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17.08.2018

Usutu-Virus bei Vögeln in Bayern

Bei vier Vögeln aus Bayern konnte das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) das Usutu-Virus nachweisen, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilt. Der Nachweis erfolgte bei zwei Amseln, einem Kleiber und einem Bartkauz, die tot aufgefunden worden waren. Aktuell werden noch weitere Proben am FLI untersucht. Das Usutu-Virus wird von Stechmücken übertragen und wurde erstmals im Jahr 2011 in Deutschland nachgewiesen. Betroffen von der Erkrankung, die besonders während der Stechmückensaison von Mai bis September auftritt, sind besonders Amseln. Für Menschen ist das Ansteckungsrisiko sehr gering. Tot aufgefundene Vögel sollten aber grundsätzlich nicht angefasst werden.
LGL Bayern


Deutscher Tierärztetag - Zukunft der Tierärzte

Am 13. und 14. September findet in Dresden der 28. Deutsche Tierärztetag statt. Dazu sind alle der mehr als 41.000 deutschen Tierärztinnen und Tierärzte zur Teilnahme eingeladen. Der Deutsche Tierärztetag findet alle drei Jahre statt. In verschiedenen Arbeitskreisen wird dann über fachliche und berufspolitische Themen diskutiert. In diesem Jahr stehen die drei Arbeitskreise Kleintierpraxis 2030, Nutztierpraxis 2030 und Amtstierarzt 2030 für die Diskussion bereit. Im Arbeitskreis zur Kleintierpraxis wird man sich besonders der notwendigen Neuorganisation von Praxen zuwenden. Diese entsteht einerseits durch höhere Ansprüche an Qualität und Bereitschaftsdienst. Andererseits steigt für die nachrückende Tierärztegeneration die Bedeutung von Freizeit und Familie. Im Arbeitskreis Nutztierpraxis wird darüber diskutiert, wie sich die Nutztiermedizin auf verschiedene Entwicklungen einstellen kann. Dazu gehören die gestiegenen Qualitätsansprüche an die Bestandsbetreuung sowie das gesteigerte Leistungsvermögen der Tiere. Auch ist der wachsende wirtschaftliche Druck auf die Tierhalter ein Problem. Im Bereich der Amtstierärzte stellen ein enormer Aufgabenzuwachs bei gleichzeitiger Personalknappheit und Misstrauen gegenüber Amtspersonen die Berufsgruppe vor existenzielle Probleme. "Es gilt, den Anspruch und die Realität in Einklang zu bringen und intensiv zu diskutieren, wie man alle Kolleginnen und Kollegen am besten auf die neuen Anforderungen der Zukunft vorbereitet. Denn der Wandel der Gesellschaft bedeutet auch einen tierärztlichen Wandel, der die veterinäre Landschaft verändern kann und wird", sagt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK).


Die wichtigsten Informationen zum Floh

Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) hat die wichtigsten Informationen zu Floh und Flohbefall bei Hund und Katze zusammengestellt. Dabei werden die Punkte in Form von Fragen und Antworten dargestellt. Zu den Informationen gehören solche über den Aktivitätszeitraum der Parasiten und die von ihnen übertragenen Krankheiten. Aber auch auf die Flohspeicheldermatitis wird eingegangen. Zudem wird auf das Risiko für den Flohbefall je nach den Lebensumständen von Hund und Katze hingewiesen. Abschließend wird auf Fehler aufmerksam gemacht, die bei der Behandlung und auch der Prophylaxe entstehen können. Hierzu gehören u.a. die fehlerhafte Anwendung der Präparate oder auch zu lange Zeitabstände zwischen den Behandlungen.
BfT e.V.
www.zecken-und-flohfrei.de


16.08.2018

Der Blaue Hund als App für iOS und Android erhältlich

Der "Der Blaue Hund" ist das Bisspräventionsprogramm der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG). Der Blaue Hund, eine Zeichentrickfigur in einer interaktiven Computergeschichte, soll Kindern und ihren Eltern den gefahrlosen Umgang mit dem eigenen Hund vermitteln. Insbesondere Klein- und Vorschulkinder sind im Fall eines Hundebisses besonders gefährdet, denn sie werden oft am Kopf und insgesamt schwerer verletzt als Schulkinder. Das Programm gibt es bereits seit einigen Monaten als App für iOS. Nun ist es auch für Android-Geräte verfügbar. Mit Hilfe des Programms können Kinder auf spielerische Weise das in solchen Situationen richtige Verhalten lernen. Der Blaue Hund wurde von einer Gruppe von Tierverhaltensforschern, Ethologen, Psychologen, Kinderärzten und Künstlern aus Belgien und Großbritannien unter dem Dach des gemeinnützen Blue Dog Trust mit Sitz in London entwickelt.
DVG


Weniger Fluorchinolone in QS-Betrieben eingesetzt

In den Betrieben des QS-Systems ist der Einsatz von Fluorchinolonen auch im vergangenen Jahr weiter gesunken. Dies geht aus den im System gemeldeten Antibiotikamengen bei Schweinen, Geflügel und Mastkälber haltenden Betrieben für das Jahr 2017 hervor. Auch die insgesamt eingesetzte Menge an Antibiotika ist zurückgegangen. Es wurden im Jahr 2017 471 Tonnen Antibiotika eingesetzt. Im Jahr 2014 waren es noch 697 Tonnen. Der Verbrauch der als Reserveantibiotika geltenden Fluorchinolone sank seit 2014 von 7,29 Tonnen auf noch 4,66 Tonnen im vergangenen Jahr. Aus den Meldungen für dieses Jahr lässt sich rückschließen, dass der Antibiotikaeinsatz auch im Jahr 2018 weiter zurückgehen wird. Für das erste Halbjahr wurde ein Verbrauch von 211 Tonnen Antibiotika gemeldet. Dies liegt leicht unter dem Vorjahresniveau.
QS


Nachfrage nach Tiermedizinstudium weiter hoch

Die Nachfrage nach den Studienplätzen für Tiermedizin in Deutschland war auch im Jahr 2018 weiterhin hoch. Auf die 1.076 Studienplätze, die sich auf die Fakultäten in Berlin, Gießen, Hannover, Leipzig und München aufteilen, kamen insgesamt 4.244 Bewerberinnen und Bewerber, wie hochschulstart.de mitteilt. Im Jahr 2107 waren es 4.409 Bewerberinnen und Bewerber auf 1.067 Studienplätze. Auch in den anderen medizinischen Studiengänge wurde eine weiterhin hohe Nachfrage verzeichnet. Auf die 9.232 bzw. 1.518 Studienplätze für Humanmedizin bzw. Zahnmedizin kamen 43.631 bzw. 6.190 Bewerberinnen und Bewerber.
hochschulstart.de


Staupe bei Füchsen - auf Impfschutz bei Hunden achten

Da in Schleswig-Holstein regelmäßig die Staupe bei Füchsen nachgewiesen wird, rät das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Hundebesitzern dazu, auf einen ausreichenden Impfschutz bei ihren Tieren zu achten. Im schleswig-holsteinischen Landeslabor wird die Staupe regelmäßig bei Füchsen, die als Reservoir für das Staupevirus angesehen werden, nachgewiesen. Zumeist erfolgt dies bei tot aufgefundenen oder verhaltensauffällig erlegten Tieren, die von Jägern zur Untersuchung eingesandt werden. Dabei stammen die Tiere aus dem gesamten Bundesland. Auf Grund des reichhaltigen Nahrungsangebotes und ihrer schnellen Lern- und Anpassungsfähigkeit sind Füchse immer häufiger in der Nähe von menschlichen Siedlungen anzutreffen und stellen somit ein Risiko für Hunde dar, die keinen ausreichenden Impfschutz gegen die Staupe aufweisen. Dabei erkranken nicht alle mit dem Virus infizierten Füchse an der Staupe, sie scheiden jedoch das Virus aus. Deshalb sollte regelmäßig der Impfschutz der Hunde gegen die Staupe überprüft und -wenn notwendig- aufgefrischt werden.
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein


Studie will Erfahrungen und Umgang mit dem Tod des Tieres beleuchten

An der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) sollen im Rahmen einer Doktorarbeit die Erfahrungen und der Umgang mit dem Tod von Haustieren beleuchtet werden. Marion Schmitt vom Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie will von Tierbesitzern wissen, welche Erfahrungen sie mit dem Tod, dem Einschläfern, dem Erleben von Verlust und Trauer und der Trauerbewältigung gemacht haben. Dazu wurde ein anonymer Fragebogen entwickelt, der auf den Projektseiten heruntergeladen werden kann. Auf einer zweiten Webseite sind dann bereits eingesendete Werke veröffentlicht, um potenzielle Teilnehmer zum Mitmachen zu inspirieren. Die Studie ist Teil des Projekts "Behandlungsziele am Lebensende von Companion Animals" (BELECAN) und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.
Projektwebseite an der TiHo mit Fragebogendownload
Projektwebseite mit bereits eingegangenen Fragebögen


ASP-Schutzzaun zwischen Dänemark und Deutschland soll nächstes Frühjahr gebaut werden

Im Frühjahr 2019 soll zum Schutz gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) mit dem Bau des umstrittenen Schutzzauns entlang der dänisch-deutschen Grenze begonnen werden. Das teilte die dänische Umweltbehörde am Montag mit. Der vor einem Wildschweineübertritt schützende Zaun soll 70 Kilometer lang und bis zu 1,5 Meter hoch werden. Tierschützer befürchten jedoch, dass der Zaun auch Wölfe, Otter und Goldschakale in ihrem natürlichen Lebensraum stören könnte. Zudem ist der Nutzen des Zauns strittig, da Wildschweine auch schwimmen können und auf diesem Weg die Grenze passieren und den Erreger einschleppen können. Zudem ist das Risiko der Erregereinschleppung über konatminierte Lebensmittel aus Drittländern deutlich höher als durch Wildschweine.
Proplanta


15.08.2018

Viehhalter dürfen wegen der Dürre auch Zwischenfrüchte verfüttern

Um die Situation der Viehhalter zu entspannen, wird ihnen in diesem Jahr die Verfütterung von Zwischenfrüchten wie Klee oder Grasmischungen gestattet. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat eine entsprechende Verordnung zur Nutzung sogenannter ökologischer Vorrangflächen auf den Weg gebracht, wie tagesschau.de berichtet. Diese Zwischenfrüchte werden üblicherweise zur Verbesserung der Bodenqualität gesät. Mitte nächster Woche will die Bundesregierung über mögliche Hilfszahlungen für betroffene Landwirte entscheiden. Als Basis für die Entscheidung soll der Erntebericht dienen, den Klöckner dann im Kabinett vorlegen will. Der Deutsche Bauernverband fordert Hilfen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro für durch die Trockenheit in Bedrängnis geratene Betriebe. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister hatte die wirtschaftlichen Schäden für die Landwirte allein in seinem Bundesland auf gut eine halbe Milliarde Euro beziffert.
tagesschau.de


Gene schützen Elefanten vor Krebs

Elefanten werden rund 70 Jahre alt und besitzen mehr als einhundertmal so viele Zellen wie der Mensch. Deshalb wäre zu vermuten, dass Elefanten auch ähnlich häufig wie der Mensch an Krebs erkranken und sterben. Während rund 17 Prozent aller Menschen an Krebs sterben, trifft dies nur auf rund fünf Prozent der in Gefangenschaft gehaltenen Elefanten zu. Forscher der University of Chicago sind der Frage nachgegangen, warum dies so ist und sind dabei bei einigen Genen fündig geworden. Sie untersuchten das Tumor-Suppressor-Gen p53, das dafür sorgt, dass eine Zelle abstirbt, wenn es Veränderungen am Erbgut identifiziert. Dieses Gen liegt beim Menschen in einfacher Ausführung vor. Beim Elefanten findet es sich im Erbgut in zwanzigfacher Kopie. Alleine dadurch wird die Krebsabwehr bereits deutlich verbessert. Aber in Kombination mit p53 ist beim Elefanten ein weiteres Gen wirksam, das durch p53 aktiviert wird. Es handelt sich um das LIF-Gen, das beim Elefanten, Seekuh und Klippschliefer in sieben bis elf Kopien vorliegt. Allerdings kann der Elefant im Gegensatz zu Seekuh und Klippschliefer seine Genvariante LIF-6 noch aktivieren. Die Aktivierung erfolgt hier über das p53-Gen. So helfen diese beiden Gene den Elefanten, sich trotz ihrer enormen Körpergröße, effektiv gegen Krebs zu schützen, indem bei Veränderungen des Erbguts der programmierte Zelltod effektiv und schnell ausgelöst werden kann.
Science Daily


Milchpreis im Juni erstmals in diesem Jahr gestiegen

Im Juni 2018 ist der Milchpreis für konventionell erzeugte Milch nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) erstmals in diesem Jahr angestiegen. Der Erzeugerpreis betrug im Juni im Bundesdurchschnitt 32,74 Cent pro Kilogramm Milch. Dies waren 0,59 Cent mehr als noch im Vormonat. Am stärksten fielen die Preisanstiege in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit einem Plus von 1,58 bzw. 1,30 Cent pro Kilogramm aus. Obwohl der Juni 2018 der siebtwärmste seit 1881 war, ging die abgelieferte Milchmenge nur moderat um 127.300 Tonnen auf 2,6 Millionen Tonnen zurück. Die Erzeuger von Ökomilch mussten dagegen im Juni 2018 einen Preisrückgang von 0,06 Cent auf 47,43 Cent je Kilogramm hinnehmen. Allerdings stieg der Preis u.a. in Niedersachsen und Bremen um 0,79 Cent je Kilogramm an, während die Erzeuger in anderen Regionen Preisrückgänge hinnehmen mussten.
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung


Niedersachsen will Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration

Die betäubungslose Ferkelkastration ist ab dem 1. Januar 2019 in Deutschland verboten. Aber der Protest von Seiten einzelner Bundesländer gegen mehr Tierschutz nimmt zu. Zuerst hatte sich Bayern in einer Bundesratsinitiative dafür ausgesprochen, die betäubungslose Ferkelkastration weitere fünf Jahre zuzulassen. Nun will sich Niedersachsen dieser Forderunganschließen. Allerdings fordertNiedersachsen nur eine Verlängerung um drei Jahre. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast wurde vom niedersächsischen Kabinett beauftragt, in Bayern für eine Verkürzung einzutreten, damit Niedersachsen sich der Bundesratsinitiative anschließen kann. „Tierschutz ist uns ein großes Anliegen. Wir sind aber derzeit technisch noch nicht so weit, die bekannten Alternativen der Ferkelkastration ohne Betäubung flächendeckend umzusetzen", betonte die Agrarministerin. Es sei mehr Zeit notwendig, um laufende Studien auszuwerten, in die Praxis umzusetzen und gleichzeitig durch gemeinsame Anstrengungen von Er­zeugern, Politik und Verbraucherverbänden eine breitere Akzeptanz für die Immunokastration zu erreichen. Otte-Kinast betonte, es sei das Ziel, dass es weiterhin auch Ferkel aus Niedersachsen und nicht nur noch aus Dänemark oder den Niederlanden gebe. Die Sauenhalter bräuchten zudem endlich Planungssicherheit. Sollte es nicht zu einer Verlängerung kommen, befürchtet die Ministerin, dass es zu einem Strukturbruch in diesem Bereich der Landwirtschaft kommen könnte.
Niedersächsische Staatskanzlei


14.08.2018

Myxomatose in Spanien zeigt schwere Verlaufsformen bei Hasen

In Spanien zeigt man sich besorgt darüber, dass man aktuell beim Iberischen Hasen deutlich schwerere Verlaufsformen findet, als sonst üblich. Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) hat deshalb auch eine Warnung herausgegeben und auf diese Veränderung der Erkrankung, die bei Hasen üblicherweise relativ mild verläuft, herausgegeben. In Andalusien und in Castilla-La Mancha wurden Hasen gefunden, die Zeichen von Schwäche, Blindheit und Orientierungslosigkeit zeigten. Zudem wurden rote Augen, Entzündungen des Augenlides sowie der Region um den After und Blut in den Nasenhöhlen sowie zum Teil Durchfälle beobachtet. Eigentlich ist das Virus besonders für Kaninchen eine Gefahr, hat aber bereits vor einiger Zeit den Sprung auf den Hasen geschafft.
OIE


Zeckenfunde beunruhigen Forscher

Die Funde von insgesamt sieben Zecken, die der Gattung Hyalomma zugeordnet werden konnten, beunruhigen Forscher der Universität Tübingen und am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr. Die Zecken der Gattung Hyalomma sind ursprünglich in den Trocken- und Halbtrockengebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas beheimatet. In Mittel- und Nordeuropa kamen sie bisher nicht vor. Diese Zecken, von denen eine den Erreger des Zecken-Fleckfiebers in sich trug, wurden an Pferden und Schafen im Raum Hannover, in Osnabrück und in der Wetterau an Pferden und Schafen gefunden. Grundsätzlich sind die Forscher von den Funden nicht überrascht, da die Klimaerwärmung und die Trockenheit in diesem Jahr diese Zecken begünstigen. Nicht klar ist allerdings, ob es sich bei den gefundenen Zecken um einzelne Exemplare handelt, oder ob sich die Arten hier bereits etabliert haben. Die Forscher fordern deshalb, diese Zeckenarten besonders genau zu beobachten und verweisen auf das Beispiel der Braunen Hundezecke. „Bei einer anderen Art, der ursprünglich in Afrika beheimateten Braunen Hundezecke Rhipicephalus sanguineus, sind Exemplare an Hunden gefunden worden, die ihren Hof nie verlassen hatten“, berichtet Prof. Dr. Mackenstedt aus Tübingen. „Damit konnten sie kein unbeabsichtigtes Urlaubsmitbringsel sein – ein Hinweis darauf, dass sich die Art hier möglicherweise bereits entwickeln kann.“
idw


Klöckner schiebt Entscheidung über Dürrehilfen in die nächste Woche

Auf Initiative der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, haben sich Vertreter von Bund und Ländern am Montag erneut in Berlin getroffen. Ziel war die Erfassung der diesjährigen Witterungsschäden auf der Grundlage von Zahlen und Fakten. Anhand derer soll über entsprechende Hilfen entschieden werden. Dazu erklärt Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens: "Wir haben erneut konstruktive Gespräche geführt. Die Länder haben uns bereits im Vorfeld Schadenseinschätzungen und Hilfsprogramme gemeldet, die eine wichtige Grundlage für das heutige Gespräch bildeten. Hier müssen die Länder allerdings noch nacharbeiten, um eine Vergleichbarkeit der Erhebungsgrundlage zu gewährleisten. Auf Länderebene laufen bereits eine Reihe von Hilfsinitiativen - unter anderem Futterbörsen, da besonders die viehhaltenden Betriebe unter großem Druck stehen. Das präzise Ausmaß der Schäden lässt sich aber erst nächste Woche ermessen. Wir halten daher an unserem Fahrplan fest: Erst wenn konkrete und verlässliche Zahlen vorliegen, kann eine abschließende Entscheidung über Hilfen des Bundes gefällt werden." Zudem berichtet Klöckner am Mittwoch dem Bundeskabinett über den aktuellen Sachstand und über die vorgesehene Direktverordnung ökologische Vorrangflächen. Sie forderte außerdem EU-Kommissar Phil Hogan auf, im Rahmen des EU-Rechts alle Möglichkeiten zu nutzen, damit die von ihr auf den Weg gebrachte Regelung möglichst einfach umgesetzt werden kann.
BMEL


13.08.2018

Videoreihe zum stressfreien Katzenhandling in der Tierarztpraxis

Katzen sind häufig unkooperativ in der Tierarztpraxis, und es ist Vorsicht geboten beim Handling, der Untersuchung und Behandlung. Die Organisation International-Cat-Care weiß um diese Probleme und möchte mit einer ganzen Reihe von Videos zu einem stress- und unfallfreien Umgang beitragen. Die insgesamt 16 Videos, die über den iCatCare-YouTube-Kanal abrufbar sind, sind praktisch selbsterklärend und geben nützliche Tipps für den Umgang und zeigen den Tierärzten und Tiermedizinischen Fachangestellten sichere und rücksichtsvolle Vorgehensweisen.
Hier geht es zum YouTube-Kanal
International Cat Care


Monsanto muss an Glyphosat-Geschädigten mehr als 250 Millionen Euro Schadenersatz zahlen

Die Bayer-Tochter Monsanto ist in den USA zu einer Schadenersatzzahlung in Höhe von 253 Mio. € wegen eines angeblich verschleierten Krebspotentials des Pflanzenschutzmittels Roundup verurteilt worden. Der Geschädigte war Hausmeister bei dem Unternehmen und hatte den in Roundup enthaltenen Wirkstoff Glyphosat häufig zur Unkrautvernichtung eingesetzt. Nachdem Dewayne Johnson 2014 an Lymphdrüsenkrebs erkrankte, verklagte er das Unternehmen, es habe nicht ausreichend vor den Risiken seines Produkts gewarnt, und bekam von der Geschworenenjury Recht. Monsanto befürchtet nun, dieses Urteil könne wegweisend für die zahlreichen anderen Verfahren sein und kündigte umgehend Berufung an, denn das Unternehmen ist mit Tausenden ähnlichen US-Klagen konfrontiert. Von Unternehmensseite hieß es, mehr als 800 wissenschaftliche Studien und Bewertungen sowie Zulassungsstudien bewiesen, dass Glyphosat nicht krebserregend sei. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Unkrautvernichter jedoch 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen eingestuft.
Manager Magazin


Onlineplattform für nicht genormtes Bioobst und -gemüse

In der EU wird nicht normgerechtes Obst und Gemüse aussortiert und gelangt nicht in den Handel. Dadurch entstehen nicht notwendige Lebensmittelabfälle. Um das zu verhindern und dafür zu sorgen, dass auch solch aus der Form geratenes Obst und Gemüse konsumiert wird, hat das Berliner Start-up-Unternehmen „Querfeld“ vor zwei Jahren eine Online-Plattform ins Leben gerufen, auf der nicht genormte, biologisch erzeugte Waren erhältlich sind. Seitdem wurden mehr als 70 t solchen Obst und Gemüses an Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung geliefert. Dies soll jetzt ausgebaut werden. Unterstützt wird das Unternehmen von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
DBU


230.000 Euro zur Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen

Baden-Württemberg hat drei Projekte ausgewählt, denen insgesamt 230.000 Euro zur Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen zur Verfügung gestellt werden. Diese Förderung wird in Baden-Württemberg jährlich vergeben. In diesem Jahr hatten sich fünf Projekte um die Förderung beworben, von denen drei als förderwürdig ausgewählt wurden. „Baden-Württemberg ist ein wichtiger Standort der biomedizinischen Forschung. Deshalb stehen wir auch zu unserer Verantwortung, Alternativen zum Tierversuch zu entwickeln. Wir fördern gezielt die Entwicklung und Anwendung alternativer Methoden in der wissenschaftlichen Forschung und Ausbildung. Mit der Förderung wollen wir für engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Anreiz setzen, in diesem Forschungsfeld voranzugehen“, so der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk. Die Projekte verfolgen dabei sehr unterschiedliche Ansätze. Am Universitätsklinikum Tübingen will man Versuche an transgenen Mäusen durch den Einsatz des Bakteriums Galleria mellonella ersetzen. An der Universität Freiburg arbeitet man daran, bestimmte Antikörperfragemente tierfrei selektieren und herstellen zu können.
MLR Baden-Württemberg


BVVG bietet Stundungen der Pachtzahlungen wegen der Dürre an

Da vielerorts die Landwirte mit der Trockenheit zu kämpfen haben, bietet die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) Stundungen der Pachtpreiszahlungen an. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) begrüßt diese Maßnahme und weist darauf hin, dass der Bund mit Sofortmaßnahmen betroffenen Landwirten helfen will, obwohl das genaue Ausmaß der Schäden durch die Trockenheit noch nicht bekannt ist. Die BVVG bietet Landwirten an, dass die Pachtzahlungen, die zum 30.06. bzw. zum 15.08. fällig waren bzw. werden, bis zum 31.08.2018 gestundet werden. Zudem prüft die BVVG, ob auf Stundungszinsen verzichtet und ob ein gestuftes Verfahren zur Pachtminderung umgesetzt werden kann. Die BVVG hat in den ostdeutschen Bundesländern insgesamt mehr als 122.000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen verpachtet, was einem Anteil an den landwirtschaftlichen Flächen dort von 2,21 Prozent entspricht.
BMEL


10.08.2018

Witrugfärbung wird als Kreuzungstier gewertet - kein Zuchtziel

Als Witrugfärbung wird jene bezeichnet, bei der der Rumpf der Tiere einfarbig schwarz oder rot ist. Kopf, Rückenlinie, Bauch und Extremitäten hingegen sind weiß. Die Mitglieder des Bundesverbandes Rind und Schwein haben in ihrer Mitgliederversammlung beschlossen, dass diese Farbzeichnung nicht dem Zuchtziel der Deutschen Schwarz- oder Rotbunten entsprechen und daher als Kreuzungstiere (Nichtherdbuch) registriert werden.
BRS


Kürzeres Stroh sorgt für höhere Milchleistung

Die Länge der Halme im Stroh beeinflusst maßgeblich die Milchmenge. Das fanden kanadische Forscher in einem Fütterungsversuch mit 41 Milchkühen heraus. Über 28 Tage erhielten die Tiere, die zuvor in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, zwei Rationen, die sich in der Länge des Strohs unterschieden. Während die ersten Gruppe gehäckseltes Stroh mit einer Partikellänge von 2,54 cm bekam, erhielt die zweite Gruppe 5,08 cm langes Stroh. Gemessen wurden bei allen Tieren Pansen-pH-Wert, Futteraufnahme, Milchleistung, Pansenaktivität und aufgenommene Futtermenge. Das Ergebnis: Das lange Stroh wurde stärker aussortiert, weshalb die Tiere weniger Trockenmasse aufnahmen als die Vergleichsgruppe und 75 kg weniger Milch gaben.
Agrarheute.com


BMEL lädt zu weiterem Dürregipfel nach Berlin ein

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die Landwirtschaftsminister der Länder am 13. August 2018 zu einem weiteren Austausch und zur Bewertung der Witterungsschäden nach Berlin eingeladen. Erörtert werden sollen auf dieser Grundlage auch mögliche Hilfsmaßnahmen. Besonders für die viehhaltenden Betriebe muss die Futterversorgung sichergestellt werden. Dazu hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner einen Verordnungsentwurf auf den Weg gebracht, der den Bauern in den betroffenen Gebieten die Futternutzung von ökologischen Vorrangflächen mit Zwischenfruchtmischungen ermöglichen soll. Bereits vergangene Woche forderte sie EU-Kommissar Phil Hogan auf, im Rahmen des EU-Rechts alle Möglichkeiten zu nutzen, damit die von ihr auf den Weg gebrachte Regelung möglichst einfach umgesetzt werden kann.
BMEL


Katzenworld startet mit Katzenclub in Großbritannien

Das Onlineportal für Katzennews "Katzenworld" startet den ersten World Federation Cat Club in Großbritannien. Bereits Ende Juni 2018 wurde die Erlaubnis für den Katzenworld Club erteilt. Seit Juli können Katzenzüchter und –freunde Mitglieder des Clubs werden. Die World Cat Federation eV, kurz WCF genannt, ist ein internationaler Verbund von Katzenclubs, der in Deutschland ansässig ist. Rund 280 Organisationen weltweit kooperieren mit der WCF.
katzenworldcats


09.08.2018

Journalistin Swantje von Massenbach übernimmt Pressestelle des BMEL

Die Journalistin Swantje von Massenbach hat die Leitung der Pressestelle im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft übernommen. Sie war mehrere Jahre ARD-Korrespondentin mit den Themenschwerpunkten Ernährung und Landwirtschaft.Außerdem war sie in mehreren Auslandsstudios des WDR tätig.
BMEL


Forschungsprojekt soll Nutzen von Quallen ermitteln

Quallen sind in der Nord- und Ostsee lästige Begleiterscheinungen im Sommer und trüben vielerorts den Badespaß. Ihr Nutzen ist hingegen umstritten. Wissenschaftler aus acht Ländern untersuchen jetzt im Rahmen des Forschungsprojekt "Go Jelly", ob es alternative Verwendungen für die Nesseltiere gibt. Die Europäische Union fördert dieses auf vier Jahre angelegte Projekt mit insgesamt sechs Millionen Euro. Denn die Wissenschaftler haben die Hoffnung, dass Quallen im Kampf gegen Mikroplastik in den Meeren helfen können. "Es gibt Veröffentlichungen, die zeigen, dass der Quallenschleim Mikroplastik und andere Partikel aufnehmen kann", sagt Jalimeh Javidpour von der Universität Kiel. Mithilfe israelischer Forscher will sie nun aus dem Schleim der Qualle ein biologisches Produkt entwickeln, an dem Mikroplastik in Klärwerken haften bleibt. Quallen könnten aber auch hier zu Lande als Nahrungsmittel dienen, wie dies beispielsweise bereits in Asien der Fall ist.
NDR


NABU verzeichnet Zuwachs um 40.000 Mitglieder

Der Naturschutzbund (NABU) Deutschland findet immer mehr Rückhalt in der Bevölkerung. Die Zahl der Mitglieder und Förderer hat sich um 40.000 auf mehr als 660.000 Menschen vergrößert. Damit bleibt der NABU Deutschlands mitgliederstärkster Umweltverband. Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 1,9 Millionen auf 22 Millionen Euro (Vorjahr: 20,1 Millionen). Bei Spenden verzeichnete der NABU einen Zuwachs um rund eine Million Euro auf insgesamt 6,4 Millionen. Bundesweit setzen sich in 2.000 Orts- und Kreisgruppen insgesamt 40.000 NABU-Mitglieder aktiv für die Natur ein. "Dieser große Zuspruch stärkt uns den Rücken und spornt uns an, unsere Projekte zum Schutz von Ökosystemen mit aller Kraft voranzutreiben. Ich bedanke mich herzlich bei unseren Unterstützerinnen und Unterstützern. Stolz auf unseren Verband macht mich das unermüdliche ehrenamtliche Engagement unserer vielen tausend NABU-Aktiven im Land - sie sind unsere Naturschutzmacherinnen und Naturschutzmacher", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich der Vorstellung des NABU-Jahresberichts 2017 in Berlin.
NABU


08.08.2018

Bayern plant Soforthilfen für Landwirte

Die Bayerische Staatsregierung will die Landwirte wegen der Ernteausfälle finanziell unterstützen. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber plant BR24 zufolge die Zahlung von Soforthilfen, rückwirkend zum 1. August, für den Kauf von Futtermitteln. Das Land soll demnach 50 Prozent der Kosten für hinzugekaufte Futtermittel übernehmen.
BR24


Heupreise gehen durch die Decke

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit wird das Futter für die Tiere knapp. Da der 2. und 3. Heuschnitt in diesem Jahr vielerorts ausfallen wird und die Tierhalter bereits vielfach schon jetzt den ersten Schnitt verfüttern, geht der Heupreis aktuell durch die Decke. Innerhalb von zwei Wochen sind die Heupreise schon um über 10 Euro je Tonne gestiegen. HD-Ballen werden aktuell mit bis zu 175 Euro/t gehandelt. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Heupreis bei 35 Euro/t. Aber selbst wenn Mann oder Frau bereit sind, in ihrer Not diese Preise zu zahlen, ist es ein Glücksfall, wenn man tatsächlich welches erwerben kann, denn die Nachfrage ist derzeit riesig.
Agrarheute.com


Landwirtschaftliche Betriebe in Bayern mit dem TierwohlPreis 2018 ausgezeichnet

Am Montag sind in München zwei landwirtschaftliche Betriebe mit dem Bayerischen TierwohlPreis 2018 ausgezeichnet worden. Die mit jeweils 5.000 Euro dotierten Preise gingen an den Milchviehbetrieb Schwimmer aus Sankt Wolfgang (Lkr. Erding) und den Öko-Mastschweinehalter Kloning aus Oettingen (Lkr. Donau-Ries) für ihre stimmigen Gesamtkonzepte zur Verbesserung des Tierwohls. Überreicht wurden die Auszeichnungen von der Bayerischen Agrarministerin Michaela Kaniber. „Sie haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie sich mit kreativen Ideen das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Nutztieren nachhaltig verbessern lässt“, sagte die Ministerin. Der Betrieb Schwimmer erhielt den Preis für ein großzügiges und variabel gestaltbares Platzangebot im Kälberstall – kombiniert mit einer ausgefeilten Steuerung des Stallklimas. Der Öko-Mastschweinebetrieb Kloning wurde für seine durchdachten Temperaturzonen zur Regulierung des individuellen Wärmebedarfs und den freien Auslauf im umgebauten früheren Milchviehstall ausgezeichnet.
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten


Vetmeduni Wien bietet Strombehandlung gegen Vorhofflimmern beim Pferd an

Pferde mit Vorhofflimmern werden entweder rein medikamentös oder aber mittels transvenöser elektrischer Kardioversion behandelt. Diese erfolgversprechende Therapiemethode kommt jetzt auch an der Pferdeklinik der Vetmeduni Vienna zum Einsatz. Diese Methode sorgt durch gezielte Stromstöße dafür, dass das Herz wieder in den richtigen Rhythmus kommt. „Bei der transvenösen elektrischen Kardioversion werden direkt am Herzen Stromstöße verabreicht, um die konfuse Erregungsleitung der Vorhöfe neu auszurichten“, erklärt Jessika Cavalleri, die Leiterin der Klinischen Abteilung. Der Patient bekommt dazu spezielle Katheter mit Elektroden in das Herz gelegt. Dass diese richtig platziert sind, wird sowohl mit Druckmessung als auch Herzultraschall kontrolliert. Bevor das Pferd schließlich unter Vollnarkose gelegt wird, wird der Sitz der Elektroden noch einmal zusätzlich mittels eines Röntgenbildes verifiziert. Die vielen Kontrollmaßnahmen und –möglichkeiten sind eine wichtige Absicherung, wie Dr. Hannah Junge, Tierärztin der Klinischen Abteilung, ergänzt.Die Strombehandlung selbst erfolgt dann in Narkose. Dabei ist das exakte Timing wichtig, damit keine gefährlichen Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden. Bei jedem weiteren, neu applizierten Schock wird schließlich die Stromstärke kontinuierlich erhöht. Hier können mitunter auch Werte von bis zu 360 Joule erreicht werden und notwendig sein. Ist die „gepulste“ Rückführung in den physiologischen Herzrhythmus nachweislich erfolgt, bleibt das Pferd noch eine kurze Zeit in Narkose und wird dann zum Aufwachen vorbereitet. Anschließend sollte das Tier noch drei Tage zur Überwachung und für Kontrolluntersuchungen in der Klinik bleiben. Nach einer Ruhepause von vier Wochen sollte eine weitere Kontrolluntersuchung erfolgen. Dann kann in der Regel das Training wieder aufgenommen werden.
Vetmeduni Wien


07.08.2018

Großes Fischsterben im Rhein hat begonnen - vor allem Äschen sind betroffen

Die Wassertemperatur des Rheins bei Schaffhausen beträgt aktuell aufgrund der anhaltenden Hitze und fehlendem abkühlenden Niederschläge 27,6 Grad. Diese hohen Wassertemperaturen werden von den meisten Fischen nicht vertragen, weshalb ein großes Fischsterben eingesetzt hat. Besonders betroffen sind Äschen, die bereits ab einer Temperatur von 23 Grad unter akutem Stress leiden. Aber auch Barben und Forellen treiben mit dem Bauch nach oben.
Schweizer Fischerei Verband


Schweiz startet Projekt für klimafreundliche Milch

Der Klimawandel ist eine ernst zu nehmende Bedrohung. Dies wird angesichts der anhaltenden Trockenheit und Hitze immer mehr Menschen klar. Das Unternehmen Aaremilch setzt daher auf die Produktion klimafreundlicher Milch. Ende Juni 2018 ist als Projektpartnerschaft mit Nestlé das gleichnamige Pilotprojekt mit Kühen angelaufen, die durch eine geringere Milchleistung länger leben und gleichzeitig aber auch länger Milch produzieren, sollen pro Kilogramm Milch rund 5 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen. Dabei steht die raufutterbasierte Kuh im Zentrum, und die Basismilchleistung sei eine Anlehnung an eine graslandbasierte Milchproduktion. Bei Kühen mit hoher Milchleistung soll die Lebtagesleistung mit einer maximal anrechenbaren Jahresmilchleistung nach unten korrigieren.
Schweizerbauer.ch


Forscher warnen vor Folgen des Klimawandels - Heißzeit steht bevor

Ein Forscherkonsortium, das die Klimaentwicklung näher untersucht hat, warnt vor einer sogenannten Heißzeit. In diesem Falle würde sich die Erde langfristig um etwa vier bis fünf Grad Celsius erwärmen. Außerdem könnte der Meeresspiegel um 10 bis 60 Meter ansteigen, warnen die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS). Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler durch die Analyse sogenannter Kippelemente im Klimasystem wie die auftauenden Permafrostböden in Russland, die Eisschmelze in der Antarktis, die sich erwärmenden Methanhydrate auf dem Meeresboden und die großen Ökosysteme wie der Amazonas-Regenwald. Dabei entsprechen die einzelnen Elemente Dominosteinen in einer Reihe. Kippt einer, fallen nach einander auch die anderen um. Durch eine solche Rückkopplung könnte sich der Klimawandel selbst verstärken.
PNAS
Spiegel.de
Stockholm Resilience Centre


Tierschutzbund ruft zum Boykott von Rennpferdeveranstaltungen auf

Nach den Nutztieren nimmt sich der Deutsche Tierschutzbund nun den Schutz der Rennpferde vor und ruft zum Boykott von Pferderennveranstaltungen und -wetten auf. Obgleich Galopprennen in Deutschland nach dem Fußball die lukrativste Sportart sind und der Wettumsatz in 2016 bei 26 Millionen Euro lag, fordert er auch Pferdeleben. So starben in 2016 auch 12 Pferde auf der Rennbahn, viele andere wurden anschließend wegen Verletzungen oder, weil sie dem Leistungsdruck nicht standhalten können, aussortiert. Die Belastung der Galopper ist enorm, müssen sie bereits meist mit zwei Jahren ihre ersten Galopprennen laufen. Zum Vergleich, Warmblüter werden in der Regel erst mit 3 oder 3,5 Jahren überhaupt eingeritten, Ponys eher mit 4 Jahren. Hingegen müssen auch die Traber bereits sehr früh Leistung bringen und den Sulky ziehen. Deswegen und wegen der meist nicht artgerechten Haltungsbedingungen der Tiere sollten Tierschützer keine solchen Pferderennsportveranstaltungen mehr besuchen und auf Wetten verzichten, fordert der Deutsche Tierschutzbund.
Deutscher Tierschutzbund


06.08.2018

Erstmals ASP in China nachgewiesen

Erstmals ist in China die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Betroffen sind Schweine in einem Betrieb nahe der Stadt Shenyang in der nordöstlichen Provinz Liaoning, wie das Pekinger Landwirtschaftsministerium am vergangenen Freitag mitteilte. Dort waren zuvor knapp 50 Schweine verendet. Nun haben Tests den Verdacht bestätigt. Es wurden Sperr- und Beobachtungszonen eingerichtet und etwa 1.000 Schweine rund um den betroffenen Betrieb getötet. Außerdem wurde ein Transportverbot in der Region verhängt. Dennoch wird der Ausbruch weltweit mit großer Sorge betrachtet, da in China weltweit am meisten Schweine gehalten und produziert werden.
OIE


Landwirte müssen beim Naturschutz eingebunden werden

Die Hessische Umweltministerin Priska Hinz hat sich beim Naturschutzforum in Wetzlar für eine verstärkte EU-Förderung von Naturschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft ausgesprochen. „Biologische Vielfalt und der Klimaschutz sichern unsere notwendigen Lebensgrundlagen und sind untrennbar verknüpft mit der Agrarpolitik. Deshalb müssen sie mit dem europäischen Agrarfinanzrahmen verhandelt werden“, sagte Hinz. Weiter hieß es: „Der europäischen Agrarpolitik kommt eine grundlegende Bedeutung zur Umsetzung der Umweltziele der EU zu. Die Diskrepanz zwischen den agrar- und umweltpolitischen Zielen der EU und den Vorschlägen zur Finanzierung ist ein Riesenproblem.“ Weiterhin sprach sie sich für Planungssicherheit und finanzielle Anreize für die Landwirte aus. Nur so könnten die Landwirte für weitere Naturschutz- und Landschaftspflegeleistungen gewonnen werden. Die Halbzeitberichte zur EU-Biodiversitätsstrategie und zur Wasserrahmenrichtlinie, die Verurteilung Deutschlands zur Nitratrichtlinie und der massive Rückgang der Tier- und Pflanzenarten im Offenland haben deutlich gemacht, dass ohne eine Änderung der Agrarpolitik die umweltpolitischen Ziele nicht zu erreichen sind. Deshalb fordert Hessen eine finanzielle Grundlage für landwirtschaftliche Betriebe, die gleichzeitig den gesellschaftlichen Anforderungen an Natur-, Tier-, Gewässer- und Klimaschutz gerecht wird.
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Experten rechnen mit steigenden Milchpreisen

Die führenden europäischen Molkereien haben im Juni 2018 erstmals wieder mehr für das Kilo Milch bezahlt. Der durchschnittliche Auszahlungspreis stieg im Juni um 0,60 auf 32,71 Cent/kg. Experten rechnen mit weiter steigenden Preisen, so auch der niederländische Bauernverband.
topagrar.de


Deutscher Tierschutzbund prangert Situation von Tieren bei Langstreckentransporten in Drittländer an

Der Deutsche Tierschutzbund nimmt die extremen Temperaturen und das damit noch großere Leid von Tieren bei Langstreckentransporten zum Anlass, um erneut ein Transportverbot von Schlachttieren in Länder außerhalb der EU zu fordern. Diese Transporte werden genehmigt, obwohl bekannt ist, dass dabei regelmäßig gegen die EU-Transportverordnung verstoßen wird. „Es besteht sofortiger Handlungsbedarf seitens der Bundesregierung: Bei diesen extremen Temperaturen und solange nicht sichergestellt ist, dass die europäischen Tierschutzstandards eingehalten werden, dürfen Lebendtiertransporte nicht mehr abgefertigt werden“, fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Weiter sei es höchste Zeit, dass die EU-Transportverordnung überarbeitet wird, wobei unter anderem eine internationale Begrenzung der Tiertransporte auf acht Stunden erfolgen muss. „Langfristig muss es Ziel sein, keine lebenden Tiere mehr zu transportieren, sondern am nächstgelegenen Schlachthof zu schlachten und gekühltes Fleisch bzw. Samen statt Zuchttiere auszuführen“, so Schröder.
Deutscher Tierschutzbund


03.08.2018

Länder und Bund sagen Hilfe bei Futterengpässen zu

Die ersten schwerwiegend Betroffenen der anhaltenden Hitze und Trockenheit sind die viehhaltenden Betriebe, denn das Futter wird knapp. Dazu erklärt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: "Zu Versorgungsengpässen soll es erst gar nicht kommen. Deshalb habe ich meine Länderkollegen aufgefordert, mir schnell fundierte Informationen über Ernteschäden und Förderprogramme unter anderem für viehhaltende Betriebe kurzfristig zu übermitteln. Darauf sind wir für unsere Begleitung der Ländermaßnahmen dringend angewiesen. Nur so kann ein koordiniertes, zeitnahes und vom Bund flankiertes gemeinsames Vorgehen möglich sein." Viele Viehhalter haben große Not, ihre Tiere zu versorgen, denn das Gras als Futter fehlt. Bereits jetzt wird schon das Futter eingesetzt, das für den Winter vorgesehen war. Deshalb ist es notwendig, dass sich die Bundesländer vor Ort einen Überblick über die Lage verschaffen und dann das BMEL über Ernteschäden und entsprechende Förderprogramme informieren. Aber auch für viele Landwirte, die Ackerbau betreiben, geht es angesichts der extremen Trockenheit um ihre Existenz. Dennoch sei ein verlässlicher, faktenbasierter Überblick über die Ernte wichtig, um klare Bedingungen für eine finanzielle Unterstützung der Betroffenen einhalten zu können. Der Erntebericht folge einer bewährten Praxis, denn das Bild in Deutschland sieht bislang sehr unterschiedlich aus. Wenn der Erntebericht Ende August vorliegt, wird das Kabinett über das weitere Vorgehen sprechen.
BMEL


Illegale Preisabsprachen für Tierarzneimittel in Frankreich - Kartellamt verhängt Strafen in Millionenhöhe

In Frankreich hat es rechtswidrige Absprachen beim Großhandel mit Tierarzneimitteln gegeben. Die beteiligten Unternehmen und Branchenorganisation haben nach Auskunft des französischen Kartellamtes mehrfach gegen nationales und europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen, weshalb Bußgelder in Höhe von insgesamt knapp 16 Mio Euro verhängt worden seien. Der Meldung zufolge sei zwischen den drei führenden Großhandelsunternehmen für Tierarzneimittel (Alcyon, Centravet und Coveto) ein „Nichtangriffspakt“ geschlossen worden. Darüber hinaus seien zwischen den Großhändlern und dem Handelsverband für Tierarzneimittel (FDMV) illegale Preisabsprachen getroffen worden, um von der Epidemie der Blauzungenkrankheit und den damit einhergegangenen verpflichtenden Bestandsimpfungen der vergangenen Jahre besonders stark zu profitieren. Dies geht u.a. aus der Kommunikation der Beteiligten hervor. Während gegen die drei Großhändler Strafen in Millionenhöhe verhängt wurden, musste die FDMV lediglich 3.000 Euro Strafe zahlen, obgleich sie eine recht zentrale Rolle bei der Organisation der Verstöße gespielt haben soll.
Bauernzeitung


Untersuchung der Paratuberkulose bei Reh-, Dam-, Muffel- und Rotwild - Unterstützung gesucht

Am Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) wird im Rahmen einer Dissertation das Auftreten von Paratuberkulose bei Reh-, Dam-, Muffel- und Rotwild untersucht. Dabei werden Kotproben der Wildwiederkäuer auf Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis analysiert. Um möglichst viele Proben in die Studie einbeziehen zu können, ist die Unterstützung der Jägerschaft gefragt. Eine entsprechende Anleitung der Probenentnahme und Versendung findet sich auf der Webseite des Instituts.
Anleitung der Probennahme der TiHo Hannover


Verbundprojekt zur Rettung des Feldhamsters gestartet

Feldhamster zählen zu den in Deutschland am stärksten bedrohten Säugetierarten. Doch diese Tatsache findet kaum Beachtung. Ein gemeinsames Verbundvorhaben zum Schutz des Feldhamsters von der Deutschen Wildtierstiftung, der Senckenberg Gesellschaft, des Landschaftspflegeverbandes Mittelthüringen, der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz und der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz soll das nun ändern. Hauptsächlich verantwortlich für den Rückgang des kleinen Nagers sind die Veränderungen in den Agrarlandschaften. Die Intensivierung der Landwirtschaft, die Konzentration auf nur noch wenige Feldfrüchte, die Flurbereinigungen und immer höhere Schlaggrößen und der Verlust vieler Randstreifen haben ihn sowie viele andere typische Arten der Agrarlandschaft negativ beeinflusst. Nun sollen zielgerichtete Artenhilfsmaßnahmen in fünf Bundesländern die verbliebenen Schwerpunkte der Feldhamsterverbreitung erhalten und stärken. Als erstes erfolgt eine Kartierung, die die Grundlage zielgerichteter Schutzmaßnahmen sein wird.
BfN


02.08.2018

Der neue Veti-Kalender für 2018/2019 ist jetzt da

Ab sofort ist der neue Veti-Kalender für das Wintersemester 2018/2019 und für das Sommersemester 2019 im Vetion.de-Shop erhältlich. Der praktische Taschenkalender im DIN A6-Format passt in jede Kitteltasche und wurde extra als Begleiter für das Veterinärmedizinstudium entwickelt. Er ist 220 Seiten stark und enthält neben einem praktischen Kalendarium eine Vielzahl von nützlichen Fachinformationen für das Studium wie u.a. ein Fachwörterlexikon, eine Übersicht über die physiologischen Werte und Laborparameter der einzelnen Tierarten, Eselsbrücken und Studienadressen.
Mehr Informationen zum Veti-Kalender 2018/2019


Hessen setzt sich für Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft ein

In Hessen setzt sich ein breites Bündnis von Landwirten, Jägern, Umweltschützern und Politikern für den Schutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft ein. „Wenn wir Insekten, Vögel und Kleintiere in Hessen schützen wollen, dann müssen wir ihnen Lebensräume geben. Intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen bieten diesen Tieren meist nicht genug Abwechslung oder Rückzugsräume. Doch genau diese Räume können meist ohne großen Aufwand geschaffen werden. Landwirtinnen und Landwirte können Flächen neben und zwischen ihren Schlägen der Tierwelt überlassen und damit zum Artenschutz beitragen“, sagte Umweltministerin Priska Hinz heute im Landkreis Gießen. Zudem verwies sie auf die große Bedeutung dieser Wegraine als Lebensräume. Dem Bündnis gehören der Hessische Bauernverband, die Vereinigung ökologischer Landbau in Hessen, der Landesjagdverband, der Ökologische Jagdverein Hessen, die hessischen Naturschutzverbände NABU, BUND und HGON, die Hessische Landgesellschaft und das Umweltministerium an. „Nur gemeinsam können wir die Herausforderung meistern, unsere Natur zu schützen, denn wir alle profitieren von ihr in verschiedener Weise", so Hinz. Blühende Wegränder und Graswege sind wichtige naturnahe Strukturen in der freien Landschaft. Sie sind Lebensräume für Insekten und andere Kleintiere, aber auch für Feldhasen und Vögel.
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Scheibentiere werden in unterschiedliche Gattungen eingeordnet

Scheibentiere (Placozoa) sehen zwar auf der ganzen Welt vollkommen identisch aus, doch sind sie genetisch so divers, dass es Wissenschaftlern der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) München durch vergleichende Genomik gelungen ist, unterschiedliche Gattungen zu definieren. Bislang hatten Scheibentiere eine exklusive Stellung im Tierreich, denn sie galten als einziger Tierstamm, zu dem nur eine einzige Tierart gehört: Trichoplax adhaerens. Doch nun konnten die LMU-Wissenschaftler nachweisen, dass in Hongkong gesammelte Scheibentiere sich von T. adhaerens genetisch stark unterscheiden. Die genetischen Unterschiede waren zum Teil sogar so groß, dass diese Tiere nicht nur eine neue Art darstellen, sondern sogar eine neue Gattung bilden. Die Definition einer neuen Spezies rein durch vergleichende Genomik ist ein Novum in der Systematik von Tieren. Die neue Art wurde von den Wissenschaftlern Hoilungia hongkongensis getauft, was übersetzt „Hongkong Seedrache“ bedeutet. Scheibentiere sind die einfachsten vielzelligen Tiere und besitzen weder Muskel- noch Nervenzellen. Sie sind nur wenige Millimeter groß und haben einen scheibenartig abgeflachten Körper. Die Tiere kommen in allen tropischen und subtropischen Meeren vor.
idw-online


Online-Umfrage zum Evaluationsbericht der 16. AMG-Novelle

Seit dem 01.04.2014 besteht aufgrund der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) für verschiedene Tierkategorien eine Meldepflicht für jeden Einsatz von Antibiotika. Um herauszufinden, wie wirkungsvoll diese Vorschrift ist, ist die Firma SAFOSO vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) mit der Erstellung eines Evaluationsberichts beauftragt worden. Dafür wird die Unterstützung der Tierärztinnen und Tierärzte benötigt, die solche Bestände betreuen, und sie werden gebeten, ihre Erfahrungen und Meinungen in die bundesweite Umfrage einfließen zu lassen. Die Beantwortung des Fragebogens dauert nicht länger als 15 Minuten und die Teilnahme erfolgt anonym.Um den Fragebogen vor unberechtigtem Zugang zu schützen, ist der Link nicht direkt zugänglich. Der Link ist nach dem Login in die HI-Tier Datenbank unter Tierarzneimittel/Antibiotika-Datenbank aufrufbar.
BTK


01.08.2018

Niedersachsen erwarten dramatische Ernteeinbußen

Das Landesamt für Statistik Niedersachsen geht wegen der anhaltenden Trockenheit von der schlechtesten Getreideernte seit 1976 aus. "In Niedersachsen wird für das 2018 eine Getreideernte von 4,69 Mio. Tonnen erwartet. Dies stellt im Vergleich zum ebenfalls unterdurchschnittlichen Vorjahr einen Rückgang von 22 Prozent dar", heißt es. Zum Vergleich: 2017 hatte die Getreideernte noch bei 6,03 Mio. Tonnen gelegen. Weniger Getreide gab es letztmals im ebenfalls sehr heißen und trockenen Sommer 1976. Zudem konnte wegen der vielen Niederschläge im Herbst 2017 das Wintergetreide häufig nur unter Schwierigkeiten oder gar nicht gesät werden. Die nicht bestellten Felder wurden im Frühjahr 2018 überwiegend mit Sommergetreidearten bestellt. Die Anbaufläche für Sommerweizen und Sommergerste stieg im Vergleich zu 2017 um 56.500 Hektar. Auch wichen die landwirtschaftlichen Betriebe auf den Anbau von Mais aus. Die Anbaufläche für Körner- und Silomais stieg um 43.100 Hektar, nachdem sie in den Vorjahren auf hohem Niveau stagniert hatte. Ebenfalls hohe Ernteeinbußen deuten sich für den Raps an.
Landesamt für Statistik Niedersachsen


Auch Bulgarien möchte sich durch Schutzzaun vor ASP schützen

Die Furcht vor einer Ausbreitung und Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in bislang noch nicht betroffene Länder in Europa steigt weiter. Daher plant nun nach Polen und Dänemark auch Bulgarien den Bau eines 133 km langen Schutzzaunes an der Grenze zu Rumänien, wie Medienberichten Anfang vergangener Woche zu entnehmen ist. Denn in Rumänien sind in 2018 bereits mehr als 400 Nachweise der ASP bei Wildschweinen erfolgt. Einige der betroffenen Tiere befanden sich nur rund 60 km von der bulgarischen Grenze.
topagrar.de


Zyklusstadium beeinflusst über Stresshormone das Verhalten von Meerschweinchen

Bislang war unerforscht, ob sich der Sexualzyklus auf das Sozialverhalten weiblicher Meerschweinchen auswirkt, da die Tiere grundsätzlich in strikt hierarchischen Strukturen leben. Die Antwort lautet dennoch ja, wie Forschende der Vetmeduni Vienna und der Universität Wien zeigen konnten. Denn sie beobachteten in Versuchen, dass bei einer Konfrontation zweier Weibchen während der Brunst Flucht die bevorzugte Strategie war, während die Tiere in einer nicht paarungsbereiten Zeit mehr Körperkontakt suchten. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die hormonellen Schwankungen während des Sexualzyklus das Sozialverhalten der Nager beeinflussen. Dies wird dadurch bekräftigt, dass bei den nicht empfängnisbereiten Tieren der Spiegel des Botenstoffs Kortisol im Blut außerdem vor dem Experiment niedriger war, es aber während der Konfrontation deutlich anstieg. Testosteron wurde in beiden Phasen nur geringfügig vermehrt ausgeschüttet. Die Resultate der Studie zeigen einen beachtlichen Einfluss des Zyklusstadiums auf Stresshormone sowie soziales und Fluchtverhalten.
Vetmeduni Vienna


31.07.2018

Exopet-Studie offenbart Missstände in der Haltung von exotischen Haustieren

Die Exopet-Studie, eine gerade von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlichten Studie zur Haltung exotischer Vögel, Reptilien, Amphibien, Zierfische und (exotischer) Säugetiere, sorgt beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) für Aufregung. Denn, obwohl diese nicht als repräsentativ angesehen werden kann, kamen hier Missstände in der Haltung von exotischen Tieren zum Vorschein. Daher will der ZZF nun die Sachkunde sowohl im Zoohandel als auch bei den Tierhaltern fördern und die Beratung von Haltern verbessern. Dazu äußerte sich der Präsident des ZZF, Norbert Holthenrich: „Die Heimtierbranche trägt gemeinsam mit anderen an der Tierpflege, Tiererziehung und -haltung beteiligten Organisationen Verantwortung für den tierschutzgerechten Umgang mit Heimtieren. Unsere Kunden anerkennen die vielfältigen Beratungs- und Serviceleistungen des Zoofachhandels. Wir nehmen jedoch ernst, dass es offenbar in der privaten Haltung von sogenannten exotischen Tieren Optimierungsbedarf gibt. Daher müssen wir analysieren, inwiefern die Beratung im Zoofachhandel oder bestimmte Maßnahmen und Qualitätsstandards in der Tiervermittlung zu einer tierschutzgerechteren Heimtierhaltung beitragen können. Ein gutes Beratungsgespräch setzt nicht nur Fachkompetenz des Händlers voraus, sondern auch didaktische Fähigkeiten.“ Seiner Meinung nach sollten zudem einige in der Studie erwähnten Ideen in Expertenkreisen intensiver beleuchtet werden.
ZZF


Fragen rund um eine nachhaltige und klimarobuste Landwirtschaft der Zukunft

Der Klimawandel zeigt sich gerade in diesem Jahr mit voller Kraft und Hitze- und Trockenstress fordern in der Landwirtschaft ihren Tribut. So sind in Brandenburg teilweise von März bis Juni nur rund 100 mm/m2 Niederschlag gefallen. So wenig Niederschlag gab es zuletzt im Jahr 1976. Die Extremwetterereignisse nehmen zwar insgesamt zu, fallen aber ganz unterschiedlich aus, weiß Prof. Frank Ewert vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Deshalb fordert er in einem Interview einen verstärkten gesamtgesellschaftlichen Dialog über die Frage, wie eine nachhaltige und klimarobuste Landwirtschaft der Zukunft aussehen soll.
ZALF


Umfrage zeigt wachsende Beliebtheit der Initiative Tierwohl

Die Zustimmung der Verbraucher in Deutschland zum Ansatz der Initiative Tierwohl ist ungebrochen bzw. erfreut sich wachsender Beliebtheit. Das geht aus einer bundesweiten repräsentativen Umfrage zu Nutztierhaltung und Fleischproduktion von der forsa Politik- und Sozialforschung hervor. Wie bereits in einer im Dezember 2017 erhobenen Umfrage, finden auch im Juni 2018 93 Prozent der Verbraucher das Konzept der Initiative Tierwohl, Landwirte finanziell dabei zu unterstützen, etwas über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus für ihre Tiere zu tun und die geförderten Maßnahmen zu kontrollieren, gut oder sehr gut. Der Anteil derer, die diesen Ansatz mit „sehr gut“ bewerten, ist sogar um sechs Prozentpunkte gestiegen. Dazu passt, dass 82 Prozent der Befragten es als gut erachten, eine tiergerechtere Ausgestaltung der Nutztierhal-tung in vielen kleinen Schritten konsequent umzusetzen, ohne dabei etwas zu überstürzen. „Die Verbraucher selbst sind, was den Weg zu mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung angeht, offenkundig viel realistischer als jene, die in der öffentlichen Debatte zum Teil ideologisch motivierte Maximalforderungen an die Landwirtschaft stellen. Wir sind zuversichtlich, dass die Signale, die von den Umfrageergebnissen ausgehen, auch in der Politik gehört werden“, erklärte Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl.
Initiative Tierwohl


30.07.2018

Kühlung und Küchenhygiene sind bei der Hitze besonders wichtig

Im Sommer erfreut sich Grillfleisch großer Beliebtheit bei den Verbrauchern. Entsprechend groß ist das Angebot an gewürztem, ungewürztem und mariniertem Grillfleisch. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat in diesem Jahr bisher in seinem Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg 85 Proben solchen Grillfleisches untersucht. 13 dieser Proben mussten beanstandet werden. In vier der gewürzten und marinierten Proben wurden krankmachende Keime (Salmonellen) und bei einer Probe wurde eine erhöhte Keimbelastung in Verbindung mit sensorischer Abweichung festgestellt. Das mit Salmonellen belastete Fleisch stellt für den Verbraucher keine Gefahr dar, wenn es vollständig durchgebraten und die Küchenhygiene eingehalten wird. Andere Proben hatten u.a. eine irreführende Bezeichnung oder waren verdorben. Das LAVES wies noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass Küchenhygiene und Kühlung das A und O und ausgesprochen wichtig bei den derzeit hochsommerlichen Temperaturen sind. Für einen ungetrübten Grillspaß sollte insbesondere in den Sommermonaten das Fleisch gekühlt transportiert und bis zum Grillen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dabei ist wichtig, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Rohes Fleisch sollte nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt kommen, um die Übertragung von Keimen zu verhindern. Auch sollte unbedingt vermieden werden, einen Teller zum Essen zu verwenden, auf dem vorher rohes Fleisch gelegen hat und danach nicht abgewaschen wurde. Genauso ist die Gabel, mit der der Garzustand von Grillfleisch getestet wird, nicht zum Essen zu verwenden. Sonst besteht die Gefahr, dass die Erreger von einer Speise auf die andere übertragen werden. Außerdem wird empfohlen, in der Küche vorzugsweise Schneidebretter aus Kunststoff zu verwenden.
LAVES


Bayer wehrt sich gegen EuGH-Entscheidung zu Neonikotinoiden

Im Mai 2018 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass die festgesetzten Anwendungsbeschränkungen für die als Insektizide eingesetzten Wirkstoffe Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid rechtskonform sind. Die Bayer AG kündigte nun am 27. Juli 2018 an, gegen diese Entscheidung Rechtsmittel einlegen zu wollen. Bayer hält das Neonikotinoidverbot für wissenschaftlich unbegründet. Mit dem Rechtsmittel solle sichergestellt werden, dass einige allgemeine Interpretationen des Gerichts zum Pflanzenschutzgesetz überprüft würden.
Agrarheute.com


Bauernverband fordert finanzielle Unterstützung für dürregeschädigte Bauern von 1 Milliarde Euro

Aufgrund der seit Wochen anhaltenden Trockenheit und Hitze müssen die Landwirte vielerorts, vor allem in Nord- und Ostdeutschland, mit erheblichen Ernteeinbußen rechnen. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, hat daher anlässlich des am Dienstag stattfindenden Dürregipfels, 1 Mrd. Euro Unterstützung für betroffene Landwirte ab einem Ernteausfall von mehr als 30 % unter dem Schnitt der letzten Jahre gefordert. Um dafür die gesetzliche Grundlage zu schaffen, müsste allerdings der Notstand ausgerufen werden. Außerdem drängte Rukwied erneut, eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage einzuführen. Nur so könnten die Landwirte auch für solch schwierige Jahre vorsorgen.
Die Welt


27.07.2018

30.000 landwirtschaftliche Betriebe kontrolliert

Im Jahr 2017 wurden von den Behörden der Bundesländer fast 30.000 landwirtschaftliche Betriebe kontrolliert. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hervor. Bei 6.127 der 29.845 kontrollierten Betriebe kam es zu Beanstandungen. Hier wurden die Betriebe in 8.517 Fällen aufgefordert, die Missstände in weniger als drei Monaten zu beseitigen. In 761 Fällen wurden den Betrieben mehr als drei Monate zur Beseitigung der Mängel eingeräumt und 1.220 Fällen wurde ein Ordnungswidrigkeits- oder sogar ein Strafverfahren eingeleitet. Die Anzahl der Sanktionen stimmt rechnerisch nicht immer mit der Anzahl der Betriebe mit Beanstandungen überein. Einerseits können in einem Betrieb mehrere Beanstandungen auftreten, andererseits kann auf eine Sanktion verzichtet werden,wenn ein geringfügiger Verstoß beispielsweise unmittelbar beseitigt wird.
Deutscher Bundestag


Mit Plasma Keime auf Lebensmitteln abtöten

Die Belastung von Lebensmitteln mit Bakterien kann zu schwerwiegenden Erkrankungen beim Menschen führen. Deshalb arbeitet man an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) gemeinsam mit der terraplasma GmbH an einer Methode, bei der die Keimzahlen auf Lebensmittel mit Hilfe von Plasma reduziert werden sollen. Plasma entsteht, wenn einem Gas ausreichend Energie zugeführt wird – beispielsweise über ein elektrisches Feld. Dabei entstehen geladene Teilchen. "Diese Teilchen reagieren mit den Zellmembranen und dem Erbgut von Bakterien und zerstören sie. Menschliche und tierische Zellen bleiben dabei intakt", erklärt Dr. Birte Ahlfeld aus dem Institut für Lebensmittelqualität und -sicherheit der TiHo. Die terraplasma GmbH, eine Ausgründung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching, ist auf kaltes Plasma spezialisiert, das sich bereits unter Atmosphärendruck bildet und Zimmertemperatur hat. Für die Studie wurde das Plasmatube-System entwickelt, bei dem kaltes Plasma aus Raumluft erzeugt wird. Das Forscher-Team konnte zeigen, dass kaltes atmosphärisches Plasma das gängige Konservierungsverfahren des Verpackens unter Schutzgas effektiv unterstützen kann. Weitere Untersuchungen müssen erfolgen, bevor das Verfahren in einem größeren Maßstab eingesetzt werden kann. Bei dem behandelten Lachsschinken jedenfalls konnte eine deutliche Keimreduzierung erreicht werden. Diese Ergebnisse machen Hoffnung, dass das Verfahren zur Lebensmittelsicherheit einen Beitrag leisten kann.
TiHo Hannover


Die Erfolge bei der Salmonellenbekämpfung bei Legehennen

Dass immer wieder Medienberichte Ängste schüren, dass Salmonellen-Infektionen bei Legehennen mehr oder weniger regelmäßig vorkommen, hat das Staatliche Tierärztliche Untersuchungsamt Aulendorf (STUA) zum Anlass genommen, auf die Erfolge bei der Salmonellenbekämpfung bei Legehennen in den letzten 30 Jahren hinzuweisen. Diese Bekämpfung begann mit der "Zoonosen-Richtlinie" der EU. Daraufhin folgten in den letzten Jahren einige rechtliche Änderungen, die darauf abzielten, die Salmonellen bei Legehennen zu reduzierten. Das STUA weist darauf hin, dass erhebliche Verbesserungen erreicht werden konnten. Betrug die Prävalenz zu Beginn der Maßnahmen noch 14,6 Prozent, konnte im Jahr 2011 erstmals das EU-Bekämpfungsziel von unter zwei Prozent in baden- württembergischen Legehennenbeständen erreicht werden. Diese Erfolge müssen allerdings durch die Einhaltung von strengen Hygienemaßnahmen in den Beständen abgesichert werden. Die Bekämpfung muss also fortlaufend erfolgen. Am STUA werden Sockentupfer und Kotproben aus Legehennenbeständen im Rahmen der betrieblichen und amtlichen Kontrollen auf Salmonellen untersucht. Dabei gilt seit 2009 eine Nulltoleranzgrenze für Salmonellen der Spezies Enteritidis und Salmonella Typhimurium. Eier aus Beständen, in denen diese Erreger nachgewiesen werden, dürfen nicht als Frischeier in den Verkehr gebracht werden. Durch diese Maßnahme wird die Lebensmittelsicherheit beim Verzehrvon frischeihaltigen Produkten erhöht.
STUA Aulendorf


Brexit führt zu Mangel an amtlichen Tierärzten

Der Brexit ist noch nicht vollzogen und die EU und Großbritannien verhandeln über die Modalitäten des Ausstiegs. Allerdings zeigt der bevorstehende Brexit bereits Folgen im Bereich der amtlichen Tierärzte, wie die BBC berichtet. Hier wird ein Großteil der Tierärzte aus dem Ausland rekrutiert und die Unsicherheit, wie es nach dem Brexit weitergeht, führt offenbar dazu, dass viele Tierärzte diese Positionen in Großbritannien aufgeben und die Rekrutierung neuer Tierärzte im Ausland schwierig wird. Dies gab die Firma Elville & Jones an, die für die Food Standards Agency (FSA) diese Tierärzte rekrutiert und bereitstellt. Die Firma verliert jeden Monat rund 20 Tierärzte. Das Unternehmen fordert, dass Tierärzte auf die Liste der Berufe aufgenommen werden, die auch weiterhin in Großbritannien problemlos arbeiten dürfen. Die Firma beklagt bereits finanzielle Einbußen durch den Verlust an Mitarbeitern. Als problematischer könnte sch aber erweisen, dass eventuell nicht mehr genug Tierärzte vorhanden sind, um die vorgeschriebenen gesetzlichen Kontrollen im Lebensmittelbereich durchzuführen.
BBC


26.07.2018

DFG-Forschungspreis zum Ersatz von Tierversuchen vergeben

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Ursula M. Händel-Forschungspreis 2018 für Forscher vergeben, die mit ihren Untersuchungen erheblich zur Reduzierung von Tierversuchen beitragen können. Der Preis wurde bereits zum siebten Mal vergeben und ist mit jeweils 50.000 Euro dotiert. Prof. Dr. Ellen Fritsche vom Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erhielt den Preis für die Entwicklung eines Testsystems für Chemikalienwirkungen, das das Potenzial besitzt, eigentlich bei toxikologischen Tests vorgeschriebene Tierversuche komplett zu ersetzen. Fritsche arbeitet mit sogenannten Neurosphären. Dabei handelt es sich um organähnliche Zellkulturen, die aus humanen Stammzellen entwickelt werden. Hier erlauben die Ergebnisse der Neurotoxizitätsstudien eine bessere Einstufung der Gefährlichkeit von chemischen Stoffen als Studien an Tieren. Der Mathematiker und Mediziner PD Dr. Hamid Reza Noori vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen wird für den Einsatz von Big Data in der Neurobiologie ausgezeichnet. Er nutzt neue Ansätze aus Mathematik, Datamining und Maschinellem Lernen, um die Vielzahl publizierter Daten aus neurobiologischen Forschungsprojekten der letzten Jahrzehnte an Ratten auszuwerten. Allein durch die komplexe Analyse vorhandener Daten gelang es Noori –ohne einen weiteren Tierversuch– die biochemischen Schaltkreise im Rattengehirn aufzuklären, die grundlegend für die Informationsverarbeitung im Gehirn sind. Auch durch diese Arbeiten ist eine deutliche Reduzierung von Tierversuchen möglich.
DFG


Auch moderne Verfahren zählen als Gentechnik

Auch Pflanzen, die mit moderner Mutagenese-Technik verändert werden, gelten als gentechnisch veränderte Organismen. Dies geht aus einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hervor. Mit diesem Grundsatzurteil ist klargestellt, dass veränderte Pflanzen auch im Verkauf als gentechnisch verändert deklariert werden müssen. Dies bedeutet aber auch, dass die Pflanzen vor der Zulassung auf ihre Sicherheit geprüft werden müssen. Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, kommentierte das Urteil folgendermaßen: „Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist eine Klarstellung in einem der bedeutendsten Forschungsfelder erfolgt. Fachpolitiker und -experten haben darauf gewartet, um weitere sachgerechte Schritte festlegen zu können. Mir ist wichtig, dass das Urteil des Europäischen Gerichtshofs sorgfältig ausgewertet wird. Oberste Maxime hat dabei der gesundheitliche Verbraucherschutz. Gleichzeitig will ich den Blick für Entwicklungen und Innovationen offen halten. Denn wir sind nicht allein auf dieser Welt: Vielerorts werden neue Züchtungstechnologien bereits angewandt oder sind unerlässlich, um für eine ausreichende Versorgung beispielsweise mit Getreide zu sorgen. Ich sehe deutliche Herausforderungen: Wir wollen einerseits weniger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Andererseits gleiche Ernteerträge. Dazu bräuchten wir weitere Möglichkeiten – zum Beispiel schädlingsresistente oder dürreresistente Sorten. Diese Diskussion möchte ich in Europa gemeinsamen mit der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten vorantreiben.“
BMEL


Mehr Artenvielfalt durch bessere Digitalisierung

Seit Jahren ist die Artenvielfalt im Agrarland Mitteleuropas rückläufig. Strukturarme und vereinheitlichte Gebiete bieten nämlich nur noch begrenzt Lebensraum für wildlebende Tier- und Pflanzenarten. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert daher zwei Projekte mit insgesamt 235.000 Euro, um wieder eine größere Artenvielfalt zu erreichen. Dabei zeigte sich, dass Digitalisierung Chancen für eine nachhaltige Entwicklung bieten kann. Die Landespflege Freiburg, Institut für Naturschutzökologie und Landschaftsmanagement wird in enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Wurzacher Ried sogenannte Entscheidungshilfesysteme entwickeln. Diese ermöglichen Voraussagen für die zukünftige Lebensraumentwicklung bei entsprechendem Maßnahmeneinsatz.
DBU


Geflügelpestvirus bereits in sieben europäischen Ländern in diesem Jahr nachgewiesen

Im Jahr 2017 hat die Geflügelpest den Geflügelhaltern, vor allem den Putenhaltern, in Deutschland und Europa das Leben schwer gemacht und teilweise große Verluste beschert. Damals grassierte der Erreger vom Typ H5N6.Aber auch in 2018 sind bereits wieder Fälle der Geflügelpest bei Wildvögeln in verschiedenen europäischen Ländern aufgetreten. Die jüngsten Meldungen dazu stammen aus Dänemark, wo bei einer tot aufgefundenen Eiderente auf der Ostseeinsel Vejrø das Virus festgestellt worden ist. Auch hier handelt es sich um den Virustyp H5N6. Das Agrarportal Agrarheute.com hat eine Übersicht über alle Geflügelpestfälle in 2018 in Europa zusammengestellt.
Agrarheute.com


Bären finden in Europa wieder viel geeigneten Lebensraum

Eine neue Studie hat in Europa viele Gebiete identifiziert, in denen zwar aktuell keine Bären mehr leben, die sich aber grundsätzlich wieder als Lebensraum eignen würden. Es sei durch eine Verbesserung der Lebensbedingung wahrscheinlich, dass künftig Bären in einige dieser Gebiete einwanderten. Von über einer Million Quadratkilometern geeignetem Lebensraum in Europa sind rund 37 % nicht besiedelt, was einer Fläche von rund 380.000 Quadratkilometern entspricht. In Deutschland gibt es 16.000 Quadratkilometer potentiellen Bären-Lebensraum. Entsprechend wichtig sei es, vorausschauend Maßnahmen zu ergreifen, um Konflikte zwischen Bären und Menschen zu vermeiden, rät das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung. In Europa leben aktuell noch rund 17.000 Tiere, verteilt auf zehn Populationen und 22 Staaten. Einige dieser Populationen sind aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Größe gefährdet.
iDiv


25.07.2018

Bauernverband für Ausrufung des Notstandes wegen anhaltender Trockenheit

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), hat sich dafür ausgesprochen, angesichts der anhaltenden Trockenheit den Notstand auszurufen. Würden Bundes- und Landesregierungen dies für die besonders betroffenen Regionen durchführen, wäre es möglich, Landwirten mit mindestens 30 Prozent Ernteausfällen sofort finanzielle Hilfen zukommen zulassen. Das gleiche zwar die Ausfälle nicht aus, könne aber helfen, die Existenz der Landwirte zu sichern, erklärte Ruckwied gegenüber dem RBB. Insgesamt rechnet der DBV in diesem Jahr aufgrund der anhaltenden Trockenheit bundesweit mit Ernteverlusten von rund 20 Prozent. Regional könnten die Ausfälle jedoch bis zu 70 Prozent betragen. Rukwied bekräftigte zudem die Forderung nach Einführung einer Risikoausgleichsrücklage. Dazu sollten die Landwirte in guten Jahren nicht den kompletten Gewinn versteuern, sondern daraus Rücklagen für schlechte Jahre bilden.
RBB


Hochsicherheitslabor des RKI in Berlin wird in Betrieb genommen

Das Hochsicherheitslabor im Robert Koch-Institut (RKI) geht am 31. Juli 2018 in Berlin in Betrieb. In dem Labor der höchsten Schutzstufe (S4) kann dann mit hochansteckenden Erregern wie Ebola- oder Nipahviren gearbeitet werden. „Damit können wir solche Erreger besser bekämpfen und auch Grundlagen zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe schaffen“, sagt Prof. Dr. med. vet. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. „Das neue Labor stärkt auch den Forschungsstandort Berlin und ist mit der Nachbarschaft zur Sonderisolierstation des Charité-Campus Virchow-Klinikum zudem ideal gelegen." Das S4-Labor befindet sich am RKI-Standort in der Seestraße in Berlin-Wedding. Es ist eine vom restlichen Gebäude völlig getrennte luftdichte Einheit mit eigener Strom-, Wasser- und Luftversorgung. Mehrstufige Sicherheitssysteme verhindern, dass Viren nach außen gelangen. Das RKI ist das einzige Bundesinstitut im humanmedizinischen Bereich mit einem S4-Labor. Die Expertise des Robert Koch-Instituts im Umgang mit hochpathogenen Erregern ist international gefragt. So wurde es dann im Jahr 2016 auch zum WHO-Kooperationszentrum für neu auftretende Infektionen und biologische Gefahren ernannt.
RKI


Geflügelhalter werden häufiger kontrolliert

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG) widerspricht den zuletzt gemeldeten Berichten, wonach landwirtschaftliche Betriebe nur selten kontrolliert würden. Zumindest für die Geflügelhalter treffe dies nicht zu. ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke verweist darauf, dass in der Hähnchen- und Putenmast jeder Durchgang vom Amtsveterinär im Rahmen der Lebendtierbeschau im Stall untersucht wird. Demnach gebe es bei den Puten entsprechend drei bis vier und bei den Hähnchen sieben bis acht amtliche Kontrollen im Jahr. Auch wird dem erweckten Eindruck widersprochen, dass nur der Staat eine zuverlässige Kontrolle von Tierschutz und Tierwohl gewährleisten kann. Ripke verweist auf das engmaschige System von Eigenkontrollen durch den Tierhalter, den bestandsbetreuenden Tierarzt, den Berater des Vermarkters und Qualtitätssicherungssysteme wie QS. Rainer Wendt, ZDG-Vizepräsident und Hähnchenmäster in Niedersachsen, erklärte, dass er im Schnitt einmal in der Woche einen Kontrollbesuch im Stall habe. Allerdings sind darin Besuche von staatlicher Seite und auch von anderen Partner wie der Initiative Tierwohl zusammengerechnet.
ots


24.07.2018

2016 gestrandete Pottwale gehörten zu zwei unterschiedlichen Gruppen

Zu Beginn des Jahres 2016 waren an den Küsten Deutschlands, der Niederlande, Großbritanniens, Dänemarks und Frankreichs 30 junge männliche Pottwale gestrandet und verendet. Untersuchungen ergaben, dass die Tiere zu zwei Gruppen unterschiedlicher Herkunft gehörten. Die Untersuchungen von insgesamt 24 Tieren wurden unter Beteiligung des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) durchgeführt. Dabei wurden sowohl Schadstoffuntersuchungen als auch genetische Analysen vorgenommen. In den Körpern einzelner Meeressäugern sammeln sich je nach geographischem Lebensraum und Nahrung unterschiedliche Mischungen und Konzentrationen chemischer Schadstoffe an. Damit entstehen sogenannte Kontaminationsprofile, die für die Bestimmung der Herkunft der Tiere genutzt werden können. Die Tiere, die im Januar 2018 auf Texel in den Niederlanden, auf Helgoland und vor Büsum strandeten, stammten aus stärker mit organischen Stoffen verschmutzten Gebieten. Sie stammten wohl aus südlicheren Regionen wie etwa den Azoren, den Kanarischen Inseln oder Kapverden undgehörten einer Gruppe an. Bei anderen Tieren fanden sich Hinweise darauf, dass sie aus nordatlantischen Nahrungsgebieten rund um den norwegischen Schelfrand stammen.
TiHo Hannover


Aviäre Influenza in Dänemark

In Dänemark ist der hoch pathogene Erreger der Aviären Influenza vom Typ H5N6 bei einer Eiderente nachgewiesen worden. Wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mitteilt, erfolgte der Nachweis bei dem Wildtier auf der dänischen Ostseeinsel Vejrø. Das Tier war am 8. Juli tot aufgefunden worden. Daneben wurden verschiedene andere tote Vögel, bei denen es sich überwiegend ebenfalls um Eiderenten handelte, aufgefunden. Diese Tiere waren allerdings nicht für eine Laboruntersuchung geeignet. Der Erreger war zuletzt im April diesen Jahres in Dänemark nachgewiesen worden.
OIE


Klöckner sieht positiven Trend bei Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung

Im Rahmen der Veröffentlichung des Lagebildes "Antibiotikaeinsatz bei Tieren" hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) den positiven Trend bezüglich der Abgabemengen von Antibiotika an Tierärzte hervorgehoben. Die Ministerin betonte, dass das deutsche Antibiotikaminimierungskonzept Wirkung zeige. Das "Lagebild zur Antibiotikaresistenz im Bereich Tierhaltung und Lebensmittelkette" wurde von der Arbeitsgruppe "Antibiotikaresistenz" erstellt, zu der Vertreter vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gehören. Das Lagebild bündelt bereits früher veröffentlichte Daten und bietet somit erstmals einen guten Überblick zu wichtigen Entwicklungen im Zeitraum 2011 bis 2017. Hier finden sich Daten zu den Abgabemengen von Antibiotika an Tierärzte und den Kennzahlen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzeptes. Auch die Ergebnisse der kontinuierlich durchgeführten Monitoring-Untersuchungen zur Antibiotikaresistenz wurden aufgenommen. Im Lagebild wird nicht nur auf den Rückgang der Abgabemengen von Antibiotika hingewiesen. Auch auf den Rückgang der Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit mit Ausnahme derer für Masthähnchen und Mastputen wird hingewiesen. Zudem bestünde bei den Antibiotikaresistenzen bei den Resistenzraten zum Teil ein rückläufiger Trend.
BMEL


23.07.2018

Menge der eingesetzten Antibiotika in der Veterinärmedizin nimmt 2017 weiter ab

Die Menge der in der Veterinärmedizin abgegebenen Antibiotika in Deutschland ist im Jahr 2017 erneut leicht gesunken. Zwischen 2011 - dem ersten Jahr der Erfassung - und 2017 ging die Gesamtmenge der abgegebenen Antibiotika von 1706 auf 733 Tonnen zurück. Das entspricht einem Rückgang um 57 %, während die in 2017 eingesetzte Menge sich gegenüber 2016 um 1,2% bzw. um neun Tonnen verringerte. Das gab das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bekannt, das bereits seit 2011 die Verbrauchsmengen erfasst. Gleichzeitig ist jedoch die Menge der eingesetzten Fluorchinolone (+ 0,556 t) im Jahr 2017 angestiegen. Hauptsächlich wurden in 2017 jedoch nach wie vor Penicilline mit etwa 269 t und Tetrazykline mit etwa 188 t, gefolgt von Polypeptidantibiotika (Colistin) mit 74 t und Sulfonamiden (62 t) sowie Makroliden (55 t) eingesetzt. Von 2011 bis 2017 hat die Menge an abgegebenen Antibiotika in fast allen Regionen abgenommen.
BVL


Checkliste des FLI zur Vermeidung der ASP-Einschleppung in Schweinehaltungen

Da das Risiko der Einschleppung des Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus den Ländern im Baltikum und Osteuropa weiterhin hoch ist, betont das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weiterhin die große Bedeutung von Schutzmaßnahmen für Schweine haltende Betriebe. Das FLI hat hierzu aktuell zwei Dokumente vorgelegt. Dies ist zum einen eine Checkliste, anhand derer die Schweine haltenden Betriebe ihre Biosicherheitskonzepte überprüfen und gegebenenfalls anpassen können. Andererseits wurde ein Merkblatt über Schutzmaßnahmen gegen die ASP in Schweinehaltungen zur Verfügung gestellt. Beide Dokumente stehen auf den Internetseiten des FLI zum Download zur Verfügung.
FLI


Akademische Forschung muss Antibiotika-Forschung übernehmen

Nachdem sich Unternehmen zum Teil aus der Forschung nach neuen Antibiotika zurückziehen, weist das Forschungskonsortium InfectControl 2020 darauf hin, wie wichtig die Forschung hierzu im akademischen Bereich ist. Zuletzt hatte das Schweizer Unternehmen Novartis angekündigt, sich aus der Entwicklung neuer Antibiotika zurückzuziehen. Die zunehmend resistenten Keime bereiten allerdings zunehmend Sorgen. Auch die WHO betont immer wieder, wie wichtig die Entwicklung neuer Antibiotika ist. Allerdings erfordert die Entwicklung neuer Antibiotika-Klassen einen immensen finanziellen und zeitlichen Aufwand sowie auch umfassendes Expertenwissen. Der Sprecher des BMBF-finanzierten Forschungskonsortiums InfectControl 2020, Prof. Axel Brakhage, betont: "Die von neuen und resistenten Erregern ausgehende Bedrohungslage erfordert immense finanzielle und organisatorische Anstrengungen. Wie wir heute sehen, darf die Entwicklung neuer Antibiotika nicht dem freien Spiel der Marktkräfte überlassen werden. Das gesamtgesellschaftliche Problem verlangt geradezu nach international abgestimmten Antworten aus der Politik. Mit InfectControl 2020 geht Deutschland einen wichtigen Schritt in diese Richtung. Das aus öffentlichen Mitteln finanzierte Engagement akademischer Einrichtungen in der Wirkstoffentwicklung bis in die klinischen Phasen hinein sichert außerdem wichtiges Expertenwissen, das durch die Abkehr der Industrie verloren zu gehen droht. Wenn wir nicht eine kritische Masse an hochqualifizierten Wissenschaftlern vorhalten, gehen uns schlicht die Kenntnisse verloren, die für die Antibiotika-Entwicklung unerlässlich sind. Am Beispiel des Tuberkulose-Wirkstoffes BTZ043 sammeln wir derzeit wichtige Erfahrungen, die auch für künftige Projekte enorm wichtig sind."


Betriebe zur Erprobung der chirurgischen Ferkelkastration unter Betäubung gesucht

Im Rahmen des Verbundprojektes "Praxiserprobung der chirurgischen Ferkelkastration unter Betäubung und postoperativer Schmerzausschaltung in der ökologischen Ferkelerzeugung" werden landwirtschaftliche Praxisbetriebe zur Mitwirkung gesucht, wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mitteilt. Partner des im Rahmen der Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Projektes sind der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, FiBL Deutschland und die Justus-Liebig-Universität Gießen. Insgesamt werden acht Betriebe zur Erprobung der Injektionsnarkose mit Azaperon und Ketamin sowie der Inhalationsnarkose mit Isofluran gesucht. Das Projekt läuft 18 Monate mit einer Praxiserprobungsphase von 12 Monaten. Ziel dieses Tierschutzvorhabens ist es, praktische Erfahrungen mit der chirurgischen Ferkelkastration unter Betäubung sowie postoperativer Schmerzbehandlung in ferkelerzeugenden Ökobetrieben zu generieren und deren Anwendung unter Praxisbedingungen zu evaluieren. Bewerbungen zur Teilnahme können bis zum 17. August 2018 eingereicht werden.
BLE


20.07.2018

Hitze lässt kurznasigen Rassen die Luft ausgehen

Es ist ein Widerspruch in sich, dass viele besonders beliebte Hunde- und Katzenrassen wie beispielsweise Mops, französische Bulldogge oder Perserkatzen und Exotic Shorthair zu den sogenannten Qualzuchten zählen. Tierärztinnen und Tierärzte machen jetzt anlässlich des warmen Wetters noch einmal besonders auf das Problem der Kurznasigkeit aufmerksam. Denn Hunden mit den extrem kurzen Nasen geht im Sommer buchstäblich die Luft aus. Mit einer Kampagne gegen kurzköpfige Hunde will die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) Tierhalter für die Problematik der Qualzuchten sensibilieren. Diese sind mit dem Tierwohl nicht zu vereinbaren. Die GST hat 2018 unter anderem an den Schweizerischen Tierärztetagen in Basel eine Podiumsdiskussion zum Tierschutz durchgeführt. Sie plant zudem zusammen mit der Vereinigung der Schweizer Kantonstierärztinnen und Kantonstierärzte (VSKT) und dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) im Frühjahr 2019 eine Tagung rund um dieses Thema. Auch die deutsche Bundestieräztekammer hat zu diesem Thema eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die Politik und Gesellschaft dieses Thema näher bringen soll.
GST
BTK


Keine Fipronil-Nachweise in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz konnte bei aktuellen Untersuchungen von Eiern aus rheinland-pfälzischen Geflügelhaltungen kein Fipronil nachgewiesen werden. Die Untersuchung von 20 entsprechenden Proben hatte das Landesuntersuchungsamt (LUA) initiiert, nachdem im Juni mit Fipronil belastete Hühnereier aus den Niederlanden nach Deutschland gelangt waren. Die jetzt untersuchten Eier stammten aus ökologischer Erzeugung und auch aus Freiland- und Bodenhaltung. Das Biozid Fipronil darf nicht bei Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, angewendet werden, kommt aber als Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Im vergangenen Jahr mussten europaweit mehrere Millionen Eier vernichtet werden, weil der Wirkstoff in Eiern von sieben Höfen aus den Niederlanden nachgewiesen worden war. Im Juni 2018 waren dann erneut mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden bei Untersuchungen in Deutschland aufgefallen.
LUA Rheinland-Pfalz


EU ermittelt gegen Deutschland wegen der EU-Versuchstierrichtlinie

Die EU-Kommission hat gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren wegen offener Fragen zur Umsetzung der EU-Versuchstierrichtlinie eingeleitet. Dies teilte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit. Ministerin Julia Klöckner (CDU) erklärte dazu, dass es die ethische Pflicht sei, die Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen zu beschleunigen. Bezogen auf das Verfahren erklärte Klöckner, dass Mängel behoben werden müssten, sofern solche bestünden und sagte eine intensive Prüfung zu. "Mein Ministerium setzt sich schon seit langem dafür ein, die Zahl der Versuchstiere auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren. So initiiert und unterstützt mein Ministerium beispielsweise verschiedene Projekte, die zum Ziel haben, Tierversuche möglichst schnell durch alternative Methoden zu ersetzen. Dazu gehören unter anderem die Errichtung und der Betrieb des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren und die jährliche Vergabe des Tierschutzforschungspreises," erklärte Klöckner weiterhin.
BMEL


Mücken können Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen übertragen

Bisher ist davon ausgegangen worden, dass tropische Krankheitserreger wie Zika-, Dengue-, West-Nil- oder auch Chikungunya-Viren Temperaturen von durchschnittlich 25-27 Grad benötigen, um sich zu vermehren. Dies würde bedeuten, dass es hierzulande eigentlich eine doppelte Kontrolle der Viren gibt. Einerseits sind die Temperaturen nicht hoch genug und andererseits kommen die Überträger nicht vor. Für das Chikungunya-Virus scheint dies nicht zuzutreffen, wie aus Arbeiten hervorgeht, die im Hochsicherheits-Insektarium des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin durchgeführt wurden. Dort konnten die Forscher nachweisen, dass sich Chikungunya-Viren in der Asiatischen Tigermücke bereits bei relativ milden Temperaturen von nur 18 Grad vermehren können. Damit besteht grundsätzlich die Gefahr, dass das Virus auch in Deutschland übertragen werden kann, zumal die Versuche mit Mücken der deutschen Population vorgenommen wurden. Allerdings verweist das Bernhard-Nocht-Institut darauf, dass die Gefahr in Deutschland noch sehr gering sein dürfte, da die Tigermücke in Deutschland nur in geringer Zahl und lokal begrenzt vorkommt. Außerdem müsste die Mücke sich zunächst infizieren, indem sie einen mit dem Virus infizierten Menschen sticht.
idw