Tausende Bauern protestieren in Berlin

Am heutigen Dienstag werden in Berlin rund 10.000 Bauern aus dem gesamten Bundesgebiet mit mehr als 5.000 Traktoren zu einer erneuten Großkundgebung gegen das geplante Agrarpaket der Regierung erwartet. Unter anderem geht es gegen dieschärferen Düngevorschriften, das Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund „Mercosur“ und Verunglimpfung von Bauern, das sogenannte Bauern-Bashing. „Landwirtschaft in Deutschland braucht Unterstützung und eine Zukunftsperspektive ohne Überregulierung und Verbotspolitik. Notwendig ist eine grundlegende Überarbeitung des Aktionsprogramms Insektenschutz. Es ist nicht die Frage, ob wir Insektenschutz machen, sondern nur wie: Kooperativer Naturschutz muss der Weg sein. Das heißt Landwirte, Politik und Gesellschaft müssen gemeinsam Lösungen finden, wie sich Natur- und Artenschutz weiter verbessern lassen, unter Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe. Wir wollen den Dialog und wir benötigen konkrete, praxistaugliche Ergebnisse“, fassen Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Eberhart Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd und Umweltbeauftragter des DBV, die Forderungen zusammen. Unterstützung erhalten die Landwirteunter anderem von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die auf mehr Wertschätzung für deren Arbeit hofft: „Pauschale Vorwürfe sind oft und schnell zur Hand – von Ackergiften, von Tierquälern, von Umweltverschmutzern ist die Rede“, sagte die Ministerin gegenüber dem Tagesspiegel. Doch auch Gegner der Proteste meldeten sich zu Wort: Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert von der Landwirtschaft mehr Engagement gegen die Nitratbelastung im Grundwasser. „Anstatt Demonstrationen zu organisieren, sollten die Landwirte sich lieber konstruktiv in die Lösung des Problems einbringen“, erklärte der BDEW. Die Bundesregierung müsse den EU-Nitratgrenzwert von 50 Milligramm pro Liter im Grundwasser national festschreiben, um Strafzahlungen und Düngeverbote zu vermeiden.
DBV
Merkur