1 Dezember 2010
An Diabetes mellitus, der häufigsten Drüsenerkrankung beim Hund, erkrankt inzwischen jeder 100. bis 500. Hund, Tendenz steigend. Hierbei ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage, ausreichend Insulin zu bilden. Dadurch reichert sich die Glukose im Blut statt in den Körperzellen an, wodurch diese hungern. Daher frisst dann der diabetische Patient, um seinen Energiebedarf zu decken, oft mehr als zuvor, nimmt aber trotzdem ab, da die Nahrung nicht ausreichend verwertet werden kann. Die überschüssige Glukose im Blut wird im Urin ausgeschieden. Hierfür ist jedoch sehr viel Flüssigkeit notwendig und hat zur Folge, dass das Tier viel mehr trinkt und auch viel mehr uriniert.
Symptome: Bei folgenden Symptomen sollten Sie umgehend Ihre/n Tierärztin/Tierarzt aufsuchen:
- Vermehrtes Trinken (Polydipsie)
- Häufiges Urinieren (Polyurie)
- Erhöhte Harnmenge
- Heißhunger (Polyphagie)
- Vermehrte Futteraufnahme
- Gewichtsabnahme
- Sichtbare Fellveränderung
- Linsentrübung
- Schläfrigkeit
Auftreten: Häufig beginnt der Diabetes bei Hunden mittleren Alters, so mit 6 bis 8 Jahren. Hündinnen sind dabei doppelt so häufig betroffen. Anfällig für Diabetes sind alle Hunde, aber folgende Rassen scheinen ein erhöhtes Risiko zu haben: Keeshond, Pudel, Samojede, Dachshund, Alaskan Malamute, Zwergschnauzer, Chow-Chow, Beagle, Dobermannpinscher, Labrador-Retriever, Puli, Golden Retriever, Zwergpinscher, Alter Englischer Schäferhund, Englischer Springerspaniel, Schipperke, Finnischer Spitz, West Highland White Terrier, Cairn Terrier.
Diagnose: Diese erfolgt beim Haustier vor allem durch eine Blutuntersuchung, bei der Blutzucker- sowie Fructosaminwerte bestimmt werden.
Behandlung: Hunde leiden häufig am Typ-1-Diabetes. Das bedeutet, dass ein absoluter Insulinmangel besteht, da die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert und ausschüttet. Dieses Insulin kann nur durch eine Insulin-Injektion ersetzt werden, die täglich und lebenslang gegeben werden muss.
Insulininjektion: Zur Therapie des Diabetes mellitus gibt es ein speziell für Hunde und Katzen entwickeltes und entsprechend zugelassenes Insulin. Dieses wird beim Hund ein-, meist jedoch zweimal täglich verabreicht. Dies erfolgt, indem die vom Tierarzt ermittelte Insulinmenge mittels Insulinspritze unter die Haut gespritzt wird. Dies lassen sich die Hunde in der Regel sehr gut gefallen, da es weitgehend schmerzlos ist. Der Hundehalter kann dies normalerweise problemlos zu Hause bewerkstelligen.
Was muss weiterhin beachtet werden?
- Fütterung:
Besonders beim Hund ist wichtig, dass die Fütterung immer zur gleichen Zeit erfolgt, und das zweimal täglich, jeweils zeitnah zum Zeitpunkt der Insulin-Gabe. Empfehlenswert ist ein Diabetes-Diätfutter, das kohlenhydratarm und rohfaserreich ist. Auf Leckerlis zwischendurch sollte verzichtet werden. Da Übergewicht Diabetes begünstigt, sollten adipöse Tiere langsam auf Normalgewicht abnehmen.
- Bewegung:
Körperliche Betätigung erhöht auch beim Tier den Glukoseverbrauch und hilft, Gewicht zu halten. Bewegung sollte möglichst täglich und im gleichen Umfang erfolgen.
- Stress:
Stress sollte vermieden werden. Stresshormone wirken dem Insulin entgegen und erhöhen den Blutzuckerwert.
- Unkastrierte Hündinnen:
Erkrankt eine Hündin an Diabetes mellitus, sollte diese unbedingt kastriert werden. Nach Ende der Läufigkeit produzieren die Eierstöcke das Hormon Progesteron, wodurch das Insulin nicht mehr ausreichend wirken kann. Auch die Läufigkeit unterdrückende Präparate wirken dem Insulin entgegen; auch diese sollten daher nicht eingesetzt werden.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt
Um die richtige Insulindosis ermitteln zu können, sind zu Beginn der Behandlung regelmäßige, einmal wöchentliche Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt notwendig. Hier werden die Blutzuckerwerte kontrolliert und gegebenenfalls die Insulindosis angepasst. Hilfreich ist, wenn der Tierbesitzer regelmäßige Aufzeichnungen über Verhalten, Trink- und Fressverhalten sowie Gewichtsentwicklung führt. Ist die optimale Insulindosis ermittelt, genügt es, alle 3 - 6 Monate zur Kontrolluntersuchung in die Tierarztpraxis zu gehen. Auch zu Hause können die Blutzuckerwerte mittels eines Glukometers aus der Humanmedizin kontrolliert werden.
Und keine Sorge, die moderne Tiermedizin ermöglicht auch einem diabetischen Hund ein weitgehend normales, zufriedenes Leben mit hoher Lebensqualität.
Weitere Informationen zu Diabetes mellitus bei Hund und Katze unter www.Diabetes-Hund-Katze.de.