7 wichtige Fakten über Kryptosporidien

FAKT 1:
HOCH KONTAGIÖS

Für eine Infektion reichen 10 – 100 Oozysten aus.1 Andere Studien2 beziffern die infektiöse Dosis auf 17 Oozysten.
Ein an Kryptosporidiose erkranktes Kalb scheidet bis zu 10.000.000 Oozysten pro Gramm Kot aus.3,4 Ein erkranktes Kalb kann im schlimmsten Falle bis zu 1 Mio. weitere Kälbern infizieren.

FAKT 2:
ÜBER 90% DER BETRIEBE BETROFFEN

Studien aus Deutschland haben gezeigt, dass in
fast jedem Betrieb Kryptosporidien nachgewiesen werden.5 Sie gehören damit zu den häufigsten Durchfallerregern bei Kälbern.

FAKT 3:
SOFORT ANSTECKEND

Die Oozysten sind sofort nach der Ausscheidung infektiös. Sie benötigen keinen Zwischenwirt oder haben Entwicklungsstadien außerhalb der Wirte (wie z. B. Würmer, Kokzidien).

FAKT 4:
HOHE MORTALITÄT

Bis zu 35% der Kälber sterben im ersten Lebensmonat an Kryptosporidien.6 Vor allem, wenn weitere Durchfallerreger wie Rota- oder Coronaviren bzw. E. coli beteiligt sind, steigt die Gefahr schwererer Verläufe.5

FAKT 5:
KOSTEN GELD

Erkrankte Tiere haben ein reduziertes Wachstum7, was auch noch nach 6 Monaten messbar ist.8
Durchfallerkrankungen im Kälberalter haben negative Effekte auf die Milchleistung
(-325 kg 305-Tage-Leistung9).
Die Kosten einer Kryptosporidiose werden auf 195€ pro aufgezogene Färse beziffert.10

FAKT 6:
SEHR WIDERSTANDSFÄHIG

Die Oozysten sind stabil gegenüber vielen Desinfektionsmitteln. Bei der Desinfektion muss daher unbedingt darauf geachtet werden, dass das Mittel gegen Kryptosporidien wirkt. Siehe DVG-
Desinfektionsmitteliste.

Durch ihre dicke Hülle können Oozyten auch Temperaturen bis -22°C11 oder bis 60°C12 überstehen und somit lange in der Umwelt überleben und infektiös bleiben13.

FAKT 7:
ZOONOSE

C. parvum kann nicht nur Rinder befallen. Auch beim Menschen können Erkrankungen hervorgerufen werden. Während bei Personen mit einem guten Immunsystem die Infektion oftmals ohne Symptome abläuft, können bei immungeschwächten Menschen schwere wässrige Durchfälle mit hohen Flüssigkeitsverlusten, Bauchschmerzen, Übelkeit, Fieber und Gewichtsverlusten auftreten.

WIE KANN ICH MICH UND MEINE KÄLBER GEGEN KRYPTOSPORIDIEN SCHÜTZEN?

Um Ihre Kälber vor kryptosporidienbedingtem Durchfall zu schützen, gibt es zwei wichtige Ansatzpunkte:

Hygienemaßnahmen:

Gute Hygienemaßnahmen sind extrem wichtig. Vor allem die schnelle und einfache Ausbreitung der Kryptosporidien in Ihrem Betrieb muss verhindert werden.

Anbei ein paar Tipps:

  • Reihenfolge der Kälberbetreuung beachten:
    – Immer zuerst die gesunden Kälber versorgen und zum Schluss die kranken Kälber.
    – Ein Wechsel der Arbeitskleidung dazwischen ist dringend anzuraten.
  • Infizierte Kälber schnell von gesunden Kälbern trennen
  • Reinigung und Desinfektion von Stallungen und Geräten (Gummistiefel, Mistgabeln, etc.) Hierzu sollten speziell zugelassene Desinfektionsmittel verwendet werden.
    (DVG-Desinfektionsmittelliste)

Muttertierimpfung:

Die gezielte Muttertierimpfung gegen Kryptosporidien kann die Folgen einer Kryptosporidieninfektion bei Kälbern vermindern. Durch die sogenannte passive Immunisierung der Kälber erhalten sie über das Kolostrum des Muttertieres die entsprechenden Antikörper.

  • Zur Grundimmunisierung sind zwei Impfungen im Abstand von vier bis fünf Wochen nötig
  • Die letzte Impfung sollte spätestens drei Wochen vor dem errechneten Abkalbetermin sein
  • Bei den folgenden Trächtigkeiten ist eine einmalige Auffrischungsimpfung in einem Zeitraum von 12 bis 3 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ausreichend
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Wichtige Fakten:

  • Schnelle und ausreichende Kolostrumversorgung der Kälber nach der Geburt ist wichtig.
  • Diese Erstversorgung ist die „Lebensversicherung“ des Kalbes.
    Nur so können die wertvollen Antikörper aus dem Kolostrum vom Kalb ins Blut aufgenommen werden.
  • Gabe von Transitmilch (auch Übergangsmilch genannt) von geimpften Muttertiere in den darauffolgenden 4 Tagen.
    Hier kann die Milch der Frischmelkergruppe genutzt werden. Voraussetzung: alle Tiere, deren Milch in diesen Pool kommt, müssen mit dem Muttertierimpfstoff gegen Kryptosporidien geimpft sein.
  • Lokale Immunität im Darm durch die in der Transitmilch enthaltenen Antikörper. Das heißt, die Antikörper heften sich an die Kryptosporidien und verhindern so ein Anheften der Kryptosporidien an die Darmzellen.
  • Weitere Vorteile der Transitmilchgabe:
    Wachstumsfaktoren, Immunzellen und andere bioaktive Substanzen in der Transitmilch führen zu:
    – Weniger Erkrankungen in der Tränkephase14,15
    – Höheren täglichen Zunahmen14
    – Längeren Darmzotteln und damit einer größeren Darmoberfläche 16,17

Prophylaxe ist besser als Behandlung.
Frage deine Tierarztpraxis nach dem
Muttertierimpfstoff gegen Kryptosporidien

Sie möchten Ihre Kälberaufzucht weiterentwickeln? Mit der Checkliste von MSD Tiergesundheit können Sie Ihre Abläufe strukturieren, erfassen und Verbesserungspotenziale sichtbar machen.

IMPF-ERFOLGSGESCHICHTEN AUS DER PRAXIS

Tierarztpraxis „Hinter den Höfen“
Dr. Hendrick Müller

„Besonders der Impfstoff gegen Kryptosporidiose bei Kälbern ist aus meiner Sicht ein absoluter Meilenstein“

Ort: Schimberg, OT Ershausen
Bundesland: Thüringen

„Wir setzen seit vielen Jahren Impfstoffe und Medikamente von MSD Tiergesundheit in unser Praxis ein. Ob lang bewährte oder innovativ und neu – auf die Produkte von MSD Tiergesundheit ist immer Verlass. Der Kryptosporidiose Impfstoff bringt unsere Rinderbetriebe weiter voran und verbessert die Kälbergesundheit sowie Aufzuchtleistungen. Ich bin gespannt, was in den nächsten Jahren bei MSD Tiergesundheit weiter erforscht wird und welche Innovationen neu auf den Markt kommen werden.“


Tierarztpraxis Valtin & Winkler

„Vorbeugen ist besser als heilen!“

Ort: Plauen 
Bundesland: Sachsen

„Wir setzen in unserer Gemeinschaftspraxis seit vielen Jahren die Muttertierimpfung von MSD Tiergesundheit gegen Rotaviren, Corona und E. coli ein. Durchfallerkrankungen bei Kälbern werden deutlich reduziert und damit auch der Aufwand für Betreuung und Behandlung“


Tierarztpraxis „Westheim“
Maja Roslavlev

„Seit wir mit dem Kryptosporidien-Impfstoff arbeiten, haben wir deutlich weniger Medikamenteneinsatz bei den Kälbern“

Tierärztin: Maja Roslavlev
Ort: Biebelried, OT Westheim
Bundesland: Bayern

„Es kommt immer wieder vor, dass sich Landwirte von der Rota-Corona-Coli Impfung der Muttertiere verabschieden, aber nach kurzer Zeit wieder damit anfangen, weil sich der Gesundheitsstatus der neugeborenen Kälber deutlich verschlechtert“


Matthias Stoffel – Landwirt

„Happy wife – happy life! Dank der Mutterschutzimpfung hat meine Frau Freude daran, unsere gesunden Kälber zu versorgen!“

Ort: Herschberg
Bundesland: Rheinland-Pfalz

„Mit der Grippeimpfung minimiere ich unvorhergesehene Krankheitsfälle, um die ich mich kümmern müsste. Damit verbessert sie die Arbeitsorganisation und es spart letztlich Arbeitszeit“

STUDIEN

NEUE STUDIENERGEBNISSE18 AUS FRANKREICH:

Eine Umfrage in Frankreich mit 276 Kälbern zeigt:

Mit der Muttertierimpfung gegen Kryptosporidien kann die Anzahl der Kälber, die an Durchfall gestorben sind sowie die Anzahl der Kälber, die wegen Durchfall behandelt wurden, deutlich reduziert werden!
Es nahmen 10 Betriebe an der Umfrage teil. 6 Milchvieh- und 4 Mutterkuhbetriebe. Im Beobachtungszeitraum wurden 276 Kälber geboren. In allen Betrieben wurde die Anzahl der Kälber, die wegen Durchfall behandelt wurden mindestens um 70% reduziert. Die Anzahl der Kälber, die aufgrund von Durchfall verstorben sind, wurde deutlich reduziert. 


Fazit: Impfungen lohnen sich!
Durch die Muttertierimpfung und einem guten Kolostrummanagement können Sie Ihre wertvolle Nachzucht vom ersten Tag an gegen einer der Hauptursachen von Kälbersterblichkeit schützen!

Fragen Sie in Ihrer Tierarztpraxis!


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INFO-BROSCHÜRE KRYPTOSPORIDIEN

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FAQS MUTTERTIERIMPFUNG

Kälberdurchfall durch Kryptosporidien beim Kalb

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Nahaufnahme eines braunen Kalbes mit gelben Ohrmarken (Nummer 286) im Stall.

Referenzen

  1. Iben (2004): Allein oder im Kombination für Durchfälle verantwortlich. Kryptosporidien im Kälberstall. Großtierpraxis
  2. Zambriski et al. (2013): Cryptosporidium parvum: Determination of ID50and thedose–response relationship in experimentally challengeddairy calves. Vet. Parasitol.
  3. Mehlhorn et al. (1993): Diagnose und Therapie der Parasitosen von haus-, Nutz- und Heimtieren. 2. Auflage, Gustav Fischer Verlag, ISBN 3-437-30706-1
  4. Uga et al. (2000): Prevalence of Cryptosporidium parvum infection and pattern of oocyst sheeding in calves in Japan. Vet. Parasitol.
  5. Göhring et al. (2014): Untersuchungen zur Häufigkeit von Cryptosporidium parvum bei Durchfallkälbern und der Einfluss von Koinfektionen auf das Krankheitsgeschehen. Tierärztl. Umschau
  6. Singh et al. (2006): Prevalence of Cryptosporidium parvum infection in Punjab (India) and its association with diarrhea in neonatal dairy calves. Vet. Parasitol.
  7. Klein et al. (2008): Effect of Cryptosporidium parvum infection on the absorptive capacity and paracellular permeability of the small intestine in neonatal calves. Vet. Parasitol.
  8. Shaw et al. (2020): Long-term production effects of clinical cryptospordiosis in neonatal calves. Int. J. Parasotiol.
  9. Abuelo et al. (2021): Effect of preweaning disease on the reproductive performance and first-lactation milk production of heifers in a large dairy herd. J. Dairy Sci.
  10. Burger (2024): Cost assessment of cryptosporidiosis on a typical Dutch dairy farm. MSc. Thesis, Wageningen University and Research.
  11. Robertson et al. (1992): Survival of Cryptosporidium parvum Oocysts under Various Environmental Pressures. Appl. Environ. Microbiol.
  12. Fayer (1994): Effect of high temperature on infectivity of Cryptosoridium parvum oocysts in water. Appl. Environ. Microbiol.
  13. Collock et al. (2006): ESurvival of Cryptosporidium parvum Oocysts in Calf Housing Facilitiers in the New York City Watersheds. J. Environ. Qual.
  14. Kargar et al. (2020): Extended colostrum feeding for 2 weeks improves growth performance and reduces the susceptibility to diarrhea and pneumonia in neonatal Holstein dairy calves.  J. Dairy Sci.
  15. Berge et al. (2009): Evaluation of the effects of oral colostrum supplementation during the first fourteen days on the health and performance of preweaned calves. J. Dairy Sci. 92
  16. Pyo et al. (2019): Feeding colostrum or a 1:1 colostrum: milk mixture for 3 days postnatal increases small intestinal development and minimally influences plasma glucagon-like peptide-2 and serum insulin-like growth factor-1 concentrations in Holstein bull calves. J. Dairy Sci.
  17. Bühler et al. (1998): Small Intestinal Morphology in Eight-Day-Old Calves Fed Colostrum for Different Durations or Only Milk Replacer and Treated with Long-R3-Insulin-Like Growth Factor I and Growth Hormone. J. Anim. Sci.
  18. Bourel et al. 2025: Enquête suite à la mise en place d’une vaccination contre la cryptosporidiose dans des élevages bovins laitiers et allaitants, EUROPEAN BUIATRIC CONGRES Nantes, 14.-16.5.2025