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Neue Gefahren durch Myxomatose

Das Myxomatosevirus ist in Südamerika endemisch und wurde in den 50er Jahren zunächst in Australien und anschließend in Europa zur Populationskontrolle eingeführt. Doch wie entwickelte es sich danach weiter? Um diese Frage zu beantworten, möchten wir Ihnen heute ein Update über aktuelle Forschungen zu diesem Erreger geben:

Kerr et al.1 untersuchten in Australien die Veränderungen der Pathogenität des Myxomatosevirus nach dem Übergang vom Südamerikanischen Kaninchen (Reservoirwirt) auf den neuen Wirt, das Europäische Kaninchen. Schon zum Zeitpunkt der Publikation 2017 definierten die Autoren:innen den Speziessprung von Infektionserregern als eine der größten Gefahren für die globale Gesundheit des 21. Jahrhunderts. Die Forscher:innen stellten fest, dass unmittelbar nach dem Speziessprung die Pathogenität bei den Europäischen Kaninchen bei nahezu 100% lag. Um sich erfolgreicher innerhalb dieser Population ausbreiten zu können, sank die Virusletalität auf 70-90%. Parallel zur Resistenzentwicklung der Kaninchen fiel die Pathogenität zunächst weiter. Dann kam es jedoch zu einer beunruhigenden Umkehrung der Entwicklung: Neu auftretende hochvirulente und hochletale Stämme ließen die Pathogenität wieder drastisch ansteigen.   

Auch Abade dos Santos et al. beschrieben 2020 in zwei aufeinanderfolgenden Publikationen2, 3 das alarmierende Auftreten einer neuen hochvirulenten Myxomatose-Virusvariante (Stamm ha-MYXV oder MYXV-Tol), die sich zunächst auf Iberische Hasen zu beschränken schien. Das Forschungsteam wies das rekombinante Virus dann jedoch sowohl bei drei tot aufgefundenen Wildkaninchen mit Hautödemen und Lungenläsionen als auch bei sechs ungeimpften Zuchtkaninchen auf dem portugiesischen Festland nach. Fünf dieser Zuchtkaninchen verstarben innerhalb von 24-48 Stunden nach dem Auftreten typischer Myxomatose-Symptome. Ein beunruhigender Fund, der die Frage aufwirft, ob wir unsere Kaninchen vor dieser neuen Virusvariante schützen können.

Um dieser Fragestellung auf den Grund zu gehen, führten die Forscher:innen 2022 eine Pilotstudie durch, mit dem Ziel die Wirksamkeit kommerzieller Kaninchenimpfstoffe gegen den neuen Stamm sowohl bei Iberischen Hasen als auch bei Wildkaninchen zu testen. Iberischen Hasen wurde MIXOHIPRA®-H bzw. MIXOHIPRA®-FSH in zwei verschiedenen Dosen (herkömmliche und 10-fache Dosis) injiziert. Dabei konnte keine robuste Immunität erzielt werden. Wildkaninchen wurden entweder mit einer Dosis MIXOHIPRA®-H oder Nobivac® Myxo-RHD PLUS geimpft, mit dem Ergebnis, dass alle Kaninchen sicher vor der neuen Variante geschützt waren. Inwiefern Nobivac® Myxo-RHD PLUS auch Iberische Hasen schützt, wurde nicht untersucht und bedarf daher weiterer Forschung.

Das Auftreten neuer hochvirulenter Virusvarianten ist beunruhigend, doch die aktuelle Wissenschaft lässt uns aufatmen: Mit dem bewährten Kaninchenimpfstoff Nobivac® Myxo-RHD PLUS können wir unsere Kaninchen auch vor dem neuen Myxomatose-Virusstamm schützen und Kaninchenleben retten.


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