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23.06.2017

Dr. Gerfried Zeller im Amt des 1. Vorsitzenden des des Fördervereins des FLI bestätigt

Auf der Insel Riems haben sich im Rahmen der 26. Mitgliederversammlung des Fördervereins des Friedrich-Loeffler-Instituts der neue und der alte Vorstand getroffen. Herr Dr. Gerfried Zeller, der erneut in seinem Amt als 1. Vorsitzender bestätigt wurde, begrüßte besonders herzlich Herrn Dr. Dieter Lütticken als Gründungsvorsitzenden und Mit-Initiator des Fördervereins. Auf Initiative von Dieter Lütticken wurde in den 80er Jahren die Idee der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern an der damaligen Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten in Tübingen und dem späteren Friedrich-Loeffler-Institut geboren und in die Tat umgesetzt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde zudem über die erfreulich wachsenden Mitgliederzahlen berichtet, über die Jahresplanung und eine erforderliche Beitragsanpassung beraten sowie aktuelle Entwicklungen am Friedrich-Loeffler-Institut vorgestellt. Einen weiteren Höhepunkt stellte die Verleihung der Förderpreise des Fördervereins des Friedrich-Loeffler-Instituts an sieben Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen für herausragende akademische Abschlussarbeiten am FLI dar.
Foederverein FLI


Online-Datenbank für geprüfte Desinfektionsmittel

Die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) hat eine öffentlich zugängliche Online-Datenbank für geprüfte Desinfektionsmittel für Tierhaltung, Lebensmittelbereich sowie Tierarztpraxen und Tierheime freigeschaltet. Verbraucher, Tierhalter, Tierärzte, in der Lebensmittelproduktion Tätige sowie weitere Interessierte können dort Informationen zu wirksamen Desinfektionsmitteln für die jeweiligen Anwendungsgebiete abrufen. Die Listen bzw. Datenbankeinträge sind mit einem hohen Gebrauchswert für die Anwender verbunden, die darin sicher wirksame Desinfektionsmittel mit den jeweiligen spezifischen Anwendungsbedingungen (Konzentration, Einwirkungszeit, Anwendungstemperatur, Verschmutzungsgrad und Erregerspektrum) finden können.
DVG-Liste der Desinfektionsmittel


Borna - Häufung in Oberösterreich

In Oberösterreich ist es zu einer Häufung von Fällen der Bornaschen Krankheit bei Pferden gekommen, wie die Veterinärmedizinische Universität Wien mitteilt. Bisher gab es in Österreich nur wenige Fälle der Erkrankung bei Pferden. in den letzten zwei Jahren sind allerdings in einer oberösterreichischen Region vier Pferde an dem Virus verstorben. Da die Spitzmaus aktuell der einzig bekannte Zwischenwirt für das Virus ist, wurden Untersuchungen in der lokalen Spitzmauspopulation durchgeführt. Dort konnte eine Häufung des Virus bei den Mäusen festgestellt werden. Die Forscher konnten dabei das Virus auch in einer Waldspitzmaus nachweisen. Diese Art galt bislang nicht als möglicher Träger des Virus. Ob es sich hier um einen Einzelfall handelt oder die Waldspitzmaus in die Reihe der Virusträger eingruppiert werden muss, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Die genetische Untersuchung der isolierten Viren brachte zudem eine weitere Überraschung. Auf Grund der räumlichen Nähe hätte man vermuten können, dass die Viren mit Bornaviren aus Bayern am nächsten verwandt sind. Dies war jedoch nicht der Fall. Stattdessen ähneln die Viren am meisten einem Stamm aus Rheinland-Pfalz.
Veterinärmedizinische Universität Wien
Mehr Informationen über Borna


22.06.2017

Untersuchungsausschuss für Bayern-Ei-Skandal

Der europaweite Lebensmittelskandal mit Salmonellen-infizierten Eiern aus Niederbayern soll im kommenden Untersuchungssausschuss gründlich angegangen werden. Die Opposition im bayerischen Landtag reichte dazu mehr als 350 Fragen ein. Im Sommer 2014 waren in mehreren europäischen Ländern Menschen durch den Verzehr von Eiern der Firma Bayern-Ei an Salmonellose erkrankt. Mindestens ein Todefall war dabei zu verzeichnen gewesen. Mit dem bald startenden Untersuchungsausschuss wolle man eine nachhaltige Wirkung entfalten, sagte Rosi Steinberger (Bündnis 90/Die Grüne). Es müsse festgestellt werden, wer die politische Verantwortung für den Skandal übernehme. Sie sagte, es sei durchaus möglich, dass am Ende der Untersuchung stehen werde, dass die bayerischen Schutzinstrumente allesamt versagt hätten. Die Firma Bayern-Ei darf trotz staatsanwaltlicher Ermittlungen gegen gegen mehrere Mitarbeiter, den Eigentümer und Behördenvertreter wieder Eier ausliefern. Florian von Brunn (SPD) sagte dazu: "Es geht hier nicht nur um einen Salmonellenausbruch, ausgelöst durch den größten Eierproduzenten in Bayern, sondern um einen Lebensmittelskandal in ganz Europa."
proplanta


Grüne kritisieren Entwurf für Naturschutzgesetz

Der Entwurf für die Gesetzesnovelle des Bundesnaturschutzgesetzes, welche durch die große Koalition geplant ist, löst bei der Partei Bündnis 90/Die Grünen Kritik aus. Parteimitglied Steffi Lemke sagte: "Damit versagt die Bundesregierung dabei, dem Hauptverursacher des Artensterbens, der industriellen Landwirtschaft, einen Riegel vorzuschieben." Somit sei der Entwurf unzureichend. Begrüßt werde jedoch, dass beim Meeresschutz kurz vor der Verabschiedung ein Vetorecht für andere Ministerien gestrichen wurde. Lemke meint, dass Wirtschaftsinteressen sonst über dem Meeresschutz gestanden hätten und verfolgt damit die Meinung, welche auch viele Umweltverbände im Vorfeld geäußert hatten. Die Gesetzesnovelle soll am Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden.
proplanta


Infektiöse Anämie der Einhufer in Nordrhein-Westfalen

In einem Reitstall im Düsseldorfer Ortsteil Kalkum wurde die Ansteckende Blutarmut der Einhufer (EIA) bei einem Pferd amtlich nachgewiesen. Das infizierte Tier wurde isoliert und ein Sperrgebiet errichtet. Dieses umfasst derzeit acht Pferdehalter mit 165 Einhufern. Eine amtliche Untersuchung dieser Tiere wurde angeordnet. Die betroffenen Pferdehalter dürfen ihre Tiere nicht transportieren, die Teilnahme an Reitveranstaltungen wurde untersagt. Veranstaltungen wie Märkte oder Ausstellungen dürfen im Sperrbezirk nicht durchgeführt werden. Die Infektiöse Anämie der Einhufer ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung und wird durch blutsaugende Insekten wie Pferdebremsen übertragen. Die Behandlung der Erkrankung ist nicht möglich und verboten. Anfang Juni wurde die EIA bereits bei einem Tier in Niedersachsen festgestellt.
Neue Ruhr Zeitung
Laves


21.06.2017

Förderung der Bioland­wirt­schaft als Antibiotika-Reduktionsprogramm

Am heutigen Dienstag sind die Testergebnisse zu resistenten Keimen auf Fleisch in Österreich veröffentlicht worden. Aus diesem Anlass fordern die Grünen in Österreich eine ambitionierte Bio-Strategie, um die Resistenzen weiter zu reduzieren. "Antibiotika-Resistenzen sind eine weltweite Gesundheitsbedrohung, hier besteht großer Handlungsbedarf. Auch wenn der Test nur als Stichprobe gewertet werden kann, ist klar: Wir benötigen in Österreich eine aktive Antibiotika-Strategie zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen. Der Ausbau der Bio-Landwirtschaft wäre dafür ein wichtiger Beitrag“, erläutert Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen. "Die besseren Haltungsbedingungen, zum Beispiel die geringere Besatzdichte, senken das Krankheitsrisiko. Das ist nicht nur gut für das Tier, sondern auch für den Menschen, weil dadurch weniger Medikamente zum Einsatz kommen“, betonte er.
Gruene.at
Antibiotikaminimierung im Stall für Tierärzte


Klimawandel könnte Bedingungen für Tropenviren in Europa entscheidend verbessern

Wissenschaftler der Universität Bayreuth und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) haben am Beispiel des Chikungunya-Virus ermittelt, wie sich Tropenviren weltweit weiter ausbreiten können, wenn der Klimawandel sich ungebremst fortsetzt. Der Klimawandel hat dabei besonders zwei wichtige Aspekte, die für die weitere Ausbreitung der Viren von Bedeutung sind. Einerseits ermöglichen steigende Temperaturen den Mücken, die das Virus übertragen, sich weiter auszubreiten. Andererseits sorgen steigende Temperaturen dafür, dass die Viren sich innerhalb der Mücken besser entwickeln können. Beides trägt zur intensiveren Ausbreitung der Viren bei. Heute kommt Chikungunya vor allem in den Tropen vor. Anhand zweier Weltkarten - einmal heute und einmal im Jahr 2100 - zeigen die Wissenschaftler eindrucksvoll, dass sich das Virus bei ungebremstem Klimawandel faktisch die ganze Erde als Lebensraum erobern könnte. In diesem Fall würde dann vermutlich auch das Infektionsrisiko sowie die Zahl der Krankheitsfälle weltweit steigen.
Universität Bayreuth


Domestikation der Hauskatze hat ihren Ursprung in Ägypten und im Nahen Osten

Die Domestikation der Hauskatze hat in zwei Regionen der Erde stattgefunden. Einmal in Ägypten und einmal im Nahen Osten. Das ergab eine Erbgutanalyse eines internationalen Wissenschaftlerteams. Die ältesten untersuchten Proben sind etwa 9.000 Jahre alt, die jüngsten stammen aus dem 19. Jahrhundert. Dies zeigt, dass sich Katzen schon vor fast 10.000 Jahren dem Menschen angeschlossen haben. Die im Nahen Osten entstandene Hauskatzen-Linie breitete sich bereits etwa 4400 Jahre vor Christus bis nach Europa aus. Später waren es vor allem die ägyptischen Katzen, die zur Zeit der Griechen und Römer entlang der Handelsrouten im Mittelmeergebiet bis nach Europa kamen. "Vermutlich sind viele Katzen an Bord von Handelsschiffen mitgenommen worden, um Ratten und Mäuse in Schach zu halten“, sagt Professor Joris Peters, Inhaber des Lehrstuhls für Paläoanatomie, Domestikationsforschung und Geschichte der Tiermedizin der LMU. Vor Ort mischten sich die zugereisten Katzen mit einheimischen Wildkatzen, sodass es zu zahlreichen Hybridisierungen kam. Beispiele zeigen dabei eine zeitliche Streuung derartiger Vermischungen. Eine Genmutation etwa, die für ein typisches gestromtes Fellmuster verantwortlich ist und das bei europäischen Hauskatzen heute sehr häufig vorkommt, entstand erst im Mittelalter. Die Forscher vermuten daher, dass die Domestikation der Hauskatze zunächst ihr Verhalten beeinflusste, und weniger ihre äußeren Merkmale.
LMU München


20.06.2017

Amerikanische Faulbrut im Landkreis Görlitz nachgewiesen

Im Landkreis Görlitz in Sachsen ist bei Bienen die anzeigepflichte Amerikanische Faulbrut festgestellt worden. Um die betroffenen Bienenvölker in Großschönau wurde entsprechende der Vorschriften ein Sperrbezirk eingerichtet, wie das Landratsamt am Donnerstag mitteilte. Dann wird versucht, die Bakterien in den betroffenen Völkern zu bekämpfen, da sie zum Absterben der Bienenlarven führen. Da die erwachsenen Bienen die Bakterien verbreiten können, dürfen alle im Sperrbezirk lebenden Bienenvölker nicht von ihrem Standort entfernt werden. Zudem erfolgt nun eine amtliche Untersuchung der Bienenvölker innerhalb des Sperrbezirkes.
Landkreis Görlitz


Pferdesteuer in Schleswig-Holstein ruft Widerstand an allen Fronten hervor

Während der überwiegende Teil der Gemeinden bislang auf eine Pferdesteuer verzichtet, hat sie die Gemeinde Tangstedt im Kreis Stormarn nun als erste Gemeinde in Schleswig-Holstein eingeführt. Ab 1. Juli 2017 muss der Halter eines Pferdes 150 Euro im Jahr pro Pferd zahlen. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, droht dem Tierhalter wegen einer Ordnungswidrigkeit eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro. Die zahlreichen Gegner der Pferdesteuer kündigten inzwischen eine Sammelklage gegen die Rechtmäßigkeit der Abgabe an. Aber auch von Seiten der Landesregierung regt sich Widerstand gegen die Pferdesteuer, wurde doch im neuen Koalitionsvertrag vereinbart, keine Steuer auf Sportarten zu verhängen - dazu gehört unbestritten auch der Reit- und Fahrsport. Die Gemeinde argumentiert jedoch, es werde nicht der Sport besteuert, sondern das Halten eines Pferdes. Deshalb sei auch der Pferdehalter zur Zahlung der Steuer verpflichtet und nicht der Reiter.
NDR


Neuer Ebola-Impfstoff vermittelt lang anhaltende Immunität bei guter Verträglichkeit

Die randomisierte Phase-I-Studie eines neuen Ebola-Impfstoffs hat sehr vielversprechende Ergebnisse geliefert. Zum einen vertrugen die 40 Testpersonen die Impfung sehr gut, zum anderen blieb die Menge an Antikörpern sechs Monate nach der Immunisierung immer noch auf einem konstant hohen Niveau. "Alle drei Dosierungen des VSV-Impfstoffes wurden von den Teilnehmern gut vertragen." Die Ergebnisse der Studie wurden im "Canadian Medical Association Journal" veröffentlicht. Derzeit werden weltweit mehrere Impfstoffe gegen Ebola in laufenden oder gerade beendeteten Studien der Phase I, II und III getestet. Der VSV-Ebola-Impfstoff wurde vom Canadian National Microbiology Laboratory der Public Health Agency of Canada entwickelt.
pte


19.06.2017

bpt kritisiert GOT-Anpassung

Das Bundeskabinett hat in der vergangenen Woche einen vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vorgelegten Entwurf zur Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) beschlossen. Dieser sieht die pauschale Erhöhung der Gebühren um 12 Prozent vor. Zudem sollen die Sätze für die Bestandsbetreuung bei Nutztieren um 30 Prozent angehoben werden. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) weist daraufhin, dass trotz fachlicher Einwände von Tierärzteverbänden eine Öffnungsklausel für die Kastration freilebender Katzen enthalten ist. Dies darf nur erfolgen, wenn die Leistung für eine Organisation erbracht wird, die im Hinblick auf die Förderung des Tierschutzes als gemeinnützig anerkannt ist. Sollte der Bundesrat die neue GOT bereits auf seiner nächsten Sitzung Anfang Juli beschließen, könnte die Verordnung noch im Sommer in Kraft treten.
bpt


NRW ist offiziell BHV1 frei

Nordrhein-Westfalen ist seit dem Beginn der vergangenen Woche offiziell frei vom Rinderherpesvirus vom Typ 1 (BHV1). Dies gilt nach der Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses der EU im Bundesanzeiger. In dem Beschluss werden die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln als BHV1-frei anerkannt. Damit ist Nordrhein-Westfalen komplett frei von dieser Tierseuche. Mit der Anerkennung der BHV1-Freiheit kommt es für diese Regierungsbezirke zu Erleichterungen bei der Vermarktung und beim Handel mit Rindern. Da in der EU noch nicht alle Länder frei von dem Virus sind, wird dazu geraten, nur Rinder mit einer entsprechenden Bescheinigung einzustallen.
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen


H5N8 in drei Kleinbetrieben in Belgien

Belgien hat in der vergangenen Woche drei Fälle der Aviären Influenza mit einem hoch pathogenen Virus vom Typ H5N8 an die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) gemeldet. Die drei Betriebe finden sich über das ganze Land verteilt und hatten jeweils zwischen 25 und 43 Tiere. All Tiere der Betriebe wurden mittlerweile getötet, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern.
OIE


16.06.2017

Arzneimittelmarkt spiegelt schwierige Lage der Nutztierhalter wider

Im Tierarzneimittelmarkt ist im Jahr 2016 ein Umsatz von insgesamt 788 Millionen Euro erzielt worden und damit um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Allerdings lassen sich deutliche Unterschiede zwischen dem Nutztiermarkt und dem Hobbytiermarkt erkennen, vor allem beim Wachstum. Hier waren Zuwächse von Produkten zur Anwendung am Ohr, gegen Hautkrankheiten, Antiparasitika und für das alternde Tier zu vermerken sowie die Einführung neuer Kaninchenimpfstoffe. Insgesamt macht der Hobbytiermarkt nun rund 53 Prozent des Gesamtmarktes aus. Betrachtet man die Situation im Tierarzneimittelmarkt für Nutztiere, spiegelt sich dort nach wie vor das schwierige Umfeld in der Landwirtschaft wider. Erfreulicherweise stagnierten aber auch die Antibiotikaumsätze insgesamt weiter. „Unser Verband setzt sich weiterhin für den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika bei Tieren ein. Notwendig ist, verstärkt und gemeinsam in Human- und Veterinärmedizin die Weichen zu stellen, um der Herausforderung der Resistenz effektiv zu begegnen. Alternative Konzepte, allen voran die Krankheitsprävention durch Stärkung des Immunsystems und Schutzimpfungen, sind essentieller Bestandteil von Kontrollstrategien. Auch hier sind Innovationen unverzichtbar“, kommentierte die Geschäftsführerin des Bundesverbands für Tiergesundheit (BfT) Dr. Sabine Schüller das Umfeld für den Tierarzneimittelmarkt.
BfT


Darknet wird immer mehr zur Handelsplattform für illegale Wildtierprodukte

Im sogenannten Darknet werden immer mehr Wildtierprodukte stark bedrohter Arten wie Nashörner, Elefanten und Tiger illegal gehandelt. Experten fanden dazu zwischen Dezember 2016 und April 2017 21 Anzeigen, die größtenteils in Kryptowährungen wie Bitcoins abgewickelt wurden. Die Wildtierhändler nutzen das Darknet vor allem wegen der starken Anonymitäts- und Sicherheitsmechanismen. Verschlüsselungstechnologie, Finanzinstrumente und die Kommunikationsmethoden, die in diesem anonymen Raum üblich sind, bieten einen guten Schutz vor Entdeckung. Bis zu 96 Prozent des Internets sind nicht durch Standard-Suchmaschinen abgedeckt, sodass das Deepweb, von dem das Darknet ein Teil ist, etwa 500-mal so groß ist wie das World Wide Web. Obgleich der Handel beispeilsweise mit Nashörnern weltweit streng verboten ist, floriert der illegale Handel. Allein in Südafrika erhöhte sich die Anzahl gewilderter Nashörner zwischen 2007 und 2015 um mehr als das 90-Fache. Im Jahr 2016 wurden insgesamt 1.054 gewilderte Nashörner gefunden.
pte


850.000 Euro für neues Projekt gegen Bienensterben

Seit einigen Jahren ist ein erhöhtes Bienensterben zu beobachten. Dem muss schnell und effektiv entgegengewirkt werden. Dazu beitragen soll auch das neue deutsch-niederländische Kooperationsprojekt B-R(H)APSODIE, indem es die grenzüberschreitende Zusammenarbeit rund um Bienen und Biodiversität stärkt und die Öffentlichkeit für die Bedrohung der wichtigen Bestäuber sensibilisiert. Die Universität Oldenburg beteiligt sich mit insgesamt sechs Teilprojekten an der Kooperation. Gefördert wird das Vorhaben bis Ende 2020 mit rund 850.000 Euro von dem Programm INTERREG Deutschland-Nederland der Europäischen Union. Um viele Menschen auf das Projekt aufmerksam zu machen, finden öffentliche Veranstaltungen im Kontext des Kulturprogramms der Europäischen Kulturhauptstadt 2018 Leeuwarden-Friesland statt.
Universität Oldenburg


Bundestierärztekammer warnt Hundehalter vor Hitzschlag im Auto

Auch wenn der Sommer gerade mal eine kleine Pause macht, sollten sich Hundehalter immer vor Augen führen, welche Gefahr das Auto im Sommer für den Hund birgt, der dort zurückgelassen wird. Denn binnen sehr kurzer Zeit heizt sich das Wageninnere auf und das Drama nimmt seinen Lauf, warnt die Bundestierärztekammer (BTK). Zuerst hechelt der Hund um sein Leben, schließlich kollabiert er und kann sogar an Hitzschlag sterben. „Schon zehn Minuten können für das Tier lebensgefährlich werden, denn bei einer Außentemperatur von 29 Grad herrschen im Wageninneren bereits 40 Grad. In der prallen Sonne wird das Auto also schnell zu einem Backofen mit bis zu 70 Grad – ein offenes Wagenfenster nützt da überhaupt nichts“, erklärt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der BTK. Auch ein Parkplatz im Schatten könne schnell zur Todesfalle werden: Die Sonne wandert, und schon eine halbe Stunde reicht aus, dass das Tier einen Hitzschlag bekommen kann. Doch jedes Jahr müssen trotz vieler Warnungen immer wieder Hunde in dramatischen Rettungsaktionen von der Polizei aus Autos befreit werden. Aber häufig kommt jede Hilfe für das Tier zu spät. Denn Hunde können praktisch nicht über die Haut schwitzen. Sie müssen ihre Körpertemperatur durch Hecheln senken, denn das erzeugt Verdunstungskälte. Diese wird allerdings nur auf der kleinen Zungenfläche wirksam und kann den Organismus bei extremen Außentemperaturen nicht vor Überhitzung schützen, weiß Tiedemann.Besonders gefährdet sind darum die brachycephalen, also kurznasigen, Rassen. Möpse, Bulldogen oder Pekinesen haben z. B. viel zu enge Nasenöffnungen und leiden oft schon bei normalen Temperaturen unter Atemnot. Sie können an heißen Tagen auch außerhalb des Autos schnell einen Hitzekollaps bekommen und sollten daher am besten in den kühleren Morgen- und Abendstunden ausgeführt und keinen Belastungen ausgesetzt werden.
BTK
Mehr Informationen über die Probleme von kurznasigen Hunden


15.06.2017

BfT hat neuen Vorstand gewählt

Der Bundesverband für Tiergesundheit(BfT) hat seinen Vorstand neu gewählt bzw. eigentlich wiedergewählt. Dieser besteht jetzt aus dem Vorsitzenden Jörg Hannemann (Virbac Tierarzneimittel GmbH), Dr. Daniel Sicher (MSD Tiergesundheit / Intervet Deutschland GmbH) als Stellvertretender Vorsitzender und aus den Vorstandsmitgliedern Dr. Laurent Monnerat (Zoetis Deutschland GmbH) und Thomas Steffens (Bayer Vital GmbH Tiergesundheit). Neu hinzugekommen sind Stephan-Günther Dolle (Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH) und Dr. Hans Siebenlist (Chevita GmbH).
BfT


WWF fordert Agrarwende und nachhaltige Subventionen

Die Mehrheit der Deutschen ist mit der aktuellen Landwirtschaftspolitik nicht einverstanden und unterstützt einen Wechsel hin zu einer nachhaltigeren und umweltschonenderen Landwirtschaft. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des WWF. So sind auch 80 Prozent der Befragten der Meinung, dass Landwirte zukünftig nur Agrarsubventionen erhalten sollten, wenn sie Boden, Wasser und Artenvielfalt schützen. „Nach den anstehenden Wahlen muss sich die Bundesregierung endlich an eine grundlegende Reform der Agrarpolitik wagen. Unsere Umfrage zeigt, die Gesellschaft hat die Politik längst überholt", schlussfolgert WWF-Vorstand Christoph Heinrich. "Öffentliche Gelder müssen gezielt eingesetzt werden, um die Landwirtschaft ökologischer zu machen. Außerdem muss die Agrarpolitik so gestaltet werden, dass auch kleinere Familienbetriebe überlebensfähig bleiben. Die aktuelle Agrarpolitik belohnt die konventionelle Intensiv-Landwirtschaft. Bestraft werden hingegen Bauern, die nachhaltig produzieren und damit unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützen. Das darf so nicht weiter gehen. Daher braucht es endlich eine faire Verteilung der Agrargelder, die sich an Nachhaltigkeits- und Umweltvorgaben orientiert“, so Heinrich. Landwirte müssen zudem einen gerechten Lohn für ihre Arbeit erhalten, das Geld darf nicht innerhalb der Wertschöpfungskette versickern, so der WWF.
WWF


Drohnen sollen Wildtierverluste bei der Mahd verhindern helfen

Im hohen Gras sowie in Getreidefeldern suchen Rehkitze, junge Hasen und Bodenbrüter Schutz und Versteckmöglichkeiten. Doch erweisen sich diese Verstecke allein für rund 90.000 Rehkitze jedes Jahr zur tödlichen Falle, nämlich bei der Ernte. "Das Problem ist der Drückinstinkt der ganz kleinen Rehkitze aber auch von Hasenjungen und Bodenbrütern, die nicht weglaufen und nicht fliehen", sagte die Sprecherin des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Kirsten Hess. Diese Tiere müssten gesucht und - ohne sie anzufassen - an einen sicheren Ort gebracht werden. Nester würden oft auch einfach markiert, und um sie herum gemäht. Allerdings sollen die Menschenketten, die die Felder vor der Mahd absuchen, nun durch Drohnen ersetzt werden. In Schleswig-Holstein laufen aktuell Tests dazu. Diese spüren mittels Wärmebild versteckte Tiere auf. Aber natürlich mähen die Landwirte die Felder auch weiterhin von Innen nach Außen, um den Tieren die Flucht zu ermöglichen.
Deutscher Jagdverband


14.06.2017

Hessischer Tierschutzbeirat fordert bessere Haltungsbedingungen für Schweine

Der Tierschutzbeirat der Hessischen Landesregierung hat die Landesregierung aufgefordert, sich für eine zeitnahe Novellierung der Tierschutz-Nutztier-Verordnung (TierSchNutztV) stark zu machen. Nur so sei eine tierschutzgerechte Haltung von Schweinen nach ethologischen Kenntnissen und im Sinne der Einhaltung der §§1, 2 TierSchG gewährleistet und das Staatsziel nach Art. 20a Grundgesetz zu erfüllen. Dazu gehört auch, den Bedürfnissen der Tiere an ein artgemäßes Bewegungs-, Ausscheidungs-, Ruhe-, Nahrungsaufnahme-, Erkundungs-, Komfort- und Sozialverhalten mit einem ausreichenden und strukturierten Platzangebot Rechnung zu tragen, wie topagrar berichtet. Zudem müssten Tierbetreuer über die notwendige Sachkunde verfügen und diese nachweisen. Weiterhin forderte der Tierschutzbeirat die Regierung auf, den Bestandsschutz von Altanlagen zu begrenzen und die Zucht von Hochleistungstieren zu kontrollieren und zu regulieren. Zudem müsste über Landesförderprogramme für Landwirte nachgedacht werden, die die gesetzlichen Mindestvorgaben bei der Schweinehaltung freiwillig überschreiten.
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


13.06.2017

Blaualgen verursachten offenbar Hundesterben am Tegeler See

In Berlin sind in den letzten Tagen mehrere Hunde verendet, die sich zuvor am Tegeler See aufgehalten haben. Ein Tierarzt gab nun nach der Obduktion eines Hundes den Kontakt mit Blaualgen bzw. zu dem von den Algen abgesonderten Toxin Anatoxin A als Todesursache an. Das hätten Pathologen bestätigt, so Tierarzt Kai Rödiger, der bereits zuvor mehrere Hunde mit Vergiftungserscheinungen behandelt hatte. Außer den verendeten Hunden habe man in der Nähe des Sees auch mehrere verendete Wildtiere gefunden, darunter 14 Füchse und ein Wildschwein. Inzwischen hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Freitag auch vor einem Blaualgenbefall am Tegeler See gewarnt, bislang aber keinen Zusammenhang mit den Todes- und Erkrankungsfällen bestätigt. Anatoxin A kann bei Aufnahme von größeren Mengen zum Ersticken führen.
rbb


Menschen werden durch Mienenspiel von Katzen weniger stark beeinflusst

Der Dackelblick mancher Hunde lässt Menschenherzen schmelzen und sorgt dafür, dass diese Hunde deutlich schneller an neue Halter vermittelt werden können. Dies fand ein Team der britischen University of Portsmouth 2013 heraus. Denn dieses besondere Mienenspiel lasse die Tiere welpenähnlich und niedlich wirken. Allerdings gilt das nur für Hunde, nicht für Katzen, wie die Wissenschaftler jetzt in einer Folgestudie herausfanden. In die Studie wurden insgesamt 106 Katzen in drei britischen Tierheimen einbezogen, von denen die Forscher die Gesichtsausdrücke definierten. Es konnten 15 verschiedene Gesichtsbewegungen sowie sieben verschiedene Ohrstellungen und sechs weitere Bewegungen ausgemacht werden. Anschließend wurde das Mienenspiel der einzelnen Tiere im Beisein eines Haustierinteressenten mit der Zeit verglichen, die es jeweils dauerte, bis das Tier an ein neues Zuhause vermittelt werden konnte. Das Ergebnis: es konnte kein Zusammenhang aufgezeigt werden. Aber auch andere äußere Faktoren wie die Fellfarbe schienen keinen Ausschalg auf die Auswahl der Adoptiveltern zu haben. Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler daraus ist, dass Katzen ihr Mienenspiel im Zuge ihrer Domestikation weniger stark auf die Vorlieben des Menschen auszurichtet haben und dass für Katzenmenschen im Gegensatz zu Hundemenschen die Optik der Tiere von geringerer Bedeutung ist.
Spektrum


EFSA zur Schlachtung trächtiger Tiere

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat aktuelle Erkenntnisse zum Tierschutz bei der Schlachtung tragender Tiere veröffentlicht. Das vorgelegte wissenschaftliche Gutachten wurde auf Grund eines Ersuchens Dänemarks, Deutschlands, der Niederlande und Schwedens erstellt. Zunächst wurden 100 Schlachthofbetreiber in 10 Mitgliedsstaaten befragt, um genaueren Aufschluss über den Anteil trächtig geschlachteter Tiere zu erhalten. Demzufolge werden in der EU im Schnitt 3% der Milchkühe,1,5% der Fleischrinder, 0,5% der Schweine, 0,8% der Schafe und 0,2% der Ziegen währenddes letzten Drittels der Trächtigkeit geschlachtet. Für Pferde konnten hier keine entsprechenden Zahlen erhoben werden. Einig waren sich die Experten darin, dass die Föten in den ersten zwei Dritteln der Trächtigkeit keine Schmerzen empfinden können. Für das letzte Drittel der Trächtigkeit sieht dies anders aus. Deshalb wurden hier zwei Szenarien entwickelt. Das wahrscheinlichere (66-99% Wahrscheinlichkeit) geht davon aus, dass die Tiere auch während des letzten Trächtigkeitsdrittels keine Schmerzen empfinden können. Diese Annahme basiert auf neuronalen Mechanismen im Gehirn, die das Schmerzempfinden hemmen, einem niedrigen Sauerstoffgehalt im fetalen System sowie dem Umstand, dass sich die Föten für einen Großteil der Trächtigkeit in einem Schlafzustand befinden. Das unwahrscheinlichere Szenario (1-33 Prozent Wahrscheinlichkeit) geht davon aus, dass die Tiere Schmerzen empfinden können. Dies beruht auf einer möglichen Interpretation der im Gehirn der Föten nachgewiesenen elektrischen Aktivität und ihrer Fähigkeit, auf externe Reize zu reagieren. Die Experten der EFSA regen Maßnahmen an, die Zahl der tragend geschlachteten Tiere grundsätzlich zu verringern. Dazu gehören u.a. Maßnahmen zur Verbesserung der Tiergesundheit, Zuchtkontrolle, Bestimmung des Trächtigkeitszustands aller Tiere und weitere Empfehlungen.
EFSA


Suchhund im Dienst der Wissenschaft

Die Forscher des Senckenberg Forschungsinstituts und der Naturmuseen haben eine neue Mitarbeiterin, die allein auf Grund ihrer guten Nase eingestellt wurde. Es handelt sich um eine einjährige Labradorhündin, die beim Sammeln schwer zugänglicher DNA-Proben im Rahmen des Wildtiermonitorings mitarbeitet. Dabei zeigte sich die Hündin mit dem Namen Maple bei ihren ersten Einsätzen als äußerst effektiv gegenüber herkömmlichen Sammelmethoden. Im Rahmen der ersten Einsätzen im Nationalpark Bayerischer Wald gelang es dem Tier, innerhalb weniger Wochen zusammen mit der Suchhündin Nara 50 Kotproben von Luchsen sowie Wildkatzen- und Wolfshinterlassenschaften zu entdecken. Solch ein großer Datensatz entsteht mit anderen Methoden über einen viel längeren Zeitraum. Die beiden Hunde legten bei ihrer Suche 600 Kilometer in einem 176 Quadratkilometer großen Suchgebiet zurück. Die Ergebnisse dieser Suchen zeigen, dass Hunde im Vergleich zu Menschen sehr viel größere Flächen in einem kürzeren Zeitraum und dies auch bei einer höheren Auffinderate absuchen können. Deshalb soll das Artenspektrum von Maple auf weitere relevante Arten ausgedehnt werden.
idw


12.06.2017

WHO teilen Antibiotika in drei Gruppen ein

Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Neueinteilung der Antibiotika vorgenommen. Die Antibiotika werden demnach den drei Gruppen, "Access", "Watch" und "Reserve" eingeteilt und es werden gleichzeitig Empfehlungen gegeben, wie die Antibiotika in diesen Gruppen eingesetzt werden sollten. Die "Access" - Gruppe, die u.a. Wirkstoffe wie Amoxicillin oder Penicillin enthält, kann demnach jederzeit eingesetzt werden. Die "Watch" - Gruppe enthält eine Reihe von Antibiotika, die als 1. oder 2. Wahl bei bestimmten Erkrankungen eingesetzt werden sollten. Als Beispiel wird hier der Einsatz von Ciprofloxacin bei einer Cystitis genannt. Dadurch, dass der Einsatz auf die genannten Indikationen beschränkt wird, soll die Entstehung von Resistenzen deutlich reduziert werden. Die dritte Gruppe - die "Reserve"- Gruppe - enthält z.B. Colistin und auch einige Cephalosporine. Diese Wirkstoffe sollten nur dann eingesetzt werden, wenn alle anderen Therapieoptionen versagt haben.
WHO


Positionspapier der Bundestierärztekammer zur Bundestagswahl

Die Bundestagswahl im September rückt immer mehr in das Zentrum des Interesses. Die Bundestierärztekammer (BTK) verweist deshalb auf das Positionspapier der BTK, in dem den Parteien Anregungen gegeben werden. Darin stellt die BTK unter mehreren Schwerpunktthemen verschiedene Forderungen auf. So werden u.a. eine EU-weit einheitliche Verschreibungspflicht für Tierarzneimittel sowie ein Verbot des Internethandels mit verschreibungspflichtigen Tierarzneimitteln gefordert. Auch die Überarbeitung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) wird dringend gefordert. Diese wurde zuletzt 1999 inhaltlich bearbeitet und entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen. In dieser Zeit wurden nur die Gebühren einmalig um 12 Prozent angehoben. Dies hat nach Ansicht der BTK weder die Inflation noch die gestiegenen Energie- oder Personalkosten ausgeglichen.
BTK


09.06.2017

Tierschutzbund stellt Strafanzeige gegen Züchterin wegen Schwanzkupierens

Der Deutsche Tierschutzbund hat Strafanzeige gegen eine Züchterin gestellt, die kupierte Dobermänner zum Verkauf anbietet. Während das Kupieren selbst in Deutschland verboten ist, sind Verkauf und Haltung der kupierten Tiere grundsätzlich legal. Das Kupierverbot umgehen Züchter regelmäßig, indem sie einen Teil von Rute und Schlappohren im Ausland amputieren lassen., weiß die Tierschutzorganisation. Es kann von einem regelrechten Kupiertourismus gesprochen werden, der vorwiegend in Osteuropa, aber auch in Italien, Österreich, Frankreich oder Belgien stattfindet. In seiner Strafanzeige gegen eine Züchterin aus Thüringen stützt sich der Deutsche Tierschutzbund darauf, dass laut dem Tierschutzgesetz keinem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden ohne vernünftigen Grund zugefügt werden dürfen, die Tiere jedoch auch bei ihrer Rückkehr nach Deutschland noch unter dem Eingriff leiden. Bereits zuvor hatten Gerichte aus diesem Grund Züchter wegen Tierquälerei verurteilt.
Deutscher Tierschutzbund


Hundehaltung trägt im fortgeschrittenen Alter zum Erhalt der Gesundheit bei

Die Haltung eines Hundes erhöht für ältere Erwachsene die Wahrscheinlichkeit, das von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Maß an körperlichen Aktivitäten umzusetzen und dadurch das Risiko von Herzerkrankungen, Schlaganfällen, zahlreichen Krebsarten und Depressionen zu senken. Ziel der Studie der University of Lincoln und der Glasgow Caledonian University war zu klären, ob die Haltung eines Hundes möglicherweise den Gesundheitszustand älterer Erwachsener durch eine Steigerung der Aktivität verbessern kann. Die Wissenschaftler verwendeten dazu einen Aktivitätsmesser, um objektive Aktivitätsdaten von Studienteilnehmern mit und ohne Hund zu erheben."Es stellte sich heraus, dass Hundebesitzer über 20 Minuten mehr pro Tag gehen, und dieses zusätzliche Gehen erfolgt in moderatem Tempo", so Dr. Philippa Dall, Forschungsleiterin. "Um bei guter Gesundheit zu bleiben, empfiehlt die WHO ein Minimum von 150 Minuten moderater bis intensiver körperlicher Aktivität pro Woche. Im Lauf einer Woche können diese zusätzlichen 20 Minuten Gehen jeden Tag selbst schon ausreichen, um diese Vorgaben zu erfüllen. Unsere Ergebnisse zeigen eine beträchtliche Verbesserung im Hinblick auf die körperliche Aktivität durch das Spazierengehen mit dem Hund."
ots


Vorschläge zum rheinland-pfälzischen Tierschutzpreis erwünscht

Auch für das Jahr 2017 schreibt das Umweltministerium Rheinland-Pfalz wieder den Landestierschutzpreis aus. Noch bis Ende August können Kandidaten vorgeschlagen werden. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert und wird in den vier Kategorien besonderer ehrenamtlicher Einsatz für den Tierschutz, vorbildlicher Einzelbeitrag für den Tierschutz, vorbildlicher beruflicher Umgang mit Tieren sowie Projekte im Jugendtierschutz vergeben. Vorschlagsberechtigt sind Organisationen, die sich mit dem Tierschutz befassen. Einzelpersonen dürfen keine Vorschläge einreichen.
Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz


Harter Brexit könnte auch Folgen für Tierarzneimittel haben

Nachdem die britische Regierung zuletzt einen harten Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der EU angekündigt hatte, verweist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) darauf, dass dies auch Auswirkungen für die Inhaber von Zulassungen für Tierarzneimittel haben könnte. Denn sollte es tatsächlich zu einem harten Brexit kommen, wäre Großbritannien wie ein Drittland zu behandeln. Inhaber von Arzneimittelzulassungen müssen hier Änderungen der Zulassungen vornehmen. Das BVL empfiehlt den Unternehmen deshalb, rechtzeitig zu reagieren, um die Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln auch nach dem Brexit gewährleisten zu können, und bietet hierzu entsprechende Beratung an.
BVL


08.06.2017

OIE-Referenzlaboratorien für Bienenkrankheiten am FLI

Bereits seit 2011 beherbergt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das Nationale Referenzlabor (NRL) für die anzeigepflichtigen Bienenkrankheiten Amerikanische Faulbrut, Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer und für Varroose. Das Labor besitzt darüber hinaus seit 1. Juni 2017 auch internationale Bedeutung, denn es agiert seitdem auch als Referenzlabor der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) für diese drei Erkrankungen der Bienen. Dies wurde auf der letzten Jahreshauptversammlung der OIE beschlossen. Daneben sind am FLI weitere Referenzlaboratorien der OIE angesiedelt. Dabei handelt es sich um Erkrankungen wie BHV-1 der Rinder, Brucellose, Chlamydiose, Geflügelpest, die Newcastle Disease und die Tollwut.
FLI


Forschungspreis und -förderung zu Tierversuchsalternativen in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg hat sich die Reduzierung von Tierversuchen zum Ziel gesetzt und fördert deshalb die Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen. Dabei können bis Mitte Juli 2017 noch Anträge für das Forschungs-Förderprogramm gestellt und Vorschläge für den entsprechenden Forschungspreis eingereicht werden. Das Forschungsprogramm ist mit 400.000 Euro dotiert und soll zukunftsweisende Ansätze für Tierversuchs-Alternativen in Forschung und Lehre unterstützen. Der Forschungspreis ist mit 25.000 Euro dotiert. Es sollen hervorragende wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet werden, die Tierversuche ersetzen oder zu einer wesentlichen Verringerung der Belastung der Versuchstiere beitragen.
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg


07.06.2017

EU-Plattform für Tierschutz soll Dialog zwischen den Akteuren verbessern

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hat am vergangenen Dienstag die EU-Plattform für Tierschutz ins Leben gerufen. Diese vereint 75 Vertreter von Interessengruppen, NGOs, Wissenschaft, EU-Mitgliedstaaten, Ländern des EWR (Europäischer Wirtschaftsraum), internationalen Organisationen und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Die teilnehmenden Akteure sollen dadurch Erfahrungen austauschen und einen Beitrag zur Verbesserung des Tierschutzes leisten, heißt es in einem Factsheet der EU-Kommission. Die Plattform soll zu einer Verbesserung des Dialogs zwischen den zuständigen Behörden, den Unternehmen, der Zivilgesellschaft und Wissenschaftern über Fragen des Tierschutzes führen. Weiterhin soll dadurch die Entwicklung koordinierter Tierschutz-Maßnahmen sowie der Austausch darüber ermöglicht werden. Die Plattform wird zweimal im Jahr zusammenkommen. Bei der ersten Sitzung beabsichtigt die Kommission, vorrangige Arbeitsbereiche für die Mitglieder zu ermitteln. Außerdem soll festgestellt werden, welche Ressourcen die Mitglieder zu teilen bereit sind. Auf der Grundlage der Ergebnisse der ersten Sitzung wird die Kommission dann bestimmte Arbeitsbereiche vorschlagen, wobeigegebenenfalls Untergruppen eingerichtet werden. Die Plattform wird regelmäßig andere Foren oder Interessengruppen einladen, ihre Initiativen undTätigkeiten vorzustellen.
EU-Kommission


Fleckvieh nach wie vor die häufigste Rinderrasse in Bayern

In Bayern ist das Fleckvieh immer noch die beliebteste und am häufigsten gehaltenste Rinderrasse. Zum Stichtag 3. November 2016 wurden in Bayern laut Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik 2,4 Millionen Stück Fleckvieh gehalten. Rund ein Drittel des Fleckviehbestandes befindet sich in Oberbayern. Insgesamt wurden in Bayern 47.442 landwirtschaftliche Haltungen mit einem Bestand von 3.178.657 Rindern gezählt. Die zweithäufigste Rinderrasse in Bayern ist demnach das Braunvieh mit 246.250 Tieren, davon entfallen 87 Prozent auf Schwaben. Das sogenannte Gelbvieh ist eine Rinderrasse die vorwiegend in Franken vorkommt. Unter den Rindern der Milchrassen (194.514 Tiere) sind die bedeutendsten und leistungsfähigsten Rassen das Holstein-Schwarzbunt-Rind (166.017 Tiere) sowie das Holstein-Rotbunt-Rind (17.761 Tiere). Ermittelt wurde der Rinderbestand anhand der Ergebnisse aus der Datenbank HIT.
Bayerisches Landesamt für Statistik


Wissenschaftler des FBN Dummersdorf befassen sich mit der inneren Uhr von Nutztieren

Im Menschen und vermutlich in jedem Lebewesen tickt eine innere Uhr. Aber wie diese genau bei Rindern und Schweinen tickt, wollen Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie (FBN) in Dummersdorf jetzt herausfinden. Unter Leitung des schwedischen Wissenschaftlers Dr. Pål Westermark möchte das Team herausfinden, welche Auswirkungen bestimmte Lebensabläufe und Rahmenbedingungen auf das Tierwohl haben und die entsprechenden individuellen genetischen und erblichen Ursachen identifizieren. „Die innere Uhr hat eine weitaus größere Bedeutung als bisher angenommen, ständig werden neue Erkenntnisse gewonnen“, sagt Westermark, der seit zwölf Jahren auf dem Gebiet der Chronobiologie forscht. „In jeder Zelle sitzt sinnbildlich eine kleine Uhr, die zuverlässig wie ein elektronisches System funktioniert. Äußere Umstände haben eine enorme Auswirkung auf unsere innere Uhr, die wiederum das eigene Immunsystem und praktisch fast alle Lebensfunktionen mehr oder weniger stark beeinflusst."
FBN Dummersdorf


06.06.2017

Bundestierärztekammer spricht sich gegen Lokalanästhesie bei Ferkelkastration aus

Ab dem 1. Januar 2019 dürfen in Deutschland keine Ferkel mehr ohne Betäubung kastriert werden. Daher wird intensiv nach Alternativen gesucht. Doch steht aktuell keine Methode zur Verfügung, die gleichzeitig die Ansprüche an Tiergerechtheit, Praktikabilität, Sicherheit für Tier, Mensch und Umwelt, Verbraucherakzeptanz und Wirtschaftlichkeit erfüllt. Darauf weist die Bundestierärztekammer (BTK) am Dienstag hin. Gleichzeitig schätzt sie drei Wege als gangbar ein: die Ebermast, die Immunokastration sowie die Kastration unter Allgemeinanästhesie. Den vierten, von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt propagierten Weg der Lokalanästhesie, lehnt die Bundestierärztekammer hingegen strikt ab, da Tierhalter in diesem Fall das Narkosemittel zur örtlichen Schmerzausschaltung selbst einsetzen dürften. Präsident Dr. Uwe Tiedemann warnt ausdrücklich davor, die Anwendung der Lokalanästhesie durch Tierhalter zu erlauben: „Jede Anästhesie – das gilt auch für die lokale Betäubung – ist eine anspruchsvolle und risikobehaftete tierärztliche Tätigkeit! Das fehlerhafte Verabreichen eines Lokalanästhetikums kann verheerende Folgen bis hin zum Tod des Tieres haben. Aus diesem Grunde lehnen wir dies ausdrücklich ab.“ Darüber hinaus sieht die BTK jedoch auch die Lokalanästhesie selber als kritisch, denn die Belastung der Tiere durch Fixation und mehrfache Injektionen ist ähnlich wie bei der betäubungslosen Kastration und der Schmerz wird je nach Applikationsart nur teilweise ausgeschaltet. Dies gilt besonders für den einzigen für das Schwein zugelassenen Wirkstoff Procain. Dazu kommt, dass Injektionen in Richtung der Samenstränge oft nicht präzise platziert werden können und alternativ die Injektion in den Hoden für die Tiere sehr schmerzhaft ist. Außerdem können vermehrt Wundheilungsstörungen in Folge des Vorfalls der betäubten Samenstrangstümpfe festgestellt werden, so Tiedemann weiter.
BTK


Zahl der Geflügelpestfälle beim Menschen in China steigt weiter

In China gibt es inzwischen insgesamt 1.486 durch ein Labor bestätigte Infektionen von Menschen mit dem aviären Geflügelpestvirus vom Typ H7N9. Mindestens 571 Infektionen verliefen davon tödlich. Das geht aus dem jüngsten Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. Die Endemie verlief bislang in 5 Wellen, wobei die 5. ein größeres Ausmaß zu haben scheint. Das würde bedeuten, dass sich das Virus ausbreitet. Deshalb sind intensive Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen von Mensch und Tier notwendig.
WHO


Neuer Ausbruch von H5N8 in Großbritannien

In South Norfolk in Großbritannien ist in einer kleinen Herde von 35 Hühnern und Gänsen das Virus der aviären Influenza vom Typ H5N8 nachgewiesen worden. Entsprechend der Tierseuchenschutzbestimmungen wurden die Tiere getötet und es wurden eine Sperrzone sowie ein Beobachtungsgebiet um den betroffenen Betrieb eingerichtet. Außerdem wird nach der Eintragsquelle des Virus geforscht. Erst am 15. Mai 2017 waren in Großbritannien die Schutzmaßnahmen wieder gelockert und die Aufstallungspflicht aufgehoben worden, die Monate zuvor wegen der Geflügelpestepidemie mit dem gleichen Erreger verhängt worden war.
Farming UK


02.06.2017

Kombination aus Aminoglykosiden und Penicilline lässt resistente Keime wieder sensibel werden

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt immer eindringlicher vor einer dramatischen Antibiotikakrise. Sie befürchtet, dass eine post-antibiotische Ära kurz bevorsteht. Denn Antibiotika-resistente Krankheitskeime könnten laut Vorhersage der WHO binnen weniger Jahre zu den häufigsten Verursachern nicht-natürlicher Todesfälle werden. Daher ist es dringend notwendig, rasch neue Behandlungsansätze zu entwickeln, aber auch die Wirksamkeit der vorhandenen Antibiotika durch neue Therapieansätze zu verbessern. Genau dies hat die Arbeitsgruppe Evolutionsökologie und Genetik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) getan. Sie untersuchte, wie sich verschiedene Formen der Antibiotika-Gabe auf die evolutionäre Anpassung der Erreger auswirken. Sie konnten zeigen, dass beim häufig multiresistenten Krankheitskeim Pseudomonas aeruginosa die Evolution von Resistenz gegen bestimmte Antibiotika gleichzeitig zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber anderen Wirkstoffen führt. Dieses Konzept wird „kollaterale Sensitivität“ genannt. P. aeroginosa wurde bei den Versuchen in 12-stündigen Intervallen immer höheren Dosierungen von acht verschiedenen Antibiotika ausgesetzt. Als Konsequenz entwickelte das Bakterium jeweils eine Resistenz gegenüber den verschiedenen Wirkstoffen. Im nächsten Schritt testeten die Forschenden, wie sich die resistenten Erreger gegenüber anderen Wirkstoffen verhielten, mit denen sie bis dahin nicht in Kontakt gekommen waren. Sie stellten fest und eruierten, welche Resistenzbildungen zugleich eine Empfindlichkeit gegen einen anderen Wirkstoff mit sich brachten.Dabei war die Kombination von Antibiotika mit unterschiedlichen Wirkmechanismen, insbesondere aus den Klassen der Aminoglykoside und Penicilline, am wirksamsten. „Durch den kombinierten oder abwechselnden Einsatz von Antibiotika mit wechselseitigen Sensitivitäten lassen sich die Keime potentiell in eine evolutionäre Sackgasse treiben: Sobald sie gegen das eine resistent werden, sind sie empfindlich gegen das andere und umgekehrt“, fasst der Studienleiter, Professor Hinrich Schulenburg, die Bedeutung der vorliegenden Arbeit zusammen.
Universität Kiel
VetMAB - Antibiotikaminimierung im Stall


EFSA legt Gutachten zur Schlachtung tragender Nutztiere vor

Sachverständige der EFSA haben Fragen rund um die Schlachtung von trächtigen Nutztieren in Europa untersucht. Demnach werden in der EU im Schnitt 3% der Milchkühe, 1,5% der Fleischrinder, 0,5% der Schweine, 0,8% der Schafe und 0,2% der Ziegen während des letzten Drittels der Tragezeit geschlachtet. Die Gründe dafür seien unterschiedlich, heißt es in dem Gutachten der EFSA-Experten. Außerdem untersuchte und legte das Gremium der EFSA für Tiergesundheit und Tierschutz dar, ob und wann Föten verschiedener Nutztierarten Schmerzen empfinden. Die Wissenschaftler waren sich einig, dass dies in den ersten zwei Dritteln der Tragezeit nicht der Fall ist, da sich die entsprechenden physischen und neurologischen Strukturen erst im späteren Verlauf der Trächtigkeit entwickeln. Im letzten Drittel der Tragezeit sei es hingegen aufgrund einer Reihe von Schmerz hemmenden Mechanismen im Körper des Fötus wahrscheinlich, dass auch Föten Schmerz empfinden. In dem Gutachten werden außerdem praktische Maßnahmen vorgeschlagen, um die Schlachtzahlen tragender Tiere zu verringern.
EFSA


01.06.2017

Bundestierärztekammer gibt Tipps zur Kleintierhaltung an heißen Tagen

Die Bundestierärztekammer (BTK) gibt Tierhaltern Tipps, wie sie ihren Tieren helfen, die heißen Sommertage gut und gesund zu überstehen. Denn an besonders heißen Tagen und unter ungünstigen Haltungsbedingungen besteht stets die Gefahr, dass die Tiere einen Hitzschlag erleiden können. Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer und Kleintierpraktiker, sagte dazu: „Nagetiere wie Meerschweinchen oder Chinchillas, Kaninchen und Vögel können nicht über die Haut schwitzen. Sie haben auch nicht die Möglichkeit, sich in kühle Erdlöcher zurückzuziehen oder in den Schatten zu wechseln, wenn der Käfig in der Sonne steht. Die Gefahr einer lebensgefährlichen Überhitzung ist also groß und muss vermieden werden! Die drei wichtigsten Regeln sollten daher für jeden Tierhalter lauten: Ständig frisches Wasser anbieten, Käfige und Freigehege in den Schatten stellen und dabei auch bedenken, dass die Sonne wandert, sowie stets für ausreichende Belüftung sorgen, ohne das Tier Zugluft auszusetzen." Darüber hinaus verdirbt das Futter bei Wärme schneller, weshalb noch mehr auf gute Hygiene geachtet werden muss. Zudem sollten die Käfige häufiger als sonst gereinigt und auch weniger eingestreut werden, denn Einstreu hat auch eine wärmend-isolierende Funktion. Käfigdächer können zur Kühlung mit feuchten Tüchern abgedeckt werden, aber immer so, dass noch ein Luftaustausch stattfinden kann. Ein Schlafplatzt aus Keramik oder Sand (aus dem Kühlschrank) sorgt für Abkühlung und wird gerne angenommen. Auch eine Bodenfliese oder ein Ziegelstein bietet Nagern und Kaninchen eine kühle Liegefläche. Vögel nehmen gerne eine bereitgestellte Bademöglichkeit an oder genießen eine Dusche mit einem Pumpsprüher für Blumen. Wichtig ist es außerdem, Tiere, die in Freigehegen leben, regelmäßig auf Madenbefall zu kontrollieren! Verschmutztes Fell muss rasch gründlich gereinigt und gekürzt werden, denn Fliegen legen in verunreinigtes und kotverklebtes Fell im Afterbereich gern ihre Eier ab. Die geschlüpften Maden fressen sich tief in die Haut – dieser Madenbefall (Myiasis) schädigt das Tier massiv und kann zum Tode führen!
BTK


Pferde kauen als würden sie wiederkäuen

Pferde kauen zwar nicht wieder, dafür zermahlen sie ihr Futter jedoch mit ebenso regelmäßigen, rhythmischen Kaubewegungen wie Kühe. Dies fanden Forschende der Universität Zürich und der ETH Zürich heraus. Denn für Pflanzenfresser ist es grundsätzlich wichtig, ihre Nahrung durch intensives Kauen stark zu zerkleinern, damit sie besser verdaut werden kann. In ihrer Studie verglichen sie den Kauvorgang von Pferden, Kühen und Kamelen. Dafür verwendeten sie spezielle Kauhalfter, welche die Bewegungen des Maules registrieren und automatisch zwischen Fress- und Wiederkauen unterscheiden können. Bei den Kühen und Kamelen unterschieden sich die beiden Kaurhythmen erwartungsgemäß deutlich: Die Bewegungen beim Fressen waren viel unregelmäßiger als diejenigen beim Wiederkauen, wobei sich die Kamele generell mehr Zeit beim Wiederkauen ließen. Beim Pferd waren die Wissenschaftler überrascht. So ergab die Auswertung, dass das Pferd nicht frisst, sondern sozusagen wiederkaut. "Obwohl Pferde keine Wiederkäuer sind, zerkleinern sie ihre Nahrung mit ebenso rhythmischen Kauschlägen wie die Kühe beim Wiederkauen", erklärte Marie Dittmann, Doktorandin.
Vetmed Uni Zürich


Österreich: Keine besonderen Biosicherheitsmaßnahmen wegen Geflügelpest mehr

Nachdem seit Mai 2017 sowohl international als auch in Österreich eine wesentliche Verbesserung der epidemiologischen Situation bei der Geflügelpest zu beobachten ist, wurden die Biosicherheitsmaßnahmen, die aufgrund der Geflügelpest bis zuletzt von GeflügelhalterInnen in Österreich einzuhalten waren, nun am Mittwoch aufgehoben. Die aufgrund der Geflügelpest verhängte Aufstallungspflicht wurde bereits am 10. Januar 2017 aufgehoben.
Ministerium für Gesundheit und Frauen


31.05.2017

Details über neuen TFA-Tarifvertrag veröffentlicht

Anfang April 2017 haben sich der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe e. V. (VMF) auf einen neuen Tarifvertrag für Tierärztliche Fachangestellte (TFA) geeinigt. Zum heutigen Tag wurde das Schweigen über die enthaltenen Details zu Vergütung und betrieblicher Altersvorsorge aufgehoben, die rückwirkend zum 1. April 2017 gelten.Unter anderem wurde das Gehalt für Auszubildende um je 30 Euro in allen Ausbildungsjahren angehoben. Das Gehalt im ersten und zweiten Berufsjahr wird in einem Stufensystem um insgesamt zehn Prozent ansteigen. Das entspricht einem Gehaltsplus von 157,20 Euro. Im dritten und vierten Berufsjahr gibt es dann eine Gehaltssteigerung von insgesamt fünf Prozent, ab dem fünften Berufsjahr sind es vier Prozent mehr. Diese Ergebnisse beziehen sich auf die Tätigkeitsgruppe 1 und werden für die Gruppen 2 und 3 hochgerechnet. Im „Tarifvertrag zur betrieblichen Altersvorsorge und Entgeltumwandlung“ wird die ansonsten freiwillige arbeitnehmerfinanzierte Entgeltumwandlung durch einen verbindlichen Arbeitgeberbeitrag, die sogenannte Anschubfinanzierung, ergänzt. Die Erhöhung beträgt dabei fünf Euro für Mitarbeiterinnen, die 20 und mehr Wochenstunden arbeiten und Auszubildende nach der Probezeit sowie 2,50 Euro für andere Ausgelernte. Möglich bleibt zudem ein Zuschuss in Höhe von 20 Prozent des umgewandelten Betrags. Die Laufzeit dieses Vertrages ist kürzer angesetzt und endet anders als der Vergütungsvertrag (Laufzeit 33 Monate) bereits am 31. August 2018, da mit grundlegenden Änderungen in der Altersvorsorge zu rechnen sei. Zwingend gelten die Tarifverträge allgemein nur, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer Mitglied im jeweiligen Verband sind. Mit den neuen Verträgen im überproportionalen System soll dem bestehenden Fachkräftemangel entgegengewirkt werden, indem man den Berufseinstieg attraktiver gestaltet. Auch soll so den in der Vergangenheit aufgetretenen Problemen beim Mindestlohn vorgebeugt werden, erklärte der bpt.
bpt
VMF


Geckos passen ihre Rufe an die sich ändernden Umweltbedingungen an

Vögel und Säugetiere benutzen komplexe Kommunikationssysteme. Nun konnten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen auch bei einem Reptil nachweisen, dass es seine Rufe an sich ändernde Umweltbedingungen anpassen kann. So steigert der Tokeh, ein nachtaktiver Gecko aus Südostasien, die Rufdauer in einer lauten Umgebung, hingegen die Lautstärke unverändert bleibt. „Wir denken, dass die Notwendigkeit, dass ausgesendete Signale auch ankommen, die treibende Kraft ist für die Evolution eines Kommunikationssystems, ganz unabhängig von der Tiergruppe“, sagt Sue Anne Zollinger, Koautorin der Studie.
Max-Planck-Institut


30.05.2017

Einsatz von Glukokortikoiden in Kleintierpraxen bisher wenig erforscht

In der Kleintierpraxis und -klinik werden Glukokortikoide gern zur Behandlung verschiedenster Erkrankungen eingesetzt. Zum tatsächlichen Einsatz von Glukokortikoiden bei neurologischen Erkrankungen fehle es derzeit aber an Daten, sagt Dr. Shenja Loderstedt von der Klinik für Kleintiere der Uni Leipzig. Und dass, obwohl sie zwar bei vielen neurologischen Erkrankungen hilfreich, bei einigen aber sogar kontrainduziert sind. Mit einer Umfrage des Universitätskleintierklinikums Leipzig soll sich der Datenmangel nun ändern. Erhoben werden soll der wirkliche Einsatz und somit sollen die unter Praxisbedingungen etablierten Therapieschemata objektiv beschrieben werden. Geplant ist es, die Ergebnisse zum Leipziger Tierärztekongress im Januar vorzustellen.
Umfrage zum Einsatz von Glukokortikoiden bei Kleintieren im Praxis-/Klinikalltag
LTK


Agrarausschuss der Länder kritisiert Gesetzesentwurf zum Verbot der Schlachtung trächtiger Nutztiere

Der Agrarausschuss der Länder empfiehlt dem Bundesrat, den vom Bundestag vorgelegten Gesetzesentwurf zum Schlachtverbot trächtiger Tiere nicht anzunehmen. Kritisiert werden vor allem die Ausnahmen für Schafe und Ziegen. "Wir wollen ein Schlachtverbot ohne Wenn und Aber für trächtige Rinder, Schafe und Ziegen", sagte Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen), Agrarminister von Niedersachsen, dazu gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Der Gesetzesentwurf, der vom Bundestag im Mai vorgestellt worden war, zielte vor allem auf trächtige Rinder ab, enthielt aber auch für diese Ausnahmen und klammerte Schafe und Ziegen völlig aus. Begründet wurde diese Entscheidung unter anderem mit der schweren Bestimmbarkeit des Deckdatums in der üblichen Haltung kleiner Wiederkäuer. Diese Ausnahme kritisierte der Agrarausschuss der Länder nun als "weitreichend und unbestimmt". Am Freitag tagt der Bundesrat das vorletzte Mal vor der Sommerpause. Sollte er sich der Meiung des Agrarausschusses anschließen, würde ein Vermittlungsausschuss angerufen und damit gegebenenfalls eine Neuformulierung des Gesetzes nötig. Dadurch würde sich das Inkrafttreten des Gesetzes, das für Herbst dieses Jahres geplant war, verzögern.
topagrar.de


Blauzungenkrankheit im Norden Frankreichs angekommen

Das Virus der Blauzungenkrankheit (BTV) ist im Norden Frankreichs in einer bisher Virus-freien Region angekommen. Anfang letzter Woche wurde das Virus in einem Rinderbetrieb nur 150 Kilometer südlich der britischen Küste nachgewiesen. Deshalb sind Farmer besonders im Südosten Englands nun angewiesen, wachsam zu sein, auch wenn ein Übertritt des Virus (wenn, dann wahrscheinlich über den Ärmelkanal) bisher als gering eingeschätzt wird. Der letzte Ausbruch der Blauzungenkrankheit in England war 2007. Das Virus vom Typ BTV-8 kursiert in Frankreich seit 2015, im Herbst 2016 stiegen die Fallzahlen wieder stark an und einige Ausbrüche in diesem Land sind auch von Deutschland weniger als 150 km entfernt. Deutschland ist seit 2011 offiziell frei von der Seuche. Seit 2015 nähert sich das Virus vom Typ BTV-4 auch von Süden her an Deutschland an. Auch wenn die aktuelle Epidemie von BTV-8 und BTV-4 mit wenig erkennbaren Krankheitsanzeichen einhergeht, sei eine Früherkennung sehr wichtig, heißt es vom Friedrich-Loeffler-Institut. Besonderes Augenmerk läge auf dem Erkennen der Anzeichen der Blauzungenkrankheit, die besonders bei Schafen und Ziegen zu schweren Erkrankungen und Todesfällen führt. Diese sind: Fieber, Entzündung der Schleimhäute, Geschwüre und Nekrosen in der Haut und der Maulschleimhaut, an Lippen, Nase, Zitzen und Euter, Ödeme im Kopfbereich und an den Gliedmaßen sowie Atembeschwerden. Eine Impfempfehlung besteht für Deutschland seit 2016 und nun auch für die britsche Insel. Da das Virus über Mücken übertragen wird, ist das Ansteckungsrisiko im Sommer besonders hoch. Ungeimpfte Herden müssten sonst sechs Wochen Mobilitätseinschränkungen in Kauf nehmen bis der Impfschutz aktiviert ist, warnen britische Behörden für den Fall eines Ausbruchs auf der Insel.
FG insight
OiE
FLI


29.05.2017

Schweiz plant Aufnahme von Schafen in die Tierverkehrsdatenbank

Bislang wird von Schafen in der Schweiz nur die Identität in der Tierverkehrsdatenbank (TVD) registriert. Künftig soll sich das ändern und Schafe sollen ebenso wie alle anderen Nutztiere in einer Datenbank registriert werden. Diese Maßnahme soll die Rückverfolgbarkeit von Schweizer Schaffleisch sichern und das Vertrauen der Verbraucher stärken. Demnächst wird der Schweizer Bundesrat darüber diskutieren. Aktuell werden in der Schweiz rund 350.000 Schafe gehalten. Die meisten dienen der Landschaftspflege.
Schweizerbauer.ch


Zahl der Lebendtiertransporte deutlich gestiegen - Grüne fordern Begrenzung der Transportdauer

Außerhalb der EU ist die Anzahl der Langstreckentransporte von Nutztieren in den vergangenen Jahren stark angestiegen. So ist die Zahl der Lebendrinderexporte in die Türkei seit 2013 von weniger als 100 auf knapp 1.000 in 2016 gestiegen, wie die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Dr. Maria Flachsbarth, auf eine schriftliche Frage von Grünen-Agrarsprecher Friedrich Ostendorff mitteilte. Aber damit nicht genug. Währenddessen haben auch die Rindertransporte nach Russland von 22 auf 305 und in den Libanon von 107 auf 331 zugenommen. Betrachtet man die Dauer der Lebendtransporte, ergibt sich bei den Transporten in die Türkei eine durchschnittliche Transportdauer der Tiere von 69 Stunden, für den Libanon lag sie bei etwa 50 Stunden. Die mittlere Transportzeit der Tiere nach Russland betrug rund 37 Stunden. Ostendorff kritisierte die Zunahme der Lebendtiertransporte und bekräftigte die Forderung der Grünen nach einer Begrenzung der Transportdauer auf maximal vier Stunden im Inland und auf maximal acht Stunden bei Transporten ins Ausland.
Proplanta


Schmidt spricht sich gegen Abgabe auf Fleisch aus

Deutschlands Verbraucher fordern mehr Tierschutz und Tierwohl in Deutschlands Ställen. Stellt sich die Frage nach der Finanzierung der notwendigen Reformen. Als eine Möglichkeit war eine Abgabe auf Fleisch als Steuerungs- und Finanzierungsinstrument im Gespräch. Allerdings hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt dieser Abgabe im Namen der Bundesregierung beim Evangelischen Kirchentag in Berlin eine Absage erteilt. Diese Maßnahme sei weder zielgenau noch effizient genug, so Schmidt. Stattdessen sprach sich Schmidt erneut für ein behutsames Vorgehen aus, um die geforderte Verbesserung des Tierwohls in Deutschland zu erreichen. Er warnte davor, der hiesigen Landwirtschaft durch nationale Alleingänge die Grundlage zu entziehen, um anschließend Produkte einführen zu müssen, die unter deutlich schlechteren Tierschutzbedingungen produziert worden seien.
Raiffeisen.com


26.05.2017

ZZF fordert Ausgabe von Tierschutz-Gutscheinen

Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl im Herbst hat der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.v. (ZZF) die Ausgabe von Gutscheinen für den Tierschutz für die Empfänger von Arbeitslosengeld II gefordert. An diese Personen sollten zusätzlich zum Regelbedarf Gutscheine für Tierbedarf ausgegeben werden. Der ZZF verweist auf eine Umfrage aus dem vergangenen Jahr, die gezeigt hatte, dass das Leben mit Heimtieren zufrieden und glücklich macht und einen positiven Einfluss auf das Stress-Empfinden hat. Deshalb würden Heimtiere auch für Personen, die Transfereinkommen beziehen, wichtige Begleiter darstellen und Heimtiere könnten Rentnern und Arbeitslosen helfen, den Alltag zu strukturieren. Deshalb sollten Empfänger von Transfereinkommen, die Heimtiere halten, über den Regelbedarf hinaus unterstützt werden. ZZF-Präsident Norbert Holthenrich fordert, dass sich unverschuldet in finanzielle Not geratene Menschen nicht von ihren Haustieren trennen sollten. Auch zum Schutz der Tiere dürften finanzielle Gründe nicht dazu führen, dass die Tiere von Arbeitslosen nicht tierschutzgerecht versorgt werden können oder sogar abgegeben werden müssen.
ZZF