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24.06.2019

Online-Tool bewertet Biosicherheit von Schweinehaltungen in Hinblick auf die ASP

Wie sicher ist der eigene Betrieb vor einem Eintrag der Afrikanischen Schweinepest und müssen gegebenenfalls weitere Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor der Tiersuche getroffen werden? Dies können Landwirte seit dem 20. Juni 2019 anhand eines neuen Online-Tools überprüfen. Die neu entwickelte ASP-Risikoampel der Universität Vechta erstellt auf Basis von 111 Fragen die individuelle Bewertung eines Betriebes. Das Tool, das Landwirte freiwillig und anonym nutzen können, wurde von einer Expertengruppe aus Wissenschaft, Wirtschaft, tierärztlicher und landwirtschaftlicher Praxis, Behörden und Verbänden entwickelt und im Rahmen einer Fachtagung vorgestellt.
Universität Vechta


1. Zukunftskongress in Wien erfolgreich zu Ende gegangen

Mitte Juni 2019 fand der erste berufspolitische Zukunftskongress der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK) in Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien statt. Mehr als 150 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen in Wien zusammen, um sich über Themen wie die künftige Ausbildung des Nachwuchses, die Ökonomie in der Tierarztpraxis, die gesellschaftliche Verantwortung und den Tierschutz, die Veränderungen in der Landwirtschaft oder die tierärztlichen Rekrutierungsprobleme im Nutztierbereich auszutauschen. Die kürzlich veröffentlichte IHS-Studie „Tierärztliche Versorgung in Österreich“ war das zentrale Thema des Kongresses. „Wir freuen uns, dass uns während des Kongresses dieser intensive Austausch mit wichtigen Entscheidungsträgern in der Tierärzteschaft gelungen ist und freuen uns bereits jetzt schon auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr“, sagte ÖTK-Präsident Mag. Frühwirth abschließend.Moderiert wurde die Veranstaltung von ORF-Journalist Gerald Groß.
ÖTK


Hessen veröffentlicht Handlungsempfehlungen bei ASP-Ausbruch

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt immer näher an Deutschland heran. Deswegen hat das Hessische Landwirtschaftsministerium Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der Tierseuche veröffentlicht. In diesen sind unter anderem Informationen zu Schutzkleidung für die Bergung infizierter Schweine, Desinfektion von Fundort und Kadaversammelstellen, Einrichtung von Krisenstellen und Festlegung von Jagdverboten in Sperrgebieten aufgeführt. Zudem hat sich das Land schon umfassend auf einen möglichen ASP-Ausbruch vorbereitet: so wird der Aufwand für Beprobung von verendeten Wildschweinen finanziell entschädigt, Bergungssets, Kadaversammelcontainer und Wildschutzzäune wurden angeschafft. Die Handlungsempfehlungen wurden in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium, den Regierungspräsidien, den Veterinärbehörden, den Jagdbehörden, der Bundeswehr, dem Hessischen Städte- und Gemeindebund, dem Hessischen Städtetag, dem Hessischen Landkreistag, Hessen-Forst, dem Katastrophenschutz und dem Landesjagdverband erstellt.
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


StIKo Vet rät zur raschen Impfung gegen die Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit breitet sich vor allem in den warmen Sommermonaten weiter aus, wodurch die Infektionsgefahr für empfängliche, nicht geimpfte Tiere steigt. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) dringend, Rinder und kleine Wiederkäuer rasch gegen das Virus zu impfen, denn die Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes kann mehrere Wochen dauern. Auf ihrer Internetseite hat die StIKo Vet eine Mitteilung „ad hoc Hinweis zur Verfügbarkeit von Impfstoffen gegen BTV“ veröffentlicht. Hier kann eingesehen werden, welche Impfstoffe zur Verfügung stehen und wie die Impfstoffe gegen das Virus der Blauzungenkrankheit angewendet werden. Zu beachten ist, dass nur wirksam geimpfte Tiere uneingeschränkt aus Restriktionsgebieten verbracht werden dürfen.
StiKo


Leipziger Zoodirektor wird neuer Präsident des Verbands der zoologischen Gärten

In der vergangenen Woche hat der Verband der zoologischen Gärten (VdZ) e.V. seinen neuen Vorstand bestimmt. Zum Präsidenten wurde Leipzigs Zoodirektor, Prof. Dr. Jörg Junhold, gewählt, der damit den Platz von Dr. Olivier Pagan, Zoodirektor aus Basel, als Nachfolger antritt. Während der Direktor des Nürnberger Tiergartens, Dag Encke, zum Vizepräsident ernannt wurde, sind Prof. Theo Pagel, Direktor des Kölner Zoos, und die Tierärztin der ZOOM Erlebniswelt, Dr. Pia Krawinkel, in ihren Ämtern als Beisitzer bestätigt worden. Neu in den Vorstand gewählt wurden Dr. Tim Schikora, Zoodirektor aus Schwerin, sowie Andreas Casdorff, Geschäftsführer des Erlebniszoos Hannover, und der Zoodirektor im Alpenzoo Innsbruck, Dr. André Stadler.
VdZ


21.06.2019

Katzenfuchs auf Korsika entdeckt

Auf der französischen Insel Korsika sind sechzehn Exemplare eines bislang unbekannten katzenähnlichen Tieres entdeckt worden. Das gab das nationale Büro für Jagd und Wildleben (ONCFS) bekannt. Bei der Spezies handelt es sich demnach um einen Katzenfuchs, der etwas größer als eine Hauskatze ist und über deutlicher ausgeprägte Eckzähne und einen längeren Schwanz verfügt. Der Katzenfuchs lebt in den dicht bewaldeten Regionen der Insel. „Wir glauben, dass es sich um eine wilde, natürliche Tierart handelt, die zwar bekannt, aber nicht wissenschaftlich identifiziert war. Das liegt daran, dass es ein sehr unauffälliges Tier mit nachtaktivem Verhalten ist", erklärt der leitende ONCFS-Umwelttechniker Pierre Benedetti. Seinen Informationen zufolge weicht die DNA des Katzenfuchses von der der europäischen Wildkatze ab. Seine Genetik sei eher mit der der Afrikanischen Wildkatze vergleichbar. Benedetti vermutet, dass der Katzenfuchs vor 6.500 Jahren von Bauern auf die französische Insel gebracht worden ist.
Pressetext


Immer weniger Milchviehalter in Bayern

In Bayern ist der Rinderbestand zum Stichtag am 3. Mai 2019 mit rund drei Millionen Rindern in über 43.000 Rinderhaltungen nur leicht gesunken. Das teilte das Bayerische Landesamt für Statistik mit. Im Vergleich zu 2018 ist die Zahl der Haltungen um 3,8 Prozent und die der Rinder um 1,9 Prozent gesunken. Der Anteil der Milchkühe betrug am Stichtag 37,8 Prozent bzw. knapp 1,15 Mio. Milchkühe. Die Anzahl der Milchkuh haltenden Betriebe sank währenddessen um knapp 5 Prozent. Das bedeutet, in Bayern haben seit der letzten Erhebung im Mai 2018 bis zum 3. Mai 2019 1.448 Betriebe ihre Milchviehhaltung aufgegeben. Bei den Kälbern und Jungrindern wurden rund 885.000 Tiere gezält, was einem Rückgang von 1,3 Prozent entspricht. Bei Rindern im Alter von einem Jahr bis unter zwei Jahren wurden 725.970 Tiere im Freistaat gezählt.
Bayerisches Landesamt für Statistik


Zoos sammeln Daten gegen Artensterben

Seit knapp 40 Jahren sammeln die inzwischen 71 Mitgliedzoos des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ) Daten zu mehr als 5.500 Tierarten. Die bisher mehr als 420.000 gesammelten Datenpunkte sorgen so für das Schließen einer kritischen Datenlücke im Kampf gegen das Artensterben. Die Daten, die in das sogenannte Zoological Information Management System (ZIMS) eingetragen werden, geben den Artenschützern Informationen über Geschlechtsreife, die Sterblichkeitsrate und das Durchschnittsalter der Tiere. „Diese ungeheure Datenmenge kann jetzt den Unterschied für den Fortbestand oder das Aussterben einer bedrohten Art ausmachen", sagt Dr. Olivier Pagan, Präsident des Verbandes und Zoodirektor in Basel. "Wir sind sehr froh darüber, dass unsere langjährigen Erfahrungen Artenschützern auf der ganzen Welt ein wirksames Werkzeug gegen das Verschwinden der Biodiversität in die Hand geben." Denn die gesammelten Daten lassen eine genauere Bewertung einer Spezies und deren Risiko des Aussterbens zu. "Als wir das ZIMS erstmals in unsere Forschung miteinbezogen haben, war es, als hätten wir plötzlich das Licht in einem ansonsten ziemlich dunklen Raum eingeschaltet", sagt Prof. Dalia A. Conde, Director of Science bei Species360 und Hauptautorin der Studie.
Presseportal


Digitalisierung in der Landwirtschaft birgt großes Potenzial

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast möchte künftig stärker das Potenzial der Digitalisierung in der Landwirtschaft nutzen, wie Agrarheute berichtet. Dies böte erhebliche Chancen für den Klima- und Umweltschutz sowie für den Tierschutz. Modellhafte Betriebe sollen dabei als sogenannte „show-cases“ dienen. Daneben soll ein „digitaler Stall der Zukunft“ entwickelt und umgesetzt werden. Bereits in der vergangenen Woche hat das Ministerium 5G-Lizenzen vergeben, um die digitale Infrastruktur auszubauen. Für die Fortsetzung der Digitalisierung in der Landwirtschaft muss jedoch auch ein leistungsfähiges Netz in eher abgelegenen Regionen gewährleistet sein. Noch werde dafür jedoch nach technischen und politischen Lösungen gesucht.
Agrarheute


20.06.2019

Wärmeerzeugung von Tieren: ForscherInnen der Vetmeduni Wien lösen wissenschaftliches Rätsel

Die Regulierung einer stabilen Körpertemperatur unabhängig von klimatischen Bedingungen ist einer der wichtigsten Mechanismen, der sich während der Evolution von Säugetieren und Vögeln entwickelte. Ein Forschungsteam vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna hat in einer Studie untersucht, ob die sogenannte zitterfreie Wärmebildung im Muskel (Muskel-NST) tatsächlich eine wichtige Rolle bei der Thermoregulation bei Arten ohne braunes Fettgewebe (BAT) spielt. Die WissenschaftlerInnen haben daher neugeborene Wildschweinferkel untersucht, um herauszufinden, wie die Tiere es schaffen, ihre Körpertemperatur ohne braunes Fettgewebe zu halten, obwohl die Außentemperaturen noch sehr kalt waren. Dabei haben sie entdeckt, dass die jungen Wildschweine ihre Wärmeproduktion während der ersten 5 Lebenstage verbesserten, während die Intensität des Muskelzitterns abnahm. Daraus schließen die ForscherInnen, dass die verbesserte Thermogenese während der Entwicklung von Wildschweinen auf eine zitterfreie Wärmebildung im Muskel zurückzuführen ist. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Muskel-NST bei großen Säugetieren, denen BAT fehlt, der Hauptmechanismus der Wärmeerzeugung bei Kältestress sein kann, was die Hypothese bestätigt, dass Muskel-NST wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der evolutionären Entwicklung der körpereigenen Wärmeerzeugung, der sogenannten Endothermie, gespielt hat“, erklärt Studienleiterin Julia Nowack. „Zusammengenommen zeigen unsere Daten zum ersten Mal, dass muskelbasiertes NST über SERCA1a eine Rolle bei der Thermoregulation von Wildtyp-Säugetieren spielt, denen BAT fehlt. Im evolutionären Prozess war die Muskel-NST wahrscheinlich insbesondere während der kälteren Nachtstunden wichtig“, so die Wissenschaftlerin abschließend.


Staatssekretär Aeikens will Tierwohlkennzeichengesetz forcieren

Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, zeigt sich erfreut, dass Niedersachsen einen Vorstoß hinsichtlich des Tierwohls macht: das Land wird in einem Antrag die Einführung eines verpflichtenden Tierwohlkennzeichens fordern. „Gut, dass Niedersachsen unseren Vorstoß für mehr Tierwohl grundsätzlich unterstützt und die Einführung eines staatlichen Tierwohlkennzeichens als ersten Schritt ansieht. Die Forderung nach der sofortigen Einführung eines verpflichtenden Kennzeichens ist allerdings nicht zielführend. Wer eine verpflichtende Kennzeichnung fordert, erweist dem Tierwohl einen Bärendienst. Denn er weiß genau, dass es aufgrund der rechtlichen Schwierigkeiten auf unabsehbare Zeit keine Verbesserungen in der Tierhaltung geben wird. Wenn man schnell weiterkommen will, geht es nur so, wie wir es vorschlagen“, sagt der Staatsminister zu dem geplanten Antrag. „Wir werden Anfang Juli das Tierwohlkennzeichengesetz ins Kabinett einbringen und zeitnah auch die Verordnung mit den konkreten Kriterien vorlegen, die bereits der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Damit erreichen wir drei Ziele: 1. Wir verbessern das Tierwohl in der gesamten Lebensspanne des Tieres: vom Ferkelbereich, über die Mast, den Transport bis zur Schlachtung. Es geht also nicht nur um die Stallhaltung. 2. Das Kennzeichen gibt den Verbrauchern Orientierung. Umfragen zeigen immer wieder, dass die Verbraucher bereit sind für mehr Tierwohl auch mehr zu bezahlen: Jetzt können sie erkennen, in welchen Produkten dieses Mehr an Tierwohl steckt. 3. Die Landwirte haben einen Anreiz mehr in das Tierwohl zu investieren, weil sie damit werben dürfen", beschreibt der Staatssekretär die nächsten Schritte.
BMEL


Einweihung des neuen Kooperationszentrums im Robert-Koch-Institut steht bevor

Am 24. Juni 2019 wird ein neues Kooperationszentrum für das sogenannte Global Outbreak Alert and Response Network (GOARN) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin eingeweiht. „Krankheitserreger können sich in einer globalisierten Welt rasch ausbreiten. Daher ist die Zusammenarbeit in Netzwerken für den globalen Gesundheitsschutz unverzichtbar“, erklärt Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI). Das Institut wird neben der fachlichen Beratung der WHO unter anderem die Konzeption und Erprobung von Trainingsaktivitäten sowie den Wissensaustausch und die Weiterentwicklung des GOARN-Netzwerks übernehmen. Mitarbeiter des RKI werden zudem zu Einsätzen ins Ausland geschickt. „Die betroffenen Staaten brauchen aber auch Unterstützung zum Aufbau leistungsfähiger Gesundheitssysteme, damit Infektionsgeschehen möglichst vermieden oder schnell eingedämmt werden können“, betont der RKI-Präsident.Seit Beginn des laufenden Jahres hat das RKI seine Kompetenzen in einem „Zentrum für Internationalen Gesundheitsschutz“ (ZIG) gebündelt und verstärkt.
RKI


Hund am Arbeitsplatz kann Effektivität steigern

Am morgigen Freitag findet der internationale „Nimm deinen Hund mit zur Arbeit“-Tag bereits zum 20. Mal statt. Ursprünglich von den Pet Sitters International (PSI) gegründet, um die Bereitwilligkeit, Hunde zu adoptieren, zu erhöhen, erfreut sich dieser Tage auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Denn auch eine Studie, die 2012 von Wissenschaftlern der Virginia Commonwealth University erstellt wurde, bestätigt, dass Hundebesitzer mit andauerndem Stress besser zurechtkommen als Nicht-Hundebesitzer, wie OTS berichtet. Hunde am Arbeitsplatz sollen laut einer weiteren Studie der Banfield Tierklinik in Portland/USA neben der Effektivität auch die Arbeitsmoral stärken, während das allgemeine Stresslevel abnimmt. „VIER PFOTEN selbst ist das beste Beispiel dafür, wie bereichernd Hunde am Arbeitsplatz sein können“, sagt Martina Pluda, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN. „Viele unserer Kolleginnen und Kollegen bringen ihre Lieblinge regelmäßig ins Büro mit.“ Zuerst sollte jedoch die Erlaubnis des Arbeitgebers und das Einverständnis der Bürokollegen eingeholt werden, empfiehlt die Tierschutzorganisation. Auf Kollegen mit Ängsten vor Hunden oder Hundehaar-Allergien sollte unbedingt Rücksicht genommen werden.Martina Pluda rät zudem, den neuen Platz des Bürohundes hundefreundlich einzurichten: „Der Hund sollte seinen eigenen Platz, also einen Korb, eine Decke oder ähnliches, bekommen, auf jeden Fall an einer ruhigen Stelle. Eine laute Umgebung, wie etwa neben einem Drucker oder einem Faxgerät oder ein stark frequentierter Durchgang, bringt ihm nur Stress.“ Auch der Zugang zu frischem Wasser sollte auf keinen Fall fehlen.
OTS


19.06.2019

bpt erfreut über Evaluierungsbericht

Der Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt), Dr. Siegfried Moder, ist mit dem Evaluierungsergebnis des Antibiotikaminimierungskonzeptes der 16. Arzneimittelgesetz-Novelle (AMG-Novelle) sehr zufrieden. „Zeigt es doch, dass in allen sechs Nutzungsgruppen der Einsatz von Antibiotika deutlich reduziert wurde und sich damit die im April 2014 in Kraft getretene 16. AMG-Novelle positiv ausgewirkt hat. Auswirkungen auf Keime in der Lebensmittelkette können derzeit noch nicht erwartet werden, da sich diese nur zeitverzögert einstellen. Hier muss man einen Zeitraum von fünf Jahren ansetzen.“ Einige Aspekte des Berichts bedürfen nach Moders Auffassung allerdings noch einer genaueren Beurteilung und Analyse. Entgegen den Angaben im Evaluierungsbericht haben auch die Betriebe mit Geflügelhaltung im QS-System zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes beigetragen (Masthühner -14,7 %, Mastputen -25,2 %). Das belegen die Zahlen des aktuellen Statusberichts zum Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung der QS Qualität und Sicherheit GmbH. Die Reduktion der Antibiotikaanwendungen fällt damit bei den Betrieben im QS-System anscheinend deutlich höher aus als bei den nach AMG erfassten Betrieben. Ein Grund dafür könnten die im AMG festgelegten Bestandsuntergrenzen sein. Allerdings muss der Einsatz der so genannten Reserveantibiotika und von Colistin hinterfragt werden. Weiterhin wird im Bericht die Vermutung geäußert, dass der Antibiotikaeinsatz möglicherweise in Bereiche ohne Mitteilungspflicht verlagert werde. Bei schweinehaltenden Betrieben könnte dies eine Verschiebung in die Nutzungsgruppe der Sauen und Saugferkel sein. Den Daten des Antibiotikamonitorings im QS-System zufolge ist auch diese Aussage nicht haltbar. Denn anders als im AMG wird im QS-System auch die Nutzungsgruppe Sauen und Saugferkel erfasst. Aber auch hier konnte kein Anstieg, sondern vielmehr eine Reduktion der Verbrauchsmengen festgestellt werden. Moder stört sich außerdem an der pauschalen Aussage im Evaluierungsbericht, dass größere Betriebe einen höheren Antibiotikaverbrauch hätten. Hier sei eine differenziertere Betrachtung notwendig. „Es ist an der Zeit, sich jetzt nicht noch auf weitere Antibiotikareduktionen zu fokussieren, sondern endlich die seit Jahren geforderten, notwenigen Änderungen im AMG vorzunehmen. Schließlich wollen wir ja nicht reduzieren um des Reduzierens willen, sondern um Resistenzen zu minimieren“, appellierte Moder. Der Bericht zur Evaluierung des Antibiotikaminimierungskonzepts der 16. AMG-Novelle war am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen worden.
bpt
Bundesregierung


Bericht zur Evaluierung der 16. AMG-Novelle erschienen

Tierärzte gehen sorgfältig mit Antibiotika um. Das ist das Ergebnis des Berichtes zur Evaluierung des Antibiotikaminimierungskonzepts der 16. Arzneimittelgesetz-Novelle (AMG-Novelle), den das Bundeskabinett am Mittwoch abgenickt hat. So wurden die Antibiotikaabgabemengen von pharmazeutischen Unternehmen an Tierärzte im Zeitraum 2011 bis 2017 um 57 Prozent von 1706 t auf 733 t gesenkt. Die Gesamtverbrauchsmenge an antibiotischen Wirkstoffen, die für die sechs Nutzungsarten Aufzuchtferkel, Mastschweine, Masthühner, Mastputen, Mastkälber und Mastrinder seit dem zweiten Halbjahr 2014 erhoben wird, sank zum zweiten Halbjahr 2017 um 31,6 Prozent von 298 t auf 204 t. Ein wie auch immer geartetes „Ausweichverhalten“ fand nicht statt und es gab auch keine Verschiebung in Richtung der sogenannten Reserveantibiotika. Auch Long acting/One Shot-Präparate wurden nicht eingesetzt, um die Therapiehäufigkeit zu senken. Vor allem aber zeigt sich schon jetzt eine Verbesserung der Resistenzsituation bei bestimmten Bakterien.
Bundesregierung


Kaukasischer Luchs: Hohe genetische Vielfalt und wenig Inzucht trotz räumlicher Isolation

Im Gegensatz zum Eurasischen Luchs wissen ForscherInnen über den Kaukasischen Luchs, der neben dem Kaukasus und Iran auch in der Türkei angesiedelt ist, noch sehr wenig. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat sich mit der in Anatolien beheimateten Luchs-Art beschäftigt. „Wissenschaftler wissen noch erstaunlich wenig über deren ökologische Ansprüche, territoriales Verhalten und genetische Variabilität“, sagt Deniz Mengüllüoğlu, Wissenschaftler in der Leibniz-IZW-Abteilung für Evolutionäre Ökologie. „Mit unserer Studie wollten wir eine Datengrundlage für Untersuchungen zur Genetik, Ökologie und Verhalten einer Luchspopulation in Anatolien schaffen, die als Referenz für weiterführende Studien fungieren soll.“ Dafür haben die ForscherInnen über mehrere Jahre Proben von Luchsen in Anatolien gesammelt und untersucht. Darüber hinaus wurden Individuen fast zehn Jahre lang mithilfe von Kamerafallen fotografiert, die an 54 verschiedenen Örtlichkeiten installiert waren. Trotzdem die Tiere räumlich doch sehr isoliert leben, zeigten die ausgewerteten Daten eine unerwartet hohe genetische Vielfalt, gaben jedoch wenig Hinweise auf Inzucht. Einen Grund dafür sehen die WissenschaftlerInnen in der geschlechtsspezifisch räumlichen Familienstruktur. Während die Weibchen sich nicht aus ihrem Geburtsterritorium wegbewegen, wandern die Männchen nach der Trennung von ihren Müttern weiträumig ab. „Die Isolation von Populationen kann für den Fortbestand einer Art schädlich sein, wenn sie die genetische Variabilität mindert“, sagt Daniel Förster, Wissenschaftler der Leibniz-IZW-Abteilung für Evolutionäre Genetik und Senior-Autor der Studie. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist die genetische Variabilität der untersuchten Population jedoch hoch und entspricht jener anderer Populationen des Eurasischen Luchses. Der Schutz der Unterart sollte daher auf das Ziel ausgerichtet sein, diese Variabilität zu erhalten.“ Die Studie wurde in der Fachzeitschrift PLoS ONE publiziert.
Forschungsverbund Berlin


Neuseeland stellt Lebendtiertransporte auf den Prüfstand

Auch in Neuseeland regt sich zunehmender Widerstand gegen den Export lebender Rinder. Dies wurde nicht zuletzt von mehreren Skandalen in der Vergangenheit ausgelöst, wobei es zu schweren Tierschutzvergehen auf dem Weg in das Zielland oder im Zielland selbst kam. Landwirtschaftsminister Damien O´Connor lässt solche Tierexporte daher nun prüfen. „Es ist an der Zeit diesen Bereich zu überdenken und zu prüfen, ob er zu den Werten des Landes passt“, betont O´Connor. Möglicherweise bedürfe es einer Verschärfung der Standards, um das Problem zu lösen oder aber ein generelles Verbot. Andererseits gehörten Lebendexport mit umgerechnet jährlich rund 18 Mio. € zu einer wichtigen Einnahmequelle des Landes. Ende Juli wird nun der Wirtschaftsentwicklungsausschuss des Kabinetts darüber beraten.
topagrar.de


Erfrischung gefällig? ZZF gibt Hundehaltern Tipps für den Sommer

Sommerliche Temperaturen, unter Umständen noch gepaart mit hoher Luftfeuchtigkei,t macht nicht nur Menschen zu schaffen, sondern ist auch für Tiere eine Belastung. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) verrät Hundehaltern, wie sie ihren Tieren an heißen Tagen eine Abkühlung verschaffen können und worauf es besonders zu achten gilt. Zum einen benötigen die Tiere regelmäßigen Zugang zu frischem Trinkwasser. Das gilt auch für längere Autofahrten. Hier müssen regelmäßige Trinkpausen eingelegt werden. Tiere, die die Sommertage in der Wohnung verbringen müssen, freuen sich über ausgiebiges Lüften am Morgen und ein anschließendes Abdunkeln der Fenster, damit es in der Wohnung möglichst kühl bleibt. Gassi gehen sollten Hundehalter möglichst in den Morgen- und Abendstunden. Nach Möglichkeit sollte dabei ein Besuch an einem See, Bach oder Teich eingeplant werden, damit der Hund sich abkühlen kann. Eine Alternative sind Hundepools. Außerdem gibt es im Zoofachhandel sogenannte Wasserfontänen, die mit wenigen Handgriffen an den Gartenschlauch montiert werden können. „Dabei wird gleichzeitig der Spieltrieb des Hundes angeregt. Denn das Wasser spritzt nur heraus, wenn er mit seiner Pfote auf das Pedal drückt“, informiert ZZF-Präsident Norbert Holthenrich. Weitere erfrischende Möglichkeiten sind Kühlknochen oder -ball. Beides kann mit Wasser gefüllt werden. Kaut der Hund auf seinem Spielzeug, entweicht das Wasser durch kleine Löcher und erfrischt ihn. Weiterhin sind im Fachhandel Kühlmatten oder Kühlbetten erhältlich, die durch ein spezielles Gel wohltuende Kühle abgeben. Zu empfehlen sind auch Kühlwesten, die lediglich in Wasser eintauchen und ausgewrungen werden müssen. Nach dem Anlegen kühlen sie Rücken und Brustkorb des Hundes. Weiterhin sollten Hundehalter die schwach behaarten Hautpartien wie den Ohrrand, die Innenschenkel oder den Nasenspiegel durch Sonnencreme vor Sonnenbrand schützen. Außerdem warnt Holthenrich noch einmal dringend davor, Hunde im Auto zu lassen: „Der Innenraum heizt sich in kurzer Zeit auf, was zu schweren Herz- und Kreislaufstörungen und häufig sogar zum Tod des Hundes führt.“ Bei längeren Autofahrten müssen Besitzer genügend Trinkpausen einplanen.
ZZF


18.06.2019

Wildbienen und Hummeln droht Gefahr durch die Varroa-Milbe

Nicht nur für Honigbienen, sondern auch für Wildbienen und Hummeln kann die Varroa-Milbe gefährlich werden. Das hat das Forscherteam um Lena Wilfert, Biologin aus dem Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik an der Universität Ulm, in einer Studie gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen aus Großbritannien und den USA herausgefunden. Der Parasit, der die Wildbienen nicht direkt befällt, kurbelt nämlich die Übertragung des Flügeldeformationsvirus an, das wiederum auf Hummeln übertragen wird. „Honig- und Wildbienen teilen sich gemeinsame Lebensräume und nutzen dieselben Pflanzen. Dabei kommt es wohl zur Übertragung von der einen Wirtsart auf die andere“, sagt Robyn Manley, Post-Doktorandin am Centre for Ecology and Conservation der University of Exeter. Die Varroa-Milbe entwickelt und vermehrt sich in der Brut der Honigbienen, indem diese zunächst den Nahrungsvorrat der Bienenlarven und dann die Larven selbst aufsaugt. „Dabei hat es die Varroamilbe nicht nur auf die nährstoffreichen Fettkörper des Wirtstieres abgesehen, sondern sie überträgt dabei oft noch ein hochgefährliches Bienenvirus, das ganze Kolonien vernichten kann: das Flügeldeformationsvirus“, erklärt Professorin Lena Wilfert. „Die Milbe fungiert als Virus-Taxi nur innerhalb einer Wirtsart. Für den Sprung auf den anderen Wirt wählt das Virus einen unterschiedlichen Weg und springt direkt von Wirtstier zu Wirtstier. Aus evolutionsbiologischer und infektionsökologischer Perspektive ist dies ein spannender Vorgang, der nachweist, wie sich Infektionskrankheiten neue Routen zur Ausbreitung erschließen“, so die Evolutionsökologin Wilfert. Ebenfalls um Bienen, ihre Lebensweise sowie ihre Erkrankungen geht es in dem eLearning-Grundkurs Bienen für Tierärztinnen und Tierärzte auf Myvetlearn.de. Dieser Kurs ist auch zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen geeignet.
Universität Ulm
Grundkurs Bienen bei Myvetlearn


Online-Umfrage zur Praxistauglichkeit des Veterinärmedizin-Studiums gesucht

Die Verordnung zur Approbation von Tierärztinnen und Tierärzten (TAppV) und eine eventuell notwendige Änderung bzw. Anpassung stehen aktuell im Fokus der Diskussionen zwischen Berufsverbänden, Bildungsstätten und Studierenden. Die veterinärmedizinischen Bildungsstätten in Berlin, München, Hannover, Gießen und Leipzig führen daher eine Online-Befragung von AbsolventInnen durch. Erfragt werden unter anderem, ob das Studium der Veterinärmedizin in Deutschland ausreichend auf den Einstieg in den Beruf des Tierarztes vorbereitet. Die Beantwortung der Fragen dauert ungefähr 20 Minuten, kann aber unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden. Die Lehrdekane bitten um eine rege Teilnahme, damit ein breites Meinungsbild erstellt werden kann.
Online-Umfrage


Polen meldet weitere Fälle der ASP

In Polen grassiert weiterhin das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Allein in der letzten Maiwoche wurden 35 Neuinfektionen nachgewiesen, wie Agrarheute berichtet. Zudem meldete die oberste Veterinärbehörde des Landes, dass fünf der neuinfizierten Tiere teilweise eine Resistenz gegen das Virus ausgebildet hatten, d.h. sie sind mit dem Virus zwar infiziert, erkranken und sterben jedoch nicht mehr oder erst zeitversetzt an einer Infektion und verbreiten das Virus so noch stärker unbemerkt weiter. Die neuesten ASP-Fälle wurden in der Mitte und im Osten Polens nachgewiesen. Wie bereits im vergangenen Jahr, häufen sich die Fälle im Sommer. Entsprechend ist in den kommenden Monaten mit einem saisonalen Anstieg zu rechnen. Als ein Grund für die saisonalen Schwankungen werden Insekten vermutet, die als Virusvektoren agieren könnten. Ein weiterer Grund für den Anstieg der Neuinfektionen könnte das gerade in den Sommermonaten normale Wanderungs- und Paarungsverhalten der Wildschweine sein.Ende Mai 2019 war das Virus auch in einem Schweinebestand im Osten Polens nachgewiesen worden, in dem 8.000 Tiere gehalten wurden. Aber auch in Asien breitet sich das Virus immer weiter aus. Inzwischen ist es außer in China und in Vietnam auch in Nordkorea nachgewiesen worden. Auch Hongkong meldete einen weiteren Fall.
Agrarheute


Europas größter Caterer unterstützt Masthuhn-Initiative

Das Catering-Unternehmen Sodexo ist der Forderung von elf Tierschutzorganisationen nachgekommen und hat sichverpflichtet, die Kriterien der Masthuhn-Initiative bis 2026 komplett zu erfüllen und in der Zwischenzeit schrittweise umzustellen. Damit schließt er sich wie bereits mehr als 160 weiteren Unternehmen in den USA und Europa an, die die Initiative ebenfalls unterstützen. Dazu gehört unter anderem, dass das Unternehmen nur Tiere aus weniger überzüchteten Rassen, die mit ausreichend Platz und bei natürlichem Licht gemästet wurden, verwertet. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt und weitere zehn Tierschutzorganisationen hatten den europaweit größten Caterer mit einer von 16.000 Personen unterzeichneten Petition unter Druck gesetzt. „Wir freuen uns, dass Sodexo nur vier Tage nach dem Start unserer Kampagne zugesagt hat, die Masthuhn-Initiative zu unterstützen“, zeigte sich Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung, erfreut. „Damit folgt das größte Catering-Unternehmen Europas anderen Branchenvertretern wie Procuratio und der Elior Group.“
Presseportal


17.06.2019

In Sibirien ensteht neue Milchviehanlage für 6.000 Kühe

Im sibirischen Nowosibirsk entsteht eine neue Anlage für 6.000 Milchkühe. Dies ist die erste von sechzehn geplanten Milchviehanlagen der deutschen Ekosem-Agrar AG, wie Topagrar berichtet. In Nowosibirsk sollen täglich 180 t Milch produziert werden. „Die neu errichtete Anlage in Nowosibirsk ist eine der größten und modernsten Milchviehanlagen weltweit. Damit setzen wir Maßstäbe in Sachen effizienter Milchproduktion und können unseren Milch-Output in der Region auf ca. 400 t pro Tag nahezu verdoppeln“, erklärt Stefan Dürr, Hauptaktionär der Ekosem-Agrar AG. Alle geplanten Anlagen werden vom russischen Staat finanziell unterstützt.
Topagrar


Blut von Wiederkäuern tötet Borreliose-Erreger ab

Wiederkäuer durchbrechen den Infektionszyklus für Borrelien. Das sagt Dania Richter, Biologin in der Abteilung für Landschaftsökologie und Umweltsystemanalyse der Technischen Universität Braunschweig. Denn, wenn eine Zecke eine Kuh auf der Weide beißt, werden die Borreliose-Erreger abgetötet, weiß die Hannoversche Allgemeine zu berichten. Die Zeckenforscherin hat nun auch bei Nutztieren nachweisen können, was bei Wildtieren schon bewiesen war: Wiederkäuer "desinfizieren" Zecken. Die Biologin, die bereits seit 20 Jahren das Verhältnis Parasit-Wirt untersucht, hatte 450 Zecken von Galloway-Rindern in Flensburg unter die Lupe genommen. Sie fand keine Borreliose-Erreger im Darm der Parasiten, obwohl ein Drittel der sonstigen Zecken auf der Weide infiziert waren. Wie genau der Prozess der Erregerabtötung vor sich geht, kann die Forscherin noch nicht erklären. Als nächstes wird sie untersuchen, ob die Rahmenbedingungen noch präziser gefasst werden können.
Hannoversche Allgemeine


Wien lädt zum 1. Grenzüberschreitenden Tag der Artenvielfalt ein

Am Samstag, den 22. Juni 2019, findet in Wien der erste Grenzüberschreitende Tag der Artenvielfalt statt.Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) und die Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien laden an diesem Tag von 13.00 bis 18.00 Uhr zum Erkunden der Umwelt sowie der Entdeckung und Bestimmung von möglichst vielen Tier- und Pflanzenarten innerhalb eines Gebietes ein. BesucherInnen können sich zudem über Artenvielfalt und Naturschutz informieren. Dies ist der 1. Grenzüberschreitende Tag der Artenvielfalt im Rahmen des "Interreg V-A SK-AT Projekts CITY NATURE" mit der Slowakei. In diesem Projekt werden Methoden und Kommunikationsmittel zum Erhalt und zur Stabilisierung der biologischen Vielfalt und der Ökosystem-Dienstleistungen in Wien und in Bratislava entwickelt.
Stadt Wien


ASP in China lässt Preise für Schweinefleisch steigen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wird laut Expertenmeinungen etwa 100 Millionen Schweine in China bis Ende 2019 verenden lassen. Um die Versorgung der chinesischen Verbraucher zu gewährleisten, wird bereits seit mehr als 2 Monaten sehr viel mehr Schweinefleisch aus Deutschland nach China importiert, wie Focus berichtet. Die von 1,40 Euro auf 1,80 Euro pro Kilo gestiegenen Erzeugerpreise erfreuen die Produzenten von Schweinefleisch, während die chinesischen Verbraucher Preissteigerungen im zweistelligen Bereich hinnehmen müssen. Auch in Deutschland sei aufgrund der großen Nachfrage aus China mit einem Preisanstieg bei Fleisch- und Wurstwaren zu rechnen, so der größte deutsche Schlachtkonzern Tönnies aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück. Wursthersteller und andere Fleischverarbeiter bekommen die Konsequenzen der Tierseuche gleich doppelt zu spüren: einerseits steigen die Preise für Schweinefleisch um fast 30 Prozent, auf der anderen Seite geht die Nachfrage nach Fleisch und Fleischprodukten stetig zurück. Ein Ausbruch der ASP in Deutschland, der den Handel mit China lahmlegen würde, sieht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner während ihres Besuchs in Peking als nicht wahrscheinlich an. Über das Virus sagt sie: „Die Gefahr, dass es nach Deutschland eingeführt wird, sehe ich als gering an, weil wir intensiv darauf achten. Aber weltweit breitet es sich aus.“ Deutschland habe daher seine grenzüberschreitende Vorbeugung, Kooperation und auch die Aufklärung entlang den Autobahnen verstärkt, so die Ministerin weiter.
Focus


14.06.2019

Klöckner will Kükentöten schnellstmöglich beenden

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zum Töten männlicher Eintagsküken in der Legehennenhaltung hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) bekräftigt, dass diese Praxis ethisch nicht vertretbar ist und schnellstmöglich beendet werden muss. "Mit insgesamt über acht Millionen Euro fördere ich mit meinem Ministerium daher mehrere Verfahren und Initiativen, die das zukünftig überflüssig machen. Dazu zählt die Aufzucht und Haltung männlicher Küken aus Legelinien, so genannte "Bruderhähne" oder "Zweinutzungshühner", die wir voranbringen. Sie sind auf dem Markt, der Verbraucher hat bereits heute die Wahl", erklärte die Ministerin. Im vergangenen Jahr sei ein Durchbruch mit einem Verfahren zur Geschlechterbestimmung im Brutei gelungen. Dieses Verfahren wurden vom Ministerium mit fünf Millionen Euro gefördert und befindet sich aktuell auf dem Weg zur Serienreife. Klöckner stellte fest, dass Alternativen zur Verfügung stünden und rasch angewendet werden müssten.
BMEL


Bündnis aus elf Organisationen fordert bundesweit einheitliche Herdenschutzmaßnahmen

Ein Bündnis aus elf Organisationen der Landwirtschaft und Nutztierhaltung, des Natur- und Tierschutzes sowie der Jagd hat am vergangenen Mittwoch in Berlin einen bundeseinheitlichen Herdenschutz sowie praktische wie rechtliche Klarheiten seitens der Bundesregierung gefordert. Dazu haben die Organisationen Empfehlungen vorgelegt, die die Tötung auffälliger Wölfe vorsieht, was jedoch nur als letztes Mittel angesehen werden sollte. "Es braucht endlich Rahmenregelungen des Bundes, um eine tragfähige Koexistenz zwischen Wölfen und Weidetierhaltung zu ermöglichen", lautet die Forderung der Verbände. Die Empfehlungen beinhalten sowohl inhaltliche als auch praktikable Lösungsansätze sowie eine flächendeckende Umsetzung eines für Wolfsgebiete geeigneten Herdenschutzes. Zudem fordert das Bündnis eine kostendeckende Förderung durch den Bund. Die Basis für eine umfassende Förderung des Herdenschutzes sei von der Europäischen Kommission bereits geschaffen. Zu schon vorhandenen Maßnahmen sollten den Organisationen zufolge Ausgleichsleistungen für Tierverluste gezahlt werden, sofern Maßnahmen zum Standardschutz umgesetzt worden sind.
Nabu


Studie zur veterinärmedizinischen Versorgungsdichte in Österreich erschienen

Die Veterinärmedizin leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, indem sie für das Wohlergehen von Tier und Mensch, sowohl durch präventive als auch kurative Maßnahmen und akute Seuchenbekämpfung sorgt. Somit sind Tierärzte und Tierärztinnen Garanten der Lebensmittelsicherheit.Allerdings sind die verschiedenen Arbeitsbereiche in der Veterinärmedizin sehr unterschiedlich repräsentiert. Nur etwa ein Drittel der VeterinärmedizinerInnen arbeitet in Nutztier- und Gemischtpraxen, so dass im Nutztierbereich die aktuelle Versorgung von den VeterinärmedizinerInnen in allen Bundesländern als eher unterversorgt eingeschätzt wird. Es ist nicht auszuschließen, dass es in manchen Spezialisierungsbereichen und schwer erreichbaren Gebieten Probleme mit der Versorgung geben wird. Dies sind die Ergebnisse einer Studie, die von Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK), in einem Pressegespräch vorgestellt worden sind. Erschwerend hinzu kämen demnach die anstehende Pensionierungswelle und gleichzeitig die Schwierigkeiten, TierärztInnen in ländlichen und infrastrukturschwachen Regionen zu rekrutieren. Aber auch bei der Besetzung von Not- und Bereitschaftsdiensten gäbe es immer wieder Probleme. Um weiterhin österreichweit eine bestmögliche flächendeckende veterinärmedizinische Versorgung zu gewährleisten, hat die Vetmeduni Vienna die Initiative VetRegioVetmedAustria ins Leben gerufen. Dadurch sollen Studierende frühzeitig – etwa durch Praktika und durch wissenschaftliche Arbeiten – mit den ländlichen Regionen vernetzt werden, um sie darin zu bestärken, sich nach ihrem Studium dort niederzulassen. Im Jahr 2017 gab es etwa 3.100 aktive TierärztInnen in Österreich, und damit um 300 mehr als noch im Jahr 2010. Mit 0,36 TierärztInnen pro 1.000 Einwohner liegt die TierärztInnendichte in Österreich (Stand 2014) geringfügig unter dem europäischen Durchschnitt von 0,38. In Deutschland liegt der Wert bei 0,33. „Wir stehen vor der Herausforderung, dass trotz hoher TierärztInnenzahlen nicht genügend VeterinärInnen in Bereichen der tierärztlichen Versorgung arbeiten können oder wollen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Dementsprechend kann dieses Problem auch nicht mit einer Maßnahme gelöst werden, sondern benötigt ein Bündel an vielfältigen Ansätzen – vielmehr einen Masterplan, der zwingend gesamtheitlich umgesetzt werden muss. Um Wirkung zu entfalten, dazu braucht es aber auch einen Schulterschluss zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und der Universität“, so Frühwirth. Gleichzeitig appellierte er an alle, Verantwortung für die hohen Qualitätsstandards in Österreich zu übernehmen und diese aufrecht zu erhalten, denn „das wird der Berufsstand alleine nicht schaffen“.
ÖTK
Zukunftskongress 2019


13.06.2019

Hunde müssen im Auto sicher verstaut werden

Nur noch wenige Tage und in Deutschland beginnen in den ersten Bundesländern die Schulferien und die ersten Reisewellen setzen ein.Viele Familien entscheiden sich, mit dem Hund und dem Auto in den Urlaub zu fahren. In diesem Fall ist es wichtig zu wissen, dass Hunde laut Straßenverkehrsordnung (StVO) als Ladung gelten. Deshalb müssen sie im Auto auch entsprechend "verstaut" und gesichert werden. Dafür eignen sich am besten Transportboxen, die entweder hinter dem Beifahrersitz auf der Rückbank positioniert werden sollten oder bei größeren Boxen im Kofferraum. Vorteil der Box: die Tiere können bereits vor der Reise entspannt daran gewöhnt werden, wenn sie auch zu Hause darin schlafen. Solch eine Transportbox sollte jedoch nicht nur für eine längere Reise verwendet werden, sondern am besten auch im Alltag. Denn ein ungesicherter Hund kann im Fahrgastraum zu einem gefährlichen Geschoss werden, da sich sein Gewicht bei einem Aufprall vervielfacht. Alternativ zu einer Box kann auch ein Hundegeschirr verwendet werden, das am Sicherheitsgurt befestigt wird. Mehr Tipps für die Reise mit dem Hund oder die Unterbringung des Haustieres in der Ferienzeit finden sich im Fokusthema Haustiere in der Ferienzeit bei Vetion.de.
Marktspiegel


Kükentötung bleibt übergangsweise erlaubt

Die Tötung männlicher Eintagsküken im Rahmen der Legehennenhaltung bleibt übergangsweise nun doch erlaubt. Dieses Urteil sprach das Bundesverwaltungsgericht am Donnerstag in Leipzig aus. Hintergrund der Entscheidung ist, dass einer nordrhein-westfälischen Brüterei im Herbst 2013 die Tötung männlicher Eintagsküken von den zuständigen Behörden zum 1. Januar 2015 untersagt worden war. Die Behörden waren damit einem Erlass des zuständigen Landesministeriums gefolgt. Der Betrieb hatte dagegen geklagt und in den Vorinstanzen Recht bekommen. Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Entscheidungen im Grunde nun bestätigt. Gleichzeitig bestätigt es aber auch die Auffassung, dass die Tötung männlicher Eintagsküken grundsätzlich nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. Denn der Zweck der Erzeugung sowohl männlicher als auch weiblicher Küken aus Zuchtlinien mit hoher Zuchtleistung sei einzig die Erzeugung weiblicher Tiere. Damit wird dem Leben eines männlichen Kükens jeder Eigenwert abgesprochen, was mit dem Gedanken des Tierschutzgesetzes nicht vereinbar ist. Das Gericht führte allerdings auch an, dass die bisherige Praxis jahrzehntelang hingenommen wurde, da zu früheren Zeiten die Gewichtung des Tierschutzgesetzes geringer war. Deshalb kann von den Brütereien eine sofortige Beendigung ihrer Praxis ohne Übergangsfrist nicht verlangt werden. Ohne diese Übergangsfrist wären die Betriebe gezwungen, zunächst die Aufzucht männlicher Küken zu ermöglichen und später ein Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zu implementieren. Das Gericht sieht in Anbetracht der Umstände die Vermeidung einer solchen doppelten Umstellung als vernünftigen Grund an, dass die Praxis des Tötens männlicher Küken übergangsweise fortgesetzt werden darf. Dieser dürfte entfallen, sobald die Verfahren zur Geschlechtsbestimmung marktreif sind.
Bundesverwaltungsgericht


Hessen investiert in den Herdenschutz vor Wölfen

Um Weidetiere vor vermehrten Wolfsrissen zu schützen, stellt das hessische Umweltministerium eine Flächenprämie von 31 Euro pro Hektar zur Verfügung. Für diesen Zweck werden vom Land 500.000 Euro jährlich bereit gestellt. „Mit der neuen Herdenschutzprämie Plus zahlen wir landesweit einen Zuschuss für den Arbeitsmehraufwand und Investitionskosten beim Herdenschutz. Gleichzeitig wollen wir für das Thema sichere Weidezäune sensibilisieren: Die meisten Nutztiere werden gerissen, wenn eine Weide nicht fachgerecht gesichert ist. Oftmals sind die Zäune nicht ausreichend elektrifiziert oder die Weide an einer Seite nur durch einen flachen Bach abgegrenzt“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz. Halter von Schaf- und Ziegenherden sind aufgerufen, ihre Tiere nach guter fachlicher Praxis mit täglichen Zaunkontrollen zu schützen. Die Herdenschutzprämie soll einen Mehraufwand ausgleichen. Anträge können bis Ende Juli bei den landwirtschaftlichen Förderstellen gestellt werden.
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


12.06.2019

Niederländischer Futtermittelhersteller setzt auf Insekten

In den Niederlanden befindet sich eine der größten Fabriken, die Tierfutter aus Insekten herstellen. Sie möchte damit einen Beitrag zu einer nachhaltigen Produktion von Fisch, Fleisch und Eiern leisten. Die Farm des Unternehmens Protix gehört zu den modernsten Insektenfarmen Europas. Es wird dort nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft produziert. Pflanzliche Nahrungsmittelreste werden dabei als Futter für die Insekten verwertet. Diese wiederum bilden dann einen eiweißreichen Grundstoff für Tierfutter. Gezüchtet werden vor allem Larven der Soldatenfliege. Experten rechnen damit, dass sich solche Tierfutter künftig durchsetzen werden und den Markt der Zukunft darstellen. Allein im Jahr 2018 seien 300 Millionen US-Dollar in den Sektor Insektenfuttermittel investiert worden. Dem entgegen steht jedoch, dass die Verfütterung von Insekten in der EU bislang nur an Fische und Haustiere, nicht jedoch an Nutztiere erlaubt ist. Es wird jedoch in Kürze mit einer Änderung der Verordnung für Schweine und Geflügel gerechnet.
Protix


Schweiz erleichtert Abschuss von Wölfen

Die Schweiz will den Wolfsschutz künftig stark lockern. Zumindest ist dies der Wunsch des Parlamentes und des Nationalrates. Nun sollen die Behörden Wölfe zwischen dem 1. September und dem 31. Januar zum Abschuss freigeben können, sofern großer Schaden von den Tieren zu erwarten ist und wenn dieser nicht mit zumutbaren Schutzmaßnahmen abzuwenden ist. Außerdem hat das Parlament eine Reduktion der Wolfspopulation bei drohendem Schaden beschlossen, auch wenn keine Herdenschutzmaßnahmen ergriffen wurden. Ob diese Beschlüsse jedoch noch der Berner Konvention des Artenschutzes entsprechen, ist fraglich, insbesondere dann, wenn keine zumutbare Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.
Schweizerbauer.ch


Neue Impfleitlinien für Landwirte veröffentlicht

Das Impfen von Nutztieren ist Teil der "One-Health"-Strategie zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Denn Impfungen beugen Erkrankungen vor, weshalb weniger Arzneimittel, vor allem weniger Antibiotika eingesetzt werden müssen. Dies kommt Mensch und Tier zugute. Die Europäische Plattform für den verantwortungsbewussten Einsatz von Tierarzneimitteln (EPRUMA) hat nun neue Leitlinien zum Einsatz von Impfstoffen bei Tieren veröffentlicht. Darin wird den Landwirten geraten, die individuellen Impfstrategien mit dem Hoftierarzt zu besprechen. Er kennt auch die sogenannten Pflichtimpfungen, die vorgenommen werden müssen. Zudem erfordert jede Impfung tierärztliche Fachkenntnisse und die Einhaltung von Hygienestandards. Es dürfen ausschließlich gesunde Tiere geimpft werden. Für eine schützende Immunität müssen nach der Grundimmunisierung die empfohlenen Impfintervalle eingehalten werden. Nach der Impfung sind die Tiere mindestens die nächsten zwei Tage genau zu beobachten, ob sie irgendwelche Nebenwirkungen oder Impfreaktionen zeigen. Diese sind unverzüglich dem Tierarzt zu melden. Bei lebensmittelliefernden Tieren sind unbedingt die festgelegten Wartezeiten für Milch, Fleisch oder Eier einzuhalten.
EPRUMA


FVE wählt neuen Vorstand - Siegfried Moder zum Vizepräsidenten gewählt

Im Rahmen der Frühjahrstagung des Europäischen Tierärzteverbandes (FVE) vom 5. - 8. Juni 2019 ist ein neuer Vorstand gewählt worden. Neuer Präsident ist Dr. Rens van Dobbenburgh aus den Niederlanden (Industrie u. ehem. Nutztierpraktiker). Er folgt auf Dr. Rafael Laguens aus Spanien, der nicht mehr kandidieren durfte. Außerdem wurde der bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder zum Vizepräsidenten für die Wahlperiode 2019 -2021 gewählt. Weitere Vizepräsidenten sind Dr. Thierry Chambon (Frankreich, Kleintierpraktiker), Dr. Torill Moseng (Norwegen, Kleintierpraktikerin) und Prof. Dr. Stanislaw Winiarczyk (Polen, Wissenschaft). Auch die Führung des Europäischen Praktikerverbandes (UEVP) wurde neu gewählt. Neuer UEVP-Präsident ist Dr. Piotr Kwiecinski (Polen, Geflügel- u. Schweinepraktiker). Moder möchte sich als Vizepräsident für eine stärkere Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament einsetzen und die Diskussionen über den Umgang mit Investoren intensivieren. „Da dies für die meisten Kleintierpraktiker in ganz Europa ein sehr aktuelles Thema ist, ist es mir wichtig herauszukristallisieren, was diese Entwicklung für den Markt und die „freien Tierärzte“ bedeutet“, betont Siegfried Moder. Wichtig ist ihm auch, sich mehr mit der Digitalisierung im Veterinärberuf zu befassen: „Als FVE sollten wir uns ein genaues Bild davon machen, was draußen passiert und analysieren, welche Auswirkungen das auf unseren Beruf haben wird. Vor allem müssen wir uns auf die Telemedizin konzentrieren und eine gemeinsame Position entwickeln. Und schließlich möchte ich die starke Stimme für die Nutztierpraxis sein, da dies der Bereich mit dem größten politischen Interesse und großen Problemen bei der Suche nach jungen Menschen ist, die in Zukunft dort arbeiten wollen“, so Moder.
bpt


TiHo unterstützt Japan bei der KSP-Bekämpfung

In Japan ist im September 2018 nach 26 Jahren wieder die Klassische Schweinepest (KSP) in einem Bestand in der zentral gelegenen Präfektur Gifu nachgewiesen worden. Virologen der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) unterstützen die japanischen Wissenschaftler dabei, den Erreger zu charakterisieren und hoch sensitive Nachweismethoden zu etablieren. Sie konnten anhand genetischer Analysen zeigen, dass in der Nähe des Betriebes auch Wildschweine infiziert sind. Um das Virus molekularbiologisch näher zu charakterisieren, entschlüsselten die Wissenschaftler ausgewählte Genombereiche und verglichen die Sequenzen mit bekannten Virusgenomen. Darunter waren KSPV-Genomsequenzen früherer Ausbrüche in Japan sowie jüngerer Ausbrüche in südostasiatischen Ländern wie Thailand und Vietnam. „Wir besitzen am Institut eine einzigartige Sammlung mit etwa 1.000 KSPV-Isolaten. Ein Großteil dieser Viren ist genetisch gut charakterisiert“, erklärt Dr. Alexander Postel, der die Abteilung für Molekularbiologie am Referenzlabor leitet. „Dies ermöglichte es uns, sehr schnell festzustellen, dass sich das aktuelle Virus deutlich von älteren Isolaten unterscheidet“, so Postel weiter. Das Virus besitzt hingegen eine sehr hohe genetische Übereinstimmung mit Viren, die in den vergangenen Jahren in China und in der Mongolei aufgetreten sind. Die Ergebnisse der Untersuchungen veröffentlichten die Wissenschaftler in dem Fachmagazin Emerging Infectious Diseases. In Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern des OIE-Referenzlabors aus Japan planen die TiHo-Wissenschaftler jetzt, die aktuelle Virusvariante biologisch näher zu charakterisieren. Das Institut für Virologie der TiHo ist seit 1980 das Referenzlabor der Europäischen Union für die KSP. Zusätzlich ist das Labor, neben weltweit sieben weiteren Einrichtungen, Referenzlabor der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE).
TiHo Hannover


11.06.2019

Bundesrat fordert verbesserte Bedingungen für Langzeittransporte von Tieren

Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag die Bundesregierung durch eine Entschließung aufgefordert, sich auf EU-Ebene für verbesserte Transportbedingungen für Nutztiere einzusetzen. So sollen die gemeinschaftlichen Anforderungen an den Tierschutz in die mit Drittländern abgestimmten Veterinärbescheinigungen aufgenommen werden. Darüber hinaus ist der Bund aufgefordert, sich für eine zentrale und allen Behörden zugängliche Datenplattform auf europäischer Ebene einzusetzen. Weiterhin müsse die Datengrundlage zu Transportrouten, Versorgungsstationen und Empfängern in Drittländern verbessert werden. Auch müssten die Kontrollen in Drittländern ausgeweitet und Verstöße konsequent geahndet werden. Mittel- und langfristig sollte jedoch auf lange Tiertransporte in Drittländer verzichtet werden.
Agrarheute.com


Niederländische Schweinehalter wollen wieder Speisereste an Schweine verfüttern

In den Niederlanden fordert der Verband der niederländischen Schweinehalter (POV), dass Hausschweine künftig wieder mit Speiseresten gefüttert werden dürfen. „Das Schwein ist eines der wenigen Tiere, die Reste aus der menschlichen Ernährung vertragen. Durch die Verfütterung könnte ein enormer Berg von Speiseresten verwertet werden“, verargumentierte die POV-Präsidentin Linda Janssen. Zudem hätte die Wiederzulassung auch positive Auswirkungen auf den Klimawandel, in dem der Lebensmittelkreislauf geschlossen werde. Allerdings müssten die Speisereste vor der Verfütterung so verarbeitet werden, dass sie weder ein Risiko für die Schweinegesundheit noch für die Lebensmittelsicherheit darstellen. Die Verfütterung von Speiseresten ist Anfang November 2006 in der EU verboten worden, u.a. weil die Verfütterung von Speiseresten immer wieder zur Infektionsquelle für das Virus der Klassischen Schweinepest geworden ist. Über Speisereste können aber auch andere Krankheitserreger, wie beispielsweise das Virus der Afrikanischen Schweinepest übertragen werden.
Schweizerbauer.ch


Sechs neue Funde der Hyalomma-Zecke lassen auf Überwinterung in Deutschland schließen

Im letzten Jahr war die Hyalomma-Zecke erstmalig in größerer Zahl in Deutschland nachgewiesen worden. Die gefundenen Exemplare der tropischen Insekts waren mit großer Wahrscheinlichkeit mit Zugvögeln eingeschleppt worden. In den vergangenen Tagen wurden wieder die ersten Hyalomma-Zecken gesichtet: fünf Pferde in Nordrhein-Westfalen und ein Pferd in Niedersachsen trugen die Blutsauger mit sich. Zeckenforscher der Universität Hohenheim in Stuttgart und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr vermuten, dass die gerade gesichteten Tiere in Deutschland überwintert haben müssen. „Die Jugendstadien der Zecken, die Larven und Nymphen, sind oft an Zugvögeln zu finden“, erläutert Prof. Dr. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim. „Sie lassen sich dann einfach abfallen.“ Die gerade gefundenen Tiere seien relativ früh im Jahr aufgetaucht. „Wenn man den Entwicklungszyklus zurückrechnet, hätten sie also zu einem Zeitpunkt eingeschleppt werden müssen, als die Zugvögel noch gar nicht da waren.“ Damit wäre die Hyalomma-Zecke einen Schritt weiter in Richtung Ansiedelung in Deutschland. „Damit sich eine Population entwickeln kann, müssten sich Männchen und Weibchen finden“, erklärt die Expertin weiter „Das ist bei geringer Populationsgröße schwierig. Zudem müssten sich Larven und Nymphen entwickeln, die Vögel oder auch Hasen als Wirt benötigen. Ob und wie das hier funktioniert, wissen wir noch nicht. Das müssen wir weiter beobachten.“
Uni Hohenheim


Wärmebildkameras sollen TierärztInnen bei Diagnose von Wild- und Zootieren unterstützen

Bereits seit knapp sechs Jahren arbeitet ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Kooperation mit der Wilhelma in Stuttgart an einer Bilddatenbank, die aus Bildern von Wärmebildkameras entstanden ist. Dieses thermographische Diagnoseassistenzsystem soll Tierärztinnen und Tierärzte in der Zukunft bei ihrer Diagnose von Wild- und Zootieren unterstützen, ohne dass die Patienten vorher betäubt werden müssen. Bis zu ihrer Genesung wurden verletzte oder erkrankte Tiere mehrfach mit einer Wärmebildkamera gefilmt. Auf diese Weise entstand eine Bilddatenbank mit hunderten hochaufgelöster Aufnahmen. Diese soll über eine Anbindung an die Cloud künftig auch um Aufnahmen aus anderen Zoos erweitert werden. Veterinärmedizinern soll es dann bald möglich sein, selber Wärmebilder aufzunehmen und diese mit bestehenden Bildern der Datenbank zu vergleichen. Für diesen Schritt muss jedoch die dafür benötigte Software noch weiterentwickelt werden. Ziel des Projekts ist die Auswertung der Daten durch Künstliche Intelligenz. „Diagnosen soll sie aber nicht stellen. Das bleibt den Tierärzten vorbehalten“, erklärt Sascha Getto, der sich am Fraunhofer IPA mit optischen Mess- und Prüfsystemen beschäftigt.
IPA


Forscherteam baut Datenbank mit 174 Hühnerrassen auf

ForscherInnen der Universität Göttingen und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) haben das sogenannte Synbreed Chicken Diversity Panel (SCDP), eine 174 Hühnerrassen umfassende Datensammlung, errichtet. Für die Erarbeitung dieser Datenbank, die kontinuierlich erweitert wird, wurden mehr als 3000 Hühner typisiert und fast 600.000 Single Nucleotide Polymorphisms (SNPs) erstellt. SNPs sind Variationen einzelner Bausteine innerhalb des Erbguts zwischen Individuen. Dabei entstand ein Stammbaum, der die vorhandene Vielfalt des Huhns in hoher Auflösung darlegt. Diese Diversität umfasst zahlreiche Wildformen, kommerzielle Hühner, aber auch viele verschiedene lokale Rassen aus fast allen Erdteilen sowie von Hobbyhaltern in Deutschland gezüchtete Rassen. Die WissenschaftlerInnen fanden in ihrer Studie heraus, dass bei Rassen in Afrika, Südamerika und Teilen Asiens und Europas eine hohe genetische Vielfalt vorhanden ist. Dagegen ist die genetische Diversität innerhalb der Hobbyzuchten und auch in kommerziellen Leistungszuchten vermindert. „Für die Nachhaltigkeit und Flexibilität der Zucht ist es wichtig, dass diese höchst unterschiedlichen Rassen erhalten bleiben“, so Prof. Dr. Henner Simianer und Prof. Dr. Steffen Weigend vom Zentrum für integrierte Züchtungsforschung der Universität Göttingen.
FLI


07.06.2019

WWF: Rabattaktionen zur Grillsaison fördern den Absatz von Billigfleisch

Mit den steigenden Temperaturen wächst auch die Grilllust. Das nehmen die Supermärkte in Österreich zum Anlass, Grillfleisch mit großen Rabatten zum Kauf anzubieten. Der WWF Österreich hat die neuesten Rabattaktionen unter die Lupe genommen und kritisiert sogenannte Lockangebote speziell während der Grillsaison. „Die Grillsaison wird zum Anlass genommen, Fleisch noch stärker als bisher unter dem fairen Wert zu verkaufen. Die Rabatt-Analyse zeigt eine absurde Schieflage: Bei Fleisch-Kilopreisen von 3,99 Euro ist das Grillwürstchen in Relation billiger als der Senf dazu“, erklärt Helene Glatter-Götz, Expertin für nachhaltige Ernährung beim WWF Österreich. Das Billigfleisch wird durch die starken Rabattierungen in riesigen Mengen verkauft. „Das belastet nicht nur Umwelt und Gesundheit stark, sondern auch die heimischen Landwirte“, so die Expertin weiter. Zudem gelte mariniertes Grillfleisch als verarbeitet und müsse so nicht gekennzeichnet werden, die Herkunftsangabe fehle häufig. Daher fordert der WWF Handel und Politik auf, deutliche Anreize für eine nachhaltige Ernährung und einen Verzicht auf Fleisch-Rabatte in Supermärkten zu etablieren.
WWF Österreich


Die Zukunft der tierärztlichen Versorgung in Österreich auf dem Prüfstand

Wie sich die tierärztliche Versorgung im Allgemeinen und von Nutztieren im Speziellen in Österreich darstellt, zeigt eine Studie des Institutes für Höhere Studien (IHS), welche die Ausbildung und die Praxis von Tierärzten beleuchtet hat. Die Untersuchungen ergaben, dass mehr als die Hälfte der momentan 3.100 tätigen VeterinärmedizinerInnen weiblich sind. In der Zukunft wird dieser Anteil noch wachsen. Auf dem Land wird sich der Tierärztemangel verstärken und auch die demnächst stattfindende Pensonierungswelle der sogenannten Babyboomer wird Nachwuchsprobleme in bestimmten Regionen des Landes nach sich ziehen. Die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK), die zusammen mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) Auftraggeber dieser Studie ist, wird am nächsten Donnerstag (13.6.2019) in Wien über geeignete Maßnahmen und den Beruf des Veterinärmediziners referieren und lädt herzlich zu diesem Pressegespräch ein. Um Anmeldung an silvia.gromen@tieraerztekammer.at oder telefonisch unter Tel. +43 01 51217 66 - 41 wird gebeten.
ÖTK


Küchenkräuter im Garten ziehen Wildbienen magisch an

Die Deutsche Wildtier Stiftung macht sich für Wildbienen und andere Insekten stark und hat ein einfaches Rezept für deren Schutz: duftende Bienenweiden, bestehend aus Küchenkräutern. Denn gerade heimische Doldenblütler wie Liebstöckel, Oregano, Dill, Bohnenkraut und Petersilie im Garten und auf dem Balkon sind mit ihrem reichhaltigen Nektar ein wahrer Energy-Drink für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten. „Borretsch, der Geheimtipp aus dem Kräuterbeet, besticht nicht nur durch seine auffälligen sternförmigen und blauen Blüten, er sät sich zudem selber aus und ist darum auch für Gärtner ohne grünen Daumen geeignet", erklärt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Kräuter lassen sich einfach pflanzen und verfeinern jede Speise. „Wenn die Küchenkräuter blühen, ernten Sie einfach einen Teil für die kulinarischen Genüsse und lassen Sie einen anderen Teil einfach im Beet stehen: Dann finden Wildbienen & Co ein nahrhaftes Blüten-Buffet vor", empfiehlt Goris abschließend.
Presseportal


Staatliches Tierwohllabel weiter ohne klar verlässliche Zieldefinition und konkrete Aussagen

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (aef) hat die Präsentataion der Ergebnisse des Projektes „Stall der Zukunft“ in der vergangenen Woche durch Bundeslandwirtschftsministerin Julia Klöckner zum Anlass genommen, die Bedingungen des staatlichen Tierwohllabels erneut zu kritisieren. „Für das staatliche Tierwohllabel fehlt noch immer eine klar verlässliche Zieldefinition mit konkreten Aussagen, wie diese Ziele unter den herrschenden Marktbedingungen - aber auch vor dem Hintergrund rechtlicher Hindernisse - überhaupt umgesetzt werden können“, sagte der Vorsitzende Uwe Bartels.Gleichzeitig forderte der Verband die verpflichtende Einbeziehung jeglichen Fleisches, welches in den Verzehr geht. Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland aktualisierte zudem seine Forderungen zu einem staatlichen Tierwohllabel in einem Positionspapier, das es an die Agrarministerien der Länder und an das Bundesministerium geschickt hat. Denn exakt diese Problematik sowie die erheblichen Kosten der Um- und Neubauten für tierwohlgerechte Ställe und die noch fehlende Bereitschaft der Verbraucherinnen und Verbraucher, dafür zu zahlen, sei eine zentrale Aussage der Projektbeteiligten gewesen. Die Bundesministerin blendet diese klaren Erkenntnisse bei ihren Überlegungen zum staatlichen Tierwohllabel aus und unternimmt keinerlei Bemühungen, die schweren Mängel abzustellen. Für einen echten Mehrwert bei der Verbraucherorientierung müsse analog zur Eierkennzeichnung auch der nationale gesetzliche Standard als Basis gekennzeichnet werden. Zusätzlich zur Kennzeichnung der Haltungsform müsse – ebenfalls analog zur Eierkennzeichnung – auch die Herkunft gekennzeichnet werden.
aef


06.06.2019

Antibiotikaresistenzen im Fokus des Wissenschaftsmagazins des BfR

Die neueste Ausgabe des Wissenschaftsmagazins BfR2GO des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien. Solche resistenten Bakterien entstehen vor allem dort, wo Antibiotika häufig eingesetzt werden: im Krankenhaus, im Pflanzenschutz oder in der Nutztierhaltung. „Antibiotikaresistente Bakterien können, wie andere Keime auch, durch Lebensmittel übertragen werden“, sagt der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Neben Erregern wie dem im Krankenhaus gefürchteten methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) stehen auch antibiotikaresistente Bakterien auf Lebensmitteln wie Salmonellen oder Campylobacter im Fokus. Denn Bakterien können Resistenzen auch an andere Bakterien im Organismus übertragen. Verbreiten sich die Erreger und ihre Resistenzgene, potenziert sich das Problem und es werden möglicherweise immer mehr Antibiotika unwirksam.
BfR


Oberverwaltungsgericht genehmigt Transport trächtiger Kühe im Hochsommer in den Iran

Nachdem sich Amtsveterinäre der Kreisverwaltung Ahrweiler geweigert hatten, ein Vorlaufattest für den Transport von trächtigen Rindern einer Rinderzuchtgenossenschaft in den mehr als 6000 Kilometer entfernten Iran auszustellen, hat jetzt das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz (OVG) im Eilverfahren wider aller Vernunft entschieden, dass die Kreisveterinäre das Attest ausstellen müssen. „Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar“, so Landrat Dr. Jürgen Pföhler. „Zwar haben wir jetzt Rechtssicherheit, doch es steht zu befürchten, dass die Tiere auf dem Transport und im Zielland erhebliche Qualen erleiden werden“. Aus Sicht der Richter seien jedoch tierschutzrechtliche Bedenken bei Vorlaufattesten nicht zu berücksichtigen, sondern ausschlagggebend sind allein tierseuchenrechtliche Anforderungen, so die Erklärung des OVG.
Kreisverwaltung Ahrweiler


BfT sieht viele Missverständnisse beim Thema Tiergesundheit

Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) ist im Rahmen einer Vortragsveranstaltung verschiedenen Fragen u.a. zu der Wahrnehmung und dem Nutzen der Tiergesundheitsindustrie nachgegangen. BfT-Geschäftsführerin Sabine Schüller forderte zunächst faktenorientierte Rahmenbedingungen und eine offene Innovationskultur. Dies sei notwendig, damit die Industrie auch weiterhin zum Schutz der Gesundheit von Tieren beitragen kann. Zudem verwies sie darauf, dass in der Gesellschaft viele Missverständnisse bestünden und untermauerte dies u.a. durch das Beispiel des Antibiotikaeinsatzes im Nutztierbereich. Hier sei öffentlich die Meinung verbreitet, dass Tierärzte bei Nutztieren ausschließlich Antibiotika einsetzen würden. Allerdings entspreche dies nicht den Tatsachen, denn Antibiotika machen nur ein Sechstel des gesamten Tierarzneimittelmarktes aus. Dagegen betrug der Anteil von Impfstoffen ein Viertel. Grundsätzlich müsse die Kontrolle von Antibiotikaresistenzen ein gemeinsames Ziel von Human- und Veterinärmedizin sein. Allerdings verwahrte Schüller sich dagegen, dass Tiermedizin hier die Hauptverantwortung trage und verwies auf das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Dieses bestätigt, dass man als Hauptursache für Resistenzen in der Humanmedizin als erstes auch dort suchen müsse. Zudem seien antibiotische Leistungsförderer in der EU bereits seit 2006 verboten. Der BfT-Vorsitzende Jörg Hahnemann hat zu Beginn betont, dass die Tiergesundheit, die Gesundheit der Menschen und ein intakter Planet eng miteinander verbunden sind. Der Journalist Thomas Heyer, der die Veranstaltung moderierte, nahm auch die Medien in die Pflicht, die Fakten besser darzustellen. Aber auch die Tiergesundheitsbranche müsse ihre Hausaufgaben machen. So sollten Medienanfragen als Chance genutzt und grundsätzlich proaktiv kommuniziert werden. Auch müsse die Branche eng im Dialog mit Gesellschaft und Medien stehen.
BfT


Luchspopulaton in Deutschland wächst

Die Population der Luchse in Deutschland befindet sich auf Wachstumskurs. Trotzdem bleibt der Erhaltungszustand der Tierart nach Ansicht des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) weiterhin kritisch. Zum Ende des Monitoringjahres 2017/18 wurden demnach in zehn Bundesländern insgesamt mindestens 135 Luchse nachgewiesen. Im Vorjahr waren es noch 114 Tiere. Aktuell bestehen neben einzelnen Luchsmännchen z.B. in Hessen, Brandenburg, Baden-Württemberg Sachsen und Thüringen zwei Populationen in Deutschland. Eine lebt in Ostbayern und die zweite erstreckt sich vom Harz bis nach Nordhessen und Nordrhein-Westfalen. Außerdem entwickelt sich in Rheinland-Pfalz ein drittes Vorkommen. Hier wurde 2016 ein Wiederansiedlungsprojekt gestartet. 2017/18 konnten erstmals zwei Jungtiere nachgewiesen werden. „Der Erhaltungszustand des Luchses muss in Deutschland weiterhin als kritisch eingestuft werden. Vor allem durch die Zerschneidung von Lebensräumen und durch illegale Tötungen ist die Art hierzulande nach wie vor stark gefährdet. Hinzu kommt allerdings auch, wie die Daten zeigen, dass der Anteil der Individuen, die sich tatsächlich fortpflanzen, immer noch sehr klein ist“, sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
BfN


Ernährungsausschuss des Bundestages stimmt für Abschaffung des Tierarztvorbehaltes bei Isofluran-Narkose

Der Ernährungsausschuss des Bundestages hat am Mittwoch dem Entwurf der Ferkelbetäubungssachkundeverordnung zugestimmt. Tritt diese Verordnung so in Kraft, können auch Landwirte künftig die Betäubung der Ferkel zur Kastration mit Isofluran durchführen. Bislang war diese Narkose dem Tierarzt vorbehalten. Zuvor müssen sie jedoch in einem entsprechenden Lehrgang die notwendige Sachkunde erlangen und nachweisen können. Außerdem wurde auf Initiative der Koalitionsfraktionen dem Regierungsentwurf die Regelung eines unbefristeten Bestandsschutzes für bereits vorhandene Narkosegeräte ergänzt. Diese sollen auch verwendet werden können, wenn sie nicht den mit der Verordnung geplanten technischen Anforderungen entsprechen. Über den heute abgestimmten Verordnungsentwurf wird Ende Juni 2019 im Bundestag beraten. Anschließend muss der Verordnung dann auch noch der Bundesrat zustimmen. Dies soll voraussichtlich im September 2019 erfolgen. Zum Jahresende könnte die Verordnung dann in Kraft treten. Die Bundestierärztekammer hatte sich zuvor deutlich gegen die Abschaffung des Tierarztvorbehalts bei der Durchführung der Isofluran-Narkose ausgesprochen.
Agrarheute.com
Relevante Gesetze/Verordnungen


05.06.2019

Behörden verbuchen Erfolg im Kampf gegen illegalen Wildtierhandel

Im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel haben die Behörden einen großen Erfolg erzielt. In einer weltweiten Aktion, an der von Mitte April bis Mitte Mai 2019 22 Nationen beteiligt waren, konnten sie mehr als 4.400 lebende Reptilien retten. Außerdem seien zwölf Menschen in Italien und Spanien verhaftet und mehr als 200 Verdächtige identifiziert werden. Im Rahmen der Operation Blizzard wurden unter anderem 2.703 Landes- und Meeresschildkröten, 1.059 Schlangen, 512 Echsen und Geckos und 20 Krokodile und Alligatoren beschlagnahmt. Außerdem wurden Produkte sichergestellt, die aus Reptilien hergestellt worden sind.
Schweizerbauer.ch


Deutlicher Anstieg der Hantavirus-Infektionen

Die Zahl der Hantavirusinfektionen beim Menschen ist allem Anschein nach auf dem Vormarsch. In Niedersachsen ist die Zahl der gemeldeten Infektionen in diesem Jahr fünf Mal so hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Laut Mitteilung des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes in Hannover wurden dieses Jahr bereits 45 Infektionen registriert, während es im Vergleichszeitraum 2018 ledig 9 Meldungen gab. Die meisten Infektionen traten demnach mit 34 bisher in der Stadt und im Landkreis Osnabrück auf. Das Virus wird von Mäusen bzw. über den Kontakt mit Speichel, Kot und Urin dieser Tiere übertragen. Es kann einige Tage in der Umwelt infektiös bleiben und tritt so auch im Staub auf. Insbesondere Landwirte sind gefährdet, sich mit Hantaviren zu infizieren, weshalb bei "staubigen" Arbeiten entsprechende Schutzkleidung, bestehend aus Korbbrille, Feinstaubmaske, Einweg-Overall sowie -Handschuhen aus Nitril mit langem Schaft und geschlossene Schuhe empfohlen werden.
Agrarheute.com
Niedersächsisches Landesgesundheitsamt


Mit Gene Editing Geflügelpest-resistente Hühner züchten

Britische Forscher setzen das sogenannte Gene Editing ein, um gegen die Geflügelpest resistente Hühner zu züchten. Dabei zielen die Forscher auf ein Molekül in den Hühnerzellen ab. Dieses ANP32A genannte Molekül wird nach Untersuchungen von Forschern des Imperial College London und des Roslin Institute im Rahmen einer Infektion von den Viren "gekapert", damit sie sich besser vermehren können. Mittels Gene Editing wurde aus der DNA der Abschnitt entfernt, der für die Produktion des Moleküls verantwortlich ist. In der Folge konnte sich das Virus in den veränderten Zellen nicht mehr verändern. Die Forscher setzen große Hoffnungen in diese Methode, um im Kampf gegen die Geflügelpest voranzukommen. Allerdings weisen sie auch darauf hin, dass noch erforscht werden muss, welche Auswirkungen das Fehlen des Moleküls auf die Tiere hat. Erst wenn dies geklärt sei, könne mit der Zucht entsprechender Hühner begonnen werden.
pte


04.06.2019

DBV fordert Unterstützung für Sauenhalter

Bei der Umsetzung der geänderten Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung stehen nicht wenige Sauenhalter in Deutschland vor einer enormen finanziellen Herausforderung, denn weit mehr als die Hälfte aller Gebäude, in denen Sauen gehalten werden, machen einen Um- oder gar Neubau erforderlich. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat daher seine Forderung nach Unterstützung der Sauenhalter seitens des Bundes deutlich gemacht. „Wir sind grundsätzlich offen für Änderungen zum Wohl der Tiere, aber es braucht Entscheidungen mit Augenmaß, die den Betrieben Perspektive geben. Bauern brauchen zudem Planungs- und Investitionssicherheit. Wenn diese Verordnung greifen soll, muss endlich für ein Ende der bau- und genehmigungsrechtlichen Blockade bei Um- und Neubauten von Ställen gesorgt werden“, sagt Bernhard Krüsken, Generalsekretär des DBV. Neben finanzieller Unterstützung durch ein umfassendes Investitionsförderprogramm müssten zudem bürokratische Hürden im Baurecht abgebaut werden, so Krüsken weiter.
DBV


Tierheimförderung in Mecklenburg-Vorpommern: Antragsfrist endet am 30. Juni

Nach 2018 fördert das Land Mecklenburg-Vorpommern auch in diesem Jahr Tierheime mit 300.000 Euro. Dafür können von jetzt an die entsprechenden Einrichtungen, aber auch Privatpersonen, die einen Vertrag mit Kommunen abgeschlossen haben, ihre Förderanträge stellen. Die Antragsfrist endet am 30. Juni 2019. „Mit der Tierheimförderung unterstützen wir die oft ehrenamtlich arbeitenden Menschen, die sich rund um die Uhr und mit sehr viel Engagement und Herzblut für den Tierschutz einsetzen“, unterstreicht Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Sofern nicht anders mitgeteilt, verfallen in 2018 nicht berücksichtigte Anträge. Voraussetzungen für den Erhalt der Fördermittel sind unter anderem die Einhaltung aller Vorschriften des Tierschutzgesetzes und der Nachweis notwendiger behördlicher Genehmigungen. Auf den Seiten des Landesförderinstituts stehen alle wichtigen Unterlagen und die Kontaktdaten der Ansprechpartner zur Verfügung.
Regierung Mecklenburg-Vorpommern
Landesförderinstitut


03.06.2019

Nach ASP-Ausbruch in Polen müssen 8.000 Schweine gekeult werden

In einem Sauen haltenden Betrieb nahe der ostpolnischen Stadt Bielsk Podlaskie ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden. Das meldet Agrarheute.com. Als Konsequenz müssen 8.000 Schweine gekeult werden. Der Vorgang wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. Damit ist dieser ASP-Ausbruch der bislang größte in Polen. Parallel dazu wird mit dem Beproben aller Kontaktbetriebe begonnen.
Agrarheute.com


Nach Stallbrand: PETA stellt Strafanzeige gegen Betreiber

Nach dem verheerenden Brand in einem Schweine haltenden Betrieb Im Kreis Oldenburg, bei dem über 1500 Tiere getötet wurden, hat die Tierschutzorganisation PETA nun Strafanzeige gestellt. Dem Betreiber wird vorgeworfen, Brandschutzmaßnahmen nur unzureichend umgesetzt zu haben. „Jedes Tier, das bei einem Stallbrand stirbt, wird grob fahrlässig getötet“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA. „Der Brandschutz wird bei vielen Tierställen nicht ernst genommen. Außerdem: Wenn Tausende Tiere in einem Stall eingesperrt sind, ist es schlicht unmöglich, Soforthilfe zu leisten. Dieses Risiko ist den Betreibern bewusst.“ PETA hat wiederholt Kritik an den bestehenden Brandschutzverordnungen geäußert. Dazu gehört auch die Versorgung mit Löschwasser, deren Lage oft zu Verzögerungen bei der Tierrettung führt.
PETA


BSE-Fall in Brasilien

Um die BSE ist es glücklicherweise sehr ruhig geworden. Nur noch selten werden Fälle gemeldet, was darauf hindeutet, dass die getroffenen Maßnahmen die Erkrankung erfolgreich eingedämmt haben. In Deutschland wurden zuletzt im Jahr 2014 zwei Fälle der Erkrankung nachgewiesen. Dabei handelte es sich um atypische Fälle, die spontan entstehen. Weltweit treten vereinzelt immer wieder Fälle der Erkrankung aus. So ist aktuell in Brasilien ein Fall der atypischen BSE nachgewiesen worden, wie die Nachtrichtenagentur Reuters berichtet. Es handelt sich überhaupt erst um den 2. BSE-Fall, der in Brasilien nachgewiesen wurde.
Reuters.com


Innovationspreis soll mehr Tierwohl in den Stall bringen

Der Innovationspreis Tierwohl in der Nutztierhaltung der Initiative Tierwohl geht in die zweite Runde. Erst vor knapp 2 Monaten sind die ersten Gewinner für ihre innovativen Ideen und Projekte rund um die Schweine- und Geflügelhaltung ausgezeichnet worden. Landwirte, Experten aus der Praxis sowie Wissenschaftler können sich nun wieder mit ihren Konzepten und Projekten zur Verbesserung des Wohls von Schweinen und Geflügel im Stall, die bereits in die Praxis umgesetzt worden sind, bewerben. Im Rahmen einer Preisverleihung werden die vielversprechendsten Ideen von einem Beirat aus Wissenschaft, Wirtschaft und Fachverbänden prämiert. Noch bis zum 30. September 2019 können die Bewerbungen für den Innovationspreis 2020 eingereicht werden.
Initiative Tierwohl


31.05.2019

Bayerische Tierärzte weiter gegen Langstreckentransporte von Nutztieren

In Bayern sollen weiterhin keine Tiertransporte in Nicht-EU-Länder durchgeführt werden, sofern es keine Garantie für die Einhaltung der gesetzlich geforderten Ruhe- und Umladezeiten für die Tiere gibt. Dies zumindest fordern bayerische Tierärzte, wie Proplanta mitgeteilt hat. Gabriele Fuchs, Amtstierärztin des Landkreises Oberallgäu, hat im Vorfeld der bayerischen Tierärztetage erklärt, dass es in der Verantwortung der Amtstierärzte läge, die die Langstrecken-Transporte von Nutztieren an den sogenannten Sammelstellen abfertigen. Fuchs will zudem auf dem Tierärztetag dafür Werbung machen, dass Langstreckentransporte in Länder außerhalb Europas erst wieder genehmigt werden, wenn die von den Länderagrarministern im April vereinbarte Datenbank über Transportbedingungen und Schlachtpraktiken in Nicht-EU-Ländern aufgebaut sei. Die EU-Rechtsvorschriften, die festlegen, dass die Tiere ordnungsgemäß gefüttert, getränkt und nach einem längeren Transport vorübergehend entladen werden, würden oftmals nicht eingehalten. „Schaut man sich die GPS-Daten von Tiertransporten genauer an, dann befand sich die angebliche Entladestelle zum Ausruhen der Tiere in einem Wohngebiet, wo es weit und breit keinen geeigneten Stall für die Tiere gab“, kritisiert Fuchs. Sie fordert, dass entlang von Viehtransportrouten ausreichend zertifizierte Entlade-und Versorgungsstationen geschaffen werden müssten.
Proplanta


Anwachsende Nutria-Population im Landkreis Oldenburg beschäftigt Umweltausschuss

Die Zahl der Nutrias ist in den vergangenen drei Jahren rasant angewachsen. Seit im Jahre 2015 die ersten Tiere im Landkreis Oldenburg aufgetaucht sind, ist die Nutria-Population dort bereits auf 345 Tiere angestiegen (Stand 2018), wie die Nordwest-Zeitung (NWZ) berichtet. Die Nagetiere, die nach dem Zusammenbruch der Pelzindustrie in den 1990ern freigelassen worden waren und für enorme Schäden an Deichen und Flussmuscheln sorgen, beschäftigen zur Zeit den Umwelt- und Abfallwirtschaftausschuss des Landkreises, wie die NWZ berichtet. Als Maßnahme gegen das schnelle Anwachsen der Population wurde eine neue Falle vorgestellt, die von innen glatt und abgedunkelt ist und dem Jäger mittels eines Melders über den Fang informiert. Rund 100 dieser Fallen würden laut Verbandstechniker der Hunte-Wasseracht, Enno Kuhlmann, benötigt. Die Kosten für eine Falle betragen 380 Euro. Die Verwaltung erhielt abschließend den Auftrag, einen Vorschlag zu erarbeiten, inwiefern die Fallen mitfinanziert werden könnten.
NWZ


Petition sammelt mehr als eine Million Unterschriften gegen Käfighaltung

Der Verein gegen Tierfabriken hatte zusammen mit 170 Tier- und Umweltschutzorganisationen EU-BürgerInnen und -Bürger aufgerufen, die Petition „End The Cage Age-Käfighaltung beenden” zu unterschreiben. Am gestrigen Himmelfahrtstag konnte die Aktion bereits eine Million Unterschriften vorweisen. Initiator Georg Prinz erklärte stolz: “Eine Million Unterschriften sind ein riesiger Meilenstein und wir sind stolz, mit so vielen anderen Vereinen und Initiativen im Namen der Tiere zusammen zu arbeiten. Doch der Kampf um die Käfige ist noch lange nicht vorbei. Wir werden bis in den September weiter Unterschriften sammeln, um sicherzugehen, dass das neu gewählte Europäische Parlament versteht, wie wichtig dieses Anliegen seinen Bürger_innen ist! Gemeinsam fordern wir: End The Cage Age – beenden wir das Käfigzeitalter!” Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, das Leben von mehr als 300 Millionen landwirtschaftlichen Nutztieren, die europaweit noch immer in kargen und engen Käfigen leben müssen, zu verbessern. „Von allen Geräten und Maßnahmen, um Tiere unter menschliche Kontrolle zu bringen, sind Käfige eines der Schlimmsten. Es ist Zeit, dass wir uns als Gesellschaft weiter entwickeln und diese veraltete Praxis, Tiere hinter Gitterstäben zu halten, gemeinsam beenden. Ein Leben im Käfig ist kein lebenswertes Leben für ein Tier”, sagte Prinz abschließend.
Verein gegen Tierfabriken


29.05.2019

Klöckner legt Vorschlag zur Neuregelung der Kastenstandhaltung von Sauen vor

Das Oberverwaltungsgericht von Sachsen-Anhalt hat am 24. November 2015 die Kastenstandhaltung von Sauen in der aktuell möglichen Art und Weise verboten, da die Anforderungen des § 24 Absatz 4 Nummer 2 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) nicht erfüllt sind. Demnach muss ein zulässiger Kastenstand in der Breite künftig mindestens dem Stockmaß der Sau entsprechen oder sie muss die Gliedmaßen ohne Behinderung in die beiden benachbarten leeren Kastenstände durchstrecken können. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat nun einen Entwurf vorgelegt, der die Umsetzung des Urteils konkret regeln soll. „Mit unserem Verordnungsentwurf schaffen wir mehr Platz und Tierwohl im Stall. Gleichzeitig berücksichtigen wir aber auch die wirtschaftlichen Notwendigkeiten der Schweine haltenden Betriebe", erklärte Klöckner. Der Entwurf der Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, der heute den Ländern und Verbänden vorgelegt wird, sieht eine Übergangsfrist von 15 Jahren vor. Nach 12 Jahren müssen die Betriebe ein verbindliches Konzept für die Umstellung vorlegen und ggf. einen Bauantrag gestellt haben. Im Einzelfall kann die Frist nach Prüfung durch die Behörden nochmals um zwei Jahre verlängert werden. Außerdem sollen die Kastenstände künftig größer sein und die Tiere weniger lange darin fixiert werden. Anstelle der aktuell zulässigen 35 Tage dürfen Sauen im Deckzentrum dann nur noch maximal 8 Tage im Kastenstand fixiert werden. Außerdem muss die Mindestbreite des Kastenstands der Widerristhöhe der Tiere abzüglich ca. 17 Prozent entsprechen. Die Länge muss fortan 220 cm anstatt der aktuell vorgeschriebenen 200 cm betragen. Im Abferkelbereich dürfen die Sauen nach der Übergangszeit nur noch maximal 5 Tage fixiert werden. Aktuell sind es 35 Tage. Zudem muss dann in der Abferkelbucht eine für die Sau uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche von mindestens 5 m² zur Verfügung stehen. Die Sau muss sich ungehindert umdrehen können.
BMEL


Weltweite Initiative zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest

Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) hat im Rahmen ihrer 87. Generalversammlung angekündigt, eine globale Initiative zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ins Leben zu rufen. Die aktuelle, weltweite Verbreitung und die dadurch entstehenden wirtschaftlichen Schäden seien verheerend und müssten unbedingt eingedämmt werden. Die Initiative wird gemeinsam mit der FAO gestartet und wird das von OIE und FAO bereits im Jahr 2004 gegründete "Global Framework for the Progressive Control of Transboundary Animal Diseases" nutzen. In Europa wurden unter diesem Dach bereits 2014 regionale Expertengruppen installiert. Zuletzt fand dies auch in Asien und Amerika statt. Zudem ruft die OIE ihre Mitgliedsstaaten auf, Programme zur Prävention, zur Früherkennung und auch zur Kompensation von Verlusten im Falle eines Ausbruchs aufzulegen. Weiterhin sollte unbedingt auf die Einhaltung von Hygienmaßnahmen geachtet und die Bewegung von Tieren kontrolliert werden. Besonders der Kontrolle von Wildschweinepopulationen kommt eine besondere Bedeutung zu. Die OIE verweist darauf, dass es aufgrund der komplexen Epidemiologie der Erkrankung notwendig ist, dass alle beteiligten Sektoren an der Bekämpfung teilnehmen. Dazu gehören neben den Veterinärbehörden auch die Grenzüberwachungsbehörden, der Bereich der Schweineproduktion, Universitäten, die Forstbehörden, Jagdvereinigungen und auch Tiertransportorganisationen. Aller Euphorie zum Trotz, werden noch einige Jahre ins Land gehen, bevor möglicherweise ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht.
Webseite der OIE Generalversammlung
Agrarheute.com


Weltmilchtag: Gefährliche Keime in Rohmilch und Rohmilchkäse

Am 1. Juni ist Weltmilchtag. Diesen Tag hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin zum Anlass genommen, über unterschiedliche Angebotsformen von Milch und die damit verbundene Keimbelastung zu informieren. Bakterien in Rohmilch können unter Umständen schwere Erkrankungen verursachen, da diese nicht über 40 °C erhitzt wird. In bis zu 4 % der Proben von Rohmilch wurden die Krankheitserreger Campylobacter spp., Listeria monocytogenes und shigatoxin-/verotoxinbildenden Escherichia coli (STEC/VTEC) nachgewiesem. Verbrauchern wird geraten, Rohmilch grundsätzlich vor dem Verzehr zu erhitzen. Auch in Rohmilchkäse wurden in bis zu 1,6 % der Proben Keime wie Salmonella spp., STEC/VTEC und Listeria monocytogenes nachgewiesen. Milch und Milchprodukte werden von den Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer auf Erreger untersucht. Infektionen mit Salmonellen und Campylobacter führen meist zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen. Listeria monocytogenes können Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen verursachen und sogar zum Tode führen. Daher sollten Kleinkinder, ältere und immunsupprimierte Menschen sowie Schwangere auf nicht wärmebehandelte Rohmilch und Rohmilchkäse verzichten.
BVL


28.05.2019

Neue Schweineställe für mehr Tierwohl durch Virtuellen Stall der Zukunft

Aufgrund der gegenüber der Massentierhaltung immer kritischer werdenden Gesellschaft müssen neue, gesellschaftlich akzeptierte, praktisch realisierbare und finanzierbare Haltungskonzepte für Nutztiere entwickelt werden. Dies ist eines der Ziele des Projektes „Stall der Zukunft“, das vom BMEL gefördert wird. Erste Ergebnisse bzw. Antworten wurden am 27. Mai 2019 im BMEL in Berlin vorgestellt. Ziel des Projektes unter Federführung der Universität Göttingen war und ist es, losgelöst von bisher verbreiteten Systemen, einen wissenschaftlich begleiteten Diskurs zur Entwicklung innovativer Stallkonzepte für die Schweinehaltung anzustoßen. Es beteiligten sich Wissenschaftler, Stallbauplaner, innovative Landwirte, Verbraucher und Künstler an der Ideenentwicklung für eine zukunftsfähige Schweinehaltung – von der Sauenhaltung, der Ferkelaufzucht bis hin zur Mast. Bestehende Systeme wurden optimiert oder neu gestaltet. Das Besondere: um eine schnelle, flexible und kostengünstige Planung von Stallkonzepten zu ermöglichen, wurde das Projekt als „virtueller“ Stall der Zukunft angelegt. Das bedeutet, dass dank der simultanen und später IT-gestützten Umsetzung und Bewertung der entwickelten Stallbaukonzepte keine Testbetriebe eingerichtet werden mussten. Außerdem kann rasch und dynamisch auf etwaige gesellschaftliche oder bauliche Entwicklungen eingegangen werden. Denn, den Stall der Zukunft gibt es nicht. Die entwickelten Varianten müssen den jeweiligen betrieblichen und regionalen Besonderheiten angepasst werden. Die Ergebnisse sind auf der Webseite des BMEL zusammengefasst.
BMEL


Deutschland erzielt Abkommen mit Spanien zum Kälberhandel aus Restriktionsgebieten

Ebenso wie mit den Niederlanden und Italien hat sich Deutschland nun auch mit Spanien auf Kriterien zum Handel mit Rindern aus Blauzungen-Restriktionsgebieten geeinigt. Wie dasBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mitteilte, tritt das entsprechende Abkommen am 03. Juni 2019 in Kraft und regelt den Handel mit unter 70 Tage alten Kälbern. Es wurde vereinbart, dass fortan Kälber auch ohne vorherige PCR-Untersuchung nach Spanien verbracht werden können, sofern das Muttertier aus einem geimpften Bestand kommt und vor der Belegung geimpft wurde. Wurde die Impfung der Mutterkuh erst während der Trächtigkeit durchgeführt, muss das Kalb innerhalb von sieben Tagen vor dem Export nach Spanien mittels PCR auf das Blauzungenvirus getestet werden. Stammt das Kalb von einer ungeimpften Kuh ab, muss das Kalb mindestens 14 Tage vor dem Handel mittels PCR negativ getestet werden. Außerdem muss das Kalb von der Untersuchung bis zur Verbringung zusätzlich durch ein Insektizid gegen Neuinfektionen geschützt werden.
BMEL


Besorgniserregend hohe Antibiotika-Werte in Flüssen

Weltweit konnten in verschiedenen Flüssen besorgniseregend hohe Antibiotika-Konzentrationen festgestellt werden, wie aus einer Studie unter Leitung der University of York (Großbritannien) hervorgeht. Die Forscher hatten dabei eine Analyse für 14 der am häufigsten verwendeten Antibiotika in 72 Ländern durchgeführt. Insgesamt fanden sie an 65 Prozent der mehr als 700 untersuchten Standorte Antibiotika-Rückstände in den Flüssen, besonders betroffen waren dabei Asien und Afrika. So konnte z.B. das Antibiotikum Metronidazol sowohl in der britischen Themse als auch in einem Standort in Bangladesch nachgewiesen werden. Dabei fand sich in Bangladesch eine um 170 Mal höhere Konzentration. Am häufigsten konnte Trimethoprim nachgewiesen werden. Es wurde an mehr als der Hälfte der untersuchten Standorte nachgewiesen. Insgesamt waren die Ergebnisse besonders in Bangladesch, Kenia, Ghana, Pakistan und Nigeria besorgniserregend. Grundsätzlich konnten verschiedene Risikofaktoren an den Standorten ermittelt werden. Dazu gehört die Nähe zu Abwasserreinigungsanlagen, Kläranlagen und Mülldeponien.
pte


Klimawandel bringt Malariamücken nach Europa

Der Klimawandel sorgt dafür, dass auch Malaria übertragende Mückenarten sich immer weiter in Richtung Norden ausbreiten und so auch den europäischen Raum besiedeln. In ihrer aktuellen Studie hat sich PD Dr. Elke Hertig, Geographin an der Universität Augsburg, mit dem Thema beschäftigt. Die Wissenschaftlerin hat ein Modell entwickelt, das das Vorkommen der Mücken in Europa bis zum Ende dieses Jahrhunderts vorhersagt. Demnach können vektorübertragende Krankheiten in Europa und dem Mittelmeerraum verstärkt vorkommen. Dazu zählt zum Beispiel die Malaria, die von Anopheles, einer Stechmücken-Gattung übertragen wird. Grund dafür sind die Veränderungen in Temperatur und Niederschlag, die die Ausbreitung der Malariamücken begünstigen. Laut des Modells, das sie am Montag im Bayerischen Landesamt für Umwelt in Augsburg im Rahmen der Vorlesungsreihe „Umweltschutz heute“ vorstellte, sind in Süd- und Südosteuropa die deutlichsten Zuwächse der Mückenpopulationen gegen Ende dieses Jahrhunderts zu erwarten. Nur in einzelnen Gebieten des Mittelmeerraums, für die sinkende Niederschlagsmengen vorausgesagt werden, wird das Mückenvorkommen sinken.
Universität Augsburg


Norbert Holthenrich ist neuer und alter Präsident des ZZF

Norbert Holthenrich wurde am vergangenen Wochenende als Verbandspräsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) in seinem Amt bestätigt. Die Delegierten aus den Fachgruppen Einzelhandel, Heimtierpflege im Salon, Heimtierzucht und -großhandel sowie Industrie und Großhandel wählten den Zoofachhändler ohne Gegenstimme. Einstimmig wurden auch Erhard Kaup und Eckard Lindemeier wiedergewählt und so in ihren Vorstandämtern bestätigt. Den Vorstand vervollständigen Katharina Engling und Melanie Schmidt als neu gewählte Mitglieder. Die nächste ZZF-Delegiertentagung ist für den 20. Juni 2020 anberaumt.
ZZF


27.05.2019

TV-Empfehlung: Report Mainz am Dienstag, den 28. Mai um 21.45 Uhr

In der neuen Folge von Report Mainz geht es um Tiertransporte nach Nordafrika, Asien und in den Nahen Osten und die „Schlupflöcher“, die sich die Exporteure suchen, um die EU-Transportverordnung zu umgehen. Denn nicht alle Bundesländer stoppen Tiertransporte in Drittstaaten außerhalb der EU bei Nichteinhaltung der Tiertransportverordnung. Iris Baumgärtner von der Animal Welfare Foundation berichtet über die Schlachtbedingungen der Tiere in den Drittstaaten.
Tierschutzbund Zürich
Report Mainz


Europäische Eierbranche besorgt über hohe Tierschutzstandards und fordert Importzölle für Drittländer

Die Haltungsformen von Legehennen sind in den Mitgliedsländern der EU recht unterschiedlich. Während die meisten Legehennen in Deutschland inzwischen in Bodenhaltung gehalten werden, müssen EU-weit noch 53 Prozent der Tiere in ausgestalteten Käfigen leben. Und trotzdem treibt die europäische Eierbranche die Sorge um, dass die "hohen EU-Standards" bei Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz sowie Arbeitsbedingungen durch Importe aus Ländern mit deutlich niedrigeren Standards unterlaufen werden. Aus diesem Grunde seien Importzölle für beispielsweise Einfuhren aus der Ukraine zum Schutz des europäischen Binnenmarktes und seiner hohen Standards bei der Erzeugung von Eiern unverzichtbar, so die Meinung der etwa 50 Experten, die sich zur Generalversammlung der EUWEP, dem europäischen Branchenverband für die Eiererzeugung und den Handel mit Eiern und Eiprodukten, in der vergangenen Woche in Berlin getroffen haben.
ZDG


Backhaus kündigt neue Biber-Verordnung an

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus plant für Ende 2019 eine Landesverordnung zur eventuellen Vergrämung oder Entnahme von Bibern. Das hat der Minister, der von einem weiteren Anstieg der Biberpopulation ausgeht, Ende vergangener Woche verkündet. Grund dafür sei die wachsende Zahl der Konflikte, die durch die Tiere verursacht werden. Im letzten Jahr wurden dem Landesverband der Wasser- und Bodenverbände nach eigenen Angaben rund 1.100 Probleme wie beispielsweise Überschwemmungen von landwirtschaftlichen Nutzflächen, Wegen, Straßen und Bahntrassen durch den Anstau von Gräben und Bächen gemeldet. Zudem wurden wichtige Hochwasserschutzanlagen beschädigt. „Der Trend ist eindeutig und verlangt nach praktikablen Maßnahmen“, kommentierte Backhaus. „Für die Art Biber ist der günstige Erhaltungszustand bei uns im Land gegeben. Im Falle fehlender zumutbarer Alternativen ist die Vergrämung oder Entnahme von Bibern insbesondere in Risikogebieten, wie Stau- und Hochwasserschutzanlagen, öffentlichen Verkehrsadern, Kläranlagen oder Fischteichanlagen, möglich, ohne dass sich der Erhaltungszustand der Population verschlechtert. Dies soll mit der geplanten Verordnung klargestellt und untersetzt werden“, so der Minister weiter. Ziel der neuen Biber-Verordnung sei es letztendlich, ein friedliches Nebeneinander von Bibern und Landnutzern zu erreichen.
Regierung Mecklenburg-Vorpommern


Hessen fördert Auswilderung und Nachzucht von Feldhamstern

Am vergangenen Freitag (24.5.2019) hat das hessische Umweltministerium fünf Feldhamster ausgewildert, um die Population der vom Aussterben bedrohten Tiere zu stärken. „Von ehemals 58 Feldhamstergebieten in Hessen sind nur noch 26 nachweislich von Feldhamstern besiedelt. Um ihre Population zu stärken, entlassen wir heute fünf Feldhamster in die Freiheit“, sagte Umweltministerin Priska Hinz am Freitag. „Damit stärken wir die Artenvielfalt und leisten einen Beitrag zur Biodiversitätsstrategie, die wir engagiert umsetzen müssen. Denn der Weltbiodiversitätsrat hat gerade wieder verdeutlicht, wie dramatisch das Artensterben auf der ganzen Welt voranschreitet“, so die Ministerin weiter. Das Schutzprogramm „Förderung der Leitarten der Feldflur“, das das Land im letzten Jahr gestartet hat, unterstützt Landwirte mit finanziellen Mitteln, um die Lebensräume des gefährdeten Nagetiers zu stärken, indem Getreide- oder Stoppelstreifen sowie rechteckige Flächen mitten im Feld stehen gelassen werden. Zudem wurde eine Feldhamsterstation zur Nachzucht aufgebaut. Für den Schutz des Feldhamsters hat das Land Hessen gut eine Million Euro zur Verfügung gestellt. „Die Feldhamsterstation in der Fasanerie Wiesbaden konnte mit Mitteln aus der Umweltlotterie GENAU in Höhe von 9.000 Euro errichtet werden. Dort haben die Feldhamster überwintert, die wir heute freilassen“, erklärte Hinz abschließend.
Umweltministerium Hessen


Botswana: Elefanten dürfen wieder gejagt werden

Trotz Bestandsrückgang der Elefanten in Afrika lässt Botswana die Jagd auf die Tiere wieder zu. Das 2014 unter Präsident Ian Khama erlassene Jagdverbot in dem südafrikanischen Binnenstaat, in dem mit mehr als 130.000 Tieren ein Drittel aller Elefanten in der Savanne leben, ist damit aufgehoben, wie National Geographic berichtete. Ein Komitee bestehend aus lokalen Behörden, Nichtregierungsorganisationen, Forschern und Industrierepräsentanten hat den Beschluss gefasst, da sich unter anderem das Verbreitungsgebiet der Elefanten in Botswana dramatisch vergrößert hat und problematische Tiere in einer einzigen Nacht eine ganze Ernte zerstören können. „Der allgemeine Konsens der Befragten war, dass das Jagdverbot aufgehoben werden sollte“, heißt es in der Erklärung. „Auf Grundlage dieser Sachverhalte hat die Regierung die Empfehlungen überdacht und ausgewertet und das Verbot aufgehoben.“ Die Aufhebung des Jagdverbots bedeutet jedoch nicht, dass Hobbyjäger Teile des erlegten Tieres auch in ihr Heimatland importieren dürfen. Zumindest in Deutschland und in den USA ist der Import von Körperteilen bedrohter Arten – zu denen auch der Elefant gehört – verboten, sofern keine ausdrückliche Genehmigung vorliegt.
National Geographic