Eine Gruppe von Fleckvieh-Kälbern mit gelben Ohrmarken in einem Stall mit Stroh, rechts oben ein goldenes Siegel „Initiative Qualitätskalb

Qualitätskälber müssen proper sein –
Wir helfen Ihnen dabei: mit der Kälber-Checkliste von MSD Tiergesundheit.

Schier & glatt oder proper? Was bedeutet das?
Ein properes Qualitätskalb ist ein gesundes, gut entwickeltes, kräftiges und altersgemäß wachsendes Kalb

WARUM PROPERE QUALITÄTSKÄLBER SO WICHTIG SIND:

Propere Qualitätskälber sind mehr als nur „schön anzusehen“!

Sie sind die Grundlage einer leistungsstarken, gesunden und langlebigen Herde. Bereits in den ersten Lebenswochen werden entscheidende Weichen gestellt – für Wachstum, Widerstandsfähigkeit und die spätere Milch- oder Fleischleistung. Ein Kalb, das kräftig, gut versorgt und frei von Entwicklungsdefiziten startet, kann sein genetisches Potenzial deutlich besser ausschöpfen.

Propere Qualitätskälber haben:

  • Stärkere Immunabwehr

    Weniger Krankheitsfälle, geringere Behandlungskosten und eine bessere Überlebensrate.
  • Optimale Entwicklung des Eutergewebes

    Speziell bei Färsen entscheidet die frühe Entwicklung darüber, wie viele Milchbildungszellen später zur Verfügung stehen – ein direkter Einfluss auf die spätere Milchleistung.
  • Zeitgerechte, problemlose Belegung

    Gesunde, gut entwickelte Tiere erreichen zeitgerecht die nötige Körperkondition für die erste Besamung.
  • Bessere Lebensleistung

    Von Anfang an optimal aufgezogene Tiere sind langlebiger, stabiler und bringen im Verlauf ihres Lebens mehr Leistung.

Merkmale eines properen Qualitätskalbes:

Für mehr Informationen zu den einzelnen Merkmalen eines properen Kalbes, klicken Sie auf die grünen Kästchen

2. GLÄNZENDES FELL
3. GUTE KÖRPERKONDITION
2. GLÄNZENDES FELL
1. NORMALE ATMUNG
3. GUTE KÖRPERKONDITION
4. LEBHAFTES VERHALTEN
5. TROCKENE NASEN- UND AUGENBEREICHE

„Schritt für Schritt zum properen Qualitätskalb“

Sie haben es in der Hand – hier zeigen wir Ihnen, wie Sie durch gutes Management das Aufwachsen Ihrer properen Kälber unterstützten.

Informieren Sie sich hier detailliert zu den einzelnen Phasen:

Trächtigkeit

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Wichtige Einflussfaktoren auf die spätere Gesundheit des Kalbes in der Trächtigkeit sind:
– Fütterung im letzten Trächtigkeitsdrittel
– Hitzestress
– Sozialer Stress
– Gesundheit und Immunstatus der Kuh
1) Fütterung: Voraussetzung ist, dass die Tiere bereist mit einem optimalen BCS (Body Condition Score) in die Trockenstehzeit starten: Bei Holstein-Friesian: 3,25 – 3,75; bei Fleckvieh: 3,75 – 4,25. Im letzten Trächtigkeitsdrittel ist eine optimale Versorgung mit Nährstoffen, Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen wichtig (DLG Information: Rationsoptimierung und Fütterungskontrolle).
2) Hitzestress während der Trockenstehphase führt zu geringeren Leistungen in der folgenden Laktation und hat negative Auswirkungen auf das ungeborene Kalb. Ab wann eine Kuh Hitzestress empfindet, hängt von der Außentemperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit ab. Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann schon ab ca. 20-21 Grad Celsius Hitzestress empfunden werden (siehe DLG-Merkblatt 450).
3) Sozialer Stress entsteht vor allem durch häufiges Umstallen, Überbelegung und Rangordnungskämpfe. Das hat negative Folgen für die Futteraufnahme und das Immunsystem des Muttertieres und des ungeborenen Kalbes.
Gesundheit und Immunstatus der Kuh: Eine gesunde Kuh ist die Voraussetzung für ein gesundes Kalb. Nur gesunde Kühe können gesunde Kälber zur Welt bringen. Neben der Sauberkeit der Kühe (Hygienescore Trockensteher) ist der Einsatz von Muttertierimpfungen wichtig und sinnvoll.

Geburt- & Kolostrumanagement

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– Die Phase rund um die Geburt inklusive Kolostrummanagement entscheidet maßgeblich über die Gesundheit und Entwicklung des Kalbes in den ersten Lebenstagen.
Wichtige Erfolgsfaktoren:
– eine stressarme Geburt
– konsequentes Kolostrum-Management
– schnelle, ausreichende Versorgung
Wer hier sauber arbeitet, legt den Grundstein für gesunde, leistungsfähige Tiere.

Geburtsmanagement und Abkalbebox:
Eine sachgerechte Geburtshilfe und konsequente Hygiene rund um die Geburt sind entscheidend für die Gesundheit von Kuh und Kalb. Eine saubere, trockene und gut ausgestattete Abkalbebox sowie eine ruhige Umgebung reduzieren Infektionsrisiken und unterstützen einen reibungslosen Geburtsverlauf. Eingriffe sollten nur bei Bedarf erfolgen, um den natürlichen Ablauf nicht zu stören. 

Bedeutung und Qualität der Kolostrumversorgung:
Neugeborene Kälber kommen ohne ausreichenden Immunschutz zur Welt und sind auf die schnelle Aufnahme von qualitativ hochwertigem Kolostrum angewiesen. Die Qualität des Kolostrums kann mittels einem Brix-Refraktometer einfach und schnell überprüft werden. Zum Video
Das Kolostrum, auch Biestmilch genannt, liefert:
– Antikörper (passive Immunität)
– Energie und Nährstoffe
– Bioaktive Stoffe für Wachstum und Entwicklung

Die Qualität wird von Faktoren wie Fütterung, Trockenstehzeit oder Hygiene beeinflusst und kann stark variieren. Muttertierimpfungen im letzten Trächtigkeitsdrittel können den Gehalt an Antikörper deutlich verbessern.
Kolostrum-Management und Kontrolle:
Quantity (Menge): Mindestens 3–4 Liter
Quickness (Zeitpunkt): So früh wie möglich, ideal innerhalb der ersten 2 Stunden
Quality (Qualität): Hoher Antikörpergehalt. Ziel: > 50 g IgG/l bzw. > 22 % Brix
Quite clean (Hygiene): Saubere Gewinnung, Lagerung (bei < 4 °C) und Verabreichung
Quantification (Kontrolle): Erfolg im Blut überprüfen (z.B. Serumwerte)

Nur wenn alle 5 Punkte erfüllt sind, ist die Versorgung optimal (siehe Kolostrum-Merkblatt).
Die Fütterung von Kolostrum und Transitmilch über mehrere Tage bringt zusätzliche Vorteile:
– Weniger Erkrankungen
– Höhere tägliche Zunahmen
– Bessere Darmentwicklung
– Stärkere Immunabwehr im Darm

Tränkephase bis Absetzen

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Gute Kälberaufzucht = früh richtig füttern + konsequent sauber arbeiten + Stress vermeiden
Das bringt:
– weniger Durchfall & Atemwegserkrankungen
– höhere tägliche Zunahmen
– bessere Entwicklung → leistungsstarke Kühe

Auf folgende 5 Punkte achten und Ihre Kälber wachsen gesund und leistungsstark auf.
1) Tränkephase richtig managen
Transitmilch nutzen (erste 3–5 Tage): stärkt Immunsystem, fördert Wachstum und senkt Krankheitsrisiko.
Milchqualität zählt: Hochwertigen Milchaustauscher einsetzen (viel Magermilchanteil) oder pasteurisierte Vollmilch nutzen und keine antibiotikahaltige Milch füttern.
Ausreichend Milch geben: In den ersten Wochen ca. 20 % des Körpergewichts pro Tag. Ziel: tägliche Zunahmen ≥ 800 g.

Praxis-Tipp: Lieber etwas mehr füttern als zu wenig – das zahlt sich später in Leistung aus (metabolische Programmierung).

2) Wasser und Festfutter früh anbieten
– Wasser ab Tag 1 anbieten: verbessert Futteraufnahme, Verdauung und Zunahmen
– Richtwert: ≥ 10 % des Körpergewichts täglich
– Festfutter früh anbieten: Heu & Kälberstarter fördern Pansenentwicklung. Ab 3. Woche steigende Aufnahme.

Praxis-Tipp: Wasser immer im Eimer (nicht über Nuckel), damit es im Pansen wirkt.

3) Absetzen: Timing entscheidet:
– Nicht zu früh absetzen: frühestens ab der 12. Lebenswoche
Schrittweise abtränken (z. B. Reduktion pro Woche)
– Voraussetzung: Kalb frisst mind. 2 kg Festfutter/Tag

Praxis-Tipp: Absetzen nach Futteraufnahme, nicht strikt nach Alter.
Wichtig: Kein zusätzlicher Stress (kein Umstallen, Impfen etc. gleichzeitig).

4) Hygiene = weniger Krankheiten
– Tägliche Reinigung von: Nuckeln, Eimern, Schläuchen
– Futter- und Wasserschalen heiß reinigen + Reinigungsmittel verwenden
– Nuckel regelmäßig tauschen

Nutzen: Weniger Durchfall, weniger Behandlungen, bessere Leistung

5) Haltung und Stallklima
– Gruppen bilden max.  ~10 Kälber pro Gruppe, ähnliches Alter (≤ 14 Tage Unterschied)
– Platzbedarf einhalten: ab ca. 1,5 m² je Kalb (je nach Gewicht)
– Rein-Raus-System nutzen: senkt Infektionsdruck
– Witterungsschutz wichtig: Zugluft vermeiden, im Sommer Schatten (v.a. über den Iglus!), im Winter viel trockene Einstreu

Praxis-Tipp: Nesting Score  3 → Kalb liegt „im Stroh“ = optimaler Wärmeschutz (siehe Begleitbroschüre)

Absetzen bis Besamung

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1) Wachstum sichern – Leistungspotenzial erhalten
Kein Leistungseinbruch nach dem Absetzen zulassen
– Kälber sollten mind. 2 kg Festfutter/Tag fressen
– Zielwerte für Zunahmen: bis zum 8. Lebensmonat: ca. 850 g/Tag danach: max. 750 g/Tag
– Ausreichende Versorgung mit Energie, Mineralstoffen und Spurenelementen sicherstellen

Praxis-Nutzen: Intensive Fütterung in der frühen Phase zahlt sich langfristig in Milchleistung und Fruchtbarkeit aus. Eine dem Alter angepasste Fütterung verhindert eine Verfettung der Tiere.

2) Gruppenmanagement und Haltung:
– Gruppen möglichst gleichaltrig halten (max. 2 Monate Unterschied)
-Rein-Raus-System nutzen – vermeidet Stress und Krankheiten
Ausreichend Platz & Fressplätze:1 Fressplatz pro Tier, Stall sauber, trocken und gut belüftet

Nutzen: Weniger Rangkämpfe, bessere Futteraufnahme, stabilere Tiergesundheit.

3) Hygiene und Gesundheitsmanagement
– Ziel: saubere Tiere = niedriger Infektionsdruck
– Hygienescore regelmäßig prüfen (Bauch, Beine, Hinterteil), siehe Begleitbroschüre
Kranke Tiere konsequent separieren und rechtzeitig behandeln
– Muttertierimpfungen rechtzeitig vor der ersten Kalbung einsetzen

Praxis-Tipp: Früh erkennen statt spät behandeln – spart Kosten und Arbeit

4) Brunst frühzeitig erkennen
3x täglich kontrollieren (je ~20 min) oder ein Verhaltensmonitoringsystem (SenseHub®) einsetzen
– Beobachtung in ruhigen Stallphasen durchführen
– Dokumentation und eindeutige Tierkennzeichnung wichtig

Vorbeugende Maßnahmen

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Kälbergesundheit sichern: Früher erkennen, gezielt vorbeugen.
Auf folgende Punkte achten:

1) Krankheiten frühzeitig erkennen und durch Impfungen vorbeugen
– Kälber mindestens 2× täglich kontrollieren
– Auffälligkeiten früh erkennen → schneller handeln
– Hier hilft das Monitoringsystem SenseHub® Youngstock. (Link)
– Durch Muttertierimpfungen und Impfungen ab dem ersten Tag schützen Sie Ihre Kälber vor den häufigsten Krankheiten

Nutzen: Weniger schwere Krankheitsverläufe, geringere Behandlungskosten.
Praxis-Tipp: Wer regelmäßig hinschaut und impft, spart später Zeit und Geld.


2) Stallklima aktiv steuern (Sommer & Winter)
Sommer: Hitzestress vermeiden (besonders in Iglus), Schatten, gute Belüftung und Luftaustausch sicherstellen
Winter: Kälteschutz durch viel trockene Einstreu (Nesting-Score ≥ 3), Zugluft vermeiden, trotzdem ausreichend lüften

Nutzen: Gesunde Atemwege, bessere Futteraufnahme und höhere Zunahmen.

3) Hygiene konsequent umsetzen
– Saubere, trockene Liegeflächen und regelmäßiges Nachstreuen
– Hygienescore niedrig halten (saubere Tiere = weniger Erregerdruck)

Nutzen: Weniger Infektionen, stabilere Kälberentwicklung.

4) Impfung als wichtiger Baustein
Muttertierimpfung: verbessert Kolostrumqualität und schützt Kälber direkt nach der Geburt
Kälberimpfung: baut zusätzlich eigenen Schutz auf
– Kombination aus Management + Hygiene + Impfung entscheidend

Nutzen: Frühzeitiger Schutz vor Durchfall und Atemwegserkrankungen.

5) Durchfall gezielt vorbeugen durch Muttertierimpfungen
– Häufigste Krankheit im ersten Lebensmonat
– Früher Schutz entscheidend, da eigenes Immunsystem noch unreif ist
– Haupt-Erreger: z. B. E. coli, Rota-/Coronavirus, Kryptosporidien

Praxis-Tipp: Kombination aus guter Kolostrumversorgung und Impfung nutzen.

6) Atemwegserkrankungen vermeiden
– Infektion oft sehr früh möglich (teilweise schon rund um die Geburt)
– Früher Schutz durch: Kolostrum (passiv), Impfung (aktiv, z. B. intranasal ab dem 1. Lebenstag möglich)

Nutzen: Weniger Verluste und langfristig höhere Leistung.

Fazit für den Betrieb:
Vorbeugen besser als Behandeln:
– weniger Arbeitsaufwand
– bessere Zunahmen
– höhere spätere Milchleistung

Jede Phase – von der Trächtigkeit über die Geburt und Kolostrumversorgung bis hin zur Tränkephase, dem Absetzen und schließlich der Vorbereitung auf die erste Besamung – beeinflusst Wachstum, Gesundheit und spätere Leistungsfähigkeit maßgeblich.

Umweltfaktoren wirken dabei von Anfang an, während die Möglichkeiten zur Korrektur mit zunehmendem Alter des Jungtiers abnehmen. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig und konsequent zu handeln.

Mit der Kälber-Checkliste von MSD Tiergesundheit können Sie Verbesserungspotenziale identifizieren und somit
– Ihre Kälbergesundheit verbessern
– Ihren Arbeitsaufwand reduzieren 
– die Aufzuchtdauer verkürzen 

Mitmachen und Kälbergesundheit verbessern:

Sie möchten Ihre Kälberaufzucht weiterentwickeln? Die Kälbercheckliste schafft Überblick und macht
Verbesserungspotenziale sichtbar.

Mitmachen und mitgestalten:

Zeigen Sie uns Ihre besten Kälber! Ob aus dem eigenen Betrieb oder als Tierarzt aus dem Feld – wir sammeln Bilder von properen Kälbern und zeigen, wie gute Aufzucht aussieht.

WERTVOLLE TIPPS FÜR DIE PRAXIS

Kolostrumqualität mit Brix-Refraktometer messen

STIMMEN AUS DER PRAXIS

Alexander Armbrecht

Olivia Kretzschmann

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Mann vor Laptop beim Lernen in der MSD Academy

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Nahaufnahme eines braunen Kalbes mit gelben Ohrmarken (Nummer 286) im Stall.

Häufige Fragen rund um die Kälbergesundheit

Was versteht man unter properen Kälbern

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Ein properes Kalb ist ein gesundes, gut entwickeltes, kräftiges und altersgemäß wachsendes Kalb. Das propere Qualitätskalb hat ein glänzendes Fell, eine ausgeprägte Muskulatur an Rücken, Schulter und Hinterhand. Es ist aktiv, aufmerksam und neugierig. Flotzmaul, sowie das Hinterteil sind sauber und nicht verklebt. Nur ein properes Kalb kann sein genetisches Potential ausschöpfen und bildet die Grundlage einer leistungsstarken, gesunden und langlebigen Milchkuh.

Grundlagen einer gesunden Kälberaufzucht:

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Neben einer sauberen, stressfreien Geburt ist das Wichtigste eine schnelle und ausreichende Kolostrumversorgung: innerhalb der ersten zwei Lebensstunden mindestens 3 Liter Kolostrum von guter Qualität. Innerhalb der ersten 12 Stunden sollte das Kalb 10 % des Körpergewichts getrunken haben. Mit Muttertierimpfungen im letzten Trächtigkeitsdrittel wird die Konzentration an Immunglobolinen im Kolostrum und somit die Kolostrumqualität verbessert. Intranasale Impfung am Tag der Geburt bieten dem Kalb zusätzlichen Schutz gegen Atemwegerkrankungen in den ersten Lebenswochen.
Nach der Kolostrumphase muss das Kalb mit Transitmilch von guter Qualität, frischem Wasser und gutem Festfutter (Heu von guter Qualität und Kälbermüsli) versorgt werden.
Das Stallklima sollte einem gemäßigten Außenklima entsprechen. Hitze- und Kältestress muss vermieden werden. Stabile Gruppenhaltung mit ausreichend Platz pro Tier schützen vor sozialem Stress.
Eine stabile und ausreichende Futteraufnahme ist die Voraussetzung für das Absetzen. Kälber, die keinen Wachstumseinbruch während der Absetzphase haben, erreichen als Färse zeitgerecht die Zuchtreife.

Wie beeinflusst Stallhygiene eine gesunde Kälber-Entwicklung?

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Schlechte Stallhygiene hat zwei Folgen: hoher Erregerdruck und schlechtes Stallklima (hohe Konzentration von Ammoniak etc. in der Luft). Das schlechte Stallklima reizt v.a. die Atemwege der Kälber. Dies begünstigt die Entstehung von Atemwegserkrankungen. Der gleichzeitige hohe Erregerdruck fordert das Immunsystem des Kalbes heraus. Dieses muss jetzt lernen, diese Erreger als fremd zu erkennen und Antikörper zu bilden. Erkrankungen der jungen Kälber sind die Folgen. Kälber, die in der frühen Lebensphase bereits erkrankt waren, können später ihre Leistung nicht mehr voll ausschöpfen.

Warum ist die Kolostrumversorgung entscheidend für die Kälbergesundheit?

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Rinder haben eine Platzenta epitheliochoralis. Das bedeutet, dass die Plazenta nahezu undurchlässig ist für Antikörper. Deshalb kommen die Kälber fast ohne Antikörper auf die Welt und sind einem großen Teil der Krankheitserreger schutzlos ausgeliefert. Um diesen Zeitraum zu überbrücken, sind Kälber auf die unmittelbare Aufnahme von Kolostrum mit einem hohen Anteil an Antikörpern direkt nach der Geburt angewiesen. Mit Muttertierimpfungen im letzten Drittel der Trächtigkeit kann der Gehalt an Antikörper im Kolostrum positiv beeinflusst werden. Unter diesem mütterlichen Schutz kann dann das aktive Immunsystem der Kälber selbst Antikörper zum Schutz bilden.

Vollmilch vs. Milchaustauscher: Was ist besser für das Kälberwachstum?

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Nach der Kolostrumgabe ist die Fütterung von Transitmilch (Milch vom 2. – 5. Tag nach der Kalbung) die beste Möglichkeit, um eine gesunde Darmflora beim Kalb zu entwickeln. Die in der Transitmilch enthaltenen Antikörper werden zwar nicht mehr über die Darmschleimhaut aufgenommen und gelangen somit auch nicht mehr ins Blut, sorgen aber für eine lokale Immunität im Darm, in dem sie ein Anheften der Durchfallerreger an die Darmzellen verhindern. Zudem enthalten Kolostrum und Transitmilch Wachstumsfaktoren, Immunzellen und andere bioaktive Substanzen, die dazu führen, dass es weniger Erkrankungen in der Tränkephase gibt1,2, die Kälber täglich höhere Zunahmen erreichen1 und sich längere Darmzotten bilden, die zu einer größeren Darmoberfläche führen3,4. Sollte in dieser Zeit schon ein Milchaustauscher eingesetzt werden, ist es sinnvoll diesem Kolostrum hinzuzufügen.

Einzeliglu/-haltung vs. Gruppenhaltung in der Kälberaufzucht?

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Sobald die Kälber sicher und zuverlässig trinken, können die Kälber in Zweiergruppen oder kleinen Gruppen gehalten werden. Kälber haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und profitieren von einer gemeinsamen Haltung. Bei der Gruppenhaltung von Kälbern ist eine genaue Tierbeobachtung essenziell, um Veränderungen im Fressverhalten und dem Gesundheitszustand frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Hier kann das digitale Verhaltensmonitoring SenseHub® Dairy Youngstock ab dem ersten Lebenstag unterstützen.

Digitale Überwachungssysteme zur Früherkennung von Kälberkrankheiten/Auffälligkeiten

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Mit dem Verhaltensmonitoring SenseHub® Dairy Youngstock kann das Verhalten von Kälbern ab dem ersten Lebenstag erfasst werden. So können Verhaltensauffälligkeiten, die auf eine Erkrankung hinweisen, schnell identifiziert werden. Hier finden Sie nähere Informationen.

Was ist bei der Nabeldesinfektion zu beachten?

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Ist der Nabel nicht zu kurz abgetrennt, ist eine Nabeldesinfektion nicht zwingend nötig. Ist der Nabel aber zu kurz abgetrennt ist eine Desinfektion mit Jod sinnvoll, um ein Eindringen von Krankheitserreger zu verhindern.

Bedeutung von glänzendem Fell als Indikator für Kälbergesundheit

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Glänzendes Fell ist ein Indikator für die gute Versorgung mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Kommt es in dem Bereich zu einer Mangelversorgung kann sich das durch struppiges, glanzloses Fell zeigen. Außerdem deutet ein sauberes, glänzendes Fell auf eine gute Stallhygiene hin – das Kalb hat ausreichend saubere Liegeflächen zur Verfügung.

Wie wirkt sich Stress beim Absetzen auf die Vitalität von Kälbern aus?

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Stress, egal zu welchem Zeitpunkt (vor oder nach dem Absetzen) hat einen negativen Einfluss auf das Immunsystem. Kommen zum Stress noch weitere Faktoren dazu, wie eine Futterumstellung beim Absetzen, kann sich das negativ auf die Vitalität der Kälber auswirken. Daher ist es wichtig, den Stress so gering wie möglich zu halten. Zum Beispiel durch frühzeitige Gewöhnung an das Festfutter, welches auch nach dem Absetzen gefüttert wird, die Bildung von stabilen Tiergruppen, die auch nach dem Absetzen gleichbleiben, sowie ein ruhiger Umgang mit den Tieren – idealerweise durch vertraute Betreuungspersonen.

Referenzen

1. Kargar et al. (2020): Extended colostrum feeding for 2 weeks improves growth performance and reduces the susceptibility to diarrhea and pneumonia in neonatal Holstein dairy calves.  J. Dairy Sci.
2. Berge et al. (2009): Evaluation of the effects of oral colostrum supplementation during the first fourteen days on the health and performance of preweaned calves. J. Dairy Sci. 92
3. Pyo et al. (2019): Feeding colostrum or a 1:1 colostrum: milk mixture for 3 days postnatal increases small intestinal development and minimally influences plasma glucagon-like peptide-2 and serum insulin-like growth factor-1 concentrations in Holstein bull calves. J. Dairy Sci.
4. Bühler et al. (1998): Small Intestinal Morphology in Eight-Day-Old Calves Fed Colostrum for Different Durations or Only Milk Replacer and Treated with Long-R3-Insulin-Like Growth Factor I and Growth Hormone. J. Anim. Sci.