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19.06.2019

Kaukasischer Luchs: Hohe genetische Vielfalt und wenig Inzucht trotz räumlicher Isolation

Im Gegensatz zum Eurasischen Luchs wissen ForscherInnen über den Kaukasischen Luchs, der neben dem Kaukasus und Iran auch in der Türkei angesiedelt ist, noch sehr wenig. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat sich mit der in Anatolien beheimateten Luchs-Art beschäftigt. „Wissenschaftler wissen noch erstaunlich wenig über deren ökologische Ansprüche, territoriales Verhalten und genetische Variabilität“, sagt Deniz Mengüllüoğlu, Wissenschaftler in der Leibniz-IZW-Abteilung für Evolutionäre Ökologie. „Mit unserer Studie wollten wir eine Datengrundlage für Untersuchungen zur Genetik, Ökologie und Verhalten einer Luchspopulation in Anatolien schaffen, die als Referenz für weiterführende Studien fungieren soll.“ Dafür haben die ForscherInnen über mehrere Jahre Proben von Luchsen in Anatolien gesammelt und untersucht. Darüber hinaus wurden Individuen fast zehn Jahre lang mithilfe von Kamerafallen fotografiert, die an 54 verschiedenen Örtlichkeiten installiert waren. Trotzdem die Tiere räumlich doch sehr isoliert leben, zeigten die ausgewerteten Daten eine unerwartet hohe genetische Vielfalt, gaben jedoch wenig Hinweise auf Inzucht. Einen Grund dafür sehen die WissenschaftlerInnen in der geschlechtsspezifisch räumlichen Familienstruktur. Während die Weibchen sich nicht aus ihrem Geburtsterritorium wegbewegen, wandern die Männchen nach der Trennung von ihren Müttern weiträumig ab. „Die Isolation von Populationen kann für den Fortbestand einer Art schädlich sein, wenn sie die genetische Variabilität mindert“, sagt Daniel Förster, Wissenschaftler der Leibniz-IZW-Abteilung für Evolutionäre Genetik und Senior-Autor der Studie. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist die genetische Variabilität der untersuchten Population jedoch hoch und entspricht jener anderer Populationen des Eurasischen Luchses. Der Schutz der Unterart sollte daher auf das Ziel ausgerichtet sein, diese Variabilität zu erhalten.“ Die Studie wurde in der Fachzeitschrift PLoS ONE publiziert.
Forschungsverbund Berlin


Neuseeland stellt Lebendtiertransporte auf den Prüfstand

Auch in Neuseeland regt sich zunehmender Widerstand gegen den Export lebender Rinder. Dies wurde nicht zuletzt von mehreren Skandalen in der Vergangenheit ausgelöst, wobei es zu schweren Tierschutzvergehen auf dem Weg in das Zielland oder im Zielland selbst kam. Landwirtschaftsminister Damien O´Connor lässt solche Tierexporte daher nun prüfen. „Es ist an der Zeit diesen Bereich zu überdenken und zu prüfen, ob er zu den Werten des Landes passt“, betont O´Connor. Möglicherweise bedürfe es einer Verschärfung der Standards, um das Problem zu lösen oder aber ein generelles Verbot. Andererseits gehörten Lebendexport mit umgerechnet jährlich rund 18 Mio. € zu einer wichtigen Einnahmequelle des Landes. Ende Juli wird nun der Wirtschaftsentwicklungsausschuss des Kabinetts darüber beraten.
topagrar.de


Erfrischung gefällig? ZZF gibt Hundehaltern Tipps für den Sommer

Sommerliche Temperaturen, unter Umständen noch gepaart mit hoher Luftfeuchtigkei,t macht nicht nur Menschen zu schaffen, sondern ist auch für Tiere eine Belastung. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) verrät Hundehaltern, wie sie ihren Tieren an heißen Tagen eine Abkühlung verschaffen können und worauf es besonders zu achten gilt. Zum einen benötigen die Tiere regelmäßigen Zugang zu frischem Trinkwasser. Das gilt auch für längere Autofahrten. Hier müssen regelmäßige Trinkpausen eingelegt werden. Tiere, die die Sommertage in der Wohnung verbringen müssen, freuen sich über ausgiebiges Lüften am Morgen und ein anschließendes Abdunkeln der Fenster, damit es in der Wohnung möglichst kühl bleibt. Gassi gehen sollten Hundehalter möglichst in den Morgen- und Abendstunden. Nach Möglichkeit sollte dabei ein Besuch an einem See, Bach oder Teich eingeplant werden, damit der Hund sich abkühlen kann. Eine Alternative sind Hundepools. Außerdem gibt es im Zoofachhandel sogenannte Wasserfontänen, die mit wenigen Handgriffen an den Gartenschlauch montiert werden können. „Dabei wird gleichzeitig der Spieltrieb des Hundes angeregt. Denn das Wasser spritzt nur heraus, wenn er mit seiner Pfote auf das Pedal drückt“, informiert ZZF-Präsident Norbert Holthenrich. Weitere erfrischende Möglichkeiten sind Kühlknochen oder -ball. Beides kann mit Wasser gefüllt werden. Kaut der Hund auf seinem Spielzeug, entweicht das Wasser durch kleine Löcher und erfrischt ihn. Weiterhin sind im Fachhandel Kühlmatten oder Kühlbetten erhältlich, die durch ein spezielles Gel wohltuende Kühle abgeben. Zu empfehlen sind auch Kühlwesten, die lediglich in Wasser eintauchen und ausgewrungen werden müssen. Nach dem Anlegen kühlen sie Rücken und Brustkorb des Hundes. Weiterhin sollten Hundehalter die schwach behaarten Hautpartien wie den Ohrrand, die Innenschenkel oder den Nasenspiegel durch Sonnencreme vor Sonnenbrand schützen. Außerdem warnt Holthenrich noch einmal dringend davor, Hunde im Auto zu lassen: „Der Innenraum heizt sich in kurzer Zeit auf, was zu schweren Herz- und Kreislaufstörungen und häufig sogar zum Tod des Hundes führt.“ Bei längeren Autofahrten müssen Besitzer genügend Trinkpausen einplanen.
ZZF


18.06.2019

Wildbienen und Hummeln droht Gefahr durch die Varroa-Milbe

Nicht nur für Honigbienen, sondern auch für Wildbienen und Hummeln kann die Varroa-Milbe gefährlich werden. Das hat das Forscherteam um Lena Wilfert, Biologin aus dem Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik an der Universität Ulm, in einer Studie gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen aus Großbritannien und den USA herausgefunden. Der Parasit, der die Wildbienen nicht direkt befällt, kurbelt nämlich die Übertragung des Flügeldeformationsvirus an, das wiederum auf Hummeln übertragen wird. „Honig- und Wildbienen teilen sich gemeinsame Lebensräume und nutzen dieselben Pflanzen. Dabei kommt es wohl zur Übertragung von der einen Wirtsart auf die andere“, sagt Robyn Manley, Post-Doktorandin am Centre for Ecology and Conservation der University of Exeter. Die Varroa-Milbe entwickelt und vermehrt sich in der Brut der Honigbienen, indem diese zunächst den Nahrungsvorrat der Bienenlarven und dann die Larven selbst aufsaugt. „Dabei hat es die Varroamilbe nicht nur auf die nährstoffreichen Fettkörper des Wirtstieres abgesehen, sondern sie überträgt dabei oft noch ein hochgefährliches Bienenvirus, das ganze Kolonien vernichten kann: das Flügeldeformationsvirus“, erklärt Professorin Lena Wilfert. „Die Milbe fungiert als Virus-Taxi nur innerhalb einer Wirtsart. Für den Sprung auf den anderen Wirt wählt das Virus einen unterschiedlichen Weg und springt direkt von Wirtstier zu Wirtstier. Aus evolutionsbiologischer und infektionsökologischer Perspektive ist dies ein spannender Vorgang, der nachweist, wie sich Infektionskrankheiten neue Routen zur Ausbreitung erschließen“, so die Evolutionsökologin Wilfert. Ebenfalls um Bienen, ihre Lebensweise sowie ihre Erkrankungen geht es in dem eLearning-Grundkurs Bienen für Tierärztinnen und Tierärzte auf Myvetlearn.de. Dieser Kurs ist auch zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen geeignet.
Universität Ulm
Grundkurs Bienen bei Myvetlearn


Online-Umfrage zur Praxistauglichkeit des Veterinärmedizin-Studiums gesucht

Die Verordnung zur Approbation von Tierärztinnen und Tierärzten (TAppV) und eine eventuell notwendige Änderung bzw. Anpassung stehen aktuell im Fokus der Diskussionen zwischen Berufsverbänden, Bildungsstätten und Studierenden. Die veterinärmedizinischen Bildungsstätten in Berlin, München, Hannover, Gießen und Leipzig führen daher eine Online-Befragung von AbsolventInnen durch. Erfragt werden unter anderem, ob das Studium der Veterinärmedizin in Deutschland ausreichend auf den Einstieg in den Beruf des Tierarztes vorbereitet. Die Beantwortung der Fragen dauert ungefähr 20 Minuten, kann aber unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden. Die Lehrdekane bitten um eine rege Teilnahme, damit ein breites Meinungsbild erstellt werden kann.
Online-Umfrage


Polen meldet weitere Fälle der ASP

In Polen grassiert weiterhin das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Allein in der letzten Maiwoche wurden 35 Neuinfektionen nachgewiesen, wie Agrarheute berichtet. Zudem meldete die oberste Veterinärbehörde des Landes, dass fünf der neuinfizierten Tiere teilweise eine Resistenz gegen das Virus ausgebildet hatten, d.h. sie sind mit dem Virus zwar infiziert, erkranken und sterben jedoch nicht mehr oder erst zeitversetzt an einer Infektion und verbreiten das Virus so noch stärker unbemerkt weiter. Die neuesten ASP-Fälle wurden in der Mitte und im Osten Polens nachgewiesen. Wie bereits im vergangenen Jahr, häufen sich die Fälle im Sommer. Entsprechend ist in den kommenden Monaten mit einem saisonalen Anstieg zu rechnen. Als ein Grund für die saisonalen Schwankungen werden Insekten vermutet, die als Virusvektoren agieren könnten. Ein weiterer Grund für den Anstieg der Neuinfektionen könnte das gerade in den Sommermonaten normale Wanderungs- und Paarungsverhalten der Wildschweine sein.Ende Mai 2019 war das Virus auch in einem Schweinebestand im Osten Polens nachgewiesen worden, in dem 8.000 Tiere gehalten wurden. Aber auch in Asien breitet sich das Virus immer weiter aus. Inzwischen ist es außer in China und in Vietnam auch in Nordkorea nachgewiesen worden. Auch Hongkong meldete einen weiteren Fall.
Agrarheute


Europas größter Caterer unterstützt Masthuhn-Initiative

Das Catering-Unternehmen Sodexo ist der Forderung von elf Tierschutzorganisationen nachgekommen und hat sichverpflichtet, die Kriterien der Masthuhn-Initiative bis 2026 komplett zu erfüllen und in der Zwischenzeit schrittweise umzustellen. Damit schließt er sich wie bereits mehr als 160 weiteren Unternehmen in den USA und Europa an, die die Initiative ebenfalls unterstützen. Dazu gehört unter anderem, dass das Unternehmen nur Tiere aus weniger überzüchteten Rassen, die mit ausreichend Platz und bei natürlichem Licht gemästet wurden, verwertet. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt und weitere zehn Tierschutzorganisationen hatten den europaweit größten Caterer mit einer von 16.000 Personen unterzeichneten Petition unter Druck gesetzt. „Wir freuen uns, dass Sodexo nur vier Tage nach dem Start unserer Kampagne zugesagt hat, die Masthuhn-Initiative zu unterstützen“, zeigte sich Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung, erfreut. „Damit folgt das größte Catering-Unternehmen Europas anderen Branchenvertretern wie Procuratio und der Elior Group.“
Presseportal


17.06.2019

In Sibirien ensteht neue Milchviehanlage für 6.000 Kühe

Im sibirischen Nowosibirsk entsteht eine neue Anlage für 6.000 Milchkühe. Dies ist die erste von sechzehn geplanten Milchviehanlagen der deutschen Ekosem-Agrar AG, wie Topagrar berichtet. In Nowosibirsk sollen täglich 180 t Milch produziert werden. „Die neu errichtete Anlage in Nowosibirsk ist eine der größten und modernsten Milchviehanlagen weltweit. Damit setzen wir Maßstäbe in Sachen effizienter Milchproduktion und können unseren Milch-Output in der Region auf ca. 400 t pro Tag nahezu verdoppeln“, erklärt Stefan Dürr, Hauptaktionär der Ekosem-Agrar AG. Alle geplanten Anlagen werden vom russischen Staat finanziell unterstützt.
Topagrar


Blut von Wiederkäuern tötet Borreliose-Erreger ab

Wiederkäuer durchbrechen den Infektionszyklus für Borrelien. Das sagt Dania Richter, Biologin in der Abteilung für Landschaftsökologie und Umweltsystemanalyse der Technischen Universität Braunschweig. Denn, wenn eine Zecke eine Kuh auf der Weide beißt, werden die Borreliose-Erreger abgetötet, weiß die Hannoversche Allgemeine zu berichten. Die Zeckenforscherin hat nun auch bei Nutztieren nachweisen können, was bei Wildtieren schon bewiesen war: Wiederkäuer "desinfizieren" Zecken. Die Biologin, die bereits seit 20 Jahren das Verhältnis Parasit-Wirt untersucht, hatte 450 Zecken von Galloway-Rindern in Flensburg unter die Lupe genommen. Sie fand keine Borreliose-Erreger im Darm der Parasiten, obwohl ein Drittel der sonstigen Zecken auf der Weide infiziert waren. Wie genau der Prozess der Erregerabtötung vor sich geht, kann die Forscherin noch nicht erklären. Als nächstes wird sie untersuchen, ob die Rahmenbedingungen noch präziser gefasst werden können.
Hannoversche Allgemeine


Wien lädt zum 1. Grenzüberschreitenden Tag der Artenvielfalt ein

Am Samstag, den 22. Juni 2019, findet in Wien der erste Grenzüberschreitende Tag der Artenvielfalt statt.Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) und die Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien laden an diesem Tag von 13.00 bis 18.00 Uhr zum Erkunden der Umwelt sowie der Entdeckung und Bestimmung von möglichst vielen Tier- und Pflanzenarten innerhalb eines Gebietes ein. BesucherInnen können sich zudem über Artenvielfalt und Naturschutz informieren. Dies ist der 1. Grenzüberschreitende Tag der Artenvielfalt im Rahmen des "Interreg V-A SK-AT Projekts CITY NATURE" mit der Slowakei. In diesem Projekt werden Methoden und Kommunikationsmittel zum Erhalt und zur Stabilisierung der biologischen Vielfalt und der Ökosystem-Dienstleistungen in Wien und in Bratislava entwickelt.
Stadt Wien


ASP in China lässt Preise für Schweinefleisch steigen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wird laut Expertenmeinungen etwa 100 Millionen Schweine in China bis Ende 2019 verenden lassen. Um die Versorgung der chinesischen Verbraucher zu gewährleisten, wird bereits seit mehr als 2 Monaten sehr viel mehr Schweinefleisch aus Deutschland nach China importiert, wie Focus berichtet. Die von 1,40 Euro auf 1,80 Euro pro Kilo gestiegenen Erzeugerpreise erfreuen die Produzenten von Schweinefleisch, während die chinesischen Verbraucher Preissteigerungen im zweistelligen Bereich hinnehmen müssen. Auch in Deutschland sei aufgrund der großen Nachfrage aus China mit einem Preisanstieg bei Fleisch- und Wurstwaren zu rechnen, so der größte deutsche Schlachtkonzern Tönnies aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück. Wursthersteller und andere Fleischverarbeiter bekommen die Konsequenzen der Tierseuche gleich doppelt zu spüren: einerseits steigen die Preise für Schweinefleisch um fast 30 Prozent, auf der anderen Seite geht die Nachfrage nach Fleisch und Fleischprodukten stetig zurück. Ein Ausbruch der ASP in Deutschland, der den Handel mit China lahmlegen würde, sieht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner während ihres Besuchs in Peking als nicht wahrscheinlich an. Über das Virus sagt sie: „Die Gefahr, dass es nach Deutschland eingeführt wird, sehe ich als gering an, weil wir intensiv darauf achten. Aber weltweit breitet es sich aus.“ Deutschland habe daher seine grenzüberschreitende Vorbeugung, Kooperation und auch die Aufklärung entlang den Autobahnen verstärkt, so die Ministerin weiter.
Focus


14.06.2019

Klöckner will Kükentöten schnellstmöglich beenden

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zum Töten männlicher Eintagsküken in der Legehennenhaltung hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) bekräftigt, dass diese Praxis ethisch nicht vertretbar ist und schnellstmöglich beendet werden muss. "Mit insgesamt über acht Millionen Euro fördere ich mit meinem Ministerium daher mehrere Verfahren und Initiativen, die das zukünftig überflüssig machen. Dazu zählt die Aufzucht und Haltung männlicher Küken aus Legelinien, so genannte "Bruderhähne" oder "Zweinutzungshühner", die wir voranbringen. Sie sind auf dem Markt, der Verbraucher hat bereits heute die Wahl", erklärte die Ministerin. Im vergangenen Jahr sei ein Durchbruch mit einem Verfahren zur Geschlechterbestimmung im Brutei gelungen. Dieses Verfahren wurden vom Ministerium mit fünf Millionen Euro gefördert und befindet sich aktuell auf dem Weg zur Serienreife. Klöckner stellte fest, dass Alternativen zur Verfügung stünden und rasch angewendet werden müssten.
BMEL


Bündnis aus elf Organisationen fordert bundesweit einheitliche Herdenschutzmaßnahmen

Ein Bündnis aus elf Organisationen der Landwirtschaft und Nutztierhaltung, des Natur- und Tierschutzes sowie der Jagd hat am vergangenen Mittwoch in Berlin einen bundeseinheitlichen Herdenschutz sowie praktische wie rechtliche Klarheiten seitens der Bundesregierung gefordert. Dazu haben die Organisationen Empfehlungen vorgelegt, die die Tötung auffälliger Wölfe vorsieht, was jedoch nur als letztes Mittel angesehen werden sollte. "Es braucht endlich Rahmenregelungen des Bundes, um eine tragfähige Koexistenz zwischen Wölfen und Weidetierhaltung zu ermöglichen", lautet die Forderung der Verbände. Die Empfehlungen beinhalten sowohl inhaltliche als auch praktikable Lösungsansätze sowie eine flächendeckende Umsetzung eines für Wolfsgebiete geeigneten Herdenschutzes. Zudem fordert das Bündnis eine kostendeckende Förderung durch den Bund. Die Basis für eine umfassende Förderung des Herdenschutzes sei von der Europäischen Kommission bereits geschaffen. Zu schon vorhandenen Maßnahmen sollten den Organisationen zufolge Ausgleichsleistungen für Tierverluste gezahlt werden, sofern Maßnahmen zum Standardschutz umgesetzt worden sind.
Nabu


Studie zur veterinärmedizinischen Versorgungsdichte in Österreich erschienen

Die Veterinärmedizin leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, indem sie für das Wohlergehen von Tier und Mensch, sowohl durch präventive als auch kurative Maßnahmen und akute Seuchenbekämpfung sorgt. Somit sind Tierärzte und Tierärztinnen Garanten der Lebensmittelsicherheit.Allerdings sind die verschiedenen Arbeitsbereiche in der Veterinärmedizin sehr unterschiedlich repräsentiert. Nur etwa ein Drittel der VeterinärmedizinerInnen arbeitet in Nutztier- und Gemischtpraxen, so dass im Nutztierbereich die aktuelle Versorgung von den VeterinärmedizinerInnen in allen Bundesländern als eher unterversorgt eingeschätzt wird. Es ist nicht auszuschließen, dass es in manchen Spezialisierungsbereichen und schwer erreichbaren Gebieten Probleme mit der Versorgung geben wird. Dies sind die Ergebnisse einer Studie, die von Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK), in einem Pressegespräch vorgestellt worden sind. Erschwerend hinzu kämen demnach die anstehende Pensionierungswelle und gleichzeitig die Schwierigkeiten, TierärztInnen in ländlichen und infrastrukturschwachen Regionen zu rekrutieren. Aber auch bei der Besetzung von Not- und Bereitschaftsdiensten gäbe es immer wieder Probleme. Um weiterhin österreichweit eine bestmögliche flächendeckende veterinärmedizinische Versorgung zu gewährleisten, hat die Vetmeduni Vienna die Initiative VetRegioVetmedAustria ins Leben gerufen. Dadurch sollen Studierende frühzeitig – etwa durch Praktika und durch wissenschaftliche Arbeiten – mit den ländlichen Regionen vernetzt werden, um sie darin zu bestärken, sich nach ihrem Studium dort niederzulassen. Im Jahr 2017 gab es etwa 3.100 aktive TierärztInnen in Österreich, und damit um 300 mehr als noch im Jahr 2010. Mit 0,36 TierärztInnen pro 1.000 Einwohner liegt die TierärztInnendichte in Österreich (Stand 2014) geringfügig unter dem europäischen Durchschnitt von 0,38. In Deutschland liegt der Wert bei 0,33. „Wir stehen vor der Herausforderung, dass trotz hoher TierärztInnenzahlen nicht genügend VeterinärInnen in Bereichen der tierärztlichen Versorgung arbeiten können oder wollen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Dementsprechend kann dieses Problem auch nicht mit einer Maßnahme gelöst werden, sondern benötigt ein Bündel an vielfältigen Ansätzen – vielmehr einen Masterplan, der zwingend gesamtheitlich umgesetzt werden muss. Um Wirkung zu entfalten, dazu braucht es aber auch einen Schulterschluss zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und der Universität“, so Frühwirth. Gleichzeitig appellierte er an alle, Verantwortung für die hohen Qualitätsstandards in Österreich zu übernehmen und diese aufrecht zu erhalten, denn „das wird der Berufsstand alleine nicht schaffen“.
ÖTK
Zukunftskongress 2019


13.06.2019

Hunde müssen im Auto sicher verstaut werden

Nur noch wenige Tage und in Deutschland beginnen in den ersten Bundesländern die Schulferien und die ersten Reisewellen setzen ein.Viele Familien entscheiden sich, mit dem Hund und dem Auto in den Urlaub zu fahren. In diesem Fall ist es wichtig zu wissen, dass Hunde laut Straßenverkehrsordnung (StVO) als Ladung gelten. Deshalb müssen sie im Auto auch entsprechend "verstaut" und gesichert werden. Dafür eignen sich am besten Transportboxen, die entweder hinter dem Beifahrersitz auf der Rückbank positioniert werden sollten oder bei größeren Boxen im Kofferraum. Vorteil der Box: die Tiere können bereits vor der Reise entspannt daran gewöhnt werden, wenn sie auch zu Hause darin schlafen. Solch eine Transportbox sollte jedoch nicht nur für eine längere Reise verwendet werden, sondern am besten auch im Alltag. Denn ein ungesicherter Hund kann im Fahrgastraum zu einem gefährlichen Geschoss werden, da sich sein Gewicht bei einem Aufprall vervielfacht. Alternativ zu einer Box kann auch ein Hundegeschirr verwendet werden, das am Sicherheitsgurt befestigt wird. Mehr Tipps für die Reise mit dem Hund oder die Unterbringung des Haustieres in der Ferienzeit finden sich im Fokusthema Haustiere in der Ferienzeit bei Vetion.de.
Marktspiegel


Kükentötung bleibt übergangsweise erlaubt

Die Tötung männlicher Eintagsküken im Rahmen der Legehennenhaltung bleibt übergangsweise nun doch erlaubt. Dieses Urteil sprach das Bundesverwaltungsgericht am Donnerstag in Leipzig aus. Hintergrund der Entscheidung ist, dass einer nordrhein-westfälischen Brüterei im Herbst 2013 die Tötung männlicher Eintagsküken von den zuständigen Behörden zum 1. Januar 2015 untersagt worden war. Die Behörden waren damit einem Erlass des zuständigen Landesministeriums gefolgt. Der Betrieb hatte dagegen geklagt und in den Vorinstanzen Recht bekommen. Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Entscheidungen im Grunde nun bestätigt. Gleichzeitig bestätigt es aber auch die Auffassung, dass die Tötung männlicher Eintagsküken grundsätzlich nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. Denn der Zweck der Erzeugung sowohl männlicher als auch weiblicher Küken aus Zuchtlinien mit hoher Zuchtleistung sei einzig die Erzeugung weiblicher Tiere. Damit wird dem Leben eines männlichen Kükens jeder Eigenwert abgesprochen, was mit dem Gedanken des Tierschutzgesetzes nicht vereinbar ist. Das Gericht führte allerdings auch an, dass die bisherige Praxis jahrzehntelang hingenommen wurde, da zu früheren Zeiten die Gewichtung des Tierschutzgesetzes geringer war. Deshalb kann von den Brütereien eine sofortige Beendigung ihrer Praxis ohne Übergangsfrist nicht verlangt werden. Ohne diese Übergangsfrist wären die Betriebe gezwungen, zunächst die Aufzucht männlicher Küken zu ermöglichen und später ein Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zu implementieren. Das Gericht sieht in Anbetracht der Umstände die Vermeidung einer solchen doppelten Umstellung als vernünftigen Grund an, dass die Praxis des Tötens männlicher Küken übergangsweise fortgesetzt werden darf. Dieser dürfte entfallen, sobald die Verfahren zur Geschlechtsbestimmung marktreif sind.
Bundesverwaltungsgericht


Hessen investiert in den Herdenschutz vor Wölfen

Um Weidetiere vor vermehrten Wolfsrissen zu schützen, stellt das hessische Umweltministerium eine Flächenprämie von 31 Euro pro Hektar zur Verfügung. Für diesen Zweck werden vom Land 500.000 Euro jährlich bereit gestellt. „Mit der neuen Herdenschutzprämie Plus zahlen wir landesweit einen Zuschuss für den Arbeitsmehraufwand und Investitionskosten beim Herdenschutz. Gleichzeitig wollen wir für das Thema sichere Weidezäune sensibilisieren: Die meisten Nutztiere werden gerissen, wenn eine Weide nicht fachgerecht gesichert ist. Oftmals sind die Zäune nicht ausreichend elektrifiziert oder die Weide an einer Seite nur durch einen flachen Bach abgegrenzt“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz. Halter von Schaf- und Ziegenherden sind aufgerufen, ihre Tiere nach guter fachlicher Praxis mit täglichen Zaunkontrollen zu schützen. Die Herdenschutzprämie soll einen Mehraufwand ausgleichen. Anträge können bis Ende Juli bei den landwirtschaftlichen Förderstellen gestellt werden.
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


12.06.2019

Niederländischer Futtermittelhersteller setzt auf Insekten

In den Niederlanden befindet sich eine der größten Fabriken, die Tierfutter aus Insekten herstellen. Sie möchte damit einen Beitrag zu einer nachhaltigen Produktion von Fisch, Fleisch und Eiern leisten. Die Farm des Unternehmens Protix gehört zu den modernsten Insektenfarmen Europas. Es wird dort nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft produziert. Pflanzliche Nahrungsmittelreste werden dabei als Futter für die Insekten verwertet. Diese wiederum bilden dann einen eiweißreichen Grundstoff für Tierfutter. Gezüchtet werden vor allem Larven der Soldatenfliege. Experten rechnen damit, dass sich solche Tierfutter künftig durchsetzen werden und den Markt der Zukunft darstellen. Allein im Jahr 2018 seien 300 Millionen US-Dollar in den Sektor Insektenfuttermittel investiert worden. Dem entgegen steht jedoch, dass die Verfütterung von Insekten in der EU bislang nur an Fische und Haustiere, nicht jedoch an Nutztiere erlaubt ist. Es wird jedoch in Kürze mit einer Änderung der Verordnung für Schweine und Geflügel gerechnet.
Protix


Schweiz erleichtert Abschuss von Wölfen

Die Schweiz will den Wolfsschutz künftig stark lockern. Zumindest ist dies der Wunsch des Parlamentes und des Nationalrates. Nun sollen die Behörden Wölfe zwischen dem 1. September und dem 31. Januar zum Abschuss freigeben können, sofern großer Schaden von den Tieren zu erwarten ist und wenn dieser nicht mit zumutbaren Schutzmaßnahmen abzuwenden ist. Außerdem hat das Parlament eine Reduktion der Wolfspopulation bei drohendem Schaden beschlossen, auch wenn keine Herdenschutzmaßnahmen ergriffen wurden. Ob diese Beschlüsse jedoch noch der Berner Konvention des Artenschutzes entsprechen, ist fraglich, insbesondere dann, wenn keine zumutbare Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.
Schweizerbauer.ch


Neue Impfleitlinien für Landwirte veröffentlicht

Das Impfen von Nutztieren ist Teil der "One-Health"-Strategie zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Denn Impfungen beugen Erkrankungen vor, weshalb weniger Arzneimittel, vor allem weniger Antibiotika eingesetzt werden müssen. Dies kommt Mensch und Tier zugute. Die Europäische Plattform für den verantwortungsbewussten Einsatz von Tierarzneimitteln (EPRUMA) hat nun neue Leitlinien zum Einsatz von Impfstoffen bei Tieren veröffentlicht. Darin wird den Landwirten geraten, die individuellen Impfstrategien mit dem Hoftierarzt zu besprechen. Er kennt auch die sogenannten Pflichtimpfungen, die vorgenommen werden müssen. Zudem erfordert jede Impfung tierärztliche Fachkenntnisse und die Einhaltung von Hygienestandards. Es dürfen ausschließlich gesunde Tiere geimpft werden. Für eine schützende Immunität müssen nach der Grundimmunisierung die empfohlenen Impfintervalle eingehalten werden. Nach der Impfung sind die Tiere mindestens die nächsten zwei Tage genau zu beobachten, ob sie irgendwelche Nebenwirkungen oder Impfreaktionen zeigen. Diese sind unverzüglich dem Tierarzt zu melden. Bei lebensmittelliefernden Tieren sind unbedingt die festgelegten Wartezeiten für Milch, Fleisch oder Eier einzuhalten.
EPRUMA


FVE wählt neuen Vorstand - Siegfried Moder zum Vizepräsidenten gewählt

Im Rahmen der Frühjahrstagung des Europäischen Tierärzteverbandes (FVE) vom 5. - 8. Juni 2019 ist ein neuer Vorstand gewählt worden. Neuer Präsident ist Dr. Rens van Dobbenburgh aus den Niederlanden (Industrie u. ehem. Nutztierpraktiker). Er folgt auf Dr. Rafael Laguens aus Spanien, der nicht mehr kandidieren durfte. Außerdem wurde der bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder zum Vizepräsidenten für die Wahlperiode 2019 -2021 gewählt. Weitere Vizepräsidenten sind Dr. Thierry Chambon (Frankreich, Kleintierpraktiker), Dr. Torill Moseng (Norwegen, Kleintierpraktikerin) und Prof. Dr. Stanislaw Winiarczyk (Polen, Wissenschaft). Auch die Führung des Europäischen Praktikerverbandes (UEVP) wurde neu gewählt. Neuer UEVP-Präsident ist Dr. Piotr Kwiecinski (Polen, Geflügel- u. Schweinepraktiker). Moder möchte sich als Vizepräsident für eine stärkere Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament einsetzen und die Diskussionen über den Umgang mit Investoren intensivieren. „Da dies für die meisten Kleintierpraktiker in ganz Europa ein sehr aktuelles Thema ist, ist es mir wichtig herauszukristallisieren, was diese Entwicklung für den Markt und die „freien Tierärzte“ bedeutet“, betont Siegfried Moder. Wichtig ist ihm auch, sich mehr mit der Digitalisierung im Veterinärberuf zu befassen: „Als FVE sollten wir uns ein genaues Bild davon machen, was draußen passiert und analysieren, welche Auswirkungen das auf unseren Beruf haben wird. Vor allem müssen wir uns auf die Telemedizin konzentrieren und eine gemeinsame Position entwickeln. Und schließlich möchte ich die starke Stimme für die Nutztierpraxis sein, da dies der Bereich mit dem größten politischen Interesse und großen Problemen bei der Suche nach jungen Menschen ist, die in Zukunft dort arbeiten wollen“, so Moder.
bpt


TiHo unterstützt Japan bei der KSP-Bekämpfung

In Japan ist im September 2018 nach 26 Jahren wieder die Klassische Schweinepest (KSP) in einem Bestand in der zentral gelegenen Präfektur Gifu nachgewiesen worden. Virologen der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) unterstützen die japanischen Wissenschaftler dabei, den Erreger zu charakterisieren und hoch sensitive Nachweismethoden zu etablieren. Sie konnten anhand genetischer Analysen zeigen, dass in der Nähe des Betriebes auch Wildschweine infiziert sind. Um das Virus molekularbiologisch näher zu charakterisieren, entschlüsselten die Wissenschaftler ausgewählte Genombereiche und verglichen die Sequenzen mit bekannten Virusgenomen. Darunter waren KSPV-Genomsequenzen früherer Ausbrüche in Japan sowie jüngerer Ausbrüche in südostasiatischen Ländern wie Thailand und Vietnam. „Wir besitzen am Institut eine einzigartige Sammlung mit etwa 1.000 KSPV-Isolaten. Ein Großteil dieser Viren ist genetisch gut charakterisiert“, erklärt Dr. Alexander Postel, der die Abteilung für Molekularbiologie am Referenzlabor leitet. „Dies ermöglichte es uns, sehr schnell festzustellen, dass sich das aktuelle Virus deutlich von älteren Isolaten unterscheidet“, so Postel weiter. Das Virus besitzt hingegen eine sehr hohe genetische Übereinstimmung mit Viren, die in den vergangenen Jahren in China und in der Mongolei aufgetreten sind. Die Ergebnisse der Untersuchungen veröffentlichten die Wissenschaftler in dem Fachmagazin Emerging Infectious Diseases. In Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern des OIE-Referenzlabors aus Japan planen die TiHo-Wissenschaftler jetzt, die aktuelle Virusvariante biologisch näher zu charakterisieren. Das Institut für Virologie der TiHo ist seit 1980 das Referenzlabor der Europäischen Union für die KSP. Zusätzlich ist das Labor, neben weltweit sieben weiteren Einrichtungen, Referenzlabor der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE).
TiHo Hannover


11.06.2019

Bundesrat fordert verbesserte Bedingungen für Langzeittransporte von Tieren

Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag die Bundesregierung durch eine Entschließung aufgefordert, sich auf EU-Ebene für verbesserte Transportbedingungen für Nutztiere einzusetzen. So sollen die gemeinschaftlichen Anforderungen an den Tierschutz in die mit Drittländern abgestimmten Veterinärbescheinigungen aufgenommen werden. Darüber hinaus ist der Bund aufgefordert, sich für eine zentrale und allen Behörden zugängliche Datenplattform auf europäischer Ebene einzusetzen. Weiterhin müsse die Datengrundlage zu Transportrouten, Versorgungsstationen und Empfängern in Drittländern verbessert werden. Auch müssten die Kontrollen in Drittländern ausgeweitet und Verstöße konsequent geahndet werden. Mittel- und langfristig sollte jedoch auf lange Tiertransporte in Drittländer verzichtet werden.
Agrarheute.com


Niederländische Schweinehalter wollen wieder Speisereste an Schweine verfüttern

In den Niederlanden fordert der Verband der niederländischen Schweinehalter (POV), dass Hausschweine künftig wieder mit Speiseresten gefüttert werden dürfen. „Das Schwein ist eines der wenigen Tiere, die Reste aus der menschlichen Ernährung vertragen. Durch die Verfütterung könnte ein enormer Berg von Speiseresten verwertet werden“, verargumentierte die POV-Präsidentin Linda Janssen. Zudem hätte die Wiederzulassung auch positive Auswirkungen auf den Klimawandel, in dem der Lebensmittelkreislauf geschlossen werde. Allerdings müssten die Speisereste vor der Verfütterung so verarbeitet werden, dass sie weder ein Risiko für die Schweinegesundheit noch für die Lebensmittelsicherheit darstellen. Die Verfütterung von Speiseresten ist Anfang November 2006 in der EU verboten worden, u.a. weil die Verfütterung von Speiseresten immer wieder zur Infektionsquelle für das Virus der Klassischen Schweinepest geworden ist. Über Speisereste können aber auch andere Krankheitserreger, wie beispielsweise das Virus der Afrikanischen Schweinepest übertragen werden.
Schweizerbauer.ch


Sechs neue Funde der Hyalomma-Zecke lassen auf Überwinterung in Deutschland schließen

Im letzten Jahr war die Hyalomma-Zecke erstmalig in größerer Zahl in Deutschland nachgewiesen worden. Die gefundenen Exemplare der tropischen Insekts waren mit großer Wahrscheinlichkeit mit Zugvögeln eingeschleppt worden. In den vergangenen Tagen wurden wieder die ersten Hyalomma-Zecken gesichtet: fünf Pferde in Nordrhein-Westfalen und ein Pferd in Niedersachsen trugen die Blutsauger mit sich. Zeckenforscher der Universität Hohenheim in Stuttgart und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr vermuten, dass die gerade gesichteten Tiere in Deutschland überwintert haben müssen. „Die Jugendstadien der Zecken, die Larven und Nymphen, sind oft an Zugvögeln zu finden“, erläutert Prof. Dr. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim. „Sie lassen sich dann einfach abfallen.“ Die gerade gefundenen Tiere seien relativ früh im Jahr aufgetaucht. „Wenn man den Entwicklungszyklus zurückrechnet, hätten sie also zu einem Zeitpunkt eingeschleppt werden müssen, als die Zugvögel noch gar nicht da waren.“ Damit wäre die Hyalomma-Zecke einen Schritt weiter in Richtung Ansiedelung in Deutschland. „Damit sich eine Population entwickeln kann, müssten sich Männchen und Weibchen finden“, erklärt die Expertin weiter „Das ist bei geringer Populationsgröße schwierig. Zudem müssten sich Larven und Nymphen entwickeln, die Vögel oder auch Hasen als Wirt benötigen. Ob und wie das hier funktioniert, wissen wir noch nicht. Das müssen wir weiter beobachten.“
Uni Hohenheim


Wärmebildkameras sollen TierärztInnen bei Diagnose von Wild- und Zootieren unterstützen

Bereits seit knapp sechs Jahren arbeitet ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Kooperation mit der Wilhelma in Stuttgart an einer Bilddatenbank, die aus Bildern von Wärmebildkameras entstanden ist. Dieses thermographische Diagnoseassistenzsystem soll Tierärztinnen und Tierärzte in der Zukunft bei ihrer Diagnose von Wild- und Zootieren unterstützen, ohne dass die Patienten vorher betäubt werden müssen. Bis zu ihrer Genesung wurden verletzte oder erkrankte Tiere mehrfach mit einer Wärmebildkamera gefilmt. Auf diese Weise entstand eine Bilddatenbank mit hunderten hochaufgelöster Aufnahmen. Diese soll über eine Anbindung an die Cloud künftig auch um Aufnahmen aus anderen Zoos erweitert werden. Veterinärmedizinern soll es dann bald möglich sein, selber Wärmebilder aufzunehmen und diese mit bestehenden Bildern der Datenbank zu vergleichen. Für diesen Schritt muss jedoch die dafür benötigte Software noch weiterentwickelt werden. Ziel des Projekts ist die Auswertung der Daten durch Künstliche Intelligenz. „Diagnosen soll sie aber nicht stellen. Das bleibt den Tierärzten vorbehalten“, erklärt Sascha Getto, der sich am Fraunhofer IPA mit optischen Mess- und Prüfsystemen beschäftigt.
IPA


Forscherteam baut Datenbank mit 174 Hühnerrassen auf

ForscherInnen der Universität Göttingen und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) haben das sogenannte Synbreed Chicken Diversity Panel (SCDP), eine 174 Hühnerrassen umfassende Datensammlung, errichtet. Für die Erarbeitung dieser Datenbank, die kontinuierlich erweitert wird, wurden mehr als 3000 Hühner typisiert und fast 600.000 Single Nucleotide Polymorphisms (SNPs) erstellt. SNPs sind Variationen einzelner Bausteine innerhalb des Erbguts zwischen Individuen. Dabei entstand ein Stammbaum, der die vorhandene Vielfalt des Huhns in hoher Auflösung darlegt. Diese Diversität umfasst zahlreiche Wildformen, kommerzielle Hühner, aber auch viele verschiedene lokale Rassen aus fast allen Erdteilen sowie von Hobbyhaltern in Deutschland gezüchtete Rassen. Die WissenschaftlerInnen fanden in ihrer Studie heraus, dass bei Rassen in Afrika, Südamerika und Teilen Asiens und Europas eine hohe genetische Vielfalt vorhanden ist. Dagegen ist die genetische Diversität innerhalb der Hobbyzuchten und auch in kommerziellen Leistungszuchten vermindert. „Für die Nachhaltigkeit und Flexibilität der Zucht ist es wichtig, dass diese höchst unterschiedlichen Rassen erhalten bleiben“, so Prof. Dr. Henner Simianer und Prof. Dr. Steffen Weigend vom Zentrum für integrierte Züchtungsforschung der Universität Göttingen.
FLI


07.06.2019

WWF: Rabattaktionen zur Grillsaison fördern den Absatz von Billigfleisch

Mit den steigenden Temperaturen wächst auch die Grilllust. Das nehmen die Supermärkte in Österreich zum Anlass, Grillfleisch mit großen Rabatten zum Kauf anzubieten. Der WWF Österreich hat die neuesten Rabattaktionen unter die Lupe genommen und kritisiert sogenannte Lockangebote speziell während der Grillsaison. „Die Grillsaison wird zum Anlass genommen, Fleisch noch stärker als bisher unter dem fairen Wert zu verkaufen. Die Rabatt-Analyse zeigt eine absurde Schieflage: Bei Fleisch-Kilopreisen von 3,99 Euro ist das Grillwürstchen in Relation billiger als der Senf dazu“, erklärt Helene Glatter-Götz, Expertin für nachhaltige Ernährung beim WWF Österreich. Das Billigfleisch wird durch die starken Rabattierungen in riesigen Mengen verkauft. „Das belastet nicht nur Umwelt und Gesundheit stark, sondern auch die heimischen Landwirte“, so die Expertin weiter. Zudem gelte mariniertes Grillfleisch als verarbeitet und müsse so nicht gekennzeichnet werden, die Herkunftsangabe fehle häufig. Daher fordert der WWF Handel und Politik auf, deutliche Anreize für eine nachhaltige Ernährung und einen Verzicht auf Fleisch-Rabatte in Supermärkten zu etablieren.
WWF Österreich


Die Zukunft der tierärztlichen Versorgung in Österreich auf dem Prüfstand

Wie sich die tierärztliche Versorgung im Allgemeinen und von Nutztieren im Speziellen in Österreich darstellt, zeigt eine Studie des Institutes für Höhere Studien (IHS), welche die Ausbildung und die Praxis von Tierärzten beleuchtet hat. Die Untersuchungen ergaben, dass mehr als die Hälfte der momentan 3.100 tätigen VeterinärmedizinerInnen weiblich sind. In der Zukunft wird dieser Anteil noch wachsen. Auf dem Land wird sich der Tierärztemangel verstärken und auch die demnächst stattfindende Pensonierungswelle der sogenannten Babyboomer wird Nachwuchsprobleme in bestimmten Regionen des Landes nach sich ziehen. Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK), die zusammen mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) Auftraggeber dieser Studie ist, wird am nächsten Donnerstag (13.6.2019) in Wien über geeignete Maßnahmen und den Beruf des Veterinärmediziners referieren und lädt herzlich zu diesem Pressegespräch ein. Um Anmeldung an silvia.gromen@tieraerztekammer.at oder telefonisch unter Tel. +43 01 51217 66 - 41 wird gebeten.
ÖTK


Küchenkräuter im Garten ziehen Wildbienen magisch an

Die Deutsche Wildtier Stiftung macht sich für Wildbienen und andere Insekten stark und hat ein einfaches Rezept für deren Schutz: duftende Bienenweiden, bestehend aus Küchenkräutern. Denn gerade heimische Doldenblütler wie Liebstöckel, Oregano, Dill, Bohnenkraut und Petersilie im Garten und auf dem Balkon sind mit ihrem reichhaltigen Nektar ein wahrer Energy-Drink für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten. „Borretsch, der Geheimtipp aus dem Kräuterbeet, besticht nicht nur durch seine auffälligen sternförmigen und blauen Blüten, er sät sich zudem selber aus und ist darum auch für Gärtner ohne grünen Daumen geeignet", erklärt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Kräuter lassen sich einfach pflanzen und verfeinern jede Speise. „Wenn die Küchenkräuter blühen, ernten Sie einfach einen Teil für die kulinarischen Genüsse und lassen Sie einen anderen Teil einfach im Beet stehen: Dann finden Wildbienen & Co ein nahrhaftes Blüten-Buffet vor", empfiehlt Goris abschließend.
Presseportal


Staatliches Tierwohllabel weiter ohne klar verlässliche Zieldefinition und konkrete Aussagen

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (aef) hat die Präsentataion der Ergebnisse des Projektes „Stall der Zukunft“ in der vergangenen Woche durch Bundeslandwirtschftsministerin Julia Klöckner zum Anlass genommen, die Bedingungen des staatlichen Tierwohllabels erneut zu kritisieren. „Für das staatliche Tierwohllabel fehlt noch immer eine klar verlässliche Zieldefinition mit konkreten Aussagen, wie diese Ziele unter den herrschenden Marktbedingungen - aber auch vor dem Hintergrund rechtlicher Hindernisse - überhaupt umgesetzt werden können“, sagte der Vorsitzende Uwe Bartels.Gleichzeitig forderte der Verband die verpflichtende Einbeziehung jeglichen Fleisches, welches in den Verzehr geht. Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland aktualisierte zudem seine Forderungen zu einem staatlichen Tierwohllabel in einem Positionspapier, das es an die Agrarministerien der Länder und an das Bundesministerium geschickt hat. Denn exakt diese Problematik sowie die erheblichen Kosten der Um- und Neubauten für tierwohlgerechte Ställe und die noch fehlende Bereitschaft der Verbraucherinnen und Verbraucher, dafür zu zahlen, sei eine zentrale Aussage der Projektbeteiligten gewesen. Die Bundesministerin blendet diese klaren Erkenntnisse bei ihren Überlegungen zum staatlichen Tierwohllabel aus und unternimmt keinerlei Bemühungen, die schweren Mängel abzustellen. Für einen echten Mehrwert bei der Verbraucherorientierung müsse analog zur Eierkennzeichnung auch der nationale gesetzliche Standard als Basis gekennzeichnet werden. Zusätzlich zur Kennzeichnung der Haltungsform müsse – ebenfalls analog zur Eierkennzeichnung – auch die Herkunft gekennzeichnet werden.
aef


06.06.2019

Antibiotikaresistenzen im Fokus des Wissenschaftsmagazins des BfR

Die neueste Ausgabe des Wissenschaftsmagazins BfR2GO des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien. Solche resistenten Bakterien entstehen vor allem dort, wo Antibiotika häufig eingesetzt werden: im Krankenhaus, im Pflanzenschutz oder in der Nutztierhaltung. „Antibiotikaresistente Bakterien können, wie andere Keime auch, durch Lebensmittel übertragen werden“, sagt der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Neben Erregern wie dem im Krankenhaus gefürchteten methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) stehen auch antibiotikaresistente Bakterien auf Lebensmitteln wie Salmonellen oder Campylobacter im Fokus. Denn Bakterien können Resistenzen auch an andere Bakterien im Organismus übertragen. Verbreiten sich die Erreger und ihre Resistenzgene, potenziert sich das Problem und es werden möglicherweise immer mehr Antibiotika unwirksam.
BfR


Oberverwaltungsgericht genehmigt Transport trächtiger Kühe im Hochsommer in den Iran

Nachdem sich Amtsveterinäre der Kreisverwaltung Ahrweiler geweigert hatten, ein Vorlaufattest für den Transport von trächtigen Rindern einer Rinderzuchtgenossenschaft in den mehr als 6000 Kilometer entfernten Iran auszustellen, hat jetzt das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz (OVG) im Eilverfahren wider aller Vernunft entschieden, dass die Kreisveterinäre das Attest ausstellen müssen. „Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar“, so Landrat Dr. Jürgen Pföhler. „Zwar haben wir jetzt Rechtssicherheit, doch es steht zu befürchten, dass die Tiere auf dem Transport und im Zielland erhebliche Qualen erleiden werden“. Aus Sicht der Richter seien jedoch tierschutzrechtliche Bedenken bei Vorlaufattesten nicht zu berücksichtigen, sondern ausschlagggebend sind allein tierseuchenrechtliche Anforderungen, so die Erklärung des OVG.
Kreisverwaltung Ahrweiler


BfT sieht viele Missverständnisse beim Thema Tiergesundheit

Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) ist im Rahmen einer Vortragsveranstaltung verschiedenen Fragen u.a. zu der Wahrnehmung und dem Nutzen der Tiergesundheitsindustrie nachgegangen. BfT-Geschäftsführerin Sabine Schüller forderte zunächst faktenorientierte Rahmenbedingungen und eine offene Innovationskultur. Dies sei notwendig, damit die Industrie auch weiterhin zum Schutz der Gesundheit von Tieren beitragen kann. Zudem verwies sie darauf, dass in der Gesellschaft viele Missverständnisse bestünden und untermauerte dies u.a. durch das Beispiel des Antibiotikaeinsatzes im Nutztierbereich. Hier sei öffentlich die Meinung verbreitet, dass Tierärzte bei Nutztieren ausschließlich Antibiotika einsetzen würden. Allerdings entspreche dies nicht den Tatsachen, denn Antibiotika machen nur ein Sechstel des gesamten Tierarzneimittelmarktes aus. Dagegen betrug der Anteil von Impfstoffen ein Viertel. Grundsätzlich müsse die Kontrolle von Antibiotikaresistenzen ein gemeinsames Ziel von Human- und Veterinärmedizin sein. Allerdings verwahrte Schüller sich dagegen, dass Tiermedizin hier die Hauptverantwortung trage und verwies auf das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Dieses bestätigt, dass man als Hauptursache für Resistenzen in der Humanmedizin als erstes auch dort suchen müsse. Zudem seien antibiotische Leistungsförderer in der EU bereits seit 2006 verboten. Der BfT-Vorsitzende Jörg Hahnemann hat zu Beginn betont, dass die Tiergesundheit, die Gesundheit der Menschen und ein intakter Planet eng miteinander verbunden sind. Der Journalist Thomas Heyer, der die Veranstaltung moderierte, nahm auch die Medien in die Pflicht, die Fakten besser darzustellen. Aber auch die Tiergesundheitsbranche müsse ihre Hausaufgaben machen. So sollten Medienanfragen als Chance genutzt und grundsätzlich proaktiv kommuniziert werden. Auch müsse die Branche eng im Dialog mit Gesellschaft und Medien stehen.
BfT


Luchspopulaton in Deutschland wächst

Die Population der Luchse in Deutschland befindet sich auf Wachstumskurs. Trotzdem bleibt der Erhaltungszustand der Tierart nach Ansicht des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) weiterhin kritisch. Zum Ende des Monitoringjahres 2017/18 wurden demnach in zehn Bundesländern insgesamt mindestens 135 Luchse nachgewiesen. Im Vorjahr waren es noch 114 Tiere. Aktuell bestehen neben einzelnen Luchsmännchen z.B. in Hessen, Brandenburg, Baden-Württemberg Sachsen und Thüringen zwei Populationen in Deutschland. Eine lebt in Ostbayern und die zweite erstreckt sich vom Harz bis nach Nordhessen und Nordrhein-Westfalen. Außerdem entwickelt sich in Rheinland-Pfalz ein drittes Vorkommen. Hier wurde 2016 ein Wiederansiedlungsprojekt gestartet. 2017/18 konnten erstmals zwei Jungtiere nachgewiesen werden. „Der Erhaltungszustand des Luchses muss in Deutschland weiterhin als kritisch eingestuft werden. Vor allem durch die Zerschneidung von Lebensräumen und durch illegale Tötungen ist die Art hierzulande nach wie vor stark gefährdet. Hinzu kommt allerdings auch, wie die Daten zeigen, dass der Anteil der Individuen, die sich tatsächlich fortpflanzen, immer noch sehr klein ist“, sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
BfN


Ernährungsausschuss des Bundestages stimmt für Abschaffung des Tierarztvorbehaltes bei Isofluran-Narkose

Der Ernährungsausschuss des Bundestages hat am Mittwoch dem Entwurf der Ferkelbetäubungssachkundeverordnung zugestimmt. Tritt diese Verordnung so in Kraft, können auch Landwirte künftig die Betäubung der Ferkel zur Kastration mit Isofluran durchführen. Bislang war diese Narkose dem Tierarzt vorbehalten. Zuvor müssen sie jedoch in einem entsprechenden Lehrgang die notwendige Sachkunde erlangen und nachweisen können. Außerdem wurde auf Initiative der Koalitionsfraktionen dem Regierungsentwurf die Regelung eines unbefristeten Bestandsschutzes für bereits vorhandene Narkosegeräte ergänzt. Diese sollen auch verwendet werden können, wenn sie nicht den mit der Verordnung geplanten technischen Anforderungen entsprechen. Über den heute abgestimmten Verordnungsentwurf wird Ende Juni 2019 im Bundestag beraten. Anschließend muss der Verordnung dann auch noch der Bundesrat zustimmen. Dies soll voraussichtlich im September 2019 erfolgen. Zum Jahresende könnte die Verordnung dann in Kraft treten. Die Bundestierärztekammer hatte sich zuvor deutlich gegen die Abschaffung des Tierarztvorbehalts bei der Durchführung der Isofluran-Narkose ausgesprochen.
Agrarheute.com
Relevante Gesetze/Verordnungen


05.06.2019

Behörden verbuchen Erfolg im Kampf gegen illegalen Wildtierhandel

Im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel haben die Behörden einen großen Erfolg erzielt. In einer weltweiten Aktion, an der von Mitte April bis Mitte Mai 2019 22 Nationen beteiligt waren, konnten sie mehr als 4.400 lebende Reptilien retten. Außerdem seien zwölf Menschen in Italien und Spanien verhaftet und mehr als 200 Verdächtige identifiziert werden. Im Rahmen der Operation Blizzard wurden unter anderem 2.703 Landes- und Meeresschildkröten, 1.059 Schlangen, 512 Echsen und Geckos und 20 Krokodile und Alligatoren beschlagnahmt. Außerdem wurden Produkte sichergestellt, die aus Reptilien hergestellt worden sind.
Schweizerbauer.ch


Deutlicher Anstieg der Hantavirus-Infektionen

Die Zahl der Hantavirusinfektionen beim Menschen ist allem Anschein nach auf dem Vormarsch. In Niedersachsen ist die Zahl der gemeldeten Infektionen in diesem Jahr fünf Mal so hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Laut Mitteilung des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes in Hannover wurden dieses Jahr bereits 45 Infektionen registriert, während es im Vergleichszeitraum 2018 ledig 9 Meldungen gab. Die meisten Infektionen traten demnach mit 34 bisher in der Stadt und im Landkreis Osnabrück auf. Das Virus wird von Mäusen bzw. über den Kontakt mit Speichel, Kot und Urin dieser Tiere übertragen. Es kann einige Tage in der Umwelt infektiös bleiben und tritt so auch im Staub auf. Insbesondere Landwirte sind gefährdet, sich mit Hantaviren zu infizieren, weshalb bei "staubigen" Arbeiten entsprechende Schutzkleidung, bestehend aus Korbbrille, Feinstaubmaske, Einweg-Overall sowie -Handschuhen aus Nitril mit langem Schaft und geschlossene Schuhe empfohlen werden.
Agrarheute.com
Niedersächsisches Landesgesundheitsamt


Mit Gene Editing Geflügelpest-resistente Hühner züchten

Britische Forscher setzen das sogenannte Gene Editing ein, um gegen die Geflügelpest resistente Hühner zu züchten. Dabei zielen die Forscher auf ein Molekül in den Hühnerzellen ab. Dieses ANP32A genannte Molekül wird nach Untersuchungen von Forschern des Imperial College London und des Roslin Institute im Rahmen einer Infektion von den Viren "gekapert", damit sie sich besser vermehren können. Mittels Gene Editing wurde aus der DNA der Abschnitt entfernt, der für die Produktion des Moleküls verantwortlich ist. In der Folge konnte sich das Virus in den veränderten Zellen nicht mehr verändern. Die Forscher setzen große Hoffnungen in diese Methode, um im Kampf gegen die Geflügelpest voranzukommen. Allerdings weisen sie auch darauf hin, dass noch erforscht werden muss, welche Auswirkungen das Fehlen des Moleküls auf die Tiere hat. Erst wenn dies geklärt sei, könne mit der Zucht entsprechender Hühner begonnen werden.
pte


04.06.2019

DBV fordert Unterstützung für Sauenhalter

Bei der Umsetzung der geänderten Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung stehen nicht wenige Sauenhalter in Deutschland vor einer enormen finanziellen Herausforderung, denn weit mehr als die Hälfte aller Gebäude, in denen Sauen gehalten werden, machen einen Um- oder gar Neubau erforderlich. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat daher seine Forderung nach Unterstützung der Sauenhalter seitens des Bundes deutlich gemacht. „Wir sind grundsätzlich offen für Änderungen zum Wohl der Tiere, aber es braucht Entscheidungen mit Augenmaß, die den Betrieben Perspektive geben. Bauern brauchen zudem Planungs- und Investitionssicherheit. Wenn diese Verordnung greifen soll, muss endlich für ein Ende der bau- und genehmigungsrechtlichen Blockade bei Um- und Neubauten von Ställen gesorgt werden“, sagt Bernhard Krüsken, Generalsekretär des DBV. Neben finanzieller Unterstützung durch ein umfassendes Investitionsförderprogramm müssten zudem bürokratische Hürden im Baurecht abgebaut werden, so Krüsken weiter.
DBV


Tierheimförderung in Mecklenburg-Vorpommern: Antragsfrist endet am 30. Juni

Nach 2018 fördert das Land Mecklenburg-Vorpommern auch in diesem Jahr Tierheime mit 300.000 Euro. Dafür können von jetzt an die entsprechenden Einrichtungen, aber auch Privatpersonen, die einen Vertrag mit Kommunen abgeschlossen haben, ihre Förderanträge stellen. Die Antragsfrist endet am 30. Juni 2019. „Mit der Tierheimförderung unterstützen wir die oft ehrenamtlich arbeitenden Menschen, die sich rund um die Uhr und mit sehr viel Engagement und Herzblut für den Tierschutz einsetzen“, unterstreicht Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Sofern nicht anders mitgeteilt, verfallen in 2018 nicht berücksichtigte Anträge. Voraussetzungen für den Erhalt der Fördermittel sind unter anderem die Einhaltung aller Vorschriften des Tierschutzgesetzes und der Nachweis notwendiger behördlicher Genehmigungen. Auf den Seiten des Landesförderinstituts stehen alle wichtigen Unterlagen und die Kontaktdaten der Ansprechpartner zur Verfügung.
Regierung Mecklenburg-Vorpommern
Landesförderinstitut


03.06.2019

Nach ASP-Ausbruch in Polen müssen 8.000 Schweine gekeult werden

In einem Sauen haltenden Betrieb nahe der ostpolnischen Stadt Bielsk Podlaskie ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden. Das meldet Agrarheute.com. Als Konsequenz müssen 8.000 Schweine gekeult werden. Der Vorgang wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. Damit ist dieser ASP-Ausbruch der bislang größte in Polen. Parallel dazu wird mit dem Beproben aller Kontaktbetriebe begonnen.
Agrarheute.com


Nach Stallbrand: PETA stellt Strafanzeige gegen Betreiber

Nach dem verheerenden Brand in einem Schweine haltenden Betrieb Im Kreis Oldenburg, bei dem über 1500 Tiere getötet wurden, hat die Tierschutzorganisation PETA nun Strafanzeige gestellt. Dem Betreiber wird vorgeworfen, Brandschutzmaßnahmen nur unzureichend umgesetzt zu haben. „Jedes Tier, das bei einem Stallbrand stirbt, wird grob fahrlässig getötet“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA. „Der Brandschutz wird bei vielen Tierställen nicht ernst genommen. Außerdem: Wenn Tausende Tiere in einem Stall eingesperrt sind, ist es schlicht unmöglich, Soforthilfe zu leisten. Dieses Risiko ist den Betreibern bewusst.“ PETA hat wiederholt Kritik an den bestehenden Brandschutzverordnungen geäußert. Dazu gehört auch die Versorgung mit Löschwasser, deren Lage oft zu Verzögerungen bei der Tierrettung führt.
PETA


BSE-Fall in Brasilien

Um die BSE ist es glücklicherweise sehr ruhig geworden. Nur noch selten werden Fälle gemeldet, was darauf hindeutet, dass die getroffenen Maßnahmen die Erkrankung erfolgreich eingedämmt haben. In Deutschland wurden zuletzt im Jahr 2014 zwei Fälle der Erkrankung nachgewiesen. Dabei handelte es sich um atypische Fälle, die spontan entstehen. Weltweit treten vereinzelt immer wieder Fälle der Erkrankung aus. So ist aktuell in Brasilien ein Fall der atypischen BSE nachgewiesen worden, wie die Nachtrichtenagentur Reuters berichtet. Es handelt sich überhaupt erst um den 2. BSE-Fall, der in Brasilien nachgewiesen wurde.
Reuters.com


Innovationspreis soll mehr Tierwohl in den Stall bringen

Der Innovationspreis Tierwohl in der Nutztierhaltung der Initiative Tierwohl geht in die zweite Runde. Erst vor knapp 2 Monaten sind die ersten Gewinner für ihre innovativen Ideen und Projekte rund um die Schweine- und Geflügelhaltung ausgezeichnet worden. Landwirte, Experten aus der Praxis sowie Wissenschaftler können sich nun wieder mit ihren Konzepten und Projekten zur Verbesserung des Wohls von Schweinen und Geflügel im Stall, die bereits in die Praxis umgesetzt worden sind, bewerben. Im Rahmen einer Preisverleihung werden die vielversprechendsten Ideen von einem Beirat aus Wissenschaft, Wirtschaft und Fachverbänden prämiert. Noch bis zum 30. September 2019 können die Bewerbungen für den Innovationspreis 2020 eingereicht werden.
Initiative Tierwohl


31.05.2019

Bayerische Tierärzte weiter gegen Langstreckentransporte von Nutztieren

In Bayern sollen weiterhin keine Tiertransporte in Nicht-EU-Länder durchgeführt werden, sofern es keine Garantie für die Einhaltung der gesetzlich geforderten Ruhe- und Umladezeiten für die Tiere gibt. Dies zumindest fordern bayerische Tierärzte, wie Proplanta mitgeteilt hat. Gabriele Fuchs, Amtstierärztin des Landkreises Oberallgäu, hat im Vorfeld der bayerischen Tierärztetage erklärt, dass es in der Verantwortung der Amtstierärzte läge, die die Langstrecken-Transporte von Nutztieren an den sogenannten Sammelstellen abfertigen. Fuchs will zudem auf dem Tierärztetag dafür Werbung machen, dass Langstreckentransporte in Länder außerhalb Europas erst wieder genehmigt werden, wenn die von den Länderagrarministern im April vereinbarte Datenbank über Transportbedingungen und Schlachtpraktiken in Nicht-EU-Ländern aufgebaut sei. Die EU-Rechtsvorschriften, die festlegen, dass die Tiere ordnungsgemäß gefüttert, getränkt und nach einem längeren Transport vorübergehend entladen werden, würden oftmals nicht eingehalten. „Schaut man sich die GPS-Daten von Tiertransporten genauer an, dann befand sich die angebliche Entladestelle zum Ausruhen der Tiere in einem Wohngebiet, wo es weit und breit keinen geeigneten Stall für die Tiere gab“, kritisiert Fuchs. Sie fordert, dass entlang von Viehtransportrouten ausreichend zertifizierte Entlade-und Versorgungsstationen geschaffen werden müssten.
Proplanta


Anwachsende Nutria-Population im Landkreis Oldenburg beschäftigt Umweltausschuss

Die Zahl der Nutrias ist in den vergangenen drei Jahren rasant angewachsen. Seit im Jahre 2015 die ersten Tiere im Landkreis Oldenburg aufgetaucht sind, ist die Nutria-Population dort bereits auf 345 Tiere angestiegen (Stand 2018), wie die Nordwest-Zeitung (NWZ) berichtet. Die Nagetiere, die nach dem Zusammenbruch der Pelzindustrie in den 1990ern freigelassen worden waren und für enorme Schäden an Deichen und Flussmuscheln sorgen, beschäftigen zur Zeit den Umwelt- und Abfallwirtschaftausschuss des Landkreises, wie die NWZ berichtet. Als Maßnahme gegen das schnelle Anwachsen der Population wurde eine neue Falle vorgestellt, die von innen glatt und abgedunkelt ist und dem Jäger mittels eines Melders über den Fang informiert. Rund 100 dieser Fallen würden laut Verbandstechniker der Hunte-Wasseracht, Enno Kuhlmann, benötigt. Die Kosten für eine Falle betragen 380 Euro. Die Verwaltung erhielt abschließend den Auftrag, einen Vorschlag zu erarbeiten, inwiefern die Fallen mitfinanziert werden könnten.
NWZ


Petition sammelt mehr als eine Million Unterschriften gegen Käfighaltung

Der Verein gegen Tierfabriken hatte zusammen mit 170 Tier- und Umweltschutzorganisationen EU-BürgerInnen und -Bürger aufgerufen, die Petition „End The Cage Age-Käfighaltung beenden” zu unterschreiben. Am gestrigen Himmelfahrtstag konnte die Aktion bereits eine Million Unterschriften vorweisen. Initiator Georg Prinz erklärte stolz: “Eine Million Unterschriften sind ein riesiger Meilenstein und wir sind stolz, mit so vielen anderen Vereinen und Initiativen im Namen der Tiere zusammen zu arbeiten. Doch der Kampf um die Käfige ist noch lange nicht vorbei. Wir werden bis in den September weiter Unterschriften sammeln, um sicherzugehen, dass das neu gewählte Europäische Parlament versteht, wie wichtig dieses Anliegen seinen Bürger_innen ist! Gemeinsam fordern wir: End The Cage Age – beenden wir das Käfigzeitalter!” Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, das Leben von mehr als 300 Millionen landwirtschaftlichen Nutztieren, die europaweit noch immer in kargen und engen Käfigen leben müssen, zu verbessern. „Von allen Geräten und Maßnahmen, um Tiere unter menschliche Kontrolle zu bringen, sind Käfige eines der Schlimmsten. Es ist Zeit, dass wir uns als Gesellschaft weiter entwickeln und diese veraltete Praxis, Tiere hinter Gitterstäben zu halten, gemeinsam beenden. Ein Leben im Käfig ist kein lebenswertes Leben für ein Tier”, sagte Prinz abschließend.
Verein gegen Tierfabriken


29.05.2019

Klöckner legt Vorschlag zur Neuregelung der Kastenstandhaltung von Sauen vor

Das Oberverwaltungsgericht von Sachsen-Anhalt hat am 24. November 2015 die Kastenstandhaltung von Sauen in der aktuell möglichen Art und Weise verboten, da die Anforderungen des § 24 Absatz 4 Nummer 2 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) nicht erfüllt sind. Demnach muss ein zulässiger Kastenstand in der Breite künftig mindestens dem Stockmaß der Sau entsprechen oder sie muss die Gliedmaßen ohne Behinderung in die beiden benachbarten leeren Kastenstände durchstrecken können. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat nun einen Entwurf vorgelegt, der die Umsetzung des Urteils konkret regeln soll. „Mit unserem Verordnungsentwurf schaffen wir mehr Platz und Tierwohl im Stall. Gleichzeitig berücksichtigen wir aber auch die wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Schweine haltenden Betriebe", erklärte Klöckner. Der Entwurf der Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, der heute den Ländern und Verbänden vorgelegt wird, sieht eine Übergangsfrist von 15 Jahren vor. Nach 12 Jahren müssen die Betriebe ein verbindliches Konzept für die Umstellung vorlegen und ggf. einen Bauantrag gestellt haben. Im Einzelfall kann die Frist nach Prüfung durch die Behörden nochmals um zwei Jahre verlängert werden. Außerdem sollen die Kastenstände künftig größer sein und die Tiere weniger lange darin fixiert werden. Anstelle der aktuell zulässigen 35 Tage dürfen Sauen im Deckzentrum dann nur noch maximal 8 Tage im Kastenstand fixiert werden. Außerdem muss die Mindestbreite des Kastenstands der Widerristhöhe der Tiere abzüglich ca. 17 Prozent entsprechen. Die Länge muss fortan 220 cm anstatt der aktuell vorgeschriebenen 200 cm betragen. Im Abferkelbereich dürfen die Sauen nach der Übergangszeit nur noch maximal 5 Tage fixiert werden. Aktuell sind es 35 Tage. Zudem muss dann in der Abferkelbucht eine für die Sau uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche von mindestens 5 m² zur Verfügung stehen. Die Sau muss sich ungehindert umdrehen können.
BMEL


Weltweite Initiative zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest

Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) hat im Rahmen ihrer 87. Generalversammlung angekündigt, eine globale Initiative zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ins Leben zu rufen. Die aktuelle, weltweite Verbreitung und die dadurch entstehenden wirtschaftlichen Schäden seien verheerend und müssten unbedingt eingedämmt werden. Die Initiative wird gemeinsam mit der FAO gestartet und wird das von OIE und FAO bereits im Jahr 2004 gegründete "Global Framework for the Progressive Control of Transboundary Animal Diseases" nutzen. In Europa wurden unter diesem Dach bereits 2014 regionale Expertengruppen installiert. Zuletzt fand dies auch in Asien und Amerika statt. Zudem ruft die OIE ihre Mitgliedsstaaten auf, Programme zur Prävention, zur Früherkennung und auch zur Kompensation von Verlusten im Falle eines Ausbruchs aufzulegen. Weiterhin sollte unbedingt auf die Einhaltung von Hygienmaßnahmen geachtet und die Bewegung von Tieren kontrolliert werden. Besonders der Kontrolle von Wildschweinepopulationen kommt eine besondere Bedeutung zu. Die OIE verweist darauf, dass es aufgrund der komplexen Epidemiologie der Erkrankung notwendig ist, dass alle beteiligten Sektoren an der Bekämpfung teilnehmen. Dazu gehören neben den Veterinärbehörden auch die Grenzüberwachungsbehörden, der Bereich der Schweineproduktion, Universitäten, die Forstbehörden, Jagdvereinigungen und auch Tiertransportorganisationen. Aller Euphorie zum Trotz, werden noch einige Jahre ins Land gehen, bevor möglicherweise ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht.
Webseite der OIE Generalversammlung
Agrarheute.com


Weltmilchtag: Gefährliche Keime in Rohmilch und Rohmilchkäse

Am 1. Juni ist Weltmilchtag. Diesen Tag hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin zum Anlass genommen, über unterschiedliche Angebotsformen von Milch und die damit verbundene Keimbelastung zu informieren. Bakterien in Rohmilch können unter Umständen schwere Erkrankungen verursachen, da diese nicht über 40 °C erhitzt wird. In bis zu 4 % der Proben von Rohmilch wurden die Krankheitserreger Campylobacter spp., Listeria monocytogenes und shigatoxin-/verotoxinbildenden Escherichia coli (STEC/VTEC) nachgewiesem. Verbrauchern wird geraten, Rohmilch grundsätzlich vor dem Verzehr zu erhitzen. Auch in Rohmilchkäse wurden in bis zu 1,6 % der Proben Keime wie Salmonella spp., STEC/VTEC und Listeria monocytogenes nachgewiesen. Milch und Milchprodukte werden von den Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer auf Erreger untersucht. Infektionen mit Salmonellen und Campylobacter führen meist zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen. Listeria monocytogenes können Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen verursachen und sogar zum Tode führen. Daher sollten Kleinkinder, ältere und immunsupprimierte Menschen sowie Schwangere auf nicht wärmebehandelte Rohmilch und Rohmilchkäse verzichten.
BVL


28.05.2019

Neue Schweineställe für mehr Tierwohl durch Virtuellen Stall der Zukunft

Aufgrund der gegenüber der Massentierhaltung immer kritischer werdenden Gesellschaft müssen neue, gesellschaftlich akzeptierte, praktisch realisierbare und finanzierbare Haltungskonzepte für Nutztiere entwickelt werden. Dies ist eines der Ziele des Projektes „Stall der Zukunft“, das vom BMEL gefördert wird. Erste Ergebnisse bzw. Antworten wurden am 27. Mai 2019 im BMEL in Berlin vorgestellt. Ziel des Projektes unter Federführung der Universität Göttingen war und ist es, losgelöst von bisher verbreiteten Systemen, einen wissenschaftlich begleiteten Diskurs zur Entwicklung innovativer Stallkonzepte für die Schweinehaltung anzustoßen. Es beteiligten sich Wissenschaftler, Stallbauplaner, innovative Landwirte, Verbraucher und Künstler an der Ideenentwicklung für eine zukunftsfähige Schweinehaltung – von der Sauenhaltung, der Ferkelaufzucht bis hin zur Mast. Bestehende Systeme wurden optimiert oder neu gestaltet. Das Besondere: um eine schnelle, flexible und kostengünstige Planung von Stallkonzepten zu ermöglichen, wurde das Projekt als „virtueller“ Stall der Zukunft angelegt. Das bedeutet, dass dank der simultanen und später IT-gestützten Umsetzung und Bewertung der entwickelten Stallbaukonzepte keine Testbetriebe eingerichtet werden mussten. Außerdem kann rasch und dynamisch auf etwaige gesellschaftliche oder bauliche Entwicklungen eingegangen werden. Denn, den Stall der Zukunft gibt es nicht. Die entwickelten Varianten müssen den jeweiligen betrieblichen und regionalen Besonderheiten angepasst werden. Die Ergebnisse sind auf der Webseite des BMEL zusammengefasst.
BMEL


Deutschland erzielt Abkommen mit Spanien zum Kälberhandel aus Restriktionsgebieten

Ebenso wie mit den Niederlanden und Italien hat sich Deutschland nun auch mit Spanien auf Kriterien zum Handel mit Rindern aus Blauzungen-Restriktionsgebieten geeinigt. Wie dasBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mitteilte, tritt das entsprechende Abkommen am 03. Juni 2019 in Kraft und regelt den Handel mit unter 70 Tage alten Kälbern. Es wurde vereinbart, dass fortan Kälber auch ohne vorherige PCR-Untersuchung nach Spanien verbracht werden können, sofern das Muttertier aus einem geimpften Bestand kommt und vor der Belegung geimpft wurde. Wurde die Impfung der Mutterkuh erst während der Trächtigkeit durchgeführt, muss das Kalb innerhalb von sieben Tagen vor dem Export nach Spanien mittels PCR auf das Blauzungenvirus getestet werden. Stammt das Kalb von einer ungeimpften Kuh ab, muss das Kalb mindestens 14 Tage vor dem Handel mittels PCR negativ getestet werden. Außerdem muss das Kalb von der Untersuchung bis zur Verbringung zusätzlich durch ein Insektizid gegen Neuinfektionen geschützt werden.
BMEL


Besorgniserregend hohe Antibiotika-Werte in Flüssen

Weltweit konnten in verschiedenen Flüssen besorgniseregend hohe Antibiotika-Konzentrationen festgestellt werden, wie aus einer Studie unter Leitung der University of York (Großbritannien) hervorgeht. Die Forscher hatten dabei eine Analyse für 14 der am häufigsten verwendeten Antibiotika in 72 Ländern durchgeführt. Insgesamt fanden sie an 65 Prozent der mehr als 700 untersuchten Standorte Antibiotika-Rückstände in den Flüssen, besonders betroffen waren dabei Asien und Afrika. So konnte z.B. das Antibiotikum Metronidazol sowohl in der britischen Themse als auch in einem Standort in Bangladesch nachgewiesen werden. Dabei fand sich in Bangladesch eine um 170 Mal höhere Konzentration. Am häufigsten konnte Trimethoprim nachgewiesen werden. Es wurde an mehr als der Hälfte der untersuchten Standorte nachgewiesen. Insgesamt waren die Ergebnisse besonders in Bangladesch, Kenia, Ghana, Pakistan und Nigeria besorgniserregend. Grundsätzlich konnten verschiedene Risikofaktoren an den Standorten ermittelt werden. Dazu gehört die Nähe zu Abwasserreinigungsanlagen, Kläranlagen und Mülldeponien.
pte


Klimawandel bringt Malariamücken nach Europa

Der Klimawandel sorgt dafür, dass auch Malaria übertragende Mückenarten sich immer weiter in Richtung Norden ausbreiten und so auch den europäischen Raum besiedeln. In ihrer aktuellen Studie hat sich PD Dr. Elke Hertig, Geographin an der Universität Augsburg, mit dem Thema beschäftigt. Die Wissenschaftlerin hat ein Modell entwickelt, das das Vorkommen der Mücken in Europa bis zum Ende dieses Jahrhunderts vorhersagt. Demnach können vektorübertragende Krankheiten in Europa und dem Mittelmeerraum verstärkt vorkommen. Dazu zählt zum Beispiel die Malaria, die von Anopheles, einer Stechmücken-Gattung übertragen wird. Grund dafür sind die Veränderungen in Temperatur und Niederschlag, die die Ausbreitung der Malariamücken begünstigen. Laut des Modells, das sie am Montag im Bayerischen Landesamt für Umwelt in Augsburg im Rahmen der Vorlesungsreihe „Umweltschutz heute“ vorstellte, sind in Süd- und Südosteuropa die deutlichsten Zuwächse der Mückenpopulationen gegen Ende dieses Jahrhunderts zu erwarten. Nur in einzelnen Gebieten des Mittelmeerraums, für die sinkende Niederschlagsmengen vorausgesagt werden, wird das Mückenvorkommen sinken.
Universität Augsburg


Norbert Holthenrich ist neuer und alter Präsident des ZZF

Norbert Holthenrich wurde am vergangenen Wochenende als Verbandspräsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) in seinem Amt bestätigt. Die Delegierten aus den Fachgruppen Einzelhandel, Heimtierpflege im Salon, Heimtierzucht und -großhandel sowie Industrie und Großhandel wählten den Zoofachhändler ohne Gegenstimme. Einstimmig wurden auch Erhard Kaup und Eckard Lindemeier wiedergewählt und so in ihren Vorstandämtern bestätigt. Den Vorstand vervollständigen Katharina Engling und Melanie Schmidt als neu gewählte Mitglieder. Die nächste ZZF-Delegiertentagung ist für den 20. Juni 2020 anberaumt.
ZZF


27.05.2019

TV-Empfehlung: Report Mainz am Dienstag, den 28. Mai um 21.45 Uhr

In der neuen Folge von Report Mainz geht es um Tiertransporte nach Nordafrika, Asien und in den Nahen Osten und die „Schlupflöcher“, die sich die Exporteure suchen, um die EU-Transportverordnung zu umgehen. Denn nicht alle Bundesländer stoppen Tiertransporte in Drittstaaten außerhalb der EU bei Nichteinhaltung der Tiertransportverordnung. Iris Baumgärtner von der Animal Welfare Foundation berichtet über die Schlachtbedingungen der Tiere in den Drittstaaten.
Tierschutzbund Zürich
Report Mainz


Europäische Eierbranche besorgt über hohe Tierschutzstandards und fordert Importzölle für Drittländer

Die Haltungsformen von Legehennen sind in den Mitgliedsländern der EU recht unterschiedlich. Während die meisten Legehennen in Deutschland inzwischen in Bodenhaltung gehalten werden, müssen EU-weit noch 53 Prozent der Tiere in ausgestalteten Käfigen leben. Und trotzdem treibt die europäische Eierbranche die Sorge um, dass die "hohen EU-Standards" bei Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz sowie Arbeitsbedingungen durch Importe aus Ländern mit deutlich niedrigeren Standards unterlaufen werden. Aus diesem Grunde seien Importzölle für beispielsweise Einfuhren aus der Ukraine zum Schutz des europäischen Binnenmarktes und seiner hohen Standards bei der Erzeugung von Eiern unverzichtbar, so die Meinung der etwa 50 Experten, die sich zur Generalversammlung der EUWEP, dem europäischen Branchenverband für die Eiererzeugung und den Handel mit Eiern und Eiprodukten, in der vergangenen Woche in Berlin getroffen haben.
ZDG


Backhaus kündigt neue Biber-Verordnung an

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus plant für Ende 2019 eine Landesverordnung zur eventuellen Vergrämung oder Entnahme von Bibern. Das hat der Minister, der von einem weiteren Anstieg der Biberpopulation ausgeht, Ende vergangener Woche verkündet. Grund dafür sei die wachsende Zahl der Konflikte, die durch die Tiere verursacht werden. Im letzten Jahr wurden dem Landesverband der Wasser- und Bodenverbände nach eigenen Angaben rund 1.100 Probleme wie beispielsweise Überschwemmungen von landwirtschaftlichen Nutzflächen, Wegen, Straßen und Bahntrassen durch den Anstau von Gräben und Bächen gemeldet. Zudem wurden wichtige Hochwasserschutzanlagen beschädigt. „Der Trend ist eindeutig und verlangt nach praktikablen Maßnahmen“, kommentierte Backhaus. „Für die Art Biber ist der günstige Erhaltungszustand bei uns im Land gegeben. Im Falle fehlender zumutbarer Alternativen ist die Vergrämung oder Entnahme von Bibern insbesondere in Risikogebieten, wie Stau- und Hochwasserschutzanlagen, öffentlichen Verkehrsadern, Kläranlagen oder Fischteichanlagen, möglich, ohne dass sich der Erhaltungszustand der Population verschlechtert. Dies soll mit der geplanten Verordnung klargestellt und untersetzt werden“, so der Minister weiter. Ziel der neuen Biber-Verordnung sei es letztendlich, ein friedliches Nebeneinander von Bibern und Landnutzern zu erreichen.
Regierung Mecklenburg-Vorpommern


Hessen fördert Auswilderung und Nachzucht von Feldhamstern

Am vergangenen Freitag (24.5.2019) hat das hessische Umweltministerium fünf Feldhamster ausgewildert, um die Population der vom Aussterben bedrohten Tiere zu stärken. „Von ehemals 58 Feldhamstergebieten in Hessen sind nur noch 26 nachweislich von Feldhamstern besiedelt. Um ihre Population zu stärken, entlassen wir heute fünf Feldhamster in die Freiheit“, sagte Umweltministerin Priska Hinz am Freitag. „Damit stärken wir die Artenvielfalt und leisten einen Beitrag zur Biodiversitätsstrategie, die wir engagiert umsetzen müssen. Denn der Weltbiodiversitätsrat hat gerade wieder verdeutlicht, wie dramatisch das Artensterben auf der ganzen Welt voranschreitet“, so die Ministerin weiter. Das Schutzprogramm „Förderung der Leitarten der Feldflur“, das das Land im letzten Jahr gestartet hat, unterstützt Landwirte mit finanziellen Mitteln, um die Lebensräume des gefährdeten Nagetiers zu stärken, indem Getreide- oder Stoppelstreifen sowie rechteckige Flächen mitten im Feld stehen gelassen werden. Zudem wurde eine Feldhamsterstation zur Nachzucht aufgebaut. Für den Schutz des Feldhamsters hat das Land Hessen gut eine Million Euro zur Verfügung gestellt. „Die Feldhamsterstation in der Fasanerie Wiesbaden konnte mit Mitteln aus der Umweltlotterie GENAU in Höhe von 9.000 Euro errichtet werden. Dort haben die Feldhamster überwintert, die wir heute freilassen“, erklärte Hinz abschließend.
Umweltministerium Hessen


Botswana: Elefanten dürfen wieder gejagt werden

Trotz Bestandsrückgang der Elefanten in Afrika lässt Botswana die Jagd auf die Tiere wieder zu. Das 2014 unter Präsident Ian Khama erlassene Jagdverbot in dem südafrikanischen Binnenstaat, in dem mit mehr als 130.000 Tieren ein Drittel aller Elefanten in der Savanne leben, ist damit aufgehoben, wie National Geographic berichtete. Ein Komitee bestehend aus lokalen Behörden, Nichtregierungsorganisationen, Forschern und Industrierepräsentanten hat den Beschluss gefasst, da sich unter anderem das Verbreitungsgebiet der Elefanten in Botswana dramatisch vergrößert hat und problematische Tiere in einer einzigen Nacht eine ganze Ernte zerstören können. „Der allgemeine Konsens der Befragten war, dass das Jagdverbot aufgehoben werden sollte“, heißt es in der Erklärung. „Auf Grundlage dieser Sachverhalte hat die Regierung die Empfehlungen überdacht und ausgewertet und das Verbot aufgehoben.“ Die Aufhebung des Jagdverbots bedeutet jedoch nicht, dass Hobbyjäger Teile des erlegten Tieres auch in ihr Heimatland importieren dürfen. Zumindest in Deutschland und in den USA ist der Import von Körperteilen bedrohter Arten – zu denen auch der Elefant gehört – verboten, sofern keine ausdrückliche Genehmigung vorliegt.
National Geographic


24.05.2019

Kälberhandel soll trotz Blauzungenkrankheit erleichtert werden

Das Feststellen der Blauzungenkrankheit hat in den Restriktionsgebieten zu einem beschränkten Handel mit Rindern, vor allem mit Kälbern, geführt. So ist es aktuell für deutsche Landwirte schwierig bzw. nicht möglich, Mastkälber nach Italien oder in die Niederlande zur Weitermast zu verkaufen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium überlegt nun, die Auflagen für den Handel von Mastkälbern zu erleichtern. Bundesministerin Julia Klöckner dazu: „Die Risiken, die sich aus der Blauzungenkrankheit für unsere Landwirte und ihre Viehbestände ergeben, nehmen wir sehr ernst." Es sei aber auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung, den innergemeinschaftlichen Handel nur soweit wie nötig einzuschränken. Nämlich nur soweit, wie es für den effektiven Gefahrenschutz notwendig ist. "Mit den Niederlanden und Italien haben wir uns hierzu auf klare Kriterien verständigt und damit Erleichterungen für den Handel mit Kälbern und Rindern aus den Restriktionsgebieten erwirkt. Auch mit Spanien führen wir diese Gespräche intensiv, sind auf einem guten Weg und zuversichtlich, zeitnah eine Regelung für das Verbringen von Kälbern abzuschließen.“
BMEL


Klöckner für Haltungskennzeichnung auch bei verarbeiteten Eiern

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, dass auch bei Produkten, die verarbeitete Eier enthalten, die Haltungsform der Legehennen gekennzeichnet wird. Die Kennzeichnung von losen Eier ist seit Jahren gut eingeführt. Bei Produkten wie Nudeln oder gefärbten und vorgekochten Ostereiern ist eine solche Kennzeichnung bisher nicht notwendig. Dazu die Ministerin: „Beim Kauf etwa von Ostereiern, Frischei-Nudeln, eihaltigen Backwaren oder Mayonnaise geht diese Information jedoch verloren, da das Ei als weiterverarbeitet gilt. Hier setze ich mich für mehr Transparenz ein. Viele Lebensmittelhersteller geben zwar bereits freiwillig eine Kennzeichnung auf verarbeiteten Eiprodukten an. Besser wäre aber, die bestehende Kennzeichnungspflicht für unverarbeitete Eier auf alle Produkte, in denen Eier verarbeitet wurden, zu erweitern. Denn nur so kann auch in diesem Bereich eine bewusste und gut informierte Kaufentscheidung getroffen werden." Klöckner sieht als richtigen Ansatz hier eine Lösung auf EU-Ebene, für die sie sich zunächst einsetzen will. Sollte eine solche Lösung von der EU nicht gewünscht werden, wird sie die Problematik auf nationaler Ebene angehen.
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft


Projekt Nationales Tierwohl-Monitoring gestartet

Um eine verlässliche Datengrundlage zur Beurteilung des Tierwohls zu erhalten, wurde das Projekt "Nationales Tierwohl-Monitoring" gestartet, an dem das Johann Heinrich von Thünen-Institut, die Tierärztliche Hochschule Hannover, das Statistische Bundesamt, das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL), das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), die Universität Kiel und die Hochschule Osnabrück beteiligt sind. Es werden zwar bereits jetzt regelmäßig Daten zu einzelnen Aspekten des Tierwohls erhoben, diese ergeben aber kein vollständiges Bild, da nur bestimmte Produktionsrichtungen und Tierarten erfasst werden. Auch finden oftmals keine Tierwohl-bezogenen Auswertungen der Daten statt. Durch diesen Mangel an validen Informationen werden Diskussionen häufig unsachlich und nicht zielgerichtet geführt. Im Rahmen des Projektes sollen deshalb Grundlagen für ein regelmäßiges, indikatorengestütztes Monitoring erarbeitet werden. Letztlich soll daraus eine Berichterstattung über den Stand des Tierwohls erstellt werden. Hierfür werden geeignete tier-, management- und ressourcenbezogene Indikatoren für die wichtigsten Nutztierarten Rind, Schwein, Geflügel sowie Forellen und Karpfen aus Aquakultur ausgewählt und erprobt. Einbezogen werden die Bereiche Haltung, Transport und Schlachtung. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit drei Millionen Euro gefördert.
idw


23.05.2019

Deutsche Umwelthilfe für ihr Fischotter-Projekt in Thüringen gewürdigt

Auf der heutigen Abschlusstagung des aktuellen Förderprojekts der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hat Olaf Möller, Umweltstaatssekretär des Landes Thüringen, ihr Engagement für den Schutz des bedrohten Fischotters gewürdigt: „Mit dem Projekt konnten nicht nur Gefahrenstellen gefunden und Brücken umgebaut werden. Der schützenswerte Lebensraum des bedrohten Fischotters rückte wieder stärker in unser Bewusstsein. Gerade der enge Austausch mit Fischereiverbänden, aber auch Straßen- und Wasserbehörden hat das Projekt so erfolgreich gemacht. Es hat große Vorbildwirkung, wie auch das starke Interesse aus anderen Bundesländern an der heutigen Abschlusstagung zeigt. Mit der Deutschen Umwelthilfe haben wir einen starken Partner für den Fischotterschutz in Thüringen an unserer Seite.“ Die DHU unterstützt das Land mit dem Umbau von 23 Brücken, damit die Tiere ihre Wege ohne Gefahren durch den Straßenverkehr fortsetzen können.Von den Umgestaltungsmaßnahmen können auch zahlreiche Tierarten wie Iltisse, Dachse, Biber und andere Kleintiere profitieren und sich auch außerhalb von Schutzgebieten sicher durch die Landschaft bewegen.Der Bundesgeschäftsführer der DUH, Sascha Müller-Kraenner, erläutert: „Wir haben in Thüringen seit 2012 an 1680 Brücken die Durchgängigkeit überprüft, Gefahrenstellen identifiziert und gezeigt, wie man diese entschärft. In guter Zusammenarbeit mit den Naturschutz-, Wasser- und Straßenbaubehörden konnten wir bereits 23 Brücken umbauen, 5 weitere sind für 2019 noch in Planung. Inzwischen tragen wir die in Thüringen gewonnenen Erkenntnisse
Thüringen.de
DHU


Tierarzneimittelrückstände in der EU weiter auf niedrigem Niveau

Monitoring-Daten zu Rückständen von Tierarzneimitteln und Kontaminanten in Tieren und Lebensmitteln tierischen Ursprungs für das Jahr 2017 zeigen, dass die Sicherheitsniveaus in der EU in hohem Maße eingehalten werden. Wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mitteilt, wurden verbotene Substanzen nur in geringem Umfang nachgewiesen. Im Jahr 2017 lag der Prozentsatz der Proben, bei denen die Höchstgehalte überschritten wurden, bei 0,35 Prozent und damit im Bereich der vorherigen zehn Jahre. In dieser Zeit betrug der Anteil zwischen 0,25 und 0,37 Prozent. Für das Jahr 2017 wurden die Daten erstmals über die EFSA verarbeitet. Zuvor wurden die Daten direkt an die EU-Kommission übermittelt.
EFSA


Die ÖGT feiert 100-jähriges Bestehen

Die Österreichische Gesellschaft der Tierärztinnen und Tierärzte (ÖGT) konnte am 17. Mai 2019 ihren 100. Jahrestag feiern. Die offizielle Gründung der Gesellschaft, ursprünglich von Angehörigen der „Wiener Tierärztlichen Hochschule“ zur Förderung der Veterinärmedizin in all ihren wissenschaftlichen Fachgebieten gegründet, fand bereits am 1. Mai 1919 statt. Aber erst am 17. Mai desselben Jahres wurden die Satzungen durch die niederösterreichische Landesregierung in Kraft gesetzt. Seitdem fungiert die ÖGT als wichtiges Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis, ebenso lange ist sie mit der Vetmeduni Vienna verbunden. Neben der Präsentation von Forschungsergebnissen junger WissenschafterInnen stehen Fortbildungsveranstaltungen im Fokus der ÖGT.
Vetmeduni Wien


Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes bringt mehr Rechtssicherheit beim Umgang mit dem Wolf

Mit dem Beschluss zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes am gestrigen Mittwoch (22.5.2019) gewährt die Bundesregierung den Weidetierhaltern sowie den Naturschutzbehörden mehr Unterstützung und Rechtssicherheit unter Berücksichtigung des Artenschutzes. Bundesumweltministerin Svenja Schulz sagt dazu: „Hier ist ein vernünftiger Interessenausgleich gelungen, der Herdenschutz und Artenschutz in Einklang bringt. Die Bundesregierung steht zum europaweit vereinbarten Schutz gefährdeter Arten. Zugleich unterstützen wir die Schäferei, die für den Naturschutz unverzichtbar ist. Es wird künftig einfacher, Herden vor wiederholten Rissen zu schützen, aber der Wolf bleibt eine streng geschützte Tierart. Der Gesetzentwurf hilft dabei, die Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung in Deutschland zu ermöglichen. Wir haben auf die Sorgen vor Ort reagiert. Da, wo es ein Problem gibt, lösen wir es. Und da, wo es keines gibt, gilt der Artenschutz uneingeschränkt. Wölfe ohne guten Grund abzuschießen ist und bleibt ausgeschlossen." Wölfe, die wiederholt Weidetiere reißen, sollen nach dem geänderten Bundesnaturschutzgesetz schneller entnommen werden können. Der Weidetierhalter muss lediglich einen „ernsten“ Schaden und nicht wie bisher einen existenzgefährdenden Schaden nachweisen. Ein ausreichender Schutz der Weidetiere bleibt die Voraussetzung für Entschädigungen seitens des Bundes. Eine Änderung des Gesetzes verbietet zudem das Füttern von Wölfen.
BMU


Trotz gestiegener Milchpreise müssen immer mehr Betriebe aufgeben

Die letzte große Milchkrise ist drei Jahre her. Zahlreiche Milchbauern in Deutschland verschulden sich jedoch weiter, da die Erzeugerkosten nach wie vor höher sind als die erzielten Milchpreise. Als Folge dieser Entwicklung geben immer mehr Bauern ihre Höfe auf, wie Proplanta zu berichten weiß. Der Empfehlung der Politik, von konventioneller auf Bioproduktion umzustellen, folgen nur wenige Bauern, da hier die Erzeugerkosten noch höher sind und zudem die Nachfrage nach Biomilch seitens der Verbraucher nicht gleichzeitig mit dem Angebot wächst. „Wir haben Betriebe, die an einer Umstellung auf Bio interessiert sind, und keine Molkerei finden, die ihnen die Milch abnehmen würde“, erklärt Claus Schnakenberg, Agrarberater und Milchexperte im Bremer Umland. Geplante Kürzungen der EU-Agrarzuschüsse verschärfen die Situation zunehmend. „Den Strukturwandel in der deutschen Milchwirtschaft haben wir seit 70 Jahren, keine Politik hat das aufhalten können“, ergänzt Torsten Hemme, Direktor des Forschungsinstituts für Milchwirtschaft IFCN in Kiel. In Schleswig-Holstein habe sich die Zahl der Milchbauern seit den 50er Jahren mehr als halbiert, ein Trend, der sich auch in anderen europäischen Ländern zeige. „Das Problem ist, dass die Betriebe im Schnitt über die letzten fünf Jahre keine Vollkostendeckung erreichen“, fasst Schnakenberg zusammen. Als Folge der Verschuldung würden viele Milcherzeuger Liquiditätsprobleme bekommen.

Proplanta


22.05.2019

Tierarzneimittelmarkt stagnierte in 2018

Im vergangenen Jahr ist der Tierarzneimittelmarkt in Deutschland kaum noch gewachsen, wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) mitteilte. Demnach stieg der Umsatz nur leicht um 0,24 Prozent auf 813 Millionen Euro. Dabei zeigten die unterschiedlichen Marktsegmente deutlich unterschiedliche Entwicklungen. Der einzige Sektor, der noch ein Wachstum und hier sogar um sieben Prozent zeigte, war der Sektor der Pharmazeutischen Spezialitäten. Dagegen gab es im Bereich der Biologika, der Antiparasitika und der Antiinfektiva Umsatzrückgänge von 2,3, 3,2 bzw. 5,1 Prozent. Besondere Sorge bereitet Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT, dabei der Impfstoffmarkt. Die leicht positive Entwicklung des Impfstoffsegments aus dem Vorjahr hat sich nicht fortgesetzt. Vorbeugende Maßnahmen, wie Impfungen, wurden durch die verhaltene Stimmung in der Landwirtschaft nachteilig berührt. „Mit Sorge sehen wir die zurückhaltende Impfbereitschaft der Kleintierhalter. Viele ernste Infektionen werden durch regelmäßige Impfungen, die die Mehrheit der jeweiligen Tierpopulation wie Hunde oder Katzen erfassen, erfolgreich kontrolliert. Dies sollte nicht durch Impflücken gefährdet werden“, appellierte Schüller.
BfT e.V.


Anstieg der Tularämie seit 2014 beobachtet

Seit 2014 wird nach sporadischen Ausbrüchen der Hasenpest genannten Tularämie in den Jahren zuvor wieder ein deutlicher Anstieg von Krankheitsfällen bei Feldhasen beobachtet. Dies wird auch durch Untersuchungsergebnisse aus dem Staatlichen Tierärztlichen Untersuchungsamt Aulendorf - Diagnostikzentrum belegt. Man hat dies zum Anlass genommen, die Entwicklung im baden-württembergischen Regierungsbezirk Tübingen detailliert darzustellen. Dabei wird zunächst darauf verwiesen, dass in Deutschland nur die für den Menschen weniger stark pathogene Unterart Francisella tularensis ssp. holartica vorkommt. Der Erreger ist in der Natur mehr oder weniger stark verbreitet und kann auch unabhängig von Wirtstieren überdauern. Feldhasen versterben nach einer Infektion i.d.R. nach 1 bis 4 Tagen. Im Jahr 2014 wurde im Regierungsbezirk Tübingen bei 17 untersuchten Feldhasen in einem Fall die Tularämie nachgewiesen. Bis zum Jahr 2018 stieg die Zahl der Nachweise auf 10 Fälle bei 35 untersuchten Tieren. Im Regierungsbezirk Tübingen bilden der Bodenseekreis sowie der Landkreis Ravensburg einen Schwerpunkt.
Staatliches Tierärztliches Untersuchungsamt Aulendorf - Diagnostikzentrum


Bundesverwaltungsgericht verkündet im Juni Urteil zum Töten männlicher Küken

Das Bundesverwaltungsgericht hat ein Urteil über das Verfahren zur Zulässigkeit der Tötung männlicher Eintagsküken für den 13. Juni angekündigt. Das Verfahren basiert auf einer Anweisung des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums aus dem Jahr 2013. Damals hatte man die Veterinärämter angewiesen, die Tötung männlicher Eintagsküken zu untersagen. Verschiedene Unternehmen hatten daraufhin gegen diese Entscheidung Klage erhoben und vom Verwaltungsgericht Minden und vom Oberverwaltungsgericht Münster Recht bekommen. Die Gerichte hatten die Tötung als gesetzeskonform eingestuft. Daraufhin ist das Land weiter bis vor das Bundesverwaltungsgericht gezogen, das im Juni seine Entscheidung verkünden will. Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) hat im Vorfeld darauf verwiesen, dass aktuell bereits Alternativen zur Kükentötung zur Verfügung stünden. Sie forderte, dass die Tierquälerei schnellstmöglich gestoppt werde, da die Tötung mit den ethischen Grundsätzen des Tierschutzes nicht vereinbar sei.
inisterium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen


21.05.2019

Klöckner gegen Wiederzulassung bienenschädlicher Pflanzenschutzmittel

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat angekündigt, dass sie sich auf EU-Ebene gegen die Wiederzulassung des Pflanzenschutzmittels Thiacloprid einsetzen wird. Thiacloprid waren wie die beiden anderen Neonikotinoide Clothianidin und Imidacloprid wegen ihrer schädlichen Wirkung auf Bienen verboten worden. Die Mittel waren zuletzt nur noch bei Anwendung im Gewächshaus erlaubt. Die Zulassung für das Freiland wurde zurückgezogen.In Brüssel fand gestern eine erste Erörterung im zuständigen Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel, Sektion Pflanzenschutzmittelrechtsetzung über eine mögliche Wiederzulassung statt. Dazu die Ministerin: „Der Wirkstoff Thiacloprid gilt nach neuesten wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen als gesundheitlich bedenklich und schädlich für den Naturhaushalt, unter anderem auch für Bestäuber. Risikobewertungen der zuständigen Behörden verdeutlichen das. Meine Haltung war hier immer klar: Solche Wirkstoffe müssen vom Markt. Auf europäischer Ebene werde ich mich daher mit Nachdruck dafür einsetzen, dass dieses Neonikotinoid keine Genehmigung mehr erhält, seine Anwendung schnellstmöglich verboten wird."
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft


Interaktives Tool zeigt, wie Tiere und Insekten unsere Umwelt wahrnehmen

Wie sehen Tiere und Insekten unsere Welt? Diese Frage hat Lensbest, bekannt für den Online-Versand von Brillen und Kontaktlinsen, dazu geführt, ein interaktives Tool für die verschiedenen Perspektiven von Mensch und Tier zu schaffen. Dieses Tool zeigt, wie Tiere im Gegensatz zu uns Menschen die Umwelt wahrnehmen. Die unterschiedlichen visuellen Fähigkeiten führen demnach auch zu unterschiedlichen Wahrnehmungen.Das Tool gibt drei verschiedene Umgebungen vor, die wahlweise aus der Perspektive von Hund, Katze, Biene oder Schnecke gesehen werden können. Somit wird eine mannigfaltige Art und Weise enthüllt, wie die verschiedenen Spezies die Realität über Formen und Farben erfassen. „Die meisten Gattungen unseres Planeten können uns nicht auf die gleiche Weise sehen wie wir sie. Vor dem Hintergrund gefährdeter Biodiversität und des drohenden Aussterbens vieler Tierarten wollen wir Mitgefühl für Tiere und gleichermaßen Insekten sowie Verständnis für deren Beitrag zum Ökosystem erwecken“, kommentiert Janina Schäfer, Content Marketing Manager bei Lensbest. „Wir haben dieVerantwortung, Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, wie wir mit den Tieren und Insekten in unserer Umgebung interagieren. Wir hoffen, dass dieses Tool eine große Rolle dabei spielen wird, ein Bewusstsein für die unglaubliche Wahrnehmungsvielfalt der Tiere zu schaffen.“
Lensbest


Auffällig hohe Suizidrate unter europäischen Landwirten

Nach der Auswertung von Selbstmorden in den Jahren 2007 bis 2011 durch die staatliche französische Gesundheitsbehörde Santé Publique France (SPF) wurden alarmierende Zahlen veröffentlicht: demnach ist die Suizidrate bei Landwirten um 20 Prozent höher als in der restlichen Bevölkerung, bei Milcherzeugern sind es 30 Prozent mehr. Laut Informationen von Agrarheute führen niedrige Preise, steigende Kosten, die extremen Wetterlagen und der ökonomische Druck dazu, dass in Frankreich an jedem zweiten Tag ein Landwirt Selbstmord begeht. Der Verband der europäischen Landwirte und Genossenschaften (COPA-COGECA) fordert neben einer verbesserten finanziellen Unterstützung mehr gesellschaftliche Anerkennung des Berufsstandes, denn auch in anderen europäischen Ländern sieht die Situation kaum anders aus. Besonders kleine Betriebe seien durch die geplanten Kürzungen der EU-Mittel gefährdet. Auch in der Schweiz sorgen Zukunftsangst und Probleme mit der Nachfolgeregelung für ein hohes Selbstmord-Risiko bei Landwirten, das 37 Prozent höher ist als bei anderen Männern aus ländlichen Gegenden, wie eine Untersuchung der Universität Bern ergab. Benno Winkler vom Schweizer Netzwerk "Hofkonflikt" rät den Angehörigen: „Thema ansprechen, rasch Hilfe holen, nicht tabuisieren und nicht glauben, sie seien die einzigen."
Agrarheute


Österreich: Alarmierende Zahl von antibiotikaresistenten Keimen in Schweinefleisch

Die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) hat im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace Schweinefleisch aus dem österreichischen Handel auf antibiotikaresistente Erreger untersucht. In fünf von insgesamt vierzehn eingesandten Proben wurden gesundheitsgefährdende MRSA- oder ESBL-Keime gefunden. „Antibiotika-Resistenzen sind eine Gefahr für unsere Gesundheit. Mit dem belasteten Fleisch holen wir uns diese gefährlichen Keime bis zu uns nach Hause“, sagt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich. Greenpeace sieht den Grund für die Entstehung und Ausbreitung der gefährlichen Erreger in der Massentierhaltung, denn knapp 75 Prozent aller Antibiotika in der österreichischen Nutztierhaltung werden Schweinen verabreicht.Auch Umweltmediziner Hans-Peter Hutter sieht die Testergebnisse als Alarmsignal: „Immerhin handelt es sich bei den nachgewiesenen Keimen um wichtige humanpathogene Erreger, die oftmals die Ursache von höchst problematischen Krankenhausinfektionen sind.“
OTS


Bund plant bessere Entschädigung für Hobbyschäfer nach Wolfsrissen

Um den Abschuss von Wölfen künftig zu erleichtern, hat das Bundesumweltministerium einen Entwurf an Fachverbände versendet. Dieser Entwurf sieht neben einer Entnahme von Wolfshybriden auch vor, dass Hobbyschäfer entschädigt werden können, sofern diese einen „ernsten“ statt bisher „erheblichen“ landwirtschaftlichen Schaden durch Wolfsrisse nachweisen können. Zudem ist nach Rissen von Nutztieren der Abschuss einzelner Wölfe eines Rudels geplant, auch wenn keine genaue Identifizierung des Wolfes möglich ist, der gerissen hat. Wie Agrarheute berichtet, haben der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Jagdverband und weitere landwirtschaftliche Verbände das Aktinsbündnis „Forum Natur“ gegründet, um ihre Forderung nach einem aktiven Wolfsmanagement zu verstärken.
Agrarheute


20.05.2019

So positionieren sich die einzelnen EU-Parteien zu Tierversuchen

Anlässlich der Europawahl am 26. Mai 2019 hat der Verein Ärzte gegen Tierversuche e.V. hinterfragt, wie die einzelnen Parteien sich zum Thema Tierversuche positionieren. So hat sich die Europäische Volkspartei EVP, zu welcher auch die CDU/CSU gehören, dahingehend geäußert, dass die bestehenden Tierversuchsrichtlinien der Europäischen Union nur kleine Veränderungen bedürfen, wie zum Beispiel ein Verzicht auf Tierversuche, sofern die Sicherheit der Gesundheit trotzdem gegeben ist. Genmanipulationen von Tieren seien aber weiterhin unverzichtbar. Die Sozialdemokraten der EU sprechen sich zwar gegen Tierversuche mit Genmanipulationen aus, wollen aber weiterhin schwerst leidvolle Tierversuche nicht ausschließen. Die Abschaffung der Tierversuche sei aber ein langfristiges Ziel der Sozialdemokratischen Partei Europas, während die Europäische Linke sich klar für ein Verbot positioniert, sofern diese mit schweren und voraussichtlich lang anhaltenden Leiden für die Tiere verbunden sind und es keine tierfreie Ersatzmethode gäbe. Die Europäische Grüne Partei EPG (Die Grünen) hingegen stellt klar, dass Tierversuche schnell abgeschafft werden sollten und spricht sich für eine erhebliche Nachbesserung der EU- Tierversuchsrichtlinie aus. Die Partei Mensch, Umwelt, Tierschutz und die ÖDP fordern den völligen Verzicht auf Tierversuche. Eine Übersichtstabelle mit den Positionen der einzelnen Parteien zu Tierversuchen hat der Verein auf seiner Internetseite veröffentlicht.
Ärzte gegen Tierversuche


Pferden sind Empfindungen an den Augenfalten ablesbar

Zur besseren Einschätzung von tierischen Empfindungen hat sich ein Forscherteam der Universität Bern in einer Studie mit der Frage beschäftigt, ob sich sichtbare Emotionen bei Pferden wissenschaftlich nachweisen lassen. So fanden die Wissenschaftler um Studienleiterin Sarah Hintze heraus, dass sich positive wie negative Empfindungen des Pferdes an den Augenfalten des Tieres abmessen lassen, wie Wissenschaft.de berichtet. Für die objektive Bewertung von Ausprägung, Winkel und Anzahl der Augenfalten wurde zuerst eine Skala entwickelt. Als nächsten Schritt haben die Forscher Aufnahmen der Augen der Tiere im Zusammenhang mit angenehmen Erlebnissen wie menschlicher Zuwendung in Form von Kraulen oder Füttern und negativ behafteten Situationen wie Erschrecken oder Futterneid angefertigt. Das Ergebnis der Untersuchungen zeigte eine Vergrößerung der Winkel zwischen der obersten Falte und einer Horizontalen in einem offensichtlich unangenehmen Szenario. Die Wissenschaftler bezeichnen diese Veränderung als Sorgenfalten, denn in einer positiv behafteten Situation löst sich dieser Ausdruck deutlich auf.Anhand dieser Ergebnisse lassen sich zuverlässige Indikatoren für Leiden und Wohlbefinden bei Tieren etablieren.
Wissenschaft.de
IGN


Zum Weltbienentag 2019 - Baden-Württemberg intensiviert Maßnahmen zum Schutz der Bienen

Am heutigen Montag (20. Mai) wird der Weltbienentag begangen. Ziel dieses in 2018 erstmalig ausgerufenen Tages ist es, die Aufmerksamkeit auf Wild- und Honigbienen zu lenken und besonders hinsichtlich des drohenden Verlusts der Artenvielfalt auf die dringende Notwendigkeit ihres Schutzes hinzuweisen. „Der Schutz der biologischen Vielfalt ist eine globale Herausforderung, der sich alle gesellschaftlichen Gruppierungen stellen müssen. Mit seinem Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt übernimmt Baden-Württemberg Verantwortung, wenn es darum geht, unser Land vielfältiger, bunter und insektenfreundlicher zu gestalten“, erklärte Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg. Um den Lebensraum der Bienen zu schützen, hat das Land zahlreiche Maßnahmen umgesetzt.„Allein im Jahr 2018 sind im Rahmen des Agrarumweltprogramms FAKT von den Landwirten rund 16.000 Hektar Blühflächen angelegt worden. Das entspricht einer Fläche von mehr als 22.000 Fußballfeldern. Unsere Bauern stellen damit unter Beweis, dass Ihnen der Erhalt der Artenvielfalt wichtig ist“, sagte Hauk weiter. Diese Blühflächen dienen den Wildbienen, aber auch anderen Insekten, als Nahrungs- und Rückzugsfläche.Bereits begonnene Maßnahmen sollen fortgeführt und ausgeweitet werden. „So haben wir beispielsweise erst vergangene Woche den Landeswettbewerb ‚Baden-Württemberg blüht‘ vorgestellt, mit dem wir die verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen mit ihren sehr guten Projekten quer über das Land ansprechen“, so der Minister abschließend.
MLR Baden-Württemberg