L-Polamivet® 2,5/0,125 mg/ml

L-Polamivet® 2,5/0,125 mg/ml

Injektionslösung für Pferde, Hunde - Analgetikum (Levomethadon- + Fenpipramidhydrochlorid)

L-Polamivet®

Zusammensetzung

1 ml Injektionslösung enthält:

Wirkstoff(e):
Levomethadonhydrochlorid 2,500 mg
Fenpipramidhydrochlorid 0,125 mg

Sonstige Bestandteile, deren Kenntnis für eine zweckgemäße Verabreichung des Mittels erforderlich ist:
Methyl-4-hydroxybenzoat 1,000 mg

Klare, farblose Lösung

Anwendungsgebiet(e)

Pferd:
Zur Neuroleptanalgesie in Kombination mit Xylazin.

Hund:
Zur Narkoseprämedikation und Neuroleptanalgesie in Kombination mit Xylazin oder Acepromazin.

Gegenanzeigen

- epileptoide und strychninbedingte Anfälle, Tetanus
- Anwendung bei erhöhtem intrakraniellem Druck
- aufgrund der Atemdepression vorsichtige Anwendung bei Inhalationsnarkosen.

Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.

Nebenwirkungen

- Atemdepression
- Abfall der Körpertemperatur
- Neigung zu Erbrechen
- akustische Erregbarkeit
- in der Aufwachphase kann es beim Hund zu Lautäußerungen (Heulen, Winseln) kommen
- durch die längere Wirkung von Fenpipramid kommt es bei einer Nachinjektion durch Abklingen der Opiatwirkung zu Tachykardie und sinkendem Blutdruck.

Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, teilen Sie diese Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.

Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung

Zur langsamen intravenösen und intramuskulären Anwendung.

Pferd:
Neuroleptanalgesie in Kombination mit Xylazin:
0,05-0,075 mg Levomethadonhydrochlorid und 0,0025-0,0038 mg Fenpipramidhydrochlorid mit
0,4-0,6 mg Xylazin pro kg Körpergewicht intravenös, entsprechend

pro 100 kg Körpergewicht
2-3 ml L-Polamivet und 40-60 mg Xylazin intravenös

Hund:
Narkoseprämedikation oder Neuroleptanalgesie in Kombination mit Acepromazin:
0,25-1 mg Levomethadonhydrochlorid und 0,013-0,05 mg Fenpipramidhydrochlorid mit
0,02-0,3 mg Acepromazin pro kg Körpergewicht intravenös oder intramuskulär, entsprechend

pro 10 kg Körpergewicht
1-4 ml L-Polamivet mit 0,2-3 mg Acepromazin intravenös oder intramuskulär

Neuroleptanalgesie in Kombination mit Xylazin:
0,375-0,5 mg Levomethadonhydrochlorid und 0,019-0,025 mg Fenpipramidhydrochlorid mit
2 mg Xylazin pro kg Körpergewicht intramuskulär, entsprechend

pro 10 kg Körpergewicht
1,5-2 ml L-Polamivet und 20 mg Xylazin intramuskulär

Eine geringere Dosierung ist angezeigt
a) bei schlechtem präoperativen Zustand des Patienten wie z. B. Leber- oder Nierenschäden,
b) bei Erreichen der gewünschten Operationstiefe während der Injektion.

Die angegebenen Dosierungen sind unverbindliche Richtwerte, die entsprechend den individuellen Voraussetzungen beim einzelnen Tier und dessen individueller Reaktion anzupassen sind.
Insbesondere bei Kombination von L-Polamivet mit Neuroleptika, Sedativa und Narkotika sind entsprechende Wechselwirkungen zu beachten und die Dosierungen anzupassen.

Hinweise für die richtige Anwendung

Es empfiehlt sich, Hunden L-Polamivet nüchtern zu verabreichen.

Die unter Einwirkung von L-Polamivet stehenden Hunde sind möglichst vor starken akustischen Reizen, Kälte und Nässe zu schützen, warm einzudecken und an einem warmen Ort auf eine entsprechende Unterlage zu bringen.

Wartezeit

Pferd:
Essbare Gewebe 3 Tage

Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.
Für dieses Tierarzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Das Arzneimittel nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr verwenden.
Dauer der Haltbarkeit nach Anbruch des Behältnisses: 28 Tage
Nach Ablauf dieser Frist sind im Behältnis verbleibende Reste des Arzneimittels zu verwerfen.

Besondere Warnhinweise

Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart:
Antagonist (beim Hund)
Der mitunter bis zu mehreren Stunden anhaltende Nachschlaf nach L-Polamivet wird als willkommene Ruhigstellung oftmals begrüßt. In besonderen Fällen kann er aber auch unerwünscht sein.

Um den L-Polamivet-Schlaf schnell zu beenden, kann Naloxonhydrochlorid angewendet werden. Die Dosierung und Art der Anwendung von Naloxonhydrochlorid ist den entsprechenden Gebrauchsinformationen zu entnehmen. Dabei ist zu beachten, dass es durch die Antagonisierung des Levomethadonanteils in L-Polamivet zu einem Überhang durch Fenpipramidhydrochlorid kommen kann, was zu einer massiven Tachykardie führen kann.

Bei älteren und kreislauflabilen Tieren ist eine postoperative Kreislaufkontrolle zu empfehlen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:
Es empfiehlt sich, Hunden L-Polamivet nüchtern zu verabreichen.
L-Polamivet sehr langsam intravenös injizieren.
Unruhe und Jaulen der Tiere während der Injektion sind Zeichen für Unterdosierung, also weiter injizieren!
Dagegen deuten krampfartige Zuckungen auf individuelle Überdosierung hin, also Injektion abbrechen!
Bei Hunden sollte die Gesamtmenge inklusive eventueller Nachdosierungen 25 ml nicht überschreiten.
Die unter Einwirkung von L-Polamivet stehenden Hunde sind möglichst vor starken akustischen Reizen, Kälte und Nässe zu schützen, warm einzudecken und an einem warmen Ort auf eine entsprechende Unterlage zu bringen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
L-Polamivet unterliegt den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften.

Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode:
Levomethadon durchdringt die Plazentaschranke und kann bei Neugeborenen zur Atemdepression führen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen:
Durch Naloxon wird die Wirkung des Levomethadon antagonisiert.
Die zentrale Dämpfung wird durch Sedativa-Hypnotika, Barbiturate und Phenothiazine verstärkt.

Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel), falls erforderlich:
Bei Überdosierung kann es zu Atemstillstand, Zyanose und Kollaps kommen.
Bei allen durch die Morphin- bzw. Levomethadonwirkung bedingten Zwischenfällen können Morphinantagonisten verwendet werden, z. B. Naloxonhydrochlorid.

Bei Kreislaufschwäche oder Versagen des peripheren Kreislaufs sollte eine zusätzliche kreislaufstützende Therapie mit peripher wirksamen Mitteln vorgenommen werden.

Inkompatibilitäten
Keine Angaben.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich

Das Arzneimittel unterliegt den Vorschriften des Betäubungsmittelgesetzes.

Nicht aufgebrauchte Betäubungsmittel sind so zu vernichten, dass eine auch nur teilweise Wiedergewinnung der Betäubungsmittel ausgeschlossen ist.

Handelsformen

100 ml Injektionslösung

Stand

April 2010