen wildlebender Tiere sowie zunehmende Interaktionen zwischen Mensch und Wildtier z.B. durch die Haltung eines Wildtieres als Haustier. Auch der Klimawandel trage zur Verbreitung von Krankheitsüberträgern wie Mücken oder Zecken bei. Um die Verbreitung zoonotischer Infektionen zu verhindern, sei eine bessere Kommunikation der Risiken und eine bessere Aufklärung und Bildung der Bevölkerung zur Übertragung von Krankheiten zwischen Mensch und Tier notwendig, ebenso wie eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Veterinärmedizinern und Umweltwissenschaftlern sowie politischen Entscheidungsträgern.
TMF


18.10.2018

US-Landwirtschaftsministerium unterstützt klimageschädigte Landwirte mit 4,8 Milliarden Dollar

Nicht nur in Europa haben die Landwirte in diesem Jahr unter schwierigen klimatischen Bedingungen gelitten, die teilweise zu schweren und existenzgefährdenden Ernteeinbußen geführt haben. Auch in den USA haben die Landwirte in diesem Jahr schwere Verluste durch klimatische Ereignisse wie anhaltende Trockenheit, Brände und vermehrt auftretende Wirbelstürme sowie Überflutungen hinnehmen müssen. Das US-Agrarministerium USDA wird nun die Betroffenen mit mehr als 4,8 Mrd. USD (4,76 Mrd. Fr.) zusätzlich unterstützen.
KTTN


Nicht nur ältere Hunde leiden an Arthrose

Gerade ältere Hunde leiden unter einer chronischen Veränderung eines oder mehrerer Gelenke (Arthrose). Doch auch junge Hunde können erkranken. Gründe für eine Arthrose können Rasse und Größe sein, aber auch anatomische Fehlstellungen, Übergewicht, übertriebenes Training oder bakterielle Infektionen können eine Rolle bei der Entstehung spielen, erklärt der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT). Gelenkschmiere, die sogenannte Synovia, sorgt dafür, dass sich Gelenkflächen reibungslos gegeneinander bewegen können. Harte Stöße, wie sie beim Laufen und Springen entstehen, werden durch die Synovia abgefedert. Bei Störungen entstehen dauerhafte Schäden des Gelenks, die dem Tier Schmerzen bereiten. Eine Heilung einer einmal entstandenen Arthrose ist nicht möglich, doch kann der Tierarzt durch die Gabe von Schmerzmitteln die Symptome lindern. Ist das Tier dannweitestgehend schmerzfrei, können Therapien unterschiedlichster Art erfolgen. Dies kann beispielsweise ein kontrolliertes Bewegungstraining sein, damit die Gelenke nicht ganz "einrosten". Geeignet sind häufigere, aber kürzere Spaziergänge. Weitere Therapiemöglichkeiten können Massagen, Kälte- und Wärmeanwendungen, Ultraschalltherapien oder Bewegung auf Unterwasserlaufbändern sein. Letzteres hat zudem einen positiven Nebeneffekt: Hunde, die sich regelmäßig bewegen, nehmen weniger zu, was dann wiederum die Gelenke entlastet. In zahlreichen Tierarztpraxen werden verschiedene Formen der Hundephysiotherapie bereits angeboten.
BfT


Große Artenvielfalt fördert und hemmt die Ökosystemstabilität

Artenreiche Ökosysteme gelten aus wissenschaftlicher Sicht als stabiler gegenüber Störungen wie Dürren, Hitzeperioden oder Pestiziden. Ökologen der Universität Zürich und der Eawag fanden jetzt jedoch heraus, dass ein erhöhter Artenreichtum unter gewissen Umweltbedingungen auch zu größerer Instabilität führen kann. Für ihre Untersuchungen benutzten die Wissenschaftler sechs Arten von Wimpertierchen als Modellorganismen. In Probengläsern erzeugten sie durch eine unterschiedliche Anzahl und Kombination der Einzeller Mini-Ökosysteme, die sie daraufhin bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad gedeihen ließen. Die erhöhten Temperaturen simulierten eine klimatische Veränderung, da die verwendeten Wimpertierchen normalerweise bei 15 Grad Celsius leben. Anschließend wurde mit Hilfe einer neuartigen Videoauswertungstechnik analysiert, wie stabil die Biomasseproduktion in den kleinen Ökosystemen war. Sie fanden heraus, dass eine hohe Artenvielfalt gleichzeitig die Ökosystemstabilität fördert und hemmt. "Ökologische Stabilität ist komplex und besteht aus verschiedenen Komponenten. Das Experiment zeigt, wie sich die Artenvielfalt unterschiedlich auf die einzelnen Stabilitätskomponenten auswirkt", erklärt Frank Pennekamp, Erstautor der Studie. Konkret: Je vielfältiger die Artengemeinschaft in den Mini-Ökosystemen war, desto weniger schwankte die Biomasseproduktion – unabhängig von der Temperatur. Bei höheren Temperaturen zeigte sich jedoch, dass je mehr Arten sich im System tummelten, desto weniger Biomasse produzierten die Einzeller. "Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine höhere Artenvielfalt alleine nicht für die gesamtheitliche Stabilität eines Ökosystems ausreicht. Neben der Artenvielfalt braucht es auch Arten, die auf vielfältige Weise auf Umweltveränderungen reagieren können", sagt Florian Altermatt, Professor für Aquatische Ökologie der Eawag.
Universität Zürich


Multi-Organ-Chip soll Zahl der Tierversuche deutlich verringern

Seit langem forschen Industrielabore und Institute nach Möglichkeiten, Tierversuche zu ersetzen. Ingenieure des Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden wurden jetzt für den von ihnen entwickelten Multiorgan-Chip mit dem EARTO Innovation Award ausgezeichnet. Dieser Chip simuliert den Blutkreislauf und das Zusammenspiel der Organe von Tieren oder Menschen. Es handelt sich also um ein Mikrolabor auf einem Chip, der die Pharma- und Kosmetikindustrie bei der Entwicklung neuer Medikamente und Produkte unterstützen und die Zahl der Tierversuche verringern soll. „Wir sehen gute Chancen, sehr viele Tierversuche überflüssig zu machen“, betonte Dr. Udo Klotzbach, Geschäftsfeldleiter Mikrotechnik am Fraunhofer IWS. Der aus gestapelten Folien entwickelte Multiorgan-Chip hat in etwa das Format einer Tablettenschachtel. Nach Befüllung der Kammern mit Organzellen wird der künstliche Blutkreislauf in Gang gesetzt und der Testwirkstoff eingeleitet. Das Zusammenspiel zwischen den simulierten Organen zeigt, wie ein Tier oder Mensch auf den neuen Wirkstoff reagieren würde. Der Multiorgan-Chip kann zwar den Test am lebenden Organismus nicht vollständig ersetzen, jedoch in der langen Kette bis zur Marktzulassung viele Tierversuche überflüssig machen.
idw-online


17.10.2018

Schweineschlachtungen in Deutschland rückläufig

Im Zeitraum von Januar bis August 2018 sind in Deutschland weniger Schweine geschlachtet worden. Dies geht aus einer Meldung des Statistischen Bundesamtes hervor, wie topagrar berichtet. Demnach wurden in diesem Zeitraum 37,7 Millionen Schweinen und damit 1,8 Prozent weniger Tiere als im Vorjahr geschlachtet. Vor allem gingen die Schlachtungen bei den Tieren mit ausländischer Herkunft zurück. Hier betrug der Rückgang 18,1 Prozent.
topagrar.de


Alternativen zur Antibiotikabehandlung von Nutztieren vorgestellt

Die Initiative „Nachhaltige Pharmazie“ soll praxisnahe Lösungsansätze für das globale Problem der zunehmenden Antibiotikaresistenzen erarbeiten. Dafür wird sie von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell unterstützt. Ergebnisse von erfolgversprechenden Projekten wurden jetzt bei einem DBU-Forum mit Experten aus Wissenschaft, Politik, Tiermedizin und Agrarbranche beleuchtet und diskutiert. „Wir brauchen praxistaugliche Lösungsansätze, die einerseits die Gesundheit von Mensch und Tier gewährleisten und andererseits negative Auswirkungen auf die Umwelt verringern“, sagt Alexander Bonde, Generalsekretär der DBU. Eine der vorgestellten Lösungsansätze war die Bekämpfung von Mastitiden bei Milchkühen durch körpereigene Milchsäurebakterien. „Bei der Milchviehhaltung werden ähnliche antibiotische Wirkstoffe wie beim Menschen eingesetzt“, erläuterte Prof. Dr. Volker Krömker, Fachtierarzt für Milchhygiene an der Hochschule Hannover. Innerhalb des von der DBU fachlich und finanziell geförderten Projekts entwickelte er einen Mix dieser „guten“ Milchsäurebakterien, der das Eindringen und das Vermehren der „schlechten“ Entzündungsbakterien in der Milchdrüse bestmöglich verhindert. Tests hätten ergeben, dass an Mastitis erkrankte Kühe durch eine derartige innovative Milchsäurebakterien-Behandlung gleichermaßen gesund geworden seien wie durch die herkömmliche antibiotische Methode, aber keine Unverträglichkeiten festgestellt worden seien. Eine weitere praxistaugliche Alternative zu Antibiotika stellt die Behandlung der Colibacillose des Geflügels durch Bakteriophagen dar. Dies sind natürliche Widersacher von Bakterien, die Bakterien sehr spezifisch abtöten könnten. Mittlerweile stelle die Antibiotikaresistenz eine globale Bedrohung in der Human- und Tiermedizin dar. Hinzu komme, dass das Übertragen resistenter Bakterien zwischen Mensch und Tier wechselseitig möglich sei. Dafür verantwortlich seien der unsachgemäße und übermäßige Gebrauch von Antibiotika sowie Hygienemängel in der Human- und Veterinärmedizin. In der Nutztierhaltung und Lebensmittelproduktion bereite die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen ebenfalls Probleme. Sie erschwere nicht nur das Behandeln von Tieren, sondern habe auch nachteilige Folgen für den Tierschutz und führe zu wirtschaftlichen Einbußen für Tierhalter. Nicht zuletzt stelle auch die Kontamination von Lebensmitteln durch resistente Erreger für die Verbraucher ein Risiko dar. Die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen habe auch enorme wirtschaftliche Folgen. Das Weltwirtschaftsforum zähle die Antibiotikaresistenz mittlerweile zu den größten Risiken für die Weltwirtschaft. Prognostiziert würden steigende Kosten durch die Behandlung resistenter Infektionserreger und erhöhte Morbiditäts- und Mortalitätsraten in den nächsten Jahren. Dass die Gesamtmenge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika zwischen 2011 und 2017 um 57 Prozent zurückgegangen sei, ändere am Grundproblem nur bedingt etwas, so Bonde.Um auch zukünftigen Generationen Zugang zu sicheren und wirksamen Antibiotika zu ermöglichen, rät die DBU in ihrer Fachinformation „Arzneimittelrückstände in der Umwelt“, unnötige Antibiotikaverordnungen abzustellen sowie Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen zu verbessern. In der Tierhaltung müssten Stallmanagement, Abluftmanagement, Herdengröße sowie die Verabreichungspraxis der Arzneimittel über Futter beziehungsweise Tränkwasser überdacht und gegebenenfalls geändert werden.
DBU
VetMAB- Antibiotikaminimierung im Stall


BbT-Vorstand wiedergewählt

Am 30. September 2018 ist im Rahmen der Sitzung des erweiterten Vorstandes des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte e. V. (BbT) in Bagnoles de l'Orne der Vorstand für die nächsten vier Jahre gewählt worden. Die Wahl kann als Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder gesehen werden, da alle sich bereits im Amt befindenden Personen auch die kommenden vier Jahre in Amt und Würden bleiben werden. Somit wird Dr. Holger Vogel auch in den kommenden vier Jahren als Präsident aktiv sein. 1. Vizepräsident und Ressortverantwortlicher Lebensmittelhygiene, Geschäftsführer bleibt DVM Toby Pintscher, 2. Vizepräsident und Ressortverantwortlicher Tierseuchen, Arzneimittel, Tierische Nebenprodukte bleibt Dr. Arno Piontkowski. Vizepräsidentin und Ressortverantwortliche europäische und Internationale Angelegenheiten ist und bleibt Dr. Cornelia Rossi-Broy und die Vizepräsidentin und Ressortverantwortliche Tierschutz heißt weiterhin Dr. Christine Bothmann. Dr. Christian Cegla ist Vizepräsident und Kassenführer sowie Ressortverantwortlicher Internet. Der Vorstand habe sich zum Ziel gesetzt, den amtstierärztlichen Dienst für die Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts fit zu machen, heißt es in einer Pressemitteilung des Vorstandes. Konkret ist die weitere Digitalisierung und Vernetzung der relevanten Daten von der Bundesregierung einzufordern, um mit dem vorhandenen Personal zielgerichteter und effektiver die Überwachung durchführen zu können. Parallel wird das Personalbedarfsprojekt mit bundesweiter Datenerhebung fortgesetzt.
BbT


16.10.2018

Keine Kostendeckung bei deutschen Milcherzeugern

Laut dem aktuellen Milch Marker Index (MMI) der MEG Milch Board lagen im letzten Quartal die durchschnittlichen Milcherzeugungskosten in der EU etwa 9 ct/kg über dem Milchauszahlungspreis. Der MMI zeigt auf, welchen Erzeugerpreis ein Landwirt mindestens erzielen muss, damit seine Milcherzeugungskosten gedeckt sind und ein Gewinn verzeichnet werden kann. Dieser lag im Juli 2018 in Deutschland bei 104. Seit einigen Monaten sind die Kosten für Futter und Energie gestiegen, gleichzeitig sanken die Rindererlöse, was zur Folge hatte, dass die Milcherzeugungskosten mit 43,28 ct/kg weiterhin gestiegen sind. Gleichzeitig sind die durchschnittlichen Auszahlungspreise um 1,04 ct/kg auf 34,56 ct gestiegen. Dennoch fehlten den Landwirten im Juli knapp 9 ct zur Kostendeckung.
Milch-Board.de


Millionen Vögel sterben jährlich durch Stromleitungen

Laut einer NABU-Studie fallen jährlich etwa 1,5 bis 2,8 Millionen Vögel den über 60.000 Kilometer Hoch- und Höchstspannungstrassen in Deutschland zum Opfer. Seit einem Jahr läuft nun eine bundesweite Erfassung von an Stromleitungen verendeten Vögeln, umKlarheit darüber zu erlangen, welche Arten besonders beeinträchtigt sind und wie viele Vögel genau durch die Stromtrassen getötet werden. Dazu haben der NABU und die Renewables Grid Initiative (RGI) 2017 eine Hotline und eine Online-Meldemöglichkeit für Vogelfunde an Freileitungen eingerichtet. „Es ist außerdem wichtig, dieses Naturschutzproblem bekannter zu machen. Mit überschaubarem Aufwand kann die Zahl der Vögel, die mit Leitungen kollidiert, verringert werden“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller dazu. Die bisher gesammelten Ergebnisse zeigen, dass Schwäne, Kraniche und Gänse besonders häufig, wahrscheinlich auf Grund ihrer Schwerfälligkeit, mit Stromleitungen kollidieren. Bisher gingen 30 Meldungen über 87 verendete Vögel ein. „Die Meldungen sind ein erster Hinweis, um Leitungsabschnitte zu identifizieren, an denen Vögel sterben. Je mehr Funde uns übermittelt werden, desto besser wissen die Netzbetreiber, wo sie etwa Vogelschutzmarkierungen anbringen müssen oder welche Gebiete sie bei der Netzausbauplanung besser umgehen sollten“, so NABU-Vogelschutzexperte Eric Neuling. Die Sicherung von Leitungen obliegt den Naturschutzbehörden der Länder. Doch bisher gibt es nur in Brandenburg und Thüringen eine zentrale Erfassung solcher Funde. Die Meldemöglichkeit von NABU und RGI soll durch eine bundeseinheitliche Fallsammlung, Auswertung und Information an die Netzbetreiber diese Lücke schließen.
NABU


Drei neue ASP-Fälle in China

Chinas Landwirtschaftsministerium hat drei neue Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Provinz Liaoning gemeldet. Bei einem der betroffenen Betriebe handelt es sich um eine Farm mit rund 20.000 Tieren nahe der Stadt Jinzhou. Ein weiterer Ausbruch betrifft einen Betrieb mit 1.500 Schweinen und einen mit 270 Tieren. Beide befinden sich ebenfalls in der Provinz Liaoning.
pig333


EU-Landwirtschaftskommissar hat Tierwohl-Maßnahmen in Niedersachsen kennengelernt

Auf Einladung der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hat der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit einer Delegation Niedersachsen besucht, um Tierwohl-Maßnahmen kennenzulernen. Im Mittelpunkt des Interesses von Vytenis Povilas Andriukaitis waren Möglichkeiten, das routinemäßige Schwanzkupieren in der Schweinehaltung zu vermeiden. Einen Einblick in die Praxis erhielt er am Freitag auf dem Betrieb von Familie Harleß in Schwienau im Landkreis Uelzen. Hier wurden umfangreiche Veränderungen im Stall, u.a. beim Licht, Futter, Klima, Beschäftigungsmaterial vorgenommen und analysiert, ob und was sich positiv auf das Schwanzbeißen auswirkt. Der Betrieb gehört zum Bundesprojekt „Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz (MuD Tierschutz)“. Gleichzeitig appellierte die Ministerin an die EU, die umfangreichen Bemühungen zur Verhinderung des Schwanzbeißens als Zeichen der aktiven Problemlösung zu würdigen. „Wir arbeiten intensiv an Maßnahmen, um die Vorgaben zu erfüllen. Ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wäre das falsche Signal aus Brüssel“, sagte sie in Richtung des EU-Kommissars. Außerdem setzte sich Otte-Kinast für tierschutzgerechte Tiertransporte in Drittländer ein. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum Tiere an vielen Grenzen nicht abgeladen und versorgt werden können.“ Sie appellierte an EU-Kommissar Andriukaitis, die EU-Verordnung umzusetzen.
Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Fachforum Bienen und Landwirtschaft will Bedingungen für Bienen verbessern

Am 25. und 26. September fand in Berlin das neue Fachforum „Bienen und Landwirtschaft“ der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) statt, an dem etwa 130 Fachleute teilnahmen. Im Fokus der Diskussionen stand die Frage, wie sich die Wechselbeziehungen zwischen Honig- und Wildbienen und der Landwirtschaft verbessern lassen. Unter dem Motto „Synergien erforschen, Lösungen entwickeln“ will das DAFA-Fachforum Konzepte entwickeln, die die Bedingungen für eine Entwicklung von Honig- und Wildbienen auf dem Land und in urbanen Räumen verbessern, sowie forschungsbasierte, praxistaugliche Lösungen finden, die nachhaltig zu einer flächenhaften Verbesserung der Situation führten.Eine Zusammenarbeit von Akteure und Entscheidungsträgern aus Wissenschaft, Imkerei, Landwirtschaft, Forschungsförderung und Politik sei von Nöten, um das Zusammenwirken von Bienen und Landwirtschaft zu verbessern, so lautete das Ergebnis der Teilnehmer. Nachdem das Wissen aus Praxis, Forschungsarbeiten und sozialwissenschaftlichen Ansätzen zusammengetragen worden sei, könne Forschungsbedarf festgelegt werden. Anfang des nächsten Jahres soll die Folgeveranstaltung stattfinden, hier soll der erste Entwurf einer Forschungsstrategie zu Bienen und Landwirtschaft diskutiert und weiterentwickelt werden. Eine Zusammenfassung der Veranstaltung, die DAFA-Geschäftsstelle, dem Institut für Bienenschutz des Julius Kühn-Instituts und dem Institut für Veterinär-Biochemie der Freien Universität Berlin ins Leben gerufen worden ist, und die Vorträge der Referenten sind auf der Website der DAFA zu finden.
idw
Deutsche Agrarforschungsallianz


15.10.2018

Streit um das Staatsziel Tierschutz entbrannt

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, hat das Argument der Bundestierärztekammer (BTK), die geplante Fristverlängerung für die betäubungslose Ferkelkastration sei verfassungswidrig, als nicht zutreffend kritisiert. Demnach verkenne der beim Fachgespräch im Deutschen Bundestag am 10.10.2018 bestellte Gutachter, Prof. Dr. Jens Bülte, die Bedeutung des Staatsziels Tierschutz. Hier sei nur eine einseitige und unzulängliche Auslegung des Art. 20 a Grundgesetz erfolgt, so Krüsken. Seiner Ansicht nach diene die Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel in das Grundgesetz der Angleichung der rechtlichen Ebenen für eine Abwägung zwischen den Interessen der Tiernutzung und dem Schutz der Tiere. "Bei der Fristverlängerung geht es darum, einen guten und praktikablen Einstieg in den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration zu schaffen, bei dem die kleinen und mittleren Betriebe nicht auf der Strecke bleiben", so Krüsken. Unterdessen streiten sich Union und SPD um die Formulierung des Entschließungsantrages zur angekündigten Fraktionsinitiative zur Änderung des Tierschutzgesetzes in puncto Fristverlängerung bei der Ferkelkastration. Dieser müsste noch in dieser Woche auf den Weg gebracht werden.
topagrar.de


Frankreich baut ASP-Schutzzaun

Um eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu vermeiden, wird Frankreich schon bald mit dem Bau eines Schutzzauns an der Grenze zu Belgien in den Gebietskörperschaften Ardennen, Meuse sowie Meurthe und Moselle beginnen. Das teilte das Französische Landwirtschaftsministerium in der vergangenen Woche mit. Zusätzlich hat die französische Regierung ein Jagdverbot in insgesamt 134 Gemeinden erteilt. Außerdem wurde in 91 Gemeinden entlang der französisch-belgischen Grenze der Zugang zum Wald untersagt. Zudem wurde in dieser Region die Forstbewirtschaftung eingestellt.
Fleischwirtschaft.de


12.10.2018

Gemeinsame Maßnahmen gegen Illegalen Wildtierhandel beschlossen

Die Teilnehmer der Illegal Wildlife Trade Conference haben sich gestern und heute (10.-11.10.) in London auf gemeinsame Maßnahmen gegen den illegalen Wildtierhandel geeinigt. So wollen rund 30 Institutionen aus dem Finanzsektor Wildtiereinkünfte künftig verstärkt als Wirtschaftskriminalität behandeln. Insgesamt waren Vertreter aus rund 60 Ländern beteiligt. Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte: „Ich freue mich, dass in Londonweitere konkrete Verabredungen getroffen wurden, die dem illegalenWildtierhandel den Kampf ansagen. Dass sich jetzt auch Banken, Tourismus-und Transportunternehmen engagieren, zeigt: Der illegale Artenhandel istklein Blümchenthema, hier geht es um organisierte Kriminalität, dieganze Länder destabilisiert.“ Die Bundesregierung wolle ihr hohesEngagement beibehalten, sie zähle international zu den größtenGeldgebern entsprechender Projekte. Der illegale Handel mit Produkten geschützter Arten, wie Elfenbein, ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Die Konferenz fand auf Einladung der britischen Regierung und des Königshausesbritischen bereits zum vierten Mal statt.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Illegal Wildlife Trade Conference


Europäisches Projekt will Softskills im Tiermedizinstudium stärken

Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo), der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universitäten in Zagreb, Wien, Budapest und Ljubljana sowie die europäische Akkreditierungsorganisation European Association of Establishments for Veterinary Education (EAEVE) und die internationale Studierendenvertretung International Veterinary Students Association (IVSA) erstellen ab Oktober im Projekt "SOFTVETS" einen Musterlehrplan für das Tiermedizinstudium, in dem nicht-fachliche Kompetenzen gestärkt werden. Dr. Christin Kleinsorgen aus der E-Learning-Beratung der TiHo sagt, dass unter anderem der Wunsch, Fächer wie Betriebswirtschaftslehre in den Lehrplan zu integrieren, immer mehr zunehme. Solche Fertigkeiten sind bisher nicht im Curriculum des Tiermedizinstudiums verankert. SOFTVETS will für die Bereiche kommunikative Kompetenzen, Unternehmertum und Entrepreneurship sowie digitale Kompetenzen Unterrichtsempfehlungen konzipieren. Der Plan soll schließlich europaweit Einsatz finden und zunächst in Zagreb, Budapest und Ljubljana getestet werden. Die Europäische Union fördert das Projekt unter der Federführung der Universität Zagreb über zwei Jahre im Erasmus+ Programm.
TiHo


Blauzungenvirus: Saisonale Häufung von Nachweisen im Spätsommer 2018

Im schweizerischen Kanton Jura ist im letzten Monat das Blauzungenvirus vom Serotyp 8 (BTV-8) bei einer Milchkuh und bei zwei Jungrindern festgestellt worden. In Frankreich gab es im August dieses Jahres sieben Fälle der Krankheit, bei einem der Fälle konnte auch noch BTV-4 nachgewiesen werden. In Spanien wurde bei einem Tier das Blauzungenvirus vom Serotyp 4 festgestellt, in Italien gab es vier Nachweise der Krankheit. Aufgrund der vektoraktiven Zeit war eine Zunahme der Krankheitsnachweise, im Vergleich zu den Vormonaten, zu erwarten, wie es auch in den Vorjahren zu beobachten war.
Radar Bulletin


Tierärzteverbände treffen Bundeslandwirtschaftsministerin

Vertreter der großen Tierärzteverbände trafen am Mittwoch, 10.10, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Staatssekretär Hermann-Onko Aeikens im Bundeslandwirtschaftsministerium, um über die Zukunft der Tierärzteschaft zu sprechen. Wichtige Diskussionspunkte waren der Tierärztemangel auf dem Land, die Notdienstproblematik, die strukturelle Überarbeitung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) und eine gesetzliche Verankerung der tierärztlichen Bestandsbetreuung. Klöckner bezeichnete die Tierärzte dabei als "für das Funktionieren des Gesamtsystems wichtige Berufsgruppe". Es waren die Vertreter des Bundesverbandes der praktizierenden Tierärzte (bpt), der beamteten Tierärzte (BbT), der Bundestierärztekammer (BTK) und des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) anwesend.
bpt e.V.


Tierarzt in Bayern an West-Nil-Fieber erkrankt

Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitgeteilt hat, ist ein Tierarzt am West-Nil-Fieber erkrankt. Dieser hatte einen aus einem Wildpark im Landkreis Ebersberg stammenden Bartkauz obduziert, der am West-Nil-Virus verendet war. Dabei ist der Tierarzt, der inzwischen wieder symptomfrei ist, höchstwahrscheinlich mit erregerhaltigen Körperflüssigkeiten des infizierten Tieres in Berührung gekommen. In Deutschland ist dies der erste bekannt gewordene Fall einer Übertragung von West-Nil-Virus auf einen Menschen. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt. Tote Vögel, die in der Natur gefunden wurden, sollten grundsätzlich nicht berührt werden, da ein Ansteckungsrisiko besteht. Sollten sich Funde von verendeten Vögeln häufen, sollte das zuständige Veterinäramt informiert werden.
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit


11.10.2018

Klöckner hebt Bedeutung des Ehrenamtes bei der Verleihung des Deutschen Tierschutzpreises hervor

Bei der Verleihung des Deutschen Tierschutzpreises am Dienstag, den 9.10. in Berlin sprach Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner insbesondere über die Bedeutung des Ehrenamtes in Deutschland: "Ohne die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich überall in Deutschland ehrenamtlich engagieren, zum Beispiel für den Tierschutz, wäre unser Land ärmer." Deshalb habe sie in ihrem Ministerium ein eigenes Referat für die Stärkung des Ehrenamtes im ländlichen Raum etabliert. Ihr Ziel sei es, dass Deutschland beim Tierwohl in der Nutztierhaltung eine Spitzenposition einnehme. Sie plädiere zudem dafür, Tierversuche auf ein Minimum zu beschränken und dafür, Tierheimen mehr Anerkennung und vor allem finanzielle Unterstützung zu schenken: "Hier sind die Städte und Gemeinden in der Pflicht", sagte Klöckner. Der Deutsche Tierschutzpreis wurde bereits zum 14. Mal vom Deutschen Tierschutzbund verliehen. Die Preisträger engagierten sich unter anderem im Tauben- und Wildtierschutz, als Betreiber eines Tierhortes, in der Unterstützung gemeinnütziger Projekte im Ausland und in schulischen Projekten zum Tierschutz.
bmel
Deutscher Tierschutzbund


Lidl und Bioland gehen Kooperation ein

Der Discounter Lidl wird ab Januar 2019 in seinen etwa 3.200 Filialen in Deutschland Produkte von Bioland-Bauern verkaufen. Der in Deutschland und Südtirol führende Verband für ökologischen Landbau und die Lebensmittelkette wollen so langfristig gemeinsam das Ziel verfolgen, hochwertige und heimische Bio-Produkte einer breitgefächerten Käuferschaft zum Kauf anzubieten sowie sich für eine nachhaltige Land- und Lebensmittelwirtschaft einzusetzen. Lidl wird nach und nach seine Bio-Eigenmarke durch Bioland-Produkte ersetzen. Der Präsident des Bioland e.V., Jan Plagge, zeigte sich zufrieden: „Unsere Erzeuger und Herstellerbetriebe erhalten so neue und dauerhaft sichere Absatzmöglichkeiten, zudem schützt jedes verkaufte Bioland-Erzeugnis das Tierwohl, die Umwelt und das Klima. Nur mit einer gesteigerten Nachfrage können weitere Bauern auf ökologischen Landbau umstellen.“
Presseportal


Aktuelle nationale Resistenzdaten für Tierpathogene erschienen

Aus dem Nationalen Monitoringprogramm GERM-Vet sind aktuelle Daten über die Resistenzlage tierpathogener Keime erschienen. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat dafür von April 2016 bis März 2017 2427 Bakterienisolate aus 13 Bundesländern auf die Empfindlichkeit gegenüber 24 antibiotischen Wirkstoffen geprüft. Die Stichproben stammen von klinisch erkrankten, antibiotisch unbehandelten Rindern, Schweinen, Geflügel, Kleintieren, Pferden, Fischen, sowie kleinen Wiederkäuern und wurden getrennt nach Indikation und Tierart untersucht. Die Ergebnisse sollen unter anderem Tierärzten Entscheidungshilfen für passende Therapien geben und gehen in Zulassungsverfahren von Tierarzneimitteln ein. Die Studie wird seit 2001 jährlich wiederholt.Sehr hohe Resistenzraten wurden bei Erregern von Enteritiden und Hautinfektionen, insbesondere bei Nutztieren festgestellt. E. coli und Staph. aureus wiesen gegenüber vielen Antibiotika Resistenzraten bis zu 87 Prozent auf. Auch die Resistenz gegenüber Cephalosporinen der neueren Generation und Fluorchinolonen lagen im stark erhöhten Bereich. Betrachtet man hingegen das Resistenzniveau von Erregern von Atemwegserkrankungen bei Rindern und Kleintieren, sieht man ein günstiges Ergebnis von höchstens 15 Prozent. Ähnlich ist der Wert für Mastitiden bei Milchkühen mit 18 Prozent. Wie schon in den Jahren zuvor fanden sich einzelne ESBL-Bildner unter den Klebsiellen-Spezies, die eine Resistenz gegenüber neueren Cephalosporinen bedingen. Bedenklich sind die hohen Resistenzraten von bis zu 76 Prozent gegenüber Tetrazyklinen, jedoch nur für Enterococcus faecalis und Streptococcus spp.Beim Geflügel ist der Septikämie-Erreger Staph. aureus mit einem Resistenzwert von bis zu 66 Prozent herausragend. In den letzten Jahren ist hier zudem ein Anstieg von Resistenzen gegenüber Enrofloxacin und teilweise den Cephalosporinen zu verzeichnen. Beim Schwein fanden sich zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit (67 Prozent) Methicillin-resistente Staph. aureus (MRSA).
BVL
VetMAB - Antibiotikaminimierung in der Veterinärmedizin


Berlin ist Ausrichter des World Health Summit 2018

Vom 14. bis 16. Oktober wird Berlin wieder Gastgeber für den World Health Summit sein. Die weltweite Gesundheitsversorgung und Prävention vermeidbarer Erkrankungen werden im Fokus der Diskussionen der 2000 teilnehmenden Experten stehen, doch auch eine weltweite Pandemie-Vorsorge und die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen sind zentrale Themen des Gipfels. Ziel des World Health Summit ist auch eine Optimierung des Zusammenspiels zahlreicher Initiativen, die alle die gemeinsamen Gesundheitsziele der Vereinten Nationen erreichen wollen. Zu der Veranstaltung werden 2.000 Teilnehmer und 300 Referenten aus 100 Ländern erwartet.
idw-online


10.10.2018

EU-Kommission veröffentlicht Vorschläge über Fangquoten von Tiefseefischen

Die EU-Kommission hat am vergangenen Dienstag Vorschläge für die Fangmengen für Tiefseefischarten im Nordostatlantik für die Jahre 2019 und 2020 unterbreitet. Dadurch sollen die Tiefseebestände im Nordostatlantik geschont und allmählich wieder auf ein nachhaltiges Niveau gebracht werden. Die meisten Tiefseearten sind inzwischen äußerst schutzbedürftig. "Mit unserem Vorschlag werden die Mitgliedstaaten aufgerufen, nach dem Vorsorgeansatz zu verfahren, um den besorgniserregenden Rückgang der Tiefseebestände umzukehren", so der für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei zuständige EU-Kommissar Karmenu Vella. „Es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, dafür zu sorgen, dass die Fischbestände in der Tiefsee in gutem Zustand sind, zum Wohl unserer Fischer und Küstengemeinden, zur Sicherung ihres Lebensunterhalts und zum Schutz unserer Meeresökosysteme. Außerdem hat sich gezeigt, dass nachhaltig bewirtschaftete Fischbestände und eine florierende Wirtschaft Hand in Hand gehen.“ Der Vorschlag der Kommission beruht auf wissenschaftlichen Gutachten.
EU-Kommission


Gewinner des Tierschutzforschungspreises 2018 stehen fest

Der diesjährige Tierschutzforschungspreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wird an zwei Wissenschaftler des Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie in Göttingen verliehen. Den beiden Forschern Dirk Görlich und Tino Pleiner ist es gelungen, sogenannte sekundäre Nanobodies zu entwickeln. Diese können die in Medizin und Forschung meistgenutzten Antikörper ersetzen und so die Anzahl der Tiere in der Antikörper-Produktion drastisch reduzieren. "Wir sind sehr glücklich, dass wir ein Verfahren entwickelt haben, das den Einsatz zahlreicher Versuchstiere überflüssig macht. Da uns das Thema Tierschutz sehr am Herzen liegt, freuen wir uns ganz besonders über diesen wichtigen Preis“, so Görlich. Jedes Jahr werden zehntausende Versuchstiere eingesetzt, um in großem Maßstab Antikörper, vor allem sekundäre Antikörper zu produzieren. Nanobodies stellen einen nachhaltigen Ersatz für die sekundären Antikörper dar. Unter Nanobodies werden Fragmente von besonders einfach aufgebauten Mini-Antikörpern aus Kameliden wie Alpakas verstanden. "Wenn wir die Nanobodies einmal aus einer kleinen Blutprobe eines Alpakas gewonnen haben, können wir sie in beliebiger Menge und beliebig oft in Bakterien vermehren. Daher hat die Technologie das Potenzial, die Anzahl der Tiere in der Antikörper-Produktion drastisch zu reduzieren und einen wesentlichen Beitrag zum Tierschutz in der Forschung zu leisten“, betont Pleiner. Der Tierschutzforschungspreis ist mit 25000 Euro dotiert. Für eine Bewerbung können Forscherinnen und Forscher zur Publikation akzeptierte oder bereits veröffentliche wissenschaftliche Arbeiten einreichen, die nicht älter als zwei Jahre sind.
BMEL
Max-Planck-Gesellschaft


Ausbruch der Klassischen Schweinepest in Brasilien bestätigt

Bereits Ende August 2018 ist in Brasilien die Klassische Schweinepest (KSP) ausgebrochen. Das bestätigte jetzt die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE). Betroffen war ein Betrieb mit 130 Schweinen in Ceara. Die Infektion wurde im Rahmen der Tiergesundheits-Überwachung des Landes entdeckt. Dies ist der erste Ausbruch der KSP in Brasilien seit 2009.
OIE


Milchproduktion in der EU auf Wachstumskurs

In der EU wird in diesem Jahr mit steigenden Milchanlieferungen an die Molkereien und Käsereien gerechnet. Erwartet wird ein Anstieg um 0,8% oder um 157,5 Mio. Tonnen gegenüber dem Vorjahr. Dies geht aus dem "Short Term Outlook 2018/2019" hervor, den die EU-Kommission bei der jüngsten Sitzung der Milchmarkt-Beobachtungsstelle in Brüssel vorgelegt hat. In der ersten Jahreshälfte wurde die Produktionssteigerung sogar noch größer eingeschätzt, aufgrund der anhaltenden Trockenheit und dem damit einhergehenden Futtermangel sowie den vermehrten Schlachtungen von Milchkühen werde der Anstieg nun doch geringer ausfallen. Vor allem die Milchviehhalter in Deutschland, Italien, Spanien und Polen steigerten ihre Produktion in diesem Jahr wieder deutlich, während die Produktion in Irland und in den Niederlanden sogar weiter sank.
Schweizerbauer.ch


MKS in Israel

Mitte September 2018 ist in Israel ein neuer Fall von Maul- und Klauenseuche (MKS) aufgetreten. Betroffen war ein kleiner Betrieb mit Rinder- und Schafhaltung im Norden des Landes. Laut den Aussagen des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BVL) der Schweiz tritt die MKS in Israel häufig saisonal von Januar bis Mai auf. Es wird von einem bedeutenden Risiko einer Einschleppung des Virus aus Nordafrika und aus der Türkei ausgegangen.
BVL


09.10.2018

Wie zufrieden sind Tierärzte - eine Umfrage soll Aufschluss geben

Von den ca. 30.000 approbierten Tierärztinnen und Tierärztin in Deutschland sind etwa ein Drittel nicht im klassischen Sinne kurativ tätig. Nach der Studie "Tiermediziner in Deutschland (2016)" wird nun die Situation der nicht-kurativ tätigen KollegInnen in Deutschland im Rahmen eines Dissertationsvorhabens an der Freien Universität Berlin erfasst. Ziel der Studie ist es, Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit nicht-kurativ und berufsfremd tätiger TiermedizinerInnen zu erfassen, auszuwerten und mit den Ergebnissen der vorangegangenen Studie zu ergänzen und zu vergleichen. Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit und zur Verbesserung der veterinärmedizinischen Ausbildung sollen aus den Erkenntnissen entwickelt werden. Die Online-Umfrage findet anonym statt und ist wissenschaftlich fundiert. Alle erhobenen Daten werden systematisch statistisch ausgewertet und zusammenfassend publiziert. Rückschlüsse auf Einzelpersonen sind nicht möglich. Die Teilnahme an dieser Umfrage dauert etwa 20 Minuten.
Zur Online-Umfrage


Erzeugerpreise für Milch erneut gestiegen

Die Erzeugerpreise für Milch sind in Deutschland im August weiter gestiegen. Durchschnittlich wurden 34,1 Cent pro Kilo Milch bezahlt. Im Vergleich zum Vormonat entspricht dies einem Plus von 0,7 Cent. Damit stiegen die Erzeugerpreise den dritten Monat in Folge. Die weitere Entwicklung wird jedoch laut Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) von der eingeschränkten Grundfutterversorgung bestimmt werden.
AMI


5,6 Millionen Euro vom BMEL für mehr Insektenschutz

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) übergibt heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 5,6 Millionen Euro zur Förderung von Projekten zum Insektenschutz.Gefördert werden ein Verbundvorhaben sowie ein Einzelvorhaben. "Unsere Insekten sind systemrelevant. Der Schutz der Insekten hat deshalb hohe Priorität. Wir können den politischen Rahmen setzen. Aber die Wissenschaftler und Praktiker bauen dafür das Fundament. Gemeinsam mit Praxisbetrieben richten sie zum Beispiel Landschaftslabore ein und untersuchen dort besonders insektenschonende Anbausysteme mit nachwachsenden Rohstoffen." Weiterhin wird eine Ackerbaustrategie entwickelt, die den Fokus unter anderem auf Insektenschutz und Biodiversität legt.
BMEL


Aviäre Influenza erstmalig bei Seeadlern in Deutschland festgestellt

Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) haben kürzlich erstmalig bei Seeadlern Infektionen mit dem hochansteckenden aviären Influenzavirus H5N8 nachgewiesen. Die Wissenschaftler hatten das Virus bei 17 Seeadlern entdeckt, die im Winter 2016/2017 in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg aufgefunden worden waren. 14 der Tiere waren bereits verendet. Bislang wurden Kollisionen mit einem Zug oder Bleivergiftungen für den unnatürlichen Tod der Greifvögel verantwortlich gemacht. Dann aber konnte eine Bleivergiftung durch die Messungen der Bleikonzentration in Niere und Leber als Todesursache ausgeschlossen worden. Letztlich gelang dann der Virusnachweis. Die tödlichen Infektionen mit dem Virus stellen den Schutz der etwa 750 Brutpaare in Deutschland vor neue Herausforderungen. Warum bei der H5N1-Epidemie vor 12 Jahren bei Seeadlern offensichtlich keine Infektionen nachgewiesen wurden und warum sie im Winter 2016/2017 so stark davon betroffen waren, sind nur eine der noch unbeantworteten Fragen, die die Forscher nun untersuchen werden.„Die Beobachtung, dass von den 17 Tieren der überwiegende Teil Jungtiere sind, könnte auch auf eine Immunisierung hindeuten“, erläutert Oliver Krone vom Leibniz-IZW. „Entweder sind Jungtiere, wie in anderen Arten auch, besonders anfällig für Infektionen. Oder sie gehören zur Altersklasse, die zum ersten Mal mit einem Grippevirus infiziert wird. Wenn diese Tiere die Infektion überstehen, sind sie möglicherweise für weitere Infektionen ‚gerüstet‘. Ältere Tiere könnten also ‚immunologisch erfahren‘ sein und schon die eine oder andere Influenzaerkrankung durchgemacht haben, was sie widerstandsfähiger auch gegenüber neu aufkommenden Stämmen machen könnte.“ Die Studie ist in der Zeitschrift „Viruses“ erschienen.
FLI


08.10.2018

MSH startet neuen Masterstudiengang Krankenhausmanagement

Für das neue Wintersemester 2019 wird erstmalig an der Medical School Hamburg (MSH) ein Studiengang Krankenhausmanagement M.Sc. angeboten. "Der neuentwickelte Masterstudiengang Krankenhausmanagement legt besonders großen Wert auf eine fachübergreifende Betrachtungsweise der verschiedenen Berufsgruppen des Gesundheitswesens und unterstreicht die interdisziplinäre und interprofessionelle Ausrichtung der medizinischen Hochschule", bewirbt die Geschäftsführerin der MSH, Ilona Renken-Olthoff, den neuen Kurs. Mit diesem trägt die staatlich anerkannte, private Hochschule für Gesundheit und Medizin dazu bei, den zunehmenden Bedarf an hochqualifizierten Managern in der Gesundheitsbranche zu decken.Der Kurs stellt die Ausgestaltung und Steuerung von Gesundheitsorganisationen in den Mittelpunkt. Hierzu gehört das Management von Krankenhäusern, medizinischer Versorgungszentren oder Rehabilitationseinrichtungen sowie Beratungstätigkeiten für Consultans im Gesundheitsbereich, Pharmazeutische Unternehmen, Versicherungen und Gesundheits- und Sozialbehörden. "Das besondere an unserem Masterstudiengang Krankenhausmanagement ist neben dem interdisziplinären Ansatz der absolute Praxisbezug und die Aktualität der Themenschwerpunkte", so Prof. Gramminger. Dies beinhaltet neben Modulen wie Personalmanagement und Rechtssprechung auch im Laufe der letzten Jahre immer mehr in den Mittelpunkt rückende Inhalte wie das digitale Management und der Umgang mit Daten. Der Praxisbezug ist neben der Vermittlung von Grundlagenwissen von zentraler Bedeutung, ebenfalls wie Kenntnisse für das Management, welche in vergleichbaren Studiengängen oft zu kurz kommen."Unser Ziel ist es, unsere Studierenden nicht nur zu guten Unternehmensmanagern mit zielgerichteten Lösungsstrategien zu machen, sondern auch zu Mit- und Querdenkern einer qualitätsorientierten, patientensicheren und ökonomisch vertretbaren Gesundheitsversorgung", unterstreicht Prof. Gramminger den Ansatz des Studienganges.
Presseportal


Umfrage zum idealen Tierarzt für Milchviehhalter

Wie sieht in den Augen der Milchviehhalter der ideale Tierarzt aus? Das soll eine Online-Umfrage unter Milcherzeugern zum Thema "Der Tierarzt der Zukunft" in Erfahrung bringen, die im Rahmen einer Dissertation an der Freien Universität Berlin durchgeführt wird. Milchviehhalter werden gebeten, sich an der 10-minütigen, anonymen Umfrage zu beteiligen.
Zur Umfrage


Fleischproduktion bei sinkendem Pro-Kopf-Verbrauch gestiegen

Der Fleischverbrauch in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert und lag auch 2017 bei etwa 7 Millionen Tonnen. Die heimische Fleischproduktion ist dagegen fast jedes Jahr gewachsen und betrug im Jahr 2016 knapp 9 Millionen Tonnen. Im Jahr 2017 ist ein Rückgang auf rund 8,8 Millionen Tonnen zu verzeichnen, wie das Thünen Institut mitteilt. Vor allem Schweinefleisch wird in Deutschland produziert. Hier betrug die Menge im Jahr 2017 5,5 Millionen Tonnen, während der Konsum gleichzeitig auf einen Pro-Kopf-Verbrauch von 49,7 Kilogramm gesunken ist. Deutschland bleibt aber Nettoexporteur und behält seine Position als weltweit größter Exporteur von Schweinefleisch. Beim Geflügelfleisch haben sich sowohl Produktion als auch Verbrauch nach oben entwickelt. Im Jahr 2017 wurden rund 1,5 Millionen Tonnen Geflügelfleisch produziert. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag hier in diesem Jahr bei knapp 21 kg. Bei Rind- und Kalbfleisch lag der Pro-Kopf-Verbrauch im gleichen Jahr bei rund 14,6 kg.
Thünen Institut


Anzahl der Hunde von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich

Anlässlich des Welthundetages am 10. Oktober verrät der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF), in welchen Bundesländern die meisten Hunde leben. Den Spitzenplatz belegt hier Nordrhein-Westfalen mit 2,2 Millionen Hunden, gefolgt von Bayern mit 1,3 Mio. und Baden-Württemberg mit 1,1 Mio. Hunden. Eher wenig hundebegeistert sind die Menschen im Saarland und in Bremen. Hier werden nur jeweils 0,1 Mio. gehalten. „Hunde und andere Heimtiere nehmen im Leben vieler Menschen eine zunehmend wichtige Rolle ein: Sie bereiten Freude und werden als treue Gefährten geschätzt“, sagt ZZF-Präsidenten Norbert Holthenrich. Weiterhin teilte der ZZF mit, dass sich in Deutschland besonders Mischlinge großer Beliebtheit erfreuen. So wären40 Prozent aller Hunde in Deutschland Mischlinge. Aber auch Rassen wie Labrador Retriever, Deutscher Schäferhund und Chihuahua sind sehr beliebt.
ZZF


04.10.2018

Verband der Zoologischen Gärten und der Berufsverband der Zootierpfleger kritisieren Tierpflegerausbildung

Den International Zookeeper Day und den Welttierschutztag am 4. Oktober haben der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und der Berufsverband der Zootierpfleger (BdZ) zum Anlass genommen, um die Ausbildung für Tierpfleger zu hinterfragen. „Wir wollen die hohen Standards unserer wissenschaftlich geleiteten Zoos halten", erklärt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ). Er bewertet daher die Generalisierung der Ausbildungsverordnung für Tierpfleger, die vor 15 Jahren eingeführt wurde, als Fehler, da damit auch die Spezialisierung für den Zootierpfleger weggefallen ist. Denn durch die neue Verordnung werden diese in den ersten zwei Jahren ihrer Ausbildung nur allgemein geschult, anstatt intensiv auf die Wildtierhaltung vorbereitet zu werden. Erst im dritten Ausbildungsjahr erfolgt die Spezialisierung. "Somit kann unter dem Strich stehen, dass sich die angehenden Zootierpfleger abgesehen von praktischen Einsätzen nur ein Jahr lang im Theorieteil mit der Vielfalt von Tieren aus allen Teilen der Erde beschäftigen können, ehe sie dann sicher mit ihnen umgehen können müssen", erläutert Michael Rolfs, Inspektor im Naturzoo Rheine und Vorstandsmitglied beim BdZ. Mehr als 40 Millionen Zoobesucher pro Jahr wollen die Zootiere in besten Bedingungen sehen, und diese Erwartungen sollen letztendlich auch erfüllt werden. "Wir stellen die Qualität dieser Ausbildung in Frage: Tierpfleger ist ein toller und nachgefragter Beruf, der ohnehin nicht mit enormen Summen vergütet wird - wir dürfen ihn nicht durch diese fehlgeleitete Ausbildungsausrichtung kaputt machen“, erklärt Rolfs abschließend.
Presseportal


Schweiz entwickelt Flyer und Plakate zur Antibiotikasensibiliserung in der Tierarztpraxis

Antibiotika sollen auch in Zukunft noch wirken. Deshalb ist es wichtig, dass Antibiotika heute und morgen mit Sorgfalt angewendet werden. "Antibiotika retten Leben – sind aber nicht immer nötig". So lautet das Motto, für das das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) HalterInnen beim Umgang mit Antibiotika noch stärker sensibilisieren möchte. Daher wurden gemeinsam mit der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte, der Schweizerische Vereinigung für Kleintiermedizin und der Vetsuisse-Fakultät Flyer und Poster für die Tierarztpraxen entwickelt, die diese Botschaft wiedergeben. Diese können Tierarztpraxen kostenlos beziehen.
BVL


GGTM fordert Schmerzausschaltung für alle schmerzhaften Eingriffe bei Tieren

Die Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin e.V. (GGTM) hat sich gegen jede Verlängerung der betäubungslosen Kastration von Ferkeln über 2018 hinaus ausgesprochen. Mit dieser Entscheidung beugt sich die Bundesregierung dem ökonomischen Druck des Bauernverbandes und der Ferkelerzeuger, obwohl Alternativen u.a. in Form der Immunokastration seit Jahren zur Verfügung stehen, heißt es in einer am Donnerstag dazu veröffentlichten Pressemitteilung. Die GGTM fordert die Abgeordneten des Bundestages und des Bundesrates auf, dem Vorhaben der Bundesregierung nicht zuzustimmen. Mit 5 Jahren Übergangfrist hatten Agrarwissenschaft, Landwirtschaft und Tiermedizin ausreichend Zeit, sich auf Alternativen zur betäubungslosen Kastration einstellen zu können. Diese Frist wurde nicht genutzt. Durch die Verlängerung der Frist wird jetzt ohne Aussicht auf konkrete Ergebnisse weiteres Leiden von wenige Tage alten Schweinebabys in Kauf genommen. Tierschutz und ethische Bedenken zählen für die verantwortlichen Politiker offenbar nicht. Die GGTM fordert außerdem, dass jegliche schmerzhafte Eingriffe bei Tieren nur unter Schmerzausschaltung erfolgen dürfen. Die Ausnahmen, die das Tierschutzgesetz u.a. für das Kastrieren von Kälbern und Lämmern, für das Enthornen bei Kälbern und das Kürzen des Schwanzes bei Ferkeln und Lämmern vorsieht, sind ersatzlos zu streichen.
GGTM


Grippeinfektionen nicht unterschätzen und rechtzeitig impfen lassen

Mehr als die Hälfte der Österreicher glaubt, dass sie sich durch gesunde Ernährung und Bewegung gegen eine Influenza-Infektion schützen können. Blödsinn sagen die Medizinier und empfehlen dringend eine Impfung. Richtig sei jedoch, dass gesunde Ernährung und Bewegung die unspezifische Immunabwehr fördert. In der Regel kommt es zu Influenzaepidemien zwischen Dezember und Februar. Die Impfung sollte also bereits Wochen früher durchgeführt werden, damit der Organismus noch Zeit hat, einen wirksamen Immunschutz aufzubauen. Der ideale Impfzeitpunkt ist Ende Oktober oder Anfang November. Ein Vierfachimpfstoff deckt alle wesentlichen Stämme ab. Die WHO geht davon aus, dass sich fünf bis 15 Prozent der Gesamtbevölkerung jedes Jahr mit Influenza infizieren.
ots


Österreichische Tierärztekammer will Tierhalter über Qualzuchten aufklären

Anlässlich des heutigen Welttierschutztages hat die Österreichische Tierärztekammer auf das Problem Qualzucht aufmerksam gemacht. Die Hundezucht hat sich in den vergangenen 150 Jahren massiv verändert - das optische Erscheinungsbild der Vierbeiner ist stark in den Vordergrund getreten. "Es haben sich gewisse Zuchtstandards etabliert, die enorm auf Kosten der Tiergesundheit gehen. In vielen Fällen sind diese leider mit großen gesundheitlichen Problemen für die Tiere verbunden", sagt Mag. Kurt Frühwirth, Tierarzt und Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK). "Stoppt Qualzuchten!" lautet daher auch das Motto der öffentlichen Aufklärungskampagne, die viele potenzielle HundebesitzerInnen auf dieses Problem aufmerksam machen soll, denn die Mehrheit weiß noch zu wenig über die gesundheitlichen Folgen dieser Qualzuchten. "Wir setzen uns entsprechend für tiergesundheitliche Verbesserungen ein", so Frühwirth. "Wir wehren uns dagegen, züchterische Gesundheitsprobleme zu normalisieren und als ,typisch für die Rasse‘ zu sehen", erklärt Dr. Manfred Hochleithner, Tierarzt und ÖTK-Landesstellen Präsident Wien und meint weiter: „Züchter sollten bei genetisch verursachten Gesundheitsproblemen in die Verantwortung bzw. Haftung genommen werden. Es kann nicht sein, dass TierbesitzerInnen die Konsequenzen unverantwortungsvoller Züchtungen tragen müssen und schließlich neben dem Tier die Leidtragenden sind."
Österreichische Tierärztekammer


Tierschutzbeauftragte der Bundesländer fordern Verbote von Tiertransporten im Sommer

Jedes Jahr am 4. Oktober wird weltweit der Welttierschutztag begangen. Diesen Tag nehmen viele Tierschutzorganisationen und Vereine zum Anlass, auf Themen des Tierschutzes hinzuweisen. So auch die Bundestierärztekammer und die Tierschutzbeauftragten der Bundesländer, die ein Verbot von Tiertransporten im Sommer fordern. Allein in den drei Monaten Juli/August 2017 und Juli 2018 wurden nachweislich 210 Langzeittransporte aus Deutschland über die bulgarisch-türkische Grenze in Länder außerhalb der EU genehmigt und abgefertigt, obwohl die zulässigen Transporttemperaturen von 30 Grad vorhersehbar überschritten wurden. Bei diesen Transporten kam es durch Überhitzungen zu schweren Tierquälereien, zu denen die abfertigenden TierärztInnen Beihilfe geleistet haben. Die zuständigen Ministerien müssen zukünftig dafür Sorge tragen, dass keine Tiertransporte abgefertigt werden, wenn auf der Transportstrecke voraussehbar Außentemperaturen von 30 Grad Celsius oder mehr zu erwarten sind, lautet die Forderung in einer gemeinsamen Presseerklärung der Tierschutzbeauftragten der Bundesländern. Zuvor hatte bereits die Bundestierärztekammer in einem offenen Brief ein Verbot solcher Tiertransporte gefordert.
Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Koalitionsfraktionen einigen sich auf zweijährige Fristverlängerung im Streit um die Ferkelkastration

Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben am Dienstag beschlossen, zeitnah eine Fraktionsinitiative mit dem Ziel auf den Weg zu bringen, noch in diesem Jahr die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre zu verlängern. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) begrüßte diese Entscheidung, da so auch künftig die Ferkelproduktion in Deutschland möglich bleiben wird. Denn ohne eine Fristverlängerung würden die Sauenhalter in Deutschland Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Wettbewerbern erleiden. Diese Wettbewerbsnachteile treffen vor allem kleine Betriebe. Auch ist weder den Sauenhaltern noch den Verbrauchern damit gedient, wenn die Betroffenen den Tierschutz nicht umsetzen können. Dies führt zu einer unerwünschten Beschleunigung des Strukturwandels und einer Abwanderung der Produktion ins Ausland, obwohl dort nicht durchweg höhere Standards angewendet werden. Auf den Tierschutz im Ausland hat das BMEL keinen Einfluss. Gleichzeitig werde die Suche nach tierschutzgerechten Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration intensiv vorangetrieben. Deshalb wird das BMEL eine Verordnung auf den Weg bringen, mit der es den Landwirten ermöglicht wird, die Betäubung durchzuführen. Dafür müssen die Landwirte dann einen Nachweis erbringen, dass sie sachkundig mit dem Betäubungsgerät und dem Medikament umgehen können.
BMEL


02.10.2018

Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit bei Masttieren veröffentlicht

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die bundesweiten Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit bei Masttieren für das erste Halbjahr 2018 veröffentlicht. Dabei zeigten sich gegenüber dem 2. Halbjahr 2017 einige Veränderungen bei den aus der Antibiotikaanwendung ermittelten Zahlen. Bei den Mastkälbern unter acht Monaten Alter, den Ferkeln bis 30 Kilogramm Körpergewicht, den Mastschweinen über 30 Kilogramm Körpergewicht sowie den Mastputen sanken die beiden ermittelten Kennzahlen. Bei den Masthühnern stiegen dagegen beide Kennzahlen an. Liegen die Betriebe über der Kennzahl 1, müssen gemeinsam mit dem Tierarzt die Ursachen für die hohe Antibiotikaanwendung ermittelt und Maßnahmen zur Reduzierung ergriffen werden. Liegen Betriebe über der Kennzahl 2, muss der Tierhalter innerhalb von vier Monaten nach Veröffentlichung der Kennzahlen einen schriftlichen Maßnahmenplan zur Senkung des Antibiokaeinsatzes erstellen und der zuständigen Überwachungsbehörde vorlegen.
BVL


Kein Unterschied zwischen der Intelligenz von Hunden, Wölfen und anderen jagenden Tieren

Hunde verfügen im Vergleich zu anderen Tierarten nicht über eine besondere Intelligenz. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie von Forschern der University of Exeter, in der sie die Gehirnleistung von Hunden mit anderen Haustieren, anderen sozial jagenden Tieren und weiteren Fleischfressern miteinander verglichen. Die Analyse der Wissenschaftler aus Exeter konzentrierte sich dabei auf die sensorische, physische, räumliche und soziale Kognition sowie auf die Selbstwahrnehmung. Es zeigte sich, dass die kognitiven Fähigkeiten von Hunden auch von anderen Tieren erreicht wurden. In die Untersuchung wurden neben Hunden auch Wölfe, Bären, Löwen und Hyänen einbezogen. Zudem wurden mehr als 300 Studien zur Intelligenz von Hunden und anderen Tieren analysiert. Es stellte sich in mehreren Fällen heraus, dass die Daten zugunsten der Fähigkeiten der Hunde überinterpretiert wurden.
Universität von Exeter


Geflügelpest in Bulgarien

In Bulgarien ist die Geflügelpest mit einem hoch pathogenen Erreger vom Typ H5N8 nachgewiesen worden, wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mitteilt. Betroffen ist ein Hühner haltender Betrieb, in dem mehr als 44.000 Tiere gehalten wurden, die alle getötet worden sind, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Zudem wurden die vorgeschriebenen Maßnahmen wie Einrichtung von Schutz- und Sicherheitszone in die Wege geleitet.
OIE


Fischbestände in Deutschlands Flüssen ändern sich

Viele heimische Fischarten in der oberen Donau, Elbe und Main stehen vor dem Aussterben, während einige invasive Arten in ihren Beständen zunehmen. Das fand ein Team der Technischen Universität München (TUM) heraus. Dazu analysierten sie alle verfügbaren Fischdatensätze für die bayerischen Einzugsgebiete über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren. Dann verglichen sie den Zustand mit dem historisch abgeleiteten Referenzzustand der ursprünglich vorkommenden Arten an den jeweiligen Stellen. Als Grund für den Rückgang der Bestände wurde eine Verringerung der Lebensräume durch Verschlammung, gestiegene Wassertemperaturen und durch von Dämmen verbaute Gewässer genannt. Viele der besonders gefährdeten Arten besitzen einen komplexen Lebenszyklus und sind in verschiedenen Lebensphasen auf spezielle Bedingungen angewiesen. Im Gegenzug breiten sich Arten, die nur geringe Ansprüche an ihren Lebensraum haben, die sogenannten Generalisten, nun weiter aus. Darunter sind besonders viele gebietsfremde Fische, die wie Regenbogenforelle oder Blaubandbärbling absichtlich oder wie die Schwarzmeergrundeln unbeabsichtigt über das Ballastwasser von Schiffen nach Mitteleuropa kamen. „Wir müssen uns künftig darauf einstellen, in immer mehr Gewässern neuartige Lebensgemeinschaften anzutreffen, die aus einer Mischung von Arten bestehen, die sich natürlicherweise nie begegnen würden“, sagt Prof. Jürgen Geist, Ordinarius am Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie und Leiter der Studie.
TUM


01.10.2018

Stellungnahme der StIKo Vet zur guten Impfpraxis veröffentlicht

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) hat eine Stellungnahme mit Empfehlungen zur guten Impfpraxis in der Veterinärmedizin veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Kleintieren und Pferden. Die Kommission verweist darauf, dass Impfungen bei Haus-, Heim- und Nutztieren ein wesentlicher Bestandteil der Vorsorge gegen Infektionskrankheiten sind. Je nach Nutzungsrichtung gibt es jedoch zum Teil unterschiedliche Herangehensweisen bzw. Bewertungskriterien hinsichtlich der Impfpraxis bzw. des Impferfolges. Trotzdem müssen für eine Impfung bei allen Tierarten letztlich dieselben immunologisch-medizinischen Grundsätze und Prinzipien des Berufsethos beachtet werden. In der Stellungnahme werden Aspekte aufgeführt, die nach Ansicht der StIKo Vet Grundbedingungen für eine gute Impfpraxis darstellen. Das Dokument steht auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Instituts zum Download zur Verfügung.
StIKo Vet


Prof. Kramer bleibt DVG-Präsident

Die Delegiertenversammlung der Deutschen Verterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) hat Prof. Dr. Martin Kramer im Amt des Präsidenten bestätigt. Prof. Kramer ist Leiter der Klinik für Kleintiere - Chirurgie - des Fachbereichs Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen. Auch Prof. Dr. Arwid Daugschies, Direktor des Institut für Parasitologie an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig wurde in seinem Amt als Stellvertreter bestätigt. Die weiteren Mitglieder des Vorstands der DVG setzen sich aus den Vorsitzenden der Arbeitsgebiete der DVG zusammen und werden von den Leitern der Fachgruppen gewählt. Derzeit gehören dem Vorstand an: Prof. Dr. Dr. Johann Schäffer, Hannover (Arbeitsgebietsleiter „Grundlagenwissenschaften“), Prof. Dr. Nicole Kemper, Hannover (Arbeitsgebietsleiterin „Infektionsmedizin und Hygiene“), Dr. Friedrich Röcken, Schleswig (Arbeitsgebietsleiter „Klinische Veterinärmedizin – Kleintiere“), Prof. Dr. Karl-Heinz Waldmann, Hannover (Arbeitsgebietsleiter „Klinische Veterinärmedizin – Großtiere“), Prof. Dr. Michael Bülte, Gießen (Arbeitsgebietsleiter „Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz") und Prof. Dr. Michael Erhard, München (Arbeitsgebietsleiter „Tierschutz, Ethologie und Tierhaltung“).
DVG


Zahl der Tiger in Nepal fast verdoppelt

In Nepal hat man das bis 2022 gesetzte Ziel der Verdoppelung der Tiger-Population bereits jetzt fast erreicht. Wie der WWF berichtet, wurden in diesem Jahr 235 Tiger in Nepal gezählt. Im Jahr 2009 waren es noch 121. Das Ziel der Verdoppelung bis 2022 hatten sich im Jahr 2010 insgesamt 13 Staaten gesetzt, in denen heute noch Tiger vorkommen. Dabei wurde das Jahr 2022 sowohl als realistische als auch als symbolische Zielmarke gewählt, da das Jahr 2022 im chinesischen Kalender wieder das Jahr des Tigers sein wird. Der WWF sieht Nepal hier als absoluten Vorreiter im Bereich des Tigerschutzes. „Der politische Wille, die Bereitstellung finanzieller Mittel und die gut koordinierte Zusammenarbeit von Umweltschutzorganisationen, Politik und Kommunen machen den Erfolg dieses Landes möglich", meint Kathrin Hebel, Tigerexpertin vom WWF Deutschland. Dabei sieht man in Nepal vier Meilensteine zum Schutz der Tiger, die im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut wurden. Dies sind ein effektives Management der Schutzgebiete, die Einrichtung von Wildkorridoren, die Lösung von Mensch-Tiger-Konflikten sowie die Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels.
WWF


Agrarminister der Länder kritisieren Pläne für das Tierwohllabel

Die Agrarministerinnen und -minister der Bundesländer haben im Rahmen der Agrarministerkonferenz die Pläne von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) für das Tierwohllabel kritisiert. Das Label wurde demnach als sehr komplex und nicht im Sinne der transparenten Verbraucherinformation bewertet. Die Ministerinnen und Minister fordern, das Label zu vereinfachen. Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht lobte den Beschluss: „Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen Klarheit über die Herkunft und die Haltungsformen. Das gelingt nur mit einem klar verständlichen Label, das für alle verbindlich ist. Es darf keine Rosinenpickerei geben, wenn wir den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine ernst gemeinte Hilfe bei der Kaufentscheidung bieten wollen.“ Zudem wurde gefordert, dass neben den drei bisher geplanten Stufen eine vierte Stufe für die Bioproduktion eingeführt wird. Statt der von Klöckner geplanten Freiwilligkeit sollte zudem darauf hingewirkt werden, dass das Label auf europäischer Ebene verbindlich eingeführt wird.
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein