Behandlung mit ACE-Hemmern

Einsatzgebiete der ACE-Hemmer sind die Behandlung von Herzinsuffizienz, chronischer Niereninsuffizienz und Bluthochdruck (Egner 2007b).

Im Allgemeinen führen ACE-Hemmer über eine Erweiterung des postglomerulären Gefäße (Vas efferens) der Niere sowie einer systemischen Gefäßweitstellung zu einer intraglomerulären und systemischen Blutdrucksenkung (Egner 2006b).

Auf Grund der postglomerulären Dilatation („Ventilöffnung“) ist der blutdrucksenkende Effekt für die behandelten Tiere deutlich ausgeprägt. Der systemische Blutdruckabfall folgt dann mit einiger Verzögerung (Egner 2007b).

Unter den ACE-Hemmern wird Ramipril eine ausgesprochen effektive  blutdrucksenkende Wirkung zu geschrieben. In einer Feldstudie wurden 12 hypertensive Katzen mit Ramipril in einer Dosierung von 0,125mg/kg KG einmal täglich behandelt und über 6 Monate beobachtet. Dabei zeigte sich ein schnelles Absinken des systolischen Blutdruckes (um 40 mmHg) ohne signifikante Veränderung der Herzfrequenz sowie eine Stabilisierung des Blutdruckes über einen Zeitraum von 6 Monaten (Graff, Herve 2003).

Ähnliche Erfolge wurden durch eine Untersuchung mit 54 Katzen mit hypertropher Kardiomyopathie (22) und mit Hypertension (26) bestätigt. Auch bei dieser Untersuchung zeigte sich eine Dosierung von 0,125mg/kg Ramipril in der Mehrzahl der Fälle als ausreichend und führte zu einer deutlichen Verbesserung der klinischen Symptomatik. Bei hypertensiven Katzen wurde eine bedeutende Blutdrucksenkung erreicht, bei Katzen mit physiologischen Blutdruck dagegen kam es zu keinem nennenswerten Blutdruckabfall.

Die Behandlung mit Ramipril erwies sich als nebenwirkungsarm, in keinem Fall traten Nebenwirkungen auf, die ein Absetzen des Medikamentes zur Folge hatten (Schille 2001).

Andere Quellen empfehlen für die Katze eine höhere Anfangsdosierung als beim Hund, auch eine 2x tägliche Gabe wird angeraten.

Die Wirkungsweise von ACE-Hemmern lässt sich in folgenden Punkten zusammenfassen (Egner 2007b):

• Primäre intraglomeruläre Drucksenkung (postglomeruläre Dilatation)
• Systemische Blutdrucksenkung
• Verminderung der Proteinurie
• Abnahme des Plasmavolumens
• Abnahme des Sympathikotonus und der Sensitivität für Katecholamine
• Keine Aktivierung von Wachstumsfaktoren