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Weitere aktuelle Meldungen zur Geflügelpest finden Sie hier.

27.04.2017

Schmids Tierwohllabel stößt nicht auf viel Gegenliebe

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat nun die lang ersehnten Kernelemente des staatlichen Tierwohllabels vorgestellt. Demnach wird das Label zwei Stufen umfassen, eine Eingangs- und eine Premiumstufe. Die Kriterien der Eingangsstufe sollen deutlich über dem gesetzlichen Mindeststandard und den Anforderungen der Brancheninitiative Tierwohl liegen. So versetze das Tierwohllabel die Verbraucher in die Lage, unter Berücksichtigung des Tierwohls hergestellte tierische Produkte zu erkennen und in ihre Kaufentscheidung miteinzubeziehen. Voraussichtlich müssen sie für solche Produkte mit einem Preiszuschlag von etwa 20 Prozent rechnen. Dadurch würden der zusätzliche Aufwand und die zusätzlichen Kosten des Landwirts beglichen. Derzeit arbeitet das BMEL am begleitenden Gesetzentwurf zur Einführung des Tierwohllabels. Das Gesetz wird die wesentlichen Eckpunkte und den Rahmen für die Verordnung, in der die Details geregelt werden sollen, vorgeben. Jedoch können die ersten Betriebe frühestens 2018 zertifiziert werden. Zu welchem Zeitpunkt die Produkte jedoch letztlich in den Regalen liegen werden, hängt auch von den Umstellungsprozessen ab. Inzwischen hagelte es jedoch harsche Kritik an den Plänen Schmids von Seiten der Tierschützer, die die Vorgaben als zu lasch einstuften, während die Landwirte die Pläne für ambitioniert halten. Bauernpräsident Joachim Rukwied erklärte, die Bauern gingen bei den Plänen zwar grundsätzlich mit, jedoch sei eine Verzahnung mit der bestehenden Initiative von Landwirtschaft und Handel zwingend notwendig. Dabei zahlen Supermarktketten in einen Fonds ein, aus dem freiwillig teilnehmende Bauern für Tierwohl-Investitionen honoriert werden.
BMEL
Proplanta


26.04.2017

Höchste Zeit für einen nationalen Bienenaktionsplan

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Aurelia Stiftung haben umfassende Maßnahmen zum Schutz bestäubender Insekten wie Bienen und Hummeln gefordert. Es sei höchste Zeit für einen nationalen Bienenaktionsplan. Angesichts schwindender Bestände bei den zur Befruchtung von Nutz- und Wildpflanzen wie Obstbäumen, verschiedenen Gemüsesorten, Kräutern und Blumen unverzichtbaren Bestäuberinsekten müsse Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt endlich seine Zusagen für mehr Bienenschutz umsetzen. Die Umweltschützer machen vor allem die industrielle Landwirtschaft für den Rückgang der Bienen verantwortlich. "Pestizide, Monokulturen und die reduzierte Pflanzenvielfalt gefährden Bestäuber wie Honigbienen, Wildbienen und Hummeln. Wird der Artenverlust bei den Insekten nicht gestoppt, gefährdet dies nicht nur die biologische Vielfalt, sondern auch die Nahrungsmittelproduktion", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Außerdem müssten Unkrautvernichter wie Neonikotinoide und Glyphosat verboten werden. "Pestizide sind mitverantwortlich für das Bienenvölkersterben. Es geht nicht an, dass die EU-Kommission von den Imkern fordert, ihre Bienenvölker andernorts aufzustellen, wenn mit einer erhöhten Pestizidbelastung zu rechnen ist. Die Tatsache, dass im Honig erhebliche Rückstände von Pestiziden nachweisbar sind, ist höchst beunruhigend für Imker und Verbraucher", sagte Thomas Radetzki, Vorsitzender der Aurelia Stiftung. Dies bestätigen auch umfangreiche wissenschaftliche Belege. "Wissenschaftliche Untersuchungen haben die massive Schädigung von Bienen durch zugelassene Mittel wie Neonikotinoide und Glyphosat bewiesen", sagte Werner Kratz, Ökotoxikologe und Privatdozent an der Freien Universität Berlin. Neben einem Verbot und schärferen Zulassungsbedingungen von Pestiziden bedarf es laut Meinung der Umweltschutzverbänden jedoch auch der Erhaltung und der Wiederherstellung vielfältiger Lebensräume, einer ökologisch ausgerichteten Landwirtschaft sowie der Einführung eines Langzeit-Monitorings der Insektenbestände.
BUND
Nationaler Bienenaktionsplan


25.04.2017

Niedersachsen startet Label Pro Weideland

Niedersachsen hat ein neues Label für Milch auf den Markt platziert, das für garantierte Weidehaltung der Kühe bürgen soll. Das Label "Pro Weideland - Deutsche Weidecharta" wird seit Beginn dieser Woche vermarktet. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90 / Die Grünen) geht sogar soweit, dass er in dem neuen Label den Beginn eines neuen Zeitalters für die niedersächsischen Milchbauern sieht. "Endlich kann ihre Leistung für Grünland und Tierwohl entlohnt werden", freute sich Meyer. Niedersachsen hat das Weidemilchprogramm mit einer halben Million Euro unterstützt. Für das neue Label haben sich die Landwirte mit den Umweltschutzverbänden NABU und BUND mit Vertretern von Molkereien, Wissenschaft und Tierschutz auf gemeinsame Kriterien geeinigt. Meyer sieht darin eine außergewöhnliche Versöhnung von Landwirtschaft und Umweltschutz. Auch Schleswig-Holstein und Bremen sind der zugrunde liegenden Charta "Pro Weideland" beigetreten. Zu den Kriterien, die die teilnehmenden Milcherzeuger einhalten müssen, gehört u.a., dass die Tiere an mindestens 120 Tagen im Jahr für mindestens sechs Stunden pro Tag auf der Weide gehalten werden müssen und ihnen dort ausreichend Platz und frisches Gras zur Verfügung steht. Zudem darf nur gentechnikfreies Futter verwendet werden.
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


BMEL prüft Wildtierhaltungsverbot in Zirkussen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) prüft das vom Bundesrat geforderte Verbot einer Haltung von Wildtieren im Zirkus. Wie der Deutsche Bundestag berichtet, stellt sich diese Prüfung als nicht ganz einfach dar. Denn die Regelungen, wie sie der Bundesrat fordert, würden in die Grundrechte von Tierlehrern und Zirkusunternehmen eingreifen. Deshalb muss eine umfassende Folgenabschätzung vorgenommen werden, wie aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hervorgeht. Die Bundesregierung will demnach Stellung nehmen, sobald die Prüfung über das Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen für den Erlass entsprechender Regelungen abgeschlossen ist. Der Bundesrat fordert u.a., dass die Haltung von Affen, Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörnernund Flusspferden in Zirkusunternehmen untersagt wird.
Deutscher Bundestag


Heimtiermarkt weiter auf Wachstumskurs

Die deutsche Heimtierbranche war auch im vergangenen Jahr auf Wachstumskurs, wie der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) mitteilt. Demnach stieg der Umsatz im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent auf 4,15 Milliarden Euro an. Dazu kommen noch mehr als 500 Millionen Euro Umsatz aus dem Onlinehandel. Der Umsatz mit Heimtier-Fertignahrung stieg dabei leicht um 0,4 Prozent auf 3,17 Milliarden Euro. Hier zeichnete sich für unterschiedliche Tierarten ein unterschiedliches Bild. Demnach setzte der Markt für Hundefutter seinen Wachstumstrend der vergangenen Jahr fort. Der Umsatz stieg gegenüber 2015 um 2,3 Prozent auf 1,354 Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren hier besonders die Segmente Feuchtfutter und Snacks mit einem Wachstum von 4,1 bzw. 3,3 Prozent. Der Markt für Katzenfutter musste dagegen leichte Einbußen hinnehmen. Hier sanken die Umsätze um 0,4 Prozent auf noch 1,6 Milliarden Euro. Einbußen gab es auch bei den Segmenten Kleintier-, Zierfisch- und Ziervogelfutter. Hier sanken die Umsätze um 4,2, 6,7 bzw. 2,3 Prozent auf noch 115 Millionen, 56 Millionen bzw. 43 Millionen Euro. Wachstum zeigte dagegen der Bereich Bedarfsartikel und Zubehör. Hier stiegen die Umsätze gegenüber 2015 um 2,5 Prozent auf 977 Millionen Euro.
ZZF


Europas Landwirte gewinnen Zuversicht zurück

Nach den Ergebnissen des DLG-Trendmonitors aus dem Frühjahr 2017 haben die europäischen Landwirte ihr Stimmungstief überwunden und schauen wieder mit Zuversicht auf die aktuelle und die zukünftige Geschäftsentwicklung. Noch im vergangenen Jaht waren die Landwirte Europas im Stimmungstief. Aktuell wird die Geschäftslage wieder deutlich positiver bewertet und auch die Investitionsbereitschaft steigt wieder an. Grund für die Verbesserung der Stimmungslage ist die aktuelle Besserung der Preise an den Märkten für Getreide, Milch und Schweinefleisch. So haben sich die Getreidepreise stabilisiert, auch wenn sie im Vergleich der letzten Jahre noch auf einem moderaten Niveau liegen. Im Bereich der Schweine steht ein gegenüber dem Vorjahr knapperes Angebot einer anhaltend hohen Nachfrage gegenüber. Insbesondere der Export entwickelt sich hier positiv. Neben den gestiegenen Erzeugerpreisen sind zudem die Kosten für Eiweißfuttermittel und weiterhin moderate Preise für Futtergetreide für ein verbessertes Preis-Kostenverhältnis verantwortlich. Den Milcherzeugern kommt nicht nur entgegen, dass die Milchanlieferungen EU-weit unter dem Vorjahresniveau liegen. Auch wichtige globale Milchexporteure bieten weniger Milch an als noch im vergangenen Jahr. Für den Trendmonitor wurden 700 Landwirte in Deutschland, 700 in Frankreich, 500 in Polen und 350 in Großbritannien befragt.
DLG


21.04.2017

Pilz bedroht Salamander in Europa

Der Pilz Batrachochytrium salamandrivorans ist bereits in den Niederlanden, Belgien und Deutschland aktiv. Hier breitet er sich unter den Salamandern schnell aus. Aus einer aktuellen Veröffentlichung unter Beteiligung der Universität Ghent (Belgien) geht hervor, dass der Pilz für die Salamanderpopulationen Europas eine ernste Gefahr darstellt. Denn die betroffenen Populationen werden innerhalb von nur sechs Monaten um rund 90 Prozent reduziert und sind dann vom Aussterben bedroht. Betroffen ist u.a. der Feuersalamander. Damit die Tiere erkranken und sterben, reicht bereits eine kleine Infektionsdosis. Zudem scheint sich der Organismus nicht gegen den Pilz wehren zu können. Hinzu kommt, dass auch ohne diese neue Erkrankung die Mehrzahl der Salamanderarten in Europa bereits bedroht ist. Der Pilz könnte daher nun zum Aussterben der Arten beitragen. Deshalb muss unbedingt ein europäischer Plan zur Kontrolle der Erkrankung entwickelt werden. Das EU-Parlament hat bereits reagiert und die Gründung eines Konsortiums angestoßen, das schnellstmöglich einen Plan zur Bekämpfung des Pilzes entwickeln soll.
Universität Ghent


Blauzungenkrankheit weiter in Frankreich aktiv

Das Virus der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 ist weiter in Frankreich aktiv. Das geht aus den letzen beiden Berichten der französischen Behörden vom 13. und 20. April 2017 an die Weltorganisation für Tiergesundheit (WHO) hervor. In diesen beiden Berichten wurden 37 neue Fälle der Erkrankung gemeldet. In allen Fällen waren Rinder betroffen. Die meisten traten in Zentralfrankreich auf. Das Virus der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 ist bereits seit Herbst 2015 in Frankreich aktiv. Auf dem Balkan und in Italien grassiert dagegen ein Virus vom Serotyp 4. Auch Italien hat in seinem letzten Bericht an die OIE neun neue Fälle gemeldet. Diese Fälle traten alle im Nordosten Italiens in der Nähe zu Slovenien und Österreich auf.
OIE


Schafsrisse in Bayern durch Wolf bestätigt

Anfang April 2017 wurden im bayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mehrere junge Schafe gerissen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat mittlerweile bestätigt, dass die Risse durch einen Wolf erfolgten. Der Nachweis erfolgte anhand der genetischen Analyse von Speichelspuren. Es soll sich demnach um einen Wolf handeln, der aus der Alpenpopulation stammt. Weitere Untersuchungen sollen Informationen zu Geschlecht und Rudelzugehörigkeit liefern. In jüngster Zeit wurden vermehrt Wolfsnachweise in Bayern bestätigt. So berichtete das Landesamt am 13. April, dass kurz zuvor ein Wolf auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels im Landkreis Neumarkt fotographiert wurde. An diesem Tag veröffentlichte das Amt auch erste Ergebnisse über die Herkunft eines Wolfspaares, das seit Ende 2016 im Nationalpark Bayerischer Wald anwesend ist. Der männliche Wolf dürfte vermutlich aus der Alpenpopulation stammen, das weibliche Tier aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation.
Bayerisches Landesamt für Umwelt


Illegaler Welpenhandel im Fokus der Amtstierärzte

Der illegale Welpenhandel ist eines der Themen, die im Fokus des Internationalen Veterinärkongresses der Bundesverbandes der beamteten Tierärzte e.V. stehen. Der Kongress findet am 24. und 25. April 2017 in Bad Staffelstein statt. Mit dem illegalen Welpenhandel lassen sich gute Geschäfte machen. Zudem adoptieren Privatpersonen oftmals Welpen aus dem Ausland. Dabei lassen sie jedoch außer acht, dass die Einfuhr solcher Tiere nach Deutschland erst möglich ist, wenn der Schutz gegen die Tollwut sichergestellt ist. So soll die Wiedereinschleppung des Virus verhindert werden. Und genau hier liegt ein Problem, das auch die Amtstierärzte oftmals vor ein Dilemma stellt. Denn der Schutz gegen die Tollwut ist in der Regel erst ab einem Alter von ca. 15 Wochen gegeben, wenn die Impfung voll wirksam ist. Werden jüngere, illegal eingeführte Welpen aufgegriffen, müssen sie in Quarantäne. Dies erfolgt aber genau zu einem Alter, in dem die Tiere für ihre Entwicklung auf den Kontakt zu anderen Tieren oder Menschen angewiesen sind. Dieses Problem ist auch den Amtstierärzten bewusst und stellt die Vollzugsbeamten immer wieder vor große Gewissensentscheidungen. Einerseits müssen sie den Seuchenschutz sicherstellen. Außerdem treffen die Beamten häufig auf Tierbesitzer, für die die Entscheidung der Behörden nicht einsichtig ist, was zu weiteren Problemen führt. "Gerade bei Tierschutzfällen werden Tierärztinnen und Tierärzte im öffentlichen Dienst immer häufiger Opfer von Gewaltattacken", berichtet der Präsident des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte, Dr. Holger Vogel. Daher greift der Kongress das Thema illegalen Welpenhandel, aber auch das der Gewaltattacken auf Tierärzte auf.
Bundesverband der beamteten Tierärzte e. V.


20.04.2017

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Unterlassung gegen Veterinäramt

Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den illegalen Welpenhandel hat die Staatsanwaltschaft Hagen in der vergangenen Woche nun auch ein Ermittlungsverfahren gegen das Kreis-Veterinäramt Siegen-Wittgenstein eingeleitet. Der Behörde wird vorgeworfen, trotz zahlreicher Anzeigen von Hundekäufern nicht reagiert zu haben und den Vorwürfen nicht entschlossen genug nachgegangen zu sein. Außerdem wurden im Rahmen der Ermittlungen gegen die Kreuztaler Zucht bereits gegen acht Personen Strafverfahren wegen erwerbs- und bandenmäßigem Betrugs in 30 bis 75 Fällen eingeleitet. Im Dezember 2016 fand in der Kreuztaler Zucht eine große Razzia der Polizei statt, bei der 105 verwahrloste Hunde sowie vier tote Tiere gefunden wurden.
Vier Pfoten
Kampagne gegen ungenügend regulierten Tierhandel


Kostenunterdeckung für Milcherzeuger reduziert sich auf 10 Cent je Kilogramm Milch

Die Milcherzeugungskosten sind im Vergleich zur letzten Berechnung des Milch-Marker-Index (MMI) um weitere 1,03 Cent pro Kilogramm auf 43,74 Cent pro Kilogramm gesunken. Dennoch sind die Landwirte durchschnittlich noch 10 Cent von der Kostendeckung entfernt, da der aktuelle Milchauszahlungspreis bei 33,76 Cent pro Kilogramm Milch liegt. Gleichzeitig stieg der an die Erzeuger ausgezahlte, durchschnittliche Milchpreis seit Oktober 2016 bis zum Januar 2017 um 3,6 Cent pro Kilogramm Milch.
Milch Board
MMI


Mehr Unterstützung der Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern vereinbart

Das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern wird künftig den Deutschen Tierschutzverein e.V. mehr beim praktischen Tierschutz in den Tierheimen unterstützen. So stellt das Land in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 1,5 Mio. € für notwendige investive Maßnahmen in den gemeinnützigen Tierheimen zur Verfügung, denn insbesondere die Unterbringung von Fundtieren falle stark ins Gewicht.„Tierheime leisten durch die Aufnahme, die Pflege, die Betreuung und die Weitervermittlung von Fundtieren oder abgegebenen sowie sichergestellten Tieren einen bedeutenden Beitrag zum Tierschutz vor Ort. Die Ehrenämtler, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren, beraten und schulen über Anforderungen an die Heimtierhaltung oder suchen gemeinsam mit Tierhaltern nach Lösungen für tierschutzrelevante Einzelfälle“, lobte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus. Außerdem lobte Backhaus den Landesverband für die Durchführung des Katzenschutzprojektes, wodurch 2016 zusätzlich zu den in den eigenen Mitgliedsvereinen vorgenommenen Kastrationen knapp 400 Katzen und etwa 200 Kater kastriert werden konnten. Das Land unterstützte die Aktion 2016 und 2017 mit jeweils 20.000 Euro. Kastrationsmaßnahmen sind die wichtigste Voraussetzung für den Erlass von örtlichen Kastrationsverordnungen. Die Gesprächspartner riefen die Landkreise dazu auf, von dem Erlass einer sogenannten Katzenschutzverordnung Gebrauch zu machen. Bisher hat lediglich die Hansestadt Rostock eine solche Verordnung erlassen.
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume MV


19.04.2017

Bayerischer Tierschutzpreis 2017 ausgeschrieben

Das Bayerische Umweltministerium hat auch in diesem Jahr den Bayerischen Tierschutzpreis, der mit insgesamt 12.000 Euro dotiert ist, ausgeschrieben. Der Preis würdigt Personen und Institutionen, die sich in Bayern mit besonderem Engagement für den Tierschutz und die Tiere einsetzen. "Der bayerische Tierschutzpreis ist eine Anerkennung vor allem für die vielen ehrenamtlichen Helfer im Tierschutz. Er steht für die Liebe zum Tier und für den Respekt vor der Schöpfung. Die Preisträger sind Vorbilder für einen aktiven Tierschutz aus der Mitte der Gesellschaft", erklärte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf. Bewerbungsvorschläge werden bis zum 1. Juli 2017 berücksichtigt. Zusätzlich wird Scharf einen Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro verleihen.
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz


Bayern erhöht Förderung für gefährdete Nutztierrassen

Durch die steigenden und sich ändernden Anforderungen an unsere Nutztiere sind einige alte Nutztierrassen inzwischen in ihrem Bestand gefährdet. Um ein Aussterben zu verhindern und genetische Ressourcen zu sichern, wird die Zucht und die Haltung gefährdeter Nutztierrassen finanziell gefördert. Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner weitet die bayerische Förderung gefährdeter Nutztierrassen nun sogar noch aus. „Die Förderung honoriert unseren bayerischen Züchtern den hohen Aufwand und das große Engagement, mit dem sie sich dem Erhalt dieser alten heimischen, aber bedrohten Nutztierrassen widmen“, sagte Brunner. Züchter von Gelbvieh-Mutterkühen bekommen ab sofort jährlich 50 Euro je Tier, zudem wurde die Förderung für Gelbvieh-Kühe mit Milchleistungsprüfung um 20 Euro auf 70 Euro angehoben. Insgesamt werden 17 alte Rassen als förderungswürdig angesehen. Dazu gehören neben dem Gelbvieh auch Murnau-Werdenfelser Rind, Original Braunvieh, Pinzgauer, Rotes Höhenvieh und Ansbach-Triesdorfer. Bei den Pferden sind es das Rottaler und das Leutstettener Pferd, bei den Schaf die Rassen Coburger Fuchsschaf, Rhön-, Brillen-, Stein-, Berg- oder Waldschaf.
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF)
Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen


18.04.2017

Stallpflicht auch in Brandenburg vollständig aufgehoben

Bereits in der letzten Woche wurde in Brandenburg die Stallpflicht für Geflügel vollständig aufgehoben. Wie das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz (MdJEV) mitteilte, war das aktuelle Seuchengeschehen der Geflügelpest bei Wildvögeln in Brandenburg rückläufig. Es konnte zwei Wochen lang kein neuer Fall in Brandenburg nachgewiesen werden. Deshalb konnte die Stallpflicht aufgehoben werden und auch die Durchführung von Ausstellungen und Geflügelmärkten ist wieder möglich. Die strengen Biosicherheitsmaßnahmen, die vom Bundeslandwirtschaftsministerium eingeführt worden waren, gelten allerdings noch bis zum 20. Mai 2017 weiter. Brandenburg wird zudem das Wildvogelmonitoring auf die Geflügelpest intensiv fortführen, um das Vorhandensein des Erregers möglichst schnell zu erkennen.
MdJEV Brandenburg


Parvovirose bei Hunden im Landkreis Cloppenburg

Im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg sind in den vergangenen Wochen Todesfälle bei Hunden durch die Parvovirose aufgetreten. Das Veterinäramt weist daraufhin, dass die Erkrankung besonders bei Welpen aber auch bei älteren nicht geimpften Tieren zu schweren Krankheitsverläufen führen kann. Der Tod kann innerhalb weniger Tage eintreten. Krankheitsanzeichen sind besonders schweres Erbrechen, hohes Fieber und Durchfälle. Das Amt rät Käufern, beim Welpenkauf darauf zu achten, dass die Tiere mindestens neun Wochen alt sind und bereits einmal geimpft wurden. Grundsätzlich sollte man Abstand vom Kauf nehmen, wenn man sich nicht sicher ist, ob es sich um einen seriösen Züchter oder Verkäufer handelt. Größere Züchter und jeder Händler benötigen eine Erlaubnis des zuständigen Veterinäramtes nach Paragraph 11 des Tierschutzgesetzes.
Landkreis Cloppenburg


Wie ein Ebola-Impfstoff das Immunsystem ankurbelt

Wissenschaftler des Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) haben herausgefunden, wie der von ihnen entwickelte Impfstoffkandidat gegen Ebola das Immunsystem ankurbelt und damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Zulassung des Impfstoffes genommen. Als im Jahr 2014 die Ebola-Epidemie in Westafrika ausbrach, arbeitete man am DZIF bereits an einem Impfstoff mit dem Namen "rVSV-ZEBOV". Dabei handelt es sich um ein gentechnisch verändertes Vesikuläres Stomatitis-Virus (VSV). Dieses wurde auf der Oberfläche mit einem Oberflächenprotein des Ebola-Virus ausgestattet. Aktuell steht der Impfstoff kurz vor der Lizenzierung durch die FDA. Bisher war allerdings unklar, welche Immunantworten zum Schutz gegen Ebola induziert werden. Man wusste zwar, dass spezifische Antikörper gebildet werden und dass diese auch sechs Monate nach der Impfung noch nachweisbar sind. Die aktuelllen Ergebnisse zeigen aber auch, dass ein Schutz gegen das Virus auf zellulärer Ebene gebildet wird. Die Forscher konnten zeigen, dass gleichzeitig die Bildung von T-Zellen gegen das Virus induziert wird. Diese greifen Virus-infizierte Zellen an und führen so zum Tod der befallenen Zellen. Zudem wird eine Kaskade in Gang gesetzt, die letztendlich zur Aktivierung von Immunzellen und der Hemmung der Vermehrung des Ebola-Virus im Menschen führt. Diese Reaktion ist allerdings von der Dosierung des Impfstoffes abhängig. Die Forscher halten diese Erkenntnisse für einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur Zulassung und gehen davon aus, dass sie Auswirkungen auf die ideale Dosisfindung haben werden.
idw


Risiko durch Pestizide in Lebensmitteln in der EU gering

In der EU sind die Lebensmittel weitgehend frei von Pestizidrückständen oder enthalten Rückstände unterhalb den gesetzlichen Höchstwerten. Dies geht aus dem Monitoring-Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für das Jahr 2015 hervor, der vor Ostern veröffentlicht wurde. Demnach waren 97 Prozent der untersuchten Proben entweder frei von Pestizidrückständen oder sie lagen unterhalb der Nachweisgrenze. Bei 53 Prozent waren überhaupt keine Rückstände nachweisbar. Die Werte liegen in etwa auf dem Niveau von 2014. Insgesamt wurden mehr als 84.000 Proben auf 774 Pestizide untersucht. Fast 70 Prozent der untersuchten Proben stammten aus EU-Mitgliedsstaaten, Island oder Norwegen. Knapp 26 Prozent stammten von aus Drittländern eingeführten Produkten. Über die restlichen Proben lagen keine Herkunftsangaben vor. Bei Bio-Lebensmitteln waren sogar 99,3 Prozent der untersuchten Proben entweder frei von Pestizidrückständen oder die Werte bewegten sich innerhalb der zulässigen Werte. Und 84,4 Prozent der tierischen Lebensmittel enthielten keine quantifizierbaren Rückstände.
EFSA


13.04.2017

Mecklenburg-Vorpommern hebt Stallpflicht für Geflügel vollständig auf

In Mecklenburg-Vorpommern ist heute, 22 Wochen nach der ersten amtlichen Feststellung des hochpathogenen aviären Influenzavirus des Subtyps H5N8, die Stallpflicht mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. Dies verkündete Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute in Schwerin. Vorausgegangen ist dieser Entscheidung am gestrigen Mittwoch eine Beratung über die Tierseuchenlage mit Vertretern der Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter der Landkreise und kreisfreien Städte. „Die aktuelle Lage erlaubt es, dass alle Tiere in allen Teilen des Landes ab heute wieder ins Freie dürfen. Der letzte Virusnachweis liegt in Mecklenburg-Vorpommern mehr als vier Wochen zurück. Und auch mit dem deutlichen Rückgang der bundesweiten Geflügelpestausbrüche zeigt sich eine Entspannung der Lage“, so Backhaus. Die Biosicherheitsmaßnahmen, die das Risiko des Erregereintrags in die Hausgeflügelbestände minimieren sollen, müssten aber weiterhin von allen Geflügelhaltern aufrechterhalten werden, mahnte der Minister. „Auch wenn der aktuelle Seuchenzug abklingt, ist auch zukünftig das Auftreten von Geflügelpest nicht ausgeschlossen. Darauf müssen wir uns alle einstellen und vorbereiten."
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume MV


Kaum Unterschiede der Ernährungsgewohnheiten von Wildschweinen in Stadt und Land

Wildschweine bevorzugen als Nahrung artgerechtes Futter. Dies gilt auch für die in städtischen Gebieten lebenden Wildschweine, wie eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) jetzt zeigt. Für die Studie untersuchten die ForscherInnen die Mägen von 247 Wildschweinen aus Berlin und dem Umland. Bislang wurde angenommen, dass sie vor allem durch ein attraktives Nahrungsangebot wie Kompost, sonstigen Abfall oder auch direkte Fütterung durch Anwohner in die Siedlungen gelockt werden. "Überraschenderweise fressen Wildschweine in Berlin und Brandenburg fast ausschließlich natürliche Nahrungsmittel, vorrangig Eicheln, Engerlinge, Fasern oder auch Mais, während Nahrungsmittel aus direkter menschlicher Herkunft nur einen Bruchteil ausmachen. So waren nur in 4 von 247 Mägen Brot mit Wurst und Käse und in weiteren fünf Mägen Plastikpartikel zu finden“, berichtet Leibniz-IZW Doktorandin Milena Stillfried. Die Analysen zeigen dennoch Unterschiede zwischen Stadt und Land auf. Aufgrund des zur Verfügung stehenden natürlichen Nahrungsangebots war der messbare Energiegehalt der Nahrung bei den Wildschweinen aus Berlin höher als in Brandenburg, was vermutlich auf die erhöhte Aufnahme von Eicheln zurückzuführen ist.
idw


Hoher Bioanteil bei Schaf- und Ziegenmilchproduzenten

Die Schaf- und Ziegenmilchproduktion in Deutschland entwickelt Marktrelevanz und hat dabei einen hohen Anteil an Bioproduktion. Im Rahmen einer vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau geförderten Studie wurden eine Systemanalyse der Produktion von Schaf- und Ziegenmilch in Deutschland durchgeführt. Demnach wurden im Jahr 2014 in 274 Betrieben insgesamt rund 35.000 Milchziegen und in 87 Betrieben rund 8.500 Milchschafe gehalten und gemolken. In weiteren zehn Betrieben wurden beide Tierarten zur Milcherzeugung genutzt, wie das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) berichtet. Dabei findet sich bei beiden Tierarten ein hoher Ökoanteil. Bei den Milchziegen waren es 65 und bei den Milchschafen 67 Prozent der Betriebe, die ökologisch produzierten. Dabei kann besonders bei der Ziegenmilchproduktion der Trend beobachtet werden, dass die Milch nicht mehr auf dem eigenen Hof verarbeitet wird. 60 Prozent der Betriebe geben die Milch zur Verarbeitung ab. Bei den Schafmilchproduzenten wird dagegen von 75 Prozent die Milch noch in hofeigenen Käsereien verarbeitet.
BZfE


12.04.2017

Bundestierärztekammer legt Positionspapier zur Bestandsbetreuung vor

Auf der Frühjahrsdelegiertenversammlung der Bundestierärztekammer (BTK) wurde ein Positionspapier zur Tierärztlichen Bestandsbetreuung verabschiedet. Das Papier trägt den Namen "Tierärztliche Bestandsbetreuung 2.0: Garant für Tiergesundheit und Tierwohl“. Da es die Bestandsbetreuung bereits seit Längerem gibt, stellt sich die Frage nach den Neuerungen des Konzeptes. BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemannn stellt klar, dass es im Wesentlichen darum gehe, ein ganzheitliches und bestandsübergreifendes Instrument zur Gesunderhaltung und Leistungsförderung unter Berücksichtigung von Tiergesundheit und Tierschutz zu etablieren. Vereinfacht gesagt möchte man eine schnelle und möglichst standardisierte Analyse des Tierbestandes ermöglichen. Daraus sollen dann Empfehlungen zur Verbesserung der Haltung, des Managements, der Gesundheit und des Tierschutzes abgeleitet werden. Grundsätzlich würden bereits jetzt im Rahmen der Integrierten Tierärztlichen Bestandsbetreuung (ITB) bestimmte Parameter der Tiergesundheit erhoben. Allerdings stößt man aktuell dann an die Grenzen des Systems, wenn der Aufwand höher ist als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Dr. Matthias Link, Leiter der Ad-hoc Arbeitsgruppe der BTK fordert, dass zusätzliche Anreize für die Tierhaltungsbetriebe geschaffen werden. Gesunde Tiere, die sich wohl fühlen, sollten quasi ein Wettbewerbsfaktor werden. Zunächst sollte aus den bestehenden Tierschutzindikatoren eine nicht zu große, aber aussagekräftige Menge an Maßzahlen ausgewählt werden. Diese sollten dann verbindlich erhoben werden. Zudem wird in dem Positionspapier die Einrichtung einer Tiergesundheitsdatenbank gefordert. Darin sollen neben bereits bisher erhobenen Parametern auch Schlachthofbefunde und Mortalitätsraten erfasst und zusammengeführt werden. Dies würde es ermöglichen, die Schwachstellen der Tiergesundheit im Rahmen der Tierärztlichen Bestandsbetreuung praxisnah zu analysieren, in den Betrieben untereinander zu vergleichen, nachhaltig zu verbessern und den Arzneimitteleinsatz kontinuierlich zu reduzieren. Zudem wird gefordert, dass Tiere auf Grund zuchtbedingter extremer Leistungsmerkmale nicht mehr überfordert werden. "Die nachhaltige Zucht muss eine gute Tiergesundheit, Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit der Tiere genauso anstreben wie die Leistungsfähigkeit", so Link weiter.
BTK


Bioproduktion von Eiern in Niedersachsen auf Wachstumskurs

In der niedersächsischen Eiererzeugung findet offenbar ein tiefgreifender Strukturwandel statt, wie das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mitteilt. Demnach werden mittlerweile 2,2 Millionen Legehennen in Niedersachsen in Biobetrieben gehalten. Dies entspricht einer Steigerung um 50 Prozent gegenüber dem Jahr 2012. Aktuell wurde erstmals die Zahl von 300 Bio-Betrieben mit Eierproduktion in Niedersachsen überschritten. Jeder vierte Legehennen-Betrieb in Niedersachsen setzt damit auf die Bioproduktion. Niedersachsen hat sich damit zum führenden Bundesland unter den Produzenten von Bio- und Freilandeiern entwickelt. Jedes zweite deutsche Bio-Ei stammt aktuell aus Niedersachsen und mehr als die Hälfte der Legehennenbetriebe in Niedersachsen setzt aktuell entweder auf Freiland- oder Bioproduktion. Der Anteil der Betriebe mit Käfighaltung ist dagegen auf unter sechs Prozent gesunken. Das Ministerium sieht den Zuwachs bei der Bioproduktion auch als Erfolg der eigenen Fördermaßnahmen. Denn die rot-grüne Landesregierung hat die sogenannte Umnstellungsprämie von konventioneller auf ökologische Produktion in mehreren Schritten von 262 auf aktuell 403 Euro je Hektar erhöht. Auch die Beibehaltungsprämie, die ab dem dritten Jahr der Umstellung gezahlt wird, wurde von 137 auf 237 Euro je Hektar erhöht.
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Betriebliche Eigenkontrollen sollen Tierwohl verbessern helfen

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat zusammen mit Partnern das Projekt "EiKoTiGer" gestartet. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich das Thema „Eigenkontrolle Tiergerechtheit – Praxistauglichkeit von Tierschutzindikatoren bei der betrieblichen Eigenkontrolle, Erarbeitung eines Bewertungsrahmens sowie technische Umsetzung in digitalen Anwendungen“. Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) hatte Tierwohlindikatoren für Schweine, Rinder und Geflügel ausgewählt und veröffentlicht. Im Projekt sollen die Indikatoren so eingesetzt werden, dass sie den Landwirt bei der täglichen Arbeit unterstützen und er bei Eigenkontrollen direkt Rückmeldung über das Wohlergehen seiner Tiere erhält. Dazu sollen die Indikatoren in 120 Betrieben im Hinblick auf ihre Praxistauglichkeit geprüft werden. Auch sollen interaktive Schulungsmöglichkeiten entwickelt und erprobt werden, um eine einheitliche Erhebung der Indikatoren in den Betrieben zu unterstützen. Um die Datenerhebung im Betrieb zu erleichtern, soll eine App entwickelt werden. Wichtig ist auch die Frage nach der Einordnung der erhobenen Parameter. Dazu soll ein Bewertungsrahmen mit zugehörigen Zielgrößen und Grenzwerten erarbeitet werden. An dem Projekt, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert wird, sind neben dem FLI noch das KTBL, die Universität Kassel und das Thünen-Institut für Ökologischen Landbau beteiligt.
FLI


11.04.2017

Norwegen will drastische Maßnahmen gegen CWD ergreifen

Nachdem im vergangenen Jahr erstmals die Prionenkrankheit "Chronic Wasting Disease" (CWD) in Norwegen nachgewiesen worden ist, will die Regierung jetzt drastisch gegen die Erkrankung vorgehen. Es wird geplant, eine Rentierherde, in der die Erkrankung bei drei Tieren nachgewiesen worden war, zu töten. Die Herde besteht aus 2.000 Tieren, wie das Magazin "Science" berichtet. Die Regierung möchte damit die Verbreitung der Erkrankung unter Rentieren eindämmen. Zudem soll die betroffene Region für fünf Jahre unter Quarantäne gestellt werden. Die CWD wurde erstmals im Jahr 1967 beschrieben und stellt in den USA ein zum Teil sehr großes Problem dar. Die Entdeckung der Erkrankung im vergangenen Jahr beruht auf einem Zufall. Dabei wurden die Prionen bei einem verendeten Jungtier nachgewiesen. Untersuchungen zeigten, dass die Prionen denen glichen, die auch in Nordamerika vorkommen. Wie die Prionenerkrankung den Sprung von Nordamerika nach Norwegen geschafft hat, ist bis heute unklar. Glücklicherweise gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass CWD wie BSE vom Tier auf den Menschen übertragbar ist. Die Tötung der Rentierherde soll gemeinsam von Amateur- und Profijägern durchgeführt werden. Ab August 2017 sollen zunächst Amateurjäger die Herden bejagen dürfen. Das Fleisch der erlegten Tiere soll zum Verzehr freigegeben werden, wenn die Untersuchung auf die CWD negativ verlief. Anschließend sollen professionelle Jäger die noch verbliebenen Tiere aufspüren und erlegen. Bis die Jagd auf die Tiere beginnt, soll verhindert werden, dass Tiere das rund 2.000 Quadratkilometer große Habitat betreten oder verlassen. Hierbei kommt die bestehende Infrastruktur zur Hilfe. Denn das Gebiet ist von festen Straßen umgeben, die die Tiere nur ungerne überqueren. Obwohl die CWD erst im vergangenen Jahr in Norwegen erstmals nachgewiesen wurde, geht man davon aus, dass die Erkrankung seit fünf bis sieben Jahren in der Region präsent ist. Denn von der Aufnahme der Prionen bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es rund zwei bis drei Jahre. Wissenschaftler aus den USA gehen deshalb davon aus, dass die Verbreitung der Erkrankung noch sehr gering ist und räumen der Bekämpfung gute Erfolgsaussichten ein.
Science


Neues Modell zur Gefahreneinschätzung tierischer Grippeviren für den Menschen

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg haben ein Tiermodell entwickelt, mit dem sie glauben, besser vorhersagen zu können, wie gefährlich bei Tieren zirkulierende Grippeviren für den Menschen werden können. Influenzaviren, die vom Tier wie z.B. vom Vogel auf den Menschen übertragen werden, können unter Umständen schwere Pandemien beim Menschen auslösen. Bisher war es nicht möglich, die potenzielle Gefahr für den Menschen vorherzusagen. Die Freiburger Forscher haben Labormäuse mit einem Gen, dass für die Immunabwehr des Menschen gegen Influenzaviren verantwortlich ist, ausgestattet. Es handelt sich um den Resistenzfaktor MxA, der als wesentlicher Bestandteil der genetischen Virusabwehr beim Menschen gilt. Mäuse, die dieses Gen nicht aufwiesen, waren für viele Influenzaviren empfindlich. Wiesen sie das Gen auf, waren sie gegenüber tierischen Influenzaviren hochgradig resistent. Empfänglich waren sie allerdings für die Viren, die bereits seit längerem beim Menschen aktiv sind. Deshalb gehen die Forscher davon aus, dass das Tiermodell helfen kann, die Gefahren neuer Influenzaviren aus der Tierwelt für den Menschen besser abschätzen zu können.
idw


Tigermücke wird sich weiter ausbreiten

Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen wird nach einem Modell von Forschern des Senckenberg-Forschungsinstituts verschiedene Auswirkungen auf die Entwicklung der Asiatischen Tigermücke und der Asiatischen Buschmücke in Europa haben. Bei beiden Mücken handelt es sich um invasive Arten, die verschiedene Krankheiten übertragen können. Für die Tigermücke wäre nach dem Modell der Forscher die Klimaerwärmung positiv. Ihr könnte es gelingen, ihren Lebensraum deutlich nach Norden auszudehnen. In Südeuropa dürfte die Tigermücke dagegen seltener anzutreffen sein. Der Grund hierfür dürfte die zunehmende Sommertrockenheit sein, die den Insekten zu schaffen macht. Die eher an kühlere Temperaturen angepasste Buschmücke wird es dagegen schwerer haben. Ihr Lebensraum dürfte demnach eher kleiner werden.
idw


10.04.2017

Tarifpartner einigen sich bei Vertrag für TFA

Die Tarifpartner Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe (VMF) haben sich auf einen Abschluss geeinigt. Dies teilen die Tarifparteien mit. Die Details des neu ausgehandelten Tarifvertrages werden allerdings erst nach dem 31. Mai veröffentlicht. Bis dahin haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Bestandteile der Verhandlungen waren der Gehaltstarifvertrag sowie der Vertrag zur betrieblichen Altersversorgung und Entgeltumwandlung. Sollten die internen Gremien der Verbände den Verträgen zustimmen, sollen die Vereinbarungen rückwirkend zum 1. April 2017 gelten.
bpt


Dünne Eierschalen haben nichts mit der Geflügelpest zu tun

In diesem Jahr wurden verstärkt dünne Schalen bei Eiern beobachtet. Dies hat nach Ansicht von Prof. Dr. Michael Grashorn vom Institut für Nutztierwissenschaften der Universität Hohenheim aber nichts mit der Geflügelpest zu tun. Zwar könnten Infektionskrankheiten auch für Probleme bei der Eischale verantwortlich sein. Allerdings sei der Krankheitsverlauf bei der Geflügelpest rasant und betroffene Betriebe würden umgehend gesperrt, so dass die Eier nicht in den Handel kämen. Indirekt könnte die Geflügelpest allerdings doch dafür verantwortlich sein. Denn ältere Legehennen nehmen Kalzium schlechter auf als Junghennen. In diesem Jahr könnten vermehrt ältere Legehennen in den Ställen stehen. Dafür fügt Grashorn zwei Gründe an. Einerseits die Geflügelpest, durch die es zu Lieferengpässen bei Junghennen gekommen sein kann. Und andererseits könnte die Entscheidung, dass ab 1. Januar 2017 nur noch Junghennen mit ungekürzten Schnäbeln eingestallt werden dürfen, ein Grund für vermehrt ältere Legehennen in den Ställen sein. Dies könnte einige Betriebshalter dazu bewogen haben, ihre Legehennen länger zu halten. Diese Feststellung tarf Grashorn im Rahmen des Berichtes über den Vergleich von konventionell produzierten Eiern und Bioeiern. Bioeier hätten demnach oft ein besseres Aroma und höhere Gehalte an Omega-3-Fettsäuren. Dies komme durch die Freilandhaltung zustande, da die Biohennen dort öfters z.B. Kamille oder andere Pflanzen mit ätherischen Ölen aufnehmen. Unterschiede gibt es zudem beim Eigelb. Dies ist bei konventionellen Eiern oftmals deutlich gelber als bei Bioeiern. „Das liegt daran, dass im Bio-Landbau keine synthetischen Farbstoffe als Futterzusatzstoffe eingesetzt werden dürfen“, so Prof. Dr. Grashorn.
Universität Hohenheim


07.04.2017

Hunde können sich in Perspektive des Menschen versetzen

Unter der "Theory of Mind" verbirgt sich die Fähigkeit von Menschen, geistige Zustände wie Gefühle, Absichten, Wissen und Erwartungen von Artgenossen zu erkennen. Diese Fährigkeit wurde Tieren bislang meist abgesprochen. KognitionsbiologInnen des Messerli Forschungsinstitutes der Vetmeduni Vienna konnten nun mit Hilfe eines neuen experimentellen Ansatzes nachweisen, dass Hunde die menschliche Perspektive übernehmen können. Indem die Vierbeiner die Position des Menschen einnehmen und von dort seinem Blick folgen, verstehen sie, was der Mensch sehen und damit wissen konnte. Diese Fähigkeit der Wissenszuschreibung ist ein wichtiger Baustein einer Theory of Mind. In einem Experiment mit zwei Personen, einen "Wissenden", der das Futter für den Hund unsichtbar in eine von mehreren Schalen platziert oder weiß, wo es von jemand anderem platziert wurde, und einen "Unwissenden". Der Unwissende war beim Verstecken des Futters entweder nicht im Raum oder hielt sich die Hände vor das Gesicht. Eine undurchsichtige Wand versperrt den Tieren die Sicht beim Verstecken des Futters. Danach wurden die beiden Menschen zu Informanten, indem sie mit der Hand auf unterschiedliche Futterschalen zeigten. Der Wissende zeigte immer auf das Versteck und der Unwissende auf eine andere Schale, wobei immer alle Schalen nach Futter rochen. Um an das Futter zu kommen, mussten die Hunde also verstehen, wer das Futterversteck kannte und wer es nur vortäuschte. In knapp siebzig Prozent der Fälle wählten die Hunde die Schale, auf die der Wissende gezeigt hat. Dieser Versuch diente vor allem der unabhängigen Bestätigung einer Studie aus Neuseeland, die schon zuvor die Theory of Mind bei Hunden aufzeigen konnte.
Vetmeduni Wien


Kinder, die mit Tieren aufwachsen, sind gesünder

Babys, die in einem Haushalt mit Tieren aufwachsen, leiden weniger häufig an Asthma und Fettleibigkeit. Das fanden Forscher der kanadischen University of Alberta heraus. Sie zeigten, dass die Anwesenheit von Tieren im frühen Kindesalter von bis zu drei Monaten das Mikrobiom im Darm positiv beeinflusst. Dies wirkt sich wiederum positiv auf das Immunsystem des Kindes aus. Die Forscher wiesen in Stuhlproben von Babys, die vornehmlich mit Hunden, aber auch anderen Tieren aufwuchsen, vermehrt die Bakterienarten Ruminococcus und Oscillospira nach. Beide Arten stärken das Immunsystem bei der Abwehr von Allergenen und mindern die Neigung zur Fettleibigkeit. Scheinbar werden die Bakterien auch indirekt von der Mutter auf das Kind übertragen: Der Effekt zeigte sich sogar dann, wenn nur während der Schwangerschaft ein Hund anwesend war. Auch andere Vorgänge rund um die Geburt, die bekannt dafür sind, das Immunsystem des Kindes zu schwächen (Kaiserschnitt, Antibiotikagabe um die Geburt, keine GAbe vonMuttermilch), schmälern den positiven Effekt von Tieren im Haushalt nicht.
University of Alberta


Welche Auswirkungen hat die Domestikation auf Lernverhalten und kognitive Fähigkeiten von Nutztieren?

Wirkt sich gezieltes Denktraining auf das Tierwohl aus? Dieser Frage sind Dummerstorfer und Schweizer Wissenschaftler nachgegangen. Sie wollten herausfinden, welche Fähigkeiten Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten sowie welches Lernvermögen Nutztiere haben, um Haltungsbedingungen zur Verbesserung des Tierwohls entsprechend gestalten zu können. Außerdem wollten sie klären, wie das geistige Vermögen zum Wohle der Nutztiere in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann und in wie weit sich die Domestikation auf das Lernverhalten und die kognitiven Fähigkeiten ausgewirkt hat. Die Forscher haben Wild- und Hausziegen als Versuchsobjekte gewählt. „Ein vertieftes Verständnis der kognitiven Fähigkeiten und Ansprüche von Nutztieren ist die Voraussetzung für artgerechtere Haltungsbedingungen in der Zukunft unter Berücksichtigung geeigneter kognitiver Herausforderungen, so wie es bei Zootieren bereits seit längerem realisiert wird“, erklärte Projektleiter Dr. Jan Langbein.
idw


Hessen rät dringend zur Impfung gegen Blauzungenkrankheit

Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Bündnis 90 / Die Grünen) rät hessichen Landwirten dringend, Rinder, Schafe und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit impfen zu lassen. Dabei empfiehlt sie die Impfung gegen die Serotypen 4 und 8 an. Der Erreger vom Serotyp 8 grassiert seit einiger Zeit in Frankreich und nähert sich weiter Richtung Deutschland. Der Erreger vom Serotyp 4 ist dagegen in Italien und auf dem Balkan aktiv. Eine Ausbreitung des Erregers nach Deutschland ist jederzeit möglich. Deshalb sollten die Landwirte vorbereitet sein und ihre Tiere entsprechend schützen. Seit Mai letzten Jahres ist die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit auch dann möglich, wenn kein Ausbruch der Erkrankung festgestellt wurde. Allerdings ist die Impfung genehmigungspflichtig. Um den Haltern die Impfung zu erleichtern, haben viele Landkreise bereits die Impfung auf Basis einer Allgemeinverfügung pauschal erlaubt. Die Kosten für die Impfung tragen die Landwirte. Sollte es tatsächlich zu einem Ausbruch kommen, haben die Halter geimpfter Tiere allerdings einen Vorteil gegenüber Haltern nicht geimpfter Tiere. Denn aus den Restriktionszonen dürfen Tiere frühestens 60 Tage nach einer Impfung verbracht werden. Zudem weist das Ministerium daraufhin, dass die Impfung aktiver Tierschutz ist, da sie die Tiere vor möglichen Schäden und Leiden durch die Erkrankung schützt.
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Tierschutz-Forschungspreis des BMEL erneut ausgeschrieben

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) schreibt auch in diesem Jahr wieder den Tierschutz-Forschungspreis aus. Es handelt sich bereits um das 36. Mal seit 1980, dass dieser Preis ausgeschrieben wird. Mit dem Preis sollen Forschungsarbeiten honoriert werden, die dazu beitragen, Tierversuche zu ersetzen oder ihre Anzahl zu verringern. Das BMEL sieht das Engagement der Bundesregierung zur Senkung der Zahl zu wissenschaftlichen Zwecken verwendeter Tiere sogar als Teil der Initiative "Eine Frage der Haltung – Neue Wege für mehr Tierwohl". Nicht nur Arbeiten, die helfen, Tierversuche zu ersetzen oder zu verringern, können eingereicht werden. Im Rahmen des 3R-Prinzips wurden drei Ziele definiert. Dies sind der Ersatz (Replacement) und die Reduzierung (Reduction) von Tierversuchen. Daneben ist das dritte Ziel, Schmerzen und Leiden von Versuchstieren soweit wie möglich zu vermeiden (Refinement). Deshalb können auch Arbeiten eingereicht werden, die diesem Zweck dienen. Der Preis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Bewerbungen können noch bis zum 31.- Mai eingereicht werden.
BMEL


Weiterer Geflügelpestfall im Landkreis Cloppenburg

In der Gemeinde Garrel im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg ist erneut ein Geflügelpestfall aufgetreten. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat einen Erreger vom Typ H5 in einem Putenbetrieb bereits bestätigt. Die endgültige Typisierung durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) steht noch aus. Betroffen ist ein Betrieb, der 9.500 Puten hielt und im bereits bestehenden Sperrbezirk liegt. Die Tötung und unschädliche Beseitigung der Tiere wurde bereits angeordnet.
Landkreis Cloppenburg


06.04.2017

Gericht muss Geruchsbelastung von Pferden klären

Für Rinder und Schweine gibt es klare Vorgaben zur Geruchsbelastung. In Niedersachsen wird dies durch die niedersächsische Geruchsimmissions-Richtlinie (GIRL) geregelt. Pferde werden hier jedoch nicht berücksichtigt. Während der Geruch von Nutztieren mehrheitlich von der Landbevölkerung geduldet wird, scheint dies auf den Geruch von Pferden auf dem Land nicht zu zutreffen. So versucht nun ein Anwohner der Gemeinde Isernhagen den Bau eines Pferdestalls mit der Begründung der Geruchsbelastung zu verhindern. Das Verwaltungsgericht Hannover muss nun die Rechtslage klären, nachdem die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts dem Eilantrag des Nachbarn stattgegeben hat. Zuvor hatte die Region Hannover die Baugenehmigung zur Errichtung von Pferdeställen bereits erteilt. Der Pferdehalter betreibt auf seinem Grund und Boden bereits eine Pferdezucht in der Dorfstraße in Isernhagen und beantragte die Umnutzung des sich auf seinem Grundstück befindlichen ehemaligen Kuhstalls sowie der Scheune, um dort künftig neun Aufzuchttiere und sieben Stuten nebst Fohlen zu halten. Die Region Hannover beschied den Antrag des Beigeladenen unter Bezugnahme auf die dem Bauantrag beigefügte gutachterliche Geruchsprognose positiv. Es sei nicht davon auszugehen, dass mit dem Vorhaben unzumutbare Geruchsimmissionen verbunden seien. In dem Geruchsgutachten wird u. a. der Pferdehaltung derselbe sog. „Gewichtungsfaktor" im Sinne der nds. Geruchsimmissions-Richtlinie (GIRL) zugemessen wie einer Rinderhaltung. Nachdem der Nachbar Einspruch gegen die erteilte Baugenehmigung erhoben hat, sieht die 4. Kammer Klärungsbedarf, ob die nach der GIRL zulässigen Werte eingehalten würden und ob für Pferde und Rinder bezüglich der Geruchsbelastung derselbe Gewichtungsfaktor angelegt werden könne. Die Frage, wie die Geruchsqualität der Tierart „Pferd" zu bewerten sei, bedürfe einer eingehenden wissenschaftlichen Überprüfung. Diese müsse dem Hauptsacheverfahren vorbehalten bleiben. Solange wird die Baugenehmigung ausgesetzt.
Verwaltungsgericht Hannover


Tipps der Bundestierärztekammer zum Zeckenschutz

Da die Zeckenzeit bereits wieder begonnen hat, rät die Bundestierärztekammer (BTK) Tierhaltern den Schutz ihrer Tiere vor den Blutsaugern. Ab circa sieben Grad Außentemperatur werden Zecken wieder aktiv und suchen nach Wirten. Diese Temperaturen wurden mittlerweile erreicht und die Blutsauger lauern so wieder auf Hund und Katze. Die Zecken werden im Vorbeigehen aus dem Gras oder Gebüsch abgestreift und erreichen so ihre Beute. Zunächst suchen die Zecken dann auf dem Wirtstier nach einer geeigneten Stelle, um sich festzubohren. Dies kann bis zu zwei Stunden dauern. Das Gefährliche ist nicht der Zeckenbiss an sich: Gefahr droht den Haustieren durch die Infektionskrankheiten, die die Zecken übertragen können. Deshalb sollten die Tiere mit einem geeigneten Präparat gegen Zecken geschützt werden. Ist es doch zu einem Zeckenbiss gekommen, werden die Erreger zumeist nicht sofort auf den Wirt übertragen. Bei Erregern wie Babesien oder Borrelien kann dies auch erst 12-24 Stunden nach dem Biss erfolgen. Deshalb sollten Hunde und Katzen nach dem Aufenthalt im Freien gründlich nach Zecken abgesucht werden. Haben sich die Parasiten bereits festgesetzt, können sie zum Beispiel mit einer speziellen Zeckenzange entfernt werden. Dabei sollte die Zecke nicht gedreht werden. Es sollte niemals Nagellack, Öl oder Ähnliches auf die Einstichstelle oder die Zecke geträufelt werden, da dieses Vorgehen Stress auslöst und dazu führen kann, dass die Zecke ihren Mageninhalt mit enthaltenen Erregern in die Einstichstelle entleert und so den Erreger erst auf das Tier überträgt. Es stehen zahlreiche wirksame Präparate zum Schutz von Hund und Katze zur Verfügung. Dabei ist aber unbedingt zu berücksichtigen, dass einige für Hunde zugelassene Mittel für die Katze giftig sind. Tierhalter können ihr Wissen über zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten in einem Quiz überprüfen. Mehr Informationen zu Zecken bieten auch die Experten-Webinare von Tierhalter-wissen.de
Bundestierärztekammer
Tierhalter-wissen.de


Stallpflicht in Niedersachsen gilt nur noch in drei Landkreisen

Auch Niedersachsen hat sich auf Grund der aktuellen Entwicklung entschlossen, die Stallpflicht für Geflügel weiter zu lockern. Grundlage dafür ist die Entwicklung der Geflügelpest-Infektionslage bei Wildvögeln. Allerdings verweist das Ministerium auch auf die aktuelle Entwicklung im Landkreis Cloppenburg. Hier sind in der letzten Zeit vermehrt Fälle von Geflügelpest in Nutzgeflügelbetrieben aufgetreten. Das besondere Augenmerk muss hier darauf gerichtet werden, die Übertragung des Virus zwischen Nutzgeflügelbeständen zu verhindern. Grundsätzlich soll die Stallpflicht in Niedersachsen nur noch in Gebieten gelten, in denen mehr als 1.000 Stück Geflügel pro Quadratkilometer gehalten werden. Das Ministerium empfiehlt beim Nutzgeflügel aktuell noch eine regionale Aufstallung in den Landkreisen Cloppenburg, Oldenburg und Ammerland sowie in Restriktionsgebieten um bestehende Geflügelpestausbrüche.
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Schleswig-Holstein hebt landesweite Stallpflicht ab sofort auf

In Schleswig-Holstein gilt die landesweite Stallpflicht für Geflügel ab sofort nicht mehr. Stattdessen wird eine risikobasierte Stallpflicht angeordnet. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume hatte diesen Schritt in den letzten Wochen bereits vorbereitet. Angesichts der aktuellen Stabilisierung der Lage bei der Geflügelpest wurde der Schritt jetzt vollzogen. Seit der zweiten Märzhälfte habe laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) die Zahl der Nachweise bei Wildvögeln spürbar abgenommen. Deshalb hält Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90 / Die Grünen) diesen Schritt in Schleswig-Holstein nach gründlicher Abwägung für angemessen. Das Ministerium hat am Dienstag einen entsprechenden Erlass herausgegeben. Demnach muss Geflügel nur noch in definierten Risikogebieten aufgestallt werden. Dazu gehört u.a. eine drei Kilometer breite Zone entlang der Küsten von Nord- und Ostsee und an Binnengewässern und Flüssen mit besonderer ornithologischer Bedeutung sowie an Wildvogelrast- und -sammelplätzen. Ebenso ist die Aufstallung weiterhin Pflicht in nach Geflügelpest-Verordnung eingerichteten Restriktionszonen sowie gegebenenfalls in Gebieten mit hoher Geflügeldichte. Die Umsetzung des Erlasses erfolgt durch die Landkreise und kreisfreien Städte. Deshalb kann das Ministerium die konkreten Zeitpunkte, ab wann die Stallpflicht nur noch in den Risikogebieten gilt, nicht genau benennen. Den Tierhaltern wird empfohlen, sich bei den zuständigen Behörden zu informieren.
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein


Blauzungenkrankheit bleibt weiterhin Bedrohung

Die Blauzungenkrankheit bleibt weiterhin als Bedrohung auch für die deutschen Tierbestände aktuell. Dies geht aus der aktuellen Ausgabe des "Radar Bulletin" des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems hervor. Demnach ist besonders das in Frankreich aktive Virus vom Serotyp 8 ein Problem. Im März wurden in Frankreich 68 Fälle gemeldet. Diese Fälle rücken seit Beginn des Jahres immer mehr in Richtung deutsche Grenze vor, was zur Folge hat, dass die 150-Kilometer-Gebiete mittlerweile die Bundesländer Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und das Saarland betreffen. Auch Belgien, Luxemburg und die Schweiz sind betroffen. Unterdessen hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit in einem Gutachten festgestellt, dass die Krankheit nur zu tilgen ist, wenn über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren 95 Prozent der Rinder und Schafe gegen die Blauzungenkrankheit geimpft werden. In Deutschland erfolgt die Impfung aktuell auf freiwilliger Basis. Da das Eintragsrisiko des Erregers vom Typ 8 aus Frankreich aber auch des vom Typ 4 aus Oberitalien und Oberösterreich hoch ist, wird in Deutschland dringend zurImpfung gegen beide Serotypen angeraten.
FLI


05.04.2017

93% der Fischbestände im Mittelmeer überfischt

Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission hat am Montag mitgeteilt, dass 93% aller untersuchten Fischbestände überfischt seien. Aber auch die zunehmende Verschmutzung sowie der Klimawandel bereiten der eigentlich großen Artenvielfalt der Meerestiere Probleme. Die EU-Kommission hat sich deshalb ebenso wie 13 Mittelmeer-Staaten für eine engere Zusammenarbeit zum Schutz der Meere ausgesprochen.
Wirtschaftswoche


Neue FSME-Übertragungswege

Forscher der Universität Hohenheim berichten über neue Ansteckungswege mit dem FSME-Virus. Dabei handelt es sich um die Übertragung über Rohmilchverzehr sowie den Nachweis des FSME-Virus in der Auwaldzecke. Über die Übertragung des Virus über Rohmilchprodukte auf den Menschen war bereits regelmäßig aus Osteuropa berichtet worden. Bis zum vergangenen Jahr war in Deutschland jedoch kein Fall nachgewiesen worden. Dies hat sich geändert, nachdem nachvollzogen werden konnte, dass sich zwei Personen über Ziegenrohmilch im baden-württembergischen Landkreis Reutlingen infizierten. Dabei konnte eindeutig belegt werden, dass die Ziegen mit dem Virus infiziert waren. Grundsätzlich kann man sich aber vor einer Infektion mit dem FSME-Virus über Lebensmittel mit einer Impfung schützen. Auch geht man davon aus, dass bei pasteurisierten Milchprodukten keine Infektionsgefahr besteht. Bisher galt die Auwaldzecke im Gegensatz zum Gemeinen Holzbock nicht als Überträger des FSME-Virus. Allerdings konnten sowohl im vergangenen als auch in diesem Jahr an einem Messstandort in der Nähe von Leipzig infizierte Auwaldzecken nachgewiesen werden. Daraus ergibt sich jedoch eher eine Gefahr für Tiere als für den Menschen, da Auwaldzecken deutlich häufiger Tiere als den Menschen befallen.
idw
Universität Hohenheim


04.04.2017

Novelle des österreichischen Tierschutzgesetzes erlaubt weiter Anbindehaltung von Rindern

In Österreich dürfen Rinder auch in Zukunft weiter in Anbindehaltung gehalten werden. Lediglich Betriebe, die die Tiere nicht mindestens 90 Tage auf der Weide oder im Auslauf halten können bzw. den Tieren keine andere Bewegungsmöglichkeit bieten können, unterliegen laut zweiter Tierhalteverordnung einer Meldepflicht bei der Bezirksverwaltungsbehörde (BH). Hier müssen die Landwirte besondere Gründe angeben, wenn sie ihre Rinder weiter dauerhaft anbinden wollen oder müssen. Dafür dürfen auch in Österreich nun fortan Ziegen und Kälber nur noch unter Schmerzmittelgabe enthornt und Ferkel kastriert werden.
Topagrar.at


Niedersächsische Landkreise kritisieren Landwirtschaftsminister in Bezug auf Geflügelpestbekämpfung

Der Niedersächsische Landkreistag hat Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90 / Die Grünen) für die Bekämpfung der Geflügelpest kritisiert und Unterstützung des Landes eingefordert. Angesichts täglich neuer Fälle der Geflügelpest im Raum Cloppenburg sei die Lage bei der Tierseuchenbekämpfung ernst. "Wir rufen daher den Landwirtschaftsminister auf, auf die Experten der Tierseuchenbekämpfung zu hören und unnötiges Tierleid aus ideologischen Gründen zu verhindern", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), Prof. Dr. Hubert Meyer, am Dienstag in Hannover. So zeigt sich der Landkreistag irritiert darüber, dass der Minister der Tötung von Tieren in einem Kontaktbetrieb nicht zugestimmt habe. Drei Tage später sei in dem Betrieb dann die Geflügelpest ausgebrochen. Dieses Vorgehen passe laut Meyer zu dem wenig stringenten und wankelmütigen Vorgehen des Ministeriums bezüglich der Aufstallung von Tieren. Auch zu dem Vorwurf des Ministeriums, dass Putenküken tierschutzwidrig getötet wurden, nimmt der Landkreistag Stellung. Hier sei das Ministerium von Anfang an eingebunden gewesen. Der zuständige Landkreis hatte das Ministerium um eine kurzfristige fachliche Bewertung der Rechtsfragen gebeten. Eine Antwort sei aber erst einen Monat später gekommen. Dabei sei die entscheidende Frage jedoch nicht beantwortet worden. Stattdessen sei auf einen Alt-Erlass aus dem Jahr 2011 verwiesen worden, der durch die Rechtsprechung bereits überholt war. "Wir erwarten vom zuständigen Minister, dass er die schwierige Arbeit der Behörden vor Ort fachlich unterstützt und keine ideologischen Streitigkeiten auf dem Rücken der seit Monaten rund um die Uhr arbeitenden Mitarbeiter der Landkreise austrägt", stelle Meyer abschließend klar.
Niedersächsischer Landkreistag


Greenpeace kritisiert Gütesiegel für Fleisch

Die Gütesiegel für Fleisch informieren oftmals nur mangelhaft über die tatsächlichen Haltungsbedingungen. Diese Meinung vertritt die Umweltschutzorganisation Greenpeace und verweist auf den aktuell erstellten Siegelratgeber der Organisation für Schweinefleisch. Die gängigen Siegel auf Supermarktfleisch würden keine ausreichenden Auskünfte über die tatsächliche Fütterung, die Haltungsbedingungen sowie die Arzneimittelgaben bei den Tieren geben. Für besonders trügerisch hält die Organisation die "Initiative Tierwohl". Tatsächlich würde nur ein kleiner Teil der so gekennzeichneten Fleischprodukte aus Tierställen der Initiative stammen. Zudem lägen die Vorgaben nur geringfügig über den gesetzlichen Mindeststandards. Bei der Wahl von Fleisch mit Bio- oder Neuland-Siegel könnten die Verbraucher hingegen sicher sein, dass die Tiere umweltverträglicher und artgerechter gehalten wurden. Greenpeace verweist zudem auf eine eigene Umfrage aus dem Januar 2017. Demnach wünschen sich 89 Prozent der Befragten eine ähnliche Haltungskennzeichnung, wie sie für Eier bereits seit Jahren besteht. Dass dies möglich ist, zeigen auch Beispiele aus der EU. So hat Dänemark zum 1. April 2017 eine gesetzliche Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch eingeführt.
ots


03.04.2017

Aktualisierte Risikoeinschätzung des FLI zur Geflügelpest

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems hat eine aktualisierte Risikoeinschätung zum Auftreten der Aviären Influenza mit dem hoch pathogenen Erreger vom Typ H5N8 vorgelegt. Mittlerweile ist das Virus in 29 europäischen Staaten nachgewiesen worden. Das FLI verweist darauf, dass zum ersten Mal seit Beginn der Epidemie, bei der es sich um die heftigste und am längste andauernde in Deutschland und Europa bislang überhaupt handelt, die Anzahl neuer Fallmeldungen bei Wildvögeln deutlich zurückgegangen ist. Dagegen werden fast täglich neue Ausbrüche aus dem Raum Cloppenburg in Niedersachsen, der geflügeldichtesten Region Deutschlands, gemeldet. Bis zum 31.02.2017 wurden in Deutschland 90 Ausbrüche in Geflügelhaltungen und 15 in Zoos registriert. In Deutschland wurde das Virus mittlerweile bei mindestens 53 Wildvogelarten nachgewiesen. Hier hat sich die Situation mittlerweile aber offenbar entspannt. Denn während bis Ende Februar noch eine starke Zunahme der Meldungen bei Wildvögeln verzeichnet wurde, gehen die Meldungen seit Mitte März nun deutlich zurück. Grundsätzlich müsse aber abgewartet werden, ob die Zahl der Fälle bei Wildvögeln weiterhin rückläufig bleibt. Das Risiko des Eintrags des Virus durch direkte und indirekte Kontakte zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel in Gebieten, in denen infizierte Wildvögel gefunden werden, wird weiterhin als hoch eingestuft. Anders stellt sich die Situation im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen dar. Hier muss von einem hohen Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Geflügelhaltungen ausgegangen werden. Das FLI sieht deshalb weiterhin die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Bestände vor dem Virus als oberste Priorität an. Zur Frage der Stallpflicht für Geflügel stellt das FLI klar, dass diese risikoorientiert erfolgen sollte. Die Stallpflicht sollte mindestens in Gebieten aufrecht erhalten bleiben oder eingeführt werden, in denen eine hohe Dichte an Wasservögeln oder Nutzgeflügel vorhanden ist. Zudem sollte sie in der Nähe von Wildvogelrast- und Wildvogelsammelplätzen oder an bestehenden H5-Fundorten bestehen bleiben.
FLI


31.03.2017

Bauernverband fordert Konsequenzen aus brasilianischem Fleischskandal

Nach dem Bekanntwerden des brasilianischen Fleischskandals hat der Deutsche Bauernverband (DBV) Konsequenzen für den Import gefordert. Nach Untersuchungen der EU-Kommission war in Brasilien über Jahre hinweg verdorbenes Fleisch in großem Umfang in Verkehr gebracht worden. Dabei soll z.B. abgelaufenes Fleisch mit Chemikalien behandelt und neu verpackt worden sein. Alleine im Jahr 2016 wurden aus Brasilien 20.000 Tonnen Rindfleisch und 35.000 Tonnen Geflügelfleisch in Deutschland importiert. Der DBV sieht Beschränkungen und zusätzliche Kontrollen für Importe aus Brasilien als konsequent und notwendig an. Zudem müssten in den Skandal verwickelten Firmen die Importerlaubnis in die EU entzogen werden. Der DBV stellt zudem fest, dass die Rinderhalter in der EU mit hohem Aufwand ein System der Rückverfolgbarkeit von der Geburt bis zur Schlachtung betreiben. Auch für Importe aus Drittländern sollte ein solches System eingeführt werden, um betrügerischen Absichten entgegenzuwirken.
DBV


Tötung von Putenküken aufgrund der Geflügelpest soll von Staatsanwaltschaft überprüft werden

In Niedersachsen waren nach dem Ausbruch der Geflügelpest im vergangenen Jahr in mehreren Puten-Brütereien rund 560.000 Küken direkt nach dem Schlupf getötet worden. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium will überprüfen lassen, ob dies rechtlich einwandfrei war. Dazu hat das Ministerium die Landkreise Cloppenburg und Oldenburg angewiesen, die entsprechenden Unterlagen an die beauftragte Staatsanwaltschaft zu übergeben. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, sieht Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90 / Die Grünen) hier den Verdacht auf Vorliegen einer Straftat gegeben, obwohl die Landkreise zu einer anderen Einschätzung gelangt waren. Die Brütereien hatten die Küken nach dem Schlüpfen getötet, da auf Grund von Exportbeschränkungen die Auslieferung in das Ausland nicht möglich war und die Unterbringung so vieler Tiere in deutschen Betrieben kurzfristig nicht möglich war. Das Ministerium ist aber der Meinung, dass die Bruteier, direkt nachdem bekannt wurde, dass die Küken nicht vermarktet werden können, nicht weiter bebrütet werden durften und so der Schlupf und die Tötung der Tiere verhindert worden wäre.
Neue Osnabrücker Zeitung


30.03.2017

Antragsfrist für Tierheimförderung in Mecklenburg-Vorpommern endet am 31. März

Noch bis zum 31. März können Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern Anträge auf finanzielle Unterstützung stellen. Das Land stellt in diesem Jahr 900.000 Euro für bauliche Investitionen in Tierheimen zur Verfügung. Beantragt werden können dabei Zuwendungen für Neu-, Erweiterungs,- Aus- und Umbauten, Modernisierungen, Verbesserungen hygienischer und energetischer Funktionalität sowie die Verbesserung, Ausgestaltung und Ausrüstung von Tierunterbringungsplätzen. Gefördert werden bis maximal 90 Prozent der förderfähigen Investitionen. Als Voraussetzungen für die Förderung sind die Einhaltung des Tierschutzgesetzes sowie der Nachweis notwendiger behördlicher Genehmigungen nachzuweisen.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern


Geflügelwirtschaft für Nationale Nutztierstrategie

Anlässlich der Amtschef-und Agrarministerkonferenz in Hannover fordert der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG), mit einer Nationalen Nutztierstrategie einheitliche Regelungen für die Tierhaltung in Deutschland einzuführen. ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke appellierte an die Minister von Bund und Ländern, den unseligen Wettlauf zwischen den einzelnen Bundesländern schnellstmöglich zu beenden. Statt eines gegenseitigen Überbietungswettbewerbs mit einer Flut an Auflagen für die landwirtschaftlichen Betriebe, sie es dringend geboten, sich zum Wohl von Tieren und Tierhaltern auf eine abgestimmte, schrittweise Vorgehensweise zu einigen. Ripke betonte zudem, dass die Betriebe in moderne Tierhaltung und Tierwohl investieren wollten. "Aber unternehmerische Entscheidungen brauchenPlanungssicherheit für einen Zeitkorridor von mindestens zehn Jahren. Das Investieren inein Mehr an Tierwohl muss sich nachhaltig lohnen – dieses konstruktive, zukunftsgewandteSignal erhoffen wir uns von der Agrarministerkonferenz in Hannover," so Ripke. Eine bundesweit einheitliche Regelung würde auch dazu beitragen, dass die Betriebe im EU-Vergleich wettbewerbsfähig bleiben würden.
ZDG e.V.


29.03.2017

Schmidt ruft auf Internationaler Bienenkonferenz zum Anbau bienenfreundlicher Pflanzen auf

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat am Dienstag in Berlin die erste Internationale Bienenkonferenz eröffnet. Zugleich gab er den Startschuss für die diesjährige Informationskampagne "Bienen füttern!". "Wir brauchen die Biene, ihr Schutz ist eine schlichte Lebensnotwendigkeit", sagte Bundesminister Christian Schmidt in seiner Begrüßungsrede. Denn rund 80 Prozent der heimischen Pflanzen müssen von Honigbienen bestäubt werden. Daher diskutierten rund 500 Experten und Akteure aus Politik und Wirtschaft in Berlin, wie der Schutz der Honigbiene verbessert werden kann. Es sollen Impulse für einen internationalen Ansatz zum Bienenschutz entwickelt werden. Gleichzeitig nutzte Schmidt die Gelegenheit, auf die BMEL-Webseite www.bienenfuettern.de aufmerksam zu machen. Hier können Bienenfreunde eintragen, an welchem Standort sie bienenfreundliche Pflanzen pflegen. Die Standorte werden online in einer Deutschlandkarte angezeigt. Außerdem kann man sich auf der Seite über bienenfreundliche Pflanzen informieren, um somit das Nahrungsangebot für die Biene zu verbessern, denn ein weltweites Problem der Biene ist neben Bienenkrankheiten und Parasiten sowie dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, ein mangelndes Nahrungsangebot. Dies wird nicht zu letzt durch die intensive Landwirtschaft und den damit verbundenen Anbau von Monokulturen wie Raps und Mais gefördert. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie vor allem Neonicotinoide wird zudem als gesundheitsschädlich für die Biene eingestuft.
BMEL
Bienenfuettern.de
Programm Internationale Bienenkonferenz


Auch in diesem Jahr wieder Urlaubsaktion des Deutschen Tierschutzbundes

Auch in diesem Jahr führt der Deutsche Tierschutzbund mit seinen Mitgliedsvereinen wieder die Aktion „Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier“ durch. Damit soll Hilfestellung bei der Unterbringung von Heimtieren in der Ferienzeit geleistet werden. Die Tierschutzvereine vermitteln dabei zwischen Tierbesitzern, die sich im Wechsel gegenseitig um ihre Tiere kümmern. Die Aktion läuft vom 3. April bis 10. September 2017. „Bereits seit 23 Jahren ist die Urlaubsaktion eine Lösung für diejenigen, die ihr Haustier nicht mit in den Urlaub nehmen können“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Nach wie vor würden viele Tiere bei der Urlaubsplanung einfach vergessen. Viele Tiere landen dann im Tierheim oder werden im schlimmsten Fall sogar einfach ausgesetzt. Die Tierschützer wollen hier Abhilfe schaffen, indem sie Tierhalter zusammen bringen, die sich in der Urlaubszeit gegenseitig um ihre Tiere kümmern. Der Deutsche Tierschutzbund hat extra eine Hotline eingerichtet, unter der zu erfahren ist, welcher Mitgliedsverein sich an der Aktion beteiligt.
Deutscher Tierschutzbund e.V.


Vielversprechende Ergebnisse mit Mittel zur Malaria-Prophylaxe

Die Malaria ist weltweit ein immer noch großes Problem. Dabei steht die Vorbeugung einer Infektion im Zentrum der Forschung. Dies betrifft insbesondere Personen, die aus Gebieten, in denen die Malaria nicht vorkommt, in Malaria-Gebiete reisen. Denn diese Personen besitzen keine erworbene Immunität. Hierfürstehen aktuell einige Präparate zur Verfügung, die allerdings verschiedene Probleme mit sich bringen. Dazu gehört, dass sie z.T. schwere Nebenwirkungen erzeugen können oder täglich eingenommen werden müssen. An der Eberhard-Karls-Universität Tübingen hat man nun einen neuen Wirkstoffkandidaten zur Vorbeuge der Malaria getestet und ermutigende Ergebnisse erhalten. Der Wirkstoff DSM 265 wurde in einer Doppelblindstudie 21 gesunden Probanden verabreicht, die einen oder sieben Tage später mit dem Erreger der Malaria infiziert wurden. Wie erwartet, vermehrte sich der Erreger bei den Probanden, die nur ein Placebo erhalten hatten, ungestört. Die Probanden, die einen Tag nach der Wirkstoffgabe infiziert wurden, waren gegen den Erreger geschützt. Die Einnahme sieben Tage vor der Infektion war nur teilweise wirksam. Dies könnte aber eventuell durch eine erhöhte Dosis verbessert werden. Die Forscher gehen davon aus, dass noch einige Studien notwendig sind, halten die Ergebnisse aber für vielversprechend.
idw


Zwei weitere Geflügelpestfälle im Landkreis Cloppenburg

Im Landkreis Cloppenburg kommt das Geflügelpestgeschehen einfach nicht zur Ruhe. Nun hat es in der Gemeinde Garrel im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg erneut zwei Nachweise der Geflügelpest bei Nutzgeflügel gegeben. Wie der Landkreis mitteilte, waren zwei Putenbestände mit 26.600 bzw. 8.300 Tieren betroffen. Das Friedich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems hat einen hoch pathogenen Erreger vom Typ H5N8 bestätigt. Da mittlerweile 29 Geflügelpestfälle festgestellt wurden, hat der Landkreis die eigentlich bis Ende März 2017 geltende Aufstallungsanordnung zunächst bis zum 30. April 2017 verlängert.
Landkreis Cloppenburg


28.03.2017

FSME in Auwaldzecke nachgewiesen

Am 5. April 2017 findet in der Universität Hohenheim um 14:00 Uhr eine Pressekonferenz über die neusten Erkenntnisse über die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und ihre zunehmenden Übertragungswege statt. Denn erstmals konnte die Übertragung des Virus durch den Verzehr infizierter Ziegen-Rohmilch auf den Menschen in Deutschland nachgewiesen werden. Außerdem wurde das Virus nun auch in der Auwaldzecke nachgewiesen. Weiteres Thema auf der Pressekonferenz ist die Verbreitung von Zecken in Baden-Württemberg und Deutschland.
Universität Hohenheim
idw


Stallpflicht in Österreich aufgehoben

Nachdem in Österreich und Europa eine wesentliche Entspannung der Situation bei der Aviären Influenza aufgetreten ist, wurde in Österreich die Stallpflicht zum 25. März 2017 aufgehoben. Dies teilte die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mit. Allerdings wird vorausgesetzt, dass die Haltung so zu erfolgen hat, dass der Kontakt mit Wildvögeln und deren Kot bestmöglich unterbunden wird. Deshalb müssen Fütterung und Tränke in einem Unterstand oder Stall erfolgen. Zudem darf die Tränke nicht mit Wasser aus Sammelbecken für Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben, erfolgen und Beförderungsmittel, Ladeplätze und Gerätschaften, zu denen Geflügel Kontakt hatten, müssen sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden. In Österreich war das Virus der Aviären Influenza vom Typ H5N8 bei insgesamt 153 Wildvögeln nachgewiesen worden. Zudem wurde es in einem Putenbetrieb in Vorarlberg sowie in einem Geflügelbetrieb im Burgenland nachgewiesen.
AGES


Tierschutzbund kritisiert Haustier-Berater-Portal des Bundeslandewirtschaftsministeriums

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, hat in einem Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) das neue Portal haustier-berater.de des Ministeriums kritisiert. Wie die Badische Zeitung berichtet, stellte Schröder klar, dass Minister Schmidt mit dem Portal einen Beitrag zu mehr Sensibilität gegenüber den Mitgeschöpfen leisten wollte. Das ist nach seiner Meinung allerdings vielfach missglückt. Denn einige Passagen findet Schröder äußerst problematisch. So werde darauf hingewiesen, dass die Französische Bulldogge zwar auf Grund ihrer kurzen Nase schnarche, aber ansonsten ein intelligenter, spielfreudiger und mutiger begleiter sei, der seinem Besitzer viel Freude mache. Schröder verweist hier darauf, dass die Tierärzteschaft bereits seit längerem versucht zu vermitteln, dass es sich bei der Französischen Bulldogge um eine sogenannte Qualzucht handelt, da die Tiere unter ihren extremen Zuchtmerkmalen anhaltend und schwer leiden. Dazu gehöre u.a.die kurze Nase, die das Atmen behindere. Schwer stößt Schröder auch auf, dass das Portal sich mit exotischen Beuteltieren, den "sugar gliders", als Haustiere beschäftigt. Denn einige Arten dieser Tierfamilie stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Schröder fordert deshalb, die Seite umgehend wieder vom Netz zu nehmen bzw. die Angaben umgehend zu korrigieren.
Badische Zeitung