REGUMATE® 4 mg/ml
Pharmazeutika

Bezeichnung des Tierarzneimittels
Regumate 4 mg/ml Lösung zum Eingeben für Schweine (Jungsauen)
Zusammensetzung
Jeder ml Lösung zum Eingeben enthält:
Wirkstoff:
Altrenogest 4,00 mg
Sonstige Bestandteile:
Butylhydroxytoluol 0,07 mg
Butylhydroxyanisol 0,07 mg
Klare, gelbe Lösung.
Zieltierart(en)
Schwein (Jungsau)
Anwendungsgebiet(e)
Zur Brunstsynchronisation von zuchtreifen Jungsauen.
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei
– Ebern
– tragenden Sauen sowie Tieren mit Uterusinfektionen.
Besondere Warnhinweise
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die sichere Anwendung bei den Zieltierarten:
Bei Unterdosierung kann es zur Ausbildung von Ovarialzysten kommen.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Ein unbeabsichtigter Kontakt mit diesem Tierarzneimittel kann zur Unterbrechung des Menstruationszyklus, zu Gebärmutter- oder Bauchkrämpfen, zu verstärkten oder abnehmenden Gebärmutterblutungen, zu Schwangerschaftsverlängerungen oder zu Kopfschmerzen führen.
Schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung von Männern beinhalten eine verminderte Libido.
Akute Effekte nach einmaliger Exposition sind möglich, aber wiederholte unbeabsichtigte Exposition birgt das Potenzial für mehr schädliche Wirkungen.
Das Tierarzneimittel sollte nicht von schwangeren Frauen oder Frauen, die vermuten, schwanger zu sein, verabreicht werden. Frauen in gebärfähigem Alter sollten das Tierarzneimittel äußerst vorsichtig anwenden und direkten Kontakt vermeiden.
Dieses Tierarzneimittel sollte nicht gehandhabt werden von:
– Personen mit bekannter oder vermuteter Brustkrebserkrankung oder anderen progesteronabhängigen Tumoren
– Personen mit thromboembolischen Erkrankungen oder entsprechender Vorgeschichte
– Personen mit zerebrovaskulären oder koronaren Herzerkrankungen
– Frauen mit vaginalen Blutungen unbekannter Ursache
– Personen mit Leberfunktionsstörungen oder Lebererkrankungen.
Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden.
Kontakt mit Haut, Augen sowie orale Aufnahme durch Hand‑zu‑Mund‑Kontakt sind zu vermeiden.
Bei der Handhabung des Tierarzneimittels sollte der Anwender eine Schutzausrüstung bestehend aus Schutzbekleidung und chemikalienbeständigen Einweghandschuhen (z. B. Nitrilhandschuhe) tragen.
Dieses Tierarzneimittel kann Latex oder andere offenporige Handschuhe durchdringen. Die Absorption über die Haut kann sogar höher sein, wenn der Bereich durch ein okklusives Material bedeckt ist.
Während des Umgangs mit dem Tierarzneimittel nicht essen, trinken oder rauchen.
Nach der Anwendung Hände waschen.
Bei versehentlichem Verschütten auf die Haut diese sofort mit Wasser und Seife abwaschen.
Kontaminierte Kleidung sofort entfernen. Bei versehentlichem Kontakt mit den Augen diese gründlich 15 Minuten lang mit Wasser spülen. Bei versehentlicher Einnahme kein Erbrechen herbeiführen, da es zu Lungenschäden durch Aspiration der öligen Grundlage kommen kann. Sofort ärztlichen Rat einholen und dem Arzt die Packungsbeilage oder das Etikett vorzeigen.
Jegliche Ausrüstung oder Oberflächen, die mit dem Tierarzneimittel in Kontakt gekommen sind, sollten ausreichend gereinigt und dekontaminiert werden, um menschliche Exposition zu verhindern.
Beim Reinigen Handschuhe tragen.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Umweltschutz:
Beim Ausbringen von Gülle von behandelten Tieren muss der Mindestabstand zu Oberflächengewässern gemäß den amtlichen und örtlichen Regelungen genau eingehalten werden, da die Gülle möglicherweise Altrenogest enthält, das nachteilige Wirkungen auf das aquatische Milieu haben könnte.
Trächtigkeit und Laktation:
Nicht bei tragenden Tieren anwenden.
Wesentliche Inkompatibilitäten:
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
Nebenwirkungen
Schwein (Jungsau):
Keine bekannt.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen oder falls Sie vermuten, dass das Tierarzneimittel nicht gewirkt hat, teilen Sie dies bitte zuerst Ihrem Tierarzt mit. Sie können Nebenwirkungen auch an den Zulassungsinhaber unter Verwendung der Kontaktdaten am Ende dieser Packungsbeilage oder über Ihr nationales Meldesystem melden. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu senden. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung
Zum Eingeben über das Futter.
Jungsauen:
20 mg Altrenogest/Tier pro Tag, entsprechend
5 ml des Tierarzneimittels/Tier pro Tag
Einmal täglich vor der Morgenfutterration über einen Zeitraum von 18 Tagen.
Hinweise für die richtige Anwendung
Die Brunstsynchronisation hat unter Anleitung und Kontrolle des Hoftierarztes zu erfolgen. Die Umstallung in den Synchronisationsstall sollte spätestens 7 Tage vor Beginn der medikamentellen Brunstsynchronisation vorgenommen werden. Die Tiere sind einzeln aufzustallen. Nur in Ausnahmefällen sollte eine Aufstallung in Gruppen mit max. 10 Tieren erfolgen, wobei ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von 1:1 gewährleistet sein muss. Während der Behandlung die Tiere nicht umstallen.
Die Lösung ist vor jeder Applikation in einen Teil des Futters einzumischen und vor der eigentlichen Fütterung zu verabreichen. Es ist darauf zu achten, dass die vorgesehene Dosis jeweils restlos aufgenommen wird. Bei Gruppenhaltung sollte die Applikation erst erfolgen, wenn die Jungsauen ihren Platz am Trog eingenommen haben.
Nach Beenden der Brunstsynchronisation können Maßnahmen der Brunststimulation und Ovulationssynchronisation erfolgen.
Wartezeite
Schwein:
essbare Gewebe: 9 Tage
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 25 °C lagern.
Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.
Regumate 4 mg/ml Lösung zum Eingeben im 540 ml /1000 ml-Behältnis ist nach Anbruch des Behältnisses 90 Tage haltbar.
Nach Ablauf dieser Frist sind im Behältnis verbleibende Reste des Arzneimittels zu verwerfen.
Sie dürfen dieses Tierarzneimittel nach dem auf dem Karton und dem Behältnis angegebenen Verfalldatum nach „Exp.“ nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung
Das Tierarzneimittel darf nicht in Gewässer gelangen, da Altrenogest eine Gefahr für Fische und andere Wasserorganismen darstellen kann.
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden. Diese Maßnahmen dienen dem Umweltschutz.
Fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker, wie nicht mehr benötigte Arzneimittel zu entsorgen sind.
Einstufung von Tierarzneimitteln
Tierarzneimittel, das der Verschreibungspflicht unterliegt.
Zulassungsnummern und Packungsgrößen
Zul.-Nr. 3100413.00.00
Packungsgrößen:
1000 ml Lösung (Aluminiumflasche mit Polyethylenschraubverschluß)
540 ml Lösung (Aluminiumflasche mit Polyethylenschraubverschluß)
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.
Datum der letzten Überarbeitung der Packungsbeilage
03/2026
Detaillierte Angaben zu diesem Tierarzneimittel sind in der Produktdatenbank der Europäischen Union verfügbar (https://medicines.health.europa.eu/veterinary).
Weitere Informationen
Unter Brunstsynchronisation (BS) versteht man die planmäßige Zusammendrängung der Brunst bei einer Gruppe von Sauen auf einen vorher bestimmten Zeitpunkt bei duldungsorientierter oder terminorientierter Insemination.
Dadurch ist es möglich, alle mit der Fortpflanzung im Zusammenhang stehenden Vorgänge und Arbeiten im Betrieb weitgehend zu planen und eine übersichtliche Reproduktionsorganisation einzuführen.
Das Prinzip des Verfahrens besteht darin, dass durch Verabreichung des Tierarzneimittels die Sekretion der Gonadotropine aus der Adenohypophyse unterdrückt wird. Nach Absetzen der Medikation kommt es zur Gonadotropinfreisetzung und damit zu einer ovulatorischen Brunst, die zur Bedeckung bzw. Besamung genutzt werden kann.
Die akute Toxizität des Altrenogest ist sehr gering. Die LD50 liegt bei 226 mg/kg Körpermasse (weibliche Maus) nach einmaliger intraperitonealer Gabe.
Die Reproduktionsleistung der Sauen wird nicht beeinträchtigt.
Es wirkt nicht mutagen oder teratogen.
Dem Tierarzneimittel liegt eine Dosierhilfe bei.
Verschreibungspflichtig