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Weitere aktuelle Meldungen zur Geflügelpest finden Sie hier.

18.10.2019

Dr. Anne Strattner übernimmt Chefredaktion

Ab Januar 2020 wird Dr. Anne Strattner neue Chefredakteurin der Fachzeitschrift Der Praktische Tierarzt und des Portals vetline.de. Die promovierte Tierärztin hat bereits mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit an der Tierärztlichen Hochschule Hannover sowie ihrer Tätigkeit bei der Wirtschaftsgenossenschaft deutscher Tierärzte (WDT) nationale und internationale Erfahrungen sammeln können. „Gerade durch den starken Praxisbezug und die kommunikative Kompetenz von Dr. Strattner erhält unser Team eine wertvolle Ergänzung für die Erstellung von hochwertigem, praxisnahem und wissenschaftlichem Content, gepaart mit dem Know-how über moderne und zielgruppengerechte Kommunikation. Wir können somit den Bereich Tiergesundheit branchenrelevant und innovativ noch weiter ausbauen“, sagt Sabine Poppe, die die Content-Ressorts Tiergesundheit der Schlüterschen leitet. „Seit mehr als 90 Jahren ist die Schlütersche als Verlag für Veterinärmedien aktiv. Unsere Fachredaktionen legen Wert auf Wissenschaftsjournalismus und Fachexpertise mit starkem praktischem Bezug. Wir wissen um die hohen Ansprüche unserer Kunden, Autoren und Leser und ich sehe Dr. Strattner, mit ihrer vielschichtigen Berufserfahrung und ihrer Vernetzung in der Branche, als eine wertvolle Bereicherung für das Team“, ergänzt Geschäftsführer Lutz Bandte.
Schlütersche


ASP lässt Schweinebestände in China weiter sinken

Das Landwirtschaftsministerium in Peking hat bekannt gegeben, dass im September diesen Jahres der Schweinebestand in dem Land im Vergleich zum Vorjahresmonat um weitere 41 Prozent gesunken ist. Im August war der Bestand um 39 Prozent niedriger als 2018. Grund dafür ist die Afrikanische Schweinepest (ASP), die bereits in allen chinesischen Provinzen aufgetreten ist, wie Schweizerbauer mitteilt. Experten schätzen, dass der Rückgang der Bestände noch größer ist. „Im nächsten Jahr, besonders in der ersten Jahreshälfte, wird die Produktion weiter sinken", sagte Pan Chenjun, Senior-Analystin der Rabobank, laut Dow Jones News. Die ASP wurde jüngst auch bei einer Zuchtkooperative in der nordwestlichen Provinz Gansu festgestellt. Der Nachweis erfolgte bei 287 Schweinen, von denen 265 an der Tierseuche verendet sind. Alle verbliebenen lebenden Tiere der Kooperative wurden gekeult.
Schweizerbauer


Thüringen meldet ersten Fall von WNV bei einem Pferd

In Thüringen ist zum ersten Mal bei einem Pferd das West-Nil-Virus (WNV) nachgewiesen worden. Das betroffene Tier stammt aus dem Unstrut-Hainich-Kreis nahe Bad Langensalza. Wie die Landestierärztekammer Thüringen mitteilt, zeigte das erkrankte Pferd, das sich nachweislich nicht in WNV-Risikogebieten aufgehalten hat, neurologische Symptome.
Landestierärztekammer Thüringen


Landesbiologentag an der Universität Hohenheim

Am morgigen Samstag (26.10.2019) findet in der Universität Hohenheim der Landesbiologentag 2019 statt. In Vorträgen und Diskussionsrunden werden sich rund 200 Biologen aus ganz Baden-Württemberg mit dem Artenschwund, dem allgemeinen Wissensstand in der Bevölkerung und den zu ergreifenden Maßnahmen beschäftigen. Der landesweite Biologentag und 12. Umweltbildungskongress zum Thema „Sind Biologen fit für die Rettung der Biodiversität?“ wird von der Umweltakademie Baden-Württemberg zusammen mit der Universität Hohenheim und dem Verband der Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin Baden-Württemberg e.V. (VBio) veranstaltet.
Umweltakademie Baden-Württemberg


17.10.2019

bpt-Kongress in München

Von heute bis Samstag stehen Tierärztinnen und Tierärzten die Türen des Internationalen Congress Centers in München offen. Anlässlich des bpt-Kongresses finden zahlreiche Seminare und Vortragsveranstaltungen sowie berufspolitische Diskussionen statt. Neben dem vielseitigen Fachprogramm, das viele Spezies von der Biene über Kleintiere, Pferd, Rind und Schwein bis hin zur Wasserschildkröte umfasst, wird es am Freitag von 12:30-13:30 Uhr eine berufspolitische Diskussion zum Thema "Praxis neu denken" geben. Außerdem wird es verschiedene Round Table zu aktuellen Themen wie Landtierärztemangel, das Verhältnis von Inhaber zu angestellten Tierärzten, die Notdienstproblematik sowie den Weg vom Studium in die Praxis geben. Weiterhin stehen spannende Themen aus der Welt der Digitalisierung und der Praxisführung auf dem Programm. Hier sei auf die Vortragsveranstaltung "Erfolgsfaktor Mitarbeiter - von der Personalsuche bis zur Personalentwicklung in Tierarztpraxen/-kliniken" am Freitag von 8:30-12.00 Uhr hingewiesen, an der sich der Dessauer Zukunftskreis (DZK) beteiligt.
bpt-Kongress
Dessauer Zukunftskreis


Tipps für die Suche nach entlaufenden Hunden

Nicht selten passiert es, dass Hunde beim Spaziergang plötzlich weglaufen und nicht zurückkommen – ein Alptraum für Tierhalter. Am besten ist es in diesem Fall, das Ordnungsamt, die Polizei oder einen Jäger anzurufen, der die Suche unterstützt. Tiersucherin Tanja Axmann, die sich ehrenamtlich im Verein Voices for Dogs engagiert, empfiehlt, erst einmal Ruhe zu bewahren und am besten die kommenden 48 Stunden an dem Ort zu warten, an dem das Tier weggelaufen ist - was nicht jedem Tierhalter möglich ist. Hier rät die Expertin dazu, einen Geruchsträger, wie beispielsweise ein getragenes Shirt oder eine Jacke, auszulegen und eine Futterstelle einzurichten. In dem Fall, dass das Zuhause nicht mehr als fünf Kilometer entfernt ist, besteht eine gute Chance, dass das Tier allein zurückfindet. Bleibt der Vierbeiner dennoch weg, ist der Tierbesitzer darauf angewiesen, dass sich jemand meldet, der das Tier gesehen hat. In diesem Fall zieht Profi Tanja Axmann eine Spur, meist mit pürierter Leberwurst, gemischt mit Wasser: „Leberwurst ist das Allheilmittel. Hunde und Katzen sind leberwurstfixiert. Die hat einfach einen sehr intensiven Geruch.“ Am Ende der Spur stellt die Tiersucherin eine Lebendfalle auf, oft auch mit einer Kamera bestückt. So kann sie beobachten, ob sich der entlaufene Hund oder die verschwundene Katze tatsächlich nähert. In den meisten Fällen endet die Suche erfolgreich.
swr3


Gravierende Arbeitsverstöße in NRW-Schlachthöfen

Bei unangekündigten Kontrollen in 30 Schlachthöfen mit insgesamt 17.000 Beschäftigten hat der nordrhein-westfälische Arbeitsschutz in den vergangenen drei Monaten bereits mehr als 3000 teils gravierende Arbeitszeitverstöße festgestellt. Die Ermittlungen dauern noch an. „Das Ergebnis ist deprimierend“, berichtete NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am gestrigen Mittwoch (16.10.2019), wie Proplanta mitteilte. So konnten bei den Kontrollen häufig 12-Stunden-Schichten nachgewiesen werden, sogar 16 Stunden an einem Arbeitstag waren keine Seltenheit. In über 100 Fällen seien sogar „technische Arbeitsschutzmängel mit hohem Gefährdungspotenzial“ aufgedeckt worden. Die Kontrollen fanden schwerpunktmäßig in den Regierungsbezirken Münster und Detmold, den Zentren der Viehwirtschaft in NRW, statt. Nur in zwei Unternehmen fielen die Kontrollen positiv aus. „Die Mängelliste umfasst die ganze Bandbreite des Arbeitsschutzrechts“, so der Minister weiter. Von verstellten Verkehrs- und Rettungswegen, über Lagerungs- und Unterweisungsversäumnisse bei Gefahrstoffen bis hin zu eklatanten Verstößen gegen das Arbeitszeitrecht und die medizinische Vorsorge habe die Branche ihr schlechtes Image bei den Arbeitsbedingungen erneut bestätigt. „Das ist weit weg von Kavaliersdelikt“, erläuterte der Arbeitsschutz-Experte des Ministeriums, Steffen Röddecke. Laumann fordert neben einer digitalen Erfassung der Arbeitszeiten höhere Strafen bei vorsätzlichen Verstößen. Weiterhin möchte der Minister ausgebeuteten oder geprellten Arbeitnehmern zu ihrem Recht verhelfen. „Es muss klar sein, dass der deutsche Staat nicht wegguckt - was er lange getan hat“, erklärte Laumann abschließend.
Proplanta


Landrat kritisiert neue Beschlüsse zu Tiertransporten

Der bayerische Landrat Peter Dreier kritisiert die jüngst beschlossenen Maßnahmen der Agrarminister zu Transporten von Nutztieren in Drittländer. Auf ihrer Konferenz legten die Vertreter der Länder ein fünfstelliges Bußgeld und die Behandlung als Ordnungswidrigkeit fest, wenn Tiere bei Temperaturen über 30 Grad transportiert werden, wie Topagrar mitteilt. Als „bloße Augenwischerei“ bezeichnet Dreier diese Beschlüsse. „Man müsste sich Gedanken machen, wie man die Transporte bei Minustemperaturen im Winter verhindert“, so der Landrat. Zudem kritisiert er die Ankündigung von Bundesministerin Julia Klöckner (CDU), eine Datenbank zu möglichen Transportrouten aufzubauen: „Dies wäre zwar ein Anfang. Doch wenn sich der Bund darauf beschränkt, wahllos GPS-Koordinaten vermeintlicher Versorgungsstationen zu sammeln, ohne sie auch tatsächlich vor Ort zu prüfen, hilft dies nicht weiter“, erklärt Dreier. Damit bezieht sich der Landrat auf einen Bericht von AmtstierärztInnen, in dem von fehlenden Versorgungsstationen entlang der Haupttransportroute Richtung Osten berichtet wird. Dreier äußerte sich zudem kritisch gegen das bestehende System. Es seioffenbar profitabler, Rinder über tausende Kilometer zu transportieren, anstatt sie vor Ort zu vermarkten. Dies könne nicht das Interesse der Landwirtschaft sein, "hochwertigste Produkte zu produzieren, um sich dann darauf einlassen zu müssen, dass der Profit über das Wohl der Tiere gestellt wird und damit der qualitativ hohe Standard, den unsere Landwirtschaft zu bieten hat, untergraben wird." Aus Gesprächen mit vielen Landwirten könne er berichten, dass diese seine Position stützen und ebenfalls diese unwürdigen, überlangen Transporte verurteilten.
Topagrar


ASP sorgt in China für höhere Inflation

Die Afrikanische Schweinepest (ASP), die seit mehreren Monaten in China grassiert, hat die Schweinepreise in dem Land mit der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft um mehr als zwei Drittel im Vergleich zu September 2018 ansteigen lassen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb die Inflation im vergangenen Monat um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat angewachsen ist, wie Proplanta unter Berufung auf Informationen des Statistikamtes in Peking berichtet. Am morgigen Freitag wird China die Wachstumszahlen für das dritte Quartal vorlegen. Das Land verzeichnete im zweiten Quartal diesen Jahres ein Wachstum von nur 6,2 Prozent - so wenig wie seit fast 30 Jahren nicht mehr.
Proplanta


16.10.2019

Züricher Tierärzte warnen vor Barfen

In jedem zweiten Hundefutter, in dem rohes Fleisch enthalten ist (Barf-Menus), finden sich multiresistente Bakterien. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Rohfutter-Proben, die an der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich durchgeführt wurde. Die WissenschaftlerInnen hatten zuvor häufiger resistente Bakterienstämme (ESBL) bei Hunden und Katzen nachgewiesen, das hatte sie alarmiert. Als einen möglichen Übertragungsweg wurde die Verfütterung von rohem Fleisch vermutet. Sie untersuchten 51 Rohfutter-Proben von verschiedenen Anbietern in der Schweiz auf die Gesamtkeimzahl, auf normale und antibiotikaresistente Enterobakterien sowie auf Salmonellen. Bei 73 Prozent der Futterproben wurde der Richtwert für Enterobakterien überschritten. Bei 61 Prozent der Proben wurden ESBL-bildende Bakterien gefunden. Zweimal wurden Salmonellen, zweimal Escherichia coli mit dem Colistin-Resistenzgen mcr-1 entdeckt. Letzteres ist ein übertragbarer Resistenzmechanismus gegen das Reserveantibiotikum Colistin, der vor kurzer Zeit erstmals in China nachgewiesen wurde. „Dass wir bei über 60 Prozent der Proben ESBL-bildende Bakterien gefunden haben, ist wirklich erschreckend", erklärt Magdalena Nüesch-Inderbinen, Erstautorin der Studie. "Barfen" ist deshalb aus Sicht der Forschenden ein bedeutender Risikofaktor für die Übertragung von antibiotikaresistenten Bakterien. Zum einen kommen Tierbesitzer bei der Zubereitung des Futters mit den multiresistenten Bakterien in Berührung. Zum anderen haben die Haustiere engen Kontakt zu Menschen, wodurch das Risiko einer Übertragung vom Tier auf den Menschen steigt. „Wir raten daher allen Hunde- und Katzenbesitzern, die ihre Tiere mit Barf ernähren wollen, vorsichtig mit dem Futter umzugehen und strikte Hygiene bei der Fütterung einzuhalten", sagt Nüesch-Inderbinen.
Universität Zürich


EuGH: Wolfsabschuss nur unter strengen Auflagen möglich

Einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom vergangenen Donnerstag zufolge, ist ein Wolfsabschuss möglich, unterliegt aber strengen Auflagen. Als Basis für das Urteil diente ein Fall aus Finnland, bei dem zwei Jäger eine Abschusserlaubnis für sieben Wölfe erhalten hatten. Ein Umweltverband hatte danach gegen diese Erlaubnis geklagt, die mit einer Eindämmung der Wilderei, Schäden an Hunden sowie der Erhöhung des allgemeinen Sicherheitsgefühls begründet worden war. Laut dem Urteil des EuGH müssen Behörden in Zukunft ein klares Ziel definieren und wissenschaftlich belegen, dass der Abschuss der Tiere diesem Ziel dient und dass es keine Alternativen gibt. Das bloße Vorliegen von Wilderei reiche nicht aus. Das vorlegende Gericht muss jetzt entscheiden, ob diese Bedingungen im Ausgangsverfahren zutreffen würden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) betonte in einer ersten Reaktion, dass die Anforderungen zur Begründung von Ausnahmegenehmigungen für den Abschuss, ihre Detailtiefe und die Überwachung hoch seien. Alle Maßnahmen, die bisher in Deutschland zum Schutz von Tieren oder zur Abwehr von Schäden erlaubt waren, seien durch das Urteil des EuGH „nicht eingeschränkt“.
DJV


15.10.2019

ZZF gibt Empfehlungen an Gartenteichbesitzer

Langsam sollten Fischhalter damit beginnen, ihren Gartenteich winterfest zu machen. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) gibt Tipps, wie Fische in Gartenteichen den Winter ungefährdet überstehen. „Laub im Gartenteich sieht nicht nur unschön aus, sondern gefährdet auch die Wasserqualität“, wie Dr. Stefan Karl Hetz, Biologe und Fachreferent beim ZZF, berichtet. Das Laub sollte sorgfältig mit einem Kescher entfernt werden. Damit wird ein Absinken der Blätter auf den Boden des Teiches unterbunden, die im Frühjahr Algen stark wachsen lassen würden. „Für die Entfernung der bereits vorhandenen Verschmutzungen auf dem Teichboden eignen sich Teichschlammsauger, die Fischhalter im Fachhandel kaufen oder leihen können“, erklärt der Biologe weiter. Weiterhin sollten die Fische bei Temperaturen ab 10 Grad und niedriger nicht mehr gefüttert werden, da die wechselwarmen Tiere bei diesen Temperaturen nicht mehr fressen. Das Futter sinkt dann auf den Grund des Teichs, was zu einer Freisetzung von Faulgasen und dem Tod der Fische führen könnte. Fischhalter sollten bei Frost zudem täglich kontrollieren, ob der Teich eventuell ganz zugefroren ist und obdie Fische über offene Stellen Sauerstoff bekommen. „Bei anhaltenden Minustemperaturen sollten Gartenteiche mit Zierfischen auf keinen Fall zufrieren. Das kann für die Fische tödlich enden, weil sie nicht genügend Sauerstoff bekommen“, warnt Hetz. Im Fachhandel sind spezielle Eisfreihalter aus Styropor oder Teichheizer erhältlich. Ein Gerät, das Teichbesitzer hingegen vor dem Frost ausschalten oder vollständig entfernen sollten, ist die Pumpe.
ZZF


EU senkt Fangquoten für Dorsch und Hering

Bei ihrem Treffen in Luxemburg haben die EU-Fischereiminister Anfang der Woche die Fangquoten in der Ostsee für das kommende Jahr festgelegt. Demnach werden die erlaubten Fangmengen für den westlichen Hering um 65 Prozent, für den westlichen Dorsch um 60 Prozent reduziert. In der östlichen Ostsee ist Dorsch in 2020 nur als Beifang erlaubt. „Viele Fischbestände und Ökosysteme in der Ostsee sind in einem alarmierenden Zustand“, erklärte EU-Fischereikommissar Karmenu Vella nach den Entscheidungen. Speziell für die lokalen Gemeinden sei dieser Zustand problematisch, da diese für ihren Lebensunterhalt auf gesunde Bestände angewiesen seien, so der EU-Kommissar weiter. Gleichzeitig erhöhen die Minister die Fangquote für Hering im Golf von Riga im Jahr 2020 um 11 Prozent.
EC Europe


Schlechte Stimmung in der Landwirtschaft

Die Stimmung in der Landwirtschaft ist so schlecht wie lange nicht mehr. Dies belegen die aktuellen Zahlen des Konjunkturbarometers Agrar. Bereits in den vorherigen Erhebungen im März und Juni 2019 hatte sich die Stimmung in der Landwirtschaft deutlich eingetrübt. Laut der aktuellen, repräsentativen Umfrage hat sich die wirtschaftliche Stimmungslage der Betriebe nun allerdings noch einmal erheblich verschlechtert. „Diese Ergebnisse sind ein sehr deutlicher Beleg für die schwierige wirtschaftliche Situation und eine hochgradige Verunsicherung der Landwirte. Die deutsche Landwirtschaft befindet sich klar im Abschwung. Wir Bauern brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, damit wieder Zukunftsinvestitionen getätigt werden können“, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied. Die schlechte Stimmung drückt auch die Investitionsbereitschaft der Landwirte. Nur 30 Prozent von ihnen wollen in den kommenden sechs Monaten investieren. Besonders die Investitionen in Tierwohl fördernde Ställe sind aktuell sehr verhalten.
DBV


Meldesystem von Risikoereignissen in der Versuchstierkunde

Die Fehlerdatenbank für Tierversuche der Stabstelle Tierschutz am Universitätsklinikum Jena erhält den Thüringer Tierschutz-Preis. Das Projekt CIRS-LAS ist ein europaweites anonymisiertes Meldesystem von Risikoereignissen in der Versuchstierkunde, das hilft, Fehler zu vermeiden und die Versuchszahl zu minimieren. Der Preis wurde am 14. Oktober von der Thüringer Sozialministerin Heike Werner in Erfurt an Dr. Sabine Bischoff, Leiterin der Stabstelle Tierschutz am Universitätsklinikum Jena, übergeben. "Ihr" Fehlermeldesystem für die Versuchstierkunde erfasst europaweit Zwischenfälle und Komplikationen im Rahmen von Versuchsvorhaben und der Haltung und Zucht von Versuchstieren. „Trotz hoher Standards in der Versuchstierkunde kann es zu unerwarteten Ereignissen kommen oder etwas kann schief gehen. Zum Schutz unserer Tiere sollten wir aus diesen kritischen Ereignissen lernen! Einen offenen und konstruktiven Umgang mit kritischen Ereignissen oder Fehlern halte ich für enorm wichtig, um zu verhindern, dass sie erneut passieren“, so Bischoff. Die Meldungen werden dazu vom Projektteam ausgewertet und die Informationen zusammen mit Lösungsansätzen, Tipps und bewährten Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im tierexperimentellen Bereich registrierten Nutzern zugänglich gemacht. Außerdem werden über das Portal auch Seminare und Weiterbildungen angeboten.
Universität Jena
Fakt Reportage über Zustände in einem Tierversuchslabor


EU-Netzwerktreffen zur Antibiotikaresistenz in Brüssel

Vertreter der öffentlichen Gesundheit und der Tiergesundheit aus allen 28 EU-Ländern sowie Experten der Kommission und EU-Agenturen werden am heutigen Dienstag (15.10.2019) in Brüssel zu ihrem halbjährlichen Treffen des AMR One-Health-Netzwerkes der EU zusammenkommen. Hier werden die Ergebnisse der jüngsten Überwachungsumfrage von WHO, OIE und FAO zur Umsetzung des AMR-Globalaktionsplans vorgestellt, um eine Bestandsaufnahme der erzielten Fortschritte vorzunehmen. Weiterhin stehen die neuesten Schlussfolgerungen des Rates und die Ergebnisse der Ministerkonferenz zu AMR im Fokus der Diskussionen. Zudem wird die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) gemeinsam mit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ihre jeweiligen Aktivitäten im Kampf gegen AMR präsentieren.
EC Europe


Klöckner fordert umfassenden Aktionsplan zur Bestandssicherung in der Ostsee

Die Fangquoten in der Ostsee geben immer wieder Anlass zu heftigen Diskussionen zwischen Fischern, Politikern und Umweltschützern. Während die Umweltschützer auf Nachhaltigkeit und auf eine Erholung der Bestände pochen, setzen die Fischer vor allem ihr persönliches Ein- und Auskommen in den Vordergrund. Aufgabe der Politik ist es, die Anliegen beider Parteien zum Wohle von Land und Leuten abzuwägen und eine Entscheidung zu treffen, die möglichst noch EU-konform ist. Genau dies hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) auf der Tagung des Agrarrates in Luxemburg versucht.„Die Umsetzung der drastischen Kommissionsvorschläge würde bei Teilen der deutschen Ostseefischer und deren Familien zu einer dramatischen Situation führen. Ebenso ist die Kürzung des Tagfanglimits für den westlichen Dorsch von sieben auf zwei Fische nicht angemessen. Sie würde die für den Tourismus in den Küstengemeinden sehr wichtige Freizeitfischerei erheblich beeinträchtigen", so Klöckner. Gleichzeitig betonte sie, dass eine Reduzierung der Fangmengen für eine nachhaltige Bestandserholung und somit für die Sicherung eines langfristig stabilen Ertrags zwingend notwendig sei. Dennoch sprach sie sich beim westlichen Hering und beim westlichen Dorsch für höhere Fangquoten aus als von Meeresexperten empfohlen wird. Sie forderte die EU-Kommission auf, einen umfassenden Aktionsplan zu erstellen, der die vielfältigen Ursachen des schlechten Zustandes der Bestände berücksichtigt.
BMEL


14.10.2019

Mehr Wertschätzung von Lebensmitteln gefordert

Anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober fordern die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das Bündnis Lebensmittelrettung das Ende der Lebensmittelverschwendung, ein überarbeitetes Mindesthaltbarkeitsdatum und einen Wegwerfstopp für Supermärkte. In Deutschland landen jedes Jahr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in der Tonne. Mehr als die Hälfte davon wäre vermeidbar, da auch viele Lebensmittel darunter sind, bei denen lediglich das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist. Als Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung rufen die DUH und das Bündnis Lebensmittelrettung deshalb alle Verbraucherinnen und Verbraucher auf, zum Welternährungstag verzehrfähige Lebensmittel mit abgelaufenem MHD zu essen und davon Fotos unter dem Hashtag #notmyMHD in den sozialen Netzwerken zu posten. Statt auf das MHD sollten sich die Verbraucher viel mehr auf ihre eigenen Sinne verlassen. "Das MHD muss sich an der Verzehrfähigkeit von Lebensmitteln orientieren und darf nicht willkürlich vom Hersteller festgelegt werden. Wir brauchen klare Richtwerte zur Bestimmung des MHDs. Ein Abweichen davon ist dann die Ausnahme", erklärt Hanna Legleitner vom Bündnis Lebensmittelrettung. Auch die DUH sieht vor allem die Politik in der Verantwortung. Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Das Ziel Deutschlands, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung zu halbieren, lässt sich durch rein freiwillige Maßnahmen nicht erreichen. Die Bundesregierung muss endlich einen gesetzlichen Wegwerfstopp in Supermärkten, klare Reduktionsziele und verbindliche Dokumentationspflichten für alle Akteure einführen."
DUH


Winterschlaf hat seine Tücken

Viele Säugetiere verabschieden sich im Winter in den Winterschlaf und wachen erst mit dem Frühling wieder auf. Denn je geringer die eigene Körpertemperatur, umso mehr Energie können Winterschläfer dabei einsparen. Der Haken an der Sache: Niedrigere Temperaturen führen zu einem vermehrten Schrumpfen der Schutzkappen der Chromosomen (Telomere), was wiederum zum Zelltod führen und nur mit großem Energieaufwand wieder behoben werden kann. Das fand ein Forschungsteam der Vetmeduni Vienna heraus. Sie konnten in der Verkürzung der Telomere des Siebenschläfers und des Gartenschläfers, die im Labor entweder bei 3° C oder 14° im Winterschlaf gehalten wurden, signifikante Unterschiede feststellen. Die Tiere, die bei 14° C Winterschlaf hielten, verbrauchten mehr Energie als die Tiere, die bei 3° C Winterschlaf gehalten hatten. Umgekehrt blieben jedoch die Telomere der Tiere bei 14° C weit besser erhalten. „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein tiefer Winterschlaf mit Kosten auf zellulärer Ebene verbunden ist, also einer verstärkten Verkürzung der Telomere, die von den Tieren aktiv und energetisch aufwändig ausgeglichen werden muss. Infolgedessen überschätzen die bisherigen wissenschaftlichen Annahmen vermutlich den Anteil an Energie, den Tiere durch tiefen Winterschlaf einsparen können“, so Julia Nowack, eine der Erstautorinnen der Studie.
Vetmeduni Wien


Kalifornien auf dem Weg zum US-Tierschutzstaat

Kalifornien räumt dem Tierschutz eine hohe Priorität ein. Ab 2023 soll in Kalifornien (USA) der Verkauf und die Herstellung von Pelzwaren verboten werden. Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete am Samstag ein entsprechendes Gesetz. Dies wird jedoch nur neue Pelzwaren betreffen. Pelze aus 2. Hand dürfen auch in Kalifornien nach 2023 weiter gehandelt werden. Außerdem hat Newsom die Wildtierhaltung in Zirkussen verboten und setzte Luchse auf die Liste geschützter Tiere.
ZDF


Niederlande bezahlt Landwirte für Ausstieg aus der Schweinehaltung

Die niederländische Regierung plant, Landwirte finanziell zu unterstützen, sofern sie die Schweinehaltung aufgeben. Dadurch will die Niederlande den Schweinebestand vor allem im Süden und Osten des Landes, wo die Schweinehaltung am stärksten konzentriert ist, weiter reduzieren und die Ammoniak- und Stickstoffbelastungen der Umwelt sowie Geruchsbelästigungen weiter senken. Sie stellt dafür 180 Mio. Euro bereit. Das Programm ist seit dem 11. Oktober 2019 einsehbar, so dass sich ausstiegswillige Landwirte mit den Bedingungen vertraut machen können, bevor sie sich dann zwischen dem 25. November 2019 und dem 15. Januar 2020 für die Teilnahme registrieren können. Am Programm teilnehmende Landwirte verpflichten sich, nach dem Ausstieg auf das Halten von Schweinen langfristig zu verzichten.
Agrarheute.com


11.10.2019

Erhöhte Wachsamkeit wegen West-Nil-Fieber nötig

Da die Entwicklung darauf hindeutet, dass das West-Nil-Fieber (WNF) in Deutschland endemisch wird, ist auch im humanen Bereich eine erhöhte Wachsamkeit erforderlich. Dies berichtet das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) im aktuellen Radar Bulletin. Im Zeitraum 1. bis 24. September wurden in Deutschland 10 Fälle des WNF bei Pferden und 28 Fälle bei Vögeln festgestellt. Zudem war in diesem Monat der erste autochthone Fall beim Menschen nachgewiesen worden. Im Vergleich zum Vormonat ist im September die Zahl der Fälle in Deutschland weiter angestiegen. Insgesamt liegt die Annahme nah, dass das Virus nach den Erstausbrüchen im vergangenen Jahr in Deutschland überwintert hat.
Radar Bulletin 09/2019


Warnung vor Jagdtourismus wegen ASP-Gefahr

Angesichts der weiter bestehenden Gefahr des Eintrags der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland warnt Mecklenburg-Vorpommern insbesondere auch vor Jagdtourismus. Agrarstaatssekretär Dr. Jürgen Buchwald verwies im Rahmen des 6. Schwarzwildsymposiums des Landkreises Vorpommern-Greifswald auf die Gefahr des Eintrags des Virus. Deshalb müsse man sich über die ASP-Situation im Reiseland informieren, bevor man im Ausland auf die Jagd gehen möchte. Es besteht hier das Risiko, dass das Virus durch das illegale Mitbringen u.a. von Jagdtrophäen oder Kleidung nach Deutschland verbracht wird. Mecklenburg-Vorpommern hat bereits im Jahr 2014 eine Allgemeinverfügung erlassen, mit der das Risiko des Eintrags reduziert werden soll. Darin ist festgehalten, dass ein Jagdschein nicht erteilt werden kann oder die Jagdausübung verboten wird, wenn der Jäger seinen Hauptwohnsitz in einem Gebiet hat, in dem wegen eines ASP-Ausbruchs Maßnahmen ergriffen wurden. Zudem wurde die Einfuhr von Jagdtrophäen aus solchen Gebieten untersagt.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern


10.10.2019

TFA-Praxisplaner 2020 ab sofort erhältlich

Der bereits sehnsüchtig erwartete TFA-Praxisplaner 2020 ist nun druckfrisch eingetroffen und kann ab sofort im Vetion.de-Shop bestellt werden. Der TFA-Praxisplaner ist ein Fachkalender im praktischen DIN A5-Format, der sich speziell an Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) richtet. Er enthält neben einem übersichtlichen Kalendarium (1 Seite/Woche) zahlreiche Fachinformationen über Hunde, Katzen und verschiedene Heimtierspezies sowie Reptilien. Hinzu kommen zahlreiche bereichernde Informationen zur Bewältigung des Praxisalltags. Der für 8,99 Euro erhältliche TFA-Praxisplaner ist zudem Ratgeber und Nachschlagewerk und hilft der TFA, den Arbeitstag optimal zu organisieren!
TFA-Praxisplaner bestellen


Wissenschaftler empfehlen Ausweitung der Schutzzonen für Seeadler

Der Seeadler ist selten in Deutschland und steht unter Naturschutz. Nur intensive Schutzbemühungen konnten ihn in Deutschland vor dem Aussterben bewahren. Der Seeadler gilt als sehr sensibel und anfällig für Stress. Was die Vögel jedoch stört und stresst und welche Auswirkungen das auf den Bruterfolg hat, hat nun ein Forscherteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) an Seeadlern in Norddeutschland untersucht. Dazu haben sie die Konzentrationen des Hormons Corticosteron und seiner Stoffwechselprodukte gemessen und diese Werte mit potenziellen Belastungsursachen korreliert. Sie konnten zeigen, dass die Werte des Hormons im Urin der Vögel umso höher sind, je näher der Horst eines Brutpaares zu Wegen oder Straßen liegt. Daher sind insbesondere Schutzzonen um die Horste unerlässlich, meinen die WissenschaftlerInnen. „Wir konnten niedrigere Levels von Corticosteron in Proben nachweisen, die an Standorten mit größeren Entfernungen zu Straßen oder Wegen gesammelt wurden.“ Der Zusammenhang ist statistisch hoch-signifikant, womit der negative Effekt des „Stressfaktors“ Straße oder Weg belegt ist. Zugleich konnte Krone keinen negativen Einfluss dieses Faktors auf den Bruterfolg belegen. Der Bruterfolg hängt den Untersuchungen zufolge vielmehr mit der Seeadlerdichte zusammen. Dieser geht in dicht besiedelten Regionen (mehr als zwei Paare pro 121 Quadratkilometer) deutlich zurück.
IZW


Immer stärkerer Konzentrationsprozess in der Landwirtschaft

In dieser Woche ist der Pole Janusz Wojciechowski im 2. Anlauf zum EU-Agrarminister gewählt worden. Seine Wahl hatten seine Ausführungen zum Höfesterben in der EU erschwert. Denn das Höfesterben ist nicht nur in Deutschland ein schwerwiegendes Thema. Auch in anderen EU-Mitgliedsländern hören immer mehr LandwirtInnen auf oder machen den landwirtschaftlichen Beruf zum Nebenerwerb. Laut europäischem Statistikamt Eurostat gab es 2016 10,3 Millionen Betriebe und Betriebsleiter. Gegenüber dem Jahr 2013 ist dies ein Rückgang von gut 500.000 Betrieben und im Vergleich zum Jahr 2010 eine Abnahme um rund 2,0 Mio. Betriebe. Bei der Anhörung vor dem EU-Parlament sagte Wojciechowski: „In nur einem Jahrzehnt, von 2005 bis 2015, haben wir 4 Millionen landwirtschaftliche Betriebe in der EU verloren. Im Jahr 2005 betrug die Zahl der Höfe fast 15 Millionen. Ein Jahrzehnt später waren es weniger als 11 Millionen. Das bedeutet: Wir haben 400.000 Bauernhöfe pro Jahr verloren, mehr als 30.000 pro Monat und mehr als 1.000 pro Tag." Daher sei eine langfristige Vision für Europas Agrarpolitik notwendig. „Eine meiner ersten Maßnahmen wird darin bestehen, einen Bericht über den aktuellen Stand der europäischen Landwirtschaft in Auftrag zu geben. Es ist sehr wichtig, ein genaues Bild von der Situation zu haben", kündigte Wojciechowski an.
Agrarheute.com


Schlachthofmonitoring in Baden-Württemberg

Ein in Baden-Württemberg durchgeführtes Monitoring in 40 größeren Schlachthöfen hat kein offensichtliches Fehlverhalten im Umgang mit Schlachttieren zu Tage gefördert. Wie das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mitteilte, betraf der Großteil der Beanstandungen Dokumentations- und Eigenkontrollverpflichtungen. Diese Mängel sollen mittlerweile weitestgehend abgestellt sein. Das Monitoring in den Betrieben erfolgte auf Grund der im mittlerweile geschlossenen Schlachthof Tauberbischofsheim festgestellten Verstöße gegen den Tierschutz. Minister Peter Hauck (CDU) will mit den Schlachtbetrieben und Überwachungsbehörden im Rahmen eines Runden Tisches "Schlachthöfe" eine regelmäßige Kommunikation aufbauen. Dies soll parallel zu den ohnehin stattfindenden Kontrollen erfolgen. Aktuell werde zudem zur Unterstützung und unter Beteiligung der nachgeordneten Behörden ein Schulungsprogramm zur Kontrolle der betrieblichen Eigenkontrollen entwickelt. „Wir werden das Sonderprogramm zusätzlich zum regulären Schlachthof-Monitoring in regelmäßigen Abständen fortsetzen“, betonte der Minister. In dem jetzt durchgeführten Monitoring wurden Schlachtbetriebe kontrolliert, die wöchentlich mehr als 20 und jährlich mehr als 1.000 Großvieheinheiten bzw. jährlich mehr als 150.000 Stück Geflügel schlachten.
Ministerium für Ländlichen raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg


Registrierungspflicht gegen illegalen Welpenhandel

Das "Netzwerk Kennzeichnung und Registrierung" (K&R) fordert anlässlich des Welthundetages am 10. Oktober die Einführung einer Registrierung- und Kennzeichnungspflicht zur Bekämpfung des illegalen Welpenhandel, wie die Landesbeauftragte für den Tierschutz Baden-Württembergs berichtet. Dem Netzwerk gehören neben den Tierschutzbeauftragten der Bundesländer auch die Tierschutzorganisationen TASSO und Vier Pfoten sowie der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) an. In der Einführung einer solchen Pflicht wird eine wirksame Maßnahme gegen den illegalen Welpenhandel gsehen. Die Registrierungs- und Kennzeichnungspflicht sollte deshalb so schnell wie möglich für alle Hunde und Katzen in Deuschland eingeführt werden. Gemeinsam mit Finnland ist Deutschland hier im europäischen Vergleich das Schlusslicht. Die gravierenden Probleme, wie beispielsweise der illegale Welpenhandel, die stetige Zunahme von Straßenkatzen sowie überfüllte Tierheime können nur mit einer stringenten europaweit und national harmonisierten vollständigen Rückverfolgbarkeit von Tierhaltern und Heimtieren gelöst werden. „Noch immer gibt es in Europa verantwortungslose Züchter und Vermehrer, die Welpen unter grausamen Bedingungen produzieren, um sie dann möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Wir vom Netzwerk setzen uns deshalb für eine verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von allen Hunden ein, damit skrupellose Händler zukünftig identifiziert werden können und keine Möglichkeit mehr haben, den Strafverfolgungsbehörden zu entgehen. Tausenden von Welpen könnte damit ihr trauriges Schicksal erspart bleiben“, erklärt Dr. Julia Stubenbord, Landesbeauftragte für den Tierschutz, die Forderung. Das Netzwerk hat die Forderung bereits 2016 erhoben und aktualisiert dieseanlässlich des Welthundetages noch einmal. Nicht nur der Welpenhandel könnte damit besser kontrolliert werden. Auch unseriöse Zuchten könnten so besser überwacht und eingedämmt werden.
Landestierschutzbeautragte Baden Württemberg
Netzwerkun K&R


09.10.2019

Professorin Andrea Tipold wird mit Goldenem Hammer ausgezeichnet

Das European College of Veterinary Neurology (ECVN) hat die wissenschaftliche Leistung und den Einsatz für die tierärztliche Ausbildung von Frau Professorin Andrea Tipold von der Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover mit dem Goldenen Hammer ausgezeichnet. Der Malleus Aureus Award wurde ihr im September von Dr. Thomas Flegel, dem Präsidenten des ECVN überreicht. „Neben einer außerordentlichen Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen sowie nationalen und internationalen Präsentationen befasste sich die Preisträgerin intensiv mit der Ausbildung junger Neurologinnen und Neurologen. Sie betreute an der TiHo über 15 Diplomate-Anwärterinnen und Anwärter des ECVN und sieben an externen Institutionen. Andrea Tipold bietet regelmäßig postgraduale Lehrveranstaltung an und betreute zahlreiche Promotionsstudierende. Zudem unterrichtete sie tausende deutsche Tiermedizinstudierende“, sagte Professorin Dr. Andrea Fischer von der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München in ihrer Rede. Tipold studierte Veterinärmedizin in Wien und wurde anschließend Universitätsassistentin an der I. Medizinischen Klinik für Einhufer, Kleintiere und Geflügel an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und promovierte. Es folgten eine Postdoc- und später eine Assistentin-Stelle am Institut für Tierneurologie der Universität Bern. Hier absolvierte sie die Ausbildung zum Diplomate of the European College of Veterinary Neurology und habilitierte mit Arbeiten zur Meningoenzephalitis beim Hund. Nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt als Postdoc an der Universität von Pennsylvania in Philadelphia war sie als Wissenschaftlerin am Institut für Tierneurologie und an der Abteilung für Immunologie des Institutes für Veterinärvirologie der Universität Bern aktiv. Seit April 1999 ist Tipold Professorin für Neurologie an der Klinik für Kleintiere der TiHo. Der Goldene Hammer wird jährlich an herausragende Persönlichkeiten verliehen, die außergewöhnliche Beiträge auf dem Gebiet der Veterinärneurologie geleistet haben.


Massensterben von Bienen in Russland

In diesem Jahr scheint es in Russland zu einem massenhaften Verenden von Honigbienen zu kommen. Allein bis Ende Juli 2019 sind laut Angaben der Regierung schätzungsweise mehr als 39.600 Bienenvölker verendet. Russische Imker schätzen die Zahl dagegen noch höher ein. Die Ursachen für das große Sterben sind vielfältig. Ein Grund ist ein Befall der Völker mit der Varroamilbe, die zum Absterben der Brut führt. Russische Imker machen hingegen auch den Einsatz eines neuen Pestizids verantwortlich, das in diesem Jahr erstmals eingesetzt wurde. Diese Vermutung wird dadurch untermauert, dass das Bienensterben in den südlichen und zentralen Regionen Russlands besonders intensiv ausfällt. Diese Regionen verfügen über eine besonders intensive Landwirtschaft. Bei Myvetlearn.de können Tierärztinnen und Tierärzte noch bis zum Jahresende an einer Online-Fortbildung über Bienen, Bienenhaltung und ihre wichtigsten Erkrankungen sowie deren Bekämpfung teilnehmen. Diese Online-Fortbildung ist zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen geeignet.
Agrarheute.com
Bienen-Fortbildung bei Myvetlearn.de


Wie der Zahnabrieb beim Meerschweinchen funktioniert

Die Zähne von Säugetieren unterliegen einem ständigen Abrieb, obwohl der sie überziehende Zahnschmelz die Zähne eigentlich weitestgehend schützt. Wissenschaftler der Klinik für Zoo-, Heim- und Wildtiere der Universität Zürich haben sich jetzt näher mit den Zähnen und dem Zahnabrieb beim Meerschweinchen befasst. Denn beim Meerschweinchen sind die Zähne nicht vollständig mit Zahnschmelz überzogen. Es gibt sogenannte Schmelzleisten. Dazwischen liegt das Dentin - das Zahnbein frei. Um den Ablauf des Abriebs zu prüfen, wurden in einem Fütterungsversuch drei Meerschweinchengruppen mit unterschiedlichem Futter versorgt. Eine Gruppe erhielt Luzerne, eine normales Gras und eine Bambus. Dabei enthält Luzerne am wenigsten und Bambus am meisten sogenannter Blattsteinchen (Phytolithe), die für den Abrieb verantwortlich sind. Im Ergebnis zeigte sich, dass das Bambus den Zahnabrieb am meisten befördert. Zunächst wird das Dentin als weicheres Material abgerieben und dadurch werden die Rillen zwischen den Schmelzleisten tiefer. Dies führt letztlich dazu, dass dieses Material auch angegriffen wird. Die stärksten Veränderungen an den Zähnen zeigten dabei die Tiere aus der Bambusgruppe. Bambus zählt nicht zum normalen Futter des Meerschweinchens, allerdings ist es die Hauptnahrungsgrundlage des Pandas. Bei diesem ist der komplette Zahn mit Schmelz überzogen, so dass hier das Zahnbein vor dem Abrieb komplett geschützt ist.
Universität Zürich


08.10.2019

Schweinebestand in China wegen ASP bereits halbiert

In China hat sich der Schweinebestand aufgrund des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) inzwischen halbiert. Es wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet. Damit wird Schweinefleisch in China wieder zur Mangel- bzw. Luxusware, denn das immer kleiner werdende Angebot lässt die Preise in die Höhe schießen. Ende August 2019 lagen die Preise in China für Schweinefleisch durchschnittlich bei 35,12 Yuan pro Kilogramm. Das entspricht umgerechnet etwa 4,55 Euro/kg und einem Preisanstieg von 57 Prozent binnen eines Jahres.Dies gilt auch für andere asiatische Länder, die ebenfalls von der hoch ansteckenden Tierseuche betroffen sind, ebenso wie mehrere Länder in Ost- und Zentral-Europa. Aktuell grassiert die ASP in mehr als 50 Ländern weltweit.
Agrarheute.com


Freigehege für Kaninchen winterfest machen

Grundsätzlich können Kaninchen auch den Winter im Außengehege verbringen. Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) gibt Tipps, worauf dabei geachtet werden muss und wie jetzt bereits der kommende Sommer vorbereitet wird. Im Außengehege benötigen die Tiere im Sommer unbedingt einen schattigen Rückzugsplatz, um sich vor Sonne und Hitze zu schützen. Sträucher und Bäume sind ideale Schattenspender. Für viele Gehölze ist der Herbst die beste Pflanzzeit. Deshalb sollte man sich bereits jetzt beraten lassen, welche Pflanzen optimal sind. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Pflanzen für die Kaninchen nicht giftig sind, da sie diese gerne anknabbern. Auf Pflanzen wie Goldregen und Kirschlorbeer sollte deshalb grundsätzlich verzichtet werden. Gesunde Kaninchen haben kein Problem damit, den Winter im Außengehege zu verbringen. Allerdings müssen sie sich an die niedrigen Temperaturen langsam gewöhnen, damit sich ihr Fell entsprechend anpasst und wirklichen Schutz gegen niedrige Temperaturen bietet. Die Tiere benötigen zudem einen wetterfesten Bereich, in dem sie vor Regen, Wind und Schnee geschützt sind. Die Wände und das Dach des Stalls sollten zudem isoliert werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Dämmmaterial nicht von den Tieren gefressen werden kann. Zudem sollte der Stall keinen direkten Bodenkontakt besitzen und großzügig mit Einstreu, die möglichst saugfähig und isolierend ist, ausgestattet werden. Die Einstreu sollte stets trocken sein. Mehr über die Haltung von Kaninchen und anderen Heimtieren verrät auch ein eLearning-Kurs des Portals für TFAs www.tfa-fortbildung.de.
ZZF


Bisher virulenteste Listerien-Stämme entdeckt

Einem internationalen Wissenschaftlerteam ist es gelungen, die bisher virulentesten Stämme von Listeria monocytogenes zu identifizieren. Die Bakterien können sowohl Menschen als auch Tiere infizieren und sind daher als Erreger von Zoonosen von besonderer Bedeutung. Die hochvirulenten Erreger wurden als Ursache schwer verlaufender Erkrankungen bei Schafen in der chinesischen Provinz Jiangsu identifiziert. Die Forscher um das Institut für Medizinische Mikrobiologie der JLU Gießen entschlüsselten die Genomsequenz des Erregers. Dabei konnten sie feststellen, dass der Stamm die Virulenzmerkmale verschiedener hochpathogener Listeria-Arten, die entweder Tiere und/oder Menschen infizieren, in einem einzigen Stamm vereint. „Da es sich bei der Listeriose um eine durch Lebensmittel übertragene Infektion handelt, sind Maßnahmen zur Identifizierung solch hochvirulenter Stämme von großer Dringlichkeit“, so Prof. Dr. Trinad Chakraborty.
JLU Gießen


West-Nil-Virus bei Pferd in Bayern

Das West-Nil-Virus breitet sich auch in Deutschland immer weiter aus. Es wurde aktuell erstmals bei Pferd in Bayern nachgewiesen. Pferde waren bisher in diesem Jahr nur in Sachsen-Anhalt und Brandenburg betroffen. Das betroffene Tier aus Bayern stammt aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Darüber hinaus wurden auch weitere Fälle bei Pferden in Sachsen-Anhalt festgestellt. Zuletzt war der Landkreis Anhalt-Bitterfeld betroffen. Auch im Salzlandkreis soll ein Pferd betroffen sein. Dieser Fall ist bisher noch nicht im TierSeuchenInformationsSystem (TSIS) des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) gelistet.
TSIS
MDR


07.10.2019

Saustall für besseres Image in Münchner Innenstadt geplant

Um das Image der Landwirtschaft aufzubessern und die Kluft zwischen Stadt und Land zu verringern, soll mitten in München ein Schweinestall entstehen. Das Projekt „Saustall München“ ist Teil einer mit fünf Millionen Euro unterlegten Imagekampagne, wie die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) gegenüber der "Schwäbischen" mitteilte. Die Landwirte seien tief betroffen, dass sie permanent als Umweltverschmutzer, Tierquäler oder Subventionsschmarotzer dargestellt bzw. wahrgenommen würden. Der Saustall in der Stadt könne helfen, eine andere Wahrnehmung zu schaffen, indem der Verbraucher dort direkten Zugang zur Landwirtschaft habe. Es werde bereits nach einem passenden Grundstück gesucht.
Schwäbische


Erfassung von Antibiotika in der Schweiz ausgeweitet

Am 1. Oktober 2019 wurde die Erfassung der Antibiotikaanwendungen bei Tieren erweitert und umfasst nun auch die Angaben von Einzeltierbehandlungen und Abgabe auf Vorrat.Dazu wurde das in der Schweiz am 1. Januar 2019 in Betrieb genommene Informationssystem IS ABV erweitert. Die Eingaben müssen durch die Tierärzte erfolgen. Insgesamt soll mit dem System ein Überblick über den Verbrauch von Antibiotika in der Veterinärmedizin in der Schweiz im Rahmen der Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) gewonnen werden. Die Dokumentation der Behandlung von Tiergruppen in IS ABV erfolgt bereits seit dem 1. Januar diesen Jahres und wurde jetzt um die Eingabe von Einzeltierbehandlungen und Abgabe auf Vorrat erweitert, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) mitteilt. Um das System möglichst benutzerfreundlich zu gestalten, wurden Schnittstellen zu den meisten Praxisverwaltungsprogrammen geschaffen. Das BLV würdigt den Mehraufwand, den die Tierärztschaft durch diese zusätzlichen Aufgaben leistet und verweist darauf, dass damit ein weiterer Beitrag zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen umgesetzt wird.
BLV


Umfrage zu Klauenbädern

Wie zufrieden sind Landwirte mit den vorhandenen Klauenbädern? Dies will die Tierklinik für Klauentiere der FU Berlin mit einer Umfrage herausfinden. Die Umfrage wurde entwickelt, weil zahlreiche Landwirte Verunsicherung über die korrekte Anwendung von Klauenbädern und die rechtliche Situation geäußert hatten. Mit der Umfrage, die im Rahmen einer Dissertation durchgeführt wird, soll erstmals ein Überblick über die in Deutschland gängige Praxis gegeben werden.
Umfrage der FU Berlin


Wolfsprävention an Deichen erleichtert

Die Wolfsprävention an Deichen muss gegenüber anderer Schafhaltungen geänderten Regeln folgen. Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90 / Die Grünen) hat hierzu gemeinsam mit seinem niedersächsischen Kollegen Gespräche in Brüssel geführt. Die Deichschäferei kann nicht den gleichen Herdenschutz wie im Binnenland gewährleisten. In Brüssel folgte man der Auffassung der deutschen Minister. Deshalb können die Deichschäfer im Falle von Wolfsrissen Ausgleichszahlungen in gleicher Höhe wie die Binnenschäfer erhalten, müssen aber weniger Wolfsschutzzäune errichten. In den vom Land Schleswig-Holstein eingerichteten Wolfspräventionsgebieten müssen die Schäfer bestimmte Wolfsschutzzäune errichten, um in den Genuss von Ausgleichszahlungen im Schadensfall zu kommen. Von Beginn wurden die Regelungen für die Deichschäferei abgeschwächt, da auf den Deichen präventiver Herdenschutz mit bisher entwickelten Methoden nicht verhältnismäßig ist.
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein


04.10.2019

Leitfaden zur Transportfähigkeit von Rindern erschienen

Der Rindergesundheitsdienst Nordrhein-Westfalen (NRW), mehrere Landkreise in NRW und das Unternehmen Westfleisch haben einen Leitfaden zum Thema Transporttauglichkeit von Rindern entwickelt. Dieser steht jetzt zum Download auf der Webseite der Landwirtschaftskammer NRW. Der Leitfaden ist als Ampelsystem aufgebaut und reich bebildert, wodurch eine große Anwendbarkeit erreicht wird. Neben der Transportfähigkeit wird auch die Schlachtfähigkeit, also die Lebensmitteltauglichkeit der Rinder erklärt. Denn nicht schlachtfähige Tiere müssen ohnehin nicht zum Schlachthof transportiert werden.
Landwirtschaftskammer NRW


Hasenpest im Landkreis Freising

Im bayerischen Landkreis Freising wurden mehrere Fälle der Hasenpest bestätigt. Wie die Behörden mitteilen, wurde dies durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bestätigt. Die Erkrankung, die auch Tularämie genannt wird, wurde bei mehreren im Landkreis tot aufgefundenen Hasen nachgewiesen. Die Erkrankung ist bei engem Kontakt mit infizierten Tieren, deren Ausscheidungen und auch Kadavern auf den Menschen übertragbar. Dies erfolgt besonders beim Enthäuten oder Ausnehmen von erlegtem Wild, weshalb es sich in erster Linie um eine Berufskrankheit von Jägern handelt.
Landkreis Freising


Richtiger Umgang mit kranken Wildtieren

Die Bundestierärztekammer (BTK) gibt anlässlich des Welttierschutztages Hinweise, wie mit kranken Wildtieren richtig umgegangen wird. Bei vielen Menschen lösen scheinbar hilfsbedürftige Wildtiere Mitleid aus und das Bedürfnis zu helfen kommt auf. Die BTK verweist darauf, dass die Tiere jedoch nicht immer die Hilfe des Menschen benötigen. Hilfsbedürftig sind tatsächlich nur kranke oder verletzte Tiere sowie verwaiste Jungtiere. Ein Problem ist, dass die Tiere in die Obhut des Menschen gelangen, wenn ihnen geholfen wird. Dies bedeutet für die Tiere, die sonst in freier Wildbahn leben, bereits großen Stress. Zudem bedarf es bei der Haltung von Wildtieren einer großen Erfahrung. Eine Behandlung der Tiere macht nur dann Sinn, wenn die Tiere anschließend wieder ausgewildert werden können und die Aussicht besteht, dass sie dort erfolgreich am Reproduktionsgeschehen teilnehmen können. Findet man ein verletztes oder verwaistes Wildtier, sollte man sich zunächst darüber informieren, ob es in der Nähe eine Wildtierstation oder einen Tierschutzverein gibt, wo man sich mit der Haltung und Pflege von Wildtieren auskennt. Nicht jede Tierarztpraxis ist in der Lage, diese aufwendige Fürsorge zu leisten.
BTK


Eindämmung des illegalen Welpenhandles

Anlässlich dies Welttierschutztages am 4. Oktober fordert die Österreichische Tierärztekammer, dass endlich konsequente Maßnahmen gegen den illegalen Welpenhandel ergriffen werden. „Der illegale Handel mit Hundewelpen und Jungkatzen boomt. Trotz strenger Tierschutzgesetze, die wir in Österreich haben, stehen wir immer noch vor der großen Herausforderung, das daraus entstehende Tierleid endlich zu beenden“, sagt Mag. Kurt Frühwirth, Tierarzt und Präsident der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK). Obwohl seit der Novellierung des Tierschutzgesetzes in Österreich im Jahr 2017 nur noch registrierte Händler bzw. Züchter Tiere im Internet anbieten dürfen, kämen immer noch dubiose bzw. kriminelle Händler zum Zuge. Frühwirth meint weiter: „Wir Tierärzte können das Tierleid nicht länger mitansehen. Tagtäglich haben wir kranke Haustiere in unseren Ordinationen zu behandeln, die meist aus Osteuropa stammen und unter furchtbaren Bedingungen gezüchtet und gehalten wurden. Viele kommen krank nach Österreich und mussten bereits große Qualen über sich ergehen lassen.“ Ein besonderes Problem ist auch, dass diese Importtiere meist extreme Zuchtmerkmale aufweisen. Die Nachfrage nach kurznasigen Hunderassen führt dazu, dass vermehrt Tiere wie Möpse oder Französische Bulldoggen importiert werden. Diese Tiere haben oftmals auf Grund dieser Zuchtmerkmale bereits nach kurzer körperlicher Belastung Probleme und leiden dann unter Sauerstoffmangel. „Viele wissen noch zu wenig über die gesundheitlichen Folgen dieser Qualzuchten Bescheid, daher möchten wir Tierärzte an künftige TierbesitzerInnen appellieren, sich rechtzeitig vor dem Kauf ausreichend zu informieren. Die Herkunft und Rasse des zukünftigen Vierbeiners sind wichtig und Voraussetzung für eine stabile Tiergesundheit!“, so Frühwirth.
ots


02.10.2019

NRW will Tierschutz in Nutztierhaltung stärken

Nordrhein-Westfalen will den Tierschutz in der Nutztierhaltung stärken. Das zuständige Landwirtschaftsministerium hat dafür ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgelegt. „Wir wollen den Tierschutz insbesondere in der Nutztierhaltung weiter stärken und der Landwirtschaft helfen, strukturelle Veränderungen frühzeitig und erfolgreich zu gestalten", erläuterte Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). Die Ministerin verwies darauf, dass die Tierhalter vor großen Herausforderungen im Bereich der Dünge- und Kennzeichnungsregeln stehen. Auch Umwelt- und Klimaanforderungen sowie die Erwartungshaltung der Verbraucher spielen eine Rolle. „Hier müssen wir Veränderungen aktiv und vorausschauend gestalten. Dies ist das Ziel unserer zukunftsfähigen Nutztierhaltungsstrategie. Sie muss allen Dimensionen der Nachhaltigkeit gleichrangig gerecht werden - der ökonomischen, ökologischen und sozialen Komponente", sagte Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann. Als erstes will man im Bereich der Schweinehaltung die Entwicklung neuer, tiergerechter Stallkonzepte fördern. Dafür wurden für das kommende Jahr bereits zwei Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. Zudem soll eine Tiergesundheitsdatenbank eingerichtet werden. Hier sollen vorhandene Daten aus der Überwachung und von den Schlachthöfen zusammengeführt werden und so eine Art Frühwarnsystem zur Verbesserung der Tiergesundheit entwickelt werden. Auch will Nordrhein-Westfalen dem Beispiel anderer Bundesländer folgen und die Position des Landestierschutzbeauftragten einrichten. Ein weiterer Augenmerk liegt auf der Einrichtung der Videoüberwachung an Schlachthöfen. Solange bis es hier zu einer bundesweiten Regelung kommt, setzt man in NRW auf Freiwilligkeit und hat dazu mit allen relevanten Vertretern aus Wirtschaft und Überwachung eine entsprechende Vereinbarung geschlossen.
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen


Konjunkturumfrage für Freiberufler

Der Bundesverband Freier Berufe (BFB) ruft zur Teilnahme an der zwei Mal jährlich stattfindenden Konjunkturumfrage für Freiberufler auf, zu denen auch die Tierärzte gehören. Der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V (bpt) ist Mitglied im BFB. Aus der Umfrage will man hilfreiche Informationen für die politische Arbeit des Verbandes gewinnen, um so die Interessen der Freien Berufe bestmöglich vertreten zu können. Die aktuelle Umfrage setzt dabei einen Fokus, der auch für die Tiermedizin interessant ist. Es geht um die Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung und mögliche Unterschiede im ländlichen und urbanen Raum.
bpt
Konjunkturumfrage des BFB


Präbiotika für Pferde schaden mehr als sie nützen

Handesübliche Präbiotika helfen der Darmflora eher nicht und können sogar zu Entzündungen der Magenschleimhaut führen, wie aus einer aktuellen Untersuchung hervorgeht. Nach Untersuchungen von Wissenschaftlern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) werden die handelsüblichen Präparate teilweise bereits im Magen abgebaut und helfen so nicht, die Darmflora im Dickdarm zu stabilisieren, da sie dort gar nicht ankommen. Konkret wurde die Wirkung von Topinambur-Mehl untersucht. Sechs Tiere erhielten zusätzlich zum normalen Futter das Mehl. Dieses enthält hohe Mengen bestimmter Kohlenhydrate, so genannte Frukto-Oligosaccharide (FOS) und Inulin. Eine weitere Gruppe von sechs Pferden erhielt ein Placebo zum normalen Futter. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass die Präbiotika bereits im Magen fermentiert wurden. Dabei entstanden organische Säuren, die im Magen - anders als im Dickdarm - die Schleimhaut schädigen können. Die Forscher stellten zwar fest, dass die bakterielle Vielfalt über den gesamten Verdauungstrakt anstieg. Trotzdem hält man die Präbiotika in der vorliegenden Form eher für schädlich und fordert, die Präparate so weiterzuentwickeln, dass sie erst dort verarbeitet werden, wo sie auch wirken sollen.
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


01.10.2019

ASP in Ungarn auf dem Weg nach Westen

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Ungarn weiter nach Westen aus. Sie wurde erstmals in Kreis Budakeszi nachgewiesen, der westlich an die Hauptstadt Budapest grenzt. Soweit westlich wurde das Virus in Ungarn bisher nicht nachgewiesen. Betroffen sind nur Wildschweine. Hausschweine sind dort bisher nicht erkrankt. Die Tiere stammen aus einem umzäunten Jagdgebiet. Nachdem berichtet worden war, dass dort zuletzt vermehrt tote Wildschweine aufgefunden wurden, hatten die Behörden weitere Untersuchungen eingeleitet.
OIE


Welttierschutztag am 4. Oktober

Alljährlich am 4. Oktober wird der Welttierschutztag begangen. In jedem Jahr stellt der Deutsche Tierschutzbund ein Thema in den Mittelpunkt, um hierfür die Aufmerksamkeit zu stärken. In diesem Jahr lautet das Motto "Lieblingstier - Tierheimtier". Damit möchte der Tierschutzbund zeigen, dass die Übernahme eines Tieres aus einem Tierheim nicht nur bedeutet, einem Tier in Not zu helfen, sondern auch einen einzigartigen Freund zu finden. Jeder, der sich ein Tier wünscht, sollte zunächst ins Tierheim gehen und schauen, ob er von dort ein Tier übernehmen kann. Hier ist allerdings zu beachten, dass jedes Tier im Heim seine eigene Geschichte besitzt und nicht unbedingt in jeden Haushalt passt. Die Tierheimmitarbeiter wissen aber um diese Problematik und können entsprechend beraten. Zudem will der Deutsche Tierschutzbund am 4. Oktober auf die großartige Arbeit hinweisen, die in den 550 angeschlossenen Tierheimen geleistet wird. Jährlich werden dort rund 370.000 Tiere aufgenommen. Der Welttierschutztag geht auf die Initiative des Schriftstellers Heinrich Zimmermann zurück, der bereits 1924 die Einführung forderte. Erstmals begangen wurde der Tag dann in Deutschland am 4. Oktober 1925. Erst 1931 entschlossen sich auch internationale Gremien zur Einführung des Tages.
Deutscher Tierschutzbund e.V.


Kennzahlen zur Antibiotikaanwendung für das 1. Halbjahr 2019

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die bundesweiten Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit mit Antibiotika bei Masttieren für das 1. Halbjahr 2019 veröffentlicht. Dabei zeigen sich je nach Tierart unterschiedliche Entwicklungen gegenüber dem 2. Halbjahr 2018. Dabei werden zwei Zahlen ermittelt. Die Kennzahl 1 stellt jeweils den Median aller Betriebe dar und die Kennzahl 2 das 3. Quartil. Für die Mastkälber bis 8 Monate sank die Kennzahl 2 deutlich für diese Tierart von 3,147 auf 2,104. Die Kennzahl 1 wird hier nicht ermittelt. Beide Kennzahlen sanken für die Masthühner. Bei Mastputen stiegen beide Kennzahlen an. Für die Ferkel bis 30 Kilogramm sank die Kennzahl 1, während die Kennzahl 2 anstieg. Bei Mastschweinen über 30 Kilogramm war die Entwicklung entsprechend. Je nachdem, wo der Betrieb mit seiner Kennzahl liegt, ergeben sich verschiedene Konsequenzen. Liegt der Betrieb über der Kennzahl 1 muss der Tierhalter mit seinem Tierarzt den Antibiotikaeinsatz prüfen und Maßnahmen zur Reduktion entwickeln. Liegt der Betrieb über der Kennzahl 2 muss ein schriftlicher Maßnahmenplan erarbeitet und der zuständigen Behörde zur Prüfung vorgelegt werden.
BVL


30.09.2019

Verstärkte Geflügelforschung an der TiHo

Ab dem 1. Oktober gehört das WING neu zur Tierärztlichen Hochschule Hannover und wird so die Forschung im Bereich Geflügel stärken. WING steht dabei für „Wissenschaft und Innovation für nachhaltige Geflügelwirtschaft“. Das WING bestand auch vorher schon unter dem Namen "Wissenschafts- und Informationszentrum Nachhaltige Geflügelwirtschaft". Dadurch, dass sich das WING der TiHo anschließt, erhofft man sich insgesamt eine verbesserte Forschung im Bereich der Geflügelhaltung. Ziel ist es, selbst Innovationen zur Verbesserung des Tierwohls hervorzubringen. Das WING wird auch weiterhin vom Landesverband Niedersächsische Geflügelwirtschaft e.V. (NGW) finanziert. Für die Leitung des Instituts wird an der TiHo die Stiftungsprofessur für das Gebiet „Geflügelhaltung und -gesundheitsmanagement im globalen Kontext“ eingerichtet und vom NGW finanziert. Inhaltliche und wissenschaftliche Gestaltung der Professur liegen aber voll umfänglich in den Händen der TiHo.
TiHo Hannover


Übertragung resistenter Keime über die Waschmaschine

Wissenschaftler der Universität Bonn konnten zeigen, dass in einer Kinderklinik ein resistenter Keim über eine Waschmaschine auf Säuglinge übertragen wurde. Bei dem Keim handelte es sich um Klebsiella oxytoca, der in einer Kinderklinik in Deutschland wiederholt auf Säuglinge übertragen worden war. Bei der Suche nach der Infektionsquelle wurde das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH) des Universitätsklinikums Bonn zu Rate gezogen. Die Wissenschaftler konnten bei der Suche nach der Quelle den Keim im Spülfach und am Türgummi einer Waschmaschine nachweisen. Nachdem die Maschine außer Betrieb genommen wurde, konnten keine neuen Infektionen mehr nachgewiesen werden. Deshalb wurde gefolgert, dass die Waschmaschine die Infektionsquelle darstellte. Hier handelte es sich um einen Sonderfall. Denn üblicherweise werden in Kliniken spezielle Waschmaschinen mit hohen Temperaturen und Desinfektionsmaßnahmen eingesetzt. Die Säuglingskleidung in der betroffenen Klinik wurde dagegen in einer handelsüblichen Haushaltswaschmaschine gewaschen. Dies nehmen die Forscher zum Anlass, um auf ein mögliches Problem hinzuweisen. Grundsätzlich geht in Haushalten der Trend dahin, Wäsche bei niedrigeren Temperaturen zu waschen. Dies ist aus Umweltschutzgesichtspunkten zu begrüßen. Befinden sich aber bestimmte Risikopersonen im Haushalt, muss dies überdacht werden, da die Waschmaschine - wie in dem Fall der Kinderklinik gezeigt - zur Verbreitung resistenter Keime beitragen kann. Sofern pflegebedürftige, ältere Menschen mit offenen Wunden oder Blasenkathetern oder auch jüngere Menschen mit eiternden Verletzungen oder Infektionen im Haushalt leben, sollte die Wäsche bei höheren Temperaturen – zum Beispiel 60 Grad – gewaschen werden, um die Übertragung von gefährlichen Keimen zu vermeiden. In den Augen der Hygieniker ist dies eine wachsende Herausforderung, da die Zahl der in Familien versorgten Pflegebedürftigen ständig zunimmt.
Universität Bonn


Norwegen: Entspannung bei Durchfällen bei Hunden

In Norwegen scheint sich nach Angaben die Situation bezüglich der ungeklärten Todesfälle mit akuten Durchfällen bei Hunden etwas zu entspannen. Dies berichten die zuständigen Behörden. Demnach erreichen die Behörden aktuell weniger Berichte über Erkrankungen, weshalb der generelle Hinweis, dass der enge Kontakt zwischen Hunden vermieden werden sollte, zurückgenommen wurde. Zudem gehen die Behörden davon aus, dass nicht alle Krankheitsberichte miteinander in Zusammenhang stehen. Insgesamt sind rund 170 Fälle gemeldet worden. Bei Untersuchungen konnte bei mehr als 50 Hunden das Bakterium Providencia alcalifaciens nachgewiesen werden. Allerdings wurde das Virus auch bei einigen gesunden Hunden nachgewiesen. Um die mögliche Ursache für die Häufung der Krankheitsfälle zu klären, haben die Behörden einige Untersuchungen und Analysen durchgeführt. So geht man aktuell davon aus, dass es sich nicht um einen sehr ansteckenden Erreger handelt, da in den meisten Haltungen mit mehreren Hunden nur ein Hund erkrankte. Zudem geht man eher von einem multifaktoriellen Geschehen und nicht einem einzigen Erreger als Ursache aus.
Promedmail


Haustiere weiter gegen Tollwut impfen

Auch wenn in Deutschland die Tollwut als getilgt gilt, sollten Haustiere weiter gegen das Virus geimpft werden, wie das LUARheinland-Pfalz mitteilt. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) ruft anlässlich des Welt-Tollwuttages, der am 28. September begangen wurde, dazu auf, weiter wachsam zu bleiben. Deutschland ist seit 2008 frei von der Tollwut. Weltweit stellt die Erkrankung aber weiterhin ein großes Problem dar. Jährlich sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 59.000 Menschen an der Erkrankung. Das LUA sieht die weitere Aufmerksamkeit als besonders wichtig an, um eine erneute Einschleppung der Erkrankung nach Deutschland möglichst zu verhindern bzw. frühzeitig zu erkennen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören u.a. die Impfung von Hunden und Katzen sowie ein landesweites Monitoringprogramm bei Wildtieren. Jäger sind demnach verpflichtet, regelmäßig sogenannte Indikatortiere wie Füchse, Marderhunde und Waschbären an das LUA zu schicken. Bei Indikatortieren handelt es sich um verendete sowie kranke, verhaltensgestörte, abgekommene oder sonst auffällige erlegte wildlebende Füchse, Marderhunde und Waschbären. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden bereits 277 Tiere an das LUA geschickt. Für Haustiere gilt, dass bei Reisen innerhalb der EU eine im EU-Heimtierpass dokumentierte Tollwutimpfung Pflicht ist. Besondere Vorsicht ist beim Kauf von Welpen aus europäischen Nachbarländern geboten. Diese Tiere dürfen legal erst ab der 15. Lebenswoche eingeführt werden, da eine Tollwutimpfung erst ab einem Alter von 12 Wochen möglich ist.
LUA Rheinland-Pfalz


Landeswettbewerb Tierschutz in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg wurde der Landeswettbewerb Tierschutz für Schülerinnen und Schüler gestartet. Der Wettbewerb wird erneut vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und dem Kultusministerium des Landes ausgeschrieben und steht unter dem Motto "Schülerinnen und Schüler machen sich für Tiere stark". „Tiere spielen in unserem Leben eine bedeutende Rolle, sei es als Haustiere oder auch in der Landwirtschaft. Jeder Einzelne kann durch verantwortungsbewusstes Handeln im Umgang mit Tieren dazu beitragen, dass es ihnen gut geht. Mit dem Landeswettbewerb Tierschutz wollen wir das Engagement unserer Schüler in Baden-Württemberg im Bereich Tierschutz in den Mittelpunkt stellen. Die Themen sind frei wählbar, es können zum Beispiel Arbeiten und Projekte zur Haltung und Pflege von Heimtieren, Tierpatenschaften oder gemeinsame Aktionen mit Tierschutzvereinen eingereicht werden. Wichtig ist, dass der klassische Tierschutz dabei im Fokus steht", sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich des Starts des Landeswettbewerbs Tierschutz, der 2020 bereits zum elften Mal stattfindet. Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre von den Ministerien ausgeschrieben. Teilnehmen können Schüler der Klassenstufen vier bis zehn. Dabei kann das Thema frei gewählt werden. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass der klassische Tierschutz dabei im Zentrum der Arbeit steht. Bewerbungen können noch bis April 2020 eingereicht werden.
MLR Baden-Württemberg


27.09.2019

Preis der Tiergesundheit geht an Betrieb in Sachsen

Die Gewinner des „Preis der Tiergesundheit“ der MSD Tiergesundheit 2019 stehen fest. Die feierliche Preisverleihung fand am 21.09.19 fand in Berlin statt. Der Gewinner, die Agrargenossenschaft e.G. Cunnersdorf, kommt aus Glashütte-Luchau in Sachsen. Der Betrieb investiert vor allem in die Kälbergesundheit durch die Sicherstellung der Erstkolostrumversorgung. „Kälbergesundheit ist uns wichtig! Es macht nicht nur mehr Spaß, mit gesunden Tieren zu arbeiten, nur aus gesunden Kälbern erwachsen auch gesunde Milchkühe“, erklärt der Betriebsleiter Jan Köhler und freut sich über das Preisgeld von 30.000 Euro. Ebenfalls freuen konnte sich das Ehepaar Rohwer aus Schleswig-Holstein, das ebenfalls für ihre hervorragende Kälberhaltung ausgezeichnet wurde. „Frau Rohwer war z.B. eine der Pionierinnen bei der Einführung der ad libidum-Tränke und nutzt seitdem jede Gelegenheit, bei Berufskollegen, Beratern, Studenten hierfür vehement zu kämpfen. Neben einer extrem guten Hygiene sowie einer genial einfachen Dokumentation des Tränkeverhaltens lässt sie nichts unversucht, was ihren Kälbern ein angenehmes Leben bereitet, angefangen mit einer ganz intensiven Tränke bis hin zum Spielzeug. Für Frau Rohwer sind ihre Kälber letztlich wie kleine Kinder und genauso kümmert sie sich um diese.“, erklärt Frau Prof. Dr. Katrin Mahlkow-Nerge, Professorin für Tierernährung an der Fachhochschule Kiel und Mitglied der Jury. Familie Rohwer erhält ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro. 3. Gewinnerin ist Christine Löb aus Reupelsdorf vom Betrieb Hugo Löb aus Bayern. „Auf diesem Betrieb steht das Zusammenspiel von Tier, Mensch und Natur eindeutig im Mittelpunkt. Die Aufzucht von gesunden und leistungsbereiten, langlebigen Kühen setzt die Betriebsleiterin Christine Löb durch ihre langjährige Erfahrung und außergewöhnliche Begeisterung für das ‚Rind‘ sehr engagiert und kreativ mit einem klar strukturierten Konzept erfolgreich um." Den Preis der Tiergesundheit wird es auch 2020 geben. Dann steht das Schwein im Fokus.
MSD Tiergesundheit
Pressemitteilung des Unternehmens


Mücke überträgt WNV auf Person in Sachsen

Erstmals ist das West-Nil-Virus (WNV) in Deutschland durch eine Mücke auf einen Menschen übertragen worden. Die betroffene Person aus Sachsen war an einer Gehirnentzündung erkrankt. „Das Risiko weiterer Fälle nimmt derzeit ab, da die Zahl der Mücken im Herbst zurückgeht. In den kommenden Sommern müssen wir jedoch mit weiteren West-Nil-Virus-Infektionen rechnen“, sagt Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI). Infektionen beim Menschen verlaufen zu ca. 80 % ohne Symptome, bei knapp 20 % mit meist milder und unspezifischer Symptomatik wie Fieber oder Hautausschlag. Nur bei unter 1 % aller Betroffenen – in der Regel bei Älteren mit Vorerkrankungen – kommt es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder seltener zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), die tödlich enden kann. Impfstoffe oder eine spezifische Therapie für Menschen gibt es bislang nicht. Das ursprünglich aus Afrika stammende Virus ist durch Zugvögel und Stechmücken in nördlichere Regionen gelangt und kann dort während der Mückensaison verbreitet werden. 2018 und 2019 haben Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und des BNITM mehr als 70 an WNV-Infektionen verendete Wild- und Zoo-Vögel in Deutschland festgestellt (Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg), besonders betroffen ist Ostdeutschland. „In diesem Jahr sind vermehrt auch Pferde betroffen, weshalb die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin am FLI Pferdebesitzern in betroffenen Gebieten empfiehlt, ihre Tiere impfen zu lassen“, erläutert Martin Groschup, Leiter des Instituts für Neue und Neuartige Tierseuchenerreger am FLI.
FLI


Tönnies investiert 500 Millionen in Schlachthof in China

Das Unternehmen Tönnies plant ein Schlacht- und Zerlegezentrum in der Region Sichuan in China für rund 500 Millionen Euro. Damit setzt das Untermehmen seine Strategie der Internationalisierung konsequent um. Das Schlacht- und Zerlegezentrum soll anfänglich für zwei Millionen Schweine konzipiert und mit der Zeit auf sechs Millionen Schweine ausgeweitet werden. „Die Nachfrage nach Schweinefleisch in China und vielen weiteren asiatischen Ländern ist groß und wird in den kommenden Jahrzehnten weiter wachsen“, sagt Clemens Tönnies, geschäftsführender Gesellschafter der Tönnies Holding. Gleichzeitig möchte das Unternehmen die aktuelle Aufbruchsstimmung in China aufgrund der Umstrukturierung durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) nutzen und Qualitätsfleisch für den chinesischen Markt erzeugen. Der chinesische Lebensmittelmarkt ist aktuell im Umbruch. Durch die ASP wurden in Teilen des Landes die Bestände gekeult. Kleinstbetriebe und Hinterhofhaltungen werden nun ersetzt durch landwirtschaftliche Betriebe mit entsprechenden Biosicherheitsstandards.
Tönnies


Steckbrief zum Nipah Virus

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat einen Steckbrief zum Nipah Virus (NiV) veröffentlicht, das schwer verlaufende Erkrankungen bei Mensch und Schwein auslösen kann. Zudem wurde das Virus in seltenen Fällen bei Hunden, Katzen, Wiederkäuern oder Pferden nachgewiesen. Die ersten NiV-Ausbrüche bei Schweinen wurden 1998/99 in Malaysia und Singapur beschrieben. Das Virus wurde von Flughunden über Ausscheidungen oder infizierte Früchte auf die Schweine übertragen. In Bangladesch und Indien treten seit der Jahrtausendwende jährlich wiederkehrend Infektionen beim Menschen auf. Hier wurden auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen beschrieben. Schweine spielen bei diesen Ausbrüchen offenbar keine Rolle. Über die genannten Gebiete hinaus hat bisher offenbar keine Verbreitung stattgefunden. Für Ausbrüche beim Menschen lag die Mortalitätsrate jeweils bei rund 40 Prozent und höher. Weder für Mensch noch für das Tier stehen ein geeigneter Impfstoff oder eine wirksame Therapie zur Verfügung. Der Steckbrief steht auf den Internetseiten des FLI zum Download zur Verfügung.
FLI


Grüne fordern Colistinverbot in Geflügelhaltung

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen fordert den Verbot des Einsatzes des Antibiotikums Colistin in der Geflügelhaltung. Neben dem Verbot von Colistin sollen der Einsatz aller weiteren sogenannten Reserveantibiotika möglichst umgehend verboten werden. Die Bundestagsfraktion hat einen entsprechenden Antrag in den Bundestag eingebracht. Die Grünen verweisen in dem Antrag darauf, dass laut der EU-Vorschriften der Einsatz von Reserveantibiotika ab spätestens 2022 ohnehin untersagt werden muss. Man hält dies für zu spät und fordert daher ein umgehendes Verbot. Zudem sollen die Haltungssysteme in Deutschland so umgebaut werden, dass die Gesundheit der Tiere auch ohne den Einsatz von Antibiotika gewährleistet ist. Zudem müsse die Hochleistungszucht zugunsten einer Zucht auf robuste und vitale Zweinutzungsrassen umgestellt werden.
Deutscher Bundestag


26.09.2019

Forscher stellen IPCC-Bericht zum Klimawandel vor

Wie es tatsächlich um den Einfluss des Klimawandels auf Meeres- und Eisregionen steht, haben internationale Wissenschaftler im Auftrag des Weltklimarates IPCC untersucht. Die Ergebnisse sind alarmierend. „Die Eisfelder in Grönland und der Antarktis verlieren immer schneller an Masse", weiß die Klimaforscherin und Mitautorin für Fragen der Eisvorkommen Valérie Masson-Delmotte zu berichten und prognostizierte: „Während des 20. Jahrhunderts ist der weltweite Meeresspiegel um etwa 15 Zentimeter gestiegen. Aktuell steigt er doppelt so schnell. Und die Geschwindigkeit wird zunehmen." Für den IPCC-Bericht, an dem mehr als 100 international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Autoren beteiligt waren, wurden fast 7000 wissenschaftliche Studien und Publikationen ausgewertet und zehntausende Kommentare von Wissenschaftlern eingearbeitet.Um die steigenden Temperaturen auszugleichen, haben die Weltmeere CO2 und Hitze wie ein Schwamm aufgefangen, aber das könne nicht so weiter gehen. „Ein Ozean, der wärmer und saurer wird und Sauerstoff verliert, hat Auswirkungen - auf das Meeresleben, seine Ausbreitung und Produktivität. Das hat das weltweite Fischfangpotenzial bereits reduziert", folgerte Hans-Otto Pörtner, Meeresbiologe in Bremerhaven und Mitautor für Auswirkungen des Klimawandels auf die Weltmeere. Die Botschaft ist eindeutig: „Dieser neue Sonderbericht hebt die Dringlichkeit heraus, schnelle ambitionierte und abgestimmte Maßnahmen gegen umfangreiche und dauerhafte Veränderungen der Meer- und Eisgebiete zu ergreifen", sagte Debora Roberts, ebenfalls Mitautorin des Berichts, der bewusst auch als Handlungsempfehlung für Regierungen und Politiker gedacht sein soll. Denn der einzige Ausweg aus dem klimatischen Teufelskreis, schlussfolgern die Wissenschaftler, liege in einer schnellen und drastischen Reduzierung der Treibhausgase.
Tagesschau


Virushemmer sollen ASP bekämpfen

Bis ein Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) entwickelt und erfolgreich getestet wird, können noch einige Jahre vergehen, denn der Erreger der Tierseuche ist sehr komplex, Infektionswege und Immunologie werfen noch viele Fragen auf. Ein Team bestehend aus ForscherInnen aus Belgien und Großbritannien arbeiten zur Zeit an einem anderen Weg der ASP-Bekämpfung - einem Virushemmer, der das Wachstum und die Vermehrung des Seuchenerregers bremsen soll. Wie die belgische Tageszeitung „De Tijd“ gerade berichtet hat, konnten bereits acht mögliche Virushemmer identifiziert werden. Noch untersuchen die WissenschaftlerInnen, welche Stoffe wirksam und gegen welche Virusstämme sie einsetzbar sind. Schon im nächsten Jahr könnten die ersten Tests beginnen. Das chinesische Ministerium für Landwirtschaft kämpft derweil gegen den Einsatz von illegalen - selbst hergestellten oder geschmuggelten - ASP-Impfstoffen, die immer häufiger in dem Land auftauchen. Von diesen Impfstoffen gehe ein unvorhersehbares Risiko für die Biosicherheit aus. Die Vakzinen könnten daher sogar zu einer noch schnelleren Verbreitung des Virus beitragen, wie Topagrar berichtet.
Topagrar


25.09.2019

Umfrage zu Impfentscheidungen von Hundebesitzern

Durch eine Online-Umfrage möchte der Fachbereich Tiermedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen erfahren, wie und warum Hundebesitzer und -züchter ihre Hunde impfen lassen oder eben nicht. Hier soll die tierärztliche Meinung und Erfahrung mit einfließen. Die Daten werden anonymisiert erhoben und nicht an Dritte weitergeleitet. Die Beantwortung der Fragen dauert ca. 10 Minuten.
Zur Online-Umfrage


Aujeszky erstmals in Finnland nachgewiesen

Die Aujeskysche Krankheit ist erstmals in Finnland nachgewiesen worden, wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mitteilt. Demnach wurde ein erlegtes Wildschwein positiv getestet. Dieser Fund hat keine Auswirkungen auf den Status von Finnland in Bezug auf die Erkrankung. Das Land gilt weiterhin als frei von der Aujeszkschen Krankheit. In Deutschland wurde die Erkrankung laut Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) zuletzt im Februar vergangenen Jahres bei einem Wildschwein in Baden-Württemberg nachgewiesen.
OIE


NRW verbietet Langstreckentransporte auf bestimmten Routen

Nordrhein-Westfalen untersagt bis auf Weiteres die Abfertigung von bestimmten Langstreckentiertransporten durch die Russische Förderation. Wie das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen mitteilt, liegen Berichte vor, dass u.a. auf den Routen nach Usbekistan und Kasachstan die Tiere nicht tierschutzgerecht versorgt werden können. Deshalb wurden die zuständigen Kreisbehörden angewiesen, entsprechende Transporte zunächst nicht zu genehmigen. Erst wenn der Antragsteller plausibel erklären kann, dass auf der gesamten Reiseroute entsprechende Versorge- und Entladestationen vorhanden sind, können solche Transporte wieder genehmigt werden. Nordrhein-Westfalen will das Thema Tiertransporte auch bei der Agrarministerkonferenz in dieser Woche in den Fokus rücken. Insbesondere will man erreichen, dass künftig bei hohen Außentemperaturen die Transportzeiten auch zum Schlachthof deutlich verkürzt werden.
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen


Verschärfte Regelungen zu Tiertransporten bei Hitze

Tiertransporte bei mehr als 30 Grad, die laut EU-Verordnung untersagt sind, sollen zukünftig als Ordnungswidrigkeit eingestuft und mit einem Bußgeld geahndet werden. Dies kündigte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) an. Die entsprechend notwendige Änderung der Tiertschutz-Transportverordnung wurde den Bundesländern bereits zur Stellungsnahme vorgelegt. Hintergrund der Verschärfung sind Auswertungen aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium von genehmigten Transporten aus Deutschland über die bulgarisch-türkische Grenze im Juli und August 2017 sowie im Juli 2018. Von den insgesamt 210 Transporten wurden 184 bei Temperaturen von über 30 Grad und 26 bei Temperaturen von 30 oder weniger Grad durchgeführt. Klöckner verwies zudem darauf, dass es weh tun müsse, wenn Regeln nicht eingehalten würden. Deshalb sollen künftig empfindliche Bußgelder fällig werden. Zudem laufe aktuell der Aufbau einer Datenbank über die Transportrouten.
BMEL


24.09.2019

Igeln beim Überwintern helfen

Igel stehen unter Naturschutz, sind aber dennoch bedroht, da der Mensch ihnen ihren natürlichen Lebensraum immer mehr streitig macht. Inzwischen ist er häufig in Siedlungsbereichen anzutreffen auf der Suche nach Futter und einem Unterschlupf für seinen Winterschlaf. „Wer den stacheligen Besuchern etwas Gutes tun will, kann seinen Garten igelfreundlich gestalten und die Tiere bei der Futtersuche unterstützen“, sagt Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin und Wildtierexpertin bei TIERART. Denn die Fettpolster, die sich die Tiere bis zum Herbst angefressen haben, dienen als Energiereserven während des Winterschlafs. Geeignetes Igelfutter im Herbst ist Nassfutter für Katzen oder Hunde. Wichtig ist zudem, dass die Futterstelle vor Katzen geschützt ist, beispielsweise in einem Igelfutterhaus mit verwinkeltem Eingang, und sauber gehalten wird, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. Außerdem sollten Laub- oder Reisighaufen im Garten belassen werden, damit sich die Tiere Überwinterungsquartiere anlegen können. Das Verbrennen von aufgehäuften Ästen kann zur tödlichen Falle für Igel werden, die sich darunter versteckt halten. Auch der Einsatz von Laubsaugern, Mährobotern oder Motorsensen im hohen Gras und unter Sträuchern kann schlimme Folgen für Igel haben. Wildtier- und Igelstationen berichteten immer häufiger von Igeln mit tiefen Schnittwunden, abgetrennten Gliedmaßen oder Schnauzen, wenn sie beispielsweise von weggeblasenen Gegenständen beim Laubblasen getroffen werden. Da Igel dämmerungs- und nachtaktive Tiere sind, sollte man aufmerken, wenn ein Igel tagsüber ziellos herumläuft oder apathisch wirkt. „Solche Tiere haben ohne Hilfe keine Chance, den Winter zu überstehen und gehören in fachkundige Hände, um entsprechend behandelt und ggf. über den Winter in menschlicher Obhut untergebracht werden zu können“, so die Diplom-Biologin. Erste Anlaufstelle, kranke Igel abzugeben, sind Tierarztpraxen oder Igelauffangstationen. Da Igel keine gewöhnlichen Patienten in der Tierarztpraxis sind, bietet Myvetlearn.de Tierärztinnen und Tierärzten eine Online-Fortbildung über den Europäischen Braunbrustigel an.
Vier Pfoten.de
Online-Fortbildung: Der Igel als Patient in der Kleintierpraxis
Pro Igel e.V.


Hessischer Tierschutzschulpreis 2019 verliehen

Der diesjährige Hessische Tierschutzschulpreis wurde in der vergangenen Woche an zwei Schulen verliehen. Der insgesamt mit 7000 Euro dotierte Preis ging zum einen an das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium für einen Filmbeitrag, der sich mit den Möglichkeiten von Jugendlichen, sich für ein besseres Verhältnis zwischen Mensch und Tier stark zu machen, beschäftigt. Zum anderen wurde die Limesschule in Idstein für unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema Tierschutz ausgezeichnet. Während die jüngeren SchülerInnen Brettspiele zum Thema biologische und konventionelle Tierhaltung gestaltet haben, setzte sich die ältere Schülerschaft mit der Kritik an Zoos auseinander. Einen Sonderpreis erhielt zudem ein einzelner Schüler für seine Abschlussarbeit, in der er die Tierhaltung in einem Biobetrieb mit der konventionellen Haltung verglichen hat. „Tierschutz geht uns alle an: Denn die meisten Menschen konsumieren tierische Produkte und können Einfluss darauf nehmen, wie Tiere in der Landwirtschaft gehalten werden. Für den Schutz und Respekt vor Tieren wollen wir schon Kinder und Jugendliche sensibilisieren“, sagte Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser bei der offiziellen Preisübergabe.
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


LAVES: Neubau in Hannover in Betrieb genommen

Am vergangenen Mittwoch (18.9.2019) wurde nach zweieinhalbjähriger Bauzeit das neue Laborgebäude des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Hannover feierlich eingeweiht. „Wir haben erneut ein Zeichen gesetzt, um die hohe Bedeutung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes in Niedersachsen zu sichern. Die neue Sektionshalle mit Laborräumen kann sich mit modernsten Einrichtungen in Deutschland messen“, erläuterte Rainer Beckedorf, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Auf einer Gesamtfläche von rund 250 Quadratmetern wurden Sektionshalle, Labor- und Technikräume, Kühlzellen und Umkleideräume auf hohen Sicherheits- und Technikstandards geschaffen. „Damit können wir das gestiegene Niveau für den Arbeitsschutz sowie die wissenschaftliche und labortechnische Arbeit erfüllen“, sagt Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des LAVES. Durch die Einrichtung von drei flexiblen Obduktionsplätzen kann nun an vier Plätzen gleichzeitig untersucht werden. „Gerade im Spannungsfeld Tierschutz ist es von außerordentlicher Bedeutung, dass wir uns das gesamte Tier ansehen, um Verletzungen und Krankheitsverläufe besser beurteilen zu können und uns eben nicht nur einen Teil des Tieres anschauen“, erklärt Institutsleiterin Dr. Brigitte Thoms mit Blick auf die neue Schwerlastkrananlage, mit der Großtiere bis zu 1,6 Tonnen gehoben werden können. Nun können auch Wildschweine, bei denen mit einem Gewicht von weit über hundert Kilo gerechnet werden muss, zur Untersuchung nach Hannover angeliefert werden.
LAVES


NRW plant kürzere Transportzeiten bei Hitze

Nordrhein-Westfalens Agrarministerin Ursula Heinen-Esser hat die zahlreichen negativen Berichte über schlechte Bedingungen bei Nutztiertransporten zum Anlass genommen, die Tiere während ihres Transports innerhalb Deutschlands besser zu schützen, wie Topagrar mitteilt. Wie die Ministerin gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) sagte, sollen die Fahrtzeiten deutlich gesenkt werden, wenn die Temperaturen 30 Grad und mehr erreichen und die Fahrzeuge nicht gekühlt werden können. Auf die genaue Stundenzahl wollte sich Heinen-Esser noch nicht festlegen. Schon jetzt gelten Beschränkungen für Langstreckentransporte.
Topagrar


Erfolgreiche Wiederansiedelung des Auerhuhns

Das Auerhuhn, das um 1990 in Deutschland als ausgestorben galt, konnte innerhalb der letzten Jahre in Brandenburg wieder erfolgreich angesiedelt werden. Nachdem vor gut 20 Jahren nur noch eine Henne in der Rochauer Heide heimisch war, leben dort und im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft inzwischen mehr als 120 Tiere, wie die Lausitzer Rundschau berichtet. Der Nachweis der Tiere erfolgt über Ringe, einige wenige tragen noch Sender – vor allem aber über die Genetik. Dazu wurde jedem einst freigelassenen Tier eine Feder entnommen. Jede in freier Wildbahn aufgefundene Feder wird zudem katalogisiert und genetisch untersucht. In den brandenburgischen Gebieten finden die charakteristischen Hühnervögel die idealen Bedingungen wie abwechselnde dichte Gebüsch- und Waldbestände sowie offene Flächen dazwischen. Die durch die Stürme der letzten zwei Jahre umgestürzten Bäume haben zusätzlichen sandigen Boden freigelegt, die die Tiere als sogenannte „Huderstellen“ nutzen. Da sich das Ausbrüten der Eier, die Aufzucht in Volieren und das anschließende Auswildern als nicht erfolgreich erwiesen hatte, bekam das Wiederansiedlungsprojekt 2012 Unterstützung aus Schweden, wo jährlich 60 Tiere entnommen werden dürfen, um in Brandenburg angesiedelt zu werden.
Lausitzer Rundschau


23.09.2019

Aktion zur Kastration von Straßenkatzen

In Schleswig-Holstein können vom 19. Oktober bis zum 17. November 2019 Straßenkatzen beim Tierarzt kastriert werden. Das Angebot richtet sich an Tierschutzvereine und andere Überbringer von freilebenden Katzen. Ziel der Aktion ist es, das Katzenleid zu verringern. Die Kosten für diese Aktion werden vom Land getragen. Abgerechnet werden diese über die Tierärztekammer Schleswig-Holstein, die als Verwalterin des für diese Aktion eingerichteten Fonds eingesetzt wurde: 25 Euro durch eine Spende (Honorarverzicht) der durchführenden Tierärztin bzw. des durchführenden Tierarztes, die Restkosten von 59 Euro bzw. 115 Euro - je nachdem, ob es sich um einen Kater oder eine weibliche Katze handelt - werden über diesen Fonds finanziert. Für die Kastration muss ein dafür vorbereiteter Vordruck ausgefüllt und unterschrieben werden. Private Halterinnen und Halter von Katzen werden außerdem aufgerufen, ihre Katzen in eigener Verantwortung zur Kastration zu bringen.
Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein
Liste der teilnehmenden Gemeinden


Blauzungenkrankheit in der Schweiz

In der Schweiz ist der erste Fall der Baluzungenkrankheit in diesem jahr nachgewiesen worden, wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mitteilt. Zuletzt war die Blauzungenkrankheit mit einem Virus vom Serotyp 8 (BTV-8) im Dezember vergangenen Jahres in der Schweiz nachgewiesen worden. Festgestellt wurde das Virus bei einem Bullen aus dem Kanton Bern, der verkauft werden sollte und deshalb verschiedenen Untersuchungen unterzogen wurde. Das Tier war klinisch gesund und zeigte keinerlei Anzeichen einer möglichen Erkrankung. In Deutschland wurde das Virus zuletzt im April bei einem Kalb aus Baden-Württemberg nachgewiesen.
OIE


Forscher ahmen Echoortung des Schweinswals nach

WissenschaftlerInnen der chinesischen Xiamen University und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ein System entwickelt, das die Echoortung des Schweinswals imitiert. Das neue Sonar strahlt präzise ausgerichtete Signale aus, die von Hindernissen im Wasser reflektiert werden, wie Pressetext schreibt. Genau wie beim Biosonar des Schweinswals werden Unterwassergeräusche durch andere Lebewesen ausgeblendet. Als Basis dienen computertomografische Aufnahmen und Messungen der Schallgeschwindigkeit im Wasser. Mit diesem neuen Sonarsystem sei die Entwicklung anderer bioinspirierter Technologien möglich. Zukünftig könnte dieses neue Sonarsystem auch der Medizin dienen, beispielsweise zur besseren Sichtbarkeit von inneren Organen.
Pressetext


20.09.2019

Bundesrat legt Vollnarkose in die Hände von Laien

Und der heutige Tag wird für den Tierschutz noch schwärzer. Nun hat der Bundesrat entgegen der Empfehlungen der Tierärzteschaft entschieden, dass LandwirtInnen zukünftig eigenhändig Ferkel mit Isofluran in Vollnarkose versetzen und kastrieren dürfen. „Bund und Länder legen sich auf ein Verfahren fest, das Ökonomie vor Tierwohl stellt. Es wird weiterhin auf die mit Tierleid verbundene Kastration gesetzt, statt auf erprobte, tierfreundliche Alternativen. Viel wichtiger wäre, dass die Bundesregierung jetzt den Weg frei macht für die Ebermast mit Impfung gegen Ebergeruch", erklärte Rüdiger Jürgensen, Country Director von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten.
Agrarheute.com
Vier Pfoten


Bundesrat lehnt verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung ab

Für den Tierschutz und das Tierwohl ist dies heute ein schwarzer Tag. Und auch der Verbraucherschutz kann nicht gerade jubilieren. So hat sich der Bundesrat am Freitag gegen die Einführung transparenter Informationen zu Haltung und Herkunft tierischer Produkte entschieden. Das bedeutet, der Verbraucher kann auch nicht in Zukunft nachvollziehen, woher beispielsweise das Hühnchenfleisch in seinem Thai-Curry stammt oder das Rindfleisch im Corned Beef. Damit haben der Bundesrat und damit die Regierung erneut die Chance zur nachhaltigen Verbesserung in der Nutztierhaltung vertan, kritisiert die Tierschutzorganisation Vier Pfoten.
Vier Pfoten


Antibiotikaresistenzen in Schwellenländern massiv

Antibiotikaresistenzen nehmen in den Schwellenländern massiv zu. Das konnten Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) in Zusammenarbeit mit der Princeton University und der Freien Universität Brüssel anhand zahlreicher Daten zu Resistenzen bei den Krankheitserregern Salmonella, E. Coli, Campylobacter, Staphylococcus aureus aus Süd- und Mittelamerika, Afrika und Asien zeigen. Die Ergebnisse lassen sich auf einer interaktiven Karte unter resistancebank.org einsehen. Demnach sind Tiere im Nordosten Chinas, in Teilen Indiens und des südlichen Brasiliens sowie des Iran und der Türkei am stärksten von Antibiotikaresistenzen betroffen. Ein Grund für den Anstieg der Resistenzen sehen die Forscher in der starken Zunahme des Fleischkonsums und somit der Tierhaltung in den entsprechenden Ländern. Häufig werden zu hohe Besatzdichten und mangelnde Hygienemaßnahmen durch ungelenkten Antibiotikaeinsatz ausgeglichen. Die Kontrolle von zu hohem und inadäquatem Einsatz von Antibiotika kann vor Ort häufig nicht geleistet werden. ETH-Forscher Thomas Van Boeckel bemerkt, dass Antibiotika-Resistenzen ein globales Problem seien und es nicht ausreiche, in Industrieländern die Resistenzentwicklung zu bremsen: "Es ergibt keinen Sinn, mit beträchtlichem Aufwand auf der einen Seite der Erde Antibiotikaresistenzen einzudämmen zu versuchen, während sie auf der anderen Seite massiv steigen." Ein Problem bei der Erstellung der Datenbank seien teilweise löchrige Daten in beispielsweise Südamerika gewesen. Die Datenbank soll stetig ergänzt werden und bietet dafür die Möglichkeit für Selbsteintragungen von Tiermediziner und Behörden aus den Regionen auf resistancebank.org.
ETH Zürich
Resistance bank
Vetmab - Antibiotikaminimierung in der Nutztierhaltung


Steckbrief zur Beschälseuche erschienen

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat einen Steckbrief mit aktuellen Informationen zur Beschälseuche der Pferde herausgebracht. Die anzeigepflichtige Tierseuche wird durch einen einzelligen Parasiten Trypanosoma equiperdum hervorgerufen und wird ausschließlich beim Deckakt übertragen. Deutschland ist seit vielen Jahrzehnten frei von der Erkrankung, die sich in Fieber,Ödemen an den Genitalien, dem Euter und der Haut äußert. Bewegungsstörungen durch Nervenlähmungen sowie Abmagerung können ebenfalls auftreten. In Süd(ost)Europa, Teilen des Nahen und Mittleren Ostens, Afrikas, Südamerikas und Asiens kommt die Seuche vermutlich vor. Pferde und Equiden sind typischer Weise empfänglich, Hunde und Labornager konnten infiziert werden. Das Krankheitsbild variiert stark zwischen tödlichem und latentem Verlauf.
FLI Steckbrief


Japan will Schweinepest mit Impfungen eindämmen

Das japanische Landwirtschaftsministerium hat eine Impfstrategie zur Eindämmung der Klassischen Schweinepest (KSP) entworfen. Die Tierseuche war im Herbst vergangenen Jahres in Japan nachgewiesen worden. Insgesamt wurden fast 1.000 Ausbrüche registriert. Die meisten erfolgten bei Wildschweinen, aber auch mehr als 40 landwirtschaftliche Betriebe waren bisher betroffen. Mit der neuen Impfstrategie, mit der Hausschweine geschützt werden sollen, hofft man die Verbreitung des Virus in bisher nicht betroffene Regionen zu verhindern.
Promedmail