Lotagen®-Metrinjektor

Rinder

Produktgruppe

Lotagen®-Metrinjektor 14,4 mg/ml

Vetalgin®

 

Zusammensetzung
1 ml Lösung enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:
Policresulen   14,4 mg
Sonstige Bestandteile, deren Kenntnis für eine zweckgemäße Verabreichung des Mittels erforderlich ist:
Gereinigtes Wasser

Anwendungsgebiet(e)
Gynäkologie
Unfruchtbarkeit (Sterilität) infolge Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) I bis III sowie aufgrund subakuter Infektionen, Entzündung des Gebärmutterhalses (Cervicitis), Scheidenentzündungen (Vaginitis, Vestibulitis), Verunreinigung der Scheide mit Harn (Urovagina), Trichomonadeninfektion (Trichomoniasis genitalis).

Geburtshilfe
Scheidenverletzungen, Scheidenblutungen, zur unterstützenden Behandlung bei Stauung des Geburtswassers in der Gebärmutter (Lochiometra).

Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegenüber Lotagen.
Bei Verletzungen, Perforationen oder einem entsprechenden Verdacht ist wegen der Gefahr einer Peritonitis von einer intrauterinen / intravaginalen Instillation abzusehen.

Nebenwirkungen
In einzelnen Fällen kann es zu Unruhe, Drängen und Pressen kommen. Dies verliert sich meist innerhalb von 30-60 Minuten nach Instillation der Lösung.

Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, teilen Sie diese Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.

Zieltierart(en)
Rind

Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Zur intrauterinen, intrazervikalen oder intravaginalen Anwendung.
Rind: 150 ml pro Tier und Tag

Die Spitze der Verschlusskappe der Faltenbalgflasche an der Markierung abschneiden, einen Metall-Katheter aufstecken und in den Genitaltrakt einführen.
Bei Verwendung einer Besamungspipette (Seminette normal oder lang) diese in das beigefügte Verbindungsstück einschieben, die Verschlusskappe des Metrinjektors abschrauben und durch das Verbindungsstück mit der Besamungspipette ersetzen.
Zur einmaligen Behandlung, ggf. Nachbehandlung am nächstfolgenden Tag.

Soweit vom Tierarzt nicht anders verordnet, sind folgende Behandlungstechniken zu empfehlen:

Endometritis/Sterilität/Behandlung von Trichomoniasis:
Kühen wird der Inhalt eines Metrinjektor intrauterin instilliert.
Sterilitätsbehandlungen beim Rind werden im Allgemeinen im Metöstrus oder Diöstrus vorgenommen.
Zur Verbesserung der Konzeptionsrate in der Rinderzucht haben sich folgende Verfahren bewährt:
1. Methode nach ALBRECHTSEN:
Zu Uterusspülungen 100-150 ml Lotagen®-Metrinjektor bis zur mäßigen Füllung des Uterus instillieren. Die Besamung kann in der nächstfolgenden Brunst erfolgen, sofern ein klarer Brunstschleim vorliegt.

2. Methode nach ASTRÖM:
Uterusspülungen mit Lotagen®-Metrinjektor werden 24 Stunden nach der
Besamung bzw. nach dem Deckakt vorgenommen.
Cervicitis, Vaginitis, Vestibulitis
Scheidenspülungen mit Lotagen®-Metrinjektor

Urovagina
Den gestauten Harn abmassieren oder abhebern. Sodann den Inhalt eines Lotagen®-Metrinjektors intrauterin applizieren und die Scheide mit 1/2–1 Liter einer höher konzentrierten Lotagen®-Lösung (5-7%ige Lösung des 36%igen Lotagen®-Konzentrates) spülen.

Hinweise für die richtige Anwendung
Keine Angaben.

Wartezeit
Rind:  
essbares Gewebe: 3 Tage
Milch:   1 Tag

Besondere Lagerungshinweise
Für dieses Tierarzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Das Arzneimittel nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr verwenden.

Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.

Besondere Warnhinweise
Besondere Warnhinweise für jede Zieltierart:
Die intrauterine Instillation von Lotagen® Lösungen beeinflusst das Zyklusgeschehen bei Kühen.

Allgemein gilt:
während des Diöstrus verabreicht, wird der Zyklus verlängert und
während des Metöstrus oder Östrus verabreicht, wird der Zyklus verkürzt.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung:
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:
Eine Langzeitbehandlung ist wegen unklarer Resorptionsverhältnisse nicht zulässig.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Nicht in Augennähe bringen.
Nach Kontakt mit Textilien oder Leder sofort mit Wasser abwaschen.

Besondere Warnhinweise hinsichtlich Wechselwirkungen mit anderen Mitteln:
Säureempfindliche und eiweißhaltige Präparate dürfen nicht gleichzeitig lokal angewendet werden, da diese durch den niedrigen pH-Wert und die denaturierende Wirkung von Lotagen inaktiviert werden können.

Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel), soweit erforderlich:
Instillation bzw. Nachspülung mit steriler physiologischer Kochsalzlösung.

Inkompatibilitäten:
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.

Genehmigungsdatum der Packungsbeilage
Juni 2010

Weitere Angaben
Packungsgrößen:
Packung mit 10 Flaschen mit je 150 ml Lösung.
Packung mit 50 Flaschen mit je 150 ml Lösung

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.