Eine Gruppe von Fleckvieh-Kälbern mit gelben Ohrmarken in einem Stall mit Stroh, rechts oben ein goldenes Siegel „Initiative Qualitätskalb

Qualitätskälber müssen proper sein –
Wir helfen Ihnen dabei: mit der Kälber-Checkliste von MSD Tiergesundheit.

Schier & glatt oder proper? Was bedeutet das?
Ein properes Qualitätskalb ist ein gesundes, gut entwickeltes, kräftiges und altersgemäß wachsendes Kalb

WARUM PROPERE QUALITÄTSKÄLBER SO WICHTIG SIND:

Propere Qualitätskälber sind mehr als nur „schön anzusehen“!

Sie sind die Grundlage einer leistungsstarken, gesunden und langlebigen Herde. Bereits in den ersten Lebenswochen werden entscheidende Weichen gestellt – für Wachstum, Widerstandsfähigkeit und die spätere Milch- oder Fleischleistung. Ein Kalb, das kräftig, gut versorgt und frei von Entwicklungsdefiziten startet, kann sein genetisches Potenzial deutlich besser ausschöpfen.

Propere Qualitätskälber haben:

  • Stärkere Immunabwehr

    Weniger Krankheitsfälle, geringere Behandlungskosten und eine bessere Überlebensrate.
  • Optimale Entwicklung des Eutergewebes

    Speziell bei Färsen entscheidet die frühe Entwicklung darüber, wie viele Milchbildungszellen später zur Verfügung stehen – ein direkter Einfluss auf die spätere Milchleistung.
  • Zeitgerechte, problemlose Belegung

    Gesunde, gut entwickelte Tiere erreichen zeitgerecht die nötige Körperkondition für die erste Besamung.
  • Bessere Lebensleistung

    Von Anfang an optimal aufgezogene Tiere sind langlebiger, stabiler und bringen im Verlauf ihres Lebens mehr Leistung.

Merkmale eines properen Qualitätskalbes:

Für mehr Informationen zu den einzelnen Merkmalen eines properen Kalbes, klicken Sie auf die grünen Kästchen

2. GLÄNZENDES FELL
3. GUTE KÖRPERKONDITION
2. GLÄNZENDES FELL
1. NORMALE ATMUNG
3. GUTE KÖRPERKONDITION
4. LEBHAFTES VERHALTEN
5. TROCKENE NASEN- UND AUGENBEREICHE

„Schritt für Schritt zum properen Qualitätskalb“

Sie haben es in der Hand – hier zeigen wir Ihnen, wie Sie durch gutes Management das Aufwachsen Ihrer properen Kälber unterstützten.

Informieren Sie sich hier detailliert zu den einzelnen Phasen:

Trächtigkeit

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Wichtige Einflussfaktoren auf die spätere Gesundheit des Kalbes sind:


1. Fütterung im letzten Trächtigkeitsdrittel

Die richtige Kondition der Kuh ist entscheidend.
Optimaler BCS (Body Condition Score):
Holstein-Friesian: 3,25 – 3,75
Fleckvieh: 3,75 – 4,25
Optimale Versorgung: Stellen Sie eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen sicher.

2. Hitzestress vermeiden 
Hitzestress hat negative Auswirkungen auf das ungeborene Kalb und die spätere Laktation.
Kritischer Bereich: Bereits ab 20-21 Grad Celsius bei hoher Luftfeuchtigkeit. 
Maßnahmen: Sorgen Sie für ausreichend Schatten, Wasser und Belüftung.
Die THI-Tabelle (Temperatur-Luftfeuchtigkeits-Index-Tabelle) zeigt, ab welcher Kombination aus Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit Hitzestress bei Nutztieren, vor allem bei Milchkühen, entsteht.
Sie hilft, die Belastung für die Tiere im Stall einzuschätzen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

3. Sozialen Stress reduzieren
Rangordnungskämpfe und Überbelegung beeinträchtigen die Futteraufnahme und das Immunsystem.
Maßnahmen: Vermeiden Sie häufiges Umstallen und sorgen Sie für ausreichend Platz.


4. Gesundheit & Immunstatus der Kuh
Nur eine gesunde Kuh kann ein gesundes Kalb zur Welt bringen.
Hygiene: Achten Sie auf die Sauberkeit der Kühe, insbesondere im Trockenstand.
Der Hygiene-Score wird genutzt, um die Stallhygiene, das Liegeboxenmanagement und das Risiko für Euterentzündungen (Mastitis) vor der Kalbung zu überwachen. 
Impfungen: Der gezielte Einsatz von Muttertierimpfungen ist wichtig und sinnvoll.

Geburts- & Kolostrum-Management

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Die Phase rund um die Geburt inklusive Kolostrummanagement entscheidet maßgeblich über die Gesundheit und Entwicklung des Kalbes in den ersten Lebenstagen.

Wichtige Erfolgsfaktoren:
• eine stressarme Geburt
• konsequentes Kolostrum-Management
• schnelle, ausreichende Versorgung

Wer hier sauber arbeitet, legt den Grundstein für gesunde, leistungsfähige Tiere.

Geburtsmanagement und Abkalbebox:

Eine gute Geburtsüberwachung, fachgerechte Geburtshilfe und konsequente Hygiene tragen wesentlich zur Gesundheit von Kuh und Kalb bei.

Eine optimal vorbereitete Abkalbebox sollte:
• sauber und trocken sein
• ausreichend Platz bieten
• regelmäßig gereinigt werden
• Stress für Kuh und Kalb minimieren

Geburtshilfliche Eingriffe sollten nur dann erfolgen, wenn sie tatsächlich notwendig sind, um den natürlichen Geburtsverlauf nicht zu beeinträchtigen.
Weiterführende Informationen finden Sie im DLG-Merkblatt 374 „Geburt des Kalbes“.

Bedeutung und Qualität der Kolostrumversorgung:

Kälber werden ohne ausreichenden Immunschutz geboren. Deshalb sind sie darauf angewiesen, möglichst schnell hochwertiges Kolostrum aufzunehmen.

Kolostrum (Biestmilch) liefert:

•Antikörper für die passive Immunisierung
• Energie und wichtige Nährstoffe
• Bioaktive Inhaltsstoffe für Wachstum und Entwicklung

Die Qualität des Kolostrums lässt sich einfach mit einem Brix-Refraktometer überprüfen. Hier geht es zum passenden Video zur Kolostrumbewertung.

Die Qualität kann von Tier zu Tier deutlich variieren. Einflussfaktoren sind unter anderem:

• Fütterung der Kuh
• Dauer der Trockenstehzeit
• Hygiene bei Gewinnung und Lagerung
• Gesundheitsstatus des Muttertieres

Zusätzlich können Muttertierimpfungen im letzten Trächtigkeitsdrittel den Antikörpergehalt des Kolostrums erhöhen.

Die 5 Q des guten Kolostrum Managements
Quantityso viel wie möglich3 – 4 Liter (ca. 10 % des Geburtsgewichts)
Quicknessso schnell wie möglichinnerhalb der ersten 2 Lebensstunden
Qualityso viele Antikörper wie möglich>50 g IgG/l Kolostrum
> 22 % Brix
Quite cleanauf Sauberkeit achtenkonsequente Melk- und Tränkehygiene
QuantificationErfolg im Blut des Kalbes messenz.B. Serumwerte
>10 g IgG/l Serum
> 8,1 % Brix11

Nur wenn alle fünf Punkte erfüllt sind, ist die Kolostrumversorgung optimal.
Weitere Praxistipps bietet das Kolostrum-Merkblatt.

Zusätzlicher Nutzen von Kolostrum und Transitmilch

Die Verfütterung von Kolostrum und Transitmilch über mehrere Tage kann weitere positive Effekte haben:

• Weniger Erkrankungen
• Höhere tägliche Zunahmen
• Bessere Darmentwicklung
• Stärkere Immunabwehr im Darm

Eine gute Kälbergesundheit beginnt bereits vor und während der Geburt. Mit einer sauberen Abkalbeumgebung und einem konsequenten Kolostrum-Management lassen sich wichtige Voraussetzungen für gesunde und leistungsfähige Tiere schaffen.

Tränkephase bis Absetzen

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Gute Kälberaufzucht = früh richtig füttern + konsequent sauber arbeiten + Stress vermeiden

Das bringt:
• weniger Durchfall & Atemwegserkrankungen
• höhere tägliche Zunahmen
• bessere Entwicklung → leistungsstarke Kühe

Wer die folgenden fünf Punkte konsequent umsetzt, schafft die besten Voraussetzungen für gesunde und leistungsfähige Kälber.

1. Tränkephase richtig managen

Transitmilch nutzen (erste 3–5 Tage)
Sie unterstützt das Immunsystem, fördert das Wachstum und kann das Krankheitsrisiko senken.

Auf die Milchqualität achten
Nutze hochwertige Milchaustauscher mit hohem Magermilchanteil oder pasteurisierte Vollmilch. Milch von antibiotisch behandelten Kühen sollte nicht verfüttert werden.

Ausreichend Milch anbieten
In den ersten Lebenswochen benötigen Kälber etwa 20 % ihres Körpergewichts pro Tag. Ziel sind tägliche Zunahmen von mindestens 800 g.

💡 Praxis-Tipp:
Etwas mehr Milch zahlt sich häufig aus. Eine optimale Nährstoffversorgung unterstützt die spätere Leistungsfähigkeit des Tieres (metabolische Programmierung).

2. Wasser und Festfutter früh anbieten

Wasser ab dem ersten Lebenstag

Frisches Wasser fördert:
• die Futteraufnahme
• die Verdauung
• die täglichen Zunahmen

Richtwert: mindestens 10 % des Körpergewichts pro Tag

Festfutter früh anbieten
Heu und Kälberstarter fördern die Entwicklung des Pansens. Ab der dritten Lebenswoche steigt die Aufnahme deutlich an.

💡 Praxis-Tipp:
Wasser immer im Eimer anbieten. Nur so gelangt es direkt in den Pansen und unterstützt dessen Entwicklung.

3. Absetzen: Timing entscheidet

Der Zeitpunkt des Absetzens beeinflusst Gesundheit und Wachstum erheblich.

Wichtige Grundsätze
• Frühestens ab der 12. Lebenswoche absetzen
• Milchmenge schrittweise reduzieren
• Erst absetzen, wenn das Kalb mindestens 2 kg Festfutter pro Tag aufnimmt

💡 Praxis-Tipp:
Nicht das Alter, sondern die Festfutteraufnahme sollte über das Absetzen entscheiden.

Wichtig:
Während des Absetzens zusätzlichen Stress vermeiden. Umstallen, Impfen oder andere Belastungen sollten möglichst nicht gleichzeitig erfolgen.

4. Hygiene = weniger Krankheiten

Eine gute Hygiene reduziert den Infektionsdruck und beugt Erkrankungen vor.
Täglich mit heißem Wasser und Reinigungsmittel reinigen:
• Nuckel
• Tränkeeimer
• Futter- und Wasserschalen

Hierbei ist es wichtig, heißes Wasser mit Reinigungsmittel zu verwenden (per Hand oder auch maschinell). Nuckel sollten regelmäßig ausgetauscht werden.

5. Haltung und Stallklima

Gesunde Kälber brauchen eine tiergerechte Umgebung.
Darauf achten:

Gruppengröße begrenzen
Maximal etwa 10 Kälber pro Gruppe.

Altersunterschiede gering halten
Nicht mehr als 14 Tage Unterschied innerhalb einer Gruppe.

Ausreichend Platz anbieten
Richtwert: mindestens 1,5 m² pro Kalb (abhängig vom Gewicht).

Rein-Raus-System nutzen
Dies reduziert den Infektionsdruck innerhalb der Gruppe.

Witterungsschutz sicherstellen
• Zugluft vermeiden
• Im Sommer Schatten bereitstellen, besonders bei Iglus
• Im Winter für ausreichend trockene Einstreu sorgen

💡 Praxis-Tipp:
Ein Nesting Score 3 ist optimal: Das Kalb liegt sichtbar „im Stroh“ und profitiert von einem guten Wärmeschutz (Nesting Score ansehen).

Absetzen bis Besamung

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1. Wachstum sichern – Leistungspotenzial erhalten

Nach dem Absetzen sollte das Wachstum ohne Leistungseinbruch weitergehen.

Darauf kommt es an:
Beim Absetzen sollten die Tiere bereits mindestens 2 kg Festfutter pro Tag aufnehmen.
Angestrebte tägliche Zunahmen: bis zum 8. Lebensmonat: ca. 850 g/Tag danach: max. 750 g/Tag
Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie, Mineralstoffen und Spurenelementen sicherstellen.

Nutzen:
Eine intensive Ernährung in den ersten Lebensmonaten fördert die spätere Milchleistung und Fruchtbarkeit. Gleichzeitig hilft eine altersgerechte Fütterung, eine unerwünschte Verfettung zu vermeiden.

2. Gruppenmanagement und Haltung

Eine stabile Gruppenstruktur reduziert Stress und fördert die Gesundheit der Tiere. Innerhalb einer Gruppe sollte der Altersunterschied nicht mehr als zwei Monate betragen. Das Rein-Raus-System hilft dabei, Unruhe in der Gruppe zu vermeiden und Erkrankungen zu reduzieren.

Für eine tiergerechte Haltung sind wichtig:
• Altersgerechte Gruppen mit maximal zwei Monaten Altersunterschied
• Rein-Raus-System statt häufiger Umgruppierungen
• Ein Fressplatz pro Tier
• Saubere, trockene und gut belüftete Stallbereiche

Nutzen:
Weniger Stress in der Gruppe, eine gleichmäßigere Futteraufnahme und bessere Voraussetzungen für Gesundheit und Wachstum.

3. Hygiene und Gesundheitsmanagement

Saubere Tiere sind ein wichtiger Hinweis auf gute Haltungsbedingungen und einen niedrigen Infektionsdruck. Der Hygienestatus sollte regelmäßig kontrolliert werden. Dabei werden insbesondere Bauch, Beine und Hinterteil bewertet. Ziel ist ein möglichst niedriger Hygienescore.

Wichtige Maßnahmen:
• Hygienescore regelmäßig überprüfen
• Tiere in einer sauberen, trockenen und gut belüfteten Umgebung halten
• Erkrankte Tiere konsequent separieren und im Krankenabteil betreuen
• Muttertierimpfungen als ergänzende Vorsorgemaßnahme einsetzen

Nutzen:
Gute Hygiene senkt den Erregerdruck und unterstützt die Gesundheit der Kälber nachhaltig.

4. Brunst frühzeitig erkennen

Eine zuverlässige Brunsterkennung ist die Grundlage für eine erfolgreiche Besamung. Empfohlen wird eine dreimal tägliche Beobachtung von jeweils etwa 20 Minuten oder die Nutzung eines sensorbasierten Verhaltensmonitoringsystem (z.B. SenseHub® Dairy). Die Beobachtung sollte möglichst während ruhiger Stallphasen erfolgen.

Wichtige Voraussetzungen:
• Brunstkontrolle 3× täglich für jeweils 20 Minuten
• Beobachtung in Ruhephasen des Stalls
• Jede Brunst dokumentieren
• Tiere eindeutig kennzeichnen, z. B. über Ohrmarken oder Halsbänder

Nutzen:
Eine systematische Brunsterkennung verbessert die Reproduktionsleistung und erleichtert die Planung der Besamung.

Vorbeugende Maßnahmen

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Kälbergesundheit sichern: Die Basis für leistungsfähige Kühe

Gesunde Kälber entwickeln sich zu leistungsfähigen Rindern. Deshalb lohnt es sich, Krankheitserreger frühzeitig zu kontrollieren, Stress zu reduzieren und konsequent auf Prävention zu setzen

1. Krankheiten früh erkennen und gezielt vorbeugen

Eine regelmäßige Gesundheitskontrolle hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu handeln.

Darauf kommt es an:
• Kälber mindestens zweimal täglich kontrollieren
• Veränderungen im Verhalten oder Gesundheitszustand früh erkennen
• Auffällige Tiere zeitnah versorgen
• Digitale Monitoringsysteme wie SenseHub® Dairy Youngstock können die Gesundheitsüberwachung unterstützen
• Muttertier- und Kälberimpfungen ergänzen Management- und Hygienemaßnahmen zum Schutz der Tiere

Nutzen:
Früherkennung reduziert das Risiko schwerer Krankheitsverläufe und unterstützt eine stabile Entwicklung der Kälber.

Praxis-Tipp:
Regelmäßige Beobachtung ist oft entscheidend, um Krankheitsanzeichen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig reagieren zu können.

2. Das Stallklima ganzjährig im Blick behalten

Kälber haben andere Klimaanforderungen als ausgewachsene Rinder. Sowohl Hitze als auch Kälte können Wachstum und Gesundheit beeinträchtigen.

Im Sommer:
• Hitzestress vermeiden
• Besonders Kälberiglus ausreichend beschatten
• Für gute Belüftung und regelmäßigen Luftaustausch sorgen
• Luftstau vermeiden, Zugluft jedoch verhindern

Im Winter:
• Reichlich trockene Einstreu bereitstellen
• Einen Nesting-Score von 3 anstreben
• Kälber vor Zugluft schützen
• Gleichzeitig auf ausreichende Frischluftzufuhr achten
• Feuchtigkeit reduzieren

Nutzen:
Ein gutes Stallklima unterstützt die Atemwegsgesundheit, fördert die Futteraufnahme und schafft optimale Voraussetzungen für Wachstum und Entwicklung.

3. Hygiene konsequent umsetzen

Saubere Haltungsbedingungen helfen, den Infektionsdruck zu reduzieren und die Kälbergesundheit zu fördern.

Wichtige Maßnahmen:
• Saubere und trockene Liegeflächen bereitstellen
• Regelmäßig nachstreuen
• Tränke- und Fütterungseinrichtungen sauber halten
• Auf gute Stallhygiene und ausreichende Belüftung achten

Nutzen:
Weniger Krankheitserreger bedeuten bessere Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung der Kälber.

4. Impfungen als festen Bestandteil der Präventionsstrategie nutzen

Impfungen ergänzen Management und Hygiene und tragen dazu bei, Kälber frühzeitig vor wichtigen Krankheitserregern zu schützen.

Muttertierimpfung:
• Erhöht den Antikörpergehalt im Kolostrum
• Verbessert die passive Immunitätsübertragung auf das Kalb
• Unterstützt den Schutz direkt nach der Geburt

Kälberimpfung:
• Fördert den Aufbau einer aktiven Immunität
• Kann je nach Impfkonzept bereits früh im Leben eingesetzt werden

Nutzen:
Frühzeitiger Schutz vor wichtigen Durchfall- und Atemwegserregern.

5. Kälberdurchfall gezielt vorbeugen

Kälberdurchfall gehört zu den häufigsten Erkrankungen in den ersten Lebenswochen und kann die spätere Entwicklung nachhaltig beeinträchtigen.

Besonders wichtig:
Hochwertige und ausreichende Kolostrumversorgung sicherstellen
Muttertierimpfungen rechtzeitig durchführen
Auf Hygiene und konsequentes Gesundheitsmanagement achten
Schutz gegen wichtige Erreger wie E. coli, Rota- und Coronavirus sowie Kryptosporidien aufbauen

Praxis-Tipp:
Die Kombination aus gutem Kolostrummanagement und Muttertierimpfung schafft die Grundlage für einen bestmöglichen Start ins Kälberleben.

6. Atemwegserkrankungen vorbeugen

Atemwegserkrankungen können bereits früh im Leben auftreten und die spätere Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen.

Wichtige Bausteine des Schutzes:
Gute Kolostrumversorgung für die passive Immunität
Muttertierimpfungen zur Unterstützung des frühen Schutzes
Kälberimpfungen für den Aufbau einer aktiven Immunität
Optimales Stallklima und konsequente Hygiene

Nutzen:
Gesündere Kälber und bessere Voraussetzungen für eine langfristig erfolgreiche Entwicklung.

Vorbeugen ist besser als Behandeln. Ein durchdachtes Zusammenspiel aus Gesundheitskontrollen, Stallklima, Hygiene, Kolostrummanagement und Impfungen stärkt die Kälbergesundheit von Anfang an. Das schafft die Grundlage für robuste Jungtiere und leistungsfähige Kühe.

Vorteile für den Betrieb:
• Weniger Erkrankungen
• Geringerer Behandlungsaufwand
• Stabileres Wachstum
• Bessere Entwicklung der Kälber
• Mehr Sicherheit in der Aufzucht

Jede Phase – von der Trächtigkeit über die Geburt und Kolostrumversorgung bis hin zur Tränkephase, dem Absetzen und schließlich der Vorbereitung auf die erste Besamung – beeinflusst Wachstum, Gesundheit und spätere Leistungsfähigkeit maßgeblich.

Umweltfaktoren wirken dabei von Anfang an, während die Möglichkeiten zur Korrektur mit zunehmendem Alter des Jungtiers abnehmen. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig und konsequent zu handeln.

Mit der Kälber-Checkliste von MSD Tiergesundheit können Sie Verbesserungspotenziale identifizieren und somit
– Ihre Kälbergesundheit verbessern
– Ihren Arbeitsaufwand reduzieren 
– die Aufzuchtdauer verkürzen 

Mitmachen und Kälbergesundheit verbessern:

Sie möchten Ihre Kälberaufzucht weiterentwickeln? Die Kälbercheckliste schafft Überblick und macht Verbesserungspotenziale sichtbar.

Mitmachen und mitgestalten:

Zeigen Sie uns Ihre besten Kälber! Ob aus dem eigenen Betrieb oder als Tierarzt aus dem Feld – wir sammeln Bilder von properen Kälbern und zeigen, wie gute Aufzucht aussieht.

WERTVOLLE PRAXISTIPPS

Kolostrumqualität mit Brix-Refraktometer messen

STIMMEN VOM BETRIEB

Alexander Armbrecht

Olivia Kretzschmann

ZUR KÄLBER-CHECKLISTE

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Nahaufnahme eines braunen Kalbes mit gelben Ohrmarken (Nummer 286) im Stall.

DOWNLOADS

Checkliste Kälbergesundheit

KÄLBER-CHECKLISTEDIGITALE VERSION

Stallposter Atemwegserkrankungen

Stallposter Durchfallerkrankungen

kolostrum merkblatt mehrsprachig

Begleitbroschüre Checkliste Kälbergesundheit

Häufige Fragen rund um die Kälbergesundheit

Was versteht man unter properen Kälbern

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Ein properes Kalb ist ein gesundes, gut entwickeltes, kräftiges und altersgemäß wachsendes Kalb. Das propere Qualitätskalb hat ein glänzendes Fell, eine ausgeprägte Muskulatur an Rücken, Schulter und Hinterhand. Es ist aktiv, aufmerksam und neugierig. Flotzmaul, sowie das Hinterteil sind sauber und nicht verklebt. Nur ein properes Kalb kann sein genetisches Potential ausschöpfen und bildet die Grundlage einer leistungsstarken, gesunden und langlebigen Milchkuh.

Grundlagen einer gesunden Kälberaufzucht:

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Neben einer sauberen, stressfreien Geburt ist das Wichtigste eine schnelle und ausreichende Kolostrumversorgung: innerhalb der ersten zwei Lebensstunden mindestens 3 Liter Kolostrum von guter Qualität. Innerhalb der ersten 12 Stunden sollte das Kalb 10 % des Körpergewichts getrunken haben. Mit Muttertierimpfungen im letzten Trächtigkeitsdrittel wird die Konzentration an Immunglobolinen im Kolostrum und somit die Kolostrumqualität verbessert. Intranasale Impfung am Tag der Geburt bieten dem Kalb zusätzlichen Schutz gegen Atemwegerkrankungen in den ersten Lebenswochen.
Nach der Kolostrumphase muss das Kalb mit Transitmilch von guter Qualität, frischem Wasser und gutem Festfutter (Heu von guter Qualität und Kälbermüsli) versorgt werden.
Das Stallklima sollte einem gemäßigten Außenklima entsprechen. Hitze- und Kältestress muss vermieden werden. Stabile Gruppenhaltung mit ausreichend Platz pro Tier schützen vor sozialem Stress.
Eine stabile und ausreichende Futteraufnahme ist die Voraussetzung für das Absetzen. Kälber, die keinen Wachstumseinbruch während der Absetzphase haben, erreichen als Färse zeitgerecht die Zuchtreife.

Wie beeinflusst Stallhygiene eine gesunde Kälber-Entwicklung?

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Schlechte Stallhygiene hat zwei Folgen: hoher Erregerdruck und schlechtes Stallklima (hohe Konzentration von Ammoniak etc. in der Luft). Das schlechte Stallklima reizt v.a. die Atemwege der Kälber. Dies begünstigt die Entstehung von Atemwegserkrankungen. Der gleichzeitige hohe Erregerdruck fordert das Immunsystem des Kalbes heraus. Dieses muss jetzt lernen, diese Erreger als fremd zu erkennen und Antikörper zu bilden. Erkrankungen der jungen Kälber sind die Folgen. Kälber, die in der frühen Lebensphase bereits erkrankt waren, können später ihre Leistung nicht mehr voll ausschöpfen.

Warum ist die Kolostrumversorgung entscheidend für die Kälbergesundheit?

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Rinder haben eine Platzenta epitheliochoralis. Das bedeutet, dass die Plazenta nahezu undurchlässig ist für Antikörper. Deshalb kommen die Kälber fast ohne Antikörper auf die Welt und sind einem großen Teil der Krankheitserreger schutzlos ausgeliefert. Um diesen Zeitraum zu überbrücken, sind Kälber auf die unmittelbare Aufnahme von Kolostrum mit einem hohen Anteil an Antikörpern direkt nach der Geburt angewiesen. Mit Muttertierimpfungen im letzten Drittel der Trächtigkeit kann der Gehalt an Antikörper im Kolostrum positiv beeinflusst werden. Unter diesem mütterlichen Schutz kann dann das aktive Immunsystem der Kälber selbst Antikörper zum Schutz bilden.

Vollmilch vs. Milchaustauscher: Was ist besser für das Kälberwachstum?

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Nach der Kolostrumgabe ist die Fütterung von Transitmilch (Milch vom 2. – 5. Tag nach der Kalbung) die beste Möglichkeit, um eine gesunde Darmflora beim Kalb zu entwickeln. Die in der Transitmilch enthaltenen Antikörper werden zwar nicht mehr über die Darmschleimhaut aufgenommen und gelangen somit auch nicht mehr ins Blut, sorgen aber für eine lokale Immunität im Darm, in dem sie ein Anheften der Durchfallerreger an die Darmzellen verhindern. Zudem enthalten Kolostrum und Transitmilch Wachstumsfaktoren, Immunzellen und andere bioaktive Substanzen, die dazu führen, dass es weniger Erkrankungen in der Tränkephase gibt1,2, die Kälber täglich höhere Zunahmen erreichen1 und sich längere Darmzotten bilden, die zu einer größeren Darmoberfläche führen3,4. Sollte in dieser Zeit schon ein Milchaustauscher eingesetzt werden, ist es sinnvoll diesem Kolostrum hinzuzufügen.

Einzeliglu/-haltung vs. Gruppenhaltung in der Kälberaufzucht?

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Sobald die Kälber sicher und zuverlässig trinken, können die Kälber in Zweiergruppen oder kleinen Gruppen gehalten werden. Kälber haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und profitieren von einer gemeinsamen Haltung. Bei der Gruppenhaltung von Kälbern ist eine genaue Tierbeobachtung essenziell, um Veränderungen im Fressverhalten und dem Gesundheitszustand frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Hier kann das digitale Verhaltensmonitoring SenseHub® Dairy Youngstock ab dem ersten Lebenstag unterstützen.

Digitale Überwachungssysteme zur Früherkennung von Kälberkrankheiten/Auffälligkeiten

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Mit dem Verhaltensmonitoring SenseHub® Dairy Youngstock kann das Verhalten von Kälbern ab dem ersten Lebenstag erfasst werden. So können Verhaltensauffälligkeiten, die auf eine Erkrankung hinweisen, schnell identifiziert werden. Hier finden Sie nähere Informationen.

Was ist bei der Nabeldesinfektion zu beachten?

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Ist der Nabel nicht zu kurz abgetrennt, ist eine Nabeldesinfektion nicht zwingend nötig. Ist der Nabel aber zu kurz abgetrennt ist eine Desinfektion mit Jod sinnvoll, um ein Eindringen von Krankheitserreger zu verhindern.

Bedeutung von glänzendem Fell als Indikator für Kälbergesundheit

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Glänzendes Fell ist ein Indikator für die gute Versorgung mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Kommt es in dem Bereich zu einer Mangelversorgung kann sich das durch struppiges, glanzloses Fell zeigen. Außerdem deutet ein sauberes, glänzendes Fell auf eine gute Stallhygiene hin – das Kalb hat ausreichend saubere Liegeflächen zur Verfügung.

Wie wirkt sich Stress beim Absetzen auf die Vitalität von Kälbern aus?

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Stress, egal zu welchem Zeitpunkt (vor oder nach dem Absetzen) hat einen negativen Einfluss auf das Immunsystem. Kommen zum Stress noch weitere Faktoren dazu, wie eine Futterumstellung beim Absetzen, kann sich das negativ auf die Vitalität der Kälber auswirken. Daher ist es wichtig, den Stress so gering wie möglich zu halten. Zum Beispiel durch frühzeitige Gewöhnung an das Festfutter, welches auch nach dem Absetzen gefüttert wird, die Bildung von stabilen Tiergruppen, die auch nach dem Absetzen gleichbleiben, sowie ein ruhiger Umgang mit den Tieren – idealerweise durch vertraute Betreuungspersonen.

Referenzen

1. Kargar et al. (2020): Extended colostrum feeding for 2 weeks improves growth performance and reduces the susceptibility to diarrhea and pneumonia in neonatal Holstein dairy calves.  J. Dairy Sci.
2. Berge et al. (2009): Evaluation of the effects of oral colostrum supplementation during the first fourteen days on the health and performance of preweaned calves. J. Dairy Sci. 92
3. Pyo et al. (2019): Feeding colostrum or a 1:1 colostrum: milk mixture for 3 days postnatal increases small intestinal development and minimally influences plasma glucagon-like peptide-2 and serum insulin-like growth factor-1 concentrations in Holstein bull calves. J. Dairy Sci.
4. Bühler et al. (1998): Small Intestinal Morphology in Eight-Day-Old Calves Fed Colostrum for Different Durations or Only Milk Replacer and Treated with Long-R3-Insulin-Like Growth Factor I and Growth Hormone. J. Anim. Sci.