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Häufig gestellte Fragen
1. Welche Darmparasiten kommen bei Hund und Katze am häufigsten vor?
Die häufigsten Darmparasiten bei Hund und Katze sind Spulwürmer und Giardien. In Deutschland liegt die Befallsrate bei erwachsenen Hunden mit Toxocara canis je nach Region schätzungsweise zwischen 7 und 24 Prozent. Bei Welpen und Jungtieren liegt die Rate wesentlich höher, da Hundewelpen in der Regel bereits mit einer Spulwurminfektion auf die Welt kommen. Die Larven werden bereits pränatal von der Mutter auf die Welpen übertragen. Außerdem können sie sich ebenso wie Katzenwelpen über die Muttermilch anstecken. Die Prävalenz für den Katzenspulwurm Toxocara mystax wird für Deutschland auf 11 bis 26 Prozent geschätzt. Die Befallshäufigkeit wird von den Haltungsbedingungen und dem Entwurmungsintervall bestimmt. Katzen mit Freigang sind häufiger befallen als reine Hauskatzen, obgleich auch hier rund 20 Prozent infiziert sind. Infektionsquelle ist hier in erster Linie in die Wohnung eingetragenes, kontaminiertes Erdreich durch die Besitzer. Je seltener die Tiere entwurmt werden, desto größer ist die Befallshäufigkeit. Bei Katzenwelpen und Jungtieren können mehr als 70 Prozent der Tiere mit Spulwürmern infiziert sein.
Giardien kommen bei ca. 17 Prozent der Hunde und rund 12 Prozent der Katzen in Deutschland vor. Bei Welpen und Jungtieren bis zu einem Jahr sind sogar 70 bis 75 Prozent der Tiere mit Giardien befallen.
2. Warum ist eine regelmäßige Entwurmung wichtig?
Eine regelmäßige Entwurmung von Hund und Katze ist auf Grund der ständig vorhandenen Infektionsgefahr und der damit einhergehenden Reinfektionen notwendig. Die medikamentöse Entwurmung wirkt immer nur gegen den aktuellen Befall mit Endoparasiten, es ist keine vorbeugende Schutzmaßnahme wie etwa eine langanhaltende Impfung. Die Notwendigkeit einer erneuten Entwurmung kann durch regelmäßige Kotuntersuchungen als Kontrollmaßnahme abgeklärt werden.
3. Welche Gefahren bestehen für mich und meine Kinder, wenn mein Hund verwurmt ist?
Spul- und Hakenwürmer können ebenso wie Bandwürmer auch Menschen befallen. Da der Mensch aber nicht der natürliche Wirt (Endwirt) der Endoparasiten des Hundes ist, kann der Mensch als so genannter Fehlwirt daran sogar lebensbedrohlich erkranken.
Eine Infektion mit dem Spulwurm von Hund und Katze heißt Toxocariasis oder Larva migrans visceralis. Durch die Wanderung der Spulwurmlarven durch die Organe des Körpers können mehr oder weniger schwere Schäden in Leber und Lunge, aber auch der Nieren, der Muskulatur und des Zentralen Nervensystems (ZNS) entstehen.
Eine Infektion mit Hakenwürmern äußert sich durch stark juckende Stellen und Ekzeme der Haut und wird Larva migrans cutanea genannt.
Eine Infektion mit Bandwurmfinnen führt beim Menschen zur Echinokokkose. Sie stellt eine lebensbedrohliche Erkrankung dar, bei der vor allem die Leber betroffen ist.
4. Welche Vorteile haben Entwurmungspräparate mit dem Wirkstoff Fenbendazol?
Entwurmungspräparate mit dem Wirkstoff Fenbendazol besitzen den Vorteil, dass sie gegen die wichtigsten Darmparasiten von Hund und Katze wirksam sind. Fenbendazol wirkt gegen Spul- und Hakenwürmer, Peitschenwürmer und gegen die häufigsten bei der Katze und auch beim Hund vorkommenden Bandwürmer (Taenien). Darüber hinaus gibt es ein Präparat mit dem Wirkstoff Fenbendazol, das als einziges auch zur Giardienbehandlung beim Hund zugelassen ist. Fenbendazol ist für Hund und Katze sehr gut verträglich. Fenbendazol verhindert in den Helminthenzellen den strukturellen Aufbau und stört den Stoffwechsel. Die Endoparasiten sterben dabei langsam ab, wodurch die Gefahr einer Darmverstopfung mit dem Risiko einer einhergehenden Darmruptur nicht gegeben ist. Außerdem hat die Entwurmung mit Fenbendazol den Vorteil, dass der Wirkstoff sowohl gegen die verschiedenen Larvenstadien und gegen die geschlechtsreifen Spulwürmer als auch gegen die Wurmeier mit der infektiösen Larve wirkt (ovozide Wirkung).
5. Was sind Giardien und welche Rolle spielen diese Parasiten bei Hund und Katze?
Giardien sind einzellige Geißeltierchen (Flagellaten), die im Darm vieler Säugetiere vorkommen. Giardien kommen etwa bei 10 Prozent der erwachsenen Hunde- und Katzenpopulation in Deutschland vor. Bei Welpen und Jungtieren liegt die Häufigkeit des Befalls beim Hund bei 70 und bei der Katze bei 75 Prozent.
Giardien verursachen vor allem bei Hunde- und Katzenwelpen und Jungtieren heftige und immer wiederkehrende schleimige Durchfälle, wodurch es zu Wachstumsstörungen kommen kann.
6. Was kann gegen eine patente Infektion mit Giardien bei Hund und Katze unternommen werden?
Giardien-Zysten können vom Tierarzt durch eine mikroskopische Kotuntersuchung und durch immunologische Verfahren nachgewiesen werden. Diese sollten regelmäßig als Kontrollmaßnahmen durchgeführt werden. Giardien-Infektionen sollten in jedem Fall behandelt werden, da es sich um Zoonoseerreger handelt, die auch klinische Symptome bei Menschen, insbesondere bei Kindern, hervorrufen können.
Die Behandlung erfolgt beim Hund durch die dreitägige Gabe eines zur Giardien-Behandlung zugelassenen Präparates mit dem Wirkstoff Fenbendazol. Aufgrund der hohen Reinfektionsgefahr sollte die dreitägige Behandlung nochmals nach 2 Wochen wiederholt werden. Katzen werden 5 Tage lang mit Fenbendazol behandelt. Daran schließt sich eine dreitägige Pause an. Anschließend wird die Behandlung erneut für 5 Tage fortgesetzt. Eine Wiederholungbehandlung nach dem gleichen Schema erfolgt auch hier nach 2 Wochen. Fenbendazol ist bereits bei 2 Wochen alten Welpen sehr gut verträglich.
7. Welche zusätzlichen Maßnahmen unterstützen die Giardien-Therapie und können einer erneuten Infektion vorbeugen?
Zusätzlich zu einer regelmäßigen Entwurmung und einer medikamentösen Giardien-Behandlung mit Fenbendazol sollten insbesondere dort, wo durch den hohen Infektionsdruck die Gefahr einer Reinfektion groß ist (z.B. Tierheimen, Tierpensionen und Zwinger), bestimmte Hygienemaßnahmen unbedingt durchgeführt werden.
Mit Kot verschmutztes Wasser und Futter sollte beseitigt werden. Die Ausläufe befestigt und trockengelegt werden. Die Boxen und Zwinger sollten mit Dampfstrahlgeräten gereinigt werden. Anschließend ist auf eine vollständige Abtrocknung zu achten, da sich Giardien in einem feuchten und kühlen Klima sowie im Wasser mehrere Wochen bis Monate überleben.
(Nähere Informationen siehe auch
Giardienbefall bei Hund und Katze
)
8. Welche Gefahren bestehen für mich und meine Kinder, wenn mein Hund mit Giardien befallen ist?
Giardien sind so genannte Zoonoseerreger, d.h. sie können vom Tier auf den Menschen übertragen werden und Krankheiten verursachen. Vor allem bei Kindern können Giardien Durchfall, Mangelernährung und Wachstumsverzögerungen hervorrufen. Daher sollten Hunde und Katzen auf jeden Fall gegen Giardien behandelt werden. Fenbendazol wirkt außer gegen Giardien auch gegen die wichtigsten Rundwürmer bei Hund und Katze sowie gegen Bandwürmer (Taenien).