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Hunde

Reisekrankheiten machen vielen Hunden zu schaffen




2 Juni 2010

Urlaub, die schönste Zeit des Jahres – vor allem, wenn es in Deutschland kalt ist. Der vierbeinige Freund gehört für immer mehr Hundebesitzer zum Urlaubsglück dazu, denn etwa jeder zweite geht mit seinem Hund auf Reisen [1]. Was viele nicht wissen: Gerade in den bevorzugten südlichen Urlaubsländern wie Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei besteht ein erhöhtes Krankheitsrisiko für die Vierbeiner, da auch viele krankheitsübertragende Parasiten die Wärme lieben. Vor allem Zecken und Mücken können gefährliche Krankheiten auf Hunde übertragen, wie etwa Leishmaniose, Babesiose („Hundemalaria“) und Ehrlichiose – und das in der Regel das ganze Jahr über. Damit der vierbeinige Freund keine unerwünschten Reisesouvenirs mit nach Hause bringt, empfehlen Tiermediziner einen wirkungsvollen Zeckenschutz. Besonders sicher und anwendungsfreundlich sind moderne Spot-on-Produkte. Diese Mittel, wie zum Beispiel der Zeckenstopper von Intervet mit dem Wirkstoff Permethrin, müssen lediglich auf den Nacken des Hundes geträufelt werden. Zeckenbisse werden für etwa vier Wochen wirkungsvoll verhindert, indem der Zeckenstopper die Parasiten sowohl abhält (Repellenteffekt) als auch rasch abtötet. Ausgiebige Bäder im Meer oder in Seen sind damit ebenfalls kein Problem. Weitere Informationen gibt es unter www.zeckenstopper.de


Die häufigsten Hunde-Krankheiten, die aus den südlichen Ländern nach Deutschland eingeschleppt werden, sind Leishmaniose (41%), Babesiose („Hundemalaria“; 24%) und Ehrlichiose (17%) [2]. Dabei sind sie keineswegs eine Bagatelle – unbehandelt enden sie nicht selten tödlich.

Leishmaniose
Die Krankheitserreger der Leishmaniose sind Einzeller (Leishmania infantum), die beim Stich von Sand-/Schmetterlingsmücken (Gattung Phlebotomus) übertragen werden. Sandmücken kommen weltweit in Asien und Afrika sowie in den Mittelmeerländern (z.B. Spanien, Italien, Griechenland) vor. Sie sind mittlerweile auf dem Weg nach Mitteleuropa und wurden bereits in Südwestdeutschland, der Schweiz und Belgien nachgewiesen. Da die Erkrankung oft erst etliche Wochen nach dem Stich der Sandmücke ausbricht (zum Teil bis zu 18 Monaten später), kann häufig kein direkter Zusammenhang zum Auslandsaufenthalt hergestellt werden. Die Leishmanien befallen Haut, Leber, Milz, Knochenmark und Lymphknoten des Hundes. Hautveränderungen, Haarausfall um Augen, Schnauze und Ohrränder, Abmagerung, Blutarmut sowie Milz- und Lymphknotenschwellung sind die Folge. Die Therapie ist schwierig und die Krankheit gilt bei Hunden als unheilbar. Eine Impfung gibt es bisher nicht. Unbehandelt verläuft die Leishmaniose häufig tödlich, vor allem durch das Versagen der Nieren. Die Leishmaniose gehört zu den Zoonosen, also zu Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind. Das Risiko einer Übertragung auf den Menschen ist zwar gering, über Hautwunden jedoch durchaus möglich.


Babesiose
Bei der lebensgefährlichen Babesiose („Hundemalaria“) werden die roten Blutkörperchen von Einzellern (Babesia canis) befallen. Die Babesiose kann in allen warmen Klimazonen auftreten. In Frankreich stellt sie zum Beispiel eine der gefürchtetsten Erkrankungen des Hundes dar. Aber auch in Italien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Südpolen und Österreich kommt sie häufig vor. Seit einiger Zeit werden auch aus Deutschland und der Schweiz Babesiose-Fälle gemeldet. Die Babesien werden beim Blutsaugen der Zecke auf den Hund übertragen und vermehren sich ähnlich der menschlichen Malaria in den roten Blutkörperchen und zerstören diese. Innerhalb von zwei Tagen bis drei Wochen nach der Infektion kommt es zu hohem Fieber, gefolgt von Mattigkeit, Gewichtsverlust, Blutarmut und häufig auch Gelbsucht. Pro Jahr erkranken bereits 3.000 bis 4.000 Hunde in Deutschland an Babesiose [3]. Unbehandelt stirbt der befallene Hund meist schon nach wenigen Tagen und auch trotz Behandlung erliegt etwa jeder zehnte erkrankte Hund dieser gefährlichen Infektionskrankheit. Der wichtigste Überträger (Vektor) ist die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus). Aber auch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) gilt im Mittelmeerraum als Überträger der gefürchteten Blutparasiten. Einst nur im warmen Süden beheimatet, ist die Auwaldzecke inzwischen auch bei uns mehr als ein vereinzelter Gast. Fachleute gehen davon aus, dass sie sich über ganz Deutschland verbreitet hat und auch die Braune Hundezecke ist hierzulande leider weiter auf dem Vormarsch. Eine Übertragung der Babesiose-Erreger vom Hund auf den Menschen ist bisher nicht bekannt.


Ehrlichiose
Die Erreger der Ehrlichiose sind Bakterien (Ehrlichien), die von der Braunen Hundezecke übertragen werden. Da diese Zeckenart in tropischen und subtropischen Gebieten sowie im Mittelmeerraum weit verbreitet ist, gilt die Ehrlichiose noch als Reisekrankheit. Durch den Hundetourismus wird diese Zeckenart jedoch zunehmend auch nördlich der Alpen eingeschleppt. Die häufigste in Deutschland festgestellte Ehrlichiose wird durch den Parasiten Ehrlichia canis übertragen, der die weißen Blutkörperchen (Monozyten) befällt. Etwa eine Woche bis 20 Tage nach dem Zeckenstich auftretende Krankheitsanzeichen sind Fieber, Milz- und Lymphknotenschwellung, Gewichtsverlust sowie Augen- und Nasenausfluss. Daraus kann sich auch eine chronische Ehrlichiose mit einer verstärkten Blutungsneigung (Nase, Schleimhäute und Haut) entwickeln. Zur Behandlung werden Antibiotika eingesetzt. In Verbreitungsgebieten können Zecken auch den Menschen infizieren. Eine Hund-zu-Mensch-Übertragung (sogenannte Zoonose) ist durch direkten Blutkontakt möglich.


Effektive Prävention gegen die Blutsauger
Hundehalter sollten sich vor Auslandsreisen unbedingt beim Tierarzt über Bestimmungen, Impfungen und Prophylaxe erkundigen. Da Vorbeugen besser als heilen ist, gilt es Zecken und Mücken am Blutsaugen und somit an der Erregerübertragung zu hindern. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte empfiehlt deshalb Antizeckenmittel mit zweifacher Wirkung: Zum einen wehren diese die Parasiten ab, zum anderen töten sie die Plagegeister schon bei kurzem Kontakt schnell und wirkungsvoll – ein wichtiger Faktor auch im Hinblick auf die Übertragung auf unbehandelte Hunde oder den Menschen.

Besonders effektiv und anwendungsfreundlich sind Produkte aus der Gruppe der Pyrethroide (z.B. mit dem Wirkstoff Permethrin), die als sogenannte Spot-on-Produkte zum Einsatz kommen, wie etwa der Zeckenstopper der Firma Intervet. Der Zeckenstopper wird einfach auf den Nacken des Hundes aufgetragen. Innerhalb eines Tages verteilt er sich von dort über die gesamte Körperoberfläche und wird in der oberen Hautschicht eingelagert. Mit
65-prozentigem Permethrin ermöglicht der Zeckenstopper einen wirksamen Schutz mit stark abschreckender (Repellent-Effekt) und rasch abtötender Wirkung. Über einen Zeitraum von 4 Wochen wirkt der Zeckenstopper mit einer sicheren Doppelstrategie gegen gefährliche Blutsauger wie Zecken. Selbst trächtige Hündinnen können mit dem Zeckenstopper erfolgreich vor Zecken und Mücken geschützt werden. Erhältlich ist der Zeckenstopper beim Tierarzt.


Weitere Informationen auch unter www.zeckenstopper.de

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[1] forsa-Umfrage im Auftrag der Allianz Versicherung. „Urlaub? Nicht ohne meinen Hund! / forsa-Umfrage der Allianz belegt: Rund die Hälfte der Hundebesitzer nimmt ihren Vierbeiner grundsätzlich mit auf Reisen“.
Befragung von 508 Hundebesitzern, 2009.

[2] Glaser B. & Gothe R., Imported arthropod-borne parasites and parasitic arthropods in dogs. Species spectrum and epidemiologic analysis of the cases diagnosed in 1995/96.
Tierärztliche Praxis, Ausgabe K Kleintiere/Heimtiere, 1998, 26 (1): 40-6.

[3] Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt), die Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG), die Bundestierärztekammer (BTK), die Fachgruppe Parasitologie und Parasitäre Krankheiten der DVG haben die Leitlinie „Verhinderung der Erregerübertragung durch Blut saugende Vektoren bei Hunden“ erarbeitet. Ziel ist es, Hundehalter vor den gefährlichen durch Parasiten übertragenen Krankheitserregern zu informieren.