Dexadreson® forte 1,32/2,67 mg/ml

Pharmazeutika

HundPferdRind

Dexadreson Forte-Box und Durchstechflasche mit weißer und roter Verpackung.

Bezeichnung des Tierarzneimittels

Dexadreson forte 1,32 mg/ml + 2,67 mg/ml Injektionssuspension für Rinder, Pferde und Hunde 

Zusammensetzung

Jeder ml enthält: 
 
Wirkstoffe: 
Dexamethason-21-(3-phenylpropanoat) 2,67 mg 
(entspricht 2,0 mg Dexamethason) 
Dexamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium 1,32 mg 
(entspricht 1,0 mg Dexamethason) 
 
Sonstiger Bestandteil: 
Benzylalkohol 10,4 mg 
 
Weiße bis weißliche Injektionssuspension 

Zieltierart(en)

Rind, Pferd, Hund 

Anwendungsgebiet(e)

Das Tierarzneimittel wirkt palliativ (unterstützend) bei der Therapie folgender Erkrankungen: 
 
Pferde: akute nicht infektiöse Arthritis, Periarthritis und Bursitis, allergisch bedingte Hauterkrankungen, chronisch obstruktive Bronchitiden und Lungenemphyseme 
 
Rinder: primäre Ketose, allergisch bedingte Hauterkrankungen, akute nicht infektiöse Arthritis, Periarthritis und Tendovaginitis 
 
Hunde: allergisch bedingte Hauterkrankungen, akute nicht infektiöse Arthritis, Periarthritis, Bursitis und Tendovaginitis 
 
Bei Anwendung von Dexamethason ist die Indikation immer sorgfältig zu prüfen. 

Gegenanzeigen

Nicht anwenden bei: 
– bestehenden Magen-Darm-Ulzera, schlecht heilenden Wunden und Geschwüren, Frakturen 
– viralen Infektionen, Systemmykosen 
– aseptischen Knochennekrosen 
– septischen Prozessen im Gelenksbereich 
– allgemeiner Immunschwäche 
– Glaukom, Katarakt 
– Osteoporose, Hypokalzämie 
– Hyperkortizismus 
– Hypertonie 
– Pankreatitis 
– bei Rindern im letzten Drittel der Trächtigkeit 

Besondere Warnhinweise

Besondere Warnhinweise: 
 
Bei Impfungen sollte ein angemessener zeitlicher Abstand zu einer Therapie mit Glukokortikoiden eingehalten werden. Eine aktive Immunisierung soll nicht während und bis zu 2 Wochen nach einer Glukokortikoidtherapie durchgeführt werden. Die Ausbildung einer ausreichenden Immunität kann auch bei Schutzimpfungen, die bis zu 8 Wochen vor Therapiebeginn erfolgt sind, beeinträchtigt sein. 
 
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten: 
 
Unter der Therapie mit Glukokortikoiden wie dem Tierarzneimittel kann es zu einem schwereren Verlauf von Infektionen kommen. Bei auftretenden Infektionen ist der behandelnde Tierarzt zu konsultieren. 
Bestehende bakterielle und parasitäre Infektionen müssen vor dem Beginn einer Therapie mit dem Tierarzneimittel durch eine geeignete Behandlung beseitigt werden. 
 
Das Tierarzneimittel darf wegen des Gehaltes an Benzylalkohol nicht bei neugeborenen Tieren während der ersten Lebenswoche sowie bei Katzen jeden Alters angewendet werden. 
 
Relative Gegenanzeigen, die besondere Vorsichtsmaßnahmen erfordern, sind: 
– Diabetes mellitus (Kontrolle der Blutwerte und ggf. Erhöhung der Insulindosis) 
– kongestive Herzinsuffizienz (sorgfältige Überwachung) 
– chronische Niereninsuffizienz (sorgfältige Überwachung) 
– Epilepsie (Langzeittherapie vermeiden) 
 
Die Anwendung von Glukokortikoiden sollte nur nach strenger Indikationsstellung erfolgen bei: 
– Tieren im Wachstum und alten Tieren 
– säugenden Tieren 
– trächtigen Tieren, aufgrund der nicht hinreichend geklärten, möglichen teratogenen Wirkung von Dexamethason 
– Equiden, da als Komplikation eine glukokortikoidinduzierte Hufrehe auftreten kann 
 
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender: 
 
Das Tierarzneimittel kann allergische Reaktionen hervorrufen. Menschen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Dexamethason sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden. 
Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen. 
Dexamethason kann sich negativ auf die Fruchtbarkeit oder das ungeborene Kind auswirken. Um die Gefahr der Selbstinjektion zu vermeiden, sollen schwangere Frauen das Tierarzneimittel nicht handhaben. 
Das Tierarzneimittel kann Haut oder Augen reizen. Haut- und Augenkontakt vermeiden. Bei einem versehentlichen Haut- oder Augenkontakt mit sauberem fließendem Wasser reinigen/spülen. Bei anhaltenden Reizungen ärztlichen Rat einholen. 
Nach der Anwendung Hände waschen. 
 
Trächtigkeit und Laktation: 
 
Aufgrund der nicht hinreichend geklärten möglichen teratogenen Wirkung von Dexamethason sollte eine Anwendung während der Trächtigkeit nur bei strenger Indikationsstellung erfolgen. 
Nicht anwenden bei Rindern im letzten Drittel der Trächtigkeit. 
Bei Anwendung während der Laktation kommt es beim Rind zu einer vorübergehenden Verminderung der Milchleistung. 
 
Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen: 
 

– Vermischungen mit anderen Tierarzneimitteln sind wegen möglicher Inkompatibilitäten zu vermeiden 
– verminderte Herzglykosidtoleranz infolge Kaliummangels 
– verstärkte Kaliumverluste bei gleichzeitiger Gabe von Thiazid- und Schleifendiuretika 
– erhöhtes Risiko von Magen-Darm-Ulzera und gastrointestinalen Blutungen bei gleichzeitiger Gabe von nichtsteroidalen Antiphlogistika 
– verminderte Wirkung von Insulin 
– verminderte Glukokortikoidwirkung bei Gabe von enzyminduzierenden Pharmaka (z. B. Barbiturate) 
– erhöhter Augeninnendruck bei kombinierter Gabe von Anticholinergika 
– verminderte Wirkung von Antikoagulantien 
– Unterdrückung von Hautreaktionen bei interkutanen Allergietests 
 
Überdosierung: 
 
Bei Überdosierungen ist mit verstärkten Nebenwirkungen zu rechnen. Ein Antidot für das Tierarzneimittel ist nicht bekannt. 
 
Wesentliche Inkompatibilitäten: 
 
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden. 

Nebenwirkungen

Rind, Pferd, Hund: 

Sehr selten 
(< 1 Tier / 10 000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelfallberichte): 
Überempfindlichkeitsreaktion, allergische Reaktion, Immunsuppression1
Depression2,3, Aggression3, verzögerte Heilung4, Wachstumsverzögerung5, Polydipsie (Vermehrtes Trinken), Polyphagie (Vermehrter Appetit), Ulzeration(Geschwüre im Magen-Darm-Trakt), Ödem7, Polyurie (Vermehrter Harnabsatz), Erregung19;  
Osteoporose, Arthropathie (Gelenkerkrankung); 
Muskelschwund; 
Krämpfanfälle8; Epilepsie9
Nebennierenerkrankung10, Diabetes mellitus11, Morbus Cushing; 
Glukoseintoleranz12, Hypokaliämie, Hypokalzämie; 
Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse); 
Abnahme der Hautdicke; 
Glaukom (Grüner Star), Katarakt (Grauer Star); 
Hypertonie (Bluthochdruck); 
Thrombose13
Hepatopathie14 (Leberschädigung); Vorzeitige Geburt15; Plazentaretention16
Abnahme der Milchleistung17
Hufrehe18

mit erhöhtem Infektionsrisiko und unerwünschten Wirkungen auf den Verlauf der Infektionen 
2 bei Katzen 
3 bei Hunden 
4 von Wunden und Knochen 
5 mit Störung des Knochenwachstums und Schädigung der Knochenmatrix bei Jungtieren 
6 gastrointestinal 
7 durch Natriumretention 
8 Erniedrigung der Krampfschwelle 
9 Manifestation einer latenten Epilepsie 
10 ACTH-Suppression, reversible Inaktivitätsatrophie der Nebennierenrinde 
11 steroidinduzierter Diabetes mellitus und Verschlechterung eines bestehenden Diabetes mellitus 
12 durch diabetogene Wirkung 
13 Thromboseneigung 
14 reversibel 
15 beim Rind im letzten Drittel der Trächtigkeit 
16 bei Rindern nach einer Frühgeburt durch Kortikosteroide 
17 vorübergehend, beim Rind 
18 beim Pferd, Glukokortikoid-induziert 
19 Euphorisierende Wirkung 
 
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit.  
Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales Meldesystem melden.  
Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu senden. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E‑Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite. 

Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung

Subkutane, intramuskuläre und periartikuläre Anwendung. 
 
Rinder, Pferde: 
0,03 – 0,08 mg Dexamethason/kg Körpergewicht, entsprechend 
1 – 2,7 ml des Tierarzneimittels pro 100 kg Körpergewicht 
 
Hunde: 
0,1 – 0,25 mg Dexamethason/kg Körpergewicht, entsprechend 
0,03 – 0,083 ml des Tierarzneimittels pro kg Körpergewicht 
 
Ist eine 2. Injektion erforderlich, so ist diese frühestens nach sieben Tagen vorzunehmen. 
 
In hochakuten Fällen ist die intravenöse Anwendung eines schnell wirksamen Glukokortikoids zu empfehlen. 

Hinweise für die richtige Anwendung

Vor Gebrauch gut schütteln! 

Hinweise für die richtige Anwendung

Vor Gebrauch gut schütteln!

Wartezeit

Rind: essbare Gewebe: 48 Tage 
Rind: Milch: 7 Tage 
Pferd: essbare Gewebe: 47 Tage 
 
Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist. 

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren. 
Für dieses Tierarzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. Aufrecht lagern. Vor Licht schützen. 
 
Sie dürfen dieses Tierarzneimittel nach dem auf dem Behältnis und Karton angegebenen Verfalldatum nach „Exp.“ nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.  
 
Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen/Anbruch der Primärverpackung: 28 Tage 
 
Im Behältnis verbleibende Reste des Arzneimittels sind nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums nach Anbruch zu verwerfen. 
 

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung

Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz. 
 
Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind.

Einstufung von Tierarzneimitteln

Tierarzneimittel, das der Verschreibungspflicht unterliegt. 

Zulassungsnummern und Packungsgrößen 

Zulassungsnummer: 
6026382.00.00 
 
Packungsgrößen: 
Faltschachtel mit 1 Injektionsflasche mit 50 ml Injektionssuspension. 
Faltschachtel mit 10 Injektionsflaschen mit 50 ml Injektionssuspension. 
Faltschachtel mit 12 Injektionsflaschen mit 50 ml Injektionssuspension. 
 
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht. 

Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage

11/2024 
 
Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).

Verschreibungspflichtig