Ibaflin® 3% Gel
Antiinfektivum (Ibafloxacin), für Hunde und Katzen
Zusammensetzung
30 mg Ibafloxacin/g Gel (entsprechend 30,9 mg/ml)
Hilfsstoffe
Methyl-4-hydroxybenzoat (0,125 %)
Anwendungsangebiet(e)
Ibaflin Gel ist bei Hunden zur Behandlung folgender Erkrankungen geeignet:
- Hautinfektionen (oberflächliche und tiefe Pyodermien, Wunden, Abszesse) verursacht durch empfindliche Erreger wie Staphylococcus spp., E. coli und Proteus mirabilis.
Ibaflin Gel ist bei Katzen zur Behandlung folgender Erkrankungen geeignet:
- Hautinfektionen (Weichteilinfektionen - Wunden, Abszesse) verursacht durch empfindliche Erreger wie Staphylococcus spp., E. coli, Proteus spp. und Pasteurella spp.
- Infektionen der oberen Atemwege, verursacht durch empfindliche Erreger wie Staphylococcus spp., E. coli, Klebsiella spp. und Pasteurella spp.
Gegenanzeigen
Es liegen keine Informationen über den Einfluss von Ibafloxacin auf die Entwickung von Gelenkknor¬pel bei Katzen in der Wachstumsphase und mögliche Schädigungen des Gelenkknorpels vor. Daher sollte Ibafloxacin nicht bei Katzen mit einem Alter von unter 8 Monaten angewendet werden. Bei Hunden hängt die Wachstumsphase von der Rasse ab. Bei den meisten Rassen ist Ibafloxacin in den ersten 8 Lebensmonaten kontraindiziert, bei großwüchsigen Rassen in den ersten 18 Lebensmonaten.
Nebenwirkungen
In seltenen Fällen Diarrhoe, weiche Fäzes, Erbrechen, Teilnahmslosigkeit und Futterverweigerung. Diese Nebenwirkungen sind mild und vorübergehend.
Sollten Sie andere Nebenwirkungen feststellen, informieren Sie bitte Ihren Tierarzt.
Zieltierart(en)
Hunde und Katzen
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Orale Eingabe, einmal täglich 15 mg Ibafloxacin/kg Körpergewicht
15 mg/kg Körpergewicht = 0,5 ml Gel/kg Körpergewicht
Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten und um mögliche Unterdosierungen zu vermeiden, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich bestimmt werden. Der Injektor sollte auf die errechnete Dosis eingestellt werden, indem der Ring auf die entsprechende Stelle am Injektorstempel plaziert wird (0,5-ml-Schritte am 15-ml-Injektor).
Die Dauer der Behandlung ist abhängig von der Art und dem Schweregrad der Infektion sowie vom Behandlungs¬erfolg. In den meisten Fällen ist eine Behandlung über zehn Tage ausreichend. Falls erforderlich und abhängig vom klinischen Bild, kann die Behandlung fortgeführt werden, bis eine zufriedenstellende Besserung eingetreten ist. Die Behandlung sollte überdacht werden, wenn nach 5 Tagen keine Verbesserung der klinischen Symptome festgestellt werden kann. Bei tiefer Pyodermie sollte die Behandlung mit Ibaflin überprüft werden, wenn nach 21 Tagen keine ausreichende Verbesserung der klinischen Symptome festgestellt werden kann.
Es wird empfohlen, das Gel zum Zeitpunkt der Fütterung zu verabreichen.
Um mögliche Querkontaminationen zu vermeiden, sollte ein Injektor nicht für verschiedene Tiere verwendet werden. Einmal geöffnet, sollte der Injektor nur zur Fortsetzung der Behandlung des gleichen Tieres verwendet werden.
Hinweise für die Richtige Anwendung
Die Pyodermie stellt in der Regel eine Sekundärerkrankung dar. Daher sollte die Primärerkrankung ermittelt und behandelt werden.
Chinolone sollten nicht gleichzeitig mit nichtsteroidalen entzündungshemmenden Arzneimitteln (NSAID) an Tiere mit Anfallsleiden verabreicht werden. Antazida können die enterale Aufnahme der Chinolone beeinflussen. Nitrofurantoin kann antagonistisch wirken.
Ibaflin Gel kann bei Hunden während der Trächtigkeit angewendet werden. Die Unbedenklichkeit des Tierarzneimittels bei trächtigen Katzen sowie bei Hunden und Katzen während der Laktation wurde nicht untersucht. Die Auswirkungen auf die Fertilität von Zuchttieren wurden nicht untersucht.
Wartezeit
Nicht zutreffend
Besondere Lagerungshinweise
Außer Sicht- und Reichweite von Kindern aufbewahren!
Nicht über 25 °C aufbewahren.
Das Arzneimittel nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden.
Angebrochene Injektoren sollten nach Abschluss einer jeweiligen Behandlungsstaffel entsorgt werden.
Besondere Warnhinweise
Der Gebrauch von Antibiotika einer einzigen Gruppe kann zu Resistenzen in Bakterienpopulationen führen. Verantwortungsvollerweise sollten Fluorchinolone nur zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden, bei denen die Anwendung von Antibiotika anderer Gruppen einen geringen Therapieerfolg gezeigt hat oder erwarten lässt. Ibaflin Gel sollte nur auf der Grundlage eines Antibiogramms eingesetzt werden.
Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Chinolonen sollten den Kontakt mit dem Präparat vermeiden.
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Entsorgung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich
Nicht verwendete Tierarzneimittel oder davon stammende Abfallmaterialien sind entsprechend den örtlichen Vorschriften zu entsorgen.
Genehmigungsdatum der Packungsbeilage
Weitere Angaben
Für Tiere
Ibafloxacin ist ein synthetisches Antibiotikum der Fluorchinolon-Gruppe. Ibafloxacin ist ein Breitband-Antibiotikum mit bakterizider Wirkung, die aus der Hemmung der bakteriellen DNA-Gyrase resultiert. Der Hauptmetabolit ist 8-Hydroxy-Ibafloxacin, welches auch mikrobiologisch aktiv ist. Ibafloxacin und 8-Hydroxy-Ibafloxacin wirken synergistisch. Für Ibafloxacin (Ausgangssubstanz) wurden minimale Hemmkonzentrationen (MHK) von 0,032 bis 0,5 µg/ml bei caninen Isolaten von E.coli, Staphylococcus spp. und Proteus mirabilis gefunden. Bei Katzen sind die relevanten empfindlichen Mikroorganismen E.coli, Staphylococcus spp., Pasteurella spp., Proteus spp. und Klebsiella spp. (MHK 0,5 µg Ibafloxacin/ml).
Bei Katzen wird Ibafloxacin nach oraler Eingabe schnell resorbiert und die maximale Wirkstoffkonzentration im Plasma ohne gleichzeitige Nahrungsaufnahme nach 1 Stunde, bei Verabreichung mit dem Futter nach 2 Stunden erreicht. Bei Hunden wird die maximale Wirkstoffkonzentration im Plasma mit oder ohne Nahrungsaufnahme nach 2 Stunden erreicht. Die terminale Halbwertzeit im Plasma beträgt ungefähr 3 - 5 Stunden. Bei Verabreichung mit dem Futter war die resorbierte Menge bei Hunden und Katzen höher. Das Gel sollte daher bevorzugt zum Zeitpunkt der Fütterung gegeben werden, um eine maximale Bioverfügbarkeit zu gewährleisten. Die Ausschei¬dung erfolgt überwiegend über Urin und Fäzes. Bei wiederholter oraler Eingabe wird bereits nach der ersten Verabreichung ein Fließgleichgewicht erreicht. Bei Hunden kommt es zu keiner Akkumulation, bei Katzen zu einer sehr geringen.