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28.11.2019

Leibniz-Gemeinschaft will der FBN das Prädikat entziehen

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat die Empfehlung ausgesprochen, dem FBN in Dummerstorf sein Leibniz-Prädikat zu entziehen. Grund dafür sei, dass dem Institut eine umfassende übergreifende Forschungsstrategie fehle, auf deren Grundlage eine klare Fokussierung auf wichtige innovative Forschungsfragen erfolgen kann. Das FBN bleibe somit hinter seinem wissenschaftlichen Potenzial zurück. Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, hat mit Unverständnis auf diese Empfehlung, die auf der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz noch diskutiert und bestätigt werden muss, reagiert. „Das FBN steht für Agrarspitzenforschung in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland und Europa. An diesem Anspruch halten wir fest. Nach der Leitungsübernahme durch Prof. Wimmers 2016 ist ein Erneuerungsprozess in Gang gebracht worden, der viele positive Ergebnisse hervorgebracht hat. Leider sind diese zum Teil nicht mehr in den Bewertungszeitraum 2015 – 2017 gefallen und haben damit keine Berücksichtigung erfahren. So ist die Einwerbung von Drittmitteln in den Jahren 2017 und 2018 gesteigert worden. Auch die Anzahl an Publikationen in hochrangigen wissenschaftlichen Journalen konnte erhöht werden. Seit 2016 wurden 8 Patente eingereicht. Es enttäuscht mich maßlos, dass das FBN ausgerechnet in dieser Phase so einen herben Rückschlag einstecken muss“, erklärt der Minister, der dem Institut den Rücken stärken will. „Ich verstehe und akzeptiere, dass die Leibniz-Gemeinschaft den Anspruch hat, dass in ihren Mitgliedsinstituten herausragende Forschung betrieben wird. Das ist angesichts der Finanzmittel, die von Bund und Ländern für diese Forschung bereitgestellt werden, berechtigt und notwendig. Evaluierungen zur Bewertung der wissenschaftlichen Leistung sind für die Weiterentwicklung der Institute und zum Erhalt des hohen wissenschaftlichen Standards essentiell. Dennoch werbe ich eindringlich dafür, aus den Ergebnissen der Evaluierung eine andere Schlussfolgerung zu ziehen“, so der Minister.
Regierung Mecklenburg-Vorpommern


VIER PFOTEN rät zu Adoption von Haustieren

Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN appelliert mit ihrer Kampagne „Fabelhaft – Nicht Mangelhaft“, Hunde und Katzen aus dem Tierheim zu adoptieren. Denn allein in Deutschland warten, teilweise schon seit Jahren, Tausende Haustiere darauf, ein neues Zuhause zu kommen. Besonders schwer ist eine Vermittlung von schon betagten Tieren oder solchen mit Handicaps.„Eine Adoption ist eine Win-Win-Situation, weil man einem Tier hilft, indem man ihm ein Zuhause gibt und weil man einen treuen Begleiter bekommt, der einen bedingungslos liebt. Jetzt in der Vorweihnachtszeit haben viele Tierheime Adoptionsstopp. Also einen Zeitraum, in dem Tiere nicht sofort ins neue Zuhause dürfen. Tierheime machen dies oft zur Weihnachtszeit, damit die Schützlinge nicht doch noch als Geschenk unterm Tannenbaum landen. Dazu herrschen während der Feiertagszeit meist andere Abläufe im Haus, was es für die Tiere schwerer macht, sich einzugewöhnen. Auch Silvester bedeutet für viele Heimtiere Stress und Angst. Die vermittlungsfreie Zeit ist eine gute Gelegenheit, sich in Ruhe in den Tierheimen umzuschauen. Man kann die Tiere besuchen und prüfen, wer zu einem passt. So hat auch der Hund oder die Katze, die Chance seine neue Familie kennenzulernen“, erklärt Heimtierexpertin Sarah Ross. Doch sollte sich jeder, der ein Haustier aufnehmen möchte, zuerst über die besonderen Anforderungen eines jeden Tieres bewusst werden. Denn Hunde und Katzen benötigen oft sehr viel Zeit, Beschäftigung und Auslauf. Nicht nur bei älteren Tieren sollten zudem mögliche Tierarztkosten mit einberechnet werden. Doch jedes Tier, egal ob alt oder jung, mit drei Beinen oder halbblind kann eine große Bereicherung für jede Familie sein. „Ein Hund oder eine Katze aus dem Tierheim ist niemals zweite Wahl. Es sind Lebewesen, keine Produkte. Tiere mit kleinen Makeln haben es oft besonders schwer, dabei haben gerade sie ein liebevolles Zuhause verdient. Es lohnt sich beim Tierheimbesuch genauer hinzusehen und sich Zeit zu nehmen“, so die Expertin. „Der bullige Pittbull kann sich als echte Schmusebacke entpuppen und ein tierischer Senior ist meist viel ruhiger und ausgeglichener als ein verspieltes Jungtier. Tiere aus dem Tierheim haben so viel zu geben, man muss sie nur lassen. Mit einer Adoption hat jeder von uns die Chance einem Tier zu helfen und Menschlichkeit zu zeigen“, erklärt Ross abschließend. Auf der Internetseite von Vier Pfoten können detaillierte Informationen über das Thema Adoption abgerufen werden.
VIER PFOTEN


Wienerin erhält Auszeichnung für ihre Feldhamsterstudie

Für ihre Forschungsarbeit "Reproduktion bei weiblichen Feldhamstern: WELCHE Faktoren entscheiden über den Erfolg?" wird die Wiener Verhaltensbiologin Carina Siutz am 5. Dezember mit dem Forschungspreis der Deutschen Wildtier Stiftung ausgezeichnet. „Niemand weiß, warum sich die Stadthamster Wiens so prächtig vermehren", sagt Professor Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die Erkenntnisse aus der Arbeit von Frau Siutz sind auch für den Feldhamsterschutz in Deutschland von hoher Bedeutung." Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird bereits zum 12. Mal vergeben.Die Verleihung findet um 18.30 Uhr in den Räumen des Hamburger Zoologischen Museums des Centrums für Naturkunde, Universität Hamburg, Bundesstraße 52, 20146 Hamburg, statt.
Presseportal


27.11.2019

Klöckner lädt Landwirte zu Gesprächen ein

Nach der Großdemonstration von rund 40.000 Landwirtinnen und Landwirten in Berlin am vergangenen Dienstag sucht Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner nun das Gespräch mit den Bauern. Sie habe gemeinsam mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zahlreiche Vertreter der Landwirtschaft für den 2. Dezember 2019 zu Gesprächen nach Berlin eingeladen. Weiterhin werde es am 21. Januar 2020 auf der Internationalen Grünen Woche eine Diskussionsveranstaltung "Landwirtschaft und Gesellschaft" geben, gefolgt von einer Reihe von Gesprächen, zu denen sie ab Februar in Mittelstädte und ländliche Regionen komme werde, um mit Landwirten, Bürgern, Medien und Umweltverbänden gemeinsam über die Zukunft der Landwirtschaft zu sprechen.
BMEL
Inside: Landwirte machen ihrem Unmut Luft und fordern Dialog


Bessere Rahmenbedingungen für die Antibiotikaentwicklung gefordert

Immer häufiger treten auch in Deutschland Infektionen mit multiresistenten Erregern auf. Neben einem gewissenhafteren und sparsameren Einsatz von Antibiotika, sorgfältiger Hygiene und der Ausschöpfung von Impfmöglichkeiten muss auch dringend nach neuen antibiotischen Wirkstoffen sowie neuen Bekämpfungsmöglichkeiten von Bakterien geforscht werden. Anlässlich des Thementages Antibiotika am 26. November 2019 im ZDF teilte die das Dilemma der forschenden Pharma-Unternehmen mit: Solche Medikamente können unter den bestehenden Marktgegebenheiten ihre Entwicklungskosten nur selten wieder einspielen, da sie zwangsläufig als Reserveantibiotika eingestuft und nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kämen. Dieses Dilemma ließe sich jedoch überwinden, wenn die ökonomischen Handicaps für diese Mittel durch bessere Rahmenbedingungen ein Stück weit ausgeglichen würden. „Länderübergreifend könnte die klinische Erprobung von Antibiotika gefördert werden; und es sollte für die erfolgreiche Entwicklung solcher Antibiotika eine Prämie geben, die wenigstens einen Teil der Entwicklungskosten refinanziert", schlägt Han Steutel, Präsident des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) vor. Zudem sollte einem Antibiotikum die Fähigkeit, eine Resistenz zu überwinden, in der frühen Nutzenbewertung als Zusatznutzen angerechnet und in den anschließenden Preisverhandlungen berücksichtigt werden."Neben neuen Antibiotika werden derzeit auch andere Mittel gegen Bakterien entwickelt, darunter Mittel, die schädliche Bakterien "entwaffnen", ohne sie zu töten. Auch Bakterien-befallende Viren, sogenannte Bakteriophagen, werden erprobt und dürfen bereits im Einzelfall angewendet werden.
vfa


bpt mahnt zu regelmäßigen Impfungen von Haustieren

„Mindestens einmal im Jahr zum Tierarzt“ empfiehlt der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt), denn nur dann zeigen sich Krankheitssymptome oft noch rechtzeitig. Konsequente Schutzimpfungen bieten nach wie vor den einfachsten und wirksamsten Schutz gegen virale oder bakterielle Infektionen. Doch die Zahlen zeigen ein anderes Bild: nur etwa die Hälfte aller in Deutschland lebenden Hunde und nur ein Drittel der mehr als 15 Millionen Katzen verfügen über einen ausreichenden Impfschutz vor zum Teil tödlichen Infektionskrankheiten. Nachlässigkeit, aber auch Wissensdefizite der Halter spielen dabei eine ursächliche Rolle. Erst wenn 70 Prozent der Tiere regelmäßig geimpft werden, ist ein wirksamer Seuchenschutz, die so genannte Populationsimmunität, gegeben. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt deshalb für Hunde regelmäßige Impfungen gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, HCC (Ansteckende Leberentzündung), und Tollwut. Katzen sollten gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und im Falle von Freigängertieren auch gegen die Tollwut geimpft sein. Der behandelnde Tierarzt weiß, welche Impfungen nötig sind, kennt die aktuelle Seuchenlage, führt u. U. einen Bluttest auf noch vorhandenen Impfschutz durch und ist über die neuesten Empfehlungen der StIKo Vet informiert.
bpt


Digital Farming - Neue Professur an der TU Kaiserslautern

Autonom fahrende Traktoren, Drohnen zum Überwachen des Pflanzenbestands oder datengestützter Einsatz von Betriebsmitteln zeigen, dass die Digitalisierung längst Einzug in die Landwirtschaft gehalten hat. Die Technische Universität Kaiserslautern (TUK) hat nun auch eineProfessur zum Digital Farming ins Leben gerufen. Bei dieser neuen Professur soll eine Kooperation zwischen der TUK, dem Fraunhofer IESE mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und zahlreichen, in der Nähe des Unicampus gelegenen Technologieunternehmen entstehen. Der neu gegründete Förderverein Digital Farming e.V. unterstützt das Projekt mit finanziellen Mitteln. „Wir freuen uns, unser Forschungsprofil und Studienangebot durch die neue Professur ‚Digital Farming’ auf innovative Weise weiter verstärken zu können. Damit entsteht eine Arbeitsgruppe, die sich dezidiert diesem interdisziplinären, immer wichtiger werdenden Thema widmen kann“, erläutert Professor Dr. Arnd Poetzsch-Heffter, Vize-Präsident für Forschung und Technologie der TU Kaiserslautern. „Die hohen gesellschaftlichen und regulatorischen Anforderungen an eine moderne, europäische Landwirtschaft erfordern kontinuierlich neue Talente, Technologien und Geschäftsmodelle. Die Professur unterstützt Landwirte und Agrarindustrie dabei, die digitale Transformation erfolgreich mitzugestalten“, ergänzt der Vorsitzende des Fördervereins Digital Farming e.V., Dr. Matthias Nachtmann.
Technische Universität Kaiserslautern


26.11.2019

TV-Tipp: Themenschwerpunkt multiresistente Keime im ZDF

Angesichts der steigenden Zahl von Krankheits- und Todesfällen durch multiresistente Keime beschäftigt sich das ZDF am heutigen Dienstag ab 20.15 Uhr in vier Sendungen mit dem Themenschwerpunkt Antibiotika und -resistenzen. Die "ZDFzeit"-Doku "Killerkeime - Wenn Antibiotika nicht mehr wirken" setzt sich mit dem realistischen, aber nicht realen Szenario auseinander, dass ein gegenüber allen gängigen Antibiotika resistenter Keim in einem Krankenhaus grassiert. Die Doku verdeutlicht, welchen Herausforderungen die Medizin in einem solchen Fall gegenübersteht. Ab 21 Uhr begibt sich das „Frontal 21-Team“ auf Spurensuche nach Medikamentenrückständen in Abwasser, Flüssen und Seen, denn hierzulande gibt es nur wenige Klärwerke, die Arzneimittelrückstände eliminieren können, was bei Antibiotika gefährlich ist. Danach folgt um 22.15 Uhr "37°" mit "Der unsichtbare Feind - Ein Leben mit dem Keim". In dem Report geht es um zwei Frauen, die an einer chronischen Infektion leiden, die durch multiresistente Keime ausgelöst wurde. Abschließend fragt "Leschs Kosmos" um 22.45 Uhr: „Wer stoppt die Killerkeime? Neue Wege der Medizin". Die Sendungen sind auch alle in der ZDF-Mediathek zu finden.
ZDF


Tausende Bauern protestieren in Berlin

Am heutigen Dienstag werden in Berlin rund 10.000 Bauern aus dem gesamten Bundesgebiet mit mehr als 5.000 Traktoren zu einer erneuten Großkundgebung gegen das geplante Agrarpaket der Regierung erwartet. Unter anderem geht es gegen dieschärferen Düngevorschriften, das Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund "Mercosur" und Verunglimpfung von Bauern, das sogenannte Bauern-Bashing. „Landwirtschaft in Deutschland braucht Unterstützung und eine Zukunftsperspektive ohne Überregulierung und Verbotspolitik. Notwendig ist eine grundlegende Überarbeitung des Aktionsprogramms Insektenschutz. Es ist nicht die Frage, ob wir Insektenschutz machen, sondern nur wie: Kooperativer Naturschutz muss der Weg sein. Das heißt Landwirte, Politik und Gesellschaft müssen gemeinsam Lösungen finden, wie sich Natur- und Artenschutz weiter verbessern lassen, unter Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe. Wir wollen den Dialog und wir benötigen konkrete, praxistaugliche Ergebnisse“, fassen Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Eberhart Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd und Umweltbeauftragter des DBV, die Forderungen zusammen. Unterstützung erhalten die Landwirteunter anderem von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die auf mehr Wertschätzung für deren Arbeit hofft: „Pauschale Vorwürfe sind oft und schnell zur Hand - von Ackergiften, von Tierquälern, von Umweltverschmutzern ist die Rede“, sagte die Ministerin gegenüber dem Tagesspiegel. Doch auch Gegner der Proteste meldeten sich zu Wort: Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert von der Landwirtschaft mehr Engagement gegen die Nitratbelastung im Grundwasser. „Anstatt Demonstrationen zu organisieren, sollten die Landwirte sich lieber konstruktiv in die Lösung des Problems einbringen", erklärte der BDEW. Die Bundesregierung müsse den EU-Nitratgrenzwert von 50 Milligramm pro Liter im Grundwasser national festschreiben, um Strafzahlungen und Düngeverbote zu vermeiden.
DBV
Merkur


BMEL will Zahl der Lebensmittelkontrollen verringern

Nach dem letzten Lebensmittelskandal, dem drei Menschen zum Opfer gefallen sind, weil sie mit Listerien belastete Produkte verzehrt haben, hat sich herausgestellt, dass der Verursacher, der hessische Wursthersteller Wilke, statt monatlich nur alle drei Monate kontrolliert worden ist. Trotzdem soll im Sommer 2020 eine neue Kontrollverordnung der Bundesregierung in Kraft treten, die deutlich seltenere routinemäßige Lebensmittelkontrollen als bisher nach sich ziehen würde. Das geht aus einem aktuellen Referentenentwurf des Ministeriums hervor, der BR Recherche und der Zeitung "Welt" vorliegt. Zudem sollen die Betriebe in neue Risikoklassen eingeteilt werden, was für Kritik sorgt. Die bisherigen Kontrollfristen sollen zusätzlich verlängert werden. „Das bedeutet beispielsweise, dass bisher vierteljährlich zu kontrollierende Betriebe nur noch halbjährlich und bisher monatlich zu kontrollierende Betriebe nur noch vierteljährlich einer amtlichen Routinekontrolle zu unterziehen sind", erläutert Anja Tittes, Bundesvorsitzende des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure. Für den Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) würde die neue Kontrollverordnung bedeuten, dass von aktuell circa 4.000 Plankontrollen rund 1.000 Kontrollen wegfallen würden. „Das ist eine schleichende Erosion des Personalkörpers in der Lebensmittelüberwachung", mahnt Holger Vogel, Präsident des BbT und Leiter des Veterinäramts Vorpommern-Greifswald. „Dabei kriechen die Veterinäre der Lebensmittelüberwachungsbehörden schon jetzt auf dem Zahnfleisch, vor allem in Süddeutschland."Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jedoch weist die Vorwürfe zurück. Bei den Neuregelungen gehe es darum, mit dem Wegfall von Plankontrollen bei unauffälligen Unternehmen mehr Kapazitäten für Kontrollen in bereits auffällig gewordenen Betriebe zu schaffen.
Tagesschau


LTK Rheinland-Pfalz hat einen neuen Präsidenten gewählt

Der bisherige Vizepräsident Dr. Rainer Schneichel ist zum neuen Präsidenten der Landestierärztekammer (LTK) Rheinland-Pfalz gewählt worden. Neuer Vizepräsident wurde Dr. Christian Cegla. Den Vorstand vervollständigen die beiden Beisitzer Linus Klasen und Dr. Inka Schlemmer. Neuwahlen waren notwendig geworden, nachdem am 13. November 2019 die vorherige Präsidentin Dr. Monika Hildebrand nach nur 18 Monaten Amtszeit zurückgetreten war. Schneichels erste Herausforderung ist es, die finanzielle Schieflage des Kammerhaushaltes so schnell wie möglich und in konstruktiver Zusammenarbeit mit der Rechtsaufsicht des Ministeriums zu beseitigen. „Wir werden als Präsidium gemeinsam mit allen unseren Mitgliedern die Landestierärztekammer Rheinland-Pfalz wieder auf ein solides, zukunftsfähiges Fundament stellen“, bekräftigte Schneichel sein Ziel.
Landestierärztekammer Rheinland-Pfalz


25.11.2019

Antibiotika werden immer noch zu leichtfertig verschrieben

Die Verordnung von Antibiotika bei unkomplizierten Erkrankungen ist in der Humanmedizin nach wie vor auf einem zu hohem Niveau. Das sagte Prof. Dr. Andreas Michalsen auf einem Fachkongress anlässlich des 12. Europäischen Antibiotikatags am 18. November 2019 in Berlin. Dabei sei ein zurückhaltender Einsatz chemisch-synthetischer Antibiotika essenziel, um ihre Wirksamkeit zu bewahren. Andernfalls könnten Antibiotikaresistenzen laut Weltgesundheitsorganisation WHO 2050 die häufigste Todesursache weltweit sein. Daher ist es wichtig, Antibiotika nur bei einer tatsächlichen medizinischen Indikation einzusetzen. Für banale Infektionen habe die Natur wirkungsvolle Alternativen wie beispielsweise pflanzliche Senföle zur Behandlung von Blasenentzündungen und Erkältungskrankheiten zu bieten.Der Einsatz von Antibiotika muss jedoch nicht nur in der Humanmedizin dringend verringert werden. VetMAB.de hilft bei der Antibiotikaminimierung im Stall.
ots


ASP: Brandenburg erhöht Zahlungen für Jäger

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) kommt immer näher an Deutschland heran. Um einen Eintrag zu vermeiden, weitet das Land Brandenburg nun die Maßnahmen zur Früherkennung aus. So werden ab Beginn des nächsten Monats die Kosten für eine ASP-Untersuchung bei verendeten oder erlegten Wildschweinen vom Land übernommen. Demnach erhalten Jäger, die verendete Wildschweine melden und ihnen eine Blutprobe entnehmen, 50 Euro statt bisher 30 Euro, wie der rbb berichtet. Nach dem Fund von 20 mit der Tierseuche infizierten Wildschweinen in der nur 80 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernten Wojwodschaft Lebus suchen 100 Freiwillige und 150 Soldaten nach weiteren verendeten Tieren. Um besondere Wachsamkeit bittet der Deutsche Jagdverband. Tote Wildschweine auf deutscher Seite müssten sofort gemeldet werden. Spaziergänger und Jäger sind derzeit dazu aufgerufen, die Funde toter Tiere an die zuständigen Veterinämter zu melden.
rbb


Maßnahmen zur Wiederausbreitung der Europäischen Wildkatze

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Koordinations- und Meldestelle fand in Österreich eine Fachtagung "Plattform Wildkatze" auch mit ExpertInnen aus Deutschland und der Schweiz statt, bei der die aktuelle Situation der Europäischen Wildkatze zur Diskussion stand. Für das als regional ausgestorben bzw. verschollen geführte Säugetier gab es zwar in der Vergangenheit einzelne Sichtungsnachweise. Doch für eine permanente Rückkehr fehlt es noch an nationalen Schutzmaßnahmen. Um die Wiederausbreitung der seltenen Wildkatze umzusetzen, hat die „Plattform Wildkatze“ acht Maßnahmenpunkte präsentiert. Unter anderem benötigen die ExpertInnen speziell von Jungtieren mehr Nachweise und fordern zudem umfassendere finanzielle Mittel. Weiterhin muss laut Plan die Bevölkerung mehr sensibilisiert werden, damit sich Haus-und Wildkatzen nicht unkontrolliert vermischen. Dafür ist es von Nöten, dass freilaufende Hauskatzen sterilisiert bzw. kastriert werden. Weiterhin sehen die ForscherInnen eine wissenschaftliche Erhebung bestehender und möglicher Wildtierkorridore sowie die länderübergreifende Koordinierung eines Korridornetzes als notwendig an. Für die Umsetzung der Maßnahmenpunkte werden viele Verbündete gebraucht, angefangen von Beteiligten der Plattform über die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen, bis hin zu jedem einzelnen, der eine wildkatzenfarbige Katze sieht, fotografiert oder am Straßenrand findet. Jede Meldung und jeder wiederhergestellte Wanderkorridor sind wichtig, damit die Wildkatze in Österreich langfristig heimisch werden kann.
Naturschutzbund Österreich


22.11.2019

Katzen in kleinen Schritten auf Tierarztbesuch vorbereiten

Um ihren Katzen einen stressarmen Besuch beim Tierarzt zu ermöglichen, sollten Tierhalter ihre Vierbeiner behutsam auf diesen vorbereiten. Denn für die sensiblen Stubentiger bedeutet jede Veränderung großen Stress. Das Tier kann dann auch schnell gereizt und aggressiv reagieren und erschwert dem behandelnden Tierarzt zudem seine Arbeit. Dieser Stress kann auch körperliche Reaktionen auslösen, die die Untersuchungsergebnisse sogar verfälschen können. Auch wenn sich junge Kätzchen leichter ablenken lassen und eher ein neugieriges Verhalten an den Tag legen, sollten die Tierhalter diese schon früh an den Transport im Katzenkorb gewöhnen. Dieser sollte, am besten mit Kuscheldecke und Leckerli ausgestattet, schon zeitig und stets frei zugänglich im Haushalt stehen, sodass die Katzen diese regelmäßig zum Eingewöhnen aufsuchen können. Fühlt sich der Stubentiger wohl in seiner „Höhle“, kann der Halter die Box zuerst ein Weilchen in der Wohnung herumtragen, denn es ist wichtig, dass die Gewöhnung an einen Transport in kleinen Schritten erfolgt. Bei ganz ängstlichen Katzen empfiehlt es sich, für den ersten Transport nicht unbedingt direkt den Tierarztbesuch zu wählen, damit die Transportbox mit möglichst positiven Erfahrungen verknüpft wird. Das mindert nicht nur den Stress für die Katze, sondern auch für Tierarzt und Katzenhalter.Außerdem gibt es speziell katzenfreundlich eingerichtete und organisierte Praxen. Was das genau bedeutet und wie Tierarztpraxen mit einfachen Mitteln katzenfreundlicher gestaltet werden können, erfahren Tierarzthelferinnen und Tiermedizinische Fachangestellte in einem Webinar von PetCampus mit Katzenexpertin Dr. Angelika Drensler.
Presseportal


Tierärzte empfehlen jährliche Vorsorgeuntersuchung

Ebenso wie Menschen werden auch unsere Haustiere mit zunehmendem Alter gemütlicher und entwickeln ein größeres Schlaf- und Ruhebedürfnis. Außerdem steigt im Alter das Risiko, dass die Tiere Krankheiten entwickeln, häufig auch chronische Leiden. Bei der Katze kommen im Alter zunehmend chronische Nierenerkrankungen vor. Hunde leiden im Alter häufiger an Arthrose. Hinzukommen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Tumore, Zahnprobleme sowie Leber- und Schilddrüsenerkrankungen. "Wenn das Tier schlecht läuft, wenig frisst oder immer wieder hustet, dann ist ein Besuch beim Tierarzt angezeigt", erklärt Dr. Karl-Heinz Schulte, zweiter Vizepräsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte, gegenüber der Apotheken Umschau. Er rät Tierhaltern, mindestens einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung zum Tierarzt zu gehen, damit Erkrankungen möglichst früh erkannt und behandelt werden können. Meist gibt es verschiedene Therapieoptionen, die häufig auch miteinander kombiniert werden können und sollten, um den größtmöglichen Therapieerfolg zu erzielen. Dies ist Ziel der Integrativen Tiermedizin, die multimodale Behandlungsmethoden einbezieht. Mit diesen multimodalen Therapieoptionen beschäftigt sich auch die gleichnamige E-Learning-Reihe für Tierärztinnen und Tierärzte von Myvetlearn.de, die sich mit dem Thema Arthrose, Nieren- und Lebererkrankungen sowie mit den verschiedenen Behandlungsansätzen bei Gesäugeerkrankungen befasst.
Apotheken-Umschau
E-Learning-Reihe Integrative Tiermedizin bei Hund und Katze


Bundeskartellamt stimmt Großfusion von Fleischverarbeitern zu

Am vergangenen Mittwoch (20.11.19) hat das Bundeskartellamt grünes Licht für die Fusion der Unternehmensgruppen Reinert und Kemper gegeben. Unter dem künftigen Firmennamen „The Family Butchers“ werden die beiden Unternehmen zum zweitgrößten Fleischverarbeiter nach der Tönnies Gruppe. Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, erklärt nach der Entscheidung für die Großfusion: „Auch nach der Fusion gibt es für Abnehmer und Lieferanten noch hinreichende Alternativen. Trotz der seit einigen Jahren fortschreitenden Konzentration der Branche gibt es in Deutschland weiterhin eine ganze Reihe mittelständischer Fleisch- und Wurstwarenhersteller. Die gemeinsamen Marktanteile von Kemper und Reinert sind auf den verschiedenen Märkten der Fleischverarbeitung nicht höher als zehn bis 20 Prozent. Die Lebensmitteleinzelhandelskonzerne verfügen außerdem über eine hohe Nachfragemacht und haben zum Teil auch eigene Fleischwerke.“ Zusammen werden die beiden Gruppen nach ihrem Zusammenschluss "ein breites Sortiment von Preiseinstiegsprodukten bis hin zu Premium-Herstellermarken" anbieten und einen Umsatz von mehr als 700 Millionen Euro einfahren. Marktführer Tönnies könnte durch den Zusammenschluss im harten Wettbewerb mit Wurstprodukten also mehr Konkurrenz bekommen.
Bundeskartellamt


Rissvorfall auf Usedom

Auf der Ostseeinsel Usedom könnte der Wolf angekommen sein. Zumindest lässt das ein Rissvorfall in einer gewerblichen Schafhaltung mit insgesamt 135 Tieren am vergangenen Dienstag vermuten. Ein Rissgutachter konnte vor Ort frische DNA-Spuren sicherstellen. Eine Genetikuntersuchung durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt am Main soll nun abklären, ob es sich bei dem Übeltäter tatsächlich um einen Wolf handelt.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV


Tierarzt zu hoher Geldstrafe verurteilt

Ein Richter am Landesgericht München hat einen Tierarzt zu einer Zahlung in Höhe von 250.000 Euro verurteilt, nachdem dieser ein wertvolles Dressurpferd mit einem homöopathischen Mittel gegen Husten behandelt hat. Das Pferd verstarb nach der Beahndlung an einem anaphylaktischen Schock, nachdem der Tierarzt die Homöopathika unter anderem über vorher entnommenes Blut injiziert hatte. Daraufhin krampfte das Tier und brach zusammen. Der behandelnde Tierarzt legte nun gegen dieses Urteil Berufung ein, wie die Frankenpost berichtet. „Ich habe rein medizinisch nichts falsch gemacht“, so der Tierarzt. Die Richter des OLG empfahlen dem Beklagten jedoch, seine Berufung zurückzuziehen, da dieser die Halterin nicht über die Risiken der Behandlung aufgeklärt habe und die Berufung dadurch kaum Erfolg haben würde. Der Tierarzt hatte jedoch argumentiert, dass eine neuerliche, umfängliche Risiko-Aufklärung vor jeder Spritze sehr viel Zeit koste und deswegen kaum möglich sei. Eine Entscheidung will das OLG am 9. Januar verkünden.
Frankenpost


Backhaus wehrt sich gegen Vorwürfe wegen Problemwolf

Dr. Till Backhaus, Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, wird vorgeworfen, dass er Informationen zu Wolfsrissen, in diesem Fall den Problemwolf mit der Kennung GW924m betreffend, nicht öffentlich macht. Der benannte Wolf hatte in Schleswig-Holstein mehrfach in Tierbeständen Tiere in gesicherten Herden gerissen und ist dann offensichtlich nach Mecklenburg-Vorpommern gewandert. Backhaus weist die Vorwürfe jedoch zurück: „Mein Haus informiert zu allen Themen unseres Zuständigkeitsbereiches umfassend und transparent. Auch über die Entwicklung der Wolfspopulation setzen wir die Bürgerinnen und Bürger in Kenntnis. Zuletzt geschehen Mitte Oktober dieses Jahres.“ Zur Zeit werde eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung für die Entnahme des Problemwolfs, der nachweislich auch in Grambow Nutztiere gerissen hat, geprüft. Doch ohne Berücksichtigung der Rissvorfälle in Schleswig-Holstein würde der Rissvorfall in Grambow nicht ausreichen, um die artenschutzrechtliche Ausnahme zu begründen, da in Grambow kein Grundschutz gemäß Managementplan Wolf Mecklenburg-Vorpommern gegeben war. „Prinzipiell befürworte ich den Abschuss von GW924m, da er eine Gefahr darstellt, egal in welchem Bundesland er sich aufhält. Gleichwohl müssen wir uns an Recht und Gesetz halten“, unterstrich der Minister.
Regierung Mecklenburg-Vorpommern


Pferde zum Ende der Weidesaison unbedingt entwurmen

Die Temperaturen fallen immer weiter und der Herbst verabschiedet sich schon bald. Bevor die Weidesaison für die meisten Pferde endet, sollten die Tiere unbedingt noch gegen Rundwürmer, Bandwürmer und Magendasseln entwurmt werden. Wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) auf seiner Seite mitteilt, sollten bei jungen Pferden Produkte angewendet werden, die auch gegen eingekapselte Larvenstadien der kleinen Strongyliden wirksam sind. Falls die Larven nicht vollständig erfasst werden, können diese nach dem Schlüpfen im nächsten Frühjahr Durchfälle und schwerwiegende Erkrankungen verursachen. Mehr Infos zu den Wurmarten und geeigneten Produkten zur Entwurmung erhalten Sie auf der Internetseite des BfT.
BfT


ZDG äußert Wünsche als Gegenzug für Antibiotikareduzierung

Nachdem Bundeslandwirtschaftsministerin Dr. Julia Klöckner im Juli diesen Jahres den Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) aufgefordert hatte, den Einsatz von Reserveantibiotika zu reduzieren, hat dieser wiederum nun seine Vorschläge unterbreitet, wie Topagrar berichtet. Der ZDG schlägt vor, dass das Reserveantibiotikum Colistin ab Ende 2023 in Hähnchen- und Putenställen nicht mehr verwendet und der Einsatz von Fluorchinolonen um 20 Prozent gesenkt werden soll. Jedoch fordert der Geflügelverband, dass diese Wirkstoffe nicht komplett verboten werden. Bestimmte Beschränkungen, die andere Wirkstoffe betreffen, sollen auf Wunsch des Verbandes entfallen. Auf der Wunschliste des ZDG stehen zudem die Anpassung der Wartezeiten für Fluorchinolone und Tetrazykline, die Forderung nach der Weiterverwendung von Formaldehyd zu Desinfektionszwecken sowie von CE-Kulturen und Bakteriophagen.
Topagrar


21.11.2019

Weitere Wildschweine im Westen Polens mit ASP infiziert

Im Westen Polens, nur etwa 80 km von der Grenze zu Brandenburg entfernt, sind bereits zwei Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei tot aufgefundenen Wildschweinen nachgewiesen worden. Weitere Kadaver, die in der Nähe der Fundorte in der Wojwodschaft Lebus gefunden worden sind, wurden ebenfalls untersucht. Nun liegen die Ergebnisse vor: es sind 18 weitere Tiere mit dem ASP-Virus infiziert. Das teilte der polnische Veterinärdienst mit. Damit sind in Lebus bereits 20 Wildschweine an der ASP verendet. Unterdessen geht die Suche nach weiteren toten Tieren in der Gegend weiter. Außerdem wurde in Polen damit begonnen, weitreichende Zäune um die erste Fundstelle zu errichten, um infizierte Tiere am Abwandern und der Weiterverbreitung des Virus zu hindern.
Spiegel Online


Einladung zum gemeinsamen Hundespaziergang mit Experten

Am kommenden Samstag (23.11.19) um 15 Uhr lädt die Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover Hundefreundinnen und Hundefreunde zu einem gemeinsamen Hundespaziergang in Kirchrode ein. Hier haben Interessierte die Möglichkeit, sich beim „Walk and Talk“ mit dem Team der TiHo über geeignetes Futter und Bewegungstherapie für ihren Vierbeiner zu informieren sowie sich über eventuelle Wehwehchen auszutauschen. Treffpunkt für die Tour ist die Klinik für Kleintiere der TiHo, Bünteweg 9, 30559 Hannover. Das Team bittet für ihre Planung um eine vorherige Anmeldung per mail an presse@tiho-hannover.de.
TiHo Hannover


Menschlicher Lärm beeinträchtigt die Tierwelt massiv

Eine Studie der Queen's University in Belfast hat ergeben, dass für viele Tierarten Lärm, der von Menschen verursacht wird, einen besonderen Stressfaktor darstellt. Wie die Forscher Hansjoerg Kunc und Rouven Schmidt erläutern, seien neben zahlreichen Amphibien auch Gliederfüßler, Vögel, Fische, Säugetiere, Weichtiere und Reptilien betroffen und reagierten besonders geräuschempfindlich. Sie betrachten den vom Menschen verursachten Lärm als einen der weltweit größten schädlichen Einflüsse auf die Tierwelt und als ernste Form der Umweltverschmutzung. „Unsere Analysen liefern den nötigen quantitativen Beweis für Gesetzgeber, um diesen Stressfaktor für die Umwelt effektiver zu regulieren", so die Forscher abschließend.
Schweizerbauer


Unerfreuliche Ergebnisse des Zoonose-Monitorings 2018

Die Ergebnisse des Zoonose-Monitorings sind beinahe durchweg unerfreulich und fallen schlecher aus als im Vorjahr. So liegen die Nachweisraten von Campylobacter spp. bei Masthähnchen unverändert auf einen hohem Niveau. Das ist eines der Ergebnisse des Zoonosen-Monitorings 2018. Demnach wurden knapp die Hälfte der Halshautproben von Masthähnchenschlachtkörpern (46,3 %) und der Proben von frischem Hähnchenfleisch (47,8 %) positiv auf Campylobacter getestet. Knapp ein Viertel der Schlachtkörper wies Campylobacter-Keimzahlen von über 1.000 KbE/g auf. Das zum vergangenen Jahr eingeführte Prozesshygienekriterium habe somit noch nicht zu einer nennenswerten Senkung der Campylobacter-Belastung bei Masthähnchen geführt, erklärte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin. Im Jahr 2017, vor Einführung des Prozesshygienekriteriums, hatten 22,7 % der Schlachtkörper den besagten Wert überschritten. Betrachtet man das Salmonellen-Monitoring, fällt das Ergebnis für 2018 noch deutlich unerfreulicher aus: In Halshautproben von Mastputenschlachtkörpern wurden in 22,7 % der untersuchten Proben Salmonellen nachgewiesen und damit fast doppelt so häufig nachgewiesen wie im Zoonosen-Monitoring 2016 (11,9 %). Die Tiere selbst waren dagegen nur selten Träger von Salmonellen (0,2 % positive Proben von Blinddarminhalt). Die Nachweisrate von Salmonellen in Proben von frischem konventionell erzeugtem Putenfleisch lag bei 4,0 % und damit ebenfalls etwas höher als im vorherigen Untersuchungsjahr (2,6 %). Steigende Kontaminationsraten von Schlachtkörpern bei geringer Belastung der Tiere verdeutlichen, dass Verbesserungen der Hygienepraktiken bei der Geflügelschlachtung notwendig sind, da es offenbar zu Kreuzkontaminationen bzw. einer Verschleppung von Keimen aus der Schlachtumgebung auf die Schlachtkörper kommt. ESBL/AmpC-bildende E. coli wurden in etwa der Hälfte der untersuchten Kotproben aus konventionellen Mastputenbetrieben (51,8 % positive Proben) und in 37,6 % der Proben von konventionell erzeugtem Putenfleisch nachgewiesen. Im Vergleich hierzu waren Kotproben aus ökologisch wirtschaftenden Mastputenbetrieben und insbesondere Proben von ökologisch erzeugtem Putenfleisch mit Nachweisraten von 36,8 % bzw. 12,2 % deutlich seltener positiv für ESBL/AmpC-bildende E. coli. Die Ergebnisse der Antibiotikaresistenzuntersuchungen zeigen zudem, dass die Resistenzraten in den Lebensmittelketten Masthähnchen und Mastpute unter den Nutztieren am höchsten sind, was den im Vergleich zu Rindern und Schweinen häufigeren Einsatz von Antibiotika bei dieser Tiergruppe widerspiegelt. Auffallend ist, dass E.-coli-Isolate aus ökologischen Mastputenbetrieben und aus ökologisch erzeugtem Putenfleisch insgesamt deutlich niedrigere Resistenzraten (48,2 %) aufwiesen als die entsprechenden Isolate aus der konventionellen Produktion (77,3 %). Außerdem traten bei Isolaten aus der ökologischen Produktion seltener Multiresistenzen gegen drei oder mehr Substanzklassen auf als bei Isolaten aus Mastputenbetrieben und Putenfleisch der konventionellen Produktionsform (17,7 % vs. 42,9 %). Diese Unterschiede stehen vermutlich mit der im Vergleich zu konventionellen Tierhaltungen geringeren Therapiehäufigkeit mit Antibiotika in ökologischen Betrieben im Zusammenhang.
BVL


20.11.2019

Bestäubungsleistung jetzt online kalkulieren

Mit Hilfe des digitalen Bestäubungsrechners www.bestaeubung-neu-gedacht.de des Online-Netzwerks BEEsharing können Landwirte künftig die notwendige Bestäubungsleistung für ihre Anbauerzeugnisse einfach und schnell selbst kalkulieren. Im Nu kennt der Landwirt die Anzahl notwendiger Honigbienen, Mauerbienen und Hummeln.Gleichzeitig zeigt die Webseite des Hamburger Start-ups den zu erwartenden Mehrertrag an. „Eine professionelle Bestäubungsplanung ist damit für landwirtschaftliche Betriebe nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll", erklärt Otmar Trenk, Gründer und Geschäftsführer von BEEsharing.Während Mauerbienen und Hummeln im deutschsprachigen Raum künftig sowohl online als auch über die zahlreichen BEEsharing-Vertriebspartner bezogen werden können, sind Honigbienen und deren Bestäubungsleistung weiterhin ausschließlich über das Online Netzwerk erhältlich. Künftig wird dort auch ein E-Learning für Landwirte zum Umgang mit Bestäubern und zur Eigenzucht von Mauerbienen sowie mit Tipps für sinnvolle Wildbienenmaßnahmen angeboten werden. Unter Myvetlearn.de finden Tierärztinnen und Tierärzte einen E-Learning Grundkurs Bienen, der Grundlagenkenntnisse über Bienenhaltung, Bienenkrankheiten und die tierärztliche Betreuung von Bienen vermittelt. Die Online-Fortbildung ist außerdem zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen geeignet.
Bestäubungsrechner
BEEsharing
Grundkurs Bienen - E-Learning für Tierärzte


Österreicher sind große Katzenfans

In Österreich werden immer mehr Heimtiere gehalten. Besonders beliebt ist -ebenso wie in Deutschland- mit 2.034.000 die Katze. Im Jahr 2018 lebten knapp vier Millionen Heimtiere in Österreich. „Heimtiere sind aus österreichischen Haushalten nicht wegzudenken und dadurch stellen diese auch einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor dar“, stellt Kurt Essmann, Obmann des Zoofachhandels in der Wirtschaftskammer Wien, klar. Allein der Umsatz mit Futtermittel beträgt in Österreich mehr als eine halbe Milliarde Euro, wobei der Markt ebenfalls mit rund 300 Millionen Euro deutlich von den Katzen beherrscht wird. Doch obwohl die österreichische Hundepopulation mit 827.000 nicht einmal halb so groß ist wie die der Katzen, sind die Besitzer häufig besonders spendierfreudig und auch der größere Futterbedarf ist ein wichtiger Umsatzfaktor. So wurde 2018 rund 215 Millionen Euro mit Hundenahrung umgesetzt. Ein weiterer Eckpfeiler der Branche sind der Verkauf von Zubehör- und Pflegeprodukten, wobei hier für den Markt im Vergleich zu den Nachbarländern in der DACH-Region noch Steigerungspotenzial besteht. 2018 wurden in Österreich knapp 117 Millionen Euro in diesem Bereich umgesetzt. Insgesamt wurden im europäischen Zoofachhandel 2018 5,19 Milliarden Euro umgesetzt. Vergleicht man die Anzahl der gehaltenen Heimtiere miteinander, steht Russland mit knapp 50 Millionen, gefolgt von Deutschland mit 34 Millionen und Frankreich mit knapp 30 Millionen Heimtieren an der Spitze.
ots für WKO


Mängel bei Lebendtierkontrollen auf A1

Die Autobahnpolizei Sittensen hat bei gezielten Verkehrskontrollen auf der Autobahn A1 in Niedersachsen verschiedene Mängel festgestellt. Insgesamt wurden 125 Transporte kontrolliert. Dabei wurden insgesamt 37 Fahrzeuge beanstandet. U.a. wurde bei einem Fahrzeug bemängelt, dass rund 200 Ferkel zuviel geladen waren, da eine Überladung der zulässigen Gesamtmasse vorlag. Zudem wurde auch mehrfach eine Überschreitung der zulässigen Gruppengrößen bemängelt. Die vorgegebenen Größen dienen dazu, dass die Verletzungsgefahr für die Tiere reduziert wird. Auch wurde festgestellt, dass bei einem Rindertransport Fäkalien am Kontrollort vom Transporter liefen. Ein Fahrer wurde zudem ohne gültigen Führerschein erwischt. Die Polizei verweist aber auch darauf, dass es neben den Beanstandungen viele Transporte gab, die einwandfrei waren. Hier wurden die Fahrer von den Polizisten nach einem lobenden Gespräch aus der Kontrolle entlassen.
ots


Mehrere Fälle der ASP in Polen nahe der deutschen Grenze

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt in Polen weiter westwärts und es wurden verschiedene Fälle in der Nähe zur deutschen Grenze nachgewiesen. Mittlerweile wurde in einer Entfernung von nur noch rund 80 Kilometern zur deutschen Grenze 20 Wildschweine identifiziert, die an dem Virus gestorben sind, wie Spiegel Online unter Berufung auf die polnischen Behörden berichtet. Unterdessen schickt die EU-Kommission Experten nach Polen, um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Auch ein Mitarbeiter des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) reist aus diesem Grund in die betroffene Region. Der erste Fall bei einem Wildschwein nahe der deutschen Grenze wurde Ende vergangener Woche veröffentlicht. Betroffen ist die Woiwodschaft Lebus. Um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, soll das betroffene Gebiet eingezäunt werden. Damit soll verhindert werden, dass Wildschweine den Erreger aus dem Gebiet verbringen.
Spiegel Online


19.11.2019

Verzicht der betäubungslosen Ferkelkastration im Fokus

An der Universität Hohenheim diskutieren am Donnerstag Experten und Betroffene den Verzicht der betäubungslosen Ferkelkastration. Es wird auf den aktuellen Stand sowie auf zukünftige Perspektiven eingegangen. Zur Podiumsdiskussion sind Vertreter aus Wissenschaft, Tierschutz, Landwirtschaft und Fleischwirtschaft geladen. Zu der Veranstaltung sind Interessierte eingeladen, sich zu informieren und mitzudiskutieren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Universität Hohenheim: Diskussion zur Ferkelkastration


Zweiter ASP-Fall im Westen Polens

Am Wochenende ist in Westpolen ein zweites, mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziertes, totes Wildschwein gefunden worden. Dort, in der Wojwodschaft Lebus, wurde bereits zuvor ein infizierter Wildschweinekadaver gefunden. Das bestätigten die polnischen Veterinärbehörden gestern. Insgesamt wurden 20 tot aufgefundene Wildschweine auf eine Infektion mit dem Virus untersucht, die nach dem ersten Fund in der Nähe gefunden worden sind. Die Untersuchungsergebnisse der übrigen Tiere stehen noch aus. Das Gebiet liegt nur etwa 80 km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt.
topagrar.de


ZDG fordert gesamteuropäische Lösung zum Thema Kükentöten

Der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Friedrich-Otto Ripke, fordert eine gesamteuropäische Regelung beim Ausstieg aus dem Töten männlicher Eintagsküken. Zudem bezeichnet er die Forderungen der Beteiligten als unehrlich, populistisch und unrealistisch. „Wir brauchen in der Debatte um den von allen Beteiligten gewollten Ausstieg viel mehr Ehrlichkeit und viel weniger populistische Forderungen“, sagt der Präsident. Als unehrlich bezeichnet Ripke beispielsweise die Forderung nach einem sofortigen Ausstieg. Zudem sieht er ein Problem in einem rein deutschen Gesetz, was zur Folge hätte, dass damit lediglich das Tierschutz-Problem ins Ausland verschoben würde. „Unser Bekenntnis gilt: Wir wollen aus dem Kükentöten aussteigen – und zwar so schnell wie möglich“, betont der ZDG-Präsident, der eine lösungsorientierte Rückbesinnung auf die wissenschaftlich belegten Fakten zur Machbarkeit fordert. Konkrete Lösungsansätze und klare Perspektiven hätte der ZDG dem Ministerium bereits aufgezeigt, so Ripke, der Vorwürfe, die Geflügelwirtschaft spiele auf Zeit, entschieden zurückweist. Durch eine Kombination verschiedener Ansätze wie beispielsweise durch die Geschlechtsbestimmung im Ei mittels Hyperspektral- und Hormonanalyse, durch die Aufzucht der Bruderhähne und durch die Haltung von Zweinutzungshühnern, könnte die Anzahl getöteter Hahnenküken bis 2022 um die Hälfte verringert werden. Dafür jedoch müssten alle Verantwortungsbereiten gemeinsam umsetzbare Lösungen zügig vorantreiben. Dazu gehören die Geflügelwirtschaft, die Wissenschaft, der Markt bzw. die Verbraucher mit einer nötigen höheren Akzeptanz für „Bruderhahn“-Erzeugnisse – und schließlich und vor allem auch die Politik. „Realpolitik mit realistischen Umsetzungsplänen ist gefragt!“, fordert Ripke abschließend.
ZDG


Pilotprojekt MammalNet: Bevölkerung auf Wildtiersuche

Mit dem Pilotprojekt MammalNet möchten acht europäische Forschungsinstitutionen unter Beteiligung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) herausfinden, wie viele und welche wildlebenden Säugetierarten in Europa angesiedelt sind. Dazu benötigen die ForscherInnen die Mithilfe der Bürger und Bürgerinnen. Dr. Oliver Keuling vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der TiHo, erklärte dazu: „In allen Ländern werden Bürgerinnen und Bürger gebeten, mitzuteilen, wenn sie ein wildlebendes Säugetier gesehen haben. Über die App und die Internetseiten können sie zudem Fotos der Tiere hochladen.“ Die WissenschaftlerInnen des Projekts bitten die Bevölkerung, über eine App bzw. zwei Internetseiten mitzuteilen, wenn sie wildlebende Tiere auf Wanderungen, im Alltag oder beim Spaziergang sehen. Die App iMammalia läuft auf Android und iOS und kann in den jeweiligen Stores heruntergeladen werden. Sie ermöglicht eine einfache Mitteilung der Sichtung. Für die beiden Internetseiten, die sich eher an fortgeschrittene Naturbeobachter richtet, ist eine einmalige Registrierung erforderlich. Das Projekt, das die Datenbasis des Projektes ENETWILD erweitern soll, läuft über zwei Jahre und startet zunächst in den Pilotländern Deutschland, Spanien, Kroatien und Polen. Ab Mai 2020 soll es auf die übrigen Regionen Europas ausgeweitet werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority EFSA) fördert dieses Citizen-Science-Projekt mit insgesamt 200.000 Euro. Das Projekt startete im Oktober 2019 und endet im Mai 2021.
TiHo Hannover
MammalWeb
Agouti


18.11.2019

Antibiotika-Rückgabe-Aktion in der Schweiz

Zunehmende Resistenzen sind eine ernste Gefahr für die Menschheit, weshalb die weitere Zunahme von Resistenzen minimiert und die Übertragung und Weiterverbreitung von Resistenzen eingeschränkt werden muss. Die am 18. November 2019 gestartete Rückgabeaktion für nicht gebrauchte Antibiotika in der Schweiz soll für dieses Thema sensibilisieren.Die Aktion ist Teil der Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) und wird anlässlich der internationalen Antibiotika Awareness Woche der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführt. Denn mit der Rückgabe kann jede und jeder einen Beitrag zum achtsamen Umgang mit Antibiotika leisten und dafür sorgen, dass seine Medikamente nicht für andere Erkrankungen und von anderen Personen verwendet werden. Auch wird verhindert, dass die Medikamente im Hauskehricht oder Abwasser landen und die Umwelt belasten. Für eine Antibiotika-Minimierung im Stall sorgt das Projekt VetMAB.
BLW
VetMAB.de


Schlachtungen von Schweinen und Rindern weiter rückläufig

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet, gab es in den ersten neun Monaten in Deutschland weniger Schlachtungen von Schweinen und Rindern als in den ersten drei Quartalen 2018. Demnach wurden insgesamt 41,05 Millionen Schweine (-1,33 Millionen) geschlachtet. Das sind die niedrigsten Zahlen seit elf Jahren. Um mehr als 100.000 Stück ist die Anzahl von ausländischen Schlachtschweinen angewachsen, wie Proplanta berichtet. Bei den Rinderschlachtungen ist der Rückgang nicht ganz so auffällig wie bei den Schweinen. Von Januar bis September 2019 zählte das Statistische Bundesamt mehr als 2,5 Millionen Schlachtrinder, was einen Rückgang von rund 13.700 Tieren bzw. 0,5 % bedeutet. Die Zahl der angelieferten Bullen und Ochsen stieg um 945.120 Tiere (+0,2%), bei Färsen war ein Anstieg um 4,6 Prozent auf 427.070 Tiere zu verzeichnen und bei Kälbern gab es ein Plus von 1,0 Prozent auf 252.590 Stück. Die Rindfleischerzeugung nahm trotz des Rückgangs der Schlachtzahl insgesamt um 1,4 % auf fast 826.100 t zu. Der Grund dafür war, dass in allen Tierkategorien die Rinder mit einem höheren Gewicht ins Schlachthaus geliefert wurden.
Proplanta


Sorgsamer mit Antibiotika umgehen

Österreichs Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl hat im Rahmen des Europäischen Antibiotikatages 2019 einen noch sorgsameren Umgang mit Antibiotika gefordert: „Antibiotikaresistenzen sind eine Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier, die global bekämpft werden muss. Um weiteren Resistenzen vorzubeugen, sind eine korrekte Diagnose und darauf aufbauend die Auswahl des richtigen Antibiotikums, in der richtigen Arzneiform und Dosierung über den richtigen Zeitraum von wesentlicher Bedeutung. Das heutige Symposium, an dem namhafte Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland teilnehmen, ist ein wesentlicher Beitrag, um Medizinerinnen und Mediziner, Apothekerinnen und Apotheker und Pflegekräfte weiter für einen verantwortungsvollen, zielgerichteten Einsatz von Antibiotika zu sensibilisieren und das Bewusstsein der Bevölkerung für einen noch sorgsameren Gebrauch von antimikrobiellen Substanzen zu schärfen.“ „Österreich hat im internationalen Vergleich eine gute Position bei Antibiotikaresistenzen. Trotzdem ist unser aktives Handeln notwendig, um die Situation nicht zu verschlechtern. Lösungsansätze zur Verminderung der Resistenzproblematik müssen Maßnahmen sowohl im niedergelassenen Bereich, als auch in den Krankenanstalten beinhalten. Auch der Veterinärbereich sowie der Lebensmittelsektor müssen mitbetrachtet werden. Die Zusammenarbeit der Sektoren Human-und Veterinärmedizin sowie der Lebensmittel- und Umweltbereich sind wesentliche Faktoren. Österreich hat durch die Bündelung dieser Sektoren im BMASGK einen großen Vorteil“, erklärte die Gesundheitsministerin weiter. Der jährlich stattfindende Europäische Antibiotikatag (EAAD) ist eine Initiative des Europäischen Parlaments und des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Ziel dieses Aktionstages ist die Bewusstseinsbildung in den betroffenen Fachgruppen sowie in der Bevölkerung hinsichtlich des umsichtigen Gebrauchs von Antibiotika.
OTS


ASP rückt bis auf 80 Kilometer an Deutschland heran

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) istbis auf 80 Kilometer an die deutsch-polnische Grenze herangerückt. Ein mit der Tierseuche infiziertes Wildschwein wurde in der vergangenen Woche im westpolnischen Wojewodschaft Lebus entdeckt. Der Brandenburger Landestierarzt Stephan Nickisch erklärte: „Bislang war das Infektionsgebiet 300 Kilometer weiter entfernt. Wahrscheinlich gab es eine sogenannte Sprunginfektion, etwa über Lebensmittel.“ Die polnischen Behörden hätten am Freitag das Bundesministerium für Landwirtschaft informiert, daraufhin habe es eine Telefonkonferenz mit allen Bundesländern gegeben, so Nickisch weiter. Der Veterinärmediziner warnt vor "enormen wirtschaftlichen Schäden". „Derzeit müssen wir jeden Tag davon ausgehen, dass die Schweinepest eingeschleppt wird", sagte Nickisch. Brandenburg beginnt daher ab dieser Woche mit ersten Maßnahmen zur Früherkennung von Seuchenfällen. Jäger sind angehalten, in den Wäldern nach toten Wildschweinen Ausschau zu halten und geeignete Proben wie Blut, Lymphknoten, Milz oder Lunge an das Veterinäramt zu schicken. „Für jede Einsendung bekommen Jäger 30 Euro", sagt Nickisch. Das Land hat zudem Schweine haltende Landwirte aufgefordert, ihre Sicherheitsmaßnahmen überprüfen. „In Panik brauchen wird nun nicht zu verfallen", betont Nickisch abschließend. Reisende sollten jedoch keine Lebensmittel mehr aus dem polnischen Infektionsgebiet nach Deutschland mitbringen, da sich die ASP weiter ausbreiten könnte.
BMEL
rbb24


15.11.2019

Bundeskabinett stärkt tierärztlichen Notdienst

Das Bundeskabinett hat bereits Anfang November eine Änderung der Tierärztegebührenordnung beschlossen, mit der insbesondere der tierärztliche Notdienst und die Situation der Landtierärzte verbessert werden soll. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hält die Änderungen für notwendig, um die finanzielle Situation der Tierarztpraxen zu verbessern und damit die Aufrechterhaltung des tierärztlichen Notdienstes zu gewährleisten sowie die Arbeit in Nutztierpraxen auf dem Land attraktiver zu machen. So wird für Leistungen während des Notdienstes zukünftig eine Grundgebühr von 50 Euro fällig, und es ist grundsätzlich mindestens der zweifache Gebührensatz anzurechnen. Zudem werden auch die Notdienstzeiten ausgeweitet. Der Nachtdienst beginnt künftig um 18 statt bisher um 19 Uhr und endet um 8 statt wie bisher um 7 Uhr. Auch wird der Beginn des Wochenendes von Samstag 13 Uhr auf Freitag 18 Uhr vorverlegt. Für die Tierärzte auf dem Land ist zudem die Erhöhung des Wegegeldes bei Tierbesuchen interessant. Dies beträgt dann einheitlich 3,50 Euro pro Doppelkilometer, mindestens jedoch 13 Euro.
BMEL


Mexiko frei vom Hund auf den Mensch übertragener Tollwut

Mexiko ist das erste Land, dass von der WHO als Land validiert wurde, in dem die Übertragung der Tollwut vom Hund auf den Menschen eliminiert wurde. Das Land hat als erstes einen entsprechenden Überprüfungsprozess durch die WHO erfolgreich durchlaufen. Insgesamt ist die Eliminierung der Tollwut in Lateinamerika und der Karibik in den letzten Jahrzehnten sehr erfolgreich gewesen. Dort wurden die Fälle beim Menschen seit 1983 um 95 und bei Hunden um 98 Prozent reduziert. Die meisten der rund 60.000 Tollwutfälle, die jedes Jahr noch bei Menschen registriert werden, betreffen Asien und Afrika. In Mexiko hat man seit Beginn der 1990er Jahre massive Anstrengungen unternommen, um die Übertragung der Tollwut von Hunden auf den Menschen zu unterbinden. Die wichtigste Maßnahme dabei waren Impfungen bei Hunden, die kostenfrei durchgeführt wurden und rund 80 Prozent der Population abdeckten. Zudem wurden die Überwachung verstärkt und Kampagnen gefahren, um das öffentliche Bewusstsein für das Problem zu verstärken. Von 1990 bis zum Jahr 1999 sank die Zahl der vom Hund auf den Menschen übertragenen Tollwutfälle von 60 auf 3. 2006 wurde dann erstmals kein Fall mehr nachgewiesen.
PAHO


Schwachstellen am Malaria-Erreger identifiziert

Seit Jahrzehnten wird an Medikamenten gegen den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum geforscht. Bisher waren die Untersuchungen aber noch nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt. Weltweit sterben jedes Jahr immer noch rund 400.000 Menschen an der Malaria. Wissenschaftlern unter Beteiligung der Universität Bern (Schweiz) ist es gelungen, mittels genetischer Deletionsverfahren mögliche Schwachstellen des Erregers aufzudecken, die eventuell für die Entwicklung von Medikamenten verwendet werden können. Die Forscher benutzten dabei sogenannte genetische Codes. Von den rund 5.000 Genen des Erregers entfernten sie gezielt über 1.300 und ersetzten diese jeweils durch einen individuellen genetischen Code. So konnten sie im Mausmodell genau verfolgen, welche Auswirkungen die Entfernung des jeweiligen Gens hatte. Durch dieses neue Verfahren konnte die Untersuchungszeit drastisch verkürzt werden. In nur drei Jahren gelang es den Forschern, das Genom des Erregers komplett zu durchforsten. Zudem konnten hunderte Schwachstellen - zumeist im Stoffwechsel des Erregers - identifiziert werden .
idw


14.11.2019

Gemeinsame Fortbildung für Tierärzte und Psychotherapeuten

Tiere in der Therapie – Spielerei oder wirksame Unterstützer? – unter diesem Titel fand am 8. November eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der Landestierärztekammer Hessen und der Psychotherapeutenkammer Hessen mit etwa 220 Teilnehmern aus beiden Berufsgruppen statt. „Tiere können Menschen auf vielfältige Weise helfen", so Dr. Heike Winter, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer. „Der Kontakt zu Tieren hat sowohl körperliche Auswirkungen auf Menschen, z. B. auf Puls und Blutdruck, als auch soziale und psychische." Aber auch die Bedürfnisse des Tieres sowie gesundheitliche Aspekte müssten mit beachtet werden. „Nicht jede Tierart und auch nicht jedes Tier ist für den sozialen Einsatz geeignet", erläuterte Dr. Ingo Stammberger, Präsident der Landestierärztekammer Hessen. Die Fortbildung griff diese Themen sowie den aktuellen Stand der Forschung zur tiergestützten Therapie auf. Die Fortbildung war nach 2014 bereits die zweite gemeinsame Veranstaltung beider Kammern. Schon die gemeinsame Tagung hatte gezeigt, dass es Themen gibt, die für beide Berufsgruppen gleichermaßen spannend und relevant sind.
LTK Hessen


Wiederentdeckung des Vietnam-Kantschils nach 28 Jahren

Einem Forscherteam des Global Wildlife Conservation (GWC), Southern Institute of Ecology in Vietnam und des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) ist es gelungen, nach 28 Jahren erstmals wieder lebende Exemplare des Vietnam-Kantschils, auch bekannt als vietnamesischer Maushirsch, zu fotografieren und zu filmen. Das ist die erste wiederentdeckte Art der „Liste der 25 meistgesuchten verlorenen Spezies“ der GWC und gleichzeitig Ansporn zur Entwicklung von Schutzmaßnahmen dieser und weiterer einheimischer (endemischer) Arten im Biodiversitäts-Hotspot Südostasien. Nachdem die Art im südlichen Vietnam im letzten Jahr gesichtet worden war, gelang es den Forschern, mehr als 1800 Fotos des Vietnam-Kantschils zu machen. „Trotz der Hinweise aus der Bevölkerung konnten wir nicht sicher sein, was uns erwartet. Ich war also überrascht und überglücklich, als wir die Bilder der Kamerafallen auswerteten und Fotos von einem Kantschil mit silbernen Flanken sahen“, sagt An Nguyen, Associate Conservation Scientist bei der GWC und Leiter dieses Forschungsvorhabens. An Nguyen ist außerdem Feldkoordinator für und Doktorand am Leibniz-IZW. „Für eine sehr lange Zeit existierte diese Art nur noch in unserer Vorstellung. Diese Entdeckung, die bestätigt, dass diese Huftiere tatsächlich noch in der Wildnis leben, ist der erste Schritt um sicherzustellen, dass wir sie nicht wieder verlieren. Wir müssen jetzt schnell handeln, um ein baldiges Aussterben nach der Wiederentdeckung zu verhindern.“ Da es seit dem Jahr 1990 keine bestätigten Sichtungen des Huftieres mehr gab, hat die Wissenschaft nur sehr wenige Kenntnisse über die Biologie und Ökologie oder den Bedrohungsstatus dieser Art. Die GWC setzte daher das Vietnam-Kantschil auf ihre Liste der 25 meistgesuchten verlorenen Arten. Als nächstes soll festgestellt werden, wie groß und stabil die Population von Vietnam-Kantschilen in Südvietnam ist, um die genaue Verbreitung der Art und mögliche Ursachen ihrer Bedrohung besser zu verstehen. Im Rahmen der ersten umfassenden Untersuchung der Art beginnt das Team in Kürze mit Kamera-Fallenuntersuchungen in zwei weiteren Regionen. Die WissenschaftlerInnen werden alle gesammelten Informationen nutzen, um einen Erhaltungsplan für die Art zu entwickeln.
IZW


Weit verbreitete Irrtümer rund um Antibiotika und Resistenzen

Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) nimmt die Weltantibiotikawoche vom 18. bis 24. November zum Anlass, auf weit verbreitete Irrtümer im Zusammenhang mit Antibiotika und -resistenzen hinzweisen. Eine der weit verbreiteten, aber falschen Vorstellungen ist, dass Antibiotika gegen Erkältungen oder Grippe wirken. Dies ist aber nicht der Fall. Denn Antibiotika helfen nur bei durch Bakterien verursachte Erkrankungen. Erkältungen und grippale Infekte werden aber durch Viren verursacht. Und trotzdem werden hier immer noch häufig Antibiotika verordnet. Auch die Annahme, dass ein Antibiotikum nach dem Verschwinden der Symptome bis zum Ende der Packung eingenommen werden muss, ist mittlerweile nicht mehr richtig. Heute weiß man, dass bei Infektionen wie z.B. einer Harnwegsinfektion auch eine kürzere Einnahmezeit ausreicht. Idealerweise sollte der Arzt die Einnahmedauer vorgeben. In einer Befragung gingen im vergangenen Jahr 63 Prozent der Befragten davon aus, dass Menschen gegen Antibiotika resistent werden können. Dies ist nicht richtig. Nur Bakterien können gegen Antibiotika resistent werden. Die Weltantibiotikawoche wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO veranstaltet, um auf das Problem der zunehmenden Resistenzen gegenüber Antibiotika hinzuweisen.
idw
WHO


13.11.2019

Laborversuche machen Hoffnung auf Methan-freie Kühe

Methanemissionen aus der Rinderhaltung könnten dank dänischer Forscher bald Geschichte sein. Medienberichten zufolge ist es Forschern um Prof. Mette Olaf Nielsen von der Universität Aarhus zumindest schon mal in Laborversuchen gelungen, die Methanfreisetzung bei Rindern zu unterbinden. Dies soll durch einen bislang noch geheimen Futterzusatz gelingen, der sowohl für die Rindern als auch für den Menschen unbedenklich ist. Nun folgen Tests an lebenden Kühen.
Agrarheute.com


Erstmals sinkende Fleischproduktion erwartet

Erstmals seit mehr als 20 Jahren wird damit gerechnet, dass die weltweite Fleischproduktion sinken wird. Der Grund des erwarteten Rückgangs ist vor allem im Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China und weiteren Ländern zu sehen. Vor allem in China, dem Land mit den meisten Schweinen, hat der ASP-Ausbruch die Schweinebestände stark dezimiert.In der Volksrepublik erfolgt für gewöhnlich 46 % der weltweiten Schweineproduktion. Laut FAO stammt rund ein Drittel der globalen Fleischerzeugung von Schweinen, 39 % kommen von Geflügel und 21 % sind Rindfleisch.
topagrar.de


EU genehmigt erstmals Inverkehrbringen von Ebola-Impfstoff

Die EU-Kommission hat erstmal das Inverkehrbringen eines Impfstoffes gegen Ebola genehmigt. Die Genehmigung wurde dem Unternehmen Merck Sharp & Dohme B.V. -in Deutschland unter MSD firmierend- erteilt. Der Impfstoff Ervebo wurde nach der Epidemie in Westafrika im Jahr 2014 entwickelt und wird bereist seit einiger Zeit bei infektionsgefährdeten Personen eingesetzt. Die jetztige Genehmigung folgt einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Diese hatte Nutzen und Risiken des Impfstoffes bewertet. Der für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zuständige Kommissar Vytenis Andriukaitis meinte dazu: „Seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika vor fünf Jahren ist es eine Priorität der internationalen Gemeinschaft, so bald wie möglich einen Impfstoff gegen dieses schreckliche Virus zu finden. Der heutige Beschluss ist daher ein wichtiger Fortschritt in dem Bestreben, Menschenleben innerhalb und außerhalb Afrikas zu retten.” Die Entwicklung des Impfstoffes erfolgte auch mit Unterstützung der EU, die in zwei Projekten mehr als 12 Millionen Euro aus dem EU-Programm für Forschung und Innovation zur Verfügung gestellt hat.
EU-Kommission


Risiko der ASP-Einschleppung bleibt hoch

Das Risiko der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland bleibt weiterhin hoch. Diese Schlussfolgerung zieht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) im aktuellen Radar Bulletin für den Monat Oktober 2019. Die Zahl der Fälle bei Hausschweinen hat im Berichtszeitraum jedoch erfreulicherweise deutlich abgenommen. Dies lag insbesondere an geringeren Fallzahlen in Rumänien. In Rumänien sind bislang mit 102 von insgesamt 112 Fällen die meisten ASP-Fälle bei Hausschweinen in Europa nachgewiesenen worden. Betroffen waren vor allem Kleinstbetriebe, von wo aus die Tiere oftmals ohne legale Papiere weiter verkauft werden. Die Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen ist dagegen gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen. Insgesamt nimmt die Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen in Europa aber eherab. Das FLI warnt jedoch weiterhin vor einemhohen Risiko der Einschleppung des Virus nach Deutschland. Zur Verhinderung einer Einschleppung sollte weder Schweine- noch Wildschweinefleisch aus den betroffenen Ländern nach Deutschland verbracht werden. Dies betrifft vor allem Produkte aus osteuropäischen Staaten.
Radar Bulletin des FLI


12.11.2019

Forscher entwickeln Wirkstoff gegen resistente Bakterien

Ein Forscherteam der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), der Universität Greifswald und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg hat einen neuen Wirkstoff gegen resistente Bakterien entwickelt. Diese neue Wirkstoffklasse soll die sogenannte Pyruvatkinase - ein Enzym, das für den Stoffwechsel zuständig ist und in dieser Form nur in krankheitserregenden Bakterien vorkommt - bekämpfen. „Das macht die Pyruvatkinase zu einem idealen Ziel für neue Wirkstoffe. Im besten Fall wirken die neuen Substanzen nur auf das bakterielle Enzym und damit die Bakterien ein, sodass es zu möglichst wenigen Nebenwirkungen kommt. Zudem können mit dieser neuen Zielstruktur bereits bestehende Antibiotikaresistenzen gebrochen werden“, erklärt Prof. Dr. Andreas Hilgeroth vom Institut für Pharmazie der MLU. Erste Tests in Zellkulturen und an den Larven der Großen Wachsmotte belegen, dass der neue Wirkstoff mindestens genau so effektiv ist wie gängige Antibiotika. Da die Pyruvatkinase bisher nicht Ziel von Medikamenten war, haben Bakterien noch keine Resistenzen dagegen entwickelt. „Diese ersten Ergebnisse stimmen uns zuversichtlich, dass wir auf der richtigen Spur sind“, sagt Hilgeroth. Bis die Wirkstoffe am Menschen erprobt werden können, sind noch zahlreiche weitere Tests notwendig, die mehr als zehn Jahre dauern können.
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


Projekt erforscht tierwohlgerechte Geflügelhaltung

Auf der Lehr- und Forschungsstation Frankenforst in Königswinter-Vinxel der Universität Bonn ist ein neuer, hochmoderner Hühnerstall für das Forschungsprojekt „Open Livestock in der Landwirtschaft – Moderne Geflügelhaltung aus der biologischen Perspektive des Huhns“ geschaffen worden. „Das neue Gebäude soll die Forschung zu mehr Tierwohl ermöglichen, aber auch unsere Tierhaltung transparent machen“, erklärt Dr. Inga Tiemann vom Institut für Tierwissenschaften der Universität Bonn. Der mehr als 100 Quadratmeter große Stall ist mit modernen Klima-, Beleuchtungs- und Lüftungssystemen ausgestattet. LED-Beleuchtung sowie die Inneneinrichtung können in sechs voneinander getrennten Abteilen unterschiedlich gestaltet werden. „Wir können damit unterschiedliche Bedingungen in der Volierenhaltung und deren Einfluss auf das Verhalten der Tiere untersuchen“, beschreibt Doktorandin Sonja Hillemacher das Projekt. Das Geflügel ist nicht in Käfigen untergebracht, sondern die Tiere können sich in größeren mehretagigen Ställen frei bewegen – wie die rund 45 Millionen Legehennen in Deutschland. Ein gerade fertig gestellter Außenklimabereich ermöglicht den Hühnern auch einen geschützten Aufenthalt im Freien. „Wir untersuchen, wie sich das Wohl der Hühner weiter steigern lässt“, sagt Tiemann, Spezialistin für Verhaltensbiologie. „Wir wollen nicht die Tiere an die Haltung, sondern die Haltung an die Tiere anpassen.“ Mit Hilfe von Videosystemen und einer automatisierten Computersoftware wird ausgewertet, ob die Hühner entspannt ihrem Tagesgeschäft aus Fressen, Scharren, Staubbaden und Picken nachgehen oder aber Stressverhalten zeigen. „Ob es den Tieren gut geht, lässt sich an ihrer Gesundheit und ihrem Gefiederzustand ablesen, uns interessiert aber vorranging das Verhalten“, sagt Tiemann abschließend. Das Projekt wird vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW über drei Jahre mit 160.000 Euro gefördert.
Universität Bonn


Backhaus würdigt Imkerei als besonderes Handwerk

Anlässlich der Jahrestagung des Landesimkerverbandes Mecklenburg-Vorpommern hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Imkerei als ein traditionelles, regionales und doch Grenzen überschreitendes Handwerk – das mit und von der Natur lebt, gewürdigt: „Imkerei macht uns die Bedeutung von Insekten und Nützlingen in der Natur begreiflich und lehrt uns einen wachsamen Umgang mit der Natur. Dieses Handwerk gilt es zu erhalten und an unsere kommenden Generationen weiterzugeben.“ Zudem freute er sich über die wachsende Anzahl von Imkern und Bienenvölkern im Land. Im Vergleich zum Vorjahr gäbe es in 2019 rund 2800 Imker, die etwa 27.000 Bienenvölker halten. Neben Vermarktungsproblemen sprach der Minister Bienenkrankheiten, wie zum Beispiel die Varroamilbe und der durch sie übertragenen Viren, als Herausforderung an. „Zum Glück sind in diesem Jahr fast 85 Prozent der Bienenvölker gesund über den Winter und in die neue Saison gekommen. Damit ist die Verlustquote von 15 Prozent nur noch halb so hoch wie in den Vorjahren“, erklärte Backhaus. Die Bienenhaltung in Mecklenburg-Vorpommern wird vom Land umfassend unterstützt. Mit 176.000 Euro werden Projekte zur Verbesserung der Erzeugung und Vermarktung von Honig gefördert (Honigrichtlinie). Das Bienenzuchtzentrum Bantin wird mit rund 200.000 Euro jährlich bezuschusst. Myvetlearn.de bietet noch bis zum Ende des Jahres einen eLearningkurs zum Thema Bienen, Bienenhaltung und den wichtigsten Erkrankungen sowie deren Bekämpfung an. Diese Online-Fortbildung ist zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen geeignet.
Regierung Mecklenburg-Vorpommern
eLearningkurs Bienen bei myvetlearn.de


Gutachten belegt Straftaten in Oldenburger Schlachthof

Ein Gutachten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat ergeben, dass es in einem Schlachthof in Oldenburg Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gegeben haben soll, wie die Welt berichtet. Der Schlachthof, der nach der Veröffentlichung von Videoaufnahmen im Herbst 2018, in denen Tiere mit Stromstößen malträtiert oder ohne Betäubung getötet wurden, geschlossen wurde, soll in elf Fällen gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben. „Laut Gutachten soll es zu Straftaten gekommen sein, nicht nur zu Ordnungswidrigkeiten, etwa durch den unsachgemäßen Einsatz von elektrischen Treibgeräten“, sagte Thorsten Stein, Sprecher der Anklagebehörde. Den Tieren sollen demnach etwa bei der Schlachtung länger anhaltende erhebliche Schmerzen oder Leiden zugefügt worden sein, wie Stein weiter erläuterte. Im Frühjahr 2019 wurde der Schlachthof wieder eröffnet. Wie die ermittelnde Staatsanwaltschaft weiter vorgeht, soll bis Anfang nächsten Jahres geklärt werden.
Die Welt


11.11.2019

Für mehr Tierwohl: Änderung des Baugesetzbuches in Planung

Zur Verbesserung des Tierwohls planen Bundeslandwirtschaftsministerin Dr. Julia Klöckner und der Bundesminister des Inneren, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, eine Änderung des Bau- und Planungsrechtes. Klöckner und Seehofer einigten sich auf einen Gesetzesentwurf, der vorsieht, dass bei Um- bzw. Neubauten von Ställen kein Bebauungs- bzw. Vorhaben- und Erschließungsplan mehr vorgelegt werden muss, sofern der Tierbestand nicht erweitert wird.Julia Klöckner erklärt: „Mehr Tierwohl darf nicht an bürokratischen Hürden scheitern. Verbesserungen müssen wir erleichtern. Deshalb werden wir bestehende Vorschriften im Baugesetzbuch ändern. Wir müssen die Zielkonflikte zwischen Bau-, Umweltgesetzen und mehr Tierwohl lösen und den Bauernfamilien Planungssicherheit geben. Stallumbauten, die für mehr Platz und bessere Bedingungen sorgen, sollen für die Landwirte zukünftig ohne großen Aufwand umsetzbar sein. Wir wissen, dass sie dazu bereit sind. Wer investiert und Geld in die Hand nimmt, den wollen wir zudem unterstützen. Dazu gehört auch, dass wir die Umbauten finanziell fördern – die Kosten für mehr Tierwohl kann nicht allein eine Bauernfamilie stemmen. Bessere Bedingungen für die Nutztiere müssen uns als Gesamtgesellschaft etwas wert sein. Da dürfen wir die Landwirte nicht alleine lassen." Ergänzend erklärte Horst Seehofer: „Ein Teil der bestehenden Tierhaltungsanlagen im Außenbereich kann aufgrund der geltenden Rechtslage nicht ohne einen zeitaufwendigen Bebauungsplan oder einen Vorhaben- und Erschließungsplan modernisiert werden. Dies führt dazu, dass Verbesserungen dieser Anlagen, die dem Tierwohl dienen, unterbleiben, obwohl die Betreiber sie gern vornehmen würden. Daher wird das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat zeitnah einen Gesetzentwurf zur Änderung des Baugesetzbuches vorlegen, um Änderungen bestehender Tierhaltungsanlagen im Außenbereich, die dem Tierwohl dienen, zu privilegieren, wenn die Änderungen nicht zu einer Vergrößerung des Tierbestandes führen. Dies entspricht einem Auftrag aus dem Koalitionsvertrag."
BMEL


Überangebot von Kälbern führt zu Preiseinbruch

Ein Überangebot von Kälbern in Deutschland ließ im Oktober den Preis für ein Kuhkalb auf durchschnittlich gerade mal 8,49 Euro einbrechen, wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) berichtet. Vor fünf Monaten konnten Landwirte pro Tier noch mehr als 25 Euro erzielen. Wie die NOZ jedoch unter Berufung auf Abrechnungen berichtet, haben einzelne Landwirte aber noch deutlich weniger für ihre Tiere erhalten – zum Teil nur einen Euro pro Tier. Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen, erklärte: „In der industriellen Milchproduktion verkommen die nicht benötigten Kälber zu wertlosen Nebenprodukten.“ Denn speziell männliche Kälber würden auf Milchviehbetrieben nicht benötigt und häufig an spezialisierte, meist im Ausland ansässige Betriebe verkauft, die die Tiere bis zur Schlachtreife mästen. Die weiblichen Tiere werden überwiegend in der Milchproduktion eingesetzt, überzählige oder unfruchtbare Kuhkälber werden verkauft. Die Zahlen der Bundesregierung belegen, dass der Export zurückgegangen ist, da einzelne Veterinärämter keine Genehmigungen mehr für Kälbertransporte in andere EU-Länder erteilten. „Das führt direkt und unmittelbar zu einem starken regionalen Angebotsüberhang und zu diesem Preisverfall“, kritisierte Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Bauernverbandes, das Verhalten der Behörden. Hinzu kommen laut Regierung in manchen Regionen Deutschlands Vermarktungsprobleme infolge von Ausbrüchen der Blauzungenkrankheit.
Presseportal


Jörg-Andreas Krüger ist neuer Präsident des NABU

Die Bundesvertreterversammlung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) hat am vergangenen Samstag (9.11.2019) Jörg-Andreas Krüger zum neuen Präsidenten gewählt. Er wird somit der Nachfolger von Olaf Tschimke, der 16 Jahre lang dieses Amt inne hatte. Die rund 260 Delegierten wählten Krüger, der seit 2013 als Geschäftsführer „Ökologischer Fußabdruck“ beim WWF tätig war, einstimmig in das neue Amt. Davor war der studierte Diplom-Ingenieur bereits neun Jahre lang Fachbereichsleiter für Naturschutz- und Umweltpolitik im NABU-Bundesverband. „Naturschutz und Landwirtschaft müssen reden. Ich bin überzeugt, dass wir mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft nur gemeinsam erhalten können. Ich bin bereit, daran mitzuwirken, dass die Gräben weniger tief werden“, erklärte der neue NABU-Präsident, der mehr Dialog mit den LandwirtInnen und eine zukunftsfähige Agrarförderung fordert. In seiner Antrittsrede würdigte er die Bedeutung der Maueröffnung vor 30 Jahren für den Naturschutz und den NABU: „Ohne die Naturschützer*innen der DDR wäre aus dem westdeutschen Deutschen Bund für Vogelschutz nicht der heutige NABU entstanden.“ Weiterhin wurden Petra Wassmann und Christian Unselt in ihrem Amt als NABU-Vizepräsident*in bestätigt. Dazu kommt Nicole Spundflasch als neue Vizepräsidentin.
NABU


Weiterer Fall der Blauzungenkrankheit in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz ist erneut die Blauzungenkrankheit festgestellt worden. Drei Rinder im Kreis Südwestpfalz wurden am vergangenen Freitag (8.11.2019) positiv auf die Viruserkrankung getestet, wie das Umweltministerium und das Landesuntersuchungsamt laut Proplanta mitteilt. Nachdem bereits Anfang des laufenden Jahres die Blauzungenkrankheit in Rheinland-Pfalz ausgebrochen war, wurde das gesamte Bundesland zum Sperrbezirk erklärt, ein Zustand, der mindestens zwei Jahre andauert. Der Handel mit Rindern aus diesem Bezirk ist daher stark eingeschränkt, denn nur geimpfte Tiere dürfen in externe Regionen verbracht werden. Aus diesem Grund zahlt die Landesregierung seit Anfang November einen Zuschuss in Höhe von bis zu 1,50 Euro pro Impfung. „Die Impfung ist aktiver Tierschutz: Sie dient der Tierseuchenprophylaxe und erleichtert auch den Handel mit empfänglichen Tieren“, erklärt Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) laut einer Mitteilung in Mainz. In unserem Fokusthema Blauzungenkrankheit erhalten Sie weitere wichtige Informationen über Verbreitung, Infektionswege und Bekämpfung der Krankheit.
Proplanta


08.11.2019

Backhaus sagt Zoos Unterstützung zu

Dr. Till Backhaus hat den Zoos und Tiergärten auf der Jahrestagung des Landeszooverbandes Mecklenburg-Vorpommern in Waren den Rücken gestärkt. „Die Zoos und Tiergärten bleiben für viele Familien das Ausflugsziel Nummer eins. Das belegen die jährlich mehr als drei Millionen Besucher. Menschen kommen dort hin, um Freude zu haben, sich zu bilden und zu erholen“, erklärte Backhaus. „Natürlich leben die Tier dort in Gefangenschaft. Gleichwohl arbeiten die Einrichtungen kontinuierlich daran, die Bedingungen der Tiere stetig zu verbessern. Heute leben immer weniger Tiere in den Einrichtungen, dafür mit mehr Platz und in einer Landschaft, die ihren natürlichen Lebensräumen sehr nahekommt“, unterstrich der Minister die Arbeit der Zoos. „Keine andere Institution ist besser geeignet, um Naturliebe, Umweltbewusstsein und biologisches Wissen zu vermitteln als der Zoo – und das in allen Altersklassen: vom Kleinkind bis zum Rentner“, beschrieb Backhaus die besondere Bedeutung der Einrichtungen gerade für Familien und Stadtbewohner. Gerade in Hinsicht auf den Erhalt der Arten seien die Zoos wichtig. „Viele dort durchgeführte Forschungsprojekte dienen einerseits der Verbesserung der Haltungsbedingungen ihrer Schützlinge, andererseits tragen die gewonnenen Erkenntnisse dazu bei, die Biologie der gehaltenen Tierarten besser zu verstehen. Viele Aspekte des Verhaltens eines Tieres sind erst erforschbar, wenn ein direkter Kontakt möglich ist“, sagte der Minister. Weiterhin appellierte Backhaus an alle Zoos, sich mittels Notfallplänen vorschriftsmäßig auf Tierseuchen wie die Geflügelpest vorzubereiten. Durch ihre offenen Parkanlagen seien sie prädestiniert für den Kontakt mit Wildvögeln und damit für den Eintrag von Viren.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern


Baden-Württemberg vergibt Tierschutzpreis 2019

Am gestrigen Donnerstag (7.11.2019) wurde der Tierschutzpreis des Landes Baden-Württemberg 2019 verliehen. Gleich fünf Preisträger durften sich über die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung freuen. Den Tierschutzpreis erhielten die Landwirte Volker Baumann und Joachim Deitigsmann für ihren gemeinsam aufgebauten Schweine-Maststall, Gaby Brandt für ihr langjähriges Engagement für herrenlose Tiere in Spechbach und Umgebung, die Projektgruppe IG Schlachtung für ihre aufwändig entwickelte Mobile Schlacht-Einheit, die Rehrettung Hegau-Bodensee sowie der Verein Stadttaubenkonzept Karlsruhe, der sich aktiv für eine tierschutz-gerechte Regulierung des Stadttaubenbestands einsetzt. „Der Tierschutzgedanke ist fest in unserer Gesellschaft verankert und genießt in Baden-Württemberg einen hohen Stellenwert. Mit dem Tierschutzpreis zeichnen wir engagierte Bürger des Landes aus, die sich vorbildlich und nachhaltig zum Wohl der Tiere einsetzen. Mit der Auszeichnung wird deren Engagement einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und entsprechend honoriert“, betonte Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR), bei der Preisverleihung in Stuttgart. „Mit unserem Preis würdigen wir Tierhalter und Einzelpersonen, die sich durch ihren Einsatz für eine besonders tiergerechte Haltung von Tieren oder eine beispielhafte ehrenamtliche Tätigkeit um den Tierschutz in Baden-Württemberg verdient gemacht haben. Was diese hier leisten, ist Beispiel und Vorbild für alle Bürger. Der Preis ist nicht nur Anerkennung für die Preisträger, sondern soll auch andere anregen, sich ebenfalls für den Tierschutz einzusetzen“, so der Minister weiter.
MLR


Sehenswerte Kunstausstellung zum Thema Hund in München

Im Bayerischen Nationalmuseum in München wird am 28. November 2019 die Ausstellung „Treue Freunde. Hunde und Menschen“ eröffnet. Mehr als 200 Werke zahlreicher Gattungen – von der ägyptischen Hunde-Mumie über mittelalterliche Altartafeln bis zum Hunderoboter – präsentieren kunstvoll das besondere Verhältnis zum beliebtesten Vierbeiner. Neben hochrangigen Arbeiten der bildenden Kunst und spektakulären Zeugnissen der Alltagskultur können Hunde- und Kunstliebhaber hier unter anderem prominente Hundehalter wie die Queen, Sisi, David Bowie und Rudolph Moshammer, Zeichnungen von Loriot und Rudi Hurzlmeier sowie eine Pudel-Diamantbrosche von Grace Kelly betrachten. Die Ausstellung, die Themen wie Treue und Freundschaft, Dienstbarkeit, Statussymbole und Erotik, aber auch die Gefährlichkeit des Hundes behandeln, kann bis zum 19. April besichtigt werden. Die Öffnungszeiten können Sie der Internetseite des Museums entnehmen.
Bayerisches Nationalmuseum


07.11.2019

Früherkennung essentiell bei Bekämpfung der ASP

Überwachung, Kommunikation und Zusammenarbeit sind die Schlüssel zur Verhinderung der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP), wie aus einer aktuellen Risikobewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hervorgeht. Dabei hatte man sich bei der Bewertung auf eine mögliche Ausbreitung des Virus in Südosteuropa fokussiert und die neun aktuell ASP-freien Länder Albanien, Bosnien-Herzegowina, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nord-Mazedonien, Serbien und Slowenien bewertet. Dabei wird das Risiko, dass das Virus in eines dieser Länder innerhalb des nächsten Jahre gelangt, mit bis zu 100 Prozent bewertet. Dagegen ist das Risiko, dass sich das Virus weiter nach Westen ausbreitet, mit bis zu 15 Prozent eher gering. Kontrollmechanismen sollten dabei besonders darauf basieren, dass die Früherkennung eines möglichen Ausbruchs besonders wichtig ist. Deshalb sollten verstärkt Überwachungsmaßnahmen, sowohl bei Wildschweinen als auch bei Hausschweinen, durchgeführt werden. Auch sollten die Wildschweinepopulationen mittels Jagd möglichst reduziert werden. Zudem sollten u.a. Jäger, Reisende und auch Landwirte für das Risiko der Ausbreitung des Virus über den Personenverkehr sensibilisiert werden. Außerdem sollten die Veterinärbehörden verschiedene Übungen durchführen, mit dem Ziel, die Möglichkeit der Früherkennung sowie die Effizienz der Kontrollen zu verbessern.
EFSA


NABU klagt erfolgreich gegen Bau der Einheitswippe in Berlin

Die Senatsumweltverwaltung hat am gestrigen Mittwoch (6.11.2019) den Baubeginn des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin verschoben, wie rbb24 berichtet. Zum Schutz der Fledermäuse, die im Sockel des einstigen Kaiser-Wilhelm-Denkmals am Humboldt-Forum leben und bereits mit dem Winterschlaf begonnen haben, können die Bauarbeiten erst im Frühjahr 2020 starten. Die Behörde für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hatte zwar die Ausnahmegenehmigung erteilt, jedoch hatte der Naturschutzbund Deutschland (NABU) dagegen geklagt mit der Begründung, dass die Baumaßnahmen eine Störung oder den Tod der streng geschützten Tiere zur Folge hätte. Bisher konnten weder ein ausreichendes Ersatzquartier noch alternative Brutplätze für die Fledermäuse geschaffen werden, so NABU. Für das seit Jahren umstrittene Projekt hatte der Bundestag im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro freigegeben. Vor dem künftigen Humboldt Forum soll eine riesige begehbare Waage an die friedliche Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern.
rbb24


Bund fördert Insektenschutz mit 80 Millionen Euro jährlich

Bundeslandwirtschaftsministerin Dr. Julia Klöckner hat am 6. November bei einem Treffen mit den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes und der Landesbauernverbände mehrere runde Tische zum Thema Insektensterben angekündigt. Hierbei sollen die Vertreter von Landwirtschaft und Umweltverbänden Gelegenheit bekommen, sich mit der Bundesregierung über Einzelheiten des Aktionsprogramms Insektenschutz auszutauschen. In diesem Zusammenhang versprach Klöckner, dass der Bund den Insektenschutz mit 80 Millionen Euro pro Jahr fördern werde. Ein weiterer Diskussionspunkt des Treffens waren neben Umwelt- und Klimaschutz auch das Tierwohl. Sie betonte, dass es weder richtig noch fair sei, dass die Landwirte seitens der Bevölkerung oft als "Tierquäler" und "Umweltvergifter" hingestellt würden. „Diese Spaltung zwischen Teilen der Gesellschaft und Landwirtschaft zu überwinden und zu versöhnen ist eine drängende, wenn auch langwierige Aufgabe. Augenmaß, Praxisgerechtheit und Umsichtigkeit für Gemeinwohlinteressen müssen Hand in Hand gehen", erklärte die Ministerin. Um die Wertschätzung für die landwirtschaftliche Urproduktion zu steigern, soll in 2020 eine Informations- und Aufklärungskampagne gestartet werden. Auf einer zusätzlich geplanten Road-Show an verschiedenen Orten solle öffentlich zudem diskutiert werden, was Bauern leisten, was die Gesellschaft erwartet und wie die Finanzierung gewährleistet wird. Weiterhin bekräftigten Bundesministerin Julia Klöckner und die Branchenvertreter, entsprechend dem Koalitionsvertrag für eine Finanzausstattung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik auf bisherigem Niveau einzusetzen, um die bevorstehenden neuen Aufgaben auch leisten zu können.
BMEL


06.11.2019

Schweinehalter planen Anzeigenkampagne

Die deutschen Schweinehalter planen eine Anzeigenkampagne, mit der sie für den Erhalt der Schweinehaltung in Deutschland werben wollen. Die Botschaft, die die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) in die Öffentlichkeit bringen wollen, lautet "Unsere Schweine leben besser hier!". Die ISN hatte hier zur Unterstützung durch die Tierhalter aufgerufen und freut sich über die positiven Rückmeldungen. Bisher wurden rund 20.000 Euro zur Unterstützung der Anzeigenkampagne gezeichnet. Die ISN ruft noch zur weiteren Unterstützung auf und versichert, dass die Gelder direkt in die Anzeigenschaltung gehen werden. Mit der Kampagne will man darauf hinweisen, dass die fehlenden Perspektiven und die steigenden Anforderungen die Schweinehaltung in Deutschland gefährden. Eine Verlagerung in andere Länder könne niemand wollen.
ISN


EU-Tierarzneimittel-Verordnung beinhaltet One-Health-Ansatz

Die im kommenden Jahr in Kraft tretende EU-Tierarzneimittel-Verordnung beinhaltet den One-Health-Ansatz und fordert von allen Beteiligten einen Blick über den Tellerrand. Dieses Fazit zog Prof. Dr. Thomas Heberer vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Ende des ersten Tages des BVL-Symposiums "Die neue Tierarzneimittel-Verordnung und andere globale Entwicklungen" in Berlin. Die Verordnung beschäftigt sich nicht mehr nur mit den Tieren, sondern berücksichtigt auch die Menschen und die Umwelt. Deshalb sei bei der Umsetzung der Blick über den Tellerrand und die interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig.
BVL


Maulwurf ist Tier des Jahres 2020

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat den unter Naturschutz stehenden Europäischen Maulwurf zum Tier des Jahres 2020 gekürt. Auch wenn der Maulwurf als Art nicht bedroht ist, verdiene er wegen seiner ökologischen Bedeutung mehr Wertschätzung. „Der Maulwurf ist ein genialer Stollengräber und lebt vor allem unter Wiesen und Weiden sowie in unseren Gärten“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „In den Städten leidet er unter der Versiegelung des Bodens, denn Asphalt und Beton lassen sich nicht einfach aufgraben. Auch von manch einem Gartenbesitzer, der seinen Rasen bedroht sieht, wird ihm nachgestellt.“ Maulwürfe fressen Regenwürmer, Insekten und auch Schnecken. Ihr Vorkommen deutet darauf hin, dass Bodenleben intakt ist. Auch wenn viele Gärtner sich über die aufgeworfenen Hügel nicht freuen, ist der vom Maulwurf durchwühlte Boden eigentlich ideal zum Gärtnern. Zudem haben es Wühlmäuse dort schwer, wo der Maulwurf vorkommt. „Der Europäische Maulwurf ist nicht bedroht. Aber wegen seiner ökologischen Funktion, seinen besonderen Eigenschaften und seiner optimalen Anpassung an einen sehr speziellen Lebensraum verdient er die Auszeichnung als Tier des Jahres“, so der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Wir wollen mit dem Maulwurf auch hervorheben, wie wichtig die Artenvielfalt unterhalb der Erdoberfläche ist.“
Deutsche Wildtier Stiftung


05.11.2019

One Health Day mit zahlreichen Events

Am 3. November wurde weltweit der "One Health Day" begangen. Dazu wurden verschiedene Events ins Leben gerufen. Der "One Health Day" wurde im Jahr 2016 erstmals begangen und ins Leben gerufen, um darauf aufmerksam zu machen, dass u.a. Tier- und Humangesundheit nicht voneinander zu trennen sind und es interdisziplinärer Ansätze bedarf, um z.B. die sich ausbreitenden Antibiotikaresistenzen zu bekämpfen. Aber auch vom Mensch auf das Tier und umgekehrt übertragbare Krankheiten und der Klimawandel sind Themen, die mit diesem Tag in das Zentrum des öffentlichen Bewusstseins gerückt werden sollen.
One Health Day


Neuer Schnelltest ermöglicht Milchkontrolle vor Ort

Ein neuer Schnelltest für Milchbauern soll Verunreinigungen in der Milch erheblich günstiger und schneller erkennen, um zu vermeiden, dass kontaminierte Milch in den Sammeltransport kommt. Zwölf Partner aus sieben Ländern haben in dem EU-Projekt MOLOKO (Multiplex phOtonic sensor for pLasmonic-based Online detection of contaminants in milK) einen optoplasmonischen Sensor entwickelt, der als Frühwarnsystem fungieren soll. Mit einer einzigen Messung kann der Landwirt innerhalb von fünf Minuten insgesamt sechs Inhaltsstoffe analysieren. Der mit spezifischen Antikörpern für verschiedene Parameter von Milchsicherheit und -qualität ausgestattete Sensor ermöglicht die automatische quantitative Analyse direkt vor Ort. Neben organischen lichtemittierenden Transistoren (OLET) oder Dioden (OLED), dem Sensor, einem nanostrukturierten plasmonischen Gitter und den spezifischen Antikörpern ist das System mit organischen Photodetektoren (OPD) und einem mikrofluidischen, wiederverwendbaren Chip ausgestattet. Letztere werden vom Fraunhofer- Institut für Elektronische Nanosysteme ENAS entwickelt. „Das Besondere an unserem Chip ist, dass man ihn wiederverwenden kann. Dies gelingt, indem die Zielmoleküle mit Hilfe eines Regenerationspuffers von den immobilisierten Antikörpern lösen, so dass diese sich wieder für einen erneuten Nachweis nutzen lassen“, erläutert Andreas Morschhauser, Wissenschaftler am Fraunhofer ENAS. Neben den gewonnenen Informationen zur Milch erlauben die gemessenen Parameter aber auch Rückschlüsse auf die Gesundheit jeder einzelnen Kuh, Landwirte erhalten vielfältige Informationen über deren Verfassung. Zudem können frühzeitig Infektionen erkannt werden, die umgehend behandelt werden können. Eine frühzeitige Behandlung kann u.a. zu einem umsichtigen Einsatz von Antibiotika und damit auch zu deren Reduzierung beitragen.Der Biosensor soll an verschiedenen Stellen der Wertschöpfungskette eingesetzt werden können: sowohl als Laborgerät als auch direkt in Melkanlagen integriert. Das System eignet sich jedoch nicht nur für den Qualitätscheck von Milch.
Fraunhofer Gesellschaft


Kastration von Streunerkatzen in Niedersachsen

In Niedersachsen hat am 4. November eine Aktion zur kostenlosen Kastration von streunenden Katzen begonnen, wie das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mitteilt. An der Aktion beteiligen sich neben dem Ministerium auch die Tierärztekammer Niedersachsen, der Landesverband des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt), der Deutsche Tierschutzbund und die Tierschutzorganisation TASSO. Das Land Niedersachsen stellt bis zum 20. Dezember insgesamt 150.000 Euro zur Verfügung. Damit sollen rund 2.300 herrenlose Katzen kastriert werden. Mit der Aktion will man an die beiden erfolgreichen Aktionen aus dem Jahr 2018 anknüpfen. Im vergangenen Jahr waren 2.409 bzw. 2.728 Fundkatzen kastriert worden. Dabei spenden die beteiligten Tierschutzverbände jeweils 15.000 bzw. 10.000 Euro. Die praktizierenden Tierärzte spenden pro kastriertem Tier jeweils 25 Euro zurück. In Deutschland leben rund zwei Millionen herrenlose Katzen. Alleine in Niedersachsen sind es nach Schätzungen de Deutschen Tierschutzbundes rund 200.000 Tiere. Die meisten dieser Tiere befinden sich in einem schlechten Gesundheits- und Ernährungszustand. Mit der Kastrationsaktion soll die weitere Vermehrung dieser Tiere begrenzt werden.
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Pferdewohl und Pferdeleid: Infoabend in Kiel

Zum Parlamentarischen Abend mit dem Titel „Pferdewohl und Pferdeleid“ lädt der Tierschutzbeirat des Landes Schleswig-Holstein am Mittwoch, den 13.11.2019 nach Kiel ein. Der Anlass für diese Informationsveranstaltung sind die neuen bundesweiten Leitlinien „Tierschutz im Pferdesport“, die am 25. November diesen Jahres endgültig verabschiedet werden sollen, nach denen die landesweiten Amtsveterinäre fortan die konkreten Tierschutzbelange im Pferdesport beurteilen sollen. Die Referenten Prof. Dr. Edgar Schallenberger, Vertrauensmann Tierschutz in der Nutztierhaltung an der CAU Kiel, Dr. Andreas Franzky, Amtstierarzt und 1. Vorsitzender TVT sowie Julie von Bismarck, Buchautorin, Beraterin und Dozentin werden gemeinsam mit den Teilnehmern diskutieren, was in Pferdesport und Pferdehaltung noch als gute reiterliche Praxis zu werten ist und wann das Pferdeleid beginnt. Mit diesem Diskussionsabend möchte der Tierschutzbeirat auf die Situation der Pferde in unserem Land aufmerksam machen, von denen viele den Tag lang in kleinen Boxen stehen oder unter den Praktiken des Reitsports leiden müssen. Diese grenzen teilweise an Gewalteinwirkung oder gehen darüber hinaus. Der Informationsabend findet ab 18.30 Uhr im Landeshaus, Schleswig-Holsteinischer Landtag, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel statt.Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich unter: Anmeldung-Pferdeabend-13.11.19@gmx.de. Durch die an die Vorträge anschließende Podiumsdiskussion führen Dr. Christiane Müller (Sachverständige für Pferdehaltung) und Matthias Karstens (Geschäftsführer Pferdesportverband S-H).
Tierschutzbund Schleswig-Holstein


04.11.2019

Sperrbezirke wegen Blauzungenkrankheit verursachen Probleme

Als Schutz vor der Blauzungenkrankheit in Deutschland ist in Bayern ein umfangreiches Sperrgebiet eingerichtet worden. Viele Rinderhalter wollen ihre Tier nicht impfen, obwohl ihnen damit nur zwei Möglichkeiten bleiben: entweder sie verkaufen ihre Rinder nur innerhalb des Sperrbezirks oder nach Spanien bzw. Holland. Was das für sie bedeutet, erläutern zwei Landwirte in einem Video, das auf dem Portal von Agrarheute veröffentlicht wurde. Bauer Christian Hauber, der einen Milchviehbetrieb in Missen-Wilhams im Oberallgäu führt, hat Probleme, seine Kälber zu vermitteln, da sein Hof im besagten Sperrbezirk liegt. Eine Impfung kommt für ihn jedoch nicht in Frage. „Warum soll ich meine Kühe dem Stress einer Impfung aussetzen?“, sagt er. Seine Tier seien gesund. Doch das führt zu Problemen, denn die Preise sinken. Im Sperrgebiet sind seine Kälber 150 Euro weniger wert als im freien Gebiet. Aus diesem Grund entschied sich Landwirt Georg Spicker mit eigenem Milchviehbetrieb im Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck auch für die Impfung. Mehr Informationen zur Blauzungenkrankheit und ihrer Bekämpfung finden sich im gleichnamigen Fokusthema. Zudem hat sich Vetion.de mit Frau Dr. Iris Fuchs über „Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit aus Sicht des Tierschutzes“ unterhalten.
Agrarheute
Interview mit Dr. Iris Fuchs


Wilderei gefährdet Artenvielfalt in Südostasien

Eine neue Untersuchung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) belegt, dass die Artenvielfalt in Südostasien durch Wilderei noch mehr gefährdet sein könnte als durch die Abholzung des Regenwaldes. In Zusammenarbeit mit dem World Wide Fund for Nature Vietnam (WWF-Vietnam) und dem Sabah Forestry Department der Regierung Malaysias konnten die WissenschaftlerInnen mittels einer umfassenden Kamerafallen-Untersuchung zeigen, dass die Wilderei – beispielsweise durch Schlingfallen, denen wahllos alle Tiere zum Opfer fallen, - schwerwiegendere Auswirkungen auf die Tierwelt haben könnte als die Degradierung des Regenwaldes durch selektiven Holzschlag. In Südostasien fanden die ForscherInnen eine regelrechte „Epidemie“ der Drahtschlingen-Wilderei vor, mit der traurigen Konsequenz, dass im Truong-Son-Gebirge in Vietnam und Laos lokale Arten in großem Maß vor dem Aussterben stehen. „Diese Ergebnisse sind aus wissenschaftlicher Sicht interessant und sie liefern wichtige Hinweise für konkrete Naturschutzbemühungen“, sagt Dr. Jesse F. Abrams, Postdoc am Leibniz-IZW und einer der Hauptautoren. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Erhalt der Lebensräume als Mittel zum Schutz der tropischen Biodiversität notwendig, aber eben nicht ausreichend ist.“ Obwohl beide Einflussfaktoren auf den Biodiversitätsverlust im Natur- und Artenschutz bekämpft werden sollten, könne es in einigen Fällen sinnvoller sein, begrenzte finanzielle Ressourcen im Natur- und Artenschutz für Programme gegen Wilderei einzusetzen als für den Habitatschutz. „Unsere Studie hat sehr deutlich gemacht, dass tropische Regenwälder vor Wilderei geschützt werden müssen, unabhängig davon, ob es sich um forstwirtschaftlich genutzte Wälder oder Schutzgebiete handelt. Es muss darum gehen, die Wilderei in Südostasien wirksam einzudämmen. Nur dann kann das reiche Erbe der biologischen Vielfalt Südostasiens gesichert werden“, erklärt Projektleiter Dr. Andreas Wilting abschließend.
Leibniz-IZW


Weiterer Fall der ASP in Südbelgien

In Belgien ist ein weiterer Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aufgetreten, wie Schweizerbauer berichtet. Der Kadaver des infizierten Wildschweins wurde in der zweiten Oktoberhälfte im Umland der südbelgischen Stadt Arlon, einer bereits abgesteckten Sperrzone von 30'000 ha Wald gefunden. Wie Umweltministerin Céline Tellier bekannt gab, ändere sich an den bestehenden Maßnahmen und dem Ausmaß der Sperrzone nichts. Doch wird die Seuchenbekämpfung in diesem Bereich verlängert, denn diese gilt erst dann als abgeschlossen, wenn zwölf Monate lang keine neuen ASP-Fälle auftreten.
Schweizerbauer


QS: Mehr Transparenz durch neue Indices

Seit Beginn des neuen Monats haben Schweinehalter, die dem QS-Prüfsystem angehören, die Möglichkeit, aus regelmäßigen Auditberichten erstellte Indices abzurufen. So können sie direkt erkennen, wo sie bei den relevanten Kriterien Biosicherheit und Tierhaltung stehen. Dazu erklärt Thomas May, QS-Projektleiter: „Weil Biosicherheit und Tierhaltung stark im Fokus stehen, extrahieren wir die Ergebnisse aus den Auditberichten, die sich auf diese Themen beziehen und bilden daraus Indices für jeden Betrieb. Sowohl der Biosicherheitsindex (BSI) als auch der Tierhaltungsindex (THI) erlauben – zunächst nur den Schweine haltenden Landwirten – eine Standortbestimmung im Verhältnis zu vergleichbaren Betrieben. Die Indices legen darüber hinaus auch dar, in welchen Bereichen geprüft werden sollte, ob gegebenenfalls Verbesserungsmaßnahmen sinnvoll sind. Gleichzeitig können die Tierhalter ihre betriebseigenen Werte zur Risikobewertung gegenüber den Veterinärämtern einsetzen. Dies nimmt die neue Anforderung der EU-Kontrollverordnung 2017/625 vorweg, die im Dezember in Kraft tritt.“Geschäftsführer des QS, Dr. Hermann-Josef Nienhoff erläutert weiter: „Unsere neuen Indices zeigen, dass QS mehr ist als der Standard. Wir arbeiten an deutlich mehr Transparenz für Biosicherheit, Tierwohl und Lebensmittelsicherheit. Die neuen Indices kann jeder QS-Schweinehalter in der QS-Datenbank einsehen.“Das Gesamtergebnis eines Audits erlaubt jedoch – im Gegensatz zu den Kennziffern – keine Rückschlüsse auf einzelne Betriebsbereiche.
QS


01.11.2019

Broschüre über Qualzuchtmerkmale bei Katzen erschienen

Nicht süß, sondern gequält! So lautet der Titeldes neuen Flyers über Qualzuchtmerkmale bei Katzen der Bundestierärztekammer (BTK) sowie weiterer fünf großer veterinärmedizinischer Verbände. Gemeint sind u.a. Kulleraugen und Faltohren bei Katzen. Mit der Kampagne sollen (zukünftige) Tierhalter über über verschiedene Qualzuchtmerkmale bei Katzen aufgeklärt werden. Denn haarlos ist keine „normale" Eigenschaft einer Katze, auch keine gefalteten Ohren, dackelkurze Beine oder gar schwanzlos zu sein! Leider ist vielen Menschen nicht klar, dass ein scheinbar niedliches Aussehen mit dem Leid der Tiere erzüchtet wurde. Darüber wollen die Tierärztinnen und Tierärzte aufklären. Eine Broschüre informiert über Eigenschaften, die bei Qualzuchten häufig vorkommen und bietet den Tierhaltern eine praktische Checkliste, die sie vor dem Kauf eines Tieres durchgehen können. „Zukünftige Tierhalter müssen sich darüber bewusst sein, dass aufgrund der vorhersehbaren Erkrankungen, erhebliche Tierarztkosten auf sie zukommen können", sagt Dr. Uwe Tiedemann, BTK-Präsident und Kleintierpraktiker. Die Gesundheit der Tiere rückt vollkommen in den Hintergrund, denn mit Katzen, die gerade „in Mode" sind, können Züchter und Vermehrer sehr hohe Gewinne erzielen. Perserkatzen mit dem typisch platten Gesicht haben bspw. häufig Tränenspuren neben der Nase, da wegen der Verkrümmung des Schädels die Tränen nicht abfließen können. Haarlose Katzen leiden an Unterkühlung und oft fehlen auch Tasthaare und Augenwimpern – wichtige Schutzmechanismen.Nur, wenn verantwortungslose Züchter keine Käufer mehr finden, werden wieder mehr gesunde Katzen angeboten werden. Niemals ein Tier aus Mitleid kaufen!
BTK Broschüre


Experten sprechen sich gegen vegane Ernährung von Tieren aus

Am 1. November ist Weltvegantag. Dies nimmt die Augsburger Allgemeine zum Anlass, zwei Experten für Tierernährung zur veganen Ernährung von Hund und Katze zu fragen. Professor Dr. Jürgen Zentek vom Institut für Tierernährung der Freien Universität Berlin warnt, dass eine vegane Ernährung bei Hund und vor allem bei der Katze früher oder später zu einem Nährstoffmangel führen kann. Zudem hält er sie auch nicht für artgerecht, da die Tiere sich freiwillig nicht vegan ernähren würden. Für Professor Dr. Wilhelm Windisch vom Lehrstuhl für Tiernährung an der TU München sind fleischliche Eiweiße für die Ernährung von Katzen essentiell. Ohne die Aufnahme von tierischem Eiweiß würden die Tiere über kurz oder lang sterben und rät entschieden davon ab, Katzen vegan zu ernähren. „Das ist über kurz oder lang Tierquälerei und in diesem Sinne müssen wir die Bedürfnisse der Tiere respektieren. Sie sind obligate carnivore, also Fleischfresser", sagt Windisch. Hunde könnten in seinen Augen zwar möglicherweise vegan ernährt werden, hält dies langfristig jedoch ebensowenig wie sein Kollege Zentek für ratsam.
Augsburger Allgemeine


Insektenrückgang in Deutschland gravierender als befürchtet

Der Insektenrückgang in Deutschland ist weitreichender als vermutet. In den vergangenen 10 Jahren hat sich ihre Zahl auf den Feldern um etwa 67% verringert, im Wald sind es etwa 40%. Das geht aus einer Studie der Technischen Universität München (TUM) hervor. „Dass solch ein Rückgang über nur ein Jahrzehnt festgestellt werden kann, haben wir nicht erwartet – das ist erschreckend, passt aber in das Bild, das immer mehr Studien zeichnen“, sagt Wolfgang Weisser, Professor für Terrestrische Ökologie an der TUM. Ein Forschungsteam erfasste dafür zwischen 2008 und 2017 eine Vielzahl von Insektengruppen in Brandenburg, Thüringen und Baden-Württemberg. Sie sammelten währenddessen auf 300 Flächen über eine Million Insekten. Ihr Ergebnis: viele der knapp 2.700 untersuchten Arten sind rückläufig. Einige Arten wurden in den letzten Jahren in manchen der beobachteten Regionen gar nicht mehr gefunden. Betroffen sind alle untersuchten Wald- und Wiesenflächen: Schafweiden, Wiesen, die drei bis viermal jährlich gemäht und gedüngt wurden, forstwirtschaftlich geprägte Nadelwälder und sogar ungenutzte Wälder in Schutzgebieten. Den größten Schwund stellten die Forscherinnen und Forscher auf den Grünlandflächen fest, die in besonderem Maße von Ackerland umgeben sind. Dort litten vor allem die Arten, die nicht in der Lage sind, große Distanzen zu überwinden. Im Wald hingegen schwanden vorwiegend jene Insektengruppen, die weitere Strecken zurücklegen. „Ob mobilere Arten aus dem Wald während ihrer Ausbreitung stärker mit der Landwirtschaft in Kontakt kommen oder ob die Ursachen doch auch mit den Lebensbedingungen in den Wäldern zusammenhängen, müssen wir noch herausfinden“, sagt der ehemalige TUM-Mitarbeiter Dr. Martin Gossner. Dr. Sebastian Seibold von der TUM kritisierte bei den aktuellen Initiativen gegen den Insektenrückgang, dass der Fokus der Bewirtschaftung lediglich auf einzelne Flächen gerichtet ist. Außerdem würden die Projekte nicht abgestimmt und koordiniert. Dies müsse sich ändern.
TUM


31.10.2019

Pferde lernen durch Beobachten des Menschen

Pferde können sehr gute Beobachter sein und so vom Menschen lernen, wie aus einer Studie der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen hervorgeht. Pferdehalter sollten also aufpassen, welche Tätigkeiten sie vor den Augen ihres Tieres durchführen. In der Studie öffneten Pferdebesitzer eine Futterkiste auf unterschiedliche Art und Weisen, aber immer so, dass sie von den Tieren beobachtet wurden. Dabei konnte festgestellt werden, dass die meisten Tiere dadurch lernten, wie man die Futterkiste öffnet. Dabei wiesen die Tiere allerdings auch jeweils eine individuelle Beobachtungs- und Lerngabe auf. Einige Tiere beobachteten die Öffnung der Futterkiste in mehreren Durchgängen. Anschließend passten sie sich der Aktion des Menschen an. Einige wenige Tiere versuchten sogar, die Handlung des Menschen exakt zu kopieren.
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen


BVL mahnt zu Vorsicht bei Parasitenbehandlung bei Igeln

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist auf die Schwierigkeit der Behandlung von Igeln mit Antiparasitika hin. Hier gilt es mehrere Dinge zu bedenken. Zunächst sind Igel Wildtiere und dürfen nicht als Haustiere gehalten werden. Nur verletzte, kranke und hilfsbedürftige Igel dürfen aufgenommen werden, um sie zu behandeln. Nach der Gesundung müssen die Tiere wieder in die Natur entlassen werden. Häufig weisen hilfsbedürftige Igel einen Befall mit Endo- und Ektoparasiten auf. Bevor der Igel jedoch entsprechend behandelt wird, muss abgeklärt werden, ob der Allgemeinzustand des Tieres dieses zulässt. Andernfalls kann eine Behandlung zum Tod des Tieres führen. Ein weiteres Problem ist, dass es derzeit in Deutschland kein für Igel zugelassenes Präparat gibt. Deshalb müssen für andere Tierarten zugelassene Präparate für den Igel angewendet werden. Allerdings ist zu bedenken, dass die Angaben zu Dosierung, Anwendung und auch den Nebenwirkungen nicht direkt auf den Igel übertragbar sind. Auch besteht die Schwierigkeit, dass die Präparate meist für Tiere entwickelt wurden, die deutlich schwerer als Igel sind. Die Behandlung von Igeln bedarf daher eines speziellen Wissens und auch Erfahrungswerten, die u.a. im Online-Kurs "Einsteigerkurs Igel: Der Igel als Patient in der Kleintierpraxis" unter MyVetlearn.de erworben werden können.
BVL
www.myvetlearn.de -


Versicherungswert eines Pferdes kann auf Null sinken

Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat in einem Prozess entschieden, dass der Versicherungswert eines Pferdes auf Null sinken kann. In dem konkreten Fall hatte ein Halter im Jahr 2003 ein Pferd erworben und gegen eine Nottötung abgesichert. Dabei sollte die Versicherungssumme dem Wert des Tieres entsprechen. Das Gericht hat dann jedoch festgestellt, dass der Wert des Tieres bereits vor der Nottötung Null betrug. Denn das Tier lahmte und musste behandelt werden. Deshalb konnte auch kein Schlachtwert mehr angesetzt werden. Der gerichtliche Sachverständige hatte festgestellt, dass das Tier aufgrund einer Arthrose weder zum Reiten noch zum Fahren geeignet war und auf Grund der Medikamentengabe nicht mehr geschlachtet werden durfte. Das Gericht erklärte auch, dass die Vertragsklausel den Versicherungsnehmer nicht unangemessen benachteilige, da sie nicht automatisch dazu führe, dass der Versicherungswert Null beträgt. Denn nicht vor jeder Nottötung wurden unbedingt Medikamente verabreicht, die eine Schlachtung unmöglich machten. Das Tier könne vor der Nottötung durchaus gesund gewesen sein, so die Meinung der Richter.
Amtsgericht Frankfurt am Main


30.10.2019

Norwegische Hundeseuche jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern?

Vor wenigen Wochen grassierte in Norwegen unter Hunden eine mysteriöse, perakut verlaufende und häufig tödliche Erkrankung. Nun scheint es auch in Deutschland erste Fälle zu geben. Das zumindest berichtet der NDR. Demnach sind in Mecklenburg-Vorpommern erste Verdachtsfälle aufgetreten. Drei Tiere könnten in Boizenburg auch daran gestorben sein. Ob es sich aber tatsächlich um die Norwegen-Erkrankung handelt, ist unklar. Eine Tierärztin hat bei den Tieren jedoch die gleichen Krankheitserreger isoliert wie bei den Hunden in Norwegen: Providencia alcalifaciens und Clostridium perfringens. Ob diese Errger aber tatsächlich die Verursacher sind, ist ebenfalls unklar. Die Erkrankung ist durch ein sehr plötzliches und heftiges Einsetzen der Symptome charakterisiert, typischerweise blutiger Durchfall und Erbrechen. Werden die Hunde nicht schnell genug symptomatisch behandelt, sterben sie. So schnell die Krankheit ausbricht, so schnell ist nach der Behandlung auch alles vorbei.
NDR


Landwirtschaft soll sich von schwarzen Schafen klar abgrenzen

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich angesichts der bundesweiten Proteste der Landwirte in der vergangenen Woche dafür eingesetzt, die Spaltung zwischen Teilen der Gesellschaft und Landwirtschaft zu überwinden und zu versöhnen. Gleichzeitig machte sie deutlich: "Klar ist aber auch: Diejenigen, die sich nicht an Recht und Gesetz halten, die Tiere quälen, die müssen bestraft werden." Nachdem anschließend erneut große und tierschutzwidrige Haltungsdefizite von Schweinen in Mastanlagen bei Schwerin und Cottbus von der Tierschutzorganisation Animal Rights Watch (ARIWA) öffentlich gemacht wurden, forderte sie von der Landwirtschaft, sich klar und hörbar abzugrenzen von den schwarzen Schafen, die kein Herz für Tiere hätten. In diesem Falle sollten Berufsverbote die Folge sein. Gleichzeitig kritisierte sie die Arbeit der Behörden, deren Vor-Ort-Kontrollen zu lückenhaft seien. Hier bestehe Handlungsbedarf, betonte Klöckner. Außerdem gab sie bekannt, dass der Bund eine weitere Kontrollmöglichkeit plane, bei der vom Zustand der Tierkörper Rückschlüsse auf mögliche Tierschutzverstöße gezogen werden können.
topagrar.de
BMEL


Adventskalender für Hunde

Weihnachten naht und viele freuen sich schon auf die schöne Adventszeit. Hundeliebhaber können in diesem Jahr diese gemütliche Zeit mit ihren Vierbeinern teilen. Denn in diesem Jahr gibt es von DOG’S LOVE einen Adventskalender für Hunde mit feinsten Bio-Leckerlis. Hinter den Türen verbergen sich Bio-Festtagsscheibchen, Bio-Weihnachtswürfel oder ein Bio-Adventssnack. Der Kalender ist über den Onlineshop von DOG’S LOVE erhältlich und kostet 19,90 Euro. Dort kann auch schon nach passenden Weihnachtsgeschenken für die vierbeinigen Lieblinge gestöbert werden.
OTS
Dog´s love


Tipps für ein entspanntes Halloween mit Haustieren

Am morgigen Donnerstag wird wieder an zahlreichen Orten das Halloweenfest gefeiert. Für Hunde, Katzen und andere Kleintiere kann dieses Fest nicht nur beängstigend, sondern auch gefährlich sein. „Halloween-Dekorationen wie Kerzen, Kürbisse und Spinnweben können für die Tiere gefährlich werden, wenn sie damit spielen“, erklärt VIER PFOTEN Heimtierexpertin Sarah Ross. Alleine das aufwendige Dekorieren der Wohnung kann besonders für Katzen Stress bedeuten, da die Samtpfoten sich mit Veränderungen schwer tun. Hunde reagieren oft gestresst auf das häufige, abendliche Klingeln von gruselig verkleideten Kindern. Daher empfiehlt die Expertin, die Tiere in einem ruhigen Raum unterzubringen und längere Spaziergänge auf den Tag zu legen. Von speziellen Halloweenkostümen für Vierbeiner rät Ross ab: „Je nach Kostüm wird die Bewegungsfreiheit der Tiere eingeschränkt. Außerdem werden die Tiere daran gehindert, artgemäß zu kommunizieren. Hunde zum Beispiel teilen ihre Gefühle über die Position der Ohren, der Rute, durch ihre Körperhaltung und über die Augen mit. Werden diese Körperteile durch Kostüme verdeckt, hat der Vierbeiner keine Möglichkeit, sich auszudrücken. Hundebekleidung kann darüber hinaus auch Hautprobleme verursachen, wenn das Material an der Haut des Tieres reibt. Die häufigste Erkrankung ist die atopische Dermatitis, eine Hautkrankheit, die durch allergische Reaktionen verursacht werden kann“, so die Expertin. Halloween-Süßigkeiten sollten dringend außerhalb der Reichweite von Hunden und Katzen aufbewahrt werden. Insbesondere Schokolade wird von den Tieren nicht vertragen und führt schon in kleinen Mengen zu mitunter tödlichen Vergiftungen.
Vier Pfoten


Eierfarbe abhängig von Klima

Wissenschaftler von der Long Island University (USA) haben einen Zusammenhang zwischen dem geographischen Brutgebiet von Vögeln und der Farbe ihrer Eier festgestellt, wie Schweizerbauer berichtet. In ihren Untersuchungen fanden sie heraus, dass Vögel, die in kühleren Gegenden heimisch sind, dunklere Eier legen als solche, die in wärmeren Klimazonen angesiedelt sind. Die dunkle Farbe kann die Eier vor Auskühlung schützen, so das Ergebnis der Forscher. Sie hatten bei Eiern von mehr als 600 Vogelarten den Zusammenhang von Helligkeit und Farbe zur geographischen Region der Vögel untersucht. Um der Farbverteilung auf den Grund zu gehen, setzten die Wissenschaftler verschiedene Eier der Sonne aus und stellten fest, dass Eier mit dunklerer Farbe sich schneller aufheizten als weiße Eier und auch länger warm blieben. Die dunkle Farbe ist also vermutlich ein Trick für eine bessere Wärmeversorgung in kalten Regionen, so die Forscher.
Schweizerbauer