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19.10.2018

Empfehlungen zur Eindämmung und Eliminierung der Lumpy Skin Disease veröffentlicht

Ein von der European Food Safety Authority (EFSA) veröffentlichter Bericht zur Lumpy Skin Disease (LSD) enthält Empfehlungen zur idealen Dauer von Impfprogrammen zur Eliminierung der Krankheit und untersucht die Wahrscheinlichkeit ihres Wiederauftretens sowie mögliche Überwachungsmethoden. Die Ausbruchszahlen von Lumpy Skin in der Balkanregion sind um 95%, von 7.483 im Jahr 2016 auf 385 im Jahr 2017, zurückgegangen. Im Jahr 2018 wurden in Südosteuropa keine Ausbrüche gemeldet, während im europäischen Teil der Türkei ein Ausbruch gemeldet wurde. Die Dauer des Impfprogramms richtet sich nach der Wirksamkeit der Impfung, also wie ausgeprägt diese die Tiere vor der Krankheit schützt, und der Anzahl der geimpften Herden. Wenn beispielsweise die Impfung bei 80% der geimpften Tiere wirkt, ist ein zweijähriges Programm mit einer Abdeckung von 90% der Herden ausreichend. Ein erneutes Aufflammen der Erkrankung nach der Durchführung eines Impfprogramms hängt hauptsächlich davon ab, wie wahrscheinlich es ist, dass infizierte Tiere aus betroffenen benachbarten Gebieten eingeschleppt werden. Aber auch eine mögliche Persistenz des Virus in Vektoren wie Zecken und Insekten bzw. in der Umwelt muss an dieser Stelle berücksichtigt werden.
EFSA


Professor Blaha spricht sich für Videoüberwachung und Tiergesundheitsdatenbank aus

Der Ruf nach einer standardisierten Videoüberwachung von Schlachthöfen wird lauter. Anlässlich der jüngst bekannt gewordenen Tierschutzverstöße auf einem Schlachthof in Bad Iburg hat nun auch der Vorsitzende der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT), Prof. Dr. Thomas Blaha, die flächendeckende Einführung der Videoüberwachung gefordert. Er sagte zur Neuen Osnabrücker Zeitung: „Wir brauchen Videokameras auf den Schlachthöfen, um Tierschutzverstöße zu dokumentieren. Hier muss sich Deutschland ein Vorbild an England nehmen.“ In Großbritannien wird die Videoüberwachung von Schlachthöfen am 5. November 2018 verpflichtend eingeführt. Weiterhin sprach sich Blaha dafür aus, eine deutschlandweite Tiergesundheitsdatenbank aufzubauen. „Darin könnte festgehalten werden, wie viele Tiere auf einem Bauernhof sterben, welche Krankheiten im Schlachthof festgestellt werden und wie viele Kadaver in Tierkörperbeseitigungsanstalten angeliefert werden.“ Auf diese Weise wären effektivere Kontrollen möglich. Gleichzeitig kritisierte er den fehlenden politischen Willen für eine nachhaltige Abschaffung der Missstände.
NOZ


Zoonosenforscher fordern mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Bekämpfung

Erreger von Infektionskrankheiten lassen sich durch Ländergrenzen nicht stoppen und sie stellen die Weltgesundheit immer wieder vor große Herausforderungen. Aktuell beraten rund 350 Wissenschaftler sowie Human- und Veterinärmediziner aus dem In- und Ausland darüber, wie sie am besten erforscht, beobachtet und eingedämmt werden können. „Global Health ist ein großes Thema für Forschung und Politik, denn globale Gesundheitsrisiken durch Pandemien sind in Zeiten der Globalisierung hochaktuell“, sagte Prof. Dr. Christian Drosten von der Charité – Universitätsmedizin Berlin zur Eröffnung des Nationalen Symposiums für Zoonosenforschung am Mittwoch in Berlin. „Die Stärkung der Zoonosenforschung steht auch weiterhin im Fokus der Bundesregierung, was für die hohe Relevanz dieser Forschung spricht“, stellte Michael Engels vom Bundesministerium für Verteidigung (BMVg). Es ist wichtig, Interaktionen zwischen menschlichem Verhalten, Lebensräumen von Tieren, Krankheitsüberträgern und der Umwelt zu verstehen. Zu den weltweiten Risikofaktoren für Übertragungen zählten zum Beispiel enge Nutztierkontakte, die Zerstörung von Lebensräumen wildlebender Tiere sowie zunehmende Interaktionen zwischen Mensch und Wildtier z.B. durch die Haltung eines Wildtiers als Haustier. Auch der Klimawandel trage zur Verbreitung von Krankheitsüberträgern wie Mücken oder Zecken bei. Um die Verbreitung zoonotischer Infektionen zu verhindern, sei eine bessere Kommunikation der Risiken und eine bessere Aufklärung und Bildung der Bevölkerung zur Übertragung von Krankheiten zwischen Mensch und Tier notwendig, ebenso wie eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Veterinärmedizinern und Umweltwissenschaftlern sowie politischen Entscheidungsträgern.
TMF


18.10.2018

US-Landwirtschaftsministerium unterstützt klimageschädigte Landwirte mit 4,8 Milliarden Dollar

Nicht nur in Europa haben die Landwirte in diesem Jahr unter schwierigen klimatischen Bedingungen gelitten, die teilweise zu schweren und existenzgefährdenden Ernteeinbußen geführt haben. Auch in den USA haben die Landwirte in diesem Jahr schwere Verluste durch klimatische Ereignisse wie anhaltende Trockenheit, Brände und vermehrt auftretende Wirbelstürme sowie Überflutungen hinnehmen müssen. Das US-Agrarministerium USDA wird nun die Betroffenen mit mehr als 4,8 Mrd. USD (4,76 Mrd. Fr.) zusätzlich unterstützen.
KTTN


Nicht nur ältere Hunde leiden an Arthrose

Gerade ältere Hunde leiden unter einer chronischen Veränderung eines oder mehrerer Gelenke (Arthrose). Doch auch junge Hunde können erkranken. Gründe für eine Arthrose können Rasse und Größe sein, aber auch anatomische Fehlstellungen, Übergewicht, übertriebenes Training oder bakterielle Infektionen können eine Rolle bei der Entstehung spielen, erklärt der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT). Gelenkschmiere, die sogenannte Synovia, sorgt dafür, dass sich Gelenkflächen reibungslos gegeneinander bewegen können. Harte Stöße, wie sie beim Laufen und Springen entstehen, werden durch die Synovia abgefedert. Bei Störungen entstehen dauerhafte Schäden des Gelenks, die dem Tier Schmerzen bereiten. Eine Heilung einer einmal entstandenen Arthrose ist nicht möglich, doch kann der Tierarzt durch die Gabe von Schmerzmitteln die Symptome lindern. Ist das Tier dannweitestgehend schmerzfrei, können Therapien unterschiedlichster Art erfolgen. Dies kann beispielsweise ein kontrolliertes Bewegungstraining sein, damit die Gelenke nicht ganz "einrosten". Geeignet sind häufigere, aber kürzere Spaziergänge. Weitere Therapiemöglichkeiten können Massagen, Kälte- und Wärmeanwendungen, Ultraschalltherapien oder Bewegung auf Unterwasserlaufbändern sein. Letzteres hat zudem einen positiven Nebeneffekt: Hunde, die sich regelmäßig bewegen, nehmen weniger zu, was dann wiederum die Gelenke entlastet. In zahlreichen Tierarztpraxen werden verschiedene Formen der Hundephysiotherapie bereits angeboten.
BfT


Große Artenvielfalt fördert und hemmt die Ökosystemstabilität

Artenreiche Ökosysteme gelten aus wissenschaftlicher Sicht als stabiler gegenüber Störungen wie Dürren, Hitzeperioden oder Pestiziden. Ökologen der Universität Zürich und der Eawag fanden jetzt jedoch heraus, dass ein erhöhter Artenreichtum unter gewissen Umweltbedingungen auch zu größerer Instabilität führen kann. Für ihre Untersuchungen benutzten die Wissenschaftler sechs Arten von Wimpertierchen als Modellorganismen. In Probengläsern erzeugten sie durch eine unterschiedliche Anzahl und Kombination der Einzeller Mini-Ökosysteme, die sie daraufhin bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad gedeihen ließen. Die erhöhten Temperaturen simulierten eine klimatische Veränderung, da die verwendeten Wimpertierchen normalerweise bei 15 Grad Celsius leben. Anschließend wurde mit Hilfe einer neuartigen Videoauswertungstechnik analysiert, wie stabil die Biomasseproduktion in den kleinen Ökosystemen war. Sie fanden heraus, dass eine hohe Artenvielfalt gleichzeitig die Ökosystemstabilität fördert und hemmt. "Ökologische Stabilität ist komplex und besteht aus verschiedenen Komponenten. Das Experiment zeigt, wie sich die Artenvielfalt unterschiedlich auf die einzelnen Stabilitätskomponenten auswirkt", erklärt Frank Pennekamp, Erstautor der Studie. Konkret: Je vielfältiger die Artengemeinschaft in den Mini-Ökosystemen war, desto weniger schwankte die Biomasseproduktion – unabhängig von der Temperatur. Bei höheren Temperaturen zeigte sich jedoch, dass je mehr Arten sich im System tummelten, desto weniger Biomasse produzierten die Einzeller. "Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine höhere Artenvielfalt alleine nicht für die gesamtheitliche Stabilität eines Ökosystems ausreicht. Neben der Artenvielfalt braucht es auch Arten, die auf vielfältige Weise auf Umweltveränderungen reagieren können", sagt Florian Altermatt, Professor für Aquatische Ökologie der Eawag.
Universität Zürich


Multi-Organ-Chip soll Zahl der Tierversuche deutlich verringern

Seit langem forschen Industrielabore und Institute nach Möglichkeiten, Tierversuche zu ersetzen. Ingenieure des Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden wurden jetzt für den von ihnen entwickelten Multiorgan-Chip mit dem EARTO Innovation Award ausgezeichnet. Dieser Chip simuliert den Blutkreislauf und das Zusammenspiel der Organe von Tieren oder Menschen. Es handelt sich also um ein Mikrolabor auf einem Chip, der die Pharma- und Kosmetikindustrie bei der Entwicklung neuer Medikamente und Produkte unterstützen und die Zahl der Tierversuche verringern soll. „Wir sehen gute Chancen, sehr viele Tierversuche überflüssig zu machen“, betonte Dr. Udo Klotzbach, Geschäftsfeldleiter Mikrotechnik am Fraunhofer IWS. Der aus gestapelten Folien entwickelte Multiorgan-Chip hat in etwa das Format einer Tablettenschachtel. Nach Befüllung der Kammern mit Organzellen wird der künstliche Blutkreislauf in Gang gesetzt und der Testwirkstoff eingeleitet. Das Zusammenspiel zwischen den simulierten Organen zeigt, wie ein Tier oder Mensch auf den neuen Wirkstoff reagieren würde. Der Multiorgan-Chip kann zwar den Test am lebenden Organismus nicht vollständig ersetzen, jedoch in der langen Kette bis zur Marktzulassung viele Tierversuche überflüssig machen.
idw-online


17.10.2018

Schweineschlachtungen in Deutschland rückläufig

Im Zeitraum von Januar bis August 2018 sind in Deutschland weniger Schweine geschlachtet worden. Dies geht aus einer Meldung des Statistischen Bundesamtes hervor, wie topagrar berichtet. Demnach wurden in diesem Zeitraum 37,7 Millionen Schweinen und damit 1,8 Prozent weniger Tiere als im Vorjahr geschlachtet. Vor allem gingen die Schlachtungen bei den Tieren mit ausländischer Herkunft zurück. Hier betrug der Rückgang 18,1 Prozent.
topagrar.de


Alternativen zur Antibiotikabehandlung von Nutztieren vorgestellt

Die Initiative „Nachhaltige Pharmazie“ soll praxisnahe Lösungsansätze für das globale Problem der zunehmenden Antibiotikaresistenzen erarbeiten. Dafür wird sie von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell unterstützt. Ergebnisse von erfolgversprechenden Projekten wurden jetzt bei einem DBU-Forum mit Experten aus Wissenschaft, Politik, Tiermedizin und Agrarbranche beleuchtet und diskutiert. „Wir brauchen praxistaugliche Lösungsansätze, die einerseits die Gesundheit von Mensch und Tier gewährleisten und andererseits negative Auswirkungen auf die Umwelt verringern“, sagt Alexander Bonde, Generalsekretär der DBU. Eine der vorgestellten Lösungsansätze war die Bekämpfung von Mastitiden bei Milchkühen durch körpereigene Milchsäurebakterien. „Bei der Milchviehhaltung werden ähnliche antibiotische Wirkstoffe wie beim Menschen eingesetzt“, erläuterte Prof. Dr. Volker Krömker, Fachtierarzt für Milchhygiene an der Hochschule Hannover. Innerhalb des von der DBU fachlich und finanziell geförderten Projekts entwickelte er einen Mix dieser „guten“ Milchsäurebakterien, der das Eindringen und das Vermehren der „schlechten“ Entzündungsbakterien in der Milchdrüse bestmöglich verhindert. Tests hätten ergeben, dass an Mastitis erkrankte Kühe durch eine derartige innovative Milchsäurebakterien-Behandlung gleichermaßen gesund geworden seien wie durch die herkömmliche antibiotische Methode, aber keine Unverträglichkeiten festgestellt worden seien. Eine weitere praxistaugliche Alternative zu Antibiotika stellt die Behandlung der Colibacillose des Geflügels durch Bakteriophagen dar. Dies sind natürliche Widersacher von Bakterien, die Bakterien sehr spezifisch abtöten könnten. Mittlerweile stelle die Antibiotikaresistenz eine globale Bedrohung in der Human- und Tiermedizin dar. Hinzu komme, dass das Übertragen resistenter Bakterien zwischen Mensch und Tier wechselseitig möglich sei. Dafür verantwortlich seien der unsachgemäße und übermäßige Gebrauch von Antibiotika sowie Hygienemängel in der Human- und Veterinärmedizin. In der Nutztierhaltung und Lebensmittelproduktion bereite die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen ebenfalls Probleme. Sie erschwere nicht nur das Behandeln von Tieren, sondern habe auch nachteilige Folgen für den Tierschutz und führe zu wirtschaftlichen Einbußen für Tierhalter. Nicht zuletzt stelle auch die Kontamination von Lebensmitteln durch resistente Erreger für die Verbraucher ein Risiko dar. Die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen habe auch enorme wirtschaftliche Folgen. Das Weltwirtschaftsforum zähle die Antibiotikaresistenz mittlerweile zu den größten Risiken für die Weltwirtschaft. Prognostiziert würden steigende Kosten durch die Behandlung resistenter Infektionserreger und erhöhte Morbiditäts- und Mortalitätsraten in den nächsten Jahren. Dass die Gesamtmenge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika zwischen 2011 und 2017 um 57 Prozent zurückgegangen sei, ändere am Grundproblem nur bedingt etwas, so Bonde.Um auch zukünftigen Generationen Zugang zu sicheren und wirksamen Antibiotika zu ermöglichen, rät die DBU in ihrer Fachinformation „Arzneimittelrückstände in der Umwelt“, unnötige Antibiotikaverordnungen abzustellen sowie Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen zu verbessern. In der Tierhaltung müssten Stallmanagement, Abluftmanagement, Herdengröße sowie die Verabreichungspraxis der Arzneimittel über Futter beziehungsweise Tränkwasser überdacht und gegebenenfalls geändert werden.
DBU
VetMAB- Antibiotikaminimierung im Stall


BbT-Vorstand wiedergewählt

Am 30. September 2018 ist im Rahmen der Sitzung des erweiterten Vorstandes des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte e. V. (BbT) in Bagnoles de l'Orne der Vorstand für die nächsten vier Jahre gewählt worden. Die Wahl kann als Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder gesehen werden, da alle sich bereits im Amt befindenden Personen auch die kommenden vier Jahre in Amt und Würden bleiben werden. Somit wird Dr. Holger Vogel auch in den kommenden vier Jahren als Präsident aktiv sein. 1. Vizepräsident und Ressortverantwortlicher Lebensmittelhygiene, Geschäftsführer bleibt DVM Toby Pintscher, 2. Vizepräsident und Ressortverantwortlicher Tierseuchen, Arzneimittel, Tierische Nebenprodukte bleibt Dr. Arno Piontkowski. Vizepräsidentin und Ressortverantwortliche europäische und Internationale Angelegenheiten ist und bleibt Dr. Cornelia Rossi-Broy und die Vizepräsidentin und Ressortverantwortliche Tierschutz heißt weiterhin Dr. Christine Bothmann. Dr. Christian Cegla ist Vizepräsident und Kassenführer sowie Ressortverantwortlicher Internet. Der Vorstand habe sich zum Ziel gesetzt, den amtstierärztlichen Dienst für die Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts fit zu machen, heißt es in einer Pressemitteilung des Vorstandes. Konkret ist die weitere Digitalisierung und Vernetzung der relevanten Daten von der Bundesregierung einzufordern, um mit dem vorhandenen Personal zielgerichteter und effektiver die Überwachung durchführen zu können. Parallel wird das Personalbedarfsprojekt mit bundesweiter Datenerhebung fortgesetzt.
BbT


16.10.2018

Keine Kostendeckung bei deutschen Milcherzeugern

Laut dem aktuellen Milch Marker Index (MMI) der MEG Milch Board lagen im letzten Quartal die durchschnittlichen Milcherzeugungskosten in der EU etwa 9 ct/kg über dem Milchauszahlungspreis. Der MMI zeigt auf, welchen Erzeugerpreis ein Landwirt mindestens erzielen muss, damit seine Milcherzeugungskosten gedeckt sind und ein Gewinn verzeichnet werden kann. Dieser lag im Juli 2018 in Deutschland bei 104. Seit einigen Monaten sind die Kosten für Futter und Energie gestiegen, gleichzeitig sanken die Rindererlöse, was zur Folge hatte, dass die Milcherzeugungskosten mit 43,28 ct/kg weiterhin gestiegen sind. Gleichzeitig sind die durchschnittlichen Auszahlungspreise um 1,04 ct/kg auf 34,56 ct gestiegen. Dennoch fehlten den Landwirten im Juli knapp 9 ct zur Kostendeckung.
Milch-Board.de


Millionen Vögel sterben jährlich durch Stromleitungen

Laut einer NABU-Studie fallen jährlich etwa 1,5 bis 2,8 Millionen Vögel den über 60.000 Kilometer Hoch- und Höchstspannungstrassen in Deutschland zum Opfer. Seit einem Jahr läuft nun eine bundesweite Erfassung von an Stromleitungen verendeten Vögeln, umKlarheit darüber zu erlangen, welche Arten besonders beeinträchtigt sind und wie viele Vögel genau durch die Stromtrassen getötet werden. Dazu haben der NABU und die Renewables Grid Initiative (RGI) 2017 eine Hotline und eine Online-Meldemöglichkeit für Vogelfunde an Freileitungen eingerichtet. „Es ist außerdem wichtig, dieses Naturschutzproblem bekannter zu machen. Mit überschaubarem Aufwand kann die Zahl der Vögel, die mit Leitungen kollidiert, verringert werden“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller dazu. Die bisher gesammelten Ergebnisse zeigen, dass Schwäne, Kraniche und Gänse besonders häufig, wahrscheinlich auf Grund ihrer Schwerfälligkeit, mit Stromleitungen kollidieren. Bisher gingen 30 Meldungen über 87 verendete Vögel ein. „Die Meldungen sind ein erster Hinweis, um Leitungsabschnitte zu identifizieren, an denen Vögel sterben. Je mehr Funde uns übermittelt werden, desto besser wissen die Netzbetreiber, wo sie etwa Vogelschutzmarkierungen anbringen müssen oder welche Gebiete sie bei der Netzausbauplanung besser umgehen sollten“, so NABU-Vogelschutzexperte Eric Neuling. Die Sicherung von Leitungen obliegt den Naturschutzbehörden der Länder. Doch bisher gibt es nur in Brandenburg und Thüringen eine zentrale Erfassung solcher Funde. Die Meldemöglichkeit von NABU und RGI soll durch eine bundeseinheitliche Fallsammlung, Auswertung und Information an die Netzbetreiber diese Lücke schließen.
NABU


Drei neue ASP-Fälle in China

Chinas Landwirtschaftsministerium hat drei neue Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Provinz Liaoning gemeldet. Bei einem der betroffenen Betriebe handelt es sich um eine Farm mit rund 20.000 Tieren nahe der Stadt Jinzhou. Ein weiterer Ausbruch betrifft einen Betrieb mit 1.500 Schweinen und einen mit 270 Tieren. Beide befinden sich ebenfalls in der Provinz Liaoning.
pig333


EU-Landwirtschaftskommissar hat Tierwohl-Maßnahmen in Niedersachsen kennengelernt

Auf Einladung der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hat der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit einer Delegation Niedersachsen besucht, um Tierwohl-Maßnahmen kennenzulernen. Im Mittelpunkt des Interesses von Vytenis Povilas Andriukaitis waren Möglichkeiten, das routinemäßige Schwanzkupieren in der Schweinehaltung zu vermeiden. Einen Einblick in die Praxis erhielt er am Freitag auf dem Betrieb von Familie Harleß in Schwienau im Landkreis Uelzen. Hier wurden umfangreiche Veränderungen im Stall, u.a. beim Licht, Futter, Klima, Beschäftigungsmaterial vorgenommen und analysiert, ob und was sich positiv auf das Schwanzbeißen auswirkt. Der Betrieb gehört zum Bundesprojekt „Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz (MuD Tierschutz)“. Gleichzeitig appellierte die Ministerin an die EU, die umfangreichen Bemühungen zur Verhinderung des Schwanzbeißens als Zeichen der aktiven Problemlösung zu würdigen. „Wir arbeiten intensiv an Maßnahmen, um die Vorgaben zu erfüllen. Ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wäre das falsche Signal aus Brüssel“, sagte sie in Richtung des EU-Kommissars. Außerdem setzte sich Otte-Kinast für tierschutzgerechte Tiertransporte in Drittländer ein. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum Tiere an vielen Grenzen nicht abgeladen und versorgt werden können.“ Sie appellierte an EU-Kommissar Andriukaitis, die EU-Verordnung umzusetzen.
Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Fachforum Bienen und Landwirtschaft will Bedingungen für Bienen verbessern

Am 25. und 26. September fand in Berlin das neue Fachforum „Bienen und Landwirtschaft“ der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) statt, an dem etwa 130 Fachleute teilnahmen. Im Fokus der Diskussionen stand die Frage, wie sich die Wechselbeziehungen zwischen Honig- und Wildbienen und der Landwirtschaft verbessern lassen. Unter dem Motto „Synergien erforschen, Lösungen entwickeln“ will das DAFA-Fachforum Konzepte entwickeln, die die Bedingungen für eine Entwicklung von Honig- und Wildbienen auf dem Land und in urbanen Räumen verbessern, sowie forschungsbasierte, praxistaugliche Lösungen finden, die nachhaltig zu einer flächenhaften Verbesserung der Situation führten.Eine Zusammenarbeit von Akteure und Entscheidungsträgern aus Wissenschaft, Imkerei, Landwirtschaft, Forschungsförderung und Politik sei von Nöten, um das Zusammenwirken von Bienen und Landwirtschaft zu verbessern, so lautete das Ergebnis der Teilnehmer. Nachdem das Wissen aus Praxis, Forschungsarbeiten und sozialwissenschaftlichen Ansätzen zusammengetragen worden sei, könne Forschungsbedarf festgelegt werden. Anfang des nächsten Jahres soll die Folgeveranstaltung stattfinden, hier soll der erste Entwurf einer Forschungsstrategie zu Bienen und Landwirtschaft diskutiert und weiterentwickelt werden. Eine Zusammenfassung der Veranstaltung, die DAFA-Geschäftsstelle, dem Institut für Bienenschutz des Julius Kühn-Instituts und dem Institut für Veterinär-Biochemie der Freien Universität Berlin ins Leben gerufen worden ist, und die Vorträge der Referenten sind auf der Website der DAFA zu finden.
idw
Deutsche Agrarforschungsallianz


15.10.2018

Streit um das Staatsziel Tierschutz entbrannt

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, hat das Argument der Bundestierärztekammer (BTK), die geplante Fristverlängerung für die betäubungslose Ferkelkastration sei verfassungswidrig, als nicht zutreffend kritisiert. Demnach verkenne der beim Fachgespräch im Deutschen Bundestag am 10.10.2018 bestellte Gutachter, Prof. Dr. Jens Bülte, die Bedeutung des Staatsziels Tierschutz. Hier sei nur eine einseitige und unzulängliche Auslegung des Art. 20 a Grundgesetz erfolgt, so Krüsken. Seiner Ansicht nach diene die Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel in das Grundgesetz der Angleichung der rechtlichen Ebenen für eine Abwägung zwischen den Interessen der Tiernutzung und dem Schutz der Tiere. "Bei der Fristverlängerung geht es darum, einen guten und praktikablen Einstieg in den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration zu schaffen, bei dem die kleinen und mittleren Betriebe nicht auf der Strecke bleiben", so Krüsken. Unterdessen streiten sich Union und SPD um die Formulierung des Entschließungsantrages zur angekündigten Fraktionsinitiative zur Änderung des Tierschutzgesetzes in puncto Fristverlängerung bei der Ferkelkastration. Dieser müsste noch in dieser Woche auf den Weg gebracht werden.
topagrar.de


Frankreich baut ASP-Schutzzaun

Um eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu vermeiden, wird Frankreich schon bald mit dem Bau eines Schutzzauns an der Grenze zu Belgien in den Gebietskörperschaften Ardennen, Meuse sowie Meurthe und Moselle beginnen. Das teilte das Französische Landwirtschaftsministerium in der vergangenen Woche mit. Zusätzlich hat die französische Regierung ein Jagdverbot in insgesamt 134 Gemeinden erteilt. Außerdem wurde in 91 Gemeinden entlang der französisch-belgischen Grenze der Zugang zum Wald untersagt. Zudem wurde in dieser Region die Forstbewirtschaftung eingestellt.
Fleischwirtschaft.de


12.10.2018

Gemeinsame Maßnahmen gegen Illegalen Wildtierhandel beschlossen

Die Teilnehmer der Illegal Wildlife Trade Conference haben sich gestern und heute (10.-11.10.) in London auf gemeinsame Maßnahmen gegen den illegalen Wildtierhandel geeinigt. So wollen rund 30 Institutionen aus dem Finanzsektor Wildtiereinkünfte künftig verstärkt als Wirtschaftskriminalität behandeln. Insgesamt waren Vertreter aus rund 60 Ländern beteiligt. Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte: „Ich freue mich, dass in Londonweitere konkrete Verabredungen getroffen wurden, die dem illegalenWildtierhandel den Kampf ansagen. Dass sich jetzt auch Banken, Tourismus-und Transportunternehmen engagieren, zeigt: Der illegale Artenhandel istklein Blümchenthema, hier geht es um organisierte Kriminalität, dieganze Länder destabilisiert.“ Die Bundesregierung wolle ihr hohesEngagement beibehalten, sie zähle international zu den größtenGeldgebern entsprechender Projekte. Der illegale Handel mit Produkten geschützter Arten, wie Elfenbein, ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Die Konferenz fand auf Einladung der britischen Regierung und des Königshausesbritischen bereits zum vierten Mal statt.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Illegal Wildlife Trade Conference


Europäisches Projekt will Softskills im Tiermedizinstudium stärken

Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo), der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universitäten in Zagreb, Wien, Budapest und Ljubljana sowie die europäische Akkreditierungsorganisation European Association of Establishments for Veterinary Education (EAEVE) und die internationale Studierendenvertretung International Veterinary Students Association (IVSA) erstellen ab Oktober im Projekt "SOFTVETS" einen Musterlehrplan für das Tiermedizinstudium, in dem nicht-fachliche Kompetenzen gestärkt werden. Dr. Christin Kleinsorgen aus der E-Learning-Beratung der TiHo sagt, dass unter anderem der Wunsch, Fächer wie Betriebswirtschaftslehre in den Lehrplan zu integrieren, immer mehr zunehme. Solche Fertigkeiten sind bisher nicht im Curriculum des Tiermedizinstudiums verankert. SOFTVETS will für die Bereiche kommunikative Kompetenzen, Unternehmertum und Entrepreneurship sowie digitale Kompetenzen Unterrichtsempfehlungen konzipieren. Der Plan soll schließlich europaweit Einsatz finden und zunächst in Zagreb, Budapest und Ljubljana getestet werden. Die Europäische Union fördert das Projekt unter der Federführung der Universität Zagreb über zwei Jahre im Erasmus+ Programm.
TiHo


Blauzungenvirus: Saisonale Häufung von Nachweisen im Spätsommer 2018

Im schweizerischen Kanton Jura ist im letzten Monat das Blauzungenvirus vom Serotyp 8 (BTV-8) bei einer Milchkuh und bei zwei Jungrindern festgestellt worden. In Frankreich gab es im August dieses Jahres sieben Fälle der Krankheit, bei einem der Fälle konnte auch noch BTV-4 nachgewiesen werden. In Spanien wurde bei einem Tier das Blauzungenvirus vom Serotyp 4 festgestellt, in Italien gab es vier Nachweise der Krankheit. Aufgrund der vektoraktiven Zeit war eine Zunahme der Krankheitsnachweise, im Vergleich zu den Vormonaten, zu erwarten, wie es auch in den Vorjahren zu beobachten war.
Radar Bulletin


Tierärzteverbände treffen Bundeslandwirtschaftsministerin

Vertreter der großen Tierärzteverbände trafen am Mittwoch, 10.10, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Staatssekretär Hermann-Onko Aeikens im Bundeslandwirtschaftsministerium, um über die Zukunft der Tierärzteschaft zu sprechen. Wichtige Diskussionspunkte waren der Tierärztemangel auf dem Land, die Notdienstproblematik, die strukturelle Überarbeitung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) und eine gesetzliche Verankerung der tierärztlichen Bestandsbetreuung. Klöckner bezeichnete die Tierärzte dabei als "für das Funktionieren des Gesamtsystems wichtige Berufsgruppe". Es waren die Vertreter des Bundesverbandes der praktizierenden Tierärzte (bpt), der beamteten Tierärzte (BbT), der Bundestierärztekammer (BTK) und des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) anwesend.
bpt e.V.


Tierarzt in Bayern an West-Nil-Fieber erkrankt

Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitgeteilt hat, ist ein Tierarzt am West-Nil-Fieber erkrankt. Dieser hatte einen aus einem Wildpark im Landkreis Ebersberg stammenden Bartkauz obduziert, der am West-Nil-Virus verendet war. Dabei ist der Tierarzt, der inzwischen wieder symptomfrei ist, höchstwahrscheinlich mit erregerhaltigen Körperflüssigkeiten des infizierten Tieres in Berührung gekommen. In Deutschland ist dies der erste bekannt gewordene Fall einer Übertragung von West-Nil-Virus auf einen Menschen. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt. Tote Vögel, die in der Natur gefunden wurden, sollten grundsätzlich nicht berührt werden, da ein Ansteckungsrisiko besteht. Sollten sich Funde von verendeten Vögeln häufen, sollte das zuständige Veterinäramt informiert werden.
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit


11.10.2018

Klöckner hebt Bedeutung des Ehrenamtes bei der Verleihung des Deutschen Tierschutzpreises hervor

Bei der Verleihung des Deutschen Tierschutzpreises am Dienstag, den 9.10. in Berlin sprach Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner insbesondere über die Bedeutung des Ehrenamtes in Deutschland: "Ohne die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich überall in Deutschland ehrenamtlich engagieren, zum Beispiel für den Tierschutz, wäre unser Land ärmer." Deshalb habe sie in ihrem Ministerium ein eigenes Referat für die Stärkung des Ehrenamtes im ländlichen Raum etabliert. Ihr Ziel sei es, dass Deutschland beim Tierwohl in der Nutztierhaltung eine Spitzenposition einnehme. Sie plädiere zudem dafür, Tierversuche auf ein Minimum zu beschränken und dafür, Tierheimen mehr Anerkennung und vor allem finanzielle Unterstützung zu schenken: "Hier sind die Städte und Gemeinden in der Pflicht", sagte Klöckner. Der Deutsche Tierschutzpreis wurde bereits zum 14. Mal vom Deutschen Tierschutzbund verliehen. Die Preisträger engagierten sich unter anderem im Tauben- und Wildtierschutz, als Betreiber eines Tierhortes, in der Unterstützung gemeinnütziger Projekte im Ausland und in schulischen Projekten zum Tierschutz.
bmel
Deutscher Tierschutzbund


Lidl und Bioland gehen Kooperation ein

Der Discounter Lidl wird ab Januar 2019 in seinen etwa 3.200 Filialen in Deutschland Produkte von Bioland-Bauern verkaufen. Der in Deutschland und Südtirol führende Verband für ökologischen Landbau und die Lebensmittelkette wollen so langfristig gemeinsam das Ziel verfolgen, hochwertige und heimische Bio-Produkte einer breitgefächerten Käuferschaft zum Kauf anzubieten sowie sich für eine nachhaltige Land- und Lebensmittelwirtschaft einzusetzen. Lidl wird nach und nach seine Bio-Eigenmarke durch Bioland-Produkte ersetzen. Der Präsident des Bioland e.V., Jan Plagge, zeigte sich zufrieden: „Unsere Erzeuger und Herstellerbetriebe erhalten so neue und dauerhaft sichere Absatzmöglichkeiten, zudem schützt jedes verkaufte Bioland-Erzeugnis das Tierwohl, die Umwelt und das Klima. Nur mit einer gesteigerten Nachfrage können weitere Bauern auf ökologischen Landbau umstellen.“
Presseportal


Aktuelle nationale Resistenzdaten für Tierpathogene erschienen

Aus dem Nationalen Monitoringprogramm GERM-Vet sind aktuelle Daten über die Resistenzlage tierpathogener Keime erschienen. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat dafür von April 2016 bis März 2017 2427 Bakterienisolate aus 13 Bundesländern auf die Empfindlichkeit gegenüber 24 antibiotischen Wirkstoffen geprüft. Die Stichproben stammen von klinisch erkrankten, antibiotisch unbehandelten Rindern, Schweinen, Geflügel, Kleintieren, Pferden, Fischen, sowie kleinen Wiederkäuern und wurden getrennt nach Indikation und Tierart untersucht. Die Ergebnisse sollen unter anderem Tierärzten Entscheidungshilfen für passende Therapien geben und gehen in Zulassungsverfahren von Tierarzneimitteln ein. Die Studie wird seit 2001 jährlich wiederholt.Sehr hohe Resistenzraten wurden bei Erregern von Enteritiden und Hautinfektionen, insbesondere bei Nutztieren festgestellt. E. coli und Staph. aureus wiesen gegenüber vielen Antibiotika Resistenzraten bis zu 87 Prozent auf. Auch die Resistenz gegenüber Cephalosporinen der neueren Generation und Fluorchinolonen lagen im stark erhöhten Bereich. Betrachtet man hingegen das Resistenzniveau von Erregern von Atemwegserkrankungen bei Rindern und Kleintieren, sieht man ein günstiges Ergebnis von höchstens 15 Prozent. Ähnlich ist der Wert für Mastitiden bei Milchkühen mit 18 Prozent. Wie schon in den Jahren zuvor fanden sich einzelne ESBL-Bildner unter den Klebsiellen-Spezies, die eine Resistenz gegenüber neueren Cephalosporinen bedingen. Bedenklich sind die hohen Resistenzraten von bis zu 76 Prozent gegenüber Tetrazyklinen, jedoch nur für Enterococcus faecalis und Streptococcus spp.Beim Geflügel ist der Septikämie-Erreger Staph. aureus mit einem Resistenzwert von bis zu 66 Prozent herausragend. In den letzten Jahren ist hier zudem ein Anstieg von Resistenzen gegenüber Enrofloxacin und teilweise den Cephalosporinen zu verzeichnen. Beim Schwein fanden sich zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit (67 Prozent) Methicillin-resistente Staph. aureus (MRSA).
BVL
VetMAB - Antibiotikaminimierung in der Veterinärmedizin


Berlin ist Ausrichter des World Health Summit 2018

Vom 14. bis 16. Oktober wird Berlin wieder Gastgeber für den World Health Summit sein. Die weltweite Gesundheitsversorgung und Prävention vermeidbarer Erkrankungen werden im Fokus der Diskussionen der 2000 teilnehmenden Experten stehen, doch auch eine weltweite Pandemie-Vorsorge und die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen sind zentrale Themen des Gipfels. Ziel des World Health Summit ist auch eine Optimierung des Zusammenspiels zahlreicher Initiativen, die alle die gemeinsamen Gesundheitsziele der Vereinten Nationen erreichen wollen. Zu der Veranstaltung werden 2.000 Teilnehmer und 300 Referenten aus 100 Ländern erwartet.
idw-online


10.10.2018

EU-Kommission veröffentlicht Vorschläge über Fangquoten von Tiefseefischen

Die EU-Kommission hat am vergangenen Dienstag Vorschläge für die Fangmengen für Tiefseefischarten im Nordostatlantik für die Jahre 2019 und 2020 unterbreitet. Dadurch sollen die Tiefseebestände im Nordostatlantik geschont und allmählich wieder auf ein nachhaltiges Niveau gebracht werden. Die meisten Tiefseearten sind inzwischen äußerst schutzbedürftig. "Mit unserem Vorschlag werden die Mitgliedstaaten aufgerufen, nach dem Vorsorgeansatz zu verfahren, um den besorgniserregenden Rückgang der Tiefseebestände umzukehren", so der für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei zuständige EU-Kommissar Karmenu Vella. „Es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, dafür zu sorgen, dass die Fischbestände in der Tiefsee in gutem Zustand sind, zum Wohl unserer Fischer und Küstengemeinden, zur Sicherung ihres Lebensunterhalts und zum Schutz unserer Meeresökosysteme. Außerdem hat sich gezeigt, dass nachhaltig bewirtschaftete Fischbestände und eine florierende Wirtschaft Hand in Hand gehen.“ Der Vorschlag der Kommission beruht auf wissenschaftlichen Gutachten.
EU-Kommission


Gewinner des Tierschutzforschungspreises 2018 stehen fest

Der diesjährige Tierschutzforschungspreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wird an zwei Wissenschaftler des Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie in Göttingen verliehen. Den beiden Forschern Dirk Görlich und Tino Pleiner ist es gelungen, sogenannte sekundäre Nanobodies zu entwickeln. Diese können die in Medizin und Forschung meistgenutzten Antikörper ersetzen und so die Anzahl der Tiere in der Antikörper-Produktion drastisch reduzieren. "Wir sind sehr glücklich, dass wir ein Verfahren entwickelt haben, das den Einsatz zahlreicher Versuchstiere überflüssig macht. Da uns das Thema Tierschutz sehr am Herzen liegt, freuen wir uns ganz besonders über diesen wichtigen Preis“, so Görlich. Jedes Jahr werden zehntausende Versuchstiere eingesetzt, um in großem Maßstab Antikörper, vor allem sekundäre Antikörper zu produzieren. Nanobodies stellen einen nachhaltigen Ersatz für die sekundären Antikörper dar. Unter Nanobodies werden Fragmente von besonders einfach aufgebauten Mini-Antikörpern aus Kameliden wie Alpakas verstanden. "Wenn wir die Nanobodies einmal aus einer kleinen Blutprobe eines Alpakas gewonnen haben, können wir sie in beliebiger Menge und beliebig oft in Bakterien vermehren. Daher hat die Technologie das Potenzial, die Anzahl der Tiere in der Antikörper-Produktion drastisch zu reduzieren und einen wesentlichen Beitrag zum Tierschutz in der Forschung zu leisten“, betont Pleiner. Der Tierschutzforschungspreis ist mit 25000 Euro dotiert. Für eine Bewerbung können Forscherinnen und Forscher zur Publikation akzeptierte oder bereits veröffentliche wissenschaftliche Arbeiten einreichen, die nicht älter als zwei Jahre sind.
BMEL
Max-Planck-Gesellschaft


Ausbruch der Klassischen Schweinepest in Brasilien bestätigt

Bereits Ende August 2018 ist in Brasilien die Klassische Schweinepest (KSP) ausgebrochen. Das bestätigte jetzt die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE). Betroffen war ein Betrieb mit 130 Schweinen in Ceara. Die Infektion wurde im Rahmen der Tiergesundheits-Überwachung des Landes entdeckt. Dies ist der erste Ausbruch der KSP in Brasilien seit 2009.
OIE


Milchproduktion in der EU auf Wachstumskurs

In der EU wird in diesem Jahr mit steigenden Milchanlieferungen an die Molkereien und Käsereien gerechnet. Erwartet wird ein Anstieg um 0,8% oder um 157,5 Mio. Tonnen gegenüber dem Vorjahr. Dies geht aus dem "Short Term Outlook 2018/2019" hervor, den die EU-Kommission bei der jüngsten Sitzung der Milchmarkt-Beobachtungsstelle in Brüssel vorgelegt hat. In der ersten Jahreshälfte wurde die Produktionssteigerung sogar noch größer eingeschätzt, aufgrund der anhaltenden Trockenheit und dem damit einhergehenden Futtermangel sowie den vermehrten Schlachtungen von Milchkühen werde der Anstieg nun doch geringer ausfallen. Vor allem die Milchviehhalter in Deutschland, Italien, Spanien und Polen steigerten ihre Produktion in diesem Jahr wieder deutlich, während die Produktion in Irland und in den Niederlanden sogar weiter sank.
Schweizerbauer.ch


MKS in Israel

Mitte September 2018 ist in Israel ein neuer Fall von Maul- und Klauenseuche (MKS) aufgetreten. Betroffen war ein kleiner Betrieb mit Rinder- und Schafhaltung im Norden des Landes. Laut den Aussagen des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BVL) der Schweiz tritt die MKS in Israel häufig saisonal von Januar bis Mai auf. Es wird von einem bedeutenden Risiko einer Einschleppung des Virus aus Nordafrika und aus der Türkei ausgegangen.
BVL


09.10.2018

Wie zufrieden sind Tierärzte - eine Umfrage soll Aufschluss geben

Von den ca. 30.000 approbierten Tierärztinnen und Tierärztin in Deutschland sind etwa ein Drittel nicht im klassischen Sinne kurativ tätig. Nach der Studie "Tiermediziner in Deutschland (2016)" wird nun die Situation der nicht-kurativ tätigen KollegInnen in Deutschland im Rahmen eines Dissertationsvorhabens an der Freien Universität Berlin erfasst. Ziel der Studie ist es, Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit nicht-kurativ und berufsfremd tätiger TiermedizinerInnen zu erfassen, auszuwerten und mit den Ergebnissen der vorangegangenen Studie zu ergänzen und zu vergleichen. Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit und zur Verbesserung der veterinärmedizinischen Ausbildung sollen aus den Erkenntnissen entwickelt werden. Die Online-Umfrage findet anonym statt und ist wissenschaftlich fundiert. Alle erhobenen Daten werden systematisch statistisch ausgewertet und zusammenfassend publiziert. Rückschlüsse auf Einzelpersonen sind nicht möglich. Die Teilnahme an dieser Umfrage dauert etwa 20 Minuten.
Zur Online-Umfrage


Erzeugerpreise für Milch erneut gestiegen

Die Erzeugerpreise für Milch sind in Deutschland im August weiter gestiegen. Durchschnittlich wurden 34,1 Cent pro Kilo Milch bezahlt. Im Vergleich zum Vormonat entspricht dies einem Plus von 0,7 Cent. Damit stiegen die Erzeugerpreise den dritten Monat in Folge. Die weitere Entwicklung wird jedoch laut Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) von der eingeschränkten Grundfutterversorgung bestimmt werden.
AMI


5,6 Millionen Euro vom BMEL für mehr Insektenschutz

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) übergibt heute im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 5,6 Millionen Euro zur Förderung von Projekten zum Insektenschutz.Gefördert werden ein Verbundvorhaben sowie ein Einzelvorhaben. "Unsere Insekten sind systemrelevant. Der Schutz der Insekten hat deshalb hohe Priorität. Wir können den politischen Rahmen setzen. Aber die Wissenschaftler und Praktiker bauen dafür das Fundament. Gemeinsam mit Praxisbetrieben richten sie zum Beispiel Landschaftslabore ein und untersuchen dort besonders insektenschonende Anbausysteme mit nachwachsenden Rohstoffen." Weiterhin wird eine Ackerbaustrategie entwickelt, die den Fokus unter anderem auf Insektenschutz und Biodiversität legt.
BMEL


Aviäre Influenza erstmalig bei Seeadlern in Deutschland festgestellt

Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) haben kürzlich erstmalig bei Seeadlern Infektionen mit dem hochansteckenden aviären Influenzavirus H5N8 nachgewiesen. Die Wissenschaftler hatten das Virus bei 17 Seeadlern entdeckt, die im Winter 2016/2017 in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg aufgefunden worden waren. 14 der Tiere waren bereits verendet. Bislang wurden Kollisionen mit einem Zug oder Bleivergiftungen für den unnatürlichen Tod der Greifvögel verantwortlich gemacht. Dann aber konnte eine Bleivergiftung durch die Messungen der Bleikonzentration in Niere und Leber als Todesursache ausgeschlossen worden. Letztlich gelang dann der Virusnachweis. Die tödlichen Infektionen mit dem Virus stellen den Schutz der etwa 750 Brutpaare in Deutschland vor neue Herausforderungen. Warum bei der H5N1-Epidemie vor 12 Jahren bei Seeadlern offensichtlich keine Infektionen nachgewiesen wurden und warum sie im Winter 2016/2017 so stark davon betroffen waren, sind nur eine der noch unbeantworteten Fragen, die die Forscher nun untersuchen werden.„Die Beobachtung, dass von den 17 Tieren der überwiegende Teil Jungtiere sind, könnte auch auf eine Immunisierung hindeuten“, erläutert Oliver Krone vom Leibniz-IZW. „Entweder sind Jungtiere, wie in anderen Arten auch, besonders anfällig für Infektionen. Oder sie gehören zur Altersklasse, die zum ersten Mal mit einem Grippevirus infiziert wird. Wenn diese Tiere die Infektion überstehen, sind sie möglicherweise für weitere Infektionen ‚gerüstet‘. Ältere Tiere könnten also ‚immunologisch erfahren‘ sein und schon die eine oder andere Influenzaerkrankung durchgemacht haben, was sie widerstandsfähiger auch gegenüber neu aufkommenden Stämmen machen könnte.“ Die Studie ist in der Zeitschrift „Viruses“ erschienen.
FLI


08.10.2018

MSH startet neuen Masterstudiengang Krankenhausmanagement

Für das neue Wintersemester 2019 wird erstmalig an der Medical School Hamburg (MSH) ein Studiengang Krankenhausmanagement M.Sc. angeboten. "Der neuentwickelte Masterstudiengang Krankenhausmanagement legt besonders großen Wert auf eine fachübergreifende Betrachtungsweise der verschiedenen Berufsgruppen des Gesundheitswesens und unterstreicht die interdisziplinäre und interprofessionelle Ausrichtung der medizinischen Hochschule", bewirbt die Geschäftsführerin der MSH, Ilona Renken-Olthoff, den neuen Kurs. Mit diesem trägt die staatlich anerkannte, private Hochschule für Gesundheit und Medizin dazu bei, den zunehmenden Bedarf an hochqualifizierten Managern in der Gesundheitsbranche zu decken.Der Kurs stellt die Ausgestaltung und Steuerung von Gesundheitsorganisationen in den Mittelpunkt. Hierzu gehört das Management von Krankenhäusern, medizinischer Versorgungszentren oder Rehabilitationseinrichtungen sowie Beratungstätigkeiten für Consultans im Gesundheitsbereich, Pharmazeutische Unternehmen, Versicherungen und Gesundheits- und Sozialbehörden. "Das besondere an unserem Masterstudiengang Krankenhausmanagement ist neben dem interdisziplinären Ansatz der absolute Praxisbezug und die Aktualität der Themenschwerpunkte", so Prof. Gramminger. Dies beinhaltet neben Modulen wie Personalmanagement und Rechtssprechung auch im Laufe der letzten Jahre immer mehr in den Mittelpunkt rückende Inhalte wie das digitale Management und der Umgang mit Daten. Der Praxisbezug ist neben der Vermittlung von Grundlagenwissen von zentraler Bedeutung, ebenfalls wie Kenntnisse für das Management, welche in vergleichbaren Studiengängen oft zu kurz kommen."Unser Ziel ist es, unsere Studierenden nicht nur zu guten Unternehmensmanagern mit zielgerichteten Lösungsstrategien zu machen, sondern auch zu Mit- und Querdenkern einer qualitätsorientierten, patientensicheren und ökonomisch vertretbaren Gesundheitsversorgung", unterstreicht Prof. Gramminger den Ansatz des Studienganges.
Presseportal


Umfrage zum idealen Tierarzt für Milchviehhalter

Wie sieht in den Augen der Milchviehhalter der ideale Tierarzt aus? Das soll eine Online-Umfrage unter Milcherzeugern zum Thema "Der Tierarzt der Zukunft" in Erfahrung bringen, die im Rahmen einer Dissertation an der Freien Universität Berlin durchgeführt wird. Milchviehhalter werden gebeten, sich an der 10-minütigen, anonymen Umfrage zu beteiligen.
Zur Umfrage


Fleischproduktion bei sinkendem Pro-Kopf-Verbrauch gestiegen

Der Fleischverbrauch in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert und lag auch 2017 bei etwa 7 Millionen Tonnen. Die heimische Fleischproduktion ist dagegen fast jedes Jahr gewachsen und betrug im Jahr 2016 knapp 9 Millionen Tonnen. Im Jahr 2017 ist ein Rückgang auf rund 8,8 Millionen Tonnen zu verzeichnen, wie das Thünen Institut mitteilt. Vor allem Schweinefleisch wird in Deutschland produziert. Hier betrug die Menge im Jahr 2017 5,5 Millionen Tonnen, während der Konsum gleichzeitig auf einen Pro-Kopf-Verbrauch von 49,7 Kilogramm gesunken ist. Deutschland bleibt aber Nettoexporteur und behält seine Position als weltweit größter Exporteur von Schweinefleisch. Beim Geflügelfleisch haben sich sowohl Produktion als auch Verbrauch nach oben entwickelt. Im Jahr 2017 wurden rund 1,5 Millionen Tonnen Geflügelfleisch produziert. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag hier in diesem Jahr bei knapp 21 kg. Bei Rind- und Kalbfleisch lag der Pro-Kopf-Verbrauch im gleichen Jahr bei rund 14,6 kg.
Thünen Institut


Anzahl der Hunde von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich

Anlässlich des Welthundetages am 10. Oktober verrät der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF), in welchen Bundesländern die meisten Hunde leben. Den Spitzenplatz belegt hier Nordrhein-Westfalen mit 2,2 Millionen Hunden, gefolgt von Bayern mit 1,3 Mio. und Baden-Württemberg mit 1,1 Mio. Hunden. Eher wenig hundebegeistert sind die Menschen im Saarland und in Bremen. Hier werden nur jeweils 0,1 Mio. gehalten. „Hunde und andere Heimtiere nehmen im Leben vieler Menschen eine zunehmend wichtige Rolle ein: Sie bereiten Freude und werden als treue Gefährten geschätzt“, sagt ZZF-Präsidenten Norbert Holthenrich. Weiterhin teilte der ZZF mit, dass sich in Deutschland besonders Mischlinge großer Beliebtheit erfreuen. So wären40 Prozent aller Hunde in Deutschland Mischlinge. Aber auch Rassen wie Labrador Retriever, Deutscher Schäferhund und Chihuahua sind sehr beliebt.
ZZF


04.10.2018

Verband der Zoologischen Gärten und der Berufsverband der Zootierpfleger kritisieren Tierpflegerausbildung

Den International Zookeeper Day und den Welttierschutztag am 4. Oktober haben der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und der Berufsverband der Zootierpfleger (BdZ) zum Anlass genommen, um die Ausbildung für Tierpfleger zu hinterfragen. „Wir wollen die hohen Standards unserer wissenschaftlich geleiteten Zoos halten", erklärt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ). Er bewertet daher die Generalisierung der Ausbildungsverordnung für Tierpfleger, die vor 15 Jahren eingeführt wurde, als Fehler, da damit auch die Spezialisierung für den Zootierpfleger weggefallen ist. Denn durch die neue Verordnung werden diese in den ersten zwei Jahren ihrer Ausbildung nur allgemein geschult, anstatt intensiv auf die Wildtierhaltung vorbereitet zu werden. Erst im dritten Ausbildungsjahr erfolgt die Spezialisierung. "Somit kann unter dem Strich stehen, dass sich die angehenden Zootierpfleger abgesehen von praktischen Einsätzen nur ein Jahr lang im Theorieteil mit der Vielfalt von Tieren aus allen Teilen der Erde beschäftigen können, ehe sie dann sicher mit ihnen umgehen können müssen", erläutert Michael Rolfs, Inspektor im Naturzoo Rheine und Vorstandsmitglied beim BdZ. Mehr als 40 Millionen Zoobesucher pro Jahr wollen die Zootiere in besten Bedingungen sehen, und diese Erwartungen sollen letztendlich auch erfüllt werden. "Wir stellen die Qualität dieser Ausbildung in Frage: Tierpfleger ist ein toller und nachgefragter Beruf, der ohnehin nicht mit enormen Summen vergütet wird - wir dürfen ihn nicht durch diese fehlgeleitete Ausbildungsausrichtung kaputt machen“, erklärt Rolfs abschließend.
Presseportal


Schweiz entwickelt Flyer und Plakate zur Antibiotikasensibiliserung in der Tierarztpraxis

Antibiotika sollen auch in Zukunft noch wirken. Deshalb ist es wichtig, dass Antibiotika heute und morgen mit Sorgfalt angewendet werden. "Antibiotika retten Leben – sind aber nicht immer nötig". So lautet das Motto, für das das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) HalterInnen beim Umgang mit Antibiotika noch stärker sensibilisieren möchte. Daher wurden gemeinsam mit der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte, der Schweizerische Vereinigung für Kleintiermedizin und der Vetsuisse-Fakultät Flyer und Poster für die Tierarztpraxen entwickelt, die diese Botschaft wiedergeben. Diese können Tierarztpraxen kostenlos beziehen.
BVL


GGTM fordert Schmerzausschaltung für alle schmerzhaften Eingriffe bei Tieren

Die Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin e.V. (GGTM) hat sich gegen jede Verlängerung der betäubungslosen Kastration von Ferkeln über 2018 hinaus ausgesprochen. Mit dieser Entscheidung beugt sich die Bundesregierung dem ökonomischen Druck des Bauernverbandes und der Ferkelerzeuger, obwohl Alternativen u.a. in Form der Immunokastration seit Jahren zur Verfügung stehen, heißt es in einer am Donnerstag dazu veröffentlichten Pressemitteilung. Die GGTM fordert die Abgeordneten des Bundestages und des Bundesrates auf, dem Vorhaben der Bundesregierung nicht zuzustimmen. Mit 5 Jahren Übergangfrist hatten Agrarwissenschaft, Landwirtschaft und Tiermedizin ausreichend Zeit, sich auf Alternativen zur betäubungslosen Kastration einstellen zu können. Diese Frist wurde nicht genutzt. Durch die Verlängerung der Frist wird jetzt ohne Aussicht auf konkrete Ergebnisse weiteres Leiden von wenige Tage alten Schweinebabys in Kauf genommen. Tierschutz und ethische Bedenken zählen für die verantwortlichen Politiker offenbar nicht. Die GGTM fordert außerdem, dass jegliche schmerzhafte Eingriffe bei Tieren nur unter Schmerzausschaltung erfolgen dürfen. Die Ausnahmen, die das Tierschutzgesetz u.a. für das Kastrieren von Kälbern und Lämmern, für das Enthornen bei Kälbern und das Kürzen des Schwanzes bei Ferkeln und Lämmern vorsieht, sind ersatzlos zu streichen.
GGTM


Grippeinfektionen nicht unterschätzen und rechtzeitig impfen lassen

Mehr als die Hälfte der Österreicher glaubt, dass sie sich durch gesunde Ernährung und Bewegung gegen eine Influenza-Infektion schützen können. Blödsinn sagen die Medizinier und empfehlen dringend eine Impfung. Richtig sei jedoch, dass gesunde Ernährung und Bewegung die unspezifische Immunabwehr fördert. In der Regel kommt es zu Influenzaepidemien zwischen Dezember und Februar. Die Impfung sollte also bereits Wochen früher durchgeführt werden, damit der Organismus noch Zeit hat, einen wirksamen Immunschutz aufzubauen. Der ideale Impfzeitpunkt ist Ende Oktober oder Anfang November. Ein Vierfachimpfstoff deckt alle wesentlichen Stämme ab. Die WHO geht davon aus, dass sich fünf bis 15 Prozent der Gesamtbevölkerung jedes Jahr mit Influenza infizieren.
ots


Österreichische Tierärztekammer will Tierhalter über Qualzuchten aufklären

Anlässlich des heutigen Welttierschutztages hat die Österreichische Tierärztekammer auf das Problem Qualzucht aufmerksam gemacht. Die Hundezucht hat sich in den vergangenen 150 Jahren massiv verändert - das optische Erscheinungsbild der Vierbeiner ist stark in den Vordergrund getreten. "Es haben sich gewisse Zuchtstandards etabliert, die enorm auf Kosten der Tiergesundheit gehen. In vielen Fällen sind diese leider mit großen gesundheitlichen Problemen für die Tiere verbunden", sagt Mag. Kurt Frühwirth, Tierarzt und Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK). "Stoppt Qualzuchten!" lautet daher auch das Motto der öffentlichen Aufklärungskampagne, die viele potenzielle HundebesitzerInnen auf dieses Problem aufmerksam machen soll, denn die Mehrheit weiß noch zu wenig über die gesundheitlichen Folgen dieser Qualzuchten. "Wir setzen uns entsprechend für tiergesundheitliche Verbesserungen ein", so Frühwirth. "Wir wehren uns dagegen, züchterische Gesundheitsprobleme zu normalisieren und als ,typisch für die Rasse‘ zu sehen", erklärt Dr. Manfred Hochleithner, Tierarzt und ÖTK-Landesstellen Präsident Wien und meint weiter: „Züchter sollten bei genetisch verursachten Gesundheitsproblemen in die Verantwortung bzw. Haftung genommen werden. Es kann nicht sein, dass TierbesitzerInnen die Konsequenzen unverantwortungsvoller Züchtungen tragen müssen und schließlich neben dem Tier die Leidtragenden sind."
Österreichische Tierärztekammer


Tierschutzbeauftragte der Bundesländer fordern Verbote von Tiertransporten im Sommer

Jedes Jahr am 4. Oktober wird weltweit der Welttierschutztag begangen. Diesen Tag nehmen viele Tierschutzorganisationen und Vereine zum Anlass, auf Themen des Tierschutzes hinzuweisen. So auch die Bundestierärztekammer und die Tierschutzbeauftragten der Bundesländer, die ein Verbot von Tiertransporten im Sommer fordern. Allein in den drei Monaten Juli/August 2017 und Juli 2018 wurden nachweislich 210 Langzeittransporte aus Deutschland über die bulgarisch-türkische Grenze in Länder außerhalb der EU genehmigt und abgefertigt, obwohl die zulässigen Transporttemperaturen von 30 Grad vorhersehbar überschritten wurden. Bei diesen Transporten kam es durch Überhitzungen zu schweren Tierquälereien, zu denen die abfertigenden TierärztInnen Beihilfe geleistet haben. Die zuständigen Ministerien müssen zukünftig dafür Sorge tragen, dass keine Tiertransporte abgefertigt werden, wenn auf der Transportstrecke voraussehbar Außentemperaturen von 30 Grad Celsius oder mehr zu erwarten sind, lautet die Forderung in einer gemeinsamen Presseerklärung der Tierschutzbeauftragten der Bundesländern. Zuvor hatte bereits die Bundestierärztekammer in einem offenen Brief ein Verbot solcher Tiertransporte gefordert.
Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Koalitionsfraktionen einigen sich auf zweijährige Fristverlängerung im Streit um die Ferkelkastration

Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben am Dienstag beschlossen, zeitnah eine Fraktionsinitiative mit dem Ziel auf den Weg zu bringen, noch in diesem Jahr die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration um zwei Jahre zu verlängern. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) begrüßte diese Entscheidung, da so auch künftig die Ferkelproduktion in Deutschland möglich bleiben wird. Denn ohne eine Fristverlängerung würden die Sauenhalter in Deutschland Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Wettbewerbern erleiden. Diese Wettbewerbsnachteile treffen vor allem kleine Betriebe. Auch ist weder den Sauenhaltern noch den Verbrauchern damit gedient, wenn die Betroffenen den Tierschutz nicht umsetzen können. Dies führt zu einer unerwünschten Beschleunigung des Strukturwandels und einer Abwanderung der Produktion ins Ausland, obwohl dort nicht durchweg höhere Standards angewendet werden. Auf den Tierschutz im Ausland hat das BMEL keinen Einfluss. Gleichzeitig werde die Suche nach tierschutzgerechten Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration intensiv vorangetrieben. Deshalb wird das BMEL eine Verordnung auf den Weg bringen, mit der es den Landwirten ermöglicht wird, die Betäubung durchzuführen. Dafür müssen die Landwirte dann einen Nachweis erbringen, dass sie sachkundig mit dem Betäubungsgerät und dem Medikament umgehen können.
BMEL


02.10.2018

Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit bei Masttieren veröffentlicht

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die bundesweiten Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit bei Masttieren für das erste Halbjahr 2018 veröffentlicht. Dabei zeigten sich gegenüber dem 2. Halbjahr 2017 einige Veränderungen bei den aus der Antibiotikaanwendung ermittelten Zahlen. Bei den Mastkälbern unter acht Monaten Alter, den Ferkeln bis 30 Kilogramm Körpergewicht, den Mastschweinen über 30 Kilogramm Körpergewicht sowie den Mastputen sanken die beiden ermittelten Kennzahlen. Bei den Masthühnern stiegen dagegen beide Kennzahlen an. Liegen die Betriebe über der Kennzahl 1, müssen gemeinsam mit dem Tierarzt die Ursachen für die hohe Antibiotikaanwendung ermittelt und Maßnahmen zur Reduzierung ergriffen werden. Liegen Betriebe über der Kennzahl 2, muss der Tierhalter innerhalb von vier Monaten nach Veröffentlichung der Kennzahlen einen schriftlichen Maßnahmenplan zur Senkung des Antibiokaeinsatzes erstellen und der zuständigen Überwachungsbehörde vorlegen.
BVL


Kein Unterschied zwischen der Intelligenz von Hunden, Wölfen und anderen jagenden Tieren

Hunde verfügen im Vergleich zu anderen Tierarten nicht über eine besondere Intelligenz. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie von Forschern der University of Exeter, in der sie die Gehirnleistung von Hunden mit anderen Haustieren, anderen sozial jagenden Tieren und weiteren Fleischfressern miteinander verglichen. Die Analyse der Wissenschaftler aus Exeter konzentrierte sich dabei auf die sensorische, physische, räumliche und soziale Kognition sowie auf die Selbstwahrnehmung. Es zeigte sich, dass die kognitiven Fähigkeiten von Hunden auch von anderen Tieren erreicht wurden. In die Untersuchung wurden neben Hunden auch Wölfe, Bären, Löwen und Hyänen einbezogen. Zudem wurden mehr als 300 Studien zur Intelligenz von Hunden und anderen Tieren analysiert. Es stellte sich in mehreren Fällen heraus, dass die Daten zugunsten der Fähigkeiten der Hunde überinterpretiert wurden.
Universität von Exeter


Geflügelpest in Bulgarien

In Bulgarien ist die Geflügelpest mit einem hoch pathogenen Erreger vom Typ H5N8 nachgewiesen worden, wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mitteilt. Betroffen ist ein Hühner haltender Betrieb, in dem mehr als 44.000 Tiere gehalten wurden, die alle getötet worden sind, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Zudem wurden die vorgeschriebenen Maßnahmen wie Einrichtung von Schutz- und Sicherheitszone in die Wege geleitet.
OIE


Fischbestände in Deutschlands Flüssen ändern sich

Viele heimische Fischarten in der oberen Donau, Elbe und Main stehen vor dem Aussterben, während einige invasive Arten in ihren Beständen zunehmen. Das fand ein Team der Technischen Universität München (TUM) heraus. Dazu analysierten sie alle verfügbaren Fischdatensätze für die bayerischen Einzugsgebiete über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren. Dann verglichen sie den Zustand mit dem historisch abgeleiteten Referenzzustand der ursprünglich vorkommenden Arten an den jeweiligen Stellen. Als Grund für den Rückgang der Bestände wurde eine Verringerung der Lebensräume durch Verschlammung, gestiegene Wassertemperaturen und durch von Dämmen verbaute Gewässer genannt. Viele der besonders gefährdeten Arten besitzen einen komplexen Lebenszyklus und sind in verschiedenen Lebensphasen auf spezielle Bedingungen angewiesen. Im Gegenzug breiten sich Arten, die nur geringe Ansprüche an ihren Lebensraum haben, die sogenannten Generalisten, nun weiter aus. Darunter sind besonders viele gebietsfremde Fische, die wie Regenbogenforelle oder Blaubandbärbling absichtlich oder wie die Schwarzmeergrundeln unbeabsichtigt über das Ballastwasser von Schiffen nach Mitteleuropa kamen. „Wir müssen uns künftig darauf einstellen, in immer mehr Gewässern neuartige Lebensgemeinschaften anzutreffen, die aus einer Mischung von Arten bestehen, die sich natürlicherweise nie begegnen würden“, sagt Prof. Jürgen Geist, Ordinarius am Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie und Leiter der Studie.
TUM


01.10.2018

Stellungnahme der StIKo Vet zur guten Impfpraxis veröffentlicht

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) hat eine Stellungnahme mit Empfehlungen zur guten Impfpraxis in der Veterinärmedizin veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Kleintieren und Pferden. Die Kommission verweist darauf, dass Impfungen bei Haus-, Heim- und Nutztieren ein wesentlicher Bestandteil der Vorsorge gegen Infektionskrankheiten sind. Je nach Nutzungsrichtung gibt es jedoch zum Teil unterschiedliche Herangehensweisen bzw. Bewertungskriterien hinsichtlich der Impfpraxis bzw. des Impferfolges. Trotzdem müssen für eine Impfung bei allen Tierarten letztlich dieselben immunologisch-medizinischen Grundsätze und Prinzipien des Berufsethos beachtet werden. In der Stellungnahme werden Aspekte aufgeführt, die nach Ansicht der StIKo Vet Grundbedingungen für eine gute Impfpraxis darstellen. Das Dokument steht auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Instituts zum Download zur Verfügung.
StIKo Vet


Prof. Kramer bleibt DVG-Präsident

Die Delegiertenversammlung der Deutschen Verterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) hat Prof. Dr. Martin Kramer im Amt des Präsidenten bestätigt. Prof. Kramer ist Leiter der Klinik für Kleintiere - Chirurgie - des Fachbereichs Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen. Auch Prof. Dr. Arwid Daugschies, Direktor des Institut für Parasitologie an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig wurde in seinem Amt als Stellvertreter bestätigt. Die weiteren Mitglieder des Vorstands der DVG setzen sich aus den Vorsitzenden der Arbeitsgebiete der DVG zusammen und werden von den Leitern der Fachgruppen gewählt. Derzeit gehören dem Vorstand an: Prof. Dr. Dr. Johann Schäffer, Hannover (Arbeitsgebietsleiter „Grundlagenwissenschaften“), Prof. Dr. Nicole Kemper, Hannover (Arbeitsgebietsleiterin „Infektionsmedizin und Hygiene“), Dr. Friedrich Röcken, Schleswig (Arbeitsgebietsleiter „Klinische Veterinärmedizin – Kleintiere“), Prof. Dr. Karl-Heinz Waldmann, Hannover (Arbeitsgebietsleiter „Klinische Veterinärmedizin – Großtiere“), Prof. Dr. Michael Bülte, Gießen (Arbeitsgebietsleiter „Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz") und Prof. Dr. Michael Erhard, München (Arbeitsgebietsleiter „Tierschutz, Ethologie und Tierhaltung“).
DVG


Zahl der Tiger in Nepal fast verdoppelt

In Nepal hat man das bis 2022 gesetzte Ziel der Verdoppelung der Tiger-Population bereits jetzt fast erreicht. Wie der WWF berichtet, wurden in diesem Jahr 235 Tiger in Nepal gezählt. Im Jahr 2009 waren es noch 121. Das Ziel der Verdoppelung bis 2022 hatten sich im Jahr 2010 insgesamt 13 Staaten gesetzt, in denen heute noch Tiger vorkommen. Dabei wurde das Jahr 2022 sowohl als realistische als auch als symbolische Zielmarke gewählt, da das Jahr 2022 im chinesischen Kalender wieder das Jahr des Tigers sein wird. Der WWF sieht Nepal hier als absoluten Vorreiter im Bereich des Tigerschutzes. „Der politische Wille, die Bereitstellung finanzieller Mittel und die gut koordinierte Zusammenarbeit von Umweltschutzorganisationen, Politik und Kommunen machen den Erfolg dieses Landes möglich", meint Kathrin Hebel, Tigerexpertin vom WWF Deutschland. Dabei sieht man in Nepal vier Meilensteine zum Schutz der Tiger, die im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut wurden. Dies sind ein effektives Management der Schutzgebiete, die Einrichtung von Wildkorridoren, die Lösung von Mensch-Tiger-Konflikten sowie die Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels.
WWF


Agrarminister der Länder kritisieren Pläne für das Tierwohllabel

Die Agrarministerinnen und -minister der Bundesländer haben im Rahmen der Agrarministerkonferenz die Pläne von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) für das Tierwohllabel kritisiert. Das Label wurde demnach als sehr komplex und nicht im Sinne der transparenten Verbraucherinformation bewertet. Die Ministerinnen und Minister fordern, das Label zu vereinfachen. Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht lobte den Beschluss: „Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen Klarheit über die Herkunft und die Haltungsformen. Das gelingt nur mit einem klar verständlichen Label, das für alle verbindlich ist. Es darf keine Rosinenpickerei geben, wenn wir den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine ernst gemeinte Hilfe bei der Kaufentscheidung bieten wollen.“ Zudem wurde gefordert, dass neben den drei bisher geplanten Stufen eine vierte Stufe für die Bioproduktion eingeführt wird. Statt der von Klöckner geplanten Freiwilligkeit sollte zudem darauf hingewirkt werden, dass das Label auf europäischer Ebene verbindlich eingeführt wird.
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein


28.09.2018

West-Nil-Virus erreicht Mecklenburg-Vorpommern

Das West-Nil-Virus (WNV) befindet sich weiter auf dem Vormarsch und wurde aktuell erstmals in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen, wie das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt mitteilt. Es wurde bei einer verendeten Amsel aus dem Landkreis Rostock nachgewiesen. Die Amsel war zunächst auf das in Deutschland grassierende und mit dem WNV verwandte Usutu-Virus untersucht. Am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) wurde das Virus dann diagnostiziert. Das WNV wurde erstmals im August bei Vögeln in Deutschland nachgewiesen. Im September wurde es zudem erstmals bei einem Pferd in Deutschland festgestellt.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern


Zunahme lebensmittelbedingter Listeriose-Erkrankungen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nimmt die sowohl in Deutschland als auch in der EU steigenden Zahlen lebensmittelbedingter Erkrankungen durch Listeriose zum Anlass, auf die besonderen Regeln für den Verzehr bestimmter Lebensmittel sowie die Küchenhygiene hinzuweisen. Die Zahl der beim Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldeten Fälle stieg in Deutschland von 396 im Jahr 2009 auf 771 im vergangenen Jahr. Das BfR verweist darauf, dass die Zahl der gemeldeten Fälle insgesamt niedrig ist, die Erkrankung aber auf Grund des oft sehr schweren Verlaufs von besonderer Bedeutung ist. Sowohl rohe Lebensmittel tierischer Herkunft als auch bereits erhitzte oder anderweitig haltbar gemachte Lebensmittel sowie Fertigprodukte können Listerien enthalten. Aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kräuter und Salate können mit Listerien belastet sein. Die Bakterien führen nicht zum Verderb von Lebensmitteln und können sich auch bei Kühlschranktemperatur vermehren. Sicher abgetötet werden Listerien beim Kochen, Braten oder Pasteurisieren. Das BfR empfiehlt, die im Merkblatt "Schutz vor Lebensmittelinfektionen mit Listerien" genannten Regeln zur Küchenhygiene und Zubereitung von Speisen unbedingt einzuhalten.
BfR


Vier Pfoten impft eine Million Hunde und Katzen in Myanmar gegen Tollwut

Angesichts des Welttollwuttages am 28. September hat die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" ein groß angelegtes Impfprogramm von Hunden in Myanmar angekündigt. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen dort eine Million Hunde und Katzen gegen die Tollwut geimpft werden. Auch dieses Projekt soll dabei helfen, die Übertragung der Tollwut vom Hund auf den Menschen bis 2030 zu stoppen. Für die Aktion wird die Organisation Impfstoffe für eine halbe Million Tiere sowie internationale Experten und die notwendige Ausrüstung zum Einfangen und Kennzeichnen der Tiere bereitstellen. Zudem unterliegen die Datensammlung und die Umsetzung des Massenimpfprogramms "Vier Pfoten". Die Kampagne wird in enger Zusammenarbeit mit Myanmars Tierhaltungs- und Veterinäramt (LBVD) stattfinden. In Vorbereitung der Kampagne wurden in diesem Jahr zwei Pilotprojekte erfolgreich durchgeführt. Dazu wurden in acht Wochen in 516 Dörfern fast 60.000 Tiere gegen die Tollwut geimpft.
Vier Pfoten


ZZF fordert Unterstützung bei der Heimtierhaltung für sozial schwach gestellte Menschen

Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober fordert der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF), dass Tierhalter, die von Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung leben, bei der Versorgung ihres Heimtieres unterstützt werden. „Es geht uns um die Menschen, die ihre Vierbeiner, Fische oder Ziervögel schon hatten, bevor sie unverschuldet in finanzielle Not geraten sind“, erklärt ZZF-Präsident Norbert Holthenrich. „Ich erlebe das tagtäglich in meinem Zoofachgeschäft: Die Menschen wollen nur das Beste für ihr Tier und hängen sehr an ihm, wissen aber nicht, wie sie den nächsten Futtersack oder Tierarztbesuch bezahlen sollen.“ Der ZZF fordert deshalb von der Politik, dass Betroffene für einen Teil des monatlichen Bedarfs für Futter, Pflege und Tierarztbesuche Unterstützung erhalten. Dies könnte in Form von Einkaufsgutscheinen oder durch Berücksichtigung des Bedarfs im Regelsatz erfolgen. Dies ist aber nicht nur für das Tier von Vorteil, sondern kann nach Ansicht von Holthenrich auch dabei helfen, den Alltag zu strukturieren und aktiv zu bleiben.
ZZF


Neuer Weg zur Umgehung der Blut-Hirn-Schranke entdeckt

Wissenschaftler der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und der Medizinischen Hochschule Hannover haben einen bisher unbekannten Mechanismus der Blut-Hirn-Schranke entdeckt. Die Blut-Hirn-Schranke verhindert, dass schädliche Stoffe aus der Umwelt oder aus der Nahrung ins Gehirn gelangen können. Was von der Natur fantastsich eingerichtet wurde, erweist sich allerdings bei der Behandlung von Hirntumoren als großes Problem, da viele Medikamente die Barriere nicht überwinden können. Die Blut-Hirn-Schranke schützt das Gehirn mit physikalischen und biochemischen Mechanismen. Die physikalische Barriere bilden sogenannte Endothelzellen. In ihrer Studie suchten die Forscher nach einem Weg, die Blut-Hirn-Schranke zu umgehen. Es gelang ihnen mit Hilfe sogenannter Barrier Bodies, die sich als Vesikel von der Zelle Oberfläche der Endothelzellen abschnüren und dann von neutrophilen Granulozyten aufgenommen werden. Auf diesem Weg können bestimmte Substanzen die Barriere passieren. Zuvor schleusen sogenannte Transporter P-Glykoproteine die Substanzen in die Endothelzelle ein. Die Entdeckung könnte die medikamentöse Behandlung von Hirntumoren verbessern.
TiHo Hannover


Mecklenburg-Vorpommern gibt ökologische Vorrangflächen für Mahd und Beweidung frei

In Mecklenburg-Vorpommern können ökologische Vorrangflächen, die mit Zwischenfrüchten oder einer Gründecke bestellt sind, landesweit ab 29. September 2018 für Mahd und Beweidung genutzt werden. Außerdem dürfen die ausschließlich für Schafe und Ziegen zugelassenen Vorrangflächen dann auch durch andere Tierarten beweidet werden. Ein Genehmigungsverfahren oder das Anzeigen der Nutzung sind dafür nicht erforderlich. „Es handelt sich um eine Ausnahmeregelung für 2018. Damit hoffen wir den Futtermangel für die von der Dürre betroffenen Betriebe weiter abzumildern“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV


27.09.2018

BTK fordert konkrete Maßnahmen zur Abstellung der Mängel bei Tiertransporten

Die Bundestierärztekammer (BTK) hat anlässlich der am Freitag in Bad Sassendorf stattfindenden Agrarministerkonferenz einen offenen Brief an die für den Tierschutz zuständigen Ministerinnen und Minister der Länder geschrieben, in dem sie dringenden Handlungsbedarf bei Tiertransporten anmahnt. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, die zu einer wirkungsvollen und nachhaltigen Abstellung der Mängel führen. Demnach wurden noch im Juni/Juli 2018 Zuchttiertransporte über die Balkanroute bei Außentemperaturen von 30°C und mehr abgefertigt. Häufig kommt es dabei zu mehrstündigen Wartezeiten vor der Abfertigung, in der die Lüftungssysteme der Transportfahrzeuge praktisch versagen. "Die Entscheidung – insbesondere über die Abfertigung internationaler Transporte – darf nicht ausschließlich auf die Vor-Ort-Behörden abgewälzt werden. Hier sind Sie, die obersten Landesbehörden und das BMEL, gefordert! Sie könnten z.B. über den Erlassweg Abfertigungen bei den o.a. bekannten, tierschutzrelevanten Rahmenbedingungen verhindern", heißt es in dem Brief. Gleichzeitig bekräftigt die BTK noch einmal ihre Forderung, bis zu einem generellen Verbot, Langzeittransporte in Drittländer, aber auch innergemeinschaftliche Langzeittransporte von Tieren mit besonders hohen Pflegeanforderungen nur auf vorab von einer unabhängigen Stelle tierschutzfachlich geprüften Transportrouten zuzulassen. Unabhängig von dieser dringlichen Sofortmaßnahme bleibt die Forderung, Schlachttiertransporte EU-weit auf 8 Stunden Transportzeit ohne Verlängerungsmöglichkeit zu beschränken. Die Bundestierärztekammer erwartet sofort konkrete Maßnahmen zur Abstellung der Mängel und ist gerne bereit, ihr Fachwissen hierfür einzubringen. Ein weiterer Aufschub kann nicht hingenommen werden!
BTK


Agrarministerkonferenz in Bad Sassendorf

Am kommenden Freitag findet im westfälischen Bad Sassendorf die Agrarministerkonferenz statt, an der auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner teilnehmen wird. Auf der Agenda stehen die Afrikanische Schweinepest sowie Verordnungsvorschläge der EU-Kommission zur „Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020“, die Entwicklung einer Klima- und Krisenstrategie für die Landwirtschaft, die Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln und die Stärkung der Forschungsförderung für den Ökologischen Landbau. "Durch den fortschreitenden Klimawandel ist damit zu rechnen, dass Wetterextreme künftig häufiger auftreten. Weil die öffentliche Hand entstehende Verluste nicht immer wird auffangen können, müssen wir hier für die Zukunft besser Vorsorge treffen“, sagt die hessische Staatssekretärin im Vorfeld der Sitzung. „Die aktuelle Diskussion zum Insektenrückgang und zur Belastung des Oberflächen- und Grundwassers durch Pflanzenschutzmittelrückstände zeigt, dass die bisherigen Anstrengungen verstärkt werden müssen. Wir wollen erreichen, dass durch eine gezielte länderübergreifende Zusammenarbeit sowohl pflanzenbauliche als auch pflanzenschutztechnische Alternativen erarbeitet werden“, hob die hessische Staatssekretärin für Landwirtschaft hervor. Der Ökologische Landbau hat sich in den letzten Jahren erfreulich positiv entwickelt. Die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln wächst, wird aber noch immer zu großen Teilen durch Importe gedeckt. Um hier mehr lokale, regionale und nationale Wertschöpfung zu ermöglichen, braucht der Ökolandbau weiterhin viele Innovationen, z.B. in der gentechnikfreien Züchtung, in der artgerechten Tierhaltung oder im Pflanzenschutz. „Wir wollen unsere Spitzenposition beim Ökolandbau nicht nur verteidigen, sondern noch deutlich weiter ausbauen. Unser Ziel für die kommenden Jahre ist es, in Hessen den Anteil des ökologischen Landbaus auf mindestens 20% ausbauen. So würde Hessen zum Ökomodellland für Deutschland. Dazu wird auch deutlich mehr Geld für Forschung eingesetzt werden müssen. Mit unserem AMK-Antrag wollen wir die dafür notwendige politische Weichenstellung voranbringen“, sagte die Staatssekretärin abschließend.
Agrarministerkonferenz


Spenden-Initiative ZEIG SCHNAUZE so erfolgreich wie noch nie

Unter dem Motto „Zeig Schnauze“ konnte erneut ein Zeichen für den Tierschutz gesetzt werden. Insgesamt wurden mit der Unterstützung vieler prominenter Tierfreunde und dem Futtermittelhersteller Purina sensationelle 161.044 Tierfutternäpfe für Tiere in österreichischen Tierheimen gefüllt. Damit konnte das Spendenergebnis der Vorjahre um mehr als verdreifacht werden. Maßgeblich zum Erfolg der Initiative beigetragen haben nach Ansicht der Initiatoren die originellen "Zeig Schnauze"-Fotos der Tierfotografin Brigitte Gradwohl. Von ihr haben sich z.B. Angelika Niedetzky, James Cottriall, Kathrin Menzinger, Maggie Entenfellner, Ramesh Nair, Sasa Schwarzjirg, Willi Gabalier, Yvonne Rueff, Daniel Serafin und Roxanne Rapp mit ihrem tierischen Liebling ablichten lassen. Diese sind nach wie vor unter www.purina.at/zeigschnauze oder dem Hashtag #zeigschnauze zu bewundern.
Zeig Schnauze


26.09.2018

Tierschutzbund fordert Ende des Schwanzkupierens bei Schweinen

Der Deutsche Tierschutz hat einen aktuellen Auditbericht der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU-Kommission zum Anlass genommen, um die Forderung nach dem Ende des Kupierens von Schwänzen bei Schweinen in Deutschland zu erneuern. Nach dem Bericht werden in Deutschland bei 95 Prozent der Schweine die Ringelschwänze kupiert. Der Tierschutzbund weist darauf hin, dass dies auf Grund einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 1994 eigentlich verboten ist. Der Tierschutzbund fordert, dass diese Praxis endlich beendet wird. Um dies zu ermöglichen, müssten dringend die Haltungsbedingungen verändert und die gesetzlichen Anforderungen an die Schweinehaltung erhöht werden. Insbesondere sollte die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung dahingehend geändert werden, dass der Neubau von Wärmeställen mit Vollspaltenböden nicht mehr genehmigt wird. Neu- und Umbauten sollten grundsätzlich eine tiergerechte Schweinehaltung ermöglichen. Dazu gehört ausreichender Platz, strukturierte Buchten, geeignete Beschäftigung, eingestreute Liegeflächen und auch Auslauf.
Deutscher Tierschutzbund e.V.


Bundesrat stimmt Dritter Verordnung zur Änderung der Geflügelpest-Verordnung zu

Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag unter Maßgabe einiger Änderungen der Dritten Verordnung zur Änderung der Geflügelpest-Verordnung zugestimmt. Demnach wird es künftig Erleichterungen für Legehennen- und Putenhalter geben, da sie künftig ihre Tiere, sofern sie 24 Stunden vor dem Transport negativ auf eine Infektion mit dem Geflügelpestvirus getestet wurden, unter bestimmten Voraussetzungen aus Restriktionszonen und Beobachtungsgebieten im Inland verbringen dürfen. Weitere Bedingung dafür ist, dass der aufnehmende Betrieb kein Geflügel hält und die Tiere dort mindestens 21 Tage verbleiben. Auch in Bezug auf die Aufstallungspflicht wird es Änderungen geben. Hier wird u.a. künftig die Risikoeinschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts mehr Gewicht haben. Zudem werden die zuständigen Behörden künftig ermächtigt, auch für kleinere Betriebe Biosicherheitsmaßnahmen anzuordnen. Bislang galt die Verpflichtung zur Umsetzung der festgelegtenBiosicherheitsmaßnahmen erst ab einer Bestandsgröße von mehr als 1.000 Tieren. Zudem wird es Änderungen bei den Bestimmungen für die Meldepflicht des Tierhalters geben, wenn auffällig viele Tiere verenden, es zu einer Abnahme der üblichen Legeleistung oder der Gewichtszunahme um mehr als 5 % kommt.
Bundesrat - Dritte Verordnung zur Änderung der Geflügelpest-VO


Österreich ist seit 10 Jahren tollwutfrei

Wie auch Deutschland ist Österreich seit 10 Jahren offiziell frei von der Tollwut. Darauf weist die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) anlässlich des bevorstehenden Welttollwuttages am 28. September hin. Denn genau an diesem Tag vor zehn Jahren wurde Österreich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) zum tollwutfreien Gebiet erklärt. Auch im vergangenen Jahr wurde bei mehr als 350 untersuchten Tieren kein Tollwutfall nachgewiesen. Dabei wurden auch 46 Tiere untersucht, die einen Menschen gebissen hatten, um eine mögliche Übertragung vom Tier auf den Menschen auszuschließen. Obgleich es die sogenannte urbane Tollwut, bei der der Erreger durch Haustiere übertragen wird, in Österreich bereits seit 1950 nicht mehr gibt. Zuletzt wurde 1999 die Tollwut bei einem illegal nach Österreich importierten Tier nachgewiesen. Seit 2013 wird auch die orale Impfung von Füchsen gegen die Tollwut in Österreich nicht mehr durchgeführt. Das Virus der Fledermaus-Tollwut, das auch in Deutschland vorkommt, wurde dagegen in Österreich bisher noch nie nachgewiesen. Auch im vergangenen Jahr konnte es bei fast 100 untersuchten Fledermäuse glücklicherweise nicht diagnostiziert werden.
AGES


2017 war Rekordjahr im Europäischen Lebensmittelwarnsystem

Im Jahr 2017 sind so viele Meldungen wie noch nie in das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) eingetragen worden. Insgesamt waren es laut Angabe der EU-Kommission 3.832 Meldungen. Damit fand ein so intensiver Informationsaustausch über das System statt wie nie zuvor. Im besonderen Maße dafür verantwortlich waren auch die Fipronil-Funde in Eiern. Der zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis erklärte: „Der Vorfall von Fipronil hat uns veranlasst, Wege zur weiteren Stärkung des Systems vorzuschlagen und es mithilfe koordinierter Maßnahmen der Lebensmittelunternehmer und der Behörden der Mitgliedstaaten besser für die Betrugsbekämpfung auszurüsten. Die meisten der Verbesserungen und konkreten Maßnahmen, zu denen sich die Mitgliedstaaten verpflichtet haben, sind auf einem guten Weg. Ich freue mich darauf, den vollständigen Bericht beim Ratstreffen der Landwirtschafts- und Fischereiminister im November vorzustellen.“ Insgesamt wiesen im vergangenen Jahr 942 Meldungen auf ein schwerwiegendes Gesundheitsrisiko hin. Der Nachweis von Salmonellen in Geflügelfleisch war dabei das am häufigsten gemeldete Problem in Lebensmitteln, die an der EU-Grenze kontrolliert wurden.
EU-Kommission


25.09.2018

Live-Webinar Zytologische Untersuchnung nicht verpassen

Am 27. September 2018 findet auf Myvetlearn.de von 19:00 bis 21:00 Uhr ein Live-Webinar mit Professor Dr. Stephan Neumann zum Thema Grundlagen der zytologischen Untersuchung bei Hund und Katze statt. Das Webinar, in dem klinische Fälle interaktiv mit den Kolleginnen und Kollegen besprochen werden, schließt sich an einen eLearning-Kurs an, der bereits auf Entnahmetechnik, Färbung und die mikroskopische Untersuchung eingegangen ist. Der eLearning-Kurs und das Webinar richtet sich vor allem an Tierärztinnen und Tierärzte, die die Technik bisher noch nicht oder nur selten eingesetzt haben. Durch das schrittweise Vorgehen von der Palpation bis zur zytologischen Diagnose werden alle wesentlichen Punkte in der Bewertung von Hautveränderungen nachvollziehbar erarbeitet. Am Ende des Kurses sollte jeder Teilnehmer in der Lage sein, die überwiegende Anzahl der möglichen tumorösen Hautveränderungen zu differenzieren.
Programm & Anmeldung


Erster Fall von West-Nile bei einem Pferd in Deutschland

Am 21.09.18 ist in Deutschland der erste Fall einer West-Nil-Virus-Infektion bei einem Pferd festgestellt worden. Betroffen war ein Pferd aus dem Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg. Der Nachweis der anzeigepflichtigen Tierseuche erfolgte durch das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus-Infektionen (WNV) bei Vogel und Pferd des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI). Das Pferd wird sich vermutlich über eine virustragende blutsaugende Stechmücke infiziert haben. Obgleich die Mehrzahl infizierter Pferde keine klinischen Symptome zeigt, kann es im Einzelfall zu zentralnervösen Ausfallserscheinungen aufgrund einer von WNV verursachten Meningitis oder Enzephalitis kommen. Die zentralnervösen Störungen äußern sich durch Stolpern, Nachhandlähmungen, Ataxien, allgemeine Schwäche, Muskelzittern (Tremor) und Festliegen. Klinisch kranke Pferde können die Infektion zwar überleben, leiden aber in bis zu 20 Prozent der Fälle lebenslang unter solchen Ausfallserscheinungen. Bei 22 - 44% der klinisch kranken Pferde kann die Erkrankung tödlich verlaufen. Behandelt werden kann nur symptomatisch, prophylaktisch kann geimpft werden.In Deutschland stehen drei Impfstoffe zur Anwendung am Pferd zur Verfügung, die durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen sind. Dazu gehört ein inaktivierter Vollvirusimpfstoff sowie ein rekombinanter Lebend- bzw. ein rekombinanter Totimpfstoff. In Europa trat WNV erstmals Anfang der 1960er Jahre in Frankreich auf und hat sich seitdem im gesamten Mittelmeerraum etabliert.
FLI


Zahl der erlegten Wildschweine so hoch wie nie

Im Jagdjahr 2017/18 sind in Deutschland 820.000 Wildschweine erlegt worden. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 40 Prozent und ist bislang die größte Wildschweinstrecke, die Deutschlands Jäger bislang erzielt haben - nicht zuletzt, um ihren Beitrag zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu leisten. Die ASP kann durch Wildschweine eingeschleppt und weiter verbreitet werden. „Die Jäger haben ihre Hausaufgaben mit Blick auf die drohende Afrikanische Schweinepest gemacht“, kommentierte der Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und Tierarzt Dr. Wolfgang Bethe die Zahlen. „Die Jäger haben politische Forderungen eindrucksvoll umgesetzt.“ Eine intensive Wildschweinebejagung reicht zum Schutz vor der ASP allerdings längst nicht aus, denn das Virus wird nachweislich durch Menschen innerhalb kürzester Zeit über hunderte Kilometer verschleppt. Ein achtlos entsorgtes Stück Salami oder Schinken von einem erkrankten Schwein reicht hierfür aus. Die natürliche Verbreitung über Wildschweine liegt lediglich bei maximal 20 Kilometern pro Jahr. Um eine Einschleppung nach Deutschland und eine Verbreitung der Tierseuche möglichst zu verhindern, sei mehr Biosicherheit an Bahnhöfen, Parkplätzen und Grenzübergängen notwendig, sagte Dr. Bethe. Dazu gehörten verschließbare Abfallbehälter an Rastplätzen, wildschweinsichere Zäunungen und Aufklärung von Reisenden. Gleichzeitig appellierte der DJV an die Jäger in Deutschland, Wildschweine weiterhin intensiv zu bejagen.
DJV


Usutu-Virus erreicht Regierungsbezirk Tübingen

Das Usutu-Virus ist in Deutschland weiterhin auf dem Vormarsch und hat den baden-württembergischen Regierungsbezirk Tübingen erreicht. Wie das Staatliche Tierärztliche Untersuchungsamt (STUA) Aulendorf mitteilt, wurde das Virus zunächst bei einer tot aufgefundenen Amsel aus dem Landkreis Reutlingen nachgewiesen. Einige Tage später konnte es auch bei einer Amsel aus dem Landkreis Ravensburg nachgewiesen werden. Das STUA verweist deshalb auch auf das aktuelle Merkblatt zum Usutu-Virus. Das Usutu-Virus wurde im Jahr 2011 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Inden vergangenen zwei Jahren kam es zu hohen Verlusten bei Amseln und gehaltenen Eulenvögelnvorwiegend in nördlichen Regionen wie Hannover, Hamburg und Bremen sowie in Leipzig,Halle und Nürnberg. Aktuell können erneut gehäuft Todesfälle insbesondere bei Amseln beobachtetwerden.
STUA Aulendorf


West-Nil-Virus bei einem Habicht in Sachsen nachgewiesen

Im Bad Düben im sächsischen Landkreis Nordsachsen ist in der vergangenen Woche das West-Nil-Virus bei einem in Gefangenschaft gehaltenen Habicht nachgewiesen worden. Wie der Landkreis mitteilt, hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den Nachweis offiziell bestätigt. Das Virus war erst im August erstmals bei einem Vogel in Deutschland nachgewiesen worden. Der erste Nachweis erfolgte bei einem in einer Voliere gehaltenen Bartkauz in Sachsen-Anhalt. Kurz drauf wurde das Virus in Bayern ebenfalls bei einem in Gefangenschaft lebenden Bartkauz nachgewiesen.
Landkreis Nordsachsen


Belgien will alle Hausschweine im von der Schweinepest betroffenen Gebiet keulen lassen

In Belgien wurde die Afrikanische Schweinepest mittlerweile bei neun Wildschweinen in der Provinz Luxemburg nachgewiesen. Das Übergreifen des Erregers auf die Hausschweinebestände will man unbedingt verhindern. Deshalb hat der belgische Landwirtschaftsminister Denis Ducarme entschieden, dass in dem betroffenen Gebiet alle Hausschweine vorsorglich getötet werden, wie die zuständige belgische Behörde FASFC mitteilt. Dies wird ungefähr 4.000 Schweine in dem rund 63.000 Hektar großen Sperrgebiet betreffen.
AFSCA
t-online.de


24.09.2018

Tierfreundlich gestaltete Gärten helfen Wildtieren beim Überwintern

Gartenbesitzer und Tierfreunde können jetzt anfangen, Wildtieren beim Überwintern zu helfen, denn spätestens jetzt beginnen die letzten Vorbereitungen der Tiere. Biologin Eva Lindenschmidt gibt im Aufrag der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN Tipps, u.a für eine tierfreundliche Gartengestaltung im Winter.So hilft den meisten Wildtieren eine möglichst naturnahe Gartengestaltung. So freut sich beispielsweise der Igel über Baumstümpfe, Reisig- und Laubhaufen, da sie ihm als Unterschlupf dienen. Außerdem verkriechen sich hier auch Insekten; sie wiederum werden von Vögeln beim Picken und Scharren im Laub aufgespürt. Vögel freuen sich, wenn Beeren und Hagebutten am Strauch bleiben und trocknen, da sie den Vögeln als Nahrung dienen. Beigeschlossener Schneedecke und Dauerfrost werden heimische Vögel aber auch gern gefüttert. Eichhörnchen freuen sich über Zufutter in Form von ungeschälten Nüssen, Mais, Karotten und Trockenfrüchten, da die große Trockenheit in diesem Jahr das Futterangebot für die Tiere stark reduziert hat.
Vier Pfoten.de
Fokusthema Igel - Patient in der Tierarztpraxis


Am 28. September ist Welttollwuttag

Jedes Jahr am 28. September wird der von der "Global Alliance for Rabies Control" initiierte Welttollwuttag begangen. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto "Rabies: Share the message. Save a life". Damit will man auf die Bedeutung und die Ausbildung eines Bewusstseins für das Thema Tollwut sensibilisieren. Letztlich sollen alle Maßnahmen dazu dienen, das Ziel "Zero by 30" zu erreichen. Ziel ist es, dass bis 2030 die Tollwut nicht mehr durch den Biss eines infizierten Hundes auf den Menschen übertragen wird. Aktionen zum Welttollwuttag finden weltweit in vielen Ländern statt.
Welttollwuttag 2018


Weidemanagement - Am Ende der Weidesaison gibt es viel zu beachten

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und viel zu fressen haben Pferde auf der Weide inzwischen auch nicht mehr. Die diesjährige Weidesaison neigt sich dem Ende. In der Regel werden die Pferde nach der Aufstallung entwurmt, bevor die Winterpaddocks in Betrieb genommen werden. Auf diese Weise soll der Parasitendruck gesenkt werden. Dafür muss jedoch auch ein fachgerechtes Weidemanagement betrieben werden. Dieses ist auch notwendig, um die Weiden im nächsten Frühjahr wieder bestmöglich nutzen zu können. Hier geht es beispielsweise um Giftpflanzenmanagement und Düngung. Die Online-Fortbildung Weidemanagement in der Pferdehaltung von Myvetlearn.de befasst sich zum einen mit einem optimalen Weidemanagement und zum anderen stellt sie sinnvolle Maßnahmen zur Reduktion der Ausscheidung von Wurmeiern auf der Pferdeweide sowie der Parasitenbekämpfung inkl. des selektiven Entwurmens vor. Die Teilnahme an dieser Online-Fortbildung (5 ATF-Stunden) ist noch bis zum 30.9. möglich.
Online-Fortbildung Weidemanagement bei Myvetlearn.de


RNA-Anteil spielt besondere Rolle bei der Infektion mit Influenzaviren

Forschern der britischen Universitäten Cambridge und Oxford ist es offenbar gelungen, einen Teil der RNA von Influenzaviren zu identifizieren, der eine besondere Rolle für die Schwere der Infektion spielt. Besonders interessant an diesem Molekül, das sie "mini viral RNA" nannten ist auch, dass es zu einem der Moleküle gehört, die von der körpereigenen Immunabwehr nicht erkannt werden. Ist dieses Molekül in hoher Anzahl vorhanden, sorgt es offenbar für besonders schwere Infektionsverläufe. Der Pandemieerreger vom Typ H1N1 aus dem Jahr 1918 z.B. produzierte besonders viele dieser Moleküle. Im Labor konnten die Forscher nachweisen, dass der bei einer hohe Anzahl dieser Erreger zu einer besonderen Schwere der Entzündung und der Zahl abgestorbener Zellen führte.
pte


21.09.2018

Blauzungenkrankheit in der Schweiz

Bereits zu Beginn des Septembers wurde im Kanton Jura in der Schweiz bei drei Rindern die Blauzungenkrankheit festgestellt, wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mitteilt. Nachgewiesen wurde ein Virus vom Serotyp 8 (BTV-8), das zuletzt Ende vergangenen Jahres in der Schweiz aufgetreten war. BTV-8 ist auch im benachbarten Frankreich aktiv. Allerdings wurde dort im August nur ein Fall registriert, wie das Friedrich-Loeffler-Institut im aktuellen Radar Bulletin berichtet. Dieser Rückgang der Fälle ist saisonal bedingt und wurde in Frankreich bereits im Jahr 2017 beobachtet.
OIE
FLI


Im Herbst und Spätsommer besonders auf Ohrenentzündungen beim Hund achten

Ohrentzündungen beim Hund - die Otitis externa - können u.a. zu Verhaltensänderungen führen. Gerade jetzt im Spätsommer und Herbst scheint diese Erkrankung gehäuft aufzutreten, weshalb man jetzt genau auf die Ohren achten sollte, wie der Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (BfT) berichtet. Manche Hunde wollen dann besonders gerne gekrault werden, andere lassen sich gar nicht mehr am Kopf berühren. Zu den körperlichen Symptomen gehören u.a. leichte Schwellungen und Rötungen, ein unangenehmer Geruch oder Ausfluss aus den Ohren. Das OHr des Hundes ist durch seinen langen, L-förmigen Gehörgang geradezu prädestiniert für diese Erkrankung. Bei solchen Symptomen sollte unbedingt der Tierarzt zu Rate gezogen werden, der dann mit entsprechenden Instrumenten den Gehörgang untersucht. Für die Otitis externa sind meist Parasiten oder Fremdkörper wie Schmutz oder Grannen die Auslöser. Aber die Ohrenentzündung kann auch ein Hinweis auf eine andere Erkrankung wie eine Allergie sein. Eine Ohrenentzündung muss immer behandelt werden, da sie sonst im schlimmsten Fall das Ohr dauerhaft schädigen kann. Besonders betroffen von der Erkrankung sind durch ihre Gehörgänge z.B. Spaniel, französische Bulldoggen, Mops oder Pudel.
Bundesverband für Tiergesundheit e. V.


Anträge zur Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration im Bundesrat

Der Bundesrat muss am Freitag über einige Anträge zur betäubungslosen Ferkelkastration entscheiden, die ab dem 1. Januar 2019 verboten ist. Bayern hat bereits einen Antrag eingebracht, nach dem die Übergangsphase um weitere fünf Jahre verlängert werden soll. Gestern hatte Niedersachsen angekündigt, ebenfalls eine Verlängerung zu beantragen. Allerdings will man in Niedersachsen nur eine Verlängerung der Übergangsfrist um zwei Jahre. Zudem haben auch Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern dem Bundesrat Entschließungsanträge zugeleitet. Hierin wird die Frage behandelt, wie die Pflicht zur schmerzfreien Ferkelkastration künftig praktisch umgesetzt werden kann.
Deutscher Bundesrat