Lexikon

Begriff

Erläuterung

 

ACE-Hemmer

Hemmer des Angiotensin-Converting-Enzymes, Angiotensin-Konversions-Enzym-Hemmer.
Das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) ist für die Regulation des Blutdrucks, des Blutvolumens und der Natriumkonzentration im Körper sehr wichtig. ACE-Hemmer hemmen die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II. Angiotensin II wirkt gefäßverengend (vasokonstriktiv), den Blutdruck erhöhend (hypertensiv), hemmt die Ausscheidung von Kochsalz und Wasser über die Niere (antidiuretisch) und stimuliert die Sekretion von Aldosteron, was wiederum zu einem Blutdruckanstieg führt.

Am Herzmuskel wirken sich ACE-Hemmer positiv auf die Schlagkraft des Herzens aus und erhöhen somit das Herzzeitvolumen. Sie werden als Gefäßerweiterer (Vasodilatatoren) und als Mittel gegen Bluthochdruck (Antihypertonika) eingesetzt. Zur Gruppe der ACE-Hemmer gehören z.B. Ramipril, Enalapril und Captopril.

 

afferent

Hinführend, hineinführen.

 

Akromegalie

Hormonelle Erkrankung, die durch eine Überproduktion des Wachstumshormons Somatotropin (STH) verursacht wird. Es kommt zu einer ausgeprägten Vergrößerung der Körperendglieder oder vorspringenden Teile des Körpers (Akren).

 

Amlodipin

Blutdrucksenkender Arzneistoff aus der Gruppe der Calciumkanalblocker des Nifedipin-Typs (Dihydropyridine), der als Basistherapeutikum bei einem essentiellen Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) eingesetzt wird. Durch seine hohe Halbwertszeit besitzt er eine lang anhaltende Wirksamkeit.

 

Anämie

Blutarmut.
Absinken der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und/oder des Gehalts an rotem Blutfarbstoffs (Hämoglobin) pro Volumeneinheit unter die physiologischen Grenzwerte. Klinisch treten v.a. blasse Schleimhäute, kalte Haut, ein kleiner, schneller Puls, metallisch klingende, pochende Herztöne sowie zentralnervöse und Atmungsstörungen auf. Es werden verschiedene Formen der Anämie unterschieden. Diese lassen sich in regenerative und nicht regenerative (aplastische) Anämien einteilen.

 

Arrhythmie

Unregelmäßigkeit im normalen Herzrhythmus.

 

Diabetes mellitus

Zuckerkrankheit, Zuckerharnruhr.
Diabetes Mellitus wird unabhängig von der Ätiologie bei jeder Spezies durch einen Insulinmangel (absolut oder relativ) hervorgerufen. Ursächlich kommen Störungen in folgenden Bereichen in Frage: Biosynthese des Insulins, Abgabe aus den B-Zellen, Transport, Bindung, Insulinabbau bzw. Wirkung an den ansprechbaren Geweben.

 

Diastolischer Blutdruck

Während der Diastole (Phase der Herzkammererschlaffung und- füllung) gemessener Blutdruck.

 

Dilatation

Erweiterung (eines Hohlorgans).
Eine Dilatation kann physiologisch durch Muskeln, mechanisch durch Instrumente oder medikamentell durch Pharmaka stattfinden.

 

Efferent

Wegführend, herausführend.

 

Enzephalopathie

Sammelbegriff für krankhafte Veränderungen des Gehirns unterschiedlicher Ursache und Ausprägung. Der Begriff wird im Allgemeinen nur für Veränderungen verwendet, die das Gehirn als Ganzes und nicht nur einzelne Gehirnabschnitte betreffen.

 

Epidemie

Infektionskrankheit, die zeitlich und territorial begrenzt auftritt und durch eine starke Häufung von Krankheitsfällen gekennzeichnet ist.

 

Epilepsie

Erkrankung des Gehirns, die sich in immer wieder auftretenden epileptischen Anfällen äußert. Sie kann lebenslang bestehen bleiben oder nach kürzerer oder längerer Zeit ausheilen. Bei einem epileptischen Anfall kommt es zu einer anormalen Entladung der Nervenzellen, die sich im Gehirn ausbreitet und in unnatürlicher Weise einzelne Gehirngebiete oder das ganze Gehirn reizt. Den betroffenen Gehirngebieten entsprechend ist die Erscheinungsform der epileptischen Anfälle ganz unterschiedlich ausgeprägt. 

 

Epistaksis

Nasenbluten.

Spontanen Austritt von Blut aus einer oder beiden Nasenöffnungen bzw. die Durchmischung des Nasensekrets mit Blut.

 

Glaukom

Grüner Star.

Eine der häufigsten Erkrankungen des Sehnervs. Charakteristisch ist ein kontinuierlicher Verlust von Nervenfasern. Dieser wird  bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf am Sehnervenkopf (Papille) als zunehmende Aushöhlung (Exkavation) sichtbar. Als Folge entstehen charakteristische Gesichtsfeldausfälle. Auch der Verlust des Augenlichts ist möglich. Größter Risikofaktor ist ein zu hoher Augeninnendruck.

 

Glumerulum

Gefäßknäul. Teil eines Nierenkörperchens, das für die Ausscheidung des Primärharns verantwortlich ist.

 

Hämorrhagie

Blutung

 

Hypaema

Blutansammlung in der vorderen Augenkammer.

 

Hyperadrenokortizismus

(Morbus cushing)

Überfunktion der Nebennierenrinde mit einhergehender Überproduktion von Hormonen, insbesondere der Glukokortikoide Kortison und Kortisol.

 

Hyperaldosteronismus

(Conn Syndrom)

Vermehrte Bildung des Mineralokortikoids Aldosteron. Aldosteron wird in der Nebennierenrinde gebildet und wirkt vor allem auf die Niere. Es reguliert den Elektrolyt- und Wasserhaushalt im Körper. Die Steuerung der Aldosteronausschüttung unterliegt dem Renin- Angiotensin- Aldosteron- Systems. Dieser Mechanismus reguliert den Natriumhaushalt, die Nierendurchblutung und dient der Erhaltung des Blutdrucks.
Es wird zwischen einer primären (adrenalen) und einer sekundären (extraadrenalen) Form unterschieden. Der primäre Hyperaldosteronismus entsteht durch eine gesteigerte Aldosteronausschüttung, die auf krankhaft veränderte Nebennieren zurückgeführt wird.

Der sekundäre Hyperaldosteronismus wird auf Ursachen zurückgeführt, die außerhalb der Nebennieren liegen. Sie ist durch eine pathologisch gesteigerte Aktivität des Enzyms Renin charakterisiert.

 

Hypertensiv

Blutdruck erhöhend.

 

Hypertrophie

Masse- und Volumenzunahme eines Gewebes oder Organs durch Zellvergrößerung bei gleichbleibender Zellzahl.

 

Hyperthyreoidismus

s. Hyperthyreose

 

Hyperthyreose

Schilddrüsenüberfunktion.

Die Schilddrüse produziert zu viele Schilddrüsenhormone, so dass im Organismus ein Überangebot entsteht. Infolgedessen kann es zu einer Vielzahl von Krankheitserscheinungen wie beschleunigtem Herzschlag, Gewichtsverlust, Nervosität und Zittern kommen.

 

Hypertonie

Bluthochdruck.

 

Inappetenz

Appetitlosigkeit

 

Infarkt

Gewebsuntergang (Nekrose) infolge einer Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie) durch unzureichenden Blutzufluss (Ischämie).

 

Ischämie

Blutleere, Blutmangel.
Die Ischämie ist Folge einer ungenügenden Blutzufuhr.

 

Kardiomyopathie

Als Kardiomyopathie bezeichnet man eine genetisch festgelegte oder erworbene, unspezifische Herzmuskelerkrankung. Diese bleibt klinisch lange inapparent, später werden Anzeichen der kardialen Insuffizienz (kongestive K.) deutlich.

 

Kreatinin

Anhydrit des Kreatins, dessen Übergang in Kreatinin nicht umkehrbar ist. Der Umfang seiner Ausscheidung im Harn ist von der Höhe des Anteils an Muskulatur im Körper abhängig. Bei Muskeldystrophie ist die Ausscheidung von Kreatinin und Kreatin erhöht. Ist neben der Plasmakonzentration von Kreatinin auch die Konzentration von Harnstoff erhöht, spricht dies für eine Nierendysfunktion.

 

Methamizol

Nicht steroidales Antiphlogistikum mit zusätzlicher spasmolytischer Wirkung. Schwaches Analgetikum.

 

Mikroalbuminurie

Ausscheidung von geringen Mengen Albumin (20 bis 200 mg pro Tag) mit dem Urin, vor allem bei Diabetes mellitus oder Bluthochdruck. Die Mikroalbuminurie stellt einen Risikofaktor für das spätere Auftreten einer Nierenerkrankung, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen und für eine erhöhte Sterblichkeit dar.

 

Mydriasis

Ein- oder beidseitig auftretende Pupillenerweiterung.

 

Nekrose

Absterben von Zellen und Gewebe.

 

Nephron

Funktionelle Untereinheit der Niere. Es besteht aus dem Nierenkörperchen (Malpighi-Körperchen) und dem daran angeschlossenen Nierenkanälchen (Tubulus). Jede Niere besitzt ca. 1 Million dieser Untereinheiten. In einem Nephron wird im Bereich des Nierenkörperchens kontinuierlich Primärharn aus dem Blut filtriert.

Ödem

1. Gewebsschwellung, hervorgerufen durch die Einlagerung von Wasser in das Gewebe bei erhöhtem hydrostatischen Druck (Stauungsödem) oder erniedrigtem kolloidosmotischen Druck.
2. Zellödem durch vermehrte Wasseraufnahme nach Membranschäden.

Ophthalmoskopisch

Die Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) betreffend.

Oszillometrie

Methode der indirekten Blutdruckmessung Messung des Blutdruckes. Dabei werden die Schwingungen des Blutflusses in den Arterien gemessen.

Paragangliom

Meist gutartiger, neuroendokriner Tumor, der seinen Ursprung in einem autonomen Ganglion (Anhäufung von Nervenzellkörpern im peripheren Nervensystem) hat.

Paralyse

Nervenlähmung
Vollständiger, peripherer oder zentraler Ausfall der nervalen Versorgung.

 

Parese

Unvollständige Lähmung, die sich in einer Einschränkung der Motorik und/oder der Herabsetzung der Sensibilität äußert.

 

Phäochromozytom

Tumor der chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks, der Katecholamine (Noradrenalin, Adrenalin oder deren Metaboliten) produziert. Hauptlokalisation ist das Nebennierenmark.

 

Polydipsie

Stark erhöhte Flüssigkeitsaufnahme bei beträchtlicher Erhöhung des Wasserbedarfs (Durst).
Vorkommen u.a. bei Diabetes mellitus, Diabetes insipidus, chronisch interstitieller Nephritis, hypertoner Dehydratation (Wasserverlust beispielsweise bei Durchfällen) und Austrockung (Exsikkose).

 

Polyurie

Absatz großer Mengen Urin, die die physiologische Menge übersteigt. Kann physiologisch nach Aufnahme großer Flüssigkeitsmengen auftreten oder therapeutisch (z.B. Diuretika) bzw. krankhaft (z.B. Diabetes insipidus) bedingt sein.

 

Prognose

Vorhersage.
Vorzunehmende Einschätzung des (Tier)Arztes über den voraussichtlichen weiteren Verlauf einer Krankheit, z.B. hinsichtlich Dauer, Heilungsaussichten, Wiederherstellung, Behandlungskosten.

 

Proteinurie

Ausscheidung von Eiweiß über den Urin.

 

Ramipril

Arzneistoff der Gruppe der ACE-Hemmer, der zur Behandlung der arteriellen Bluthochdrucks und der Herzinsuffizienz. Das Wirkprinzip beruht auf der Hemmung des Angiotensin Converting Enzyme (ACE).

 

Retinopathie

Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen der Netzhaut des Auges.

 

Sklerosierung

Zunahme von Bindegewebe in Organen oder Gewebe. Dadurch kommt es zu einer Verhärtung der entsprechenden Gewebe/Organe.

 

Systemisch

Bezeichnet in der Medizin: 

1.       Eine mehrere Organe betreffende Art von Erkrankung.

2.       Die Aufnahme von Arzneistoffen über das Blut-und/oder
    Lymphsystem.

Systolischer Blutdruck

Blutdruck während der Auswurfphase des Herzens. Entspricht dem Dauerdruck im arteriellen Gefäßsystem.

 

Tachykardie

Beschleunigte Herzschlagfrequenz. Die physiologische Herzschlagfrequenz ist von Tierart zu Tierart unterschiedlich.

 

Thrombose

Gefäßerkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Gefäß bildet. Thrombosen können in allen Gefäßen auftreten kommen aber vor allem in Venen vor. 

 

Vasokonstriktion

Gefäßverengung, wodurch der Strömungswiderstand des arteriellen Systems und somit der Blutdruck steigt.