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25.04.2018

BLE stellt Werkzeug für mehr Tierwohl von Legehennen vor

Im Fachgespräch der Modell- und Demonstrationsbetriebe Tierschutz (MuD) Mitte April wurden die Erfahrungen und Strategien in den MuD einem breiten Publikum vorgestellt. Als Beispiel für einen gelungenen Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis wurde die Managementhilfe "MTool" präsentiert. Denn das Management in der Legehennenaufzucht und -haltung ist durch den Verzicht auf das Kupieren der Schnäbel auch für konventionelle Halter anspruchsvoller geworden. In diesem Zusammenhang ist vor allem das frühzeitige Erkennen von Problemen wesentlich. Schon kleinere Veränderungen am Gefieder oder den Fußballen können auf Fehler im System hinweisen. Daher brauchen Landwirte und Mitarbeiter im Stall ein "geschultes Auge". Hier setzt MTool mit seinen vielen Bildern in den Stallkarten und dem Basiswissen an. Es soll Praktikern helfen, den Tierzustand schneller und besser zu erkennen. Es besteht aus verschiedenen Materialien, dem Handbuch BasisWissen, den Stall- oder Beurteilungskarten, Erfassungsbögen zum Ausdrucken und Ausfüllen, Excel-Tabellen für die Eingabe und Auswertung der erfassten Daten sowie einer App zur Eingabe der erfassten Daten. Diese erfolgt durch Berührung der den Noten zugeordneten Fotos, wodurch die Eingabe in die Excel-Dateien entfällt. Derzeit steht eine Beta-Version für Android-Geräte zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Schwachstellenanalyse für Berater und Bestandsbetreuer sowie ein Erklärvideo. Alle Informationen finden sich auf der Webseite mud-tierschutz.de.
BLE
MuD Tierschutz


Welttierschutzgesellschaft fordert erneut Einführung gesetzlicher Mindeststandards für die Milchkuhhaltung

Die Welttierschutzgesellschaft hat anlässlich der Agrarministerkonferenz vom 25. bis 27. April 2018 in Münster erneut die Einführung gesetzlicher Mindeststandards für die Haltung von Milchkühen gefordert. „Offenbar werden die Milchkühe in Deutschland bei den öffentlichen Debatten um die Nutztierhaltung weiterhin einfach ausgeklammert, obwohl die Milcherzeugung der wichtigste Produktionszweig der deutschen Landwirtschaft ist“, so Katharina Tölle, Campaignerin der Welttierschutzgesellschaft. Es müsse eine entsprechende Erweiterung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung geben. Denn in Deutschland werden rund 4,2 Millionen Milchkühe gehalten, die aufgrund mangelhafter Haltungsbedingungen durchschnittlich nur fünf Jahre alt werden. Diese offensichtlichen Missstände erfahren bisher politisch keinerlei Beachtung, obwohl sie charakteristisch für die Probleme der deutschen Milchwirtschaft sind. „Die Politik muss durch eine Haltungsverordnung für Milchkühe endlich verbindliche Regelungen schaffen, die allen Kühen ein Mindestmaß an Schutz garantieren“, so Tölle weiter. Laut Welttierschutzgesellschaft müsste Weidegang und der Auslauf im Freien für Milchkühe obligatorisch sein. Zudem müsse es eine Obergrenze des Kraftfutteranteils bei der Fütterung geben. Unterstützung erfährt die Tierschutzorganisation von knapp 250.000 Bundesbürgern, die die Petition der Welttierschutzgesellschaft für eine eigene Haltungsverordnung für Milchkühe unterzeichnet haben.
Welttierschutzgesellschaft


24.04.2018

Neue Online-Fortbildung für TFA: Reptilien als Patienten in der Tierarztpraxis

Unter www.tfa-fortbildung.de steht Tiermedizinischen Fachangestellten ab sofort eine neue Online-Fortbildung zur Verfügung. Die Fortbildung zum Thema Reptilien als Patienten in der Tierarztpraxis mit Prof. Dr. Michael Pees von der Universität Leipzig ist mit 3 Fortbildungsstunden vom Verband Medizinischer Fachberufe e.V. gemäß §5 des Tarifvertrages für TFA anerkannt.
TFA-Fortbildung.de


Erster Fall von ASP in Ungarn bei einem Wildschwein aufgetreten

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat mit Ungarn ein weiteres Land erreicht. Die ASP wurde erstmals am 21. April 2018 bei einem Wildschwein im Landesinneren in der Region Heves nachgewiesen. Das bedeutet auch, dass sich das Virus nicht auf natürlichem Weg ausgebreitet hat, da es nach wie vor keine Fälle bei Wildschweinen in einer der Überwachungszonen im Grenzgebiet zu Polen oder der Ukraine gibt. Es wird stattdessen angenommen, das weggeworfene und mit dem Virus kontaminierte Lebensmittel Eintragsquelle für das Virus waren. Das betroffene Gebiet wurde zur Sperrzone erklärt. Ungarn hat 2016 bereits ein ASP-Monitoring bei Wildschweinen in den besagten Grenzregionen eingeführt.
OIE


bpt stellt FAQ zur Resistenzproblematik für Hoftierärzte zusammen

Die Resistenzproblematik stellt weiterhin ein großes Problem dar und wird sicher in den nächsten Jahren weiter aktuell bleiben. Sowohl Landwirte als auch Verbraucher und Medienvertreter sind hier aus Sicht des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt) oftmals verunsichert. Da hier Aufklärung gefragt ist, hat das Magazin "Zum Hofe", dasvon QS herausgegeben wird und sich vor allem an Nutztierärzte richtet, einige FAQs zusammengestellt. Die FAQs entstanden in Zusammenarbeit mit bpt-Geschäftsführer Heiko Färber. Der Artikel steht auf den Internetseiten des bpt zum Download zur Verfügung.
bpt.


Amtstierärzte fordern angesichts der Afrikanischen Schweinepest erweiterte Eingriffsmöglichkeiten

Holger Vogel, Präsident des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte (BbT), fordert angesichts der Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) rechtliche Nachbesserungen zur Bekämpfung der Erkrankung. Die Bundesregierung müsse hier noch vor der parlamentarischen Sommerpause tätig werden. „Die ASP wird die zuständigen Behörden vor bisher in der Seuchenbekämpfung nicht gekannte Probleme stellen“, so Vogel. Dies gilt besonders, wenn die Erkrankung bei Wildschweinen ausbricht. Aktuell sei das Tiergesundheitsrecht bezüglich der Seuchenbekämpfung zu sehr auf die Bekämpfung bei Erkrankungen von Haustieren zugeschnitten. Vogel plädierte dafür, dass bei Ausbruch der ASP bei Wildschweinen die Anordnung ähnlich strikter Maßnahmen wie auch in Tschechien ermöglicht werde. Dort hatte man nach dem Ausbruch bei Wildschweinen eine Hochrisikozone von einigen Quadratkilometern mittels Zäunen abgeschottet. So sollte verhindert werden, dass infizierte Wildschweine das Gebiet verlassen und den Erreger weiter verbreiten. Innerhalb der Zone wurden dann alle Wildschweine ausgemerzt. Hierzu wurde auch die Polizei herangezogen. Dieses Beispiel zeige, dass man nicht ausschließlich auf die Zusammenarbeit von Jägerschaft und Behörden angewiesen sein dürfte. Allerdings ist das Jagd- und Veterinärrecht genau so ausgelegt. „Wir wissen,dass wir der Jägerschaft, aber auch der Bevölkerung insgesamt viel zumuten. Das ist aber erforderlich, um überhaupt eine realistische Chance der Seuchentilgung bei Wildschweinen zu haben und dauerhaftes Tierleid durch immer wieder neu erkrankte und unter schlimmen Bedingungen an der Seuche verendende Wildschweine zu vermeiden“, begründet Vogel dieForderung des BbT.
BbT


23.04.2018

Buntbarschweibchen neigen zu Kannibalismus

Im Tierreich ist Kannibalismus keine Seltenheit. Einige Tierarten nutzen sogar die eigene Brut als Eniergie- und Nahrungsquelle. So auch die afrikanischen Buntbarsche, wie Forschende der Vetmeduni Vienna herausfanden. Sie konnten beobachten, dass vor allem die Weibchen ihre oder fremde Eier fraßen, um ihren Energiebedarf wieder aufzufrischen. „Ist die Brutpflege zu aufwendig, etwa durch Nahrungsknappheit oder negative Umwelteinflüsse, oder ergibt sich kein Vorteil aus einer Nachkommenschaft, dann können sie sich so schnell und effizient von den Brutpflegepflichten entbinden“, erklärt Erstautorin Filipa Cunha-Saraiva. „Wir wollten mit unserer Studie den Auslöser finden, der den Schalter zwischen Brutpflege und Kannibalismus umlegt.“ Wärend die Fische bei regelmäßiger Brutpflege nicht zu Kannibalismus neigten, fraßen sie die Eier, wenn ihnen diese über einen längeren Zeitraum vorenthalten und dann plötzlich wieder präsentiert wurden.
Vetmeduni Vienna


Erstes Kalb in Nordirland an Schmallenberg Virus verendet

In Nordirland ist der erste Fall des Schmallenbergvirus in 2018 bei einem totgeborenen Kalb festgestellt worden. Das Kalb wies erkennbare Deformationen auf. Bei Schafen wurde das Virus in diesem Jahr bereits 29 Mal festgestellt. Erstmals ist das Virus in Nordirland 2012 festgestellt worden. Ein Impfstoff gegen das Virus, das durch Stechmücken auf Wiederkäuer übertragen wird, ist verfügbar.
Agriland.ie


Vier Pfoten stellt Kriterien zur Haltungskennzeichnung vor

Rechtzeitig vor Beginn der Agrarministerkonferenz der Bundesländer hat die Tierschutzorganisation Vier Pfoten ein Konzept zur Kennzeichnung der Tierhaltung bei der Fleisch-, Milch- und Eiproduktion vorgestellt. Bei Vier Pfoten verweist man darauf, dass besonders die breite Öffentlichkeit mehr Transparenz beim Einkauf und bessere Haltungsbedingungen bei Nutztieren fordere. Dabei sollten die einzelnen Stufen gut voneinander abgegrenzt sein. Bei Vier Pfoten hat man deshalb ein Kennzeichnungskonzept entwickelt, das sich an der Kennzeichnung von Eiern orientiert. Es besteht aus insgesamt vier Stufen. Die niedrigste Stufe 3 stellt dabei den gesetzlichen Mindeststandard dar. In Stufe 2 steht den Tieren deutlich mehr Platz und Einstreu zur Verfügung. Stufe 1 bedeutet, dass die Tiere Auslauf im Freien bzw. Grünauslauf nutzen können. Stufe 0 entspricht dann der Ökohaltung. Die Tierschutzorganisation ist überzeugt, dass die Umsetzung dieser Kennzeichnungsform sich auch auf das Konsumverhalten der Verbraucher auswirken würde und diese vermehrt zu Produkten greifen würden, bei deren Erzeugung den Tieren bessere Haltungsbedingungen zur Verfügung standen.
Vier Pfoten


20.04.2018

Merkblatt zu Neugeborenendurchfall bei Kälbern

Nach wie vor verursachen Durchfallerkrankungen bei Kälbern große Verluste in der Aufzucht. Auch wenn die Kälber nicht an den Folgen des Durchfalls versterben, kommt es u.a. durch Verzögerungen bei der Entwicklung der Tiere zu wirtschaftlichen Verlusten für die Landwirte. Das Staatliche Tierärztliche Untersuchungsamt (STUA) Aulendorf hat deshalb ein Informationsblatt zum Neugeborenendurchfall für Landwirte bereitgestellt, in dem knapp auf die wichtigsten Fragen zu Diagnostik und Therapie eingegangen wird. Als Neugeborenendurchfall wird definiert, wenn die Tiere innerhalb der ersten zwei bis drei Lebenswochen erkranken. Dabei kommen sowohl infektiöse als auch nicht-infektiöse Ursachen in Frage. Das STUA gibt Hinweise, welche Punkte bei der Ursachenfindung berücksichtigt werden sollten und wie eine richtige Probeneinsendung zur Untersuchung auf infektiöse Erreger erfolgen sollte. Das Informationsblatt steht zum Download zur Verfügung.
STUA Aulendorf


Hunde nicht bei hohen Außentemperaturen im Auto lassen

Das aktuell sehr schöne und warme Wetter nimmt Dr. Julia Stubenbord, Landesbeauftragte für Tierschutz in Baden-Württemberg, zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass Hunde bei hohen Temperaturen nicht im Auto gelassen werden dürfen. Dies trifft auch bei den jetzt herrschenden Temperaturen bereits zu, denn bei Außentemperaturen von 20 Grad können sich im Auto schnell Temperaturen von über 40 Grad entwickeln. Solch hohe Temperaturen können für Tiere und auch Menschen lebensbedrohlich werden. Deshalb sollten Tier bei hohen Außentemperaturen nicht im Auto gelassen werden. Dies gilt auch, wenn das Fahrzeug im Schatten geparkt ist.
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg


19.04.2018

Verbraucher wollen über mögliche Risiken frühzeitig aufgeklärt werden

Verbraucher wollen bezüglich möglicher Risiken im Bereich der Lebensmittel möglichst frühzeitig aufgeklärt und informiert werden. Dies gilt auch dann, wenn bezüglich der Risiken noch Unsicherheiten bestehen. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unter 6.200 Verbrauchern in 25 Mitgliedsstaaten über potenzielle neue Risiken durchgeführt hat. Die Verbraucher möchten dabei sowohl über traditionelle Medienkanäle wie Fernsehen und Zeitungen aber auch über die Webseiten der nationalen Behörden. Die Information über Social Media-Kanäle und die Webseiten europäischer Behörden standen besonders bei 18- bis 34-Jährigen hoch im Kurs. Ein Ergebnis der Umfrage war aber auch, dass sich die Befragten eher über bekannte Risiken sorgen als über solche, die neu auftreten.
EFSA


Darmflora von Mensch und Hund recht ähnlich

Die genetische Zusammensetzung der Darmflora von Hund und Mensch weist mehr Übereinstimmungen auf, als man bisher dachte. Dies geht aus Untersuchungen hervor, die am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg gemacht wurden. Dort hatte man die Untersuchungen an Labrador Retrievern und Beaglen durchgeführt. Hier ergab sich zudem, dass es eine größere Übereinstimmung zwischen Mensch und Hund gibt als zwischen Mensch und Maus oder Schwein. Während es zwischen Mensch und Hund eine Übereinstimmung der genetischen Zusammensetzung von 63 Prozent gab, waren es bei Maus bzw. Schwein nur 20 bzw. 33 Prozent. Dies bedeutet, dass Untersuchungen, die an Hunden gemacht wurden, am ehesten auf den Menschen übertragbar wären. Aber auch Hunde könnten davon profitieren, wenn mehr entsprechende Untersuchungen durchgeführt werden würden.
EMBL


Weidetierprämie soll für Schafe und Ziegen eingeführt werden

Bündnis 90 / Die Grünen und Die Linke fordern in einem gemeinsamen Antrag im Bundestag die Einführung einer Weidetierprämie für Schafe und Ziegen. Damit sollte die Arbeit der Schäfer für die Grünlanderhaltung, die Landschaftspflege, die biologische Vielfalt und den Klimaschutz anerkannt werden. Diese Form der Förderung ist nach den Regularien grundsätzlich möglich. Die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten hat auch eine solche Förderung bereits etabliert. Deutschland müsste dann ebenfalls vom Grundprinzip der von der Produktion entkoppelten Förderung auf nationaler Ebene abweichen. Damit dies zum 1. Januar 2019 wirksam werden kann, müsste die Bundesregierung einen entsprechenden Beschluss bis zum 1. August diesen Jahres an die EU-Kommission übermitteln.
Deutscher Bundestag


18.04.2018

ASP in Polen weiterhin sehr aktiv

In Polen ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) weiterhin bei Wildschweinen sehr aktiv. Alleine für den Zeitraum Ende März bis Anfang April 2018 wurden aus Polen mehr als 60 neue Nachweise bei Wildschweinen an die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) gemeldet. Betroffen waren dabei vor allem die Grenzregionen im Osten Polens. Aber auch Masuren im Grenzgebiet zur russischen Enklave Kaliningrad sowie im Zentrum Polens westlich von Warschau wurden Fälle bei Wildschweinen nachgewiesen. Insgesamt wurden in den ersten 14 Wochen des laufenden Jahres in der Europäischen Union sowie der Ukraine 2.138 Fälle der ASP nachgewiesen. Diese splitten sich auf in 2.108 Fällen Wildschweine und 30 Hausschweinehaltungen.
OIE


Steigende Wassertemperaturen sorgen für Massensterben von Pinguinen in Neuseeland

An Neuseelands Küsten werden seit Jahresbeginn traurige und alamierende Funde gemacht. Dort sind bereits mehrere Tausend tote Zwergpinguine angeschwemmt worden. Experten machen für den Tod der Tiere einen plötzlichen Anstieg der Wassertemperaturen durch El Niño und La Niña verantwortlich. Dies sei allerdings vermutlich kein Phänomen des Klimawandels, sondern komme laut dem Pinguin-Experte Graeme Taylor alle paar Jahrzehnte vor. Zuletzt ist in Neuseeland 1998 ein vergleichbares Massensterben zu beobachten gewesen. Denn im kalten Wasser finden die Pinguine ein großzügiges Nahrungsangebot vor, währendwärmere Wassertemperaturen für weniger Nahrung sorgen.
Schweizerbauer.ch


Weißnasensyndrom rottet Fledermäuse in Nordamerika aus

In Nordamerika sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als sechs Millionen Fledermäuse in ihren Winterquartieren am Weißnasensyndrom verstorben. In einigen Regionen sind bestimmte Arten bereits ausgestorben. Die Erkrankung wird durch den Pilz Pseudogymnoascus destructans verursacht. Erstaunlicherweise scheint den europäischen Fledermäusen dieser Pilz nichts anzuhaben. Denn wie Fledermausforscher der Universität Greifswald herausfanden, war die Sterberate in den Winterquartieren der europäischen Fledermäuse dagegen sehr gering und nicht durch den Pilz hervorgerufen. Sie vermuten, dass sich die europäischen Fledermäuse seit langem an den Pilz angepasst haben und dieser versehentlich aus Europa nach Nordamerika verschleppt wurde. "Basierend auf unseren genetischen Studien gehen wir davon aus, dass der Weißnasen-Pilz schon sehr lange in Europa sein muss“, sagt Dr. Sebastien Puechmaille vom Zoologischen Institut in Greifswald. Für Fledermauspopulationen sind hohe Todesraten ein ernstes Problem, da die meisten Arten nur einmal jährlich Nachwuchs bekommen.
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald


17.04.2018

Wissenschaftler sehen Handlungsbedarf bei der Haltung von Vögeln und Reptilien

In Deutschland werden viele Tiere nicht artgemäß und tiergerecht gehalten. Dies trifft vor allem auf exotische Vögel und Reptilien zu. Das ergab die Studie "EXOPET" der Universität Leipzig, die den Handel und die Haltung von Vögeln und Reptilien in Privathand untersuchte. Parallel dazu fanden wissenschaftliche Untersuchungen an der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Themenbereich Säugetiere und Fische statt. Aus den Ergebnissen haben die Wissenschaftler nun konkrete Handlungsempfehlungen für den Gesetzesgeber abgeleitet, da ein deutlicher Handlungsbedarf besteht. Verschiedene haltungsbedingte Erkrankungen spielten eine große Rolle bei der Vorstellung von Vogel- und Reptilienpatienten in der Tierarztpraxis. Auch die Big-Data-Analyse wichtiger Internetforen habe gezeigt, dass es großen Informationsbedarf zur artgemäßen und verhaltensgerechten Haltung gebe, da fundierte Informationen nicht so einfach für den Privathalter verfügbar sind. Ursachen für Tierschutzprobleme beim Privathalter seien auch unter anderem beim Zoofachhandel zu suchen. Informationen von Fachhändlern an Tierhalter hätten in der Umfrage sowohl Halter als auch Tierärzte teilweise kritisch gesehen. "Denn viele Abgabegründe lassen erkennen, dass die Halter sich in diesen Fällen vor der Anschaffung des Tieres nicht genügend informierten oder beim Kauf nicht ausreichend beraten wurden", stellte Prof. Dr. Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns, die Leiterin der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig und Koordinatorin des Projekts, fest. Daher sind nach Ansicht der Wissenschaftler einheitliche Informationen für Tierhalter und -händler wichtig. Im Zoofachhandel sollte die Sachkunde der Verkäufer verbessert werden.
Universität Leipzig


Sichergestellte Welpen bleiben in Baden-Württemberg

Die Anfang April sichergestellten Welpen aus einem Tiertransport werden nicht an den Besitzer in der Slowakei zurückgegeben, wie das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg mitteilt. Vor zwei Wochen waren in einem Transporter, der auf dem Weg aus der Slowakei nach Spanien war, rund 100 Hunde- und Katzenwelpen sichergestellt. Die Weiterfahrt des Transportes wurde aus Tierschutzgründen gestoppt. Nachdem die Landeshauptstadt Stuttgart den Besitzer darüber informiert hat, dass ihm die Tiere nicht zurückgegeben werden, muss zunächst abgewartet werden, ob dagegen Rechtsmittel eingelegt werden. Stefan Praegert, Leiter für allgemeine Sicherheits- und Ordnungsangelegenheiten beim Ordnungsamt der Stadt Stuttgart, erklärte: "Auf Grund unserer Feststellungen und nach Abstimmung mit unseren Amtsveterinären können die Welpen nicht an den Besitzer in der Slowakei zurückzugeben werden. Die Transportbedingungen, der schlechte Pflegezustand der Tiere und das verfrühte Trennen von den Muttertieren sind ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzrecht." Bei einer Rückgabe an den Besitzer sei davon auszugehen, dass erneut gegen Gesetze verstoßen werde. Bislang sind trotz medizinischer Versorgung sieben Katzen und zwei Hunde verstorben. Es befinden sich noch weitere Tiere in einem kritischen Zustand.
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg


Klöckner spricht sich für Verbot von Neonikoiden im Freiland aus

Nachdem die Abstimmung über das Verbot der Ínsektizide aus der Gruppe der Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam und ihren Einsatz im Freiland auf den 27. April 2018 vorgezogen worden ist, hat nun auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) bekannt gegeben, für ein Verbot des Einsatzes solcher Stoffe im Freiland stimmen zu wollen. Sie begründet ihre Entscheidung mit den Ergebnissen des EFSA-Gutachtens. „Die wissenschaftliche Empfehlung der EFSA sieht in Neonikotinoiden ein Risiko für die Bienen. Ich werde daher dem Vorschlag der EU-Kommission zustimmen. Demnach wird die Anwendung künftig auf Gewächshäuser beschränkt“, sagte Klöckner. Damit vertritt sie die gleiche Meinung wie ihre Kollegin, die Bundesumweltministerin der SPD, Svenja Schulze. Klöckner ergänzte: „Was der Biene schadet, muss weg vom Markt. Der Schutz der Bienen und anderer Bestäuber ist mir ein besonderes Anliegen. Unsere Landwirte sind auf die Bestäubungsleistung angewiesen.“
topagrar.de


16.04.2018

Großbritannien plant Exportverbot von Schlachttieren nach Brexit

Nach dem Vollzug des Brexit will Großbritannien keine lebenden Schlachttiere mehr exportieren. Stattdessen soll der Export von Fleisch gesteigert werden. Es wurde bereits ein sechs Wochen andauerndes Konsultationsverfahren begonnen, in dem geprüft wird, ob ein solches Exportverbot von Schlachttieren umsetzbar wäre. Verbesserungen beim Lebendtransport seien ebenso wie die Videoüberwachung von Schlachthöfen ein Teil des Reformprogramms der Regierung. Großbritannien hat sich vorgenommen, eine führende Position im Bereich Tierschutz einzunehmen.
Schweizerbauer.ch


1. Fall der Equinen infektiösen Anämie im Jahr 2018

In Mecklenburg-Vorpommern ist der erste Falle der Equinen infektiösen Anämie (EIA) in Deutschland in diesem Jahr aufgetreten. Wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mitteilt, wurde das Virus Ende März bei einem Pferd aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim nachgewiesen. in dem betroffenen Betrieb wurden insgesamt 15 Pferde gehalten.
OIE


Landkreis Lüneburg rät zur Staupeimpfung

Hundehalter sollten ihre Tiere vor der Staupe schützen und diese unbedingt gegen das Virus impfen lassen, rät Thomas Volksdorf, Amtstierarzt im niedersächsischen Landkreis Lüneburg. Hintergrund ist, dass sich das Virus im Landkreis offenbar festgesetzt hat. Neben Hunden können sich auch Füchse, Marderhunde, Waschbären oder Marder infizieren und dann das Virus auf ungeschützte Hunde übertragen. Im Jahr 2017 wurde das Virus im Landkreis Lüneburg in 18 Fällen nachgewiesen. Auf Grund der jeweiligen Fundorte geht man davon aus, dass sich das Virus über das gesamte Kreisgebiet ausgebreitet hat. Nicht nur der Landkreis rät zur Impfung gegen die Staupe. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut sieht die Impfung von Hunden gegen die Staupe als Pflichtimpfung an, die jeder Hund aufweisen sollte.
Landkreis Lüneburg
StIKo Vet
www.impfung-hund.de - Informationen zu Impfungen beim Hund


13.04.2018

Heimtiermarkt 2017 gewachsen

Der Umsatz mit Futtermitteln und Bedarfsartikeln und Zubehör für Tiere ist im Jahr 2017 gewachsen, wie der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) mitteilt. Der Umsatz im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel stieg um 0,3 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro. Dazu kamen noch 580 Millionen Euro, die im Online-Handel umgesetzt wurden, sowie 98 Millionen Euro für Wildvogelfutter. Im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel wurden mit Heimtier-Fertignahrung 3,173 Milliarden Euro umgesetzt, was einem Zuwachs um 0,1 Prozent gegenüber 2016 entspricht. Stärker stieg der Umsatz mit Bedarfsartikeln und Zubehör. Hier wurde ein Zuwachs um ein Prozent auf 987 Millionen Euro verzeichnet. Im Futterbereich stieg der Umsatz mit Hundefutter deutlich um 2,2 Prozent auf 1,384 Milliarden Euro an. Größtes Futtersegment blieb der Markt für Katzenfutter, auch wenn hier ein Minus von 1,2 Prozent auf noch 1,583 Milliarden Euro verzeichnet wurde. Die Segmente Kleintierfutter sowie Zierfisch- und Ziervogelfutter verzeichneten jeweils Umsatzeinbußen. Hier wurden 2017 noch 110 Millionen Euro (Kleintiere), 54 Millionen Euro (Fische) bzw. 42 Millionen Euro (Ziervögel) umgesetzt.
ZZF e.V.


Abstimmung über Neonikotinoid-Verbot vorgezogen

Am 27.4.2018 wird die EU-Kommission über ein EU-weites Neonikotinoid-Verbot entscheiden. Das berichtet topagrar.de. Somit muss sich die Bundesregierung früher als erwartet auf eine gemeinsame Haltung zum Verbot einigen. Bislang war die Abstimmung für Ende Mai 2018 anberaumt. Während sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze klar für ein Neonikotinoid-Verbot im gesamten Freiland ausgesprochen hat, hat sich Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner noch nicht abschließend zu dem Thema geäußert.
topagrar.de


Golfstrom verlangsamt sich!

Die als Golfstromsystem bekannte Umwälzströmung im Atlantik ist heute schwächer als je zuvor in den vergangennen 1000 Jahren. Temperaturdaten von der Meeresoberfläche liefern neue Belege dafür, dass sich diese große Ozeanzirkulation seit Mitte des 20. Jahrhunderts um etwa 15 Prozent verlangsamt hat. Das zeigt eine Studie, die jetzt von einem internationalen Wissenschaftlerteam in der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde. Verantwortlich gemacht für die Schwächung des Golfstroms wird der Klimawandel. Der Golfstrom ist das wichtigste Wärmetransportsysteme der Erde, das warmes Wasser nach Norden und kaltes Wasser nach Süden pumpt. "Wir haben ein speziellees Muster entdeckt - eine Abkühlung des Ozeans südlich von Grönland und eine ungewöhnliche Erwärmung vor der US-Küste“, sagt die Leit-Autorin Levke Caesar vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Wenn sich die Strömungen verlangsamen, bringen sie weniger Wärme nach Norden, was zu einer Abkühlung des Nordatlantiks führt. Gleichzeitig verlagert sich der Golfstrom in der Nähe der USA nach Norden und Richtung Land, dabei erwärmt er die Gewässer entlang der nördlichen Hälfte der US-Atlantikküste. "Diese Region hat sich in den letzten Jahrzehnten schneller erwärmt als fast alle anderen Teile der Weltmeere“, sagt Ko-Autor Vincent Saba vom National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) Laboratory in Princeton, USA.
idw-online


12.04.2018

Jagdverband fordert Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat in einem Positionspapier die zeitnahe Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz gefordert. Dies würde nicht dazu führen, dass der Wolf grundsätzlich bejagt werden könnte, da der Wolf weiterhin streng geschützt bleibt. Doch würde durch die Aufnahme eine Grundlage geschaffen, um bundesweit gültige Managementmaßnahmen für den Wolf auf Grundlage des Koalitionsvertrages der Bundesregierung zu erarbeiten. In Brandenburg und Südwestdeutschland hatte es zuletzt die Forderung nach bewaffneten Eingreiftrupps, die über Behörden installiert werden, gegeben. Der DJV lehnt dies ab. "Wenn es um die Entnahme von Wölfen geht, muss immer der ortskundige Jäger erster Ansprechpartner sein, alles andere wäre ein inakzeptabler Eingriff ins Eigentumsrecht", so DJV-Präsident Hartwig Fischer. Die neue Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, dass der Schutzstatus des Wolfs überprüft werden soll. Zudem soll ein Kriterien- und Maßnahmenkatalog zur Entnahme von Wölfen entwickelt werden. Der DJV begrüßt dies grundsätzlich und verweist darauf, dass man bereits mehrfach praktikable Lösungen besonders im Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen gefordert hat. Dabei ist ein Wolf nach Ansicht des DJV bereits verhaltensauffällig, wenn er mehrfach in Siedlungsnähe auftaucht oder es zu verstärkten Nahkontakten kommt.
DJV


Deutscher Tierschutzbund erhält 120.000 Euro für Tiere in Not

Mars Petcare hat dem Deutschen Tierschutzbund im Namen von Pedigree und Whiskas und anlässlich der Welttierwochen 120.000 Euro für die Unterstützung von Tieren in Not überreicht. Tierfreunde in ganz Deutschland haben auch im vergangenen Jahr wieder an den Welttierwochen von Pedigree und Whiskas teilgenommen und so beim Einkauf von Hunde- und Katzenfutter eine Spende in Höhe von 120.000 Euro für Tiere in Not generiert. Dazu mussten sie im Aktionszeitraum drei oder mehr Pedigree- oder Whiskas-Produkte im Wert von mindestens fünf Euro mit einem Rabattcoupon kaufen. Für jeden eingelösten Coupon spendeten die Marken je einen Euro an den Deutschen Tierschutzbund.
Mars


11.04.2018

Anteil an Mikroorganismen im Körper deutlich höher als bislang angenommen

Bakterien, Pilze, Viren und Archaeen machen 57 Prozent des menschlichen Körpers aus. Bislang schätzte man ihren Anteil nur auf 10 Prozent und sah Wasser als den Hauptbestandteil an. Robert Knight, Forscher der University of California San Diego, widerlegte diese These jetzt anhand einer durchgeführten Studie. Demnach ist der Anteil menschlicher und mikrobakterieller DNA fast ausgewogen. Zusammen kodieren die mikrobiellen Zellen sogar 150 Mal mehr Gene als das menschliche Erbgut. Der Wissenschaftler erklärt, dass aktuelle Forschungen auf die Wirkweise der in uns lebenden Mikroorganismen hinweisen und diese unsere Gesundheit in einem Maße beeinflussen, wie wir "es uns bis vor Kurzem noch gar nicht ausmalen konnten".
pte


Illegal erstellte Filmaufnahmen aus Ställen dürfen ausgestrahlt werden

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass auch die Verbreitung nicht genehmigter Filmaufnahmen, in diesem Fall aus Bio-Hühnerställen, gestattet ist. Hintergrund der Entscheidung ist ein Fall aus dem Jahr 2012. Damals war ein Tierschützer in Hühnerställe der Klägerin, bei der es sich um einen auf die Vermarktung von Bio-Produkten spezialisierten Erzeugerzusammenschluss handelte, ungenehmigt eingedrungen und hatte Filmaufnahmen erstellt. Diese wurden in der Reihe ARD Exklusiv im Auftrag des MDR im September 2012 ausgestrahlt. Nachdem die Klägerin zunächst durchgesetzt hatte, dass der MDR diese Aufnahmen nicht mehr zeigen darf, hat der Bundesgerichtshof in der Revision eine andere Entscheidung getroffen und dem Antrag des MDR auf Abweisung der Klage stattgegeben. Nach Ansicht des Gerichts verletzt die Verbreitung der Aufnahmen weder das Unternehmerpersönlichkeitsrecht der Klägerin noch ihren eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb. Insgesamt urteilte das Gericht, dass das von der Beklagten verfolgte Informationsinteresse der Öffentlichkeit und ihr Recht auf Meinungs- und Medienfreiheit das Interesse der Klägerin am Schutz ihres sozialen Geltungsanspruchs und ihrer unternehmensbezogenen Interessen überwiegen, obwohl die Aufnahmen rechtswidrig erstellt worden sind. Zudem verweist das Gericht darauf, dass sich die Beklagte, also der MDR, an dem Hausfriedensbruch nicht beteiligt habe und keine Betriebs-oder Geschäftsgeheimnisse der Klägerin offenbart wurden. Die Aufnahmen dokumentieren vielmehr die Art der Hühnerhaltung durch die dem Erzeugerzusammenschluss angehörigen Betriebe; an einer näheren Information über diese Umstände hat die Öffentlichkeit grundsätzlich ein berechtigtes Interesse. Die Filmaufnahmen informieren den Zuschauer zutreffend. Sie transportieren keine unwahren Tatsachenbehauptungen, sondern geben die tatsächlichen Verhältnisse in den beiden Ställen zutreffend wieder. Mit der Veröffentlichung der Videos und im Rahmen der Sendung hat sich der MDR mit den von der Klägerin herausgestellten hohen Produktionsstandards einerseits und den tatsächlichen Produktionsverhältnissen andererseits befasst und hier eine Diskrepanz aufgezeigt. Diese Art der Berichterstattung entspricht laut Ansicht des Gerichts grundsätzlich der Aufgabe der Presse.
Bundesgerichtshof


10.04.2018

EU-Milchpreis gesunken

Im Februar 2018 lag der durchschnittliche Milchpreis der führenden europäischen Molkereien bei 34,39 Cent/kg. Damit ist er gegenüber dem Vormonat um 1,07 Cent/kg gesunken. Im Februar 2017 lag der Preis 0,82 Cent/kg höher, berichtet der niederländische Bauernverband (LTO). Für die nächsten Monate kündigten einige Molkereien weitere Preissenkungen an. In 2018 geht die EU-Kommission von einem Anstieg der Milchanlieferung um 1,4 % aus. Im Januar lag das Milchaufkommen der europäischen Staaten sogar 4 % über dem Vorjahresmonat.
topagrar.de
topagrar.de


Fall Chico wird erneut geprüft - Anzeichen für Versagen der Behörden verdichten sich

Der zur traurigen Berühmheit gewordene Staffordshire-Terrier-Mischling "Chico" bleibt vorerst am Leben. Der Hunde hatte in der vergangenen Woche seine beiden Halter in der Wohnung tot gebissen. Daraufhin wollte die Stadt das Tier töten lassen, wogegen es allerdings massive Proteste gab. Bis gestern hatten bereits mehr als 250.000 Menschen eine Online-Petition zur Rettung des Hundes unterschrieben. Daher wird der Fall nun noch einmal geprüft. Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Hannover zufolge war die Familie mit dem Tier überfordert. Gleichzeitig sieht es jedoch auch nach einem Versagen der Behörde aus, denn bereits im März 2011 hätte es "eindeutige Anhaltspunkte für gesteigerte Aggressivität und mangelnde Eignung des Eigners" gegeben. Einer angeordneten Begutachtung ist der Halter aber nicht nachgekommen. Eigentlich hätte ihm das Veterinäramt Chico dann entziehen müssen. Dies ist allerdings nicht geschehen. Warum nicht, wird nun untersucht. Weiterhin habe auchHundetrainerin Wiltrud Remstedt die Behörden bereits in 2011 in Kenntnis gesetzt, dass es sich in ihren Augen bei Chico um einen aggressiven Hund handele, der vom Menschen aggressiv gemacht worden ist. Sollte er doch auch seine Halterin vor dem gewalttätigen Ehemann schützen. "Der Hund war eine Waffe in der Wohnung", schrieb Remstedt in ihrem Bericht an das städtische Veterinäramt.
RP-Online


Brand zerstört Teile der Lehr- und Versuchsanstalt in Aulendorf

In der Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung und Grünlandwirtschaft in Aulendorf im Landkreis Ravensburg hat es am Sonntag einen Großbrand gegeben. Die entstandenen Schäden werden von der Polizei auf rund drei Millionen Euro geschätzt. Wenigstens kamen weder Menschen noch Tiere des Versuchsgutes zu Schaden. Der Brand zerstörte ein Gebäude mit Schulungsräumen sowie drei Stallungen inkl. mehrerer moderner Geräte, unter anderem eine Melkanlage. Die Brandursache ist bislang noch unklar. Die Abklärung werde einige Zeit in Anspruch nehmen, gab der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am Montag (9. April) in Stuttgart bekannt. Für ihn steht außer Frage, dass die entstandenen Schäden rasch beseitigt werden müssen, um den Betrieb des LAZBW bestmöglich fortzusetzen. Hauk werde sich für einen zügigen Wiederaufbau der zerstörten Gebäude stark machen. Das Finanzministerium hat auf Arbeitsebene bereits seine Unterstützung zugesagt. Das zuständige Amt für Vermögen und Bau ist heute ebenfalls vor Ort. Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) will sich für einen schnellen Wiederaufbau der Landesanstalt einsetzen und dankte den Rettungskräften. Nun sei es wichtig, die Brandursache aufzuklären und die tatsächlichen Schäden zu erfassen. Ministerialdirektorin Grit Puchan soll sich auf Bitte von Hauk in Aulendorf ein Bild der Lage machen.
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz


Dr. Michael Winter wird Chef-Koordinator für Lebensmittelsicherheit

Infolge des Fipronil-Skandals im vergangenen Jahr sind auf der EU-Agrarministerkonferenz im September 2017 Maßnahmen für einen verbesserten Informationsfluss und die effizientere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten und der Kommission beschlossen worden. Dazu gehört unter anderem die Benennung eines sogenannten Chief Food Safety Officer (CFSO) in jedem Land. CFSO für Deutschland wird Dr. Michael Winter, Direktor des Arbeitsbereichs "Gesundheitlicher Verbraucherschutz, Sicherheit der Lebensmittelkette" im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Er soll als Bindeglied zwischen den europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörden und den Behörden der Länder fungieren.
BMEL


09.04.2018

Ausbruch der Geflügelpest H5N8 in Bulgarien

In Bulgarien ist die aviäre Geflügelpest in einem Entenbetrieb ausgebrochen. In dem Betrieb im Bezirk Yambol wurde der Virustyp H5N8 nachgewiesen, wie Bulgariens Gesundheitsministerium bekannt gab. In dem Betrieb wurden 6.000 Enten gehalten, die nun alle getötet wurden. Zudem wurde ein Sperrgebiet mit einem 3-km-Radius um den Betrieb sowie ein 10 km großes Beobachtungsgebiet eingerichtet. Im vergangenen Monat war die Geflügelpest bereits in einem Hähnchen haltenden Betrieb im Bezirk Dobrich nachgewiesen worden.
Sofia Globe


Auch Nordrhein-Westfalen will Nutztierhaltungsstrategie

Neben Niedersachsen hat auch Nordrhein-Westfalen die Eckpunkte zur Einführung einer nachhaltigen Nutztierhaltungsstrategie vorgelegt. Diese Eckpunkte sollen die Arbeitsgrundlage für die im Landwirtschaftsministerium neu eingerichtete, fach- und abteilungsübergreifende Projektgruppe "Nutztierhaltungsstrategie" bilden. Grundsätzlich soll die Nutztierhaltung so gestaltet werden, dass einerseits eine breite gesellschaftliche Zustimmung erreicht wird und andererseits alle Beteiligten einen verlässlichen Rahmen für eine akzeptierte und wettbewerbsfähige Nutztierhaltung erhalten. "Die landwirtschaftliche Tierhaltung mit ihren Auswirkungen für die Erzeuger, die Tiere und die Umwelt kann sinnvoll nur ganzheitlich betrachtet werden. Die Projektgruppe soll Vorreiter und Wegbegleiter dieser Entwicklung sein", sagt Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking. "Dieser Perspektivwechsel wird nicht von heute auf morgen zu vollziehen sein. Er erfordert einen konstruktiven, fachübergreifenden Austausch, der die Belange des Tierschutzes, die gesellschaftlichen Ansprüche und die wirtschaftlichen Anforderungen in Einklang bringt. Ich strebe einen neuen Ansatz an, der geprägt ist durch die Offenheit für Kompromisse und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Landwirte, Tierschützer, Handel und Verbraucher müssen hier einen neuen Pakt zur Nutztierhaltung schließen, der auf Kooperation statt Konfrontation setzt. Zielkonflikte müssen im Zweifel zu Gunsten des Tierwohles entschieden werden."
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen


Schäfer fordern Weidetierprämien

Auf Grund der prekären wirtschaftlichen Situation fordern die Berufsschäfer die Einrichtung einer Weidetierprämie. Die Schäfer haben hierzu eine entsprechende Petition gestartet und werden die 120.000 Unterschriften am Donnerstag in zwölf Landesparlarlamenten übergeben. Die Berufsschäfer beklagen, dass es 2016 nur noch 989 hauptgewerbliche Schäfereien gab. Dies war ein Rückgang um 13 Prozent gegenüber 2010. Die Kosten einer naturnahen Tierhaltung sind so hoch, dass die Schäferei nicht wirtschaftlich ist und die Schäfer mit ihren Produkten am preisgetriebenen Markt kaum konkurrenzfähig sind. Mit der Weidetierprämie sollen SchäferInnen für ihre gesamtgesellschaftliche Leitung honoriert und dem Beruf eine Zukunftschance gegeben werden. Der Bundesverband Berufsschäfer e.V. verweist darauf, dass in 22 anderen europäischen Mitgliedsstaaten jährlich rund 500 Millionen Euro Weidetierprämien für Schafe und Ziegen ausgezahlt werden. In Deutschland ist dies bisher nicht der Fall. Der Verband verweist darauf, dass eine Einführung der Prämie bereits zu Beginn 2019 möglich wäre. Die Bundesregierung müsste nur bis zum 1. August 2018 eine entsprechende Mitteilung bei der EU-Kommission einreichen.
ots


06.04.2018

Tödlicher Beißunfall in Hannover gibt Anlass zu Spekulationen und Diskussionen

Die tödliche Beißattacke eines Staffordshire-Mischlings in Hannover hat eine Debatte über strengere Kontrollen entfacht. Der Hund Chico soll seine 27 und 52 Jahre alten Besitzer in ihrer Wohnung tot gebissen haben. Chico soll von dem 27-jährigen, schwer kranken Sohn in einem Metallkäfig in seinem Zimmer gehalten und nur selten ausgeführt worden sein. Chico befindet sich aktuell in einem Tierheim in Hannover und wartet auf die Entscheidung der Stadt, ob er weiter leben darf oder eingeschläfert werden muss. Derzeit sei sein Sozialverhalten hundegemäß, sagte Tierheim-Chef Schwarzfeld. Zuvor seien keine Beschwerden oder Auffälligkeiten des Hundes dem zuständigen Veterinäramt gemeldet worden.
Tagesspiegel.de


Fleischanalyse mittels MRT

Wenn man an die Magnetresonanztomographie denkt, wird man wohl nicht unbedingt darauf kommen, dieses zur Analyse für Fleisch einzusetzen. Doch genau dies machen Nahrungsmittelforscher der Universidad de Extremadura in Spanien. Es gelingt ihnen dabei nach eigenen Aussagen, Parameter wie Fettgehalt, Wasseranteil, Farbe des Fleisches und auch den Geschmack zu erfassen. Bei Schinken konnte sogar der Salzgehalt ermittelt werden. Die Forscher lassen dabei die vom Produkt erstellten MRT-Bilder mit Hilfe von Bilderkennungssystem analysieren. Die Daten werden in numerische Werte umgerechnet und durch statistische Methoden ausgewertet. Die Forscher halten es nur für eine Frage der Zeit, bis ihr System in der Fleischindustrie eingeführt wird. Denn wenn es funktioniert, besitzt das System tatsächlich Vorteile gegenüber der momentanen Qualitätskontrolle. Dabei werden die Stücke stichprobenartig angeschnitten. Für diese angeschnitten Stücke sinkt dann aber der Erlös. Dies ist beim MRT nicht der Fall, da die Fleischstücke hier nicht zerstört werden.
pte


Tierschutzplan wird zu Niedersächsischer Nutztierhaltungsstrategie ausgebaut

Niedersachsen will den 2011 ins Leben gerufenen Tierschutzplan des Landes zur Niedersächsischen Nutztierhaltungsstrategie ausbauen. Dies kündigte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) an. Ziel des Tierschutzplanes war es, gesellschaftlich akzeptierte und vom Nutztierhalter leistbare Haltungsbedingungen für Nutztiere zu etablieren. Die Laufzeit war bis Anfang diesen Jahres vorgesehen. Ministerin Otte-Kinast kündigte an, dass die Erfahrungen aus dem Tierschutzplan in die Strategie des neuen Gremiums einfließen werden. Als wichtigste Neuerung kündigte die Ministerin die Einrichtung einer Arbeitsgruppe "Folgenabschätzung und Machbarkeit" ein. "Es geht mir um einen verlässlichen Weg für alle Beteiligten. Gesellschaftliche Ansprüche und wirtschaftliche Anforderungen können nur gemeinsam betrachtet werden", sagte Ministerin Barbara Otte-Kinast bei der Vorstellung der ersten Eckpunkte. Die letzte Sitzung der Gremien des Tierschutzplans fand im November 2017 satt. Nach der für Anfang Mai geplanten Verabschiedung der bisherigen Gremienmitglieder soll nach der Sommerpause die Neubesetzung erfolgen.
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Tierärzten gelingt Züchtung von Papageienküken mit Hilfe von tiefgefrorenem Sperma

Bei Großpapageien, die in ihrer Art stark bedroht sind, greifen Erhaltungszuchtprogramme oftmals nicht. „Viele der heute lebenden Papageienarten sind stark bedroht, und aufgrund ihrer streng monogamen Lebensweise sind Nachzuchtprogramme nur eingeschränkt erfolgreich. Viele Eier werden unbefruchtet gelegt werden“, erklärt Prof. Dr. Michael Lierz, Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) den Sachverhalt. Er hat deswegen im Jahr 2013 ein Verfahren zur Spermagewinnung beim Papagei etabliert, um anschließend erfolgreich künstliche Besamungen durchzuführen und Küken hochbedrohter Arten zu züchten. Nun ist es ihm und seiner Arbeitsgruppe gemeinsam mit Prof. Dr. Axel Wehrend, Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere der JLU und dem Friedrich-Loeffler-Institut Mariensee gelungen, den Nymphensittich als Modelltier für den Papagei zu nehmen und ein Verfahren zu entwickeln, dessen Sperma überlebensfähig einzufrieren. Erstmals konnten auf diese Weise Nymphensittichküken gezüchtet werden. „Dies lässt hoffen, in Zukunft auch Sperma hochbedrohter Papageienarten einfrieren zu können und für den Artenschutz zur Verfügung zu stellen“, sagt Prof. Lierz.
Justus-Liebig-Universität Gießen


05.04.2018

460 gefährliche Hunde in Niedersachsen registriert

Nachdem in Hannover ein Hund in Verdacht steht, zwei Personen getötet zu haben, hat das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Zahlen zur Haltung gefährlicher Hunde veröffentlicht. Demnach sind in Niedersachsen 460 gefährliche Hunde registriert. In Niedersachsen müssen alle Halter ihre Hunde im Hunderegister Niedersachsen anmelden. Dort sind insgesamt fast 350.000 Hunde angemeldet. Ministerin Barbara Otte-Kinast zeigte sich anhand des Vorfalls tief betroffen. Allerdings müsse abgewartet werden, ob der Hund - ein Staffordshire-Terrier - tatsächlich für die Todesfälle verantwortlich ist. In Niedersachsen sind Hundehalter zur Vermeidung von Beißunfällen zum Nachweis der Sachkunde verpflichtet. Zudem erfolgt keine Beurteilung der potenziellen Gefährlichkeit des Tieres anhand der Rasse. Für eine solche Einstufung gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Die Feststellung der Gefährlichkeit wird durch die zuständige Behörde der Stadt oder des Landkreises vorgenommen, wenn dort entsprechende Hinweise eingehen.
Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Niedersachsen


Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit bei Masttieren für das 2. Halbjahr 2017 veröffentlicht

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die nach dem § 58d des Arzneimittelgesetzes zu erhebenden Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit bei Masttieren für das 2. Halbjahr 2017 ermittelt und veröffentlicht. Dabei sanken die Kennzahlen 1 und 2 nur bei Ferkeln bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm ab. Für alle andere Bereiche stiegen die Kennzahlen an. Dies betraf sowohl Mastschweine über 30 Kilogramm als auch Masthühner und Mastputen. Auch bei Mastkälbern bis zu einem Alter von acht Monaten stieg die Kennzahl 2 an.
BVL


Blauzungenkrankheit in Frankreich noch aktiv

Auch wenn im März weniger Fälle der Blauzungenkrankheit in Frankreich gemeldet wurden, ist das Virus weiterhin aktiv und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hält das Risiko für einen Eintrag nach Deutschland weiterhin für groß. Wie aus dem aktuellen Radar Bulletin des FLI hervorgeht, wurden im März nur noch 10 Fälle von BTV-8 und glücklicherweise kein Fall von BTV-4 in Frankreich nachgewiesen. Auch wenn jetzt die Fälle zurückgehen, wird damit gerechnet, dass es wieder mehr Fälle geben wird, sobald die Aktivität der Mücken, die das Virus übertragen, wieder ansteigt.
Radar Bulletin des FLI


04.04.2018

Durchbruch bei Geschlechtsbestimmung im Hühnerei mittels Licht

Forschern der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig und der Universitätsklinik Carl Gustav Carus in Dresden ist ein Durchbruch bei der Bestimmung des Geschlechts im Hühnerei mittels Licht gelungen. Die Forscher arbeiten seit mehreren Jahren an dieser Methode und konnten bereits seit einiger Zeit mittels Spektroskopie eine Geschlechtsbestimmung im Hühnerei durchführen. Damit kann verhindert werden, dass nach dem Schlupf in der Legehennenhaltung Millionen von männlichen Küken getötet werden müssen. Bisher galt aber als großer Nachteil der entwickelten Methode, dass ein ca. zehn Millimeter großes Loch in das Brutei eingebracht und wieder verschlossen werden muss. Jetzt ist den beiden Forschungsgruppen der Durchbruch gelungen und die Feststellung des Geschlechts ist auch ohne Öffnung des Eies möglich. Grundlage für die Weiterentwicklung der Methode war, dass die Forscher genau wussten, wo und wie das Geschlecht im Ei codiert wird. Für die neue Methode wird das Ei drei bis fünf Tage bebrütet. Dann hat sich bereits das Blutgefäßsystem ausgebildet, welches durch die Eischale mit bloßem Auge erkennbar ist. Das Ei wird dann mit einer herkömmlichen Lichtquelle durchleuchtet. Das von den Blutgefäßen reflektierte und auch transmittierte Licht wird auf der Eischale aufgefangen und spektroskopisch analysiert. Da das Licht neben den geschlechtsrelevanten Informationen aus dem Blut auch Informationen zu anderen Inhaltsstoffen des Eies trägt, müssen verschiedene mathematische Filter- und Separationsverfahren kombiniert werden, um letztlich die gewünschten, zur Geschlechtsbestimmung verwendbaren Signale zu erhalten. Kein Ei gleicht dem anderen, und so stellt die größte Herausforderung dabei die Beherrschung der optischen Variabilität der Eischale dar. Sobald alle störenden Einflussfaktoren in den Spektren eliminiert sind, lässt sich anhand des Hämoglobinspektrums das Geschlecht erkennen. Die Messung dauert nur wenige Sekunden und die Information, ob in dem Ei ein männliches oder weibliches Küken heranwächst, ist unmittelbar vorhanden. Auch die eingesetzten Spektroskope waren sehr einfach und kostengünstig. Dies stellt einen wichtigen Aspekt für einen möglichen wirtschaftlichen Praxiseinsatz des Verfahrens dar. Die Forscher wollen die Methode schnell und effektiv für den Einsatz in der Brütereipraxis adaptieren, um so schnellstmöglich das massenhafte Töten männlicher Eintagsküken zu stoppen.
idw


Impfprojekt gegen Tollwut in Myanmar auf gutem Weg

Ein Impfprojekt der Tierschutzorganisation Vier Pfoten in Myanmar, bei dem insgesamt 50.000 Hunde gegen Tollwut geimpft werden sollen, befindet sich offenbar auf einem guten Weg. Die Tierschutzorganisation hatte das Projekt ins Leben gerufen, da in Myanmar die durch Hunde auf den Menschen übertragene Tollwut immer noch ein großes Problem darstellt. Im vergangenen Jahr wurden in Myanmar rund 62.000 Menschen - davon 40 Prozent Kinder unter 15 Jahren - von Hunden gebissen. Rund 1.000 dieser Bisse endeten auf Grund einer Tollwuterkrankung tödlich. Diese Tollwutfälle führen dazu, dass die Bevölkerung Hunde aus Angst vor der Erkrankung oftmals brutal tötet. Vier Pfoten hatte deshalb das Projekt ins Leben gerufen, in dessen Rahmen rund 50.000 Hunde gegen das Virus geimpft werden sollen. Bis jetzt konnten rund um die Hauptstadt Nyapyidaw über 30.000 Tiere geimpft werden. Nach einer kurzen Pause auf Grund des lokalen Neujahrsfestes sollen in einer zweiten Phase in der historischen Königsstadt Bagan 20.000 weitere Hunde geimpft werden. Dabei geht es aber nicht nur um die reine Impfung. Daneben soll auch Aufklärungsarbeit unter der Bevölkerung geleistet werden. Denn dort ist der Irrglaube, dass Tiere bei Hitze besonders aggressiv sind, noch weit verbreitet.
ots


Weiterhin unkritischer Antibiotikaeinsatz bei Erkältungen

Eigentlich ist bei viralen Erkrankungen wie der Grippe ein Antibiotika nicht indiziert, da es nicht gegen Viren wirkt. Trotzdem werden häufig noch Antibiotika bei diesen Erkrankungen verschrieben. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die das Forsa-Institut im Auftrag der Krankenkasse DAK unter 3.000 Menschen in Deutschland durchgeführt hat. Der immer noch unkritische Umgang mit Antibiotika wird besonders während der Erkältungszeit deutlich, denn hier erwarten 72 Prozent der Befragten eine Verschreibung von Antibiotika, wenn die Beschwerden sich nicht von selbst verbessern. Vor vier Jahren gaben dies noch 76 Prozent der Befragten an. Offenbar wird dies besonders von jüngeren Personen gefordert, denn bei Menschen ab einem Alter von 60 Jahren lag die Quote nur noch bei 67 Prozent. DAK-Vorstandsvorsitzender Andreas Storm sieht in dieser Erwartungshaltung der Patienten besonders dann ein Problem, wenn es sich auf das Verschreibungsverhalten der Ärzte auswirkt. Storm fordert einen Bewusstseinswandel in Deutschland, um die Wirksamkeit der Antibiotika zu erhalten. Und offenbar ist das Wissen über Antibiotika noch immer mangelhaft. Denn 31 Prozent der Befragten glauben, dass Antibiotika auch gegen Virusinfektionen helfen. Immerhin ist diese Zahl seit der Umfrage aus dem Jahr 2014 von 39 Prozent auf 31 Prozent gesunken. Zudem sind noch 19 Prozent der Überzeugung, dass Antibiotika auch gegen Pilzinfektionen wirksam sind. Beim Umgang mit Antibiotika spielt das Alter offenbar eine Rolle. Je jünger die Patienten sind, desto eher erwarten sie, dass sie Antibiotika verordnet bekommen. Und auch tatsächlich bekommen jüngere Personen häufiger Antibiotika verschrieben als Personen über 60 Jahre.
DAK


03.04.2018

Neusseland lässt alle von Mykoplama bovis betroffenen Rinderherden keulen

In Neuseeland grassiert der Erreger Mykoplasma (M.) bovis im Rinderbestand. Die Regierung will den Erreger nun bekämpfen und plant die Tötung von rund 22.300 Rindern von 22 Betrieben. M. bovis kann bei Rindern Euterentzündungen, Fruchtbarkeitsstörungen und Aborte ebenso wie Lungenerkrankungen und Gelenksentzündungen hervorrufen. Der Erreger wurde erstmals im Juli 2017 auf einem Milchviehbetrieb auf der Südinsel Neuseelands entdeckt. Inzwischen sind auch Betriebe im Norden betroffen. Bislang wurde die Infektion insgesamt in 28 Betrieben festgestellt. Für die Bekämpfung und Entschädigungszahlungen stehen im aktuellen Haushalt 85 Mio. NZ$ (50 Mio. Euro) zur Verfügung.
NZ Herald


Welttag der Tierimpfung

Anlässlich des Welttages der Tierimpfung, der am 20. April begangen wird, weist der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) darauf hin, dass mit der Impfung der Grundstein für ein gesundes und langes Tierleben gelegt wird. Der Tag wurde initiiert von der World Veterinary Association und Health for Animals, des globalen Verbandes der Hersteller von Tierarzneimitteln und wird seit 2016 begangen. Der BfT verweist darauf, dass gerade durch die Impfung viele Erkrankungen ihren Schrecken verloren haben und z.T. sogar getilgt werden konnten. So konnte die Tollwut in Deutschland ausgemerzt werden und stellt aktuell für Hund und Katze hierzulande keine Bedrohung dar. Auch andere Erkrankungen wie die Staupe beim Hund konnten erfolgreich zurückgedrängt werden. Bei der Katze sind Beispiele für erfolgreich mit der Impfung bekämpfte Krankheiten u.a. Katzenseuche und Katzenschnupfen, aber auch die Leukämie der Katze. Dabei ist die Impfung der Tiere nicht immer nur ein Schutz für die Tiere selbst. Die Impfung schützt auch den Menschen vor vom Tier übertragenen Krankheiten. Auch hier kann die Tollwut wieder als Beispiel dienen. Denn in den Ländern, in denen die Tollwut noch ein großes Problem darstellt, gilt die Impfung der Hunde als einer der wichtigsten Schlüssel, um die Erkrankung zu bekämpfen und die Übertragung auf den Menschen zu unterbinden. Aktuell stehen wir allerdings eher vor einem anderen Problem. Es geht um die sogenannte Impfmüdigkeit. Dadurch, dass die Krankheiten nicht mehr häufig vorkommen, gehen viele Halter davon aus, dass sie kein Problem mehr darstellen und verzichten auf die Impfung. Damit allerdings auch ungeimpfte Tiere einen gewissen Schutz haben, muss ein bestimmter Anteil aller Tiere geimpft werden. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) hat zudem „Leitlinien zur Impfung von Kleintieren“ herausgegeben, an denen sich Hunde- und Katzenhalter orientieren können. Die Leitlinien unterscheiden sogenannte Core- und Non-Core Impfungen. Core-Impfungen sind aus veterinärmedizinischer Sicht ein absolutes Muss. Darüber hinaus sind die Non-Core-Impfungen als Wahlimpfung zu verstehen. Wann welche Impfung empfehlenswert ist, richtet sich nach individuellen Lebensumständen eines Tieres.
BfT e.V.


Erste Hilfe beim Hund - Was Hundehalter wissen sollten

Hundebesitzer aufgepasst: Am 24. April 2018 bieten die Johanniter den nächsten Kurs "Erste Hilfe am Hund" für Hundehalter in Wien an. Inhalt des Kurses ist das richtige Handeln und Ergeifen von möglicherweise lebensrettenden Maßnahmen bei Verletzungen, Bisswunden oder plötzlich auftretenden beunruhigenden Krankheitssymptomen. Der vierstündige Kurs vermittelt Erste-Hilfe-Maßnahmen wie das Anlegen von Verbänden oder der schonende Transport des Vierbeiners. Außerdem erhalten die Teilnehmenden Tipps für die passende Hundeapotheke und erfahren, wie man fachgerecht mit Vergiftungen und Insektenstichen umgeht. Die Teilnahmegebühr für diesen Kurs beträgt 50 Euro. Für alle Hundehalter, die nicht in Wien leben oder an diesem Termin keine Zeit haben, gibt es die Online-Fortbildung "Erste Hilfe beim Hund" unter www.tierhalter-wissen.de. Das Online-Züchterseminar ist von der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) als Züchterfortbildung anerkannt und die Teilnahmegebühr beträgt 39 Euro. Weitere Vorteile: die Teilnahme ist orts- und zeitunabhängig.
Die Johanniter Wien
Tierhalter-Wissen.de


29.03.2018

Fleischkonsum in der Schweiz erneut gesunken

In der Schweiz ist der Fleischkonsum erneut gesunken. Der Pro-Kopf-Konsum ist im Jahr 2017 auf 50,01 Kilo gesunken. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 1,9 % oder 970 Gramm. Am meisten essen die Schweizerinnen und Schweizer Schweinefleisch. Vier Fünftel des gesamten Fleischkonsums wurde in der Schweiz unter heimischen Tierschutzstandards produziert. Bereits 2016 hatte sich der Fleischverzehr um 1% verringert. 1996 verzehrten die Schweizer noch je rund 53,6 kg Fleisch.
Proviande.ch


Tierschutzbund protestiert aus Tierschutzgründen gegen Vierten Weg bei der Ferkelkastration

In einem Schreiben an die Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern sowie an die Mitglieder des Landwirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages hat der Deutsche Tierschutzbund gefordert, am Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019 festzuhalten. "Das Verbot muss ab 1.1.2019 gelten, wie es beschlossen wurde“, appelliert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Der sogenannte „Vierte Weg“, die Kastration mit Lokalanästhesie, darf aus Sicht des Verbandes keine Alternative sein. „Obwohl die schweinehaltende und -vermarktende Branche lange genug Zeit hatte, sich auf das Verbot ab 2019 einzustellen, versucht sie nun, den „Vierten Weg“, die Lokalanästhesie, als Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration durchzudrücken“, sagt Schröder. Verschiedene Studien belegen, dass die Lokalanästhesie zusätzlich Schmerzen und Stress verursacht und den Schmerz während der Kastration nicht ausreichend ausschaltet. Zudem ist die Methodik technisch herausfordernd, da bei Fehlanwendung massive Nebenwirkungen, bis hin zum Tod des Tieres, auftreten können.
Deutscher Tierschutzbund


Hasenpest im Bodenseegebiet aktiv

Die Hasenpest ist aktuell sowohl im Bodenseekreis als auch im Landkreis Ravensburg aktiv. Im Bodenseekreis wurde die Tularämie zuletzt bei zwei Feldhasen nachgewiesen, wie das Landratsamt berichtet. Im Landkreis Ravensburg sind aktuell vier Fälle nachgewiesen worden, wie die "Schwäbische" unter Berufung auf das Landratsamt berichtet. Die Erkrankung wird durch das Bakterium Francisella tularensis hervorgerufen und wird vereinzelt immer wieder bei wildlebenden Hasen, Kaninchen und Nagetieren nachgewiesen. Da die Erkrankung auch auf den Menschen übertragen werden kann (Zoonose), sollten Spaziergänger tot aufgefundene Hasen und andere Kaninchen nicht anfassen. In sehr seltenen Fällen kann es bei Menschen zu einer schweren Erkrankung kommen. Meist sind davon Jäger betroffen, die Hasen zerlegen.
Bodenseekreis
Schwäbische


Konjunkturumfrage des Bundesverbandes der Freien Berufe - jetzt teilnehmen

Der Bundesverband der Freien Berufe e.V. (BFB) führt zweimal im Jahr eine Umfrage zur aktuellen und erwarteten Geschäftslage der Freien Berufe sowie der Personalplanung durch. Die aktuelle Umfrage ist noch bis zum 6. Mai 2018 verfügbar. Der BFB und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt), der aus dem Bereich der Tierärzteschaft Mitglied im BFB ist, rufen zu einer regen Teilnahme an der Umfrage auf. Die Umfrage ist online verfügbar und die Beantwortung dauert nur zwischen fünf und zehn Minuten.
BFB


28.03.2018

Pestizid Flupyradifuron beeinflusst Geschmackswahrnehmung und Lernvermögen von Bienen

Pestizide stehen im Verdacht, für das Bienensterben verantwortlich zu sein. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat im Februar 2018 Risiken für Bienen durch die Pestizidgruppe der Neonikotinoide bestätigt. Nun haben Wissenschaftlerinnen der Universität Würzburg den Einfluss eines neuen Pestizids auf die Honigbiene untersucht. In deutlich höherer Dosierung eingesetzt, zeigt der Wirkstoff Flupyradifuron in einem Produkt der Firma Bayer (Sivanto) einen negativen Einfluss auf die Geschmackswahrnehmung und das Lernvermögen der Tiere. "Unsere Daten zeigen, dass nicht tödliche Dosen von Flupyradifuron nach einmaliger Verabreichung an sammelnde Honigbienen deren Geschmackswahrnehmung sowie das Lernen und Gedächtnis negativ beeinflussen“, erklärt Wissenschaftlerin Ricarda Scheiner. Nun bedürfe es weiterer Forschungsarbeit, um zum Beispiel den Einfluss des Pestizids auf motorische Fähigkeiten, den Bienentanz oder die Orientierung zu bestimmen. Zudem müsste untersucht werden, welchen Einfluss Flupyradifuron in Kombination mit anderen Pflanzenschutzmitteln auf die Bienen hat. Sivanto wird aktuell als bienenfreundlich vermarktet und kann sogar auf blühende Felder aufgebracht werden. In den USA ist es seit dem Jahr 2015 auf dem Markt, während die Zulassung für die EU noch aussteht.
Universität Würzburg


Projekt zum Schutz der Wildkatze in Rheinland-Pfalz gestartet

In Rheinland-Pfalz haben das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten und der BUND ein gemeinsames Projekt zum Schutz der Wildkatze gestartet. Wie Ministerin Ulrike Höfken mitteilt, wurde die Wildkatze, die deutschlandweit ihren Verbreitungsschwerpunkt in Rheinland-Pfalz hat, als Leitart in die "Aktion Grün" aufgenommen. Ziel der "Aktion Grün" sei es unter anderem, das Artensterben zu stoppen, indem ausgewählte Leitarten über gezielte Maßnahmen gefördert und ihr Lebensraum geschützt wird, so Höfken weiter. In Rheinland-Pfalz leben nach Schätzungen aktuell wieder bis zu 3.000 Wildkatzen. Über die genaue Verbreitung will das Projekt Erkenntnisse gewinnen. Aber auch über die Gefährdungsursachen für die Tiere soll mehr in Erfahrung gebracht werden. Konkret will der BUND in den kommenden zwei Jahren ein Sammlernetzwerk aus Wildkatzenbeauftragten aufbauen und die Untersuchungen tot aufgefundener Wildkatzen organisieren. Außerdem stellt der Naturschutzverband Kontakte zu relevanten Akteuren wie zum Beispiel dem Forst und der Jagd her und dient der Bevölkerung als zuverlässiger Ansprechpartner. Das Land Rheinland-Pfalz fördert das Projekt mit rund 180.000 Euro. Sabine Yacoub, Geschäftsführerin des BUND, erklärte: „Der BUND Rheinland-Pfalz setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz der Wildkatze ein. Jedes Jahr werden uns leider zahlreiche Totfunde von Wildkatzen, meist Verkehrsopfer, gemeldet. Nun können wir die Gefährdungsursachen dieser streng geschützten Katzen systematisch ermitteln. Wir hoffen auf aufmerksame Mitbürger, die uns verunglückte Wildkatzen umgehend melden.“
Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz


Bornavirus für Gehirnentzündungen beim Menschen verantwortlich

Das "klassische" Bornavirus (BoDV-1) kann für schwere Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) beim Menschen verantwortlich sein. Diese erstmalige Erkenntnis gelang Wissenschaftlern des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Zusammenarbeit mit mehreren Universitätskliniken. Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist die Bornasche Krankheit bei Tieren bekannt. Als natürliches Virusreservoir gelten Feldspitzmäuse. Die häufig tödlich verlaufende Erkrankung tritt hauptsächlich bei Pferden und Schafen auf. Eine Beteiligung an psychischen Erkrankungen des Menschen wurde in den 90er Jahren diskutiert, konnte aber wissenschaftlich nie wirklich belegt werden. In der aktuellen Untersuchung wurden bei drei Patienten schwere Entzündungen des Gehirns nachgewiesen. Bei den drei Organspendeempfängern konnten außer dem Bornavirus keine weiteren Erreger nachgewiesen werden, die eine Enzephalitis verursachen können. Allerdings gehen die beteiligten Einrichtungen und das Robert-Koch-Institut (RKI) übereinstimmend davon aus, dass es sich bei den BoDV-1-Erkrankungen der beschriebenen Organempfänger um einen sehr seltenen Einzelfall handelt. Die Wissenschaftler empfehlen, dass zukünftig bei unklaren menschlichen Enzephalitis-Erkrankungen auch auf das klassische Bornavirus untersucht wird.
FLI
Artikel Borna-Viren als unerkannte Gefahr


Warnung vor vermehrten Staupefällen im Rems-Murr-Kreis

Der Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg mahnt Hundehalter zu Vorsicht, da die auch für Hunde gefährliche Staupe vermehrt bei verendeten Füchsen im Landkreis nachgewiesen worden ist. In den letzten Monaten wurden vermehrt verendete Füchse aufgefunden. Bei den untersuchten Tieren wurde das Staupevirus, an der neben Füchsen Hunde, Waschbären, Frettchen, Marder, Dachse, Iltisse, Wiesel, Fischotter und Wölfe erkranken können, nachgewiesen. Besonders für Haushunde und vor allem für Haushunde mit Kontakt zu Füchsen besteht daher ein hohes Ansteckungsrisiko. Deshalb sollte jeder Hund einen aktuellen Impfschutz gegen die Staupe aufweisen, um eine Übertragung des Virus zu verhindern. Die Impfung gegen die Staupe wird auch von der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als eine der Impfungen genannt, die jeder Hund besitzen sollte. Insgesamt wurden im Rems-Murr-Kreis zwischen Oktober 2017 und Anfang März 2018 34 mit Staupe infizierte Wildtiere gefunden. Dabei handelte es sich um 32 Füchse, einen Waschbären und einen Marder.
Rems-Murr-Kreis


Schweinezuchtverband Baden-Württemberg fordert Vierten Weg bei der Ferkelkastration

Der Schweinezuchtverband Baden-Württemberg (SZV) hat einen offenen Brief an die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) geschrieben, in dem der Verband angesichts des baldigen Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration ab Januar 2019 die Zulassung des „Vierten Weges“ fordert. Wenn zu diesen Optionen kein „Vierter Weg“ hinzukomme, der eine Kastration von Ferkeln mit „weitestgehender Schmerzausschaltung“ durch den Landwirt selbst möglich mache, werde dies zu einem Strukturbruch unvorstellbaren Ausmaßes in der deutschen Ferkelerzeugung führen. Hinzu komme, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Betriebe stark eingeschränkt würde, wenn Tiere aus Dänemark importiert werden dürften, wo der „Vierte Weg“ vom Gesetzgeber seit Kurzem ermöglicht wurde. Unter dem Vierten Weg verbirgt sich die Kastration unter Lokalanästhesie, die die Bauern - ebenso wie die Kastration - selber durchführen wollen. Die Tierärzteschaft lehnt dies u.a. aus Tierschutzgründen ab.
SZV
Pressemitteilung der BTK zum Vierten Weg


27.03.2018

NRW schafft Hygiene-Ampel ab

Nordrhein-Westfalen hat die sogenannte Hygiene-Ampel wieder abgeschafft. Dies geschah mit der Verabschiedung des "Gesetzes zum Abbau unnötiger und belastender Vorschriften im Land Nordrhein-Westfalen" (Entfesselungspaket I) in der vergangenen Woche. Diese hatte sich laut Angabe des zuständigen Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in der Umsetzung als verfehlt, schlecht umsetzbar und zu bürokratisch herausgestellt, zudem insbesondere handwerklich arbeitende Unternehmen benachteiligt. Die zuständige Ministerin Christina Schulze Föcking hat alle Beteiligten für Mitte April zu einem runden Tisch eingeladen. Dort sollen die Vorstellungen für eine praktikable und übersichtliche Verbraucherinformation diskutiert werden. Eingeladen zum runden Tisch Mitte April ins Verbraucherschutzministerium sind alle Wirtschaftsbeteiligten, die Berufsverbände der Lebensmittelkontrolleure und -chemiker sowie der Tierärzte, die kommunalen Spitzenverbände und Verbraucherorganisationen. Alle Teilnehmer sind aufgefordert, Ideen für eine neue Regelung zur Verbraucherinformation einzubringen.
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen


Antibiotikaverbrauch zwischen 2000 und 2015 um 65 Prozent gestiegen

Ein internationales Forscherteam hat bei der Betrachtung von 76 Ländern festgestellt, dass dort der Antibiotikaverbrauch zwischen den Jahren 2000 und 2015 um 65 Prozent angestiegen ist. Die Forscher, die ihre Ergebnisse in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichten, berechneten dies auf der Basis "Definierter Tagesdosen" (DDD). Hier wurden in diesen Ländern im Jahr 2015 insgesamt 34,8 Milliarden Dosen verbraucht. Im Jahr 2000 waren es noch 21,1 Milliarden Dosen gewesen. Der Anstieg wurde dabei besonders von Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen vorangetrieben. In den Ländern mit hohem Einkommen gab es dagegen kaum Anstiege. Z.T. gab es hier sogar Rückgänge im Verbrauch. Die Wissenschaftler befürchten, dass der Verbrauch bis zum Jahr 2030 sogar noch um 200 Prozent zunehmen könnte.
PNAS


Bilanz der Kontrollen von Tiertransporten in Rheinland-Pfalz

Das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz hat die Bilanz der Kontrollen von Tiertransporten für das Jahr 2017 veröffentlicht. Demnach gab es bei sechs Prozent der kontrollierten Transporte Mängel, die von den Veterinärbehörden beanstandet wurden. Insgesamt haben die Amtstierärzte im vergangenen Jahr 1.092 Kontrollen durchgeführt, bei denen rund 900 Fahrzeuge und 1.400 Begleitpapiere überprüft wurden. In den Fahrzeugen wurden rund 180.000 Tiere transportiert. Bei 62 Kontrollen wurden Verstöße moniert. 38 dieser Kontrollen fanden am Versandort und 24 nach dem Ausladen am Schlachthof statt. Bei 39 Beanstandungen waren Transporte von Schweinen betroffen. Hier war oft die Ladedichte zu hoch oder die Anbindung der Tiere wurde kritisiert. In drei Fällen wurde ein tierschutzwidriger grober Umgang mit Tieren, in einem weiteren Fall eine unzureichende Belüftung festgestellt. Bei Rinder- und Geflügeltransporten war häufig die Beförderungsdauer und die Transportfähigkeit der Tiere zu beanstanden. Es wurden 28 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet sowie 22 Belehrungen und vier Anordnungen ausgesprochen. In einem Fall wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken forderte im Rahmen der Veröffentlichung dieser Zahlen, dass sich der Bund auf EU-Ebene für eine Verbesserung der Regelungen besonders zu Langzeittransporten einsetzt.
Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz


26.03.2018

Antibiotikaresistente Bakterien von Fliegen, Menschen und Tieren nahezu identisch

Da Fliegen ebenfalls Kontakt zu Menschen haben, könnten sie so ein "idealer" Überträger von Erregern sein. Wissenschaftler der Universität Münster haben daher nun gemeinsam mit einem internationalen Team die Bedeutung der Schmutzfliege bei der Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien genauer beleuchtet. Eine Münsteraner Studie hatte 2016 gezeigt, dass in der ländlich geprägten Region bis zu 20 Prozent aller Fliegen mit resistenten Keimen wie Escherichia coli (ESBL-produzierende E.-coli) besiedelt sind. "Mit unserer damaligen Arbeit konnten wir nachweisen, dass die Bakterien der untersuchten Fliegen häufig dieselben Resistenzgene trugen wie die Bakterien bei unseren Patienten. Da lag ein Zusammenhang nahe - der bis dahin aber noch nicht sicher belegt war“, erklärt Prof. Frieder Schaumburg vom Institut für Medizinische Mikrobiologie. "Auf Fliegen sind sämtliche Antibiotikaresistenzen nachzuweisen, vor denen sich Mediziner heute fürchten. Dazu gehört beispielsweise der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA). Außerdem konnten wir nachweisen, dass die antibiotikaresistenten Bakterien von Fliegen, Menschen und Tieren nahezu identisch sind. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass Fliegen bei der Verbreitung eine wichtige Rolle spielen“, so Schaumburg.
Universität Münster


Weiterer BHV1-Fall im Landkreis Osnabrück

Im Landkreis Osnabrück ist in der vergangenen Woche ein weiterer Fall des Bovinen Herpesvirus vom Typ 1 (BHV1) in einem Rinder haltenden Betrieb nachgewiesen worden. Zu Beginn der Woche war ein Fall in einem Betrieb in Bramsche nachgewiesen worden. Der zweite Fall wurde in Ostercappeln-Schwagsdorf identifiziert. Der Betrieb wurde umgehend gesperrt und es laufen Untersuchungen, um mögliche Kontakte zu anderen Betrieben zu ermitteln. Um den Betrieb wurde ein Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer eingerichtet. Der Landkreis ruft die Rinderhalter zu erhöhter Aufmerksamkeit auf, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Erkrankung bereits auf andere Tiere übergesprungen ist.
Landkreis Osnabrück


Erderwärmung bedroht auch Königspinguine

Die Erderwärmung bedroht auch die Bestände der Königspinguine und könnten dazu führen, dass bis zum Ende des Jahrhunderts die Population um bis zu 70 Prozent sinkt. Dies geht aus Untersuchungen hervor, die Forscher des französischen Forschungsinstituts CNRS, der Universität Straßburg sowie des Forschungszentrums in Monaco durchgeführt haben. Königspinguine besiedeln hauptsächlich die subantarktischen Inseln Crozet und Kerguelen, die zu den Süd- und Antarktisgebieten Frankreichs gehören, sowie die südafrikanischen Inseln Marion und Prince-Edouard. Angesichts der zunehmenden Erderwärmung müssen die Tiere entweder weiter nach Süden umsiedeln oder sterben, da ihr aktueller Lebensraum durch die Erwärmung zerstört wird. Die Veränderung des Lebensraumes führt dazu, dass einerseits die Elterntiere immer weitere Wege zur Nahrungssuche auf sich nehmen müssen und andererseits der Nachwuchs länger auf Nahrung warten muss. „Doch die Dauer der Nahrungsbeschaffung wird bald die Widerstandsfähigkeit der Küken überschreiten, wodurch es zu einer schnellen Reduzierung der Pinguinkolonie kommt“, warnen die Forscher.
idw


Aujeszky bei Schweinen in Frankreich

In Frankreich ist erstmals seit 2010 wieder ein Fall der Aujeszkyschen Krankheit bei Schweinen aufgetreten, wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mitteilt. Betroffen war ein Betrieb im Süden Frankreichs am Fuße der Pyrenäen. In dem Betrieb wurden 22 Schweine in Freilandhaltung gehalten. Es handelte sich um Tiere der Rasse Gascon. Dies ist eine alte Hausschweinerasse, die in den Pyrenäen beheimatet ist. Die Tiere des Bestandes wurden getötet, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.
OIE